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Dieses Thema hat 261 Antworten
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 Tourenberichte
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Donaumike Offline




Beiträge: 993

11.05.2015 14:21
#136 RE: Bergfahrt 31 / 32 2015 antworten

Neuanfang?

Die Regenschirme sind zu, der Pegel sinkt träge, 22 Grad und Sonnenschein purzeln vom Himmel. Gespannt mit neuem Paddel im Futteral ging es am 8. Mai bei einem ernst zu nehmenden Pegel von 324 cm auf die Donau. Strömungsbedingt und in Erwägung materialschonenden Einsatzes griff ich zum alten Paddel. Geplant ist nur bis zum Donaustrand, entscheide mich aber doch weiter höher hinaus zu paddeln, eine Art unbewusster Neuanfang. Dies wurde mir erst klar als ich das Rauschen vor der Schillerbrücke erstmalig so laut vom Kanu aus in meinen Lauschern sprudeln hörte. Neu ist auch der Wellengang, eine Art Dünung, nur nicht vom Wind angetrieben, die stetig ansteigt, umso näher ich mich dem Wechselsprung annäherte.
Mein Bauch und Kanugefühl ist gut und ich arbeitete mich erstmalig bei solch einem Pegel bis unterhalb der Schillerbrücke vor. Am Ufer fasst angelegt schaukelt das Kanu weiter auf und ab. Voraus einige Brecher, nervöses Kehrwasser, an der Schlüsselstelle der Eisenbahnbrücke straffe mittleidlose Strömung.
Nach einer Pause dachte ich mir, es reicht für heute, wechselte zum neuen Paddel und paddle ein wenig noch weiter und klinkte mich in die Strömung ein. Ich paddelte u. a. Indian Stroke- mäßig und auch hier und da mit anderer Grifftechnik und anderweitigen Rückholphasen zurück, es macht richtig Spaß und Freude und ich spürte einfach dass es klappt. Ich werde mein neues Paddel nicht fürs - zu Grobe - einsetzen, wie einen sehr guten Wein….

Windstreiche

Muttertag / Sonntag 10. Mai, Pegel 263 cm, Windstärke 4, Wind 7-8 m/s. Mit dem Rad Richtung Bootshaus möchte ich schon meinen geplanten Paddelausflug abbrechen, weil der Wind es in sich hatte.
Wenig später doch im Kanu geht es etwa dreißig Meter bergauf, starker wechselnder böiger Wind trifft das Kanu. Ich werde fasst in ein Gebüsch gedrückt, kann mir gut vorstellen, dass dies auch schon für ein Verhängnis reicht. Auf Grund meiner doch nicht ganz so miserablen Bootslenkung gelingt es mir bei dem Anflug auf das Hindernis mein Kanu zu drehen und zurück in den Windschatten der Ab / Anlegestelle mich zu retten.
Ich denke; das reicht für heute... Nach wenigen Sekunden war Windstille, nutzte die Flaute aus und wollte zumindest das Hindernis fix überwinden, es gelang. Danach wieder Böen, Schutz suchen und finden, Störte mich weiter nicht, solange kein Hindernis neben mir wartete.
Mit dieser Methode arbeitete ich mich stetig höher, dafür benutzte ich natürlich mein altes Paddel. Auf Höhe Donaustrand setzte ich mittels Fähre über. Im Gewässer des Donaustrandes experimentierte ich wieder herum und war auch sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Am Abend entdeckte ich im Englischen Forum Fotos vom Kringelfieber, darüber habe ich mich auch sehr gefreut, ein guter Sonntag.




Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon, Mike

„Kanu und Wasser, der Rest kann behalten werden“

Donaumike Offline




Beiträge: 993

12.05.2015 14:15
#137 RE: Bergfahrt 33 / 2015 antworten

Grenzen verrückt und glücklich darüber nach über zwei Jahren im Kanu

Heute, Dienstag 12. Mai 2015, Pegel 0600 Uhr 259 cm fallend, gegen 1200 Uhr 251 cm, steigend.

Die Temperaturen sind schon am Vormittag auf über 20 Grad im Schatten geklettert und ein fasst freier Tag verleiteten mich auf die Donau Richtung Schlüsselstelle zu paddeln. Ich hatte mir fest vorgenommen, erstmalig bei diesem Pegelstand zumindest eine Kehrwasserfahrt an der Schlüsselstelle/ Eisenbahnbrücke zu versuchen. Das gesponnene Resultat vom sicheren Ufer aus betrachtet …gut machbar, später vom Kanu aus betrachtet, gut für ein Waterloo, zumal am neuen Schloss Napoleon mir zuschaut. Derzeit läuft in Ingolstadt die Bayerische Landesaustellung 2015 „Napoleon und die Bayern“.

Nun gut, ich paddelte entspannt nach oben, ein gutes oder schlechtes Zeichen ist unterhalb der Schillerbrücke auszumachen. Die Feuerwehr ist vor Ort, ein Motorboot im Wasser. Ich denke mir das passt ja wieder. Damals bei meinen Anfängen war die Feuerwehr auch vor Ort, und der Pegel ist um einiges höher als damals bei meiner sechsten Bergfahrt (233 cm), wo ich dem Kentern sehr nahe war… und daraufhin richtig Respekt und auch Angst hatte.
Ich paddelte nun an die Brückenpfeilerinsel heran, die vorige Durchfahrung der Schillerbrücke war nicht einfach aber auch nicht zu schwer.

Nach wenigen Augenblicken im Kehrwasser entschloss ich mich, es zu tun. Ich tastete mich stückchenweise an die Anfänge der Stromzunge heran, neben mir auf Tuchfühlung die Brückenpfeilerinsel, ein paar Tauben schauten mir sehr nahe neugierig dabei zu. Nach längerer Beobachtung der Stromzunge fiel mir auf, dass die Stromzungenkante? mit größeren Wellentälern wie sonst geformt ist, ich paddelte noch ein Stückchen weiter, bis ein paar Wackersteine den Weg versperrten, ich denke mir; das muss reichen, weiter geht es ja nicht.

Ich paddelte die Stromzungenkante aufgekantet an, viel Speed war nicht aufzunehmen, weil der Tiefgang für kräftige Paddelschläge dafür nicht vorhanden war. Ein Ruck geht durchs Kanu, die Strömung erfasst das Kanu, ich tanze oben auf der Stromzunge kurz schräg entlang, versuche sofort zu drehen und gleite schräg in das Wellental hinein, die Drehung gelingt nicht so gut, weil ich mit meinem Körper ausgleichen muss, reicht aber aus um vom Stromstrich wieder ins Kehrwasser zu gelangen. Die unruhige Verschneidungszone und das folgende Kehrwasser schießt mir und dem fix gekanteten Kanu entgegen, geschafft.

Daraufhin nahm ich noch vier bis fünf Anläufe, um mehr Gespür für diese neue Lage zu bekommen. Ehrlich gesagt kamen mir die Wellentäler bei jedem Anlauf immer größer vor….vielleicht ist auch der Pegel kurz angestiegen.
Einen nicht ganz gelungenen U- Törn von einem zum anderen Joch probierte ich auch noch aus.

Zufrieden wechselte ich zum neuen Paddel und paddelte zum Donaustrand bergab. Dort einiges herumprobiert, eine Hand voll AXLE als Zugabe, davon war der letzte gut genug um zufrieden nach Hause zu paddeln / radeln. Von der Eisenbahnbrücke und von der Feuerwehr knipste ich noch Fotos, danach von Napoleon am neuen Schloss und die Pegelanzeige durfte auch nicht fehlen.



Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon, Mike

„Kanu und Wasser, der Rest kann behalten werden“

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

12.05.2015 22:06
#138 RE: Bergfahrt 33 / 2015 antworten

Servus Mike!

Respekt, immer mehr Aha-Erlebnisse....
da hab ich noch bisserl hin...

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

15.05.2015 14:47
#139 RE: Bergfahrt zu 33, 34 und 35 / 2015 antworten

Danke Hans!

Vielen Dank auch an die Forumsteilnehmer , die mir Rat und Tat... Tipps an anderer Stelle mitgegeben haben, oder wo ich Informationen herausfiltern konnte!

Ganz vergessen….Seilfähre davor; auch eine Art Grenzverschiebung

Eine beobachtete Kajakkenterung während einer weit vergangenen Seilfähre an diesem Ort… bei meiner 56. Bergfahrt, bei einem Pegel von 225 cm; ermutigte mich noch mehr, dieses nicht zu unterschätzen. Jetzt hatte ich einige Zentimeter mehr.
Die nötige Seilfähre um unterhalb der Brückenpfeilerinsel zu gelangen, bereitete mir zwar keine Bauchschmerzen, rechnete aber mit Schwierigkeiten. Ich arbeitete mich im unruhigen verblockten Uferbereich des Kehrwassers knapp zum Stromzungenanfang heran, setzte mit Schwung zur Seilfähre gekantet an, gut das mein Paddel genug Tiefgang hatte um über die Stromzungenkante zu paddeln. Danach kreuzte ich die reisende Strömung, die Verschneidungszone und das Kehrwasser konnte ich gut erwischen, so das nichts außer Kontrolle geriet.


Der Ruhetag danach

Am Mittwoch dem 13. Mai war der Pegel um ein paar Zentimeter darunter. Das herrliche Wetter konnte ich mir auf der Donau nicht entgehen lassen. Zeitbedingt paddelte ich nicht weit von der Anlegestelle noch oben weg, ein paar Kehrwasserspielstellen hinter umgestürzten Bäumchen reichten aus um mich an meinen Duffek vielmals zu probieren, Kehrwassereinfahrten praktizierte ich Axle- mäßig auch sehr oft…

Männertag

Am gestrigen Donnerstag paddelte ich am Vormittag zu guter Zeit bei schönem Wetter der Donau entspannt hinab. Ein Eisvogel tauchte glücklicherweise auch wieder auf. Weit voraus war es noch etwas neblig, und ich konnte im Nebelschleier ein träges Wasserfahrzeug ausmachen. Umso näher ich herankam, war das schwimmende etwas, einem Floß ähnlich, irgendwann interessierte es mich nicht mehr.
Ich paddelte auch wieder an dem Hochsitz vorbei, wo ich diesem Januar eine Rast mit Kochfeuer einlegte. Wenig später entdeckte ich einen getarnten Unterstand, wohl von einem Jäger. Ich kenne einen Jäger der schon über fünfundachtzig Lebensjahre hinter sich hat, der dieses Szenario mit einfachen Mitteln, unauffälliger, billiger und besser macht.
Weil plötzlich Westwind aufkam, wollte ich nicht weiter paddeln, weil ich ja nun noch bergauf gegen den Wind zurück paddeln musste. Die Bergfahrt hatte es in sich, ich musste gut trimmen und fasst zu dicht am Ufer paddeln, gut das ich sofort umkehrte.
Knapp vor dem Ziel kamen mir zwei nebeneinander zusammengekoppelte Kanus einer klassischen Männertagpaddeltour entgegen. Die Kanus hatten die Strömung, den Wind und das flüssige Brot auf ihrer Seite, auf meiner Seite,die Gegenströmung, den starken Wind, eine Flasche Wasser und die Schwimmweste. Am Ziel musste ich einfach mein Kanu neben diesen schönen Unterschlupf legen und mein Kopf-kino starten. Schön war´s.





Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon, Mike

„Kanu und Wasser, der Rest kann behalten werden“

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

15.05.2015 15:31
#140 RE: Bergfahrt zu 33, 34 und 35 / 2015 antworten

Salve Mike,

schon wieder blöde Frage....der Bach der auf dem Bild runterplätschert, ist das der, der hinter dem Bootshausgelände vorbeifliesst???


Gruß

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

15.05.2015 15:44
#141 RE: Bergfahrt zu 33, 34 und 35 / 2015 antworten

Hallo Hans,
ja richtig, ich sah ihm erst zwei bis dreimal fließen….deshalb auch gleich auf Bild festgehalten.


Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon, Mike

„Kanu und Wasser, der Rest kann behalten werden“

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

15.05.2015 16:26
#142 RE: Bergfahrt zu 33, 34 und 35 / 2015 antworten

Servus..

dem klaren Wasser nach könnte es aus einem Hebewerk für Grundwasser kommen, wenn du sagst es fliesst nicht immer.

Vermutich durch die Hochwasserfreilegung kann das Grundwasser nicht mehr so ungehindert Richtung Donau...

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

08.07.2015 09:54
#143 RE: Bergfahrt zu 36 - 49 / 2015 antworten

Hallo, hier eine kleine Datenwolke zur Unterrichtung..

Wer gegen den Strom oft paddelt, gelangt irgendwie auch zur Quelle.

Die Bergfahrten 36,37 und 38 bei höherem Pegel, bescherten mir hinter Gebüsch – Baumstumpf - Gehölz – Hindernissen eine Unmenge an Onside Duffek-Manövern, mehr oder weniger gut zu erleben.

Zwischendurch ein Tapetenwechsel, es zog mich und meine Tochter wieder einmal zum Auwaldsee und genoss wieder einmal das stille Wasser.

Die 39. Fahrt am 14.06. 2015, war wieder einmal etwas Besonderes. Erstmaliger Test von meinem Holzstoffpaddel gegen den Strom und mit dem Strom auf der Donau. Ein Versetzen des Kanus nach Backbord gegen die Strömung ging flotter und souveräner wie sonst. Das Wasser strömte gegen das lange Paddelblatt, eine besondere Art der Harmonie zwischen Paddel, Kanu und dem Wasser war zu erfahren.
Am Endpunkt der Bergausfahrt angekommen, erblickte ich wiederholt die Auswüchse einer Eiskalten Leidenschaft in Form von Grill und Saufmüllutensilien. Leider war meine Mülltüte in meiner Schwimmweste nicht zu finden, wurde später einer leeren Einkaufstüte im Gebüsch fündig um sie auffüllen zu können.



Am 16. Juni paddelte ich nicht, dafür fuhr ich erstmalig zum Canadierstammtisch nach München, was mir ausgesprochen gefallen hat…wenn man davon absieht, das ich im Schnitt 26 Liter (kein Tippfehler) Kraftstoff auf 100 Km verballert hatte.



Die 40. Fahrt am frühem Morgen des Mittwoch des 17.06. 2015 bei einem Pegel von 242, war ein Versteckspielen mit Enten und deren Sprösslingen, denen ich so gut wie es ging aus dem Weg paddelte, im Anschluss einige TID Vorbereitungen für unsere Gäste.

41. und 42. Bergfahrt am Morgen und am Abend

Am Dienstag dem 23.06.2015 zu guter früher Zeit, bei einem Pegel von 265 cm, plus 13 Grad, Sonnen Wolkenmix und Westwind bei 7m/s, schleppte ich mich mit meinem Kanu, Kurs West gegen die Strömung. Seit geraumer Zeit tauchte ich wieder mein Moll Contra in die Donau, ich wollte ursprünglich dieses Paddel kürzen, lasse nun doch davon ab, weil ich ja nun eine gute Auswahl zur Verfügung habe. Ich dachte mir, der Westwind bekommt den TID Paddlern als Rückenwind zumindest an diesem Tag zu gute.



Seilfähre unter Wellen, Kanu verschluckt?

Am Abend zog es mich noch einmal auf die Donau, weil der Regen Nachmittags plötzlich aufgab mich zu ärgern, der Pegel stieg zwischenzeitlich von 265 cm auf 336 cm, dies war natürlich wieder eine andere Liga, die Bergfahrt war nicht so aus dem Ärmel zu schütteln. Unerwartet kämpfte sich ein größeres Feuerwehrboot gegen die Strömung, die davon verursachten höheren Wellen animierten mich zwischen diesen Wellen und der stärkeren Strömung eine sehr schaukelnde Seilfähre zu fahren. Ich behielt meinen Winkel etwas spitzer zur Strömung wie üblich, weil ich keine Breitseite bei dem noch dazu starken Wind riskieren wollte. Zufälligerweise gesellte sich ein Wildwasserboot noch zu mir, ich war überrascht wie dieses kleinere Boot fasst von den Wellen verschluckt wurde. Dieser Paddelabend hatte sich wieder sehr gelohnt, weil ich wieder unter erneuten schwierigen Bedingungen Erfahrungen sammeln konnte.

43. Fahrt

Am Mittwoch gegen 13 Uhr bei einem Pegel von 316 cm steigend, ging es wieder Richtung den nahegelegenen ersten Donaustrand. Komisch war das auf dem Weg bei diesem Pegel einige Kehrwasser verschwunden waren, oder einfach flachgebügelt waren. In der Bucht des Donaustrandes übte ich wieder mehrmals den Axle. Mir ist glücklicherweise eine 180 Grad Drehung gelungen ohne noch einmal mit dem Paddel nachzudrücken.


44. Fahrt im Sinne des Indian Stroke

Freitag den 26.06.15 war ich bis auf wenige Ausnahmen, Indian Stroke- mäßig unterwegs, um in Wirbeln bergauf und bergab Erfahrungen zu sammeln. Eine Seilfähre ging auch richtig gut. Ich schrieb einiges dazu im Thread - Laufende Stromschnellen/ Indian Stroke.
Der Pegel betrug etwa 250 cm, der Vormittag war sonnig und fasst entspannt das Wasser zum Kanu und Paddel. Ich ließ mir richtig Zeit beim Paddeln um keinen Stress aufkommen zu lassen. Nach einer Paddelpause paddelte ich unterhalb der Schillerbrücke zur bekannten Einsetzstelle, die die Feuerwehr benutzt. Dort ging es mal kurz richtig zur Sache, weil dort die Strömung stark, und der Weg zum Kehrwasser über Wirbel und Pilze zu bestreiten ist. Das Kehrwasser ist hier und da auch Strömungstechnisch sehr lebhaft, und drückt einen schon mal nahe an die Kanuunfreundliche Uferböschung, für absolute Anfänger keine sichere Parklücke zum Verschnaufen, eher ein Testbecken für Geübtere oder Anfänger mit Ambitionen.




45. Bergfahrt zur Schlüsselstelle

Montag den 29.06.2015, Pegel nur 208 cm, reichte aber für spritzige Donautropfen. Eine angedachte Jet- Fähre wurde mir versalzen, das Kanu wurde dabei in die Strömung herumgerissen und es spritzte einige Wassertropfen. Ich wurde während der Anfahrt durch das Kehrwasser durch eine wellige vorher nicht einsehbare Verschneidungszone überrascht, als ich um die Ecke der Brückenpfeilerinsel schoss. Am Anfang der Fahrt wurde ich auf dem Wasser von einem Tagpfauenauge begrüßt, daraufhin von einem riesigen Kormoran der auf einem toten Baum Ausschau hielt. Der erste Donaustrand ist leider sehr verkrautet, so dass es nicht viel Spielraum für Kanu und Paddel gibt, bei hohem Pegel fällt dieses nicht ins Gewicht. Das Wetter war hochsommerlich, mit einigen willkommenen Wolken.



46. Bergfahrt zur Staustufe

Hochsommerlicher Mittwoch, der erste Tag im Monat Juli 2015, der Pegel steht auf 204 cm.
Ich paddelte ohne Spielereien Richtung Stadt zur Donaubühne / Strand, die Eisenbahnbrücke durchfuhr ich äußerst links bergauf. Kurz davor im langen Kehrwasser vor der Eisenbahnbrücke hatte ich einen Schrecken bekommen, so dass mein Kanu von der Strömung erfasst und eine komplette Wende vollzogen hatte. Ein Entenähnliches Geschöpf wurde wohl von mir überrascht, nur blöd, das ich schon vorbei war, und nicht wusste was überhaupt achtern los ist. Ich glaube dagegen hilft nur „mehr paddeln“.



Nach kurzer Rast an der Donaubühne mit Blick zum neuen Schloss ging es zur zweiten Schlüsselstelle, der Konrad- Adenauer- Brücke. Ich paddelte äußerst links das Joch an, kam nicht weiter voran und ließ auch davon ab, die linke Seite des Brückenpfeilers als steinige und strömende Fahrroute zu versuchen. Ich probierte erstmalig, wenn ich mich nicht irre, die Durchfahrung entlang der rechten Seite des Brückenpfeilers. Das Kehrwasser war dicht am Pfeiler einigermaßen ruhig, dort wo die Aufschüttung für den Brückenpfeiler das ankommende Wasser teilte, verlief die Strömung schräg. Aber direkt am Brückenpfeiler überraschend rechtwinklig zum Bug. Ich dachte jetzt geht es schief, ein Zurück gab es nicht mehr. Mit Schwung und Kante wurde nun die Querströmung halb überwunden, daraufhin musste ich um die Ausläufer der Querströmung herum und Richtung der Aufschüttung zurück, die direkt vor dem Brückenpfeiler liegt, um überhaupt vorwärts, sprich Land oder Wasser zu gewinnen, glücklicherweise war genug Tiefgang für mein Paddel. Mit Arbeit am Paddel schleppte ich mich durch die Brücke und paddelte daraufhin links im Schatten angelehnt Richtung Donaustrand unterhalb der Staustufe. Auf dem Weg dorthin sah ich an einem Baumhindernis, gerade noch die Hinterläufe von einem Reh oder Hirsch, die in den schmalen Auenwaldastreifen fix verschwanden, ohne Wasser schöpfen geht’s halt nicht, daraufhin genehmigte ich mir auch einen Schluck.
Weil der renaturierte Donaustrand in praller Sonne lag und von wenigen Leuten besucht war, entschloss ich mich im Schatten weiter zu paddeln und an der Staustufe direkt vor der Schleuse für Bergfahrer anzulegen. Nach einem schattigen Snack paddelte ich wieder bergab.



47. Erster Applaus

Hitziger Donnerstag, gegen Abend bei einem Pegel von 197 cm. Auf dem Wasser begegnete ich einige Biber, einer wollte mir einen vollen Eimer Wasser schenken, verfehlte leider knapp sein Ziel. Wenig später, eine eher seltene Begegnung mit einem grauen 8-10 Mann Schlauchboot mit vier Personen, die sich treiben ließen und nur selten das Paddel einsetzten. Später zwei Kajaks von unseren Club hinter mir und jenseits Richtung Eisenbahnbrücke, viel Verkehr für meine Verhältnisse. An der Eisenbahnbrücke war es mir unmöglich linker Hand am Brückenpfeiler unter der Brücke hindurch zu paddeln, nutzte aber diesen Anlauf und wechselte mittels Seilfähre zum linken Ufer, wo ich über den Stromzungenanfang landete, und so mit weniger Mühe das Brückenjoch durchfuhr. Dies war für mich eine ganz neue Variante, ich dachte immer dass der Stromzungenanfang rechts und links gegenüberliegt, es sind nur wenige Meter, die aber ausreichten die Strömung zu überlisten. Die Seilfähre sollte aber gut sein, sonst triftet man unterhalb der ausfallenden Strömung jenseits ab. Bei der geglückten Durchfahrung hörte ich Applaus, eine bis zum Applaus unbemerkte Menschengruppe aus Jung und Alt beobachtete still mein Treiben an der Eisenbahnbrücke und drückte mir die Daumen. Beim Rückweg über das Wasser ließ sich seit geraumer Zeit wieder ein Eisvogel blicken.

48. Bergfahrt

Etwas hitziger Montag den 06.07. 2015, bei einem Pegel von unter 180 cm. Glücklicherweise wurde der strahlende Planet ab und zu mit Wolken verdeckt, gut erfrischender Wind gab es als seltene Zugabe diesmal auch. Ich startete bis zur Donaubühne durch, wollte eigentlich der schönen schattigen müllbelasteten Sandbucht vor der Schillerbrücke einen Besuch abstatten, war aber schon von einem Hund mit Frauchen und Herrchen besetzt, auch noch wo ich zurück paddelte.




49. Flagge zeigen über einem Versteck

Dienstags Vormittag den 07.07.15, bei einem ähnlichen Pegel wie am Tag zuvor gab es einige Überraschungen. Am ersten Donaustrand drehte ich nach längerer Zeit zwei Axle, der wenige Spielraum einer Verkrautungsarmen Zone reichte dafür aus. Auf dem Weg zur Eisenbahnbrücke stattete ich der schattigen Sandbucht einen kurzen Besuch ab um sich der Müllsünder anzunehmen. An der Eisenbahnbrücke einige Spielerein, u.a. mit Duffek nahe an der Brückenpfeilerinsel. Zuvor sondierte ich bergauf das Wirkungsgebiet meines Paddels für den geplanten Duffek ab, um steinige Überraschungen auf der Gegenseite der Brückenpfeilerinsel teilweise auszuschließen. Dabei scheuchte ich eine Vielzahl von Tauben auf. Der Duffek selber glückte später grad noch gut, nur befriedigend war die angepeilte Stelle, die ich nicht ganz nach meinem Wunschdenken traf.
An der Donaubühne angelangt, peilte ich die seit einigen Tagen gehisste Deutschlandfahne an, die auf der vorgelagerten Wackersein / Kiesinsel, vor der Konrad- Adenauer – Brücke weht. Dabei entdeckte ich eine kleine Box die an einer Kette gesichert, und machte so meine erste Geocaching Entdeckung.
An der Konrad- Adenauer- Brücke spielte ich noch ein wenig, und war überrascht wie wellig und stufig die Stromzunge aussah und sich auch danach anfühlte. Beim zurückpaddeln besuchte ich noch einmal kurz die Donaubühne mit angedockter schwimmender Biergartengarnitur. Weil es keine Zuschauer gab, probierte ich dort auf engeren Raum eines Ziffernblatt ähnlich mit meinem Kanu als Zeiger einen Axle aus. Ein guter Abschluss bis kurz vor dem Ende der Tour, wo ich doch noch ein kurzes Selbstgespräch „ Oh Schei……“ führte, weil ein M- Boot von der BW mit einer nicht zu großen Welle, die aber zum Kentern taugt, entgegenkam. Die Wellentäler wurden gut überwunden, nun hieß es schnell am Ausstieg sein, weil das Boot wieder zurückkam.




Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon, Mike

„Kanu und Wasser, der Rest kann behalten werden“

docook Offline




Beiträge: 885

08.07.2015 21:47
#144 RE: Bergfahrt zu 36 - 49 / 2015 antworten

Moin Mike,
mal wieder viele verschiedene und interessante Eindrücke vom gleichen Revier. Erstaunlich ,was dort für Pegelunterschiede auftreten.
Viele Grüße
docook

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

09.07.2015 18:44
#145 RE: Bergfahrt zu 36 - 49 / 2015 antworten

Servus...is so..Donau...künstlich gesteuert....durch die Alpenflüsse Iller Lech mit den Staustufen....
Forggensee, der je nach Schmelze und Regen schnell mal abgelassen wird....da kann man oft zuschaun...

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

06.08.2015 10:29
#146 RE: Bergfahrt zu 50 - 59 / 2015 antworten

Hallo docook und Hans, ja.. die Pegelunterschiede sind für mich auch ein regelrechter Pulsmesser.

Hallo liebe Leser, wollte erst in der Paddelflaute nach dem Sommer wieder von meinem Revier etwas berichten, um den frischgebackenen Tourenberichten nicht in die Quere zu kommen. Weil sich derzeit nicht allzu viel tut, lege ich jetzt einmal vorsichtig nach.

50. Bergfahrt

Am Freitag den 10.07. 2015 trieb mich es noch einmal zum Geocache, um ihn zu öffnen und natürlich auch etwas zu hinterlegen…Siehe da die Fahne wurde ausgetauscht, irgendwer hatte Schiffbruch erlitten wie ich es aus dem Logbuch entnehmen konnte und die Verpflegung sei wohl auch ausgegangen…..ich hatte ja Wasser und eine Banane dabei, nun gut. Nach dem Logo zu urteilen war es wohl ein Fahrrad was schwimmen konnte, oder fuhr es bei einem Pegel von 166 cm?


51. Bergfahrt teilweise mit Passagier

Diese Bergfahrt war etwas Besonderes.
Die Berganfahrt zur Donaubühne fand bei einem Pegel von nur etwa 160 cm statt. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich zwei kieloben gelegte Canadier aus Ungarn, die an der kleinen Sandbucht unterhalb der Schillerbrücke die Nacht verbrachten. Aus Zeitgründen beließ ich es nur für ein paar Schnappschüsse. Kurz vor der Eisenbahnbrücke hatte ich mein erstes kleines Stelldichein mit einem kleinen Kaninchen, was nach ein paar Sekunden der Uferböschung wieder hinauf hoppelte.
An der Donaubühne planmäßig angelegt, hatte ich mein zweites Stelldichein mit meiner Tochter und wir machten uns auf, zusammen auf dem Wasserweg zur Steininsel zu gelangen, die mitten in der Donau liegt. Unser Bootstrimm war zwar für eine Bergfahrt zu zweit in einem Solo-Kanu etwas abenteuerlich, ging aber ganz gut für die kürzere Anfahrt zum Eiland. Der wenige Gegenwind kam dem Trimm eher gelegen. Überrascht stellten wir fest, dass wir im Kanu schneller unterwegs waren als unsere Begleitung über Land.
Die Anfahrt und das spätere Anlegen hatte schon etwas anmutiges, wenn man dem Eiland mitten in der Donau gegen die Strömung immer näher kommt. Als wir einen Anlegeplatz gefunden hatten, gingen wir an Land. Bei der Anfahrt bemerkte meine Tochter, dass ein Wechsel der Fahnen stattgefunden hatte. Von Streitigkeiten hatten wir nichts gehört. Zwischen den Steinen fanden wir glücklicherweise den Geocache vor und trugen auch ein paar Zeilen in das Logbuch ein, natürlich legten wir auch einen kleinen Schatz in die Kiste. Nach einer Weile verließen wir wieder die Insel und ich brachte meine kostbare Fracht wieder sicher zur Donaubühne zurück. Ein guter Vormittag.


52. Bergfahrt

Am Montag den 13. Juli über Mittag bei einem Pegel von knapp unter 160 cm, paddelte ich unter wolkenverhangenen Himmel und warmen Wetter meine bekannte Route entlang. Diesmal wagte ich zwei Axel an einem anderen Ort, nahe der Sandbucht. Alle zwei gelangten, der zweite war sehr knapp ausgegangen, weil mein Heck einen Hauch an einem Stahlpfosten vorbeischleuderte. Das nächste Mal werde ich besser meinen Wendekreis prüfen.

53. Bergfahrt

Dienstag gegen Abend einen zügigen Abstecher zur Konrad- Adenauer- Brücke. Die Durchfahrung der Schlüsselstelle gelang mir mit meinem Holzstoff ohne Steinkontakt, weil die Strömung einen großzügigen Abstand zur Brückenpfeilerinsel zuließ. Bei der Rückfahrt begegnete ich sieben Bibern….schöne 65 Minuten.


54. Bergfahrt

Mittwoch nach der Mittagsstunde bei einem Pegel von 155 cm, paddelte ich teilweise unter Frosch-Gequake auf der Donau hin und her, auf und ab. Durch das Flussgrasverhangene seichte Wasser am Rand fühlen sich neben Fischen wohl auch die Frösche dort gut aufgehoben. Eine Vielfalt von Libellen, Schmetterlingen ….waren zu beobachten. Oberhalb vom ersten verkrauteten Donaustrand, entdeckte Ich eine Art fahrbaren Untersatz unter der Wasseroberfläche, der irgendwann dazu bestimmt ist mit dem Paddel dort einzufädeln. Nach der etwas umständlichen Bergung, stellte sich heraus, dass es sich um einen entledigten fahrbaren Kugelgrill handelte, den ich am Donaustrand neben einen großen Mülleimer ablegte. Wer nicht blind ist, stellt sicher fest, dass er aus dem Wasser zurück an Land gefahren ist.

55. Bergfahrt

Donnerstags Punkt neun Uhr, tauchte ich mein Tenderfood Paddel in die Donau ein, der Donaupegel betrug 153 cm. Ich schlich mich in etwa 60 Minuten die knapp vier Kilometer nach oben zur Staustufe. Mein Tenderfood Paddel setzte ich diesmal auch beim hindurchpaddeln der Brücken ein.
Ich bin froh, dass ich dieses, mein erstes Paddel nicht aus dem Sinn verloren und aus meinen Händen gegeben habe. Es ist wirklich sehr leicht und handlich und für schnellere Frequenzen gut. Am Anfang von meinen Paddelversuchen hatte ich keinen Schub mit diesem Paddel erfahren oder fertiggebracht, nun ist eine andere Welt damit zu erfahren. Meine Paddel mit längeren Blatt, wollte ich pegelbedingt und durch die Untiefen und steinigen Schlüsselstellen unter den Brücken nicht einsetzen.
An der Staustufe angelangt und nach einen kurzen Snack und Trank, lauschte ich über die Staumauer zum Donaustausee. Ich wollte ursprünglich diese Staustufe noch fix überwinden und weiter paddeln. Als ich die 27 Stufen sah und mein Zeitfenster für ein Donaustauseepaddeln doch zu knapp war, entschloss ich mich stressfrei zurück zu paddeln und lieber ein paar anfällige Nachbereitungen und Vorbereitungen für die kommende Loisachtour zu treffen.


56.Bergfahrt

Nach der schönen Loisachtour vom 19.07.2015, gelang es mir erst wieder am Mittwoch dem 22.07.2015 auf der Donau entspannt herum zu paddeln. Der Pegel betrug nur 147 cm. Kurz nach dem Start jubelte wieder eine Kindergartengruppe zwischen dem Auenwäldchen hindurch, ich paddelte natürlich hinüber um sie kurz zu begrüßen, was immer Freunde und ein kleines Abenteuer für die Kinder ist. Danach stattete ich wieder die von Partys mit Wodka & Co, vermüllte Sandbucht an. Ich freue mich schon, wenn es wieder Winter wird, da wird dieses Fleckchen nicht mehr von diesen Konsorten besucht.
An der Konrad- Adenauer- Brücke spielte ich diesmal unterhalb des rechten Jochs gegen den Berg gesehen mit meinem Kanu herum. Dort absolvierte ich einige Jet- Ferrys von nicht so zügiger Natur. Zuvor durchpaddelte ich das linke Joch und paddelte im Bogen wieder talwärts um an dem besagten Joch hinter dem Brückenpfeiler im Kehrwasser mich einzuhängen, dieses praktizierte ich erstmalig. Bei höherem Pegel herrscht dort eine gefährliche Querströmung (laut Flussführer für die Deutsche Donau. Bei Gelegenheit werde ich dort diese Spielereien bei hohem Pegel starten, sicher ein lohnendes Training. Das Eiland unterhalb ist derzeit nicht mehr beflaggt. Kurz vor dem Ende der Talfahrt setzte ich mich wie ein nasser Sack direkt auf meine Kniematte und probierte einmal so zu paddeln, diese Technik ist auch entspannend…wenn es die Lage zulässt.

57. Bergfahrt

Die letzten Bergfahrten waren, was die Lufttemperaturen anbelangte, stetig über 30…35 Grad. Am Donnerstag den 30.07.15, pendelte die Lufttemperatur um die 18 bis 19 Grad herum, dieses war wieder einmal ein perfektes Paddelwetter um nicht arg ins Schwitzen zu gelangen. Der Pegel betrug nur 149 cm. So rüstete ich drei Paddel auf und paddelte ja nach Lage mit den drei Paddelwerkzeugen aufwärts. Unterhalb weit vor der Sandbucht, entdeckte ich weit voraus etwas seltsames, halb im Wasser von runder Natur. Als ich näher heran kam, war ein wohl erst vor kurzen entsorgtes Kinderwagenfahrgestell zu sichten. Ich barg dieses und paddelte damit zur Sandbucht, wo ich das Sperrmüllgut an einem entfernteren Mülleimer ablegte, danach legte ich noch ein paar leere Flaschen von Hochprozentigen bei, die im Gestrüpp an der Sandbucht lagen.
Danach paddelte ich an der Stadt vorbei Richtung Staustufe an den davorgelegenen Donaustrand, dort wo meine Bänderverletzung mich so aus der Bahn riss. Kurz davor ließ sich ein Eisvogel aus nächster Nähe ausmachen und bewundern. Das Anlegemanöver am Strand praktizierte ich mit meinem Tenderfoot. Dort gab es eine Orangen Fruchtschnitte als Snack, wo ich wiedererwarten davon geschmacklich sehr gut überrascht wurde. Die Pause mit Rauschen des kleinen Baches als Zugabe in dieser Ecke ist dort sehr beruhigend, besonders wenn man alleine ist. Nach einiger Zeit kamen Besucher, so suchte ich mit meinem Kanu das Weite Richtung Tal.


58. Bergfahrt

Freitag 31.07.2015, Pegel 148 cm, 15 Grad Lufttemperatur und flauschige Wölkchen am Himmel.
Vor 8 Uhr noch auf dem Schulweg, 0815 Wasserkontakt, wenige Augenblicke später hockte ich im Kanu.
Mit der Sonne im Rücken und sonnenden Fischen zwischen Kanu und seichtem Wasser, paddelte ich gelassen Richtung aufwachende Stadt. Die Stadt kam noch nicht ins ungedultige treiben, so auch an der noch menschenlosen Donaubühne, eine willkommene Atmosphäre für einige Spielerein.

59.Bergfahrt

Samstag, 1. August, nach der Mittgasstunde. Siehe da, ein Canadier auf der Zeltwiese vom Verein und ein Mann dazu der sein Zelt aufbaut, Canadierpaddler sind hier zu selten anzutreffen. Nach einem kurzen Plausch bin ich auf dem Wasser, das sich eher einem See hier und da anfühlte. Nach wenigen Augenblicken, sichte ich voraus etwas Kurioses auf dem Wasser dümpeln. Ein oder zwei Schlauch-canadier mit Schlauchboot und Luftmatratzen ineinander verbundenen trieben gemächlich dahin. Wenig später ein Eisvogel der meinen Weg kreuzte. Es ist traurig, weil ich auf dem Wasser so viele Flaschen mit und ohne Pfand sichte; etwa ein Dutzend, sonst sind höchstens eins, zwei oder drei. An der Donaubühne angelangt, sichte ich schräg gegenüber ein Kajak beim an oder ablegen mit zwei Insassen und darunter einen hölzernen Kahn der herrenlos an der Ufertreppe ausharrte.
Die Insassen hatten einen französischen Dialekt, sie teilten mir kurz mit, das sie zum Schwarzen Meer unterwegs sein, Ahoi. Leider musste ich feststellen, dass sie von Ingolstadt einen faden Beigeschmack mitbekommen haben mussten. Auf der großen Ufertreppe, schräg gegenüber der Donaubühne, waren eine Unmenge von Müll verteilt worden. Im Wasser sah es nicht anderes aus, am Vortag hatten einige Gelage anlässlich der beginnenden Schulferien im Klenzepark und an der Donau stattgefunden, deswegen auch die Flaschen die ich zuvor auffischte. Als ich wieder im Bootshaus war traf ich noch ein neues Mitglied, wie sich herausstellte hatten wir schon einmal telefonischen Kontakt und ist im Forum auch vertreten. Nach einem Talk und einen weiteren Plausch mit unseren Gast mit Canadier auf dem Gelände, radelte ich zeitdruckbedingt zurück. Ach ja, einige Flaschen fischte ich während dieser Tour auf, der Müllsack füllt sich, vielleicht reicht es einmal für ein neues Paddel.



Auwaldsee

Kein paddeln gegen den Strom, aber gegen die Physik an anderer Stelle.
Am Mittwoch dem 05.08. 2015 trudelten ich und meine Tochter mit Mutterschiff und Ableger zum Auwaldsee. Neben paddeln, baden, Entern lassen von Kindern mit Schlauchboot, kam der Spass nicht zu kurz. Davor waren meine Hausaufgaben zu bewältigen und danach das Vergnügen.

Ich probierte nach längerer Zeit den Wiedereinstieg aus dem tiefen Wasser. Es stellte sich heraus, dass ich nach dem Flippen zu viel Wasser im Kanu noch hatte. Der Wiedereinstieg gelang zwar beim ersten Versuch, aber nach dem Einstieg ging ich nach etwas Nachhilfe, um etwas Wellengang zu simulieren…, wieder gemächlich unter. Gut ich versuchte so zu flippen das weniger Wasser im Boot zurückblieb. Es wurde nicht viel besser. Meine Kräfte gingen langsam den Bach herunter. So versuchte ich, im zuvor seichten Wasser, ausgeleertem Kanu, den Wiedereinstieg im tiefen Wasser. Der Wiedereinstieg gelang bei jedem Versuch, zwar nicht einfach aber mit einen Zerren und Zwicken an den wenigen Muskeln machbar.
Nun bin ich zu dem Entschluss gekommen, nach einer möglichen Kenterung auf einem See… mein Kanu nach dem flippen das Restwasser mit meinem Ösfass auszuschöpfen. So bin ich mir fasst sicher in mein Kanu wieder zurück zu gelangen. Das „fasst“ bezieht sich auf den möglichen Wellengang, Wind….

Auf dem Heimweg bewunderten wir das hübsche Hinweisschild für den Anbau von Biokartoffeln. Auf der Autobahn fahren ja seit 2060? nur noch Elektroautos, da ist es ja in Ordnung, wenn man von den Reifenabrieb usw. absieht.


„Sei kein Treibholz, paddle gegen den Strom“ Mike

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon, Mike

„Kanu und Wasser, der Rest kann behalten werden“

@xel Offline




Beiträge: 78

07.08.2015 06:43
#147 RE: Bergfahrt zu 50 - 59 / 2015 antworten

Hm, dieses Kinderwagengestell hätte ich wohl nur teilentsorgt und Räder und Achsen mitgenommen. Daraus lassen sich vortreffliche Bootswagen basteln, deren Räder mit einem Handgriff abzunehmen sind. Die Räder scheinen auch hinreichend groß zu sein um auch mal über einen Maulwurfhügel rollen zu können.

Vielen Dank für die vielen Berichte Deiner Donaufahrten. Schön, dass wir daran teilhaben können.

Axel

P A D D E L B L O G - Sicherheitstreffen im September
"Why would you want to sit and pull your canoe along, when you can stand tall and carry a big stick?" Harry Rock

Donaumike Offline




Beiträge: 993

13.08.2015 15:14
#148 RE: Bergfahrt zu 60 + 61 / 2015 antworten

Gerne Axel!

Deinen interessanten PADDELPLOG verfolge ich regelmäßig, eine Bereicherung in vielen Richtungen, hierfür auch meinen Dank.
In der Tat, die Räder hätten einen guten Beitrag zu einem selbst gebauten Bootswagen geben können. Irgendwie hatte ich dieses verschlafen.

Die 60. Bergausfahrt am Freitag dem 07.08. 2015, war eine besondere Ausfahrt. Wir verabredeten uns am Bootshaus, und erst als die Kanus im Wasser vor Anker lagen, klingelte es. Am Einstieg lagen wirklich erstmalig zwei Solo-Canadier. Ein überraschender, unwirklicher; ein sehr schöner Anblick. Die anschließende unterhaltsame gemächliche Bergfahrt mit einem neuen Bergfahrer unter geringer Strömung, machte richtig Laune.
Zudem kam hinzu, dass dieses neue Kanu, ein interessantes Kanu ist. Schön es einmal Live zu sichten, es wurde u.a. in dem Canoe Reviews schon darüber berichtet. Irgendwann werde ich einmal damit ein wenig paddeln. Erfreulich das die offenen Kanus hier bei Ingolstadt auf der Donau an Zuwachs bekommen.








Nachtrag: (Edit) 19.08.2015

Am Mittwoch dem 12. August, gelang am späten Nachmittag der 61. Donauanlauf. Der Pegel war etwas angestiegen um die 150 cm. Kurz vor der Konrad- Adenauer- Brücke begegnete ich einen Angler, zufällig kannten wir uns aus vergangener Nachbarschaft und er wunderte sich über mein plötzliches Auftauchen im Kanu bei dieser Strömung! Ein innerliches Grinsen überkam mich. Jeder hat halt eine Art Leiche im Keller.
Unter der Konrad- Adenauer- Brücke versuchte ich erstmalig eine Kehrwassereinfahrt knapper hinter der abweisenden Strömung wie üblich. Weil es dort sehr steinig, hatte ich bisher darauf verzichtet. Es gelang richtig gut und fix, das Kanu schleuderte förmlich ums Paddel, eine kleine Ratte, die gerade in dem Treibgut des Kehrwassers herumstolzierte, suchte das Weite.
Bei der Talfahrt kam mir erstmalig ein Canadier entgegen, der mir als Standuhr im Bootshaus zwar bekannt ist, aber die Person am Stechpaddel nicht… Einem Eisvogel konnte ich auch wieder begegnen, Biber sichtete ich nicht, obwohl die Uhrzeit dafür ideal war.

Leider beginnt jetzt ein absehbarer Zeitraum, wo ich das Paddel an den Nagel hängen muss. Schönen Paddelsommer für die Leser, bis bald.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon, Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

09.09.2015 12:19
#149 RE: Bergfahrt zu 62 und 63 / 2015 antworten

62. Ereignis Sommerende?

Der Sommer hat verloren, es schaut nach Regentropfen aus, so sitzt mein Tarphut wieder auf meiner Rübe, so am 5. September nach längerer Paddelpause bei einem Pegel von 162 cm. Glücklicherweise lässt sich nicht der Regen sondern ab und zu die Sonne blicken, dafür ist es gut windig. Auf dem Weg nach oben erkunde ich zwei richtig gute Kehrwasser, jeweils unterhalb der Brücken. Dort besteht keine Gefahr bei Volldampf bei Duffek-Manövern mit dem Paddel Paddelbruch zu riskieren. Dort verbrachte ich einiges an Zeit. An der Donaubühne praktizierte ich wieder wenige Axle. Erstaunlich war, dass dies richtig gut ging, trotz der längeren Paddelpause. Ich fühlte mich auch insgesamt sehr wohl im Kanu.

63. Ereignis C- Manöver (Daisy Doodle) und Sideslip als Ziehschlag und Hebelschlag

Dienstags gegen 1730 bei einem Pegel von 180 cm ging es über Wasser zu den bekannten Spielstellen, drei Tourenkajaks die mich kurz begleiteten waren nur auf Strecke und Geschwindigkeit aus, mein Schwerpunkt ist und war anderweitig verlagert, so ließ ich mich zurückfallen.
An dem Durchzugskehrwasser unterhalb der Schillerbrücke, an der oft genutzten Einsetzstelle der Wasserrettung und Feuerwehr, probierte ich einige C Manöver aus, die ich bis dato meist als Kehrwasserfahrten abgetan hatte. Im Buch Kanu -Stechpaddeltechnik 3 wurde ich nun der genauen Begriffsbezeichnung als „C- Manöver“ fündig. Die C- Manöver in verschieden Radien funktionierten in der Vergangenheit mal gut oder weniger gut, was auch strömungsbedingt, wirbelbedingt ...abhängig war.
Nun führte ich eine Abwandlung des C- Manövers durch, auch „Daisy Doodle“ genannt. Der Unterschied ist, dass die Anfahrt aus dem Kehrwasser in die Strömung mit nur geringer Geschwindigkeit vollzogen wird und man dreht das Kanu auf der Verschneidungszone..., die hier recht ordentlich bis prickelnd sein kann. Mit den Ergebnissen unter gemächlicher Fahrt war ich zufrieden, zumal diese Geschichten in der Vergangenheit mit mehr Geschwindigkeit praktiziert worden (anderer Übungszweck), was bei den Durchfahrten über die Verschneidungen...in das Durchzugskehrwasser ab und an zu schwer kontrollierbaren Momenten führte, weil das Wasser dort sehr launisch und schwer zu lesen sein kann, und irgendwann sollte der richtige Punkt zum eindrehen ja gewählt werden.

An der Donaubühne auch wieder Axle wie bei der vergangenen Ausfahrt, diesmal lief es in dieser Richtung nicht richtig gut sondern nur befriedigend. Die vollständige Drehung klappt zwar, mir kommt es aber auf die Harmonie an.

Bei der Talfahrt probierte ich bekanntes aber auch neues und vernachlässigtes aus. Dieses war wie üblich eine Vielzahl von Sideslips als Hebelschlag und eine Vielzahl von Sideslips als Ziehschlag. Letzteres für mich neu oder zu selten praktiziert? Hierbei war zu erfahren, dass die Ergebnisse für das seitliche versetzen des Kanus, außer der Richtung, annähernd gleich waren, aber meine Eintauchpunkte des Paddels, abhängig von Hebel und Ziehschlag, stets andere waren, von der Blattwinkelstellung mal abgesehen. Vielleicht täusche ich mich auch. Insgesamt fühlte sich mein Sideslip als Ziehschlag sehr souverän und elegant an, besonders was die Strecke und den Leichtlauf des Kanus betrifft. Kurz vor dem Ausbooten ließ sich noch ein Biber blicken.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon

Donaumike Offline




Beiträge: 993

14.09.2015 14:42
#150 RE: Bergfahrt zu 64 / 2015 antworten

Überrascht von bis zu 27 Grad Lufttemperatur, bei gutem heiter bis wolkigen Wetter und einem flachen Pegel von 146 cm, ging es zur 64. Bergfahrt, unterhalb der Staustufe, am vergangenen Sonntag den 13.09.2015, gut dahin.
Durch den niedrigen Pegel und die günstig gestellten Sonnenstrahlen, die einen guten Durchblick durch das Wasser spendierten, waren einige ungelüftete Geheimnisse in den seichten Wasserpassagen; mehr zu entdecken. Einige verschiedenartige gestaffelte Gesteinsformationen unter Wasser, die mir nur stellenweise bekannt waren, verrieten nun die Ursache der Wasserzeichnung Überwasser, in Form von Strömung, Pilzen und Wirbeln. Kanu und Paddel sind ja gerne für solche Begebenheiten eine Antenne für die Sinne.
Gegenüber dem markanten Turm des alten Gießereigeländes, entdeckte ich ein kurioses Gebilde unter Wasser. Anfangs als senkrechter Baumstumpf verkannt, entpuppte es sich als T- Eisenprofilteil, ein Relikt einer alten Behelfsbrücke oder Steg...? Nach den äußerlichen Spuren zu beurteilen, wurde das obere Ende abgesprengt oder ist durch andere Gewalten abgerissen worden.
Hier und da ein Fahrrad auf dem Flussgrund, kurz vor der Staustufe halb im Wasser ein eisernes Bettgestell. Mit meinem Otterschwanz Solo Paddel machte ich auch neue Erfahrungen.
Ab und an spürte ich einen leichten Schmerz in der Knaufhand. Ich überlegte schon seit Wochen den eigentlich sehr guten Griff etwas zu verjüngen. Jetzt bin ich verspätet darauf gekommen, meinen Knauf minimal versetzt zu ergreifen, dafür ist der rundliche Knauf vom Hersteller auch zusätzlich gedacht, siehe da die Schmerzen sind weg. Das Paddel ist dennoch fest im Griff, gut abgewartet zu haben und noch eine zusätzliche Griffmöglichkeit ausprobiert zu haben.
Unterhalb der Staustufe setzte ich über den Fluss Richtung Fischtreppe zum Kiesstrand, der von wenigen Sonnenbadegästen besucht wurde. Ich landete mit alten Paddel oberhalb davon an, weil ich in diesem Bereich die Kiesbänke und die möglichen Hindernisse mit erkundete. Neben den Einlauf der Fischtreppe ist die steile hohe Kiesböschung, die jüngst eingebrochen ist, mit einem Trassierband notdürftig abgesperrt.
Nach der Rast paddelte ich noch etwas höher hinaus an einigen Untiefen in Form von Kiesbänken oder Aufschüttungen heran, die mit Strömungen von der Staustufe durchzogen wurden, und mit Wirbeln und Pilzen gut gewürzt wurden. Ein größerer Fisch protestierte, indem er mehrmals hintereinander nach oben sprang und seine ganze Größe Preis gab. Dort erlebte ich bei meiner ersten Staustufenanfahrt bei höherem Pegel eine höchst kipplige Situation, weil ich mich zu früh von der knienden Position auf meinen Sitz gesetzt hatte und nach einiger Zeit die Kontrolle dort fasst verloren hatte.
Bei der Talfahrt sprangen doch immer wieder einige Fische ziemlich hoch hinaus. Jetzt wurde es auch wieder Zeit mein Beavertail mit Northwood- Griff einzusetzen, ein wirklicher Genuss. Unterhalb des Brückenjoches der Konrad- Adenauer- Brücke, konnte ich erstmalig auf den Flussgrund kurz durchblicken, darüber war ich sehr überrascht. An der Donaubühne hatte man derweil spontan die Gastronomie wieder eröffnet, weil der Nachmittag sommerlich warm wurde. Kurz vor der Eisenbahnbrücke frischte der Ostwind spürbar auf, der Fluss wurde welliger Natur und die Fahrt weniger flott, sodass ich mein Paddel wieder austauschte, weil mehr Arbeit am Paddel von Nöten wurde.

Mein Gespür für Kanu und Paddel wächst, langsaaaaam wie meine Pfandflaschensammlung aus der Donau.

Ich werde die kommenden Monate wieder mehr aufs Wasser gelangen, deshalb wird die Berichterstattung ein gutes Stück einschlafen.

Viel Spass auf dem Wasser!




Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon

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