Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 261 Antworten
und wurde 31.420 mal aufgerufen
 Tourenberichte
Seiten 1 | ... 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | ... 18
champagnierle Offline



Beiträge: 142

18.11.2015 19:46
#166 RE: Bergfahrt 98,99,100 / 2015 antworten

Guten Abend und

alles Gute zum 100-er. Vielen Dank für viele spannende Donaublicke und Schilderungen.
Und weiterhin viel Spass auf dem Wasser und drumherum.

Grüße aus Singen/Htwl.

Marc

==
ohne Worte

Donaumike Offline




Beiträge: 993

25.11.2015 10:57
#167 RE: Bergfahrt 101, 102 / 2015 antworten

Vielen Dank für die Blumensträuße. Ich wünsche euch ebenfalls viel Spaß auf dem Wasser und auch daneben.

101. Bergfahrt

Zu flott zum Ufer, im Sinne von „Path of the paddle: Solo Basic“.

Schneefall hatte am Samstagabend die vierte Jahreszeit angekündigt. Sonntags am 22. Tage des Novembers, waren zu guter Zeit noch einige Schneeschleier zu entdecken, die im Verlaufe des Tages nach und nach verschwanden.
Am Nachmittag bei drei Grad plus radelte ich Richtung Bootshaus. Zwei riesige einsame Schneekugeln lagen noch auf der grünen Klenzeparkwiese.
An der Eisenbahnbrücke richteten sich meine Blicke zur rauschenden Schlüsselstelle. Der Pegel wanderte gerade zu dieser Zeit von 243 cm Richtung 236 cm. Tags zuvor zeigte der Pegel über 320 cm an, in der vergangenen Nacht etwas höher. Grund waren langanhaltente Regenfälle am Freitag, die sich meist einen Tag später am permanent steigenden Pegel bemerkbar machen. Beim nun doch seit längeren ungewohnten Anblick des reißenden Flusses, der zwischen den zwei Kehrwassern an der Eisenbahnbrücke hindurchschoss, bekam ich Respekt oder vielmehr ein mulmiges Gefühl vor dieser flüssigen Naturgewalt. Ich konnte gar nicht glauben, dass ich dort bei etwas mehr Pegel (251cm), Kehrwassermanöver gepaddelt bin. So schaute ich gleich noch einmal auf die Pegelanzeige, um mehr Gewissheit zu bekommen.
Mit Kanu auf dem Wasser angekommen, bekam ich nach Monaten hoch oben einen Logenplatz, der Pegel war ja nun um etwa einen Meter angestiegen. Ein neuer Focus fürs Auge, zugleich spürbar am Kanu und Paddel. Die Strömung war anfangs noch ungewohnt, sowie der Wechsel vom bisher klaren zum trüben Wasser und die Kälte an den Fingerspitzen. Der kalte Gegenwind mit Schneeduft gab eine zusätzliche Note. Nach wenigen Minuten wurde ein Paddelwechsel zum größeren Blatt erforderlich. Diesseits waren einige Baumhindernisse durch den raschen Pegelanstieg verschwunden, etwas Ufer hatte auch wieder nachgegeben, hier und da Überbleibsel von Schnee. Völlig überraschend zischte ein Eisvogel oberhalb meiner Kanuspitze ab. Nach zwei Sekunden hielt ein klangvoller Artgenosse im Flug dagegen. Ein Eisvogel verschwand plötzlich, der andere begleitete mich ein gutes Stück in Etappen weiter nach oben. Auf diesem Wege hing im Ufergeäst eine verendete Sturmmöwe... wenn ich mich nicht irre.
Unterhalb der Schillerbrücke schleppend angekommen, gönnte ich mir eine kurze Auflockerungspause im Kanu. Bei der folgenden Talfahrt steuerte ich einige Kehrwässerchen an, um mittels Duffek einzuparken. Bei der Anfahrt einer kleineren Parklücke schoss ich glatt daran vorbei, weil ich die Strömung bzw. Abtrift unterschätzte. Dabei kam mein Bug nach dem Kehrwasser dem Ufer fix zu nahe. In diesem Augenblick dachte ich nach, so verging kurz tatenlos wertvolle Zeit. Bevor es wirklich zu spät wurde, ließ ich das Denken sein und reagierte endlich. Das war knapp, obwohl ich dachte gut gefestigt zu sein.
Nach dieser Lehre, stattete ich dem Donaustrand noch einen Besuch für Spielerein ab.
So fuhr ich u. a. ein Eindrehmanöver (ich nenne das mal so), wo das Paddel gut in Bugnähe seitlich unterm oder nahe am Kiel platziert wird. Ich mag dieses Manöver gerne dort fürs anlanden. Dieses hatte ich von Bill Mason im Lehrfilm „Path of the paddle: Solo Basic“ abgekupfert, was auch nach längerer Übung und steigenden Bootsgefühl immer wieder gut, und besser gelang. Die Eindrehung verlief anfangs wie erwartet, währenddessen kantete ich das Boot noch etwas mehr an, weil es so zügiger eindreht. Währenddessen rutschte mir das Paddelplatt zu weit unterm Kiel, zumal kam noch eine kurze Grundberührung hinzu. Ein Rucken mit anschließenden mehr kippen nach Steuerbord überraschte mich kurz. Das Paddel ließ ich geschwind locker und konnte glücklicherweise gerade noch so ausbalancieren. Gefühlsmäßig war dies knapp, zumal die Grundberührung noch hinzukam.
Im oben erwähnten Lehrfilm bei 12 min20s, ist Bill Mason nahezu dasselbe passiert, wo er darüber kurz lächelte. Einen Versuch mit mehr Abstand zum Ufer hing ich noch dran, der zufrieden endete.
So nun querte ich wiederholt die Donau und absolvierte an einer meiner Lieblingsstellen einige Kehrwassereinfahrten. Bei dem gegenwärtigen Pegel und bei viel höher, macht dies dort richtig Laune. Besonders wenn es riskantes Hochwasser gibt, ist diese Passage richtig gut zum Üben geeignet. Zufrieden paddelte ich zurück, als Zugabe die treue Vorhut eines Eisvogels.



102. Bergfahrt.

Dienstag, einem Monat vor Heilig Abend, Vortag vor der Eröffnung des Ingolstädter Christkindlmarktes. Der Pegel war mittlerweile wieder gesunken, er stand auf zwei Meter, Tendenz fallend. Ein Schönwetterfenster bei wenigen Plusgraden nahe Null, zog mich nach der Arbeit zur Mittagsstunde auf die Donau. Der Pegelabfall machte sich vorerst spürbar bemerkbar. Nachdem der Eisvogel abflog, querte ich zur Sonnenseite der Donau. Dort angekommen, startete auch dort ein Eisvogel. An den Ufern sind gegenwärtig eine Vielzahl von Biberrutschen, Höhlen, Biberaktivitäten an Bäumen und an den Biberburgen zu erkennen. Während dem Hindurchpaddeln der Schillerbrücke, musste mehr Paddelarbeit wie erwartet abgerufen werden. Ich dachte: Zwei Meter Pegel sind auch nicht ganz ohne, besonders wenn man im Sommer fasst nur bei Ebbe gepaddelt ist.
An der Eisenbahnbrücke fuhr ich einige Kehrwassermanöver, und bin auch froh darüber es gemacht zu haben, auch weil der Pegel wieder stetig absinkt und man aus der Übung kommen könnte.

Meine Sitzverstellung ist gegenwärtig wieder etwas nach vorne gerückt. Das Kanu fühlt sich bei mehr Gegenströmung, speziell direkt im turbulenten Kehrwasserende der Eisenbahnbrücke, kurz vor der dem Einklinken in die Gegenströmung etwas nervöser an, was mich nicht stört, weil das Kanu im gutmütigen Rahmen bleibt. Bei hecklastiger Sitzverstellung, fühlt sich das Kanu zwar anfangs dort nicht so nervös an, glaubte aber eigens erlebt zu haben, das durch mehr Hecklastigkeit des Kanus, ein kontrollieren bei mehr seitlicher überraschender Strömung auf das Vorschiff etwas schwieriger machte, weil das Kanu durch den längeren Hebel rascher abdrehte. Bestimmt / Vieleicht ist dies für ein Abdrehen in die Stromzunge vom Vorteil.
In meinem Fall ist dies für ein gutes Positionieren im Kehrwasser, für den Start Richtung Stromzunge, ein Seiltanz, weil ein rasches ausbrechen oder verlieren des Kanus Richtung Wackersteine der Brückenpfeilerinselbefestigung immer präsent ist.
Diese bestimmt nicht allzu ernst zu nehmenden Eindrücke, haben stetig andere Gesichter, es spielen ja so viele Dinge eine Rolle, es kommt halt auf die Kursrichtung an.
Während der Talfahrt entdeckte ich noch drei Tannenbäume, ich bin mir noch nicht einmal sicher, sie schon bewusst wahrgenommen zu haben.


Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

26.11.2015 18:33
#168 RE: Bergfahrt 101, 102 / 2015 antworten

to be continued...

servus Mike...freut mich dass es weitergeht.

Gruß

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

30.11.2015 14:06
#169 RE: Bergfahrt 103 / 2015 antworten

103. Tal und Bergfahrt

Freitag 27. Nov. 2015. Die Bootsspitze ohne Feder zeigte Richtung östlicher Nebelwand. Dorthin verschwand sie auch, mit Kurs zur entfernteren Inselgruppe.
Irgendwo auf einer der Inseln wollte ich für ein heißes Süppchen zur Mittagszeit anlanden. Voraus eine Nebelwand, wo die Nebelschwaden daraus über dem Fluss von Osten nach Westen zogen. Beim Ausblick nach achtern stauten sich die Nebelschwaden zu einer Wand vor der nun unsichtbaren Stadt.
Einige Kormorane waren wieder im Jagdfieber, ein Graureiher zog sich gemächlich zurück, ein Eisvogel ein kurzer Begleiter, ein bekannter Habicht suchte mehr im Tiefflug das weite.
Kurzzeitig war der Nebel teils rasch abgezogen; aber so schnell war er auch schon wieder aufgezogen. Die erste Insel die nun aus dem Nebel kroch, ist ja schon bekannt. Nach Bodenschätzen wurde damals aber nicht gegraben. Zu diesem Zeitpunkt war ich über vier Stromkilometer unterwegs gewesen. Wenig später tauchten die anderen Inseln auf. Eine Biberburg am rechten Ufer, wenig später streifte mein Paddelblatt einen verborgenen Baumstumpf. Hinter einer dieser Inseln tauchten plötzlich Schwäne auf. Diese Insel sollte es werden, ließ aber nun doch von einer Anlandung ab, weil die Schwäne dort ihr Lager wohl aufgeschlagen hatten. So paddelte ich nicht weit weg davon zu einer andern Insel. Das Fahrwasser zwischen Ufer und den kleineren Inseln glich kurz einem Labyrinth. Das Fahrwasser um die Inseln wurde seichter. Hoch in den Bäumen flog verdeckt ein Storch oder ein Graureiher davon. Die Nebelfassade spielte ihr eigenes Spiel. Die Nibelungenbrücke vor den Toren von Großmehring, tauchte aus dem Nebel und wartete wieder verschluckt zu werden.
So entschloss ich mich doch auf dem Festland Fuß zu fassen, um zur Mittagspause überzugehen. Ich bastelte an meinem Mittagessen, genoss heißen Tee und später die heiße Geflügel – Gemüsesuppe. Eine Feder schmückt nun meine Kanuspitze. Während der Bergfahrt zurück, scheuchte ich erstmalig einen Storch auf, wir hatten uns gegenseitig wohl nicht erwartet. Über dem Fluss kreiste eine Zeit lang ein größerer dicker weißgrauer Vogel, er glich einer übergroßen Möwe? Weit voraus die Silhouette der Stadt, die nur für wenige Augenblicke erlesene Sonnenstrahlen erwischte.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.916

30.11.2015 16:42
#170 RE: Bergfahrt 103 / 2015 antworten

So kommt die Natur zur Ruhe. Bei uns sind es besonders, die im Sommer gut besuchten Badeseen, denen eine Pause guttut. Oder auch nur mir. So bilden sich die eigenen Bedürfnisse in Berichten von anderen Paddlern ab....
Schön finde ich das Bild mit der Goldrute.
Mike, LG aus dem Süden, W

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

30.11.2015 19:45
#171 RE: Bergfahrt 103 / 2015 antworten

....dem ist nix hinzuzufügen...

Gruß

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

docook Offline




Beiträge: 884

01.12.2015 08:52
#172 RE: Bergfahrt 103 / 2015 antworten

Moin Mike,
auch ich lese gerne hier die fast täglichen Zeilen. Momentan tolle Herbstimpressionen. Mach so weiter!
Insidernotiz: Ganz besonders gefällt mir natürlich das "Tellerbild"
Viele Grüße
docook

Donaumike Offline




Beiträge: 993

07.12.2015 17:30
#173 RE: Bergfahrt 104, 105 / 2015 antworten

104. Bergfahrt

Polizeieinsatz

Mittwoch, 02.Dezember, Pegel 200 cm steigend, Wassertemperatur 6,7 Grad, Lufttemperatur 8 Grad. Ein Polizeieinsatz zu Wasser und an Land am ersten Donaustrand überraschte mich. Grund des Polizeiaufgebots war; das am Sonntag den 29.11. 2015, verübte Gewaltverbrechen an eine junge schwangere Frau. Ein Spaziergänger hatte den leblosen Körper in der Donau entdeckt. In den lokalen Zeitungen und im TV wurde darüber berichtet. Glücklicherweise war ich nicht diesen Sonntag wie so oft auf der Donau... Der Donaustrand liegt auf meiner Route, der etwa knapp zehn Minuten vom Einstieg, je nach Pegel entfernt liegt.
So paddelte ich mit gemischten Gefühlen meine gewohnte Strecke, fuhr den Donaustrand verständlicherweise diesmal nicht an. An den Brücken versuchte ich mich wieder an Kehrwasserfahrten und anderen Geschichten. Unterhalb der Schillerbrücke wurde ich leider eines Damenschuhs fündig. Ich fischte ihn mit einem Hölzchen auf. Bei der anschließenden Talfahrt rief ich die Polizisten vom Kanu aus an, ob ein Damenschuh vermisst würde. Ein Polizist sagte: Es fehle keiner, eine Polizistin bedankte sich kurz. Grund der Suchaktion war die Tatwaffensuche.





105. Bergfahrt

Nikolausabstecher

Das Wetter war bis 1200 Uhr Mittag noch neblig. Nach der Mittagsstunde wurde der Nebelmantel plötzlich weggerissen. So ging es mit dem Kanu Bergauf zum oberen Donaustrand unterhalb der Staustufe. Dort wollte ich mich bei Ankunft mit einer Schokoladenkugel belohnen, die vorne am Bug baumelte. Da es irgendwie auf dem Wasser so schön war, wurde ich nicht zur Landratte und blieb im Kanu einfach sitzen. Und so kam mir unter der Sonne die Schokoladenkugel aus dem Sinne. Zurück angekommen konnte ich dieser Schokoladenkugel, die so eine schöne Reise gemacht hatte, nun doch nicht widerstehen.






Nachbrenner: etwas OT!

U- Boote von Kiel nach Ingolstadt

Am 5. Oktober während der 76. Bergfahrt, entdeckte ich einen Gleisabschnitt in der Donau, in etwa 50 Metern Entfernung vom Ufer aus. Dieser war nur mit etwas Glück vom Boot aus und bei niedrigem Pegel etwas zu erkennen.
Durch Zufall bin ich jetzt auf des Rätsels Lösung gekommen, hier eine kurze Beleuchtung.

1942 wurden unter strengster Geheimhaltung, u.a. sechs U- Boote der Baureihe II B auf Pontons von Kiel, über den Nord- Ostsee – Kanal nach Hamburg zur Elbe, um daraufhin im Schlepp bergauf auf der Elbe bis nach Dresden zu gelangen, gebracht. Dort wurden die U- Boote über Slipanlagen auf spezielle Culemeyer Tieflader mit Zugmaschinen verladen, um die 300 Kilometer auf der Autobahn bis nach Ingolstadt im Schneckentempo zu bewältigen.
Am Westufer unterhalb der Schillerbrücke, der Bucht wo ich schon einiges darüber berichtet hatte, sind damals per Slipanlage die U- Boote ins Wasser verfrachtet worden. Der Gleisabschnitt ist ein Überbleibsel dieser Slipanlage. Im Internett gibt es auch ein Foto davon, die Eisenbahnbrücke ist auch darauf zu erkennen. Der Donaudurchbruch, speziell die Weltenburger Enge, stellte mit seinen damaligen Strömungsverhältnissen auch eine besondere Herausforderung für den Transport auf dem Wasser dar, wie auch die Steinerne Brücke in Regensburg... In Wien oder Linz wurden die U- Boote wieder aufgerüstet und sind dann aus eigener Kraft Überwasser, talwärts bis ins Schwarze Meer gefahren....

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

champagnierle Offline



Beiträge: 142

08.12.2015 08:58
#174 RE: Bergfahrt 104, 105 / 2015 antworten

Hi @Donaumike ,

wie immer danke ich zuerst mal für Deine schönen Bilder und Impressionen. Im Sommer werden wir auch wieder ins Kanu steigen, denn als Anfänger und Familienvater ist es mir im Moment nicht zu kalt (ich habe 40kg Isolierung eingebaut, die mich aber leider auch vom Normalgewicht trennen ), sondern eher noch zu gefährlich. Und da finde ich Deine Impressionen einen sehr guten Ersatz. Vielen Dank für Deine vielen tollen Bilder!

Im Spiegel war ein sehr guter Artikel über die U-Boot Verladung ins schwarze Meer.

Viele Grüße aus Singen (trüb, <100m Sicht, feucht, 1,5 °C) und immer eine Handbreit Wasser unterm Kanu

Marc

==
ohne Worte

Donaumike Offline




Beiträge: 993

08.12.2015 17:39
#175 RE: Bergfahrt 106 / 2015 antworten

Hallo Marc,
gerne geschehen und Danke für den passenden Link. Hier ist die Sicht fasst eine Zumutung, siehe folgenden Beitrag.

106. Bergfahrt

Heute am 08. Dezember bei null Grad, null Wind, einem Wetter für Nebelhörner, und einem fasst freien Tag im Köcher, führten mich auf die Donau.
Die Fahrt durch diese spezielle Nebelsuppe, war etwas anderes wie zuvor. Mein Zeit und Weggefühl war wie weggeblasen. Meine markanten Wegpunkte erreichte ich entspannt, aber in einer doch fixen Abfolge. Diesseits der Donau hatte ich zwar etwas Sicht, konnte bis auf dem Donaustrand jenseits, nichts sicher weiter zuordnen.

Ein Eisvogel entwischte mir knapp, er lies mich glücklicherweise danach sehr nahe heranpaddeln. Eine bekannte schwarzweise Katze streifte am Ufer herum. Ein Graureiher flog ab und protestierte in der Luft. Einige Bäume machten urige Geräusche. Eine nicht kleine Biberburg, wurde seit meiner letzten Bergfahrt neu erbaut. Die Biberspuren an den Bäumen, die hellen Hölzer am und im Wasser, Biberrutschen und Biberröhren, hatten sich merklich mehr abgezeichnet.

Irgendwann ließ sich die Schillerbrücke im Nebelvorhang blicken, kurz danach die Eisenbahnbrücke, die etwas unheimlich wirkte. Mitten zwischen den Stadthälften angekommen, wurde die Sicht etwas besser. Kurz vor der Konrad- Adenauer- Brücke, wechselte ich mein Paddel, um für mehr Dampf zu sorgen, wenn es nötig sein würde. Der Pegel war flach mit seinen um die 150 cm, aber unter dieser wie auch unter den anderen Brücken nicht zu unterschätzen, weil Steinkontakte mit dem Paddel zu befürchten sind, um überhaupt durchzuschlüpfen. Keine 50 cm zu weit weg von der noch fahrbaren Linie, und ein Durchpaddeln, Wäre strömungsbedingt unmöglich. Besonders dort war ich noch mehr bei der Sache, um keine Kette von unglücklichen Dingen auszulösen. In Sit´ n Switsch Verdächtiger Form, schaufelte ich mein Kanu zum Ende hin durch die Konrad- Adenauer Brücke hindurch.

Danach ging es irgendwie flott zur Sache, dabei einen gröberen Steinkontakt mit meinem Paddel, der glücklicherweise keine grobe Unruhe ins Kanu brachte. Auf einmal entdeckte ich das Bettgestell, ich dachte nicht, dass ich schon so weit oben bin. Die Staustufe war auch nicht in der Nebelsuppe zu erkennen, das jenseitige Ufer etwas schon. An den Konturen des oberen Donaustrandes und am Rauschen des Zulaufs, was seit Monaten als Fischtreppe mit dient, konnte ich mich gerade so noch orientieren. Dies war wichtig, um an der richtigen Stelle überzusetzen, um über der Kiesbank anzukommen, die durch den Zulauf über Jahre entstanden ist. In diesem Bereich sind auch Untiefen, die einen über das Paddel aushebeln könnten..., wenn man nicht darauf gefasst ist. Die Strömung ist dort auch recht munter. So kam ich gut am oberen Donaustrand an.

Es war ein Wetterschutzaufbau mittels Plane geplant, lies aber davon ab, weil es ja nicht regnete. Auf ein gedachtes Lagerfeuer, trotz Holzvorrat an Bord, verzichtete ich ebenfalls. Neben der Stelle, wo ich letztens Ravioli erhitzte, Ist derzeit (vergangenen Sonntag noch nicht?)mit einem Holzgeländer versehen, was einen Zuritt zur Abbruchkante abweisen soll. Einiges ist seit Sonntag von dem Kiesigen Berg wieder abgegangen. Das Holzgeländer, könnte gut als Dachfirst für einen fixen Notwetterschutz, mittels Plane dienen.

Nach dem Erkunden mit einem heißen Tee in der Hand, erhitzte ich nun mein Mittagessen auf dem Gasbrenner. Es gab Nudeln mit Fleischresten. Danach packte ich alles zusammen, probierte mal ein Selbstbildnis aus und verschwand dann auf dem Wasser im Nebel. Besonderes im Stadtgebiet, hier und da, war es nebliger geworden. Ein Eisvogel wurde wieder ein kurzer Begleiter. Beim nächsten oberen Donaustrandbesuch gib es Kaffee und Kuchen.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

08.12.2015 19:30
#176 RE: Bergfahrt 106 / 2015 antworten

Genial Mike...

kein Regen, kein Wind...im Nebel sieht alles anders aus.

Macht aber trotzdem Spaß

weiter so!!!

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

08.12.2015 19:33
#177 RE: Bergfahrt 106 / 2015 antworten

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

08.12.2015 19:34
#178 RE: Bergfahrt 106 / 2015 antworten

Nicht übel dort oben...muß ich auch mal probieren, falls ich unter den Brücken durchkomm, schaut reizvoll aus.

Ansonsten wird das Boot halt raufgewaagelt :-)

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

10.12.2015 17:02
#179 RE: Bergfahrt 107 / 2015 antworten

107. Kaffee- Bergfahrt

Donnerstag, 10.02.2015, Pegel 160 cm, Lufttemperatur um die drei Grad plus, die Sonne hatte es sehr schwer. Weil ich vormittags so fleißig war und etwas frühzeitiger zur Mittagspause geschickt wurde, war auch Zeit dafür übrig, einen Kaffee zu trinken. Natürlich fuhr ich mit dem Kanu zum Kaffeekränzchen. Auf dessen Route ein Eisvogel, zwei Kormorane und ein Graureiher.
Das Feuer wollte ich mit gut über fünfzehn Jahre alten Esbit- Trockenbrennstoffwürfeln entfachen, die funktionierten aber nicht mehr. Diese Erfahrung hatte ich mit überlagertem Grillanzünder auch schon gemacht. Gut das ich anderen Zunder dabei hatte.
Nach dem Kaffeegenuss wandelte ich etwas an dem Standpunkt herum, wo einst die Slipanlage für die U- Boote stand. Dort wurde ich Tassen, Teller, Eierbecher...fündig. Meine Tasse hätte ich ruhig zur Not vergessen können. Zu guter Letzt sammelte ich das Geschirr ein und verfrachtete es an den entfernteren Mülleimer. Auf diesem Hin und Rückweg kam noch anderer Müll zum Vorschein, sodass ich noch zehn Minuten meiner wertvollen Zeit in Anspruch nahm, den restlichen Müll aufzusammeln.
Beim zurück paddeln, ließ ich mich in die Bucht hineintreiben, wo der Polizeieinsatz stattgefunden hatte, wahrscheinlich auch das Verbrechen. Vor den Blumen am Bäumchen hielt ich kurz mit dem Kanu inne. Beim lautlosen ablegen, kam die Sonne für einen winzigen Augenblick durch und blendete kurz meine Augen.

Allen eine schöne „ruhige“ Vorweihnachtszeit!

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

11.12.2015 20:52
#180 RE: Bergfahrt 108 / 2015 antworten

Donauaktion 108 am Nachmittag des elften Türchens.

Solo Freestyle

Nun wanderte heute mein neues Büchlein in mein Kanu, um speziell am Christie mich neu zu probieren. So der Plan. Ich hatte schon gelegentlich während den Bergfahrten im ruhigen Wasser mich dieser Aufgabe spontan gestellt. Die Bootsdrehung funktionierte damals letztendlich gut, auch weil für meine Verhältnisse, nahe am Limit gekantet wurde. Mein Schwerpunkt Richtung Bug verlagerte sich damals durch herumexperimentieren weiter nach vorne, weil mein Kanu so drehfreudiger wurde. Im Buch heißt dies „Pitch“, und war überrascht, dass es dafür ein Fachausdruck gibt. So ging es fasst schulmäßig heute nach Buch zur Sache. Leider kam Wind auf und meine Tagesform zum Kanten war noch dazu auch nicht so gut. Das Knie herumzurutschen bei den Manövern ist noch nicht so flüssig gelungen und der Kniestand wurde wackliger Natur. Besonders wenn zu arg gekantet wurde. In der Vergangenheit bei den angestrebten Manövern, bei mehr Axle und weniger Christie, paddelte ich schon vorher auf Kante in der nahezu richtigen Knieposition, sodass ich die „Initiation“, auf meine Art anlief und so trotzdem positive Rückmeldungen vom Kanu bekam.
So blätterte ich zum „Free Spinn“ zurück. In der Bezeichnung beim erstmaligen lesen, war mir dieser Begriff zwar neu, erfreute mich aber, dieses in der Vergangenheit nach Lust und Laune schon praktiziert zu haben. Für meine Verhältnisse hatte ich dabei auch gute Rückmeldungen. Heute nach Buch waren die Ergebnisse beim „Free Spinn“ spürbar effizienter. Es sind halt die Kleinigkeiten die das Ganze entstehen lassen. Für die Zukunft werde ich mir für die jeweiligen Manöver eine kleine Skizze anfertigen, um mir die einzelnen Schritte und Besonderheiten handlich parat zu halten.
Nach diesen Anfängen bin ich weiter hinauf gepaddelt und wich mittels Sideslip in meiner Ausführung! einigen Baumhindernissen aus. Ich glaube aber, das es eher Richtung seitliches versetzen durch Hebel unter fahrt ist...bin kein Fachmann. Klar bergauf könnte man einfach vorbeipaddeln. Ich nutze dieses Manöver nicht nur mit der Strömung, sondern auch gerne in der Gegenströmung. Bei kurzen Abstechern Richtung Flussmitte, kann man so wieder zügig in Ufernähe gelangen, auch wenn man so buchstäblich etwas Land verliert.
Beim letztendlichen Anlegen mit etwas Fahrt, versuchte ich noch einmal einen ansatzmäßigen Christie, der als Anlegemanöver eine gute Figur machte.
Die Manöver sind schon Herausforderungen an sich, eine weitere diese Manöver in den vier Quadranten. Gut, wenn Ebbe ist und eine ruhige windstille Lücke an der Donau bereitsteht, versuche ich mich etwas weiter.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

Seiten 1 | ... 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | ... 18
 Sprung  

Canadier.com ACA Kanuschule