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Donaumike Offline




Beiträge: 993

28.01.2016 17:20
#196 RE: Bergfahrt 9 / 2016 antworten

9. Bergfahrt

„Wer aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein“

Nach der Arbeit ist meist vor der Arbeit, die Zuhause auf einem wartet. Glücklicherweise regnete es, sodass kein schlechtes Gewissen aufkam, nicht zum Paddeln gehen zu können. So schaute ich aus dem Fenster und verschob doch spontan die geplanten Vorhaben auf Morgen und radelte zum Bootshaus.

Auf dem Fluss, bei steigendem Pegel über 180, ging es unter Nieselregen und Gegenwind aufwärts. Schade, dass die Bäume noch keine Blätter tragen, die etwas Regenschutz bieten könnten. Während meinem „herumgeistern“ mit dem Kanu regnete es stärker, sodass wie bestellt der alte Unterschlupf auftauchte. So legte ich dort an und machte es mir dort gemütlich. So dachte ich: Trotz Wetterkapriolen über Jahre aller Sorten, steht dieser Verbau immer noch und bietet Schutz. Tipis im Winter, kamen mir ebenfalls kurz in den Sinn.

Weil mein Kanu nach der Arbeit gerne im trocknen liegt, wurde auf zwei ausgeliehenen Behelfsständern, für die anschließende Trockenübung zurückgegriffen.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.918

28.01.2016 17:30
#197 RE: Bergfahrt 9 / 2016 antworten

... kein schlechtes Gewissen aufkam, nicht zum Paddeln gehen zu können...
Mike, muß ich mit Sorgen machen?
LGW

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Donaumike Offline




Beiträge: 993

28.01.2016 19:29
#198 RE: Bergfahrt 9 / 2016 antworten

Nein Nein Wolfgang, nur ein kurzer Aufstand des Gewissens.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

02.02.2016 07:05
#199 RE: Bergfahrt 10 & 11 / 2016 antworten

10. Bergfahrt

Freitag, 29. Januar 2016, Pegel 192 cm, Südwestwind im Raster der mäßigen Brise bis 6m/s. Sonnenschein um die 9 Grad plus. So griff ich erstmalig im diesem Jahre zu meinem Paddel, was ich zum zehnjährigen Kringelfieber erstanden hatte. Dieses wurde erst bei der Talfahrt genussvoll verwendet. Auf Bergfahrt Schwäne und Eisvögel. Ein Eisvogel versteckte sich im Geäst und lies mich einfach vorüber paddeln. Direkt vor der Bucht unterhalb der Schillerbrücke, jagten zwei Eisvögel umher. Sie stritten sich um die Beute, die bei einem Eisvogel noch im Schnabel hing. Sie flogen nicht weit weg am Kanu vorbei, sodass der kleine Fisch zu sehen war. Bei der relaxten Talfahrt schoss ich glatt am Einstieg vorbei und paddelte etwas weiter. Anschließend paddelte ich zum Einstieg bergauf zurück. Dieses ist wirklich sehr selten. Zwar nur eine Stunde auf dem Wasser, aber schön.





11. Bergfahrt / Spazierfahrt

Samstag, 30. Januar 2016, Pegel 219 cm steigend. Das der Pegel stetig anstieg war nicht zu übersehen, dieses wurde auch erfühlt. Der umgebrochene Baum vor dem alten Unterschlupf dümpelte hin und her, eine Frage der Zeit bis der Baum zum Treibgut wird. Pegelbedingt wurden Kehrwasser angefahren, wo das Paddel auch mal einen Augenblick zur Seite gelegt werden konnte. An einem Geäst hing ein verendeter Kormoran. Eisvögel flogen an anderen Wegmarken ab.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

03.02.2016 13:58
#200 RE: Bergfahrt 12 / 2016 antworten

12. Bergfahrt / Neuer Rekordpegel fürs Kanu.

Dienstag, 2. Februar 2016, Pegel 375 cm, Westwind 5 – 6 m/s. Diese Begebenheiten hielten mich anfangs davon ab auf die Donau zu verlegen. 344 cm waren während der dritten Bergfahrt vom Jahre 2015, der höchste Pegel für mein Kanu auf der Donau gewesen. So besuchte ich die Pegelanzeige und danach begab ich mich zur Schillerbrücke, um ein paar Fotos zu knipsen.

Dieses Teilstück möchte ich als Talfahrer, bei solchen Verhältnissen irgendwann durchqueren. Ich glaube, dass auf dem Foto, Brecher, gut Pilze und Wirbel zu erkennen sind...?

So entschloss ich mich doch zu einer spontanen Bergfahrt, um neues gegen den Strom zu erfahren. Die Donau war am Einstieg diesmal wieder ungewohnt hoch angesiedelt, etwa 30 cm höher, wie bei der erwähnten Rekordpegelfahrt von 2015.
Nun nahm ich Platz im Kanu und paddelte bergauf. Stellenweise hätte brav anlegt und ausgestiegen werden können, wo sonst das Ufer erst erklommen werden müsste. Dicht am Ufer ließ sich es gut paddeln, bis durch Geäst von Büschen oder Bäumen, Richtung mehr Strömung ausgewichen werden musste. An diesen Passagen war es nicht so einfach Strommeter zu gewinnen. An einem kleineren Baumhindernis wartete ein Eisvogel länger ab.
Dort ging es wieder Richtung Strömung, um das Hindernis zumindest auf Höhe zu überwinden. Es wurde schwierig um überhaupt Meter zu gewinnen. Nach Sekunden ging kein Vorankommen mehr, zumal der Wind das Kanu herumtanzen lies. Kurz verwendete ich mein Moll Contra, wo ich mit dessen Umgang komplett versagte. Der Schaft ist einfach zu lang. So versuchte ich es noch einmal mit meinem gewohnten Holzpaddel, wo es eine Idee mehr vorwärts ging. So brach ich ab, weil es keinen Stromzentimeter bergauf ging. Mehr Richtung Baumhindernis konnte ich meinen Kurs nicht verlegen. Zeit und Spielraum für ein mögliches kurz verlorenes Kanu, um es wieder mit dem Paddel in den Griff zu bekommen, war nicht gegeben.
Die Möglichkeit dort zu queren spukte mir durch den Kopf. Ein Angler am jenseitigem Donaustrand und weitere Hindernisse unterhalb davon, hielten mich davon ab. So drehte nach dem Entschluss mein Kanu gut ab, nahm rasch Fahrt auf und fuhr noch einige Kehrwasser an, wo das Kanu schön herumschlenderte. Dieses war eine kurze knackige und lehrreiche Bergfahrt, bis knapp auf Höhe des ersten Donaustrandes, der nur etwa 500 Meter vom Einstieg entfernt liegt.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

05.02.2016 17:00
#201 RE: Bergfahrt 13 / 2016 antworten

13. Bergfahrt

Freitag, fünfter Tag bei fünf Grad plus im Februar. Mildes Wetter ließ vermuten, dass der Winter nun verloren hat. Der Pegel zeigte vor dem Einbooten 298 cm an, nach der Fahrt 294 cm.
Auch wenn der Pegel um die 81 cm tiefer lag, ist es immer noch ein Logenplatz im Kanu gewesen. So konnte endlich an ein nerviges Fahrradschutzblech direkt angelegt werden, um es vom Ufer zu entfernen. Zuvor ging es an dem besagten Baumhindernis gut vorüber. Eisvögel wurden diesmal keine gesichtet. Nur ein einzelner Schwan überflog hoch oben die Donau. Unterhalb der Schillerbrücke endete diese Bergfahrt.
Auf Talfahrt wurden etliche Kehrwasser ausgenutzt, eine Pfandflasche wurde dabei aufgefischt. Währenddessen und am Donaustrand, probierte ich einiges mit dem Paddel aus.
Gestern hatte ich mir wieder einmal die DVD „Paddeln im Solocanadier“ angesehen. So nutzte ich diese heutige Gelegenheit gleich aus, Kleinigkeiten zu verbessern. Wie zum Bleistift die Griffhand außerhalb vom Kanu zu belassen...
Interessant ist, das das Tenderfoot Paddel mit wenig Blattfläche, mir bei höheren Pegel, keine größeren Sorgen mehr bereitet.

Vergleiche erstes Foto von 11. und dieser Bergfahrt.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

17.02.2016 11:09
#202 RE: Bergfahrt 14 - 15 / 2016 antworten

14. Bergfahrt

Mein Zeitfenster fürs paddeln, ließ sich erst am Sonntag des verzehnten Tages in diesem Februar, nach dreizehnRechenfehler paddellosen Tagen, für einen Spalt kippen.
Zehn Grad plus mit grauen Wolken am Himmel und vereinzelnden blauen Lücken mit Sonnenstrahlen, ließen auf Wetterveränderung hoffen. Der Pegel zitterte auf 230 cm auf und ab. Das Wetter wechselte sich während der Bergfahrt nicht weiter, dafür die Flusslandschaft.
Der vergangene höhere Pegel, etwas Sturm und die vergangenen Tage hatten das vertraute Territorium an den Ufern und im Unterholz verändert. Zwei neue Baumhindernisse im Fluss, einiges an Windbruch nahe am Ufer würzten die Optik. Neue grasbewachsene und bekannte moosbedeckte Uferlücken erquickten das Auge. Eisvögel ließen sich wieder nicht blicken. Bin mir aber nicht sicher, ob doch im Ohr einer zu hören war.
Der eine neue umgebrochene Baum, traf genau den gekappten Baumstamm, wo davor meine Parkbucht für freies Parken, sich des Öfteren anbot. (Hinweis Bildvergleich 13. Bergfahrt) Durch diese Begebenheit, entdeckte ich eine Nisthöhle im Baumstamm.
So ging die Reise nahe zu einem Baumhindernis unterhalb der Schillerbrücke weiter. Die wenigen Äste, die gut in der Strömung hingen, verursachten bekanntes Rauschen eines Baumhindernisses. Wenn sich das Baumhindernis halten sollte, werden Seilfähren rückwärts dort vollbracht. Zufrieden drehte das Kanu vor dem Baumhindernis ab. Der Baum zuvor ging mir nicht aus dem Sinn. Später schlug ich mich durch das Wäldchen zu dem umgebrochenen Baum hindurch. Siehe da, Biber waren mit am Werk.






15. Bergfahrt

Dienstag, 16.02. 2016, Pegel knapp unter 240 cm. Weil wettertechnisch nix gutes für Mittwoch vorausgesagt wurde, verlegte ich bei Ostwind und nicht allzu milden Temperaturen Richtung Donau. Es wurmte mich auch an, weil ich nicht genau sagen konnte, was für ein Baum es sei, der auf den Baum mit Nisthöhle gefallen war. So nahm ich ein kleines Taschenbüchlein mit, was mir helfen sollte.
Auf dem Weg zum Fluss lärmte ein Polizeihubschrauber nahe der Autobahnbrücke, der sich ab und zu durch die Baumwipfel blicken ließ. Im Kanu nun eingeschifft, und nach einigen Paddelschlägen Richtung Oberstrom, schaute ich mich um, weil der Hubschrauber verdächtig lauter wurde. Plötzlich kam der Hubschrauber unterhalb der Autobahnbrücke zum Vorschein. Eine Person wurde mit der Winde fix abgelassen und in die Donau eingetaucht, um einer Person im Wasser zu Hilfe zu kommen. Auf dem Fluss waren noch einige Boote auszumachen, die von der Gischt, die von den Rotorblättern her rührten, gut eingenebelt wurden. Die Person im Wasser wurde mit Hilfe des Polizeihubschraubers und des Retters an der Winde zum Ufer geleitet. So in etwa wie eine Seilfähre im Fährbetrieb.

Nach diesem Ereignis kam ich meinen zu beabsichtigten Dingen wieder auf die Spur. Am zu bestimmenden Baum angekommen, kam ich mit meinem Büchlein auch nicht viel weiter. Leider sind noch keine Blätter gewachsen, die eine sichere Bestimmung einfacher machen würden. Vielleicht lüftet ein Fachkundiger das kleine oder doch große Geheimnis? Vielen Dank.




Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon
Mike

docook Offline




Beiträge: 885

17.02.2016 12:47
#203 RE: Bergfahrt 14 - 15 / 2016 antworten

Moin Mike,
zu Deiner Frage Baumart:
Vielleicht Aschweide - Salix cinerea ?

Strauch mit flacher Krone, bis 6 m hoch. Triebe
zimtbraun bis grau, samtig behaart. Auffällig gelb-
orange Winterknospe. Vorkommen an Fluß- und Bachauen der sommerwarmen Gebiete
bis weit ins Bergland, sonnige Standorte.

georg.boehner Online



Beiträge: 305

17.02.2016 23:28
#204 RE: Bergfahrt 14 - 15 / 2016 antworten

Hola,

ich würde sagen Salix caprea aka Salweide Aka Palmkätzchen.
Warte noch einige Zeit, bis sie blühen, dann wird das genaue einordnen leichter


Gruss Georg

Donaumike Offline




Beiträge: 993

19.02.2016 14:26
#205 RE: Bergfahrt 16 / 2016 antworten

Hallo docook und Georg!

Es ist schon schwer über die eingestellten Bilder halbwegs sichere Angaben zu machen, trotzdem vielen Dank dafür. Die Blütenkätzchen schauen wirklich so aus wie bei einer Aschweide oder Salweide. Ich war noch einmal mit dem Kanu vor Ort.
Ich tendiere nun zu der Annahme, dass es sich um eine Silberpappel handelt. Ich fand nun auch Blätter vom letzten Herbst, hoffe dass sie dazu gehörten.

16. Bergfahrt im Zeichen eines Baumes zu Land und zu Wasser

Gutes Wetter und etwas Zeit nach der Arbeit ermöglichten aufs Wasser zu gelangen. Das erste Ziel wurde der umgestürzte Baum. Dort legte ich nun an und erklomm die Uferböschung. Von dort aus kletterte ich auf dem Baum über die Äste hinweg, um so über dem Stamm zu dem Fuße des Baumes zu gelangen. Bei einem stehenden Baum geht es üblicherweise anderes herum Richtung Krone. Dabei spürte ich, dass das Baumklettern eine Art Entspannung sein kann. Es ist ja auch schon so lange her wo ich als Mensch oder vielmehr mein Vorfahre auf Bäumen öfters auf und ab kletterten.




Nach dieser Exkursion paddelte ich nun zum zweiten Baum, dem neuen Baumhindernis. Um das Baumhindernis zu passieren musste Richtung Strommitte ausgewichen werden. Das turbulente lange Kehrwasser, oder vielmehr Überschneidung unterhalb der Schillerbrücke musste überwunden werden. Ab und zu hatte ich ein komisches Gefühl dabei, weil Pilze und Wirbel das Kanu über den Bug abrupt abdrehen oder untersteuern ließen. Ein guter Beweis, dass ein Kanu über solche Passagen Geschwindigkeit benötigt, um etwas stabiler die Linie zu halten. Vor dem Brückenpfeiler bewegte ich mein Kanu mittels Seilfähre Richtung Ufer in eine ruhige Zone.

Von dort aus wurde wieder in die Strömung gesteuert um frontal Richtung Baumhindernis talwärts anzupaddeln. Vor dem Baumhindernis steuerte ich noch in ein Kehrwasser nahe dem Ufer an, um von dort aus den gesamten Baum als Hindernis zur Verfügung zu haben. Nun startete ich aus diesem Kehrwasser oder vielmehr über die Verschneidung heraus eine Seilfähre rückwärts gegen den Strom. Beim eintauchen des Hecks rückwärts gegen die Strömung (gegen den Berg)wurde das Heck nahezu herumgeschoben. Dieses ist zwar bekannt aber nicht in diesem Moment bewusst gewesen. Glücklicherweise konnte ich noch reagieren, sodass das Kanu nicht längsseits abkam. Mit dem reagieren des Kanus war ich etwas überrascht, aber durch vergangene Übungen, aus Kehrwassern rückwärts gegen den Berg heraus zu paddeln, nicht ganz überrumpelt gewesen. Zuerst mit dem Bug bergauf in die Strömung zu steuern um Richtung Tal einzudrehen, um so Richtung Baumhindernis zu gelangen, ist natürlich in dieser Situation einfacher und sinnvoller.

Grüße Mike


Donaumike Offline




Beiträge: 993

02.03.2016 13:34
#206 RE: Bergfahrt 17 - 20 / 2016 antworten

Hallo!

17. Start bei 17 Grad plus im Schatten unter blauem Himmel und einem Pegel von 257 cm, bescherten gute Voraussetzungen fürs paddeln. Der Wind mit bis zu 10m/s machte ab und zu einen kleineren Strich durch die Rechnung, sodass es schleppend bis sehr schleppend vorwärts ging.
Kurz überlegte ich diese Bergfahrt abzubrechen, zumal ich mich nicht 100% fit fühlte. Währenddessen klopfte ein Specht hoch im Baum und der Wind flaute etwas ab, sodass doch noch Meter gewonnen werden konnten. Als es wieder böiger wurde, legte ich nahe der Schillerbrücke an. Während der Pause wurde ein neuer Plan geschmiedet. Absicht sollte es sein, zwei gefüllte Einkaufstüten aus dem Ufergehölz heraus zu angeln, die mich schon seit über zwei Jahren nervten. Während der Talfahrt legte ich dort in der Nähe an und stieg aus.
Unter kleineren Schwierigkeiten konnte nur eine der zwei Tüten voller Kleiderlumpen und Müll geborgen werden. Schließlich wanderte der Müll in einem mitgeführten Restmüllsack, ein anderer Teil davon in eine alte Einkaufstüte. Bei dem Beladevorgang vom Ufer aus, rutschte ich aus und es fehlte nicht viel ein Vollbad zu nehmen. Leider erblickten die Augen während dem vorherigen Landgang noch mehr Müll.
Dort war im Jahre 2013 ein Bettlerlager errichtet worden. Darüber berichtete ich kurz am 11.12. 2013 (33. Bergfahrt vom 10.11.2013). Der Müll (Matratzen, Decken, Zeltreste... )wird normalerweise nach Räumung eines solchen Lagers von der Stadt aufgelesen und entsorgt. Ich nehme nun an, dass dieses Lager der Stadt unbekannt war oder es lebte nach dessen Räumung wieder kurz auf?
Nun wissen zwei Behörden Bescheid, die etwas mit Umwelt mehr oder weniger zu tun haben. Wenn die Zuständigkeit über dieses Problem mit Rattenschwanz geklärt ist, werden hoffentlich Taten folgen. Ein Trost bleibt. Eine MVA (Müllverbrennungsanlage) in Ingolstadt im Stadtgebiet Mailing gibt es ja. Dass dies die größte von Deutschland sei, erfuhr ich von meiner zehnjährigen Tochter.





18. Paddeltest zu Berg und Tal, davor etwas russisch...

Mittwoch, 24.02.2016, Pegel 239 cm. Auf dem Weg zum Kanu kann sich das Wetter nicht entscheiden, es gab Schneefall, Regen und Wind. Minuten vorher ließ sich sogar die Sonne blicken. Am Kanu angelangt, Lageänderung! Mein Moll Contra wanderte zwischen die Backen eines Schraubstocks. Die Eisensäge kürzte den Paddelschaft um 14 cm. Die Feile begradigte die Schnittstelle. Der Kunststoffknauf wurde mangels Bohrmaschine mit russischer Technik vom abgetrennten Alurohr entfernt.
Ich erinnerte mich dabei an einen Radwechsel an einem Ural LKW, wo die Radmuttern mit Hammer und Meißel gelöst und schließlich wieder nach dem Radwechsel festgezogen wurden. Nach dem kleineren Akt mit Hammer und Meißel nahm der Knauf mangels Kleber, Körnung und Schraube wieder Platz am Schaftrohr ein. Der Knauf war nicht fest aber auch nicht locker.
Glücklicherweise war noch Zeit um das nicht ganz fertiggestelltes Paddel auf dem Wasser zu testen. So war ich nun doch noch auf der Donau gelandet. Der bevorstehende erste Eindruck wurde mit Spannung erwartet und wurde sogar etwas übertroffen. Klar das Paddel ist schwer, fühlt sich nicht so toll an wie Holz, aber das Handling ist für meinen kürzeren Einsatzzweck an steinernen Fahrlinien optimal. Es muss auch nicht auf materialschonenden Gebrauch geachtet werden. Während einer Kehrwasseranfahrt ertappte ich mich dabei, das die nötigen Paddelschläge aggressiver Natur wurden, dadurch sogar bessere Ergebnisse in der Richtung Punktlandung im Kehrwasser und mehr Zügigkeit des Eindrehens des Kanus erfahren wurden.




19. Bergfahrt

Am Samstag den 27.02. ging es unter windigen, heiteren bis wolkigen Wetter auf die Donau. Der Pegel zeigte vor der Fahrt gute 230 cm an, danach 224 cm.
Diesmal stand ein Test mit dem geklebten Paddelknauf mit auf dem Programm. Zwei Tage zuvor hatte ich dem Paddelknauf mit Zweikomponentenkleber am Aluschaft verklebt. Ich schenke dieser Verbindung vertrauen und verzichtete gerne auf zusätzliche Schräubchen. Diesmal konnte sich mit dem Paddel etwas mehr ins Zeug gelegt werden. Unteranderen legte ich an einer mehr oder weniger turbulenten Stelle an, dafür wäre mein Holzpaddel aus Potsdam zu schade gewesen. Während dem paddeln kam dreimal ein Feuerwehrschlauchboot mit Außenborder vorüber. Vorschriftsmäßig wurde Sog und Wellenschlag vermieden, wäre aber auch nicht böse gewesen wenn es mehr geschaukelt hätte. Am Nordufer der Donau gesellte sich ein neues Baumhindernis dazu, was gleich für Seilfährenübungen rückwärts ausgenutzt wurde. Einmal erfasste eine Böe das Kanu und ich trieb auf einmal quer. Zu diesem Zeitpunkt war ich glücklicherweise schon am Baumhindernis vorbei. Auf Talfahrt ging wieder eine gefüllte rote Einkaufstüte mit, die im Wasser trieb. Die Bergung war schwierig, weil die Tüte doch ziemlich schwer wurde, zumal die spät anlaufenden kleineren Wellen vom Feuerwehrboot es schaukliger machten. Beim späteren Entsorgen des Abfalls wurden auch Windeln entdeckt. Das unschuldige Baby tut mir wegen der verantwortungslosen Eltern jetzt schon leid.






20. Bergfahrt

Neues Flachwasserpaddel (noch ein Erlkönig für euch)

Erster Paddeleinsatz am 1. März bei knapp ein Grad plus Lufttemperatur und einem Pegel von 231 cm.
Das neue Paddel kam zur Arbeitsstelle, wurde in Ruhe zur Mittagsstunde ausgepackt und es lag so verloren auf dem Fußboden, währenddessen ich mir das Mittagessen gönnte. Zeit zum Paddeln war eigentlich nicht vorhanden, weil es danach mit Terminen etwas stressiger werden könnte. So gab ich mir doch einen Ruck, weil die Neugierde einfach immer größer wurde. So landete ich auf der Donau, vorher packte ich das Paddel noch gut ein, weil es ja etwas kalt war.
Im nassen Element eingetaucht, stellte sich sofort eine innere Zufriedenheit ein. Der erste Eindruck im Wasser mit dem Paddel passte einfach. Das Paddelblatt baut beim Catch guten Druck auf. Der Knauf liegt gut in der Hand. Beim J- Schlag ließ sich der Knauf schön durch die Finger gleiten, dies wurde beim Palmroll umso mehr deutlicher. Während den Slices läuft das Paddelblatt schneidig und souverän durchs Wasser. Je nach Gebrauch und Anstellwinkel geräuschlos bis geräuscharm. Das durchschnittene Wasser ist einfach schön anzusehen. Während einer kurzen Pause nahm ich das Paddel kurz unter die Lupe. Dabei war das funktionelle Design an den Kanten des Paddelblatts zu erkennen. Daran erkannte ich wieder, dass ein solches Paddel sehr viele interessante Details verbirgt. Dieses gibt dem Paddler der darauf achtet, auch spürbar während dem paddeln verschiedene Signale zurück. Fähren und Side- Slips gegen den Strom flutschten wie erwartet. Irgendwann paddelte ich talwärts, dabei wurde ich hier und da bei meinen Spielereien einfach überwältigt.


Grüße von der Donau oder von daneben
Mike


Donaumike Offline




Beiträge: 993

03.03.2016 14:37
#207 RE: Bergfahrt 21. / 2016 antworten

21. Talfahrt, Pegel im 280 cm Bereich / Bergfahrt knapp über 300cm

Donnerstag, 3. März 2016, zu guter Zeit am Vormittag, knapp 2 Grad, bis zu 5 Grad gegen Mittag.

Normalerweise strecke ich meine Fühler über den Wasserwege Richtung Osten zur Nibelungenbrücke bei Großmehring nur soweit aus, wenn ich Richtung Donaudurchbruch durchstarte. Es waren nur etwas über sechs Kilometer talwärts, die ohne Eile in knapp 45 Minuten abgepaddelt wurden. Das Vorhaben war trotzdem etwas anderes, weil Ich noch nie bei solch einem Pegel soweit talwärts gepaddelt bin und die Absicht hegte, wieder zurück zu paddeln. Einmal ja, ein paar hundert Meter. Der Pegel war damals weit unter drei Meter, und ich bin an der Autobahnbrücke fasst nicht mehr durchgekommen. Ein Trost, da steckte ich damals mitten in den Anfängen. Später einmal bei flachem Pegel wurde der Wind dort zum Feind. Fragen schwirrten im Kopf: Komme ich wieder über den Wasserwege zurück? und Wann?

Auf Talfahrt benutzte ich mein neues Paddel aus „Sachsen“, nein West- Sachsen, oder doch Süd- Sachsen? Egal, ich bin ja ein Thüringer der auf der Bayerischen Donau herumgeistert, da kommt man schon einmal durcheinander

In Großmehring an der Nibelungenbrücke (Blick Richtung Vohburg Staustufe erstes Foto) angekommen stieg ich aus und schaute mich etwas um, und trank Tee dabei. Danach startete ich gegen den Berg. Zwei Schwäne und ein Graureiher wurden dabei gesichtet, Enten sowieso. Leider wurden wieder keine Eisvögel gesichtet. Hoch oben in den Bäumen hörte ich einen bis dato mir unbekannten Vogellaut, ein komischer langer Pfiff. Eine Biberburg wurde noch passiert. Es dauerte nicht lange und es musste sehr knapp in Ufernähe gepaddelt werden, deshalb nahm ich ab und an mein Moll Contra zur Hand. Dies war eine gute Entscheidung, weil oft Grundkontakte jeglicher Art gemacht worden sind.
Auf halber Strecke setzte ich mich ins Kanu, trank Tee und nahm einen Snack ein. Danach ging es wieder los, es wurde stellenweise nicht einfacher. Auch weil sich ein Nilpferd in den Weg stellte. Ich hoffte dass kein arger Gegenwind aufkäme, meine Trimmung musste trotzdem Buglastig eingestellt werden. Nach etwa 1 Stunde und 45 Minuten Bergfahrt war ich am Ziel, schön war´s.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon
Mike


strippenziacha Offline




Beiträge: 664

03.03.2016 20:10
#208 RE: Bergfahrt 21. / 2016 antworten

Respekt..


sportlich sportlich....war auch grad an der Donau...zu Fuß....viel Treibgut...steigt ständig.

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

10.03.2016 15:57
#209 RE: Bergfahrt 22. - 24. / 2016 antworten

22. Bergfahrt

Montag, 7. März, Wetter heiter bis wolkig, Pegel 248 cm. Mit neuem Paddel ging es wieder aufwärts. Kurz war ich desorientiert, weil der klapprige Unterstand nicht mehr zu sehen war. Der auf und ab wippende Baumstamm im Wasser davor war noch da. Einen Augenblick später wurde klar, dass der Baumstamm seine Lage um 50 Meter stromabwärts verändert hatte. Der Unterstand steht immer noch. Wenig später flog ein Eisvogel ab. Schön nach langer Zeit einen Eisvogel wieder gesichtet zu haben. Kurios war, der Eisvogel startete viel zu früh. Der Grund für den frühen Start war eine Person, die sich in Ufernähe im Gehölz herumtrieb. So paddelte ich weiter und legte kurz an. Beim Einbooten nutzte ich mein neues Paddel mit als Stütze über den Süllrand gelegt, das Paddelblatt lag flach am Ufer. Das Paddel ist wie erwartet auch robust genug. Danach stattete ich während der Talfahrt den ersten Donaustrand noch einen Besuch ab. Dort absolvierte ich ein paar Manöver, die zufriedenstellend und auch der Verbesserung weiterhin noch würdig sind. Kurz vor Ende fuhr ich noch ein paar Kehrwassermanöver, die pegelbedingt sich nicht weit weg von meiner Ab und Anlegestelle anboten. Zwei wurden etwas hastiger mit Kanu und Paddel gefahren, die folgenden ruhiger und besonnener. Letzteres wurden bessere Ergebnisse erzielt, weil u.a. dem strömenden Wasser die meiste Arbeit fürs einparken in die Lücke übertragen wurde. Nur eine Stunde gepaddelt, aber gut gewesen.



23. Bergfahrt

Dienstag, 8. März, Wetter wie tags zuvor, Pegel 237 cm. Anfangs nicht weit weg vom Einstieg aus sind eine Vielzahl von Kehrwassereinfahrten gemacht worden. Trotz blauer Fetzen am Himmel schaute die Sonne einfach nicht durch. Der hinabgetriebene Baumstamm war immer noch an Ort und Stelle. Beim Auftauchen oder Hinaufwippen floss das Wasser schön darüber. Nach wenigen Paddelschlägen komme ich an dem Verbau an und legte dort an. Beim späteren zurück paddeln ließ sich die Sonne länger blicken. Der Biberburg stattete ich einen kurzen Besuch ab. Siehe da, in einer Biberhöhle die gute zwei Bootslängen Richtung achtern davon entfernt war, ein gurgeln und ein nicht gelungenes planschen. Daraufhin ein kurzes Schattenspiel unter der Wasseroberfläche.




24. Ausfahrt

Schöner Ausblick vom KellerfensterDonnerstag, 10. März 2016, knapp vor zweistelligen Plusgraden, Sonnig, blauer Himmel, Pegel 222 cm. Der erste Zitronenfalter wurde kurz vor dem Anlegen zur Mittagspause gesichtet, der Frühling steht nun gerne vor der Tür. Eisvögel ließen sich auch wieder blicken, ein Graureiher war zu guter Zeit auch wieder mit von der Partie.

Grüße von der Donau
Mike

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

10.03.2016 18:11
#210 RE: Bergfahrt 22. - 24. / 2016 antworten

Servus Mike!

Schaut lecker aus....Landschaft Paddel und Essen :-)

wird Zeit dass die Nachbarn von der Kaserne mal eine alte LKW-Plane oder einen Schlauchbootkadaver als neues Dach für den Unterstand spenden....is auch nicht mehr das, was es mal war die Firma Y-Reisen :-)

Gschmeidiges Paddel..gefällt mir.

Ohne Lack...

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

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