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Dieses Thema hat 42 Antworten
und wurde 5.303 mal aufgerufen
 > SELF MADE
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Trapper Offline




Beiträge: 1.561

07.05.2014 12:12
#31 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Zitat
rotzdem werden seit Jahrhunderten aus Eibe, Akazie und Robinie Möbel oder Fenster etc. gebaut!!!


Ja und auch verdammt gute Bögen!!! Wenn es denn fertig ist, ist es ja auch nicht das Problem...

Internette Grüße Thomas

JoeBee Offline




Beiträge: 90

20.05.2014 20:53
#32 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Hallo Zusammen,

es geht in die vorletzte Runde. Heute sind die Decks dran.

Bevor ich mich den Decks widmen konnte, war noch die leidige Arbeit des Abschleifens der überstehenden Bootsschale erforderlich. Als unerwartet zäh erwies sich das Royalexmaterial. Mit einem 120er Schleifband tat sich da nicht viel. Erst mit einem groben 60er Band ergab sich der gewünschte Materialabtrag. Aber auch das dauerte noch eine geschlagene Stunde, bis beide Seiten bündig bis zum Süllrand heruntergeschliffen waren. Für den ersten Feinschliff wechselte ich wieder auf das 120er Band. Den unvermeidlichen Holzabtrag schätze ich auf ca. 1/2 mm. Dann aber hatte ich eine absolut ebene Oberfläche, bei der man den Übergang von Holz zu Roylex kaum mehr erfühlen kann. Der finale Feinschliff und der Übergang zur Verrundung wurde mit dem Handschleifer mit 120er Papier erledigt.





Danach war wiedermal ölen angesagt, mit dem üblichen naß-in-naß Verfahren, fünf bis sechs Schichten. Erstaunt hat mich, daß auch der Royalexstreifen zwischen den Süllrandleisten in gleicher Weise trocknete, wie das Holz. Ich hätte erwartet, daß die Trocknung des Öls dort nicht so schnell von statten geht. Am nächsten Tag war jedoch sowohl der Holzrand als auch der RX-Streifen trocken. Gut.

Die Decks

Endlich. Vorab zu bemerken ist, daß während aller Arbeiten zur Anpassung und Montage der Decks die provisorischen Hilfsholme im Boot verblieben. Diese sind trotz der verschraubten Holzsüllränder immernoch die formgebenden Elemente, die den Winkel am Bug vorgeben, solange, bis die Decks und die dahinterliegenden Tragegriffe final montiert sind. Mit Hilfe der bereits angefertigten Schablone wurden aus der ... Kirschplatte ... die beiden Deckrohlinge angezeichnet und ausgesägt. Es war die schöne, bogenförmige Maserung, die mich doch zur Kirschplatte hat greifen lassen – zurecht, wie man später sieht. (Die Eichendiele liegt mittlerweile auf meinem Dachboden)



Etwas aufwändig gestaltete sich die Anpassung der Seitenflanken der beiden Decks an die Süllränder. Deren Innenflanken sind nicht 100% parallel, sonder weisen einen leichten, nach unten zulaufenden Winkel zueinander auf. Dieser ist durch die Bootsform vorgegeben. Schob ich die exakt auf 90° gesägten Decks zwischen die Süllränder, ergab sich oben ein Spalt. Häufiges Nachschleifen und Anpassen war erforderlich, um diesen zu beseitigen.

Nachdem die Decks dann ebenfalls geölt waren, konnten diese zwischen die Süllränder geschoben und verschraubt werden. Zuvor mußten die provisorischen 3mm-Spaxe zur gegenseitigen Fixierung der Süllränder herausgedreht und mit Kerndurchmesser der endgültigen Schrauben (2,5mm) vorgebohrt, gesenkt und ... yep, geööölt ... werden. Als Schrauben verwendete ich wieder Original Spaxe, diesmal der Größe 4,5x60 A2 TX20. Diese reichen dann ca. 20mm tief in die Decks hinein. Das sollte heben. Um die Decks beim Bohren und der Montage bündig mit den Süllrändern zu positionieren, fertigte ich mir aus einem Stück Sperrholz ein Dreieck mit 5mm Übermaß zu den Decks an, welches ich auf die Decks klemmte und das ganze auf die Süllränder auflegte.





So schön das Ergebnis auch aussieht, wir sind noch nicht fertig. Die Messingabdeckungen waren der nächste kleine Bauschritt. Mittlerweile wurde die per Internet bestellte Messingplatte von 1,5mm Stärke geliefert. Mit einem Geodreieck wurde am Boot die hintere Kante der Messingplatte festgelegt und exakt ausgewinkelt. Dabei galt für die Messingabdeckungen, so kurz wie möglich, so lang wie nötig, um den „unsauberen“ Teil der Holzarbeit abzudecken. Die Messingplatte wurde an das Geodreieck angelegt und die Bugkontur von unten auf die Platte übertragen.



Es war Sonntag. Die lange nicht benutzte Dekopiersäge wurde entstaubt und aufgestellt. Dann der Blick ins Sägeblattfach. Ich hätte schwören können, noch ein paar Metallsägeblätter darin zu finden. Aber außer gähnender Leere war da nix weiter drin. So ein Mist. Die Stichsäge wollte ich nicht nehmen, weil ich ein Verkratzen der Messingoberfläche fürchtete und mir die Gefahr einer Verbiegung der Platte zu groß war. ... Also auf die harte Tour ...



Anschließend wurde die Sägekante geschliffen, diese dabei noch exakt an die Bootskontur angepasst, die Oberkante verrundet und poliert und ge... nein, diesmal nicht.





Danach wurden die Positionen der Verschraubungslöcher festgelegt, gebohrt und gesenkt. Als Schrauben werden Messing-Holzschrauben 3x20 verwendet. Die Messingplatten haben ein ganz schönes Gewicht. Ich denke, eine Materialstärke von 1mm oder 1,2mm würde es auch tun.



Im folgenden Bild sieht man das fertige vordere Deck, bereits mit dahinterliegendem, montierten Tragegriff.



Die Messingabdeckungen sind ein sauberer Süllrandabschluß und geben dem Deck eine edle Optik. Klar, die werden nach ein paar Jahren auch nicht mehr so glänzen. Wem das zu protzig wirkt, der kann als Alternative die Abdeckungen auch aus 2mm 5-fach-verleimtem Flugzeugsperrholz (Birke oder Buche) anfertigen. Das ist dann etwas rustikaler. Mir gefällt es so sehr gut.

Das war’s wiedermal. Im Prinzip ist der Austausch von Vinyl- auf Holzsüllrand hiermit vollständig beschrieben. Derzeit bin ich an den Sitzeinbauten dran. Der Vollständigkeit halber kommt demnächst noch ein kurzer Beitrag dazu.

Okay, ich hängs noch dran. Meine Frau eben: "willst du damit noch paddeln, oder soll'n wir einen Platz an der Wohnzimmerdecke dafür suchen?" ... na ja, mal nicht übertreiben ...

So long

JoeBee

SL_Paddler Offline




Beiträge: 84

21.05.2014 12:34
#33 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Moin JoeBee,

schöne Arbeit, schaut sehr gut aus!

Ich frage mich allerdings, wie der nun offen liegende Schaumkern sich künftig "halten" wird?
Stichwort: Mechanische Belastung, Eindrücken, Dellen, "Ausfusseln" oder ähnlich.
Der Vinyl-Rand hat den weichen Kern geschützt, die beidseitig angebrachten Holzleisten nun nicht mehr.

Muss allerdings einräumen, dass ich persönlich keinerlei Erfahrungen diesbezüglich habe. Vielleicht sehe ich eine "Gefahr", die gar nicht besteht.

Die Messingplatten geben dem ganzen einen edlen Touch, prima!

Gruß
Peter

el_largo Offline




Beiträge: 564

21.05.2014 12:44
#34 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Hallo.
Auch von mir allergrößten Respekt JoBee! Tolle Arbeit.

@SL_paddler der originale Holzsüllrand von Nova Craft ist genau so aufgebaut. Bei mir sieht man dem Schaum keinerlei spüren von Benutzung an.

Ich habe mich allerdings beim Süllrand ölen nicht getraut, dass Royalex mit zu ölen, da ich nicht wusste, ob es mit dem Schaum zu irgendwelchen Reaktionen kommt. ..

Demnach war meine Sorge unbegründet.

Grüße aus dem südlichen Süden,

Klaus

markuskrüger Offline




Beiträge: 1.011

21.05.2014 13:30
#35 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Bei meinem kürzlich erworbenen Mad River Guide (Royalex mit Holzsüllrand) lag der Schaumkern auch offen, war aber durch regelmäßiges Ölen komplett versiegelt. Da würde ich mir keine Sorgen machen, solange das Öl Lösemittelfrei ist...

Gruß,
Markus

el_largo Offline




Beiträge: 564

21.05.2014 13:53
#36 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Owatrol marine D1... ob Lösemittel drin sind weiß ich nicht genau, aber es wird ja als extrem kriechfähig beworben...

Grüße aus dem südlichen Süden,

Klaus

JoeBee Offline




Beiträge: 90

22.05.2014 21:05
#37 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Hallo,

ich bräuchte wiedermal Eure Hilfe. Es geht um die Positionierung des hinteren Sitzes, bez. meines Solo-Sitzes.

Kurz vorab zum Nutzungsprofil des Bootes: 90% solo. Für die restlichen 10% der Fahrten hat es vorne bereits den Rücksitz installiert. Von den 90% werden wiederum 90% Gepäcktouren sein, bei denen das Boot mit allem Reisegepäck der Familie beladen ist, Zelte, Schlafsäcke, Isomatten, Klamotten, Geschirr, Kocher, Proviant, während die anderen drei mit dem leeren Haida herumkutschieren. Wir fahren ausschließlich Zahmwassertouren. So der Plan.

Nun sehe ich zwei Möglichkeiten, zwischen denen ich mich derzeit noch nicht entscheiden kann:

1. Ich verwende den originalen Seriensitz wieder. Dann ergibt sich folgende Sitzposition:



2. Ich kaufe einen neuen NC-Seilflechtsitz für 110.- EUR, den ich um ca. 5cm breiter absäge und habe dann eine um ca. 15cm weiter vorne liegende Sitzposition, die vielleicht für die Solo-Nutzung etwas idealer ist.



Frage: speziell im Hinblick auf o.g. 81%ige Beladungssituation, ist es 110.- EUR Wert, einen neuen Sitz zu kaufen, der dann etwas günstiger positioniert ist? Oder relativiert die Beladungssituation das Ganze soweit, daß es der Originalsitz in etwas weiter rückwärtiger Position auch tut?

Bin hier wirklich unschlüssig.

Darüberhinaus zermartere ich mir das Hirn, wie man die Holme des Originalsitzes verbreitern könnte, ohne das es groß auffällt. Vielleicht hat auch hier jemand einen Tip dazu.

Dank Euch vorab.

Gruß

JoeBee

AxeI Offline




Beiträge: 1.001

22.05.2014 21:18
#38 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Wie wärs mit dem Einbau eines Kneeling-Thwarts als dritten Sitz?



Axel

P A D D E L B L O G
There's more means to move a canoe than paddles

GünterL Offline




Beiträge: 1.033

22.05.2014 21:21
#39 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Hi,
bei Deinem Können nimm doch Methode Drei:
Bau Dir den passenden Sitz selbst!

LG Günter

A bad day on the water is better than any good day at work (Jerry Vandiver)

JoeBee Offline




Beiträge: 90

22.05.2014 21:49
#40 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

@ Axel
ok ... hatte ich nicht auf dem Schirm. Im Prinzip ein geneigtes Holzbrett zur Gesäßunterstützung beim Knien. Pooo, damit habe ich keine Erfahrung. Sowas kenne ich nicht. Richtig Sitzen ist dann nicht mehr, oder? Weiß nicht. Wenn überhaupt, dann an folgender Stelle, denn ich habe die bisherigen Einbauten (Sitz, Strebe) so installiert, daß die "nach vorne"-Richtung in Richtung der NC-Embleme geht. Als Tandem würde das Boot dann quasi rückwärts gefahren werden.



Muß ich drüber schlafen.

@ Günter
tja, was soll ich Dir sagen? Ich bin des Bastelns müde geworden. Es wird Zeit, daß das Projekt zum Abschluß kommt und das Boot ins Wasser. Jetzt noch einen Sitz selber basteln und die Jungfernfahrt um ein oder zwei Wochenenden weiter verzögern? Laß gut sein.

Ich denke, neben Axels Vorschlag ist die Kernfrage: sind 15cm weiter vorne 110.- EUR Wert? Spürt man die 15cm bzw. 110.- EUR beim Paddeln? Wenn ja, dann ist die Anschaffung klar gerechtfertigt.

Viele Grüße

JooBee

JoeBee Offline




Beiträge: 90

22.05.2014 21:53
#41 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Stooop. Das mit dem Kneeling Thwart funktioniert nicht mehr, nachdem der kleine Sitz ja schon installiert ist. Mit einem Kneeling Thwart an bezeichneter Stelle könnte das Boot nie als Tandem gefahren werden.

Somit ist doch Axels Position für ein Kneeling Thwart die einzige Möglichkeit, also im Austausch gegen die bestehende Strebe.

Hmmm?

Gruß

JoeBee

Niels Offline




Beiträge: 132

23.05.2014 12:20
#42 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

Hallo JoeBee,

schöne Arbeit!
Nur ganz kurz: wir haben die "offizielle" Kniestrebe von NovaCraft sowohl in unserem 17er Prospector, als auch in
unserem Cronje, anstelle der hinteren Querstrebe. Die Boote lassen sich damit (so gut, wie das mit 17ern eben geht), solo fahren. Auf dem leicht schräg gestellten Brett (geschätzte 10-12cm breit) kann ich beim knieend Paddeln den Hintern stundenlang bequem abstützen, außerdem ist das ein guter Kindersitz. Einziger Nachteil ist die leichte Einschränkung bei Fahrten mit viel Gepäck, aber dann kann man ja auch vorübergehend wieder den alten Holm einsetzen.
Im Bild unser Prospector, so eine Strebe ist ja auch schnell selbst gebaut.
Gruß
Niels

-

"Pretty soon there´s nothing left in my way - but reality and a 1000-mile portage." James Gordon

Prospector69 Offline



Beiträge: 18

23.05.2014 22:45
#43 RE: Holzsüllrand Eigenbau antworten

+1
Ich habe auch die originale Knieleiste in meinem Prospector, allerdings dem 16er. Die paar cm mehr zur Mitte als der vordere Sitz beim "Falschrum fahren" finde ich im Solobetrieb sehr angenehm. Normales Sitzen darauf geht allerdings - wie vermutet - eher schlecht. Ich hatte mal überlegt, einen portablen Aufsatz mit entsprechendem Gegenwinkel zu bauen, aber den Plan nie umgesetzt. Im Endeffekt reichten mir dann doch die verschiedenen Kniemöglichkeiten beim Solofahren um etwas Abwechslung zu haben.
Viele Grüße,
Oliver

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