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Dieses Thema hat 28 Antworten
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 Allgemeines Canadierforum
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Zwen Offline




Beiträge: 66

27.06.2007 08:13
Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Hallo Leute,

hier eine profane Neuling-Frage an euch ( bin über Suchfunktion nicht fündig geworden ):
Auf Schiffahrtsstraßen, wie dem Rhein, habe ich erfahren, benötigt man ein Kennzeichen auch für Ruderboote, die beim Wasserschiffahrtsamt als Aufkleber erhältlich sind.
Alternativ kann man lt. Wikipedia auch seinen Namen außen sichtbar anbringen.
Wie handhabt Ihr das, bzw. was kostet die Eintragung und wo kann ich sie mir eventuell im Raum Köln besorgen.
Möchte mein Boot nicht unbedingt mit Aufklebern "verunstalten" - Könnte ich daher auch theoretisch meinen Namen auf Kreppklebeband schreiben und dieses außen anbringen und später entfernen ? Wie groß muß die Schrift sein ? Was passiert bei Nichtbeachtung dieser Regel ?

Hintergrund ist eine geplante Canadiertour am WE von Königswinter bis Köln/Poll.

Danke vorab für eure Hilfe

Schöne Grüsse

Zwen






Martin Offline



Beiträge: 104

27.06.2007 08:42
#2 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Hier die Antwort auf die Frage welche ich unlängst an das Wasserschiffahrtsamt gestellt habe:

bezüglich Ihrer Anfrage möchte ich ihnen nachfolgendes mitteilen:

Ausgehend von der Annahme, dass sie mit einem Faltboot/Kanu auf einer dem allgemeinen Verkehr dienenden Binnenwasserstraße des Bundes ( z.B. Rhein, Main, Neckar etc. ) fahren wollen und dieses Boot nur mit Muskelkraft angetrieben wird, benötigt das Fahrzeug nach den Vorschriften des

- § 2.02 Rheinschifffahrtspolizeiverordnung bzw.

- § 2.02 Binnenschifffahrtsstraßenordnung

als Mindeststandard die Kennzeichnung :

Name oder Devise.

Der Name ist auf der Außenseite des Kleinfahrzeugs in gut lesbaren und dauerhaften lateinischen Schriftzeichen anzubringen. In Ermangelung eines Namens für das Kleinfahrzeug ist der Name der Organisation, der es angehört, oder deren gebräuchliche Abkürzung, erforderlichenfalls mit einer Nummer dahinter, anzugeben. Die Schriftzeichen müssen in heller Farbe auf dunklem Grund oder in dunkler Farbe auf hellem Grund angebracht sein.

und

Name und Anschrift ihres Eigentümers.
Der Name und die Anschrift des Eigentümers sind an gut sichtbarer Stelle an der Innen- oder Außenseite des Kleinfahrzeugs anzubringen.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.


Zwen Offline




Beiträge: 66

27.06.2007 08:49
#3 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Hallo Martin and others,

Danke für die schnelle Antwort !
Meinen Namen und Adresse habe ich bereits innenseitig, sichtbar aufgemalt.
Zur Außenkennzeichnung; Genügt hier schon der Bootstypname des Herstellers ? Bspl.: "Tucan" ?

Schöne Grüsse

Zwen

Gersprenzfischer Offline




Beiträge: 194

27.06.2007 09:00
#4 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Ich glaube der Typenname genügt nicht, es sei denn Du ergänzt ihn durch eine Nummer, z.B. Tucan 1.
Der Sinn dieses NAmens ist, dass die Wassershcutzpolizei dich im Zweifel identifizieren, bzw. dich per Megaphon identifizieren kann. "Achtung Tucan, bitte legen sie sofort an"
Theoretisch könnten jetzt mehrere Tucans sich auf dem Wasser befinden, womit der Aufruf unkonkret wäre.
Außerdem sind die Buchstaben oft zu klein. Ich kann mich an iregendeinen Thread erinnern in dem von ca. 10 cm hohen Buchstaben die Rede war. Warum schreibst, bzw. malst Du nicht einfach "ZWEN XX" auf Dein Boot. Das gibt auch einen gewissen Diebstahlschutz und schaden tut es nicht.

Fröhliche Rheinfahrt wünscht Uwe, berichte mal kurz, wie so eine Kanufahrt auf Deutschlands größtem Strom samt Schiffsverkehr ist.

Uwe

welle Offline




Beiträge: 1.525

27.06.2007 09:29
#5 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten
Moinsen Zwen,
genau nachlesen kannst Du es unter
http://www.elwis.de/Schiffahrtsrecht/Bin....
Es steht in der BINSchStrO erster Teil Kapitel 2
§ 2.02.....Kennzeichnung Kleinfahrzeuge, daß es
mindestens 10 cm große Buchstaben sein müssen.
Im Elwis findest Du auch auf der linken Navigationsleiste
die besonderen Bedingungen für die Befahrung des
Rheins.
Allzeit eine Handbreit Wasser unterm Kiel
wünscht
Albert

PS ein Bericht wäre dann nicht schlecht - siehe Kanumagazin
Peter Bergmann Offline



Beiträge: 88

27.06.2007 12:25
#6 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten
mindestens 10 cm große Buchstaben sein müssen.

Das gilt nur für Kennzeichnungspflichtige Boote, "muskelgetriebene Kleinstfahrzeuge" fallen nicht darunter. Außen muß dann der Bootsname stehen, die Größe ist nicht klar geregelt.
Hier die komplette Verordnung als PDF:
http://www.elwis.de/Freizeitschifffahrt/...infahrzeuge.pdf

Grüße
Peter Bergmann

GeorgS Offline



Beiträge: 72

27.06.2007 13:34
#7 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

In Antwort auf:
Das gilt nur für Kennzeichnungspflichtige Boote, "muskelgetriebene Kleinstfahrzeuge" fallen nicht darunter.

Bitte nicht die "amtliche" Kennzeichnungspflicht und deren Regeln (in der es in der PDF geht) mit der Kennzeichnungspflicht auf Binnenschifffahrtswegen verwechseln!
So weit es die amtliche Kennzeichnung betrifft stimmt die Aussage. Diese ist für Kanus nicht Vorgeschrieben, kann aber freiwillig erfolgen. Dass alle Wasserfahrzeuge auf Binnenschifffahrtswegen eine Eindeutige Kennzeichnung haben müssen, führt immer wieder zu heißen Diskussionen.
Meiner bescheidenen Meinung nach und wenn man die Knöllchen betrachtet, die ich von Paddlern im Bereich Dresden/Meißen, sowie bei Magdeburg gesehen habe, ist die eindeutig, dass eine Kennzeichnung (wie gesagt, dabei gehts nicht um die "amtliche") erforderlich.
Das ergibt sich auch aufgrund des Hinweises unter dem Punkt "Für welche Fahrzeuge gilt die Kennzeichnungspflicht?" auf Seite 2 des oben verlinkten Merkblattes. In dem es wörtlich heißt:
In Antwort auf:
Fahrzeuge, die der Verordnung nicht unterliegen (Anm.:also zum Beispiel Kanus), können freiwillig ein Kennzeichen führen, andernfalls
müssen sie außen mit ihrem Namen und innen mit Namen und Anschrift des Eigentümers versehen sein
.
Für Fahrzeuge, die nur für eine Überführungsfahrt vorübergehend mit einer Antriebsmaschine ausgerüstet
werden, ist eine Befreiung von der Kennzeichnungspflicht durch das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt
möglich.

Also ist eindeutig eine "Kennzeichnung" gefordert!
Dazu gibt es auch entsprechende Ausführungshinweise, die ich mal im Faltbootwiki zusammen gestellt habe: http://www.faltboot.de/wiki/index.php/Be..._von_Faltbooten

Ich habe schon vor längerem ein Statment von der Presseabteilung der WSP erbeten, aber leider bis Heute keine Antwort erhalten.
Ich werde, so glaube ich, noch mal um ein Statement (auch vom Ministerium) nachfragen und wenn was kommt, dann teile ich dies an dieser Stelle mit.

Georg

Kunst ist schön, macht aber viel arbeit! (Karl Valentin)
Paddeln ist Erholung von der Arbeit!

Zwen Offline




Beiträge: 66

28.06.2007 06:53
#8 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Hallo Canadierfreunde,

superzlichen für eure zahlreichen posts zu diesem Thema.
Wenn ich eingangs sagte, es handele sich um eine "profane" Frage, ziehe ich das hiermit zurück ;-)
Die Innenkennzeichnung ( Name & Adresse ) habe ich schon erledigt.
Außen lege ich die o.g. Regularien so aus, daß auch der Bootstypname des hier nicht näher benannten Herstellers in Größe und Farbe ausreicht.

Sollte die Wasserschutzpolizei mich anrufen wollen, kann gerne auch der Zusatz verwendet werden " "Hallo Tucan, mit Mann im Heck, der gerade blöde aus der Wäsche schaut". In diesem Falle werde ich dann umgehend die Freibeuterflagge hissen, meiner ersten Maatin den Befehl zum Wendemanöver geben und sofort Asyl in einer der zahlreichen ausländischen Botschaften entlang des Rheins suchen :-)

Nee, Spaß beiseite - Ich klebe wie gefordert meine Namen rechts nund links am Bug auf und werde hier berichten ob ich angehalten wurde.
Jetzt muß nur noch die Sonne zum kommenden WE endlich wieder rauskommen !!!!

Schöne Grüsse

Zwen

GeorgS Offline



Beiträge: 72

28.06.2007 09:55
#9 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Hallo Zwen,

so weit ich weiß, gehört der Rhein noch nicht zu den Bereichen, wo das "vergehen" per Bußgeld geahndet wird. Da dies scheinbar recht Lokal geschieht, wie um Dresden bis Magdeburg, bin ich am Überlegen, ob hier die Bußgelden nicht auch in lokale Kassen fließen?
Dann könnte es natürlich sein, bei der Suche nach neuen Geldquellen, dass sich dies täglich Ändern kann.
Ein Tipp:
Schwarzes oder helles Isolierband (je nach Untergrundfarbe) und das für dieses Material so nette Wort "EI" als Bootsnamen aufkleben. Ich nicht von mir.

Georg

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Karl-Michael Koch Offline



Beiträge: 414

28.06.2007 14:20
#10 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Auf einer Rheinfahrt mussten wir wegen einer Bombenentschärfung im Binger Loch einmal für 1 1/2 Stunden rechts ran. Wir warteten mit 2 Faltbooten unter Aufsicht der Wasserschutzpolizei darauf endlich weiterfahren zu können. Die beiden Faltboote waren nicht gekennzeichnet und brauchten auch nichts bezahlen. Der Polizei war es anscheinend egal, obwohl sie genügend Zeit gehabt hätte und mit uns auch ein Schwätzchen gehalten hat. Aber, drauf verlassen würde ich mich nicht.

Grüße
Michael

JPGrunwald Offline



Beiträge: 45

28.06.2007 15:37
#11 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Ja, ähnliche Erfahrungen habe ich hier in Berlin auch gemacht: Obwohl ich mich viel auf den Binnenwasserstraßen hier rumtreibe und regelmäßig (Sicht-)Kontakt mit den Blau-Weißen habe bin ich in den fünf Jahren, die ich im Kanu sitze noch nie angegangen worden. Ich habe den Eindruck, daß sie sich um uns Kleinstfahrzeuge nicht kümmern, solange wir uns nicht grob danebenbenehmen.

Als Ruderer bin ich allerdings schon zwei Mal angesprochen worden: Einmal an einem Winterabend auf dem Wannsee, wegen fehlender Beleuchtung, und einmal während einer Wanderfahrt quer durch Berlin: Wir hatten im Tiergarten zur Pause angelegt. Leider war der damalige iranische Präsident gerade in der Stadt und die ganze Gegend dort wohl so ne Art Sicherheitszone (Interconti?). Jedenfalls fiel die Pause etwas kürzer aus, als erwartet.

Rechtliche oder finanzielle Konsequenzen gab es aber in beiden Fällen nicht. Wenn man sich nur immer drauf verlassen könnte ...

schwimmendeWerkzeugkiste Offline




Beiträge: 500

28.06.2007 16:07
#12 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten
Wäre es nicht am einfachsten vor der Tour die für den jeweiligen Streckenabschnitt zuständige Wasserpolizei anzurufen und mal freundlich anzufragen, wie sie das mit dem Regelwerk für 'Kleinstfahrzeuge' handhaben? Wasserpolizisten haben ja eine gewisse Affinität zum Wasser (in unserem Paddelklub sind auch Polzisten) und können möglicherweise die Abneigung viele Canadierfahrer, große Buchstaben aufs Boot zu kleben, nachempfinden.

Axel

P A D D E L B L O G

Enja Offline



Beiträge: 1

28.06.2007 16:19
#13 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Hallo,

wir haben einen entsprechenden Strafzettel von der "Weser in Höhe Grohnde". Von einem Polizeiboot aufgebracht zu werden, hatte was. Wir waren mittelschwer erschrocken. Aber hinterher haben wir das Strafmandat gerahmt und an die Wand gehängt.

Grüße Enja

Niels Offline




Beiträge: 132

28.06.2007 17:32
#14 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Hallo Enja,

wie teuer war denn das?
Wenn das Tickett unter 50 Euro bleibt, geh ich
doch lieber das Risiko ein, anstatt mir mein
schönes Boot mit einem dusseligen Namen zu verhunzen.

Niels

rené Offline



Beiträge: 472

28.06.2007 21:07
#15 RE: Bootskennzeichnung / geplante Rheintour antworten

Guten Abend miteinander,

im Frühjahr bin ich, beim Antesten meines Prism, auf der Havel von zwei freundlichen Herren in blau-weißer Uniform angehalten worden. Nach einer kurzen Bemerkung über mein schönes Boot wiesen sie mich auf den fehlenden Namen hin. Ich schaute etwas zerknirscht und gelobte Besserung. Daraufhin wünschten sie mir Gute Fahrt und entließen mich mit dem Hinweis, dass das nächste Mal ein Bußgeld fällig würde.
In der folgenden Woche besorgte ich mir bei unserer ortsansässigen Werbeagentur einen passenden Namen. Es hat ca. eine halbe Stunde gedauert, bis wir einen passenden Schriftstil gefunden hatten. Da die Schrift annähernd die gleiche Farbe wie der Innenraum des Bootes hat, empfinde ich das Ganze eher als ein nettes Detail, denn als Schmach oder Schande. Solange der Name deutlich zu erkennen ist, wird sich vermutlich kein Wasserpolizist an der - vielleicht nicht ganz regelkonformen - Schrift stören.

rené

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