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Dieses Thema hat 39 Antworten
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 Allgemeines Canadierforum
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DaggerNomad Offline




Beiträge: 19

09.05.2017 13:39
#16 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Das ist der derzeitige Stand des Projekts in meiner "Werft".

Angefügte Bilder:
Foto am 09.05.17 um 13.35.jpg  
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Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.279

10.05.2017 19:21
#17 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Die Kajakform sieht ja schon mal sehr schön aus, ich bin gespannt wie Du die Kräfte von vorn nach hinten über diese große Luke hinweg bekommst.

Da sehe ich auch beim Canadier die Herausforderung, ein faltbares Süllrandprofil, das auch die Kräfte aus der Platte aufnimmt und leitet.

Zitat von DaggerNomad im Beitrag #11

Bitte keine blöden Kommentare abgeben: Ich weiß selbst, dass ein vor Ort in Kanada selbstgebautes Birkenrinden-Kanu stilvoller ist als eine gefaltete PP-Platte.....
Meine persönliche Meinung ist: Diese Doppelstegplatten könnten der Stoff der Zukunft sein


Wenn man mal den Gedanken Birkenrindenkanu wirklich runter bricht, dann baut man mit dem was man leicht kriegen kann, das was man braucht. So gesehen bist du ganz dicht am Birkenrindenkanu, jetzt noch ein- bis zweihundert Jahre Erfahrung, dann kommt der Stil von selbst.

DaggerNomad Offline




Beiträge: 19

10.05.2017 21:45
#18 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Stabilität zwischen vorne und hinten: Exakt diese Frage beschäftigt mich gerade. Das Kajak orientiert sich an dem Modell von Oru Kayak (einfach mal googeln), das ist ja leicht zu erkennen.

- Ich hoffe, wie das Original, durch einen möglichst festen Verschluss der beiden zusammengefalteten Seiten des Blatts auf dem Vorder- und Hinter-Deck Stabilität zu gewinnen. Zudem soll ein Einlegeboden (der nur Teile des Boots in der Mitte bedeckt), auf dem man auch sitzt, die Kräfte verteilen und die Konstruktion stabilisieren.

- Das Problem ist so ein bisschen, die richtig Verbindung (also sowohl stetige Verbindungen als auch wieder zu öffnende Verbindungen) zu finden. In meiner Bastelkiste liegen schon:
1. Doppelklebeband (hält gut, aber nicht perfekt)
2. durchsichtiges Panzerklebeband (hält recht gut)
3. eine Nietenzange (Eine Niet hält gar nicht, da das Material zu weich ist)
4. Nähahle
5. Unter- und Oberteil eines Kabelkanals (die Idee war gut, leider der Praxistest schlecht)
6. Ein Büro-tacker
7. 5 Zentimeter breites Klettband
8. Kabelbinder

Die Frage ist ja nicht nur: Hält das im Trockendock. Es muss ja auch Wasser abweisend sein etc.
Ich bin dran und kurz vor der günstigsten und elegantesten Lösung. Falls die nächsten Tage der Durchbruch kommt und der Stapellauf erfolgreich ist, schreibe ich hier im Forum einen Beitrag. Und dann noch einen Roman über den "Einsatz von Bürotackern im Bootbau", der hier im Forum so manchen wahrscheinlich jetzt schon zum Kichern bringt..... Aber egal, Hauptsache es schwimmt.

Faszinierend finde ich den Gedanken aber schon, dass ein Faltboot möglich ist, das keine Stangen oder Luftschläuche als tragende Konstruktion benötigt und so simpel wie möglich aufgebaut ist.

Ich bin für Tipps offen, für Kritik auch. Freut mich, wenn es jemanden interessiert.

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.279

10.05.2017 23:12
#19 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Mit den meisten Sachen die du auflistet, kannst du aber zu nächst einmal nur Zugkräfte übertragen.
Die Konstruktion braucht aber auch Teile die Druckkräfte aufnehmen.

Beim Kanadier ist deshalb der Süllrand ein so wichtiges Bauteil.

Beim Kajak gibt es verschiedene Lösungen. Kräfte in der Hülle, die durch einen starken Rand um die Luke herum gelenkt werden. Aber auch starke "Träger" links und rechts beim klassischen bespannten Kajak.

Bei "Schlauch"booten ist es dann genau umgekehrt zum Spannbeton, die Vorspannung ermöglicht es solange Druckkräfte aufzubringen, bis die Vorspannungszugkräfte ausgeglichen sind, dann knickt es ein.

Ist nicht beim Original eine Verstärkung um den Lukenrand?
Außerdem ist die Luke viel kleiner, deshalb wirken kleinere Kräfte.

wupperboot Offline



Beiträge: 119

11.05.2017 11:35
#20 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Zitat von DaggerNomad im Beitrag #18
Das Problem ist so ein bisschen, die richtig Verbindung (also sowohl stetige Verbindungen als auch wieder zu öffnende Verbindungen) zu finden

Wie sieht es mit Rucksackverschlüssen (Klipp- bzw. Steckverschlüsse oder Gurtschnallen) in Verbindung mit Gurtband aus? Mit heisser Nadel sollte man vielleicht die in die "Bootshaut" vernähen können.

Fazinierend finde ich die Idee mit den Stegplatten in jedem Fall- allerdings nur wenn es für wenig Geld selbst gemacht werden kann. Die kommerziellen Produkte sind keine Alternative zu den tollen "konservativen" Produkten... finde ich.

DaggerNomad Offline




Beiträge: 19

11.05.2017 13:55
#21 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Ja, das sind alles berechtigte Ideen und Anmerkungen. Ich habe schon einen Rucksack aussortiert, der demnächst seinen Brustgurt abgeschnitten bekommt. Und das mit den verschiedenen Kräften ist auch eine berechtigte Frage. Denn: Auf Youtube kursiert ein Film von einem orangefarbigen Stegplatten-Eigenbau-Boot, das bei der Probefahrt kurz hinter dem Sitz des Paddlers einknickt. Ich denke auch darüber nach, das Boot an den Seiten im Bereich der Luke zu verstärken. Das muss natürlich so geschehen, dass es dem Prinzip der Leicht- und Faltbauweise nicht widerspricht. Denn, ob ihr es glaubt oder nicht, mein Prototyp lässt sich (noch) problemlos zusammenfalten (der verhakt sich dann sogar so, dass er selbstständig zusammenbleibt). Das Paket ist dann so klein, dass es locker auch ohne irgendwelche Gurte zum Fluss getragen werden kann.

Was auch noch eine Lösung wäre: Das Material im Lukenbereich (über der Wasserlinie) einfach nochmal zu verstärken, also doppelt zu nehmen. (Allerdings gibt es vor und hinter der Luke eine Faltlinie im Boot, die auch überbrückt werden müsste, um mehr Stabilität reinzubringen).......

Ich arbeite heute Abend weiter und mache mal einen Probelauf mit einem leichten Kind. Das Material ist nämlich durch die Stegkonstruktion und seinen 5 mm Dicke schon recht stabil (auf Zahmwasser).

Vielleicht wird es auch der Prototyp für ein Einmal-Boot, das man an der Quelle ins Wasser setzt und am Flussdelta angelangt dann im Lagerfeuer verbrennt......

faltcanadier Offline




Beiträge: 136

11.05.2017 18:14
#22 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Falls Du noch mehr Gurte und Steckschnallen brauchst sag Bescheid. Ich hab eine Tüte voll von dem Zeug daheim. NEU! Unbenutzte Sicherheitsgurte aus Lastenrädern, die ich gern für eine so tolle Idee spendieren täte.
Grüße
Holger

www.faltcanadier.de
Holger Schmidt
Staltacherstraße 16
81377 München
Tel. 089/89068359 (AB)

DaggerNomad Offline




Beiträge: 19

11.05.2017 22:24
#23 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Vielen lieben Dank für die aufmunternde Anteilnahme. Ich bin echt überrascht, dass sich da draußen Menschen Gedanken über Kajakbau machen, wo man sie doch auch kaufen kann.

Ich habe tatsächlich die Werft gerade eben reaktiviert und habe das Boot mal "dicht" gemacht. Was man halt so als dicht im trockenen Wohnzimmer versteht. Der Punkt ist: Während man ein Problem löst, stößt man auf zehn weitere. Aber das kennt ihr ja vielleicht auch.

- Besonders der Beitrag von Andreas Schürmann hat mich nochmal dazu gebracht, mir ein Glas Rotwein einzuschenken und mir nochmal so kurz vor der Ziellinie zu überlegen, wie man das Boot so versteift, dass es nicht in der ersten Welle zusammenklappt oder einknickt. Tatsächlich lösen das meine großen Vorbilder in San Francisco (Oru Kayak ... aber wahrscheinlich darf man diesen Namen bald auch nicht mehr nennen) mit einem ziemlich raffinierten System. Bis ich das nachgebaut habe (ich bin nur Geisteswissenschaftler) sind meine Haare vollends ergraut. Ich habe aber tatsächlich dran gedacht, unser Plastik Fleisch-Schneidebrett zu opfern und als Profil in den Schließmechanismus rund um den Süllrand zu bauen. Das würde allerdings die Akzeptanz meines Projekts innerhalb meiner geliebten Familien nicht gerade erhöhen. Ein Freund hat gemeint, dass man eine alte Fahrradfelge als Süllrand auch nehmen könnte. Allerdings verträgt sich der Geist meines Projekts nun eben mal nicht mit einer rostigen Felge.....

Ich will euch nicht langweilen. Das Boot, das eher für Jugendliche (ich bin zwar schlank, aber dafür recht lang) geeignet ist (Ich sollte die Einstiegsluke vielleicht noch verkleinern, damit kein Wasser reinschwappt), kommt in rund 10 Tagen aufs Wasser. Dann ist der Tag der Wahrheit.

- Lieber Holger "Faltcanadier": Danke für das Angebot. Das ist schon verlockend, um die Finale Stabilität zu erreichen. Ich bin außerdem Ende Juni in München und könnte es abholen, falls das okay wäre. Ansonsten bezahle ich gerne die Versandgebühr. Ich melde mich noch mal.

Ich glaube (trotz der Zweifel, die vielleicht nötig sind) an das Projekt. Es ist schon faszinierend, in welch kurzer Zeit (ich tippe auf 2 Minuten) man das superleichte Kajak (ich tippe auf im Moment nicht mehr als vier Kilogramm) aufbauen kann. Wie gesagt: Die Wahrheit liegt auf (oder dann leider im) Wasser. Falls der Stapellauf klappt, bin ich bereit, alle Details und Bezugsquellen zu nennen. Falls es nicht klappt, ist der Gelbe Sack bei uns bald voll mit Teilen von PP-Platten.

Angefügte Bilder:
IMG_7874.JPG   IMG_7875.JPG   IMG_7877.JPG   IMG_7878.JPG   IMG_7879.JPG   IMG_7883.JPG  
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gleiter Offline




Beiträge: 342

11.05.2017 22:43
#24 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Zitat von DaggerNomad im Beitrag #23
...eine alte Fahrradfelge als Süllrand...

Hi!

Verfolge Dein Projekt auch mit Interesse.

Einige Zelte haben zusammensteckbare Alustangen, im Aufbau lassen die sich zu einem Bogen biegen. Ev. kannst Du so was zweckentfremden, auch wenn das dann doch ein sehr enger Radius wird. Könnte experimentel heraus gefunden werden - mit Sand voll gefüllt lassen sich recht enge Radien realisieren.

Mal so am Rande angedacht.

Gruß aus dem Wein/4, André.

DaggerNomad Offline




Beiträge: 19

11.05.2017 23:23
#25 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Ja, das wäre eine Idee. Falls jemand weitere Vorschläge für einen Süllrand hat, wäre ich dankbar. Vielleicht ein Metallrohr aufsägen und dann mit einer Zange auf das Material quetschen...

Der Vorteil an der Boots-Konstruktion an sich: Der Süllrand befindet sich im mittleren Segment des Bootes, das nicht so stark zusammengefaltet werden muss. Der Süllrand muss "lediglich" vorn und hinten geteilt (und im aufgebauten Zustand möglichst fest verbunden) werden.

Ich dachte auch schon an einen aufgeschnittenen Druckluftschlauch als Süllrand. Der ist aber definitiv zu elastisch.

Taubertaler Offline



Beiträge: 6

12.05.2017 00:10
#26 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Ich würde mir je einen Rahmen (zusammengeleimte Holzlatten) vor und hinter der Luke einbauen und diese mit Hilfe der "Flügel" fixieren (Prinzip der Knoten bei Grashalm, Schilfrohr, Bambus). Damit knickt deine Form nicht so leicht ein.

Viel Erfolg beim tüfteln
Matthias

gleiter Offline




Beiträge: 342

12.05.2017 00:37
#27 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Gute Idee!

Einen Rahmen aus Holz zu verleimen ist natürlich auch eine Möglichkeit. Mit drei, vier Lagen Starkfurnier (2,0 bis 2,5 mm), über einer Form gebogen und verleimt, bekommst Du einen recht stabilen Rahmen in genau der gewünschten Form.

Gruß aus dem Wein/4, André.

Taubertaler Offline



Beiträge: 6

12.05.2017 07:40
#28 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Zitat von gleiter im Beitrag #27

... Mit drei, vier Lagen Starkfurnier (2,0 bis 2,5 mm), über einer Form gebogen und verleimt, bekommst Du einen recht stabilen Rahmen in genau der gewünschten Form.


Der bräuchte wieder eine gewisse Breite, was dem Ziel "kompakt beim Tranport" entgegensteht.

Matthias,
der gerade von der Idee des Sperrholzcanadiers von StefanO angefixt ist.

DaggerNomad Offline




Beiträge: 19

12.05.2017 08:15
#29 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Ja, das sind Möglichkeiten. Ich habe aber auch von dem Händler der PP-Platten noch viel dickeres/festeres Material geschenkt bekommen, das so fest wie Sperrholz ist. Ich verfolge nun weitere Idee:

- Hinter dem Rücken schotte ich den hinteren Teil des Bootes ab, also mit einer Wand hinter dem Sitz, die ich schon angepasst habe. Dann kann man auch das Oberteil des Decks auf die Ränder der Wand im Innern andrücken. Das macht die Sache fester (Bambus-Prinzip). Das könnte man mit Clips und Gurtband richtig festzurren.

- Ich schneide noch einen Einlegeboden aus, der das Gewicht verteilt.

- Ich bringe an der Seite (außen am Rand der Luke oberhalb der Wasserlinie) noch "Stabilitätsstreifen" an. Mit denen könnte ich eventuell die Luke auch bei Bedarf verkleinern. So wie es jetzt ist, wird bei einem Erwachsenen wohl Wasser reinschwappen.

Ich halte euch auf dem Laufenden. Das Projekt muss jetzt zum Abschluss kommen.

P.S.: Ich versuche die Konstruktion so simpel wie möglich zu halten. Daher wäre es erst der Plan B, einen anderen Werkstoff (Holz) hinzuzunehmen.

DaggerNomad Offline




Beiträge: 19

13.05.2017 22:48
#30 RE: Neuer Faltcanadier? antworten

Leinen los. Der Champagner für die Bootstaufe und den Stapellauf ist kalt gestellt. Endlich, endlich habe ich mal wieder zwei Stunde Zeit gefunden und habe das Boot vollends oben dicht gemacht und einen Pseudo-Klapp-Süllrand gebaut.
- Leider mussten von der puristischen Form Abstriche gemacht werden und getackerte und geklebte Hilfskonstruktionen verunstalten das ursprünglich angestrebte klare Design.
- Aber egal. Hauptsache fertig. Es ist nur ein Prototyp. Ich habe noch zwei weitere Versuche (es ist noch erschreckend viel Material im Keller, das den Eingang des Nachbarn zu seiner Kellerzelle versperrt). Ich habe schon erste Ideen, wie man einige Probleme eleganter lösen könnte.

Genug der Worte. Hier die Fotos. Bilder des Stapellaufs folgen im Lauf der nächsten Woche. Danke für eure Tipps, ich habe sie zum Teil umgesetzt.

P.S.: Vielleicht verwandelt sich das Boot, einmal auf dem Wasser, in ein U-Boot. Keine Sorge, auch diese Bilder werde ich hier veröffentlichen.
P.P.S.: Um es für alle nochmal klarzustellen, die vielleicht nur diesen Beitrag lesen: Ich gehe nicht davon aus, der neue Ober-Kanu-Bau-Guru zu sein. Es handelt sich um ein Experiment mit einem neuen Bauverfahren mit alternativen Materialien, das sehr viele Vorteile (und auch sehr viele Nachteile) hat. Ich bin aber trotz einiger Rückschläge davon überzeugt, dass diese Technik in der Kanuwelt ein Nischendasein finden wird.

Angefügte Bilder:
IMG_7891.JPG   IMG_7892.JPG   IMG_7893.JPG   IMG_7894.JPG   IMG_7895.JPG   IMG_7897.JPG  
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