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 Ausrüstung > Boote, Paddel, Zubehör, CanoePacks, Kanubau
Dicke Lippe Offline




Beiträge: 97

24.07.2014 10:16
Subjektiver Bericht GO Sagamore antworten

Unsere beiden, wunderschönen Grey Owl Sagamore cherry habe ich euch ja schon
vorgestellt. Jetzt möchte ich euch einen Fahrbericht der anderen Art zukommen
lassen. Er ist definitv nicht objektiv, aber es soll ja auch kein Pfahlzugtest
werden, sondern ich möchte versuchen das Paddelgefühl "rüber zu bringen".

...

Die erste Ausfahrt sollte samstags sein, und wir brannten darauf Aule und Lilu
endlich ins Wasser zu "tunken", aber die Wetterfrösche gaben uns lediglich ein
Zeitfenster bis 13:00 Uhr vor, danach sollte es "junge Hunde" regnen.

Egal, um unsere Neugier, wie sich diese Paddel im Wasser anfühlen, zu befriedigen,
führen wir notfalls nackt. Und so schnell geht ein Kanu bei Regen auch nicht unter.
Es bleibt also alles im Wowa, keine Kamera - nix. Nur Hut, Tabak und die Paddel
mussten mit.

Natürlich kam auch mein "Bärenprügel" zum Ab-und Anlegen mit und dann ging es um
11:30 Uhr endlich aufs Wasser.

Das Wetter verwöhnte uns dann doch während der kompletten Ausfahrt: Es war fast
windstill, die Lahn spiegelte die Berge und Bäume und sogar der Himmel riss auf
und ein paar verträumte Sonnenstrahlen erfreuten uns.





Kaum das tiefe Wasser erreicht, wechselte ich zu Lilu und war direkt begeistert. Man
spürte sofort, so ist das richtig! Genau so muss Paddeln sein, so muss sich das
anfühlen! Geradezu ein Gedicht!

Leicht und absolut geräuschlos taucht das Paddel ins Wasser, kein "Plopf", kein
störender Auftrieb, und die perfekte Balance zwischen Schaft und Blatt, (man kann es
exakt auf einer Fingerspitze direkt über der Blattwurzel balancieren!), das er-
leichtert die Führung im Wasser.

Erwähnt hatte ich auch schon, dass ich persönlich fast ausschließlich rechts paddele,
meist im Heck und statt J-stroke im canadian-stroke. Ich liebe es, wenn das Paddel
leise singend durch Wasser nach schräg oben rausläuft und "so nebenbei" den geraden
Kurs des Kanus sicherstellt.





Diese Erlebnis war mit Lilu nochmals gesteigert. Man fühlt beim senkrechten Schnitt
durch das Wasser gar keinen Widerstand und beim erneuten Anziehen lässt sich das
Paddel ohne jede Anstrengung durch die enorme Blattlänge sofort fest im Wasser
"verankern" und bietet trotz der rechnerisch geringen Blattfläche einen enormen Grip.

Beate fing sofort an mit ihrem Aule im Wasser zu spielen, genoss den Lauf durchs
Wasser, die Geräuschlosigkeit beim Paddeln und konnte den Blick, ebenso wie ich, kaum
von dem getauchten Blatt abwenden. Das tatsächliche "nach vorne paddeln" erfolgte
da nur nebenbei.





Völlig ohne jede Anstrengung fuhren wir fast mit der gleichen Geschwindigkeit wie
immer zu Tal und zu Berg. Wir merkten es kaum, aber wir machten richtig Strecke und
bekamen das anfangs überhaupt nicht mit. Den Rückweg fuhr ich komplett im indian-
stroke. Locker und mit der typisch "rührenden" und rotierenden Bewegung machte es
mir endlich den Spaß, den ich immer wollte. Es gab wirklich keinen Grund das Paddel
überhaupt aus dem Wasser zu heben, es sei denn man will Druck machen und kräftig
beschleunigen. Lilu blieb daher, sobald das Kanu "Marschfahrt" erreicht hatte, einfach
dauerhaft im Wasser.

Ruckzuck waren wir wieder am CP und legten dort um exakt 13:00 Uhr an. Gerade
wollte ich doch noch ein paar Bilder für euch machen (lassen), da hinterließen die
ersten Tropfen runde Ringe auf der sonst spiegelglatten Wasserfläche. Der Wind
frischte auf und die Tropfen wurden zahlreicher und dicker. Das Kanu schnell aus
dem Wasser gezogen und auf den Stellplatz gebracht, suchten wir anschließend nach
nur 3 Minuten völlig durchnässt im Wowa Zuflucht. Das Zeitfenster hatte ideal ge-
passt und wir eine wunderschöne Runde auf der Lahn hinter uns. Und wie in diversen
Berichten fühlten sich Gelenke und Schultern an, als hätten wir überhaupt nicht
gepaddelt.

Ein Kännchen Kaffeee wurde gekocht, choco-brownies dazu, die Fluppe an, fach-
simpelten wir über das Erlebte noch einige Zeit und verbrachten noch einen tollen
Nachmittag , während der Regen auf das Dach und Vorzelt prasselte.

(P.S.: Die Bilder sind später entstanden und sollen den Bericht nur optisch abrunden)

gregor


ego sum qui sum

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