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Dieses Thema hat 180 Antworten
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Pegasus Offline



Beiträge: 71

11.08.2012 13:08
#16 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Hallo Canadierfreunde,

zunächst einmal freue ich mich darüber, wie weit das Thema Natur und Naturschutz inzwischen in die breite Bevölkerung eingedrungen ist. Mein Heimatfluss, in dessen klarem Wasser ich als Kind baden konnte, entwickelte sich in den frühen 60er Jahren zu einer Kloake, nachdem die Plumpsklos in den Dörfern verschwanden und WC und Waschmaschinen Allgemeinstandard wurden. In den letzten 30 Jahren wurden Kläranlagen Pflicht und "mein" Flüsschen ist wieder sauber.
Allerdings ist nicht alles "Öko", "Bio" und "Natur", was dem naturschwärmerischen Stadtmenschen so vorkommt oder eingeredet wird. Bei uns auf dem Lande machen sich eintönige Maisdjungel breit, wo kurz zuvor Bracheprogramme eine erste Rückkehr von Rebhuhn, Feldhase und anderer Tiere einleiteten. Die Ökokraftstoffe sind alles andere als "öko" und Weizen in Pelletbrennern sehe ich noch unter ganz anderen ethisch-moralischen Blickwinkeln!

Nun zum Wolf: Der Wolf ist ein Großraubtier, das im Rudel lebt und als Habitat große Naturgebiete und als Beute Großtiere wie Elch, Hirsch, Damhirsch und notfalls auch Wildschweine braucht. Die Rückkehr des Wolfes und anderer Großraubtiere wird von vielen hier begrüßt, die Ausbreitung des Hirsches in seine angestammten Reviere, der selbst in den waldreichen Bundesländern Hessen und Bayern nur in kleinen inselartigen Rotwildgebieten gedultet wird, wird mit allen Mitteln verhindert, "weil er den Wald frisst" (täglich wird in Deutschland ersatzlos eine Fläche im Umfang von zehn Fussballfeldern von Neubauten für Gebäude und Straßen "gefressen").
Wolf und Bär sind (anders als inzwischen die Großtiere Afrikas) keine bedrohten Arten, das Landesinnere Kanadas, Alaskas und Russlands ist durch Landflucht der Bevölkerung heute menschenleerer als vor 100 Jahren. Die kleinflächig zersiedelte Bundesrepublik ist dagegen kein Land mehr für Wölfe und Bären!
Auf der Suche nach Habitat landen Wölfe immer wieder vor Autos und Eisenbahnen. Ein Reh stellt für ein Wolfsrudel nur einen Partyhappen und Anlass zu Beißereien dar. Was sollen die Wölfe also fressen? Dass ihnen die Naturschwärmer ein paar Schafe zubilligen (natürlich nicht ihre eigenen!) ist naiv. Was ist mit den in unserer Region weidenden Rindern? Was mit den Pferden der Pferdezüchter, der Sportreiter und Hobbyreiter?
Wir haben in Deutschland eine auch durch die Jagd erhaltene artenreiche Kultur(!)landschaft. Darin ist aber unter dem Aspekt wirklich artgerechter Habitate kein Platz für Großraubtiere.

Pegasus

_Amarok_ Offline



Beiträge: 669

11.08.2012 14:37
#17 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Zitat von Pegasus im Beitrag #16

zunächst einmal freue ich mich darüber, wie weit das Thema Natur und Naturschutz inzwischen in die breite Bevölkerung eingedrungen ist. Mein Heimatfluss, in dessen klarem Wasser ich als Kind baden konnte, entwickelte sich in den frühen 60er Jahren zu einer Kloake, nachdem die Plumpsklos in den Dörfern verschwanden und WC und Waschmaschinen Allgemeinstandard wurden. In den letzten 30 Jahren wurden Kläranlagen Pflicht und "mein" Flüsschen ist wieder sauber.
Allerdings ist nicht alles "Öko", "Bio" und "Natur", was dem naturschwärmerischen Stadtmenschen so vorkommt oder eingeredet wird. Bei uns auf dem Lande machen sich eintönige Maisdjungel breit, wo kurz zuvor Bracheprogramme eine erste Rückkehr von Rebhuhn, Feldhase und anderer Tiere einleiteten. Die Ökokraftstoffe sind alles andere als "öko" und Weizen in Pelletbrennern sehe ich noch unter ganz anderen ethisch-moralischen Blickwinkeln!

Nun zum Wolf: Der Wolf ist ein Großraubtier, das im Rudel lebt und als Habitat große Naturgebiete und als Beute Großtiere wie Elch, Hirsch, Damhirsch und notfalls auch Wildschweine braucht. Die Rückkehr des Wolfes und anderer Großraubtiere wird von vielen hier begrüßt, die Ausbreitung des Hirsches in seine angestammten Reviere, der selbst in den waldreichen Bundesländern Hessen und Bayern nur in kleinen inselartigen Rotwildgebieten gedultet wird, wird mit allen Mitteln verhindert, "weil er den Wald frisst" (täglich wird in Deutschland ersatzlos eine Fläche im Umfang von zehn Fussballfeldern von Neubauten für Gebäude und Straßen "gefressen").
Wolf und Bär sind (anders als inzwischen die Großtiere Afrikas) keine bedrohten Arten, das Landesinnere Kanadas, Alaskas und Russlands ist durch Landflucht der Bevölkerung heute menschenleerer als vor 100 Jahren. Die kleinflächig zersiedelte Bundesrepublik ist dagegen kein Land mehr für Wölfe und Bären!
Auf der Suche nach Habitat landen Wölfe immer wieder vor Autos und Eisenbahnen. Ein Reh stellt für ein Wolfsrudel nur einen Partyhappen und Anlass zu Beißereien dar. Was sollen die Wölfe also fressen? Dass ihnen die Naturschwärmer ein paar Schafe zubilligen (natürlich nicht ihre eigenen!) ist naiv. Was ist mit den in unserer Region weidenden Rindern? Was mit den Pferden der Pferdezüchter, der Sportreiter und Hobbyreiter?
Wir haben in Deutschland eine auch durch die Jagd erhaltene artenreiche Kultur(!)landschaft. Darin ist aber unter dem Aspekt wirklich artgerechter Habitate kein Platz für Großraubtiere.

Pegasus


Es ist natürlich ligitim, wenn man das Thema "Rückkehr der Wölfe" kritisch bewertet, insbesondere als mehr oder weniger direkt Betroffener (Schäfer, Jäger ...). Finde ich auch ok und betrachte selber das Thema nicht durch die rosarote Brille.
Aber das Statement von Pegasus ist leider nur Anti-Wolf-Propaganda. Die angewendete Argumentationskette ist bekannt und häufig beim Thema Wolf anzutreffen. Aber mit so vielen Halbwahrheiten, Unwahrheiten fängt man nur Dumme. Und dann auch noch Ängste schüren, das ist einfach "so was von platt".

Pegasus Offline



Beiträge: 71

11.08.2012 23:20
#18 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Hallo Amarok,

platt ist nicht meine Argumentation, sondern der Pauschalvorwurf, ich betriebe Anti-Wolf-Propaganda. Beseitigt heftiges Wollen etwa eine einzige Autobahn in Deutschland, die Waldgebiete zerschneidet? Macht es aus den vielen Häuschen im Grünen wieder Wald und Steppe? Welche Lösungen zugunsten des Wolfes hättest du gegen diese real existierenden Besiedelungshindernisse für Wölfe, die im Rahmen unserer geltenden Gesetze zu verwirklichen wären? Wenn dies "Halbwahrheiten" sind, bin ich gespannt auf deine Wahrheiten.

Pegasus

kanute Offline




Beiträge: 549

12.08.2012 00:33
#19 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Zitat von Pegasus im Beitrag #16
Wir haben in Deutschland eine auch durch die Jagd erhaltene artenreiche Kultur(!)landschaft. Darin ist aber unter dem Aspekt wirklich artgerechter Habitate kein Platz für Großraubtiere.

Pegasus


Was mich immer wieder entsetzt, ist die Arroganz, wie über Daseinsberechtigung von Mitbewohnern dieses Planeten entschieden wird.

Grüße aus HB
Bernd

Klug ist jeder.
Der eine vorher, der andere nachher.

_Amarok_ Offline



Beiträge: 669

12.08.2012 00:34
#20 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Hallo Pegasus,

die 12 Jahre, seit dem sich Wölfe in D wieder reproduzieren sind Realität. Trotz anfänglicher Konflikte, insbesondere mit Schafhaltern, sind Schutzmaßnahmen erfolgreich. Niemand will Schafe zu gunsten von Wölfen opfern. Einen 100%-igen Schutz gibt es aber nicht. Nirgendwo. Polen, Italien, Spanien ... sind Beispiele dafür, dass Wölfe schon Jahrzehnte auch in Kulturlandschaften leben. Deutschland ist eines der wildreichsten Länder Europas. Alleine in Brandenburg wurden in den letzten Jahren jährlich zwischen 60.000 bis 80.000 Wildschweine, ca. 70.000 Rehe, 8.000 - 9.000 Stück Rotwild und 13.000 Stück Damwild geschossen. Nach wie vor ist die Wilddichte aber hoch.
Das von dir geschilderte Ernährungsverhalten von Wölfen ist eine Halbwahrheit bzw. Unwahrheit. Die von dir dargestellte Gefahr für Rinder- und Pferdehalter durch Wölfe ist eine Halbwahrheit. Die von dir dargestellte Situation des Verdienstes der Jagd für eine vermeindliche Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft ist eine Unwahrheit.
Ich biete dir keine Lösung, sondern halte mich an die Realität, an belegbare Tatsachen, Zahlen und Fakten.
Da ich mich lieber Draußen, u.a. auch mit Wölfen beschäftige, mache ich an dieser Stelle einen "PUNKT". Komme doch zum nächsten Canadiertreffen, da können wir uns zur Thematik unterhalten.

Amarok

NielsOlaf Offline




Beiträge: 28

15.08.2012 17:40
#21 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Ich finde die faktengestützte Diskussion darüber, ob und inwieweit hier in unserer Landschaft wieder Wölfe und andere große Beutegreifer leben können eigentlich ganz interessant. Und ich fände es begrüßenswert, wenn sich die Jäger, die sich selbst ja als Naturschützer begreifen wollen, daran ernsthaft beteiligen. Unter ernsthaft verstehe ich dann aber, dass man entweder die eigenen Interessen mal einfach hinten anstellt, sich wirklich der Sache widmet und einfach sein Fachwissen beisteuert oder aber deutlich zu erkennen gibt, dass man eigentlich nur eigene Interessen vertreten will. Man darf ja auch darüber reden.

Dieser Lobbyismus unter dem allzu fadenscheinigen Deckmantel natur- und lebensraumbezogener Argumentationen (über den ich mich regelmäßig beim Aufschlagen meiner Jagdzeitung ärgere) ist allerdings einfach nur disqualifizierend und so darf sich die Jägerschaft auch nicht wundern, dass man sich mit einer Beteiligung schwertut (auch wenn der Wolf in Sachsen nun ins Jagdrecht kommt).

Es springt einen ja förmlich an, dass das Ergebnis der Annäherung an den Sachverhalt schon von Beginn an feststeht und eigentlich nur Begründungen für das aus ganz anderen Motiven heraus gewünschte Ergebnis ("gehört hier nicht her") gesucht werden. Und da ist offenbar vieles recht.

Mit dem Argument der Verkehrsdichte ließe sich doch auch gegen nahezu jede Wildart argumentieren. Das kann doch unmöglich zu dem simplen Ergebnis führen, dass kein Platz für Wildart x oder y da ist. Sicher, es gibt Probleme bei der Vernetzung von kleiner werdenden Lebensräumen und es gibt erste (noch völlig unzureichende) Lösungsansätze (Korridore, sehr teure Brücken etc.).

Die Einseitigkeit dieser Betrachtung wird erst recht deutlich, wenn man das angesprochene Rotwild im Vergleich ansieht, dass in bestimmten Regionen ohne Winterfütterung in Gattern gar nicht mehr existieren könnte. Oder wenn man das Muffelwild betrachtet, dass als nichteinheimische und bis heute nur bedingt angepasste (Stichwort Moderhinke) Art zum Zwecke der Jagd angesiedelt wurde (was vor der Ausrottung des Wolfs gar nicht geklappt hätte, wie der dramatische Rückgang in den Wolfgebieten zeigt). Der Wolf ist bekannermaßen viel anspruchsloser, als die beiden vorgenannten Arten was den Lebensraum anbelangt, aber für ihn soll kein Platz sein. Und bei der Beute ist er bekanntermaßen nicht so währlerisch, wie dargestellt. Diese Argumentation ist mir allzu durchsichtig.

Wenn ich mich dem Thema nähere, dann nicht um zu selektieren, ob der Wolf nun besser passt als zum Beispiel das Rotwild oder umgekehrt, sondern um zu schauen, wie es passender gemacht werden könnte, damit möglichst alle Mitgeschöpfe, die wir noch nicht weltweit ausgerottet haben, auch in den Lebensraum für den wir hier verantwortlich sind, zurückkehren können. Und das wiederrum geht nur, wenn man Verzicht und Bescheidenheit bei den eigenen Ansprüchen immer auch mitdenkt.

Leider hat man bei solchen Beiträgen den Eindruck, dass es da nur um den Schutz des jagdbaren Wildes und eben nicht der Natur geht. Weswegen die Jägerschaft sich nach vor so schützend vor die Landwirte stellt (und sich plötzlich für Schafe stark macht, die sie vorher nicht die Bohne interessiert haben), die ihnen die zu recht allseits beklagte Monokultur in den Revieren bescheren, um sie anschließend mit Wildschadensforderungen zu überziehen und dabei unbeirrt (nach eigenem Verständnis: andere) Naturschützer als Feindbild pflegen, wird mir wohl immer schleierhaft bleiben.


Und by the way: Ich bin Jäger, seit kurzem auch Viehzüchter und wohne nicht in der Stadt.

kanute Offline




Beiträge: 549

15.08.2012 19:07
#22 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Wer gibt den Menschen eigentlich das Recht, zu entscheiden, welches Tier hier leben darf oder nicht. Ein bisschen mehr Bescheidenheit wäre wünschenswert. Das Argument, dass Raubtiere auch mal ein "Nutztier" (für wen eigentlich?) reißt zählt für mich auch nicht. Damit hatten alle siedelden Menschen zu tun und tun es immer noch.

Grüße aus HB
Bernd

Klug ist jeder.
Der eine vorher, der andere nachher.

Pegasus Offline



Beiträge: 71

15.08.2012 21:38
#23 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Ich finde Nils-Olafs sehr differenzierten Beitrag wirklich gut. Wenn ich geschrieben habe, dass der Wolf nicht in unsere Kulturlandschaft passt, spreche ich ihm damit nicht das Existenzrecht ab, ich meine vielmehr, dass sich eine genetisch gesunde Population in entsprechender Anzahl in unserem zersiedelten Land kaum entwickeln wird. Warten wir es mal ab, was sich ergibt...

Pegasus

kanute Offline




Beiträge: 549

15.08.2012 21:48
#24 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Zitat von Pegasus im Beitrag #23
Wenn ich geschrieben habe, dass der Wolf nicht in unsere Kulturlandschaft passt, spreche ich ihm damit nicht das Existenzrecht ab, ich meine vielmehr, dass sich eine genetisch gesunde Population in entsprechender Anzahl in unserem zersiedelten Land kaum entwickeln wird.

Pegasus


Aber das ist doch ein Widerspruch in sich.

Grüße aus HB
Bernd

Klug ist jeder.
Der eine vorher, der andere nachher.

Leichtgewicht Offline




Beiträge: 1.294

01.09.2012 21:32
#25 Wolf und Naturschutz antworten



...heute gesehen im Erlichthof... ( http://www.erlichthof.de/ )

Angefügte Bilder:
Problem.jpg  
Trapper Offline




Beiträge: 1.561

02.09.2012 11:08
#26 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Zitat
ch finde Nils-Olafs sehr differenzierten Beitrag wirklich gut. Wenn ich geschrieben habe, dass der Wolf nicht in unsere Kulturlandschaft passt, spreche ich ihm damit nicht das Existenzrecht ab, ich meine vielmehr, dass sich eine genetisch gesunde Population in entsprechender Anzahl in unserem zersiedelten Land kaum entwickeln wird. Warten wir es mal ab, was sich ergibt...

Pegasus


..nach allem was ich über die Wölfe in Deutschland so gelesen habe und weiß, sind sie eingewandert und haben sich hier vermehrt. Das zeigt doch deutlich, das sich ein Lebensraum bietet! Wenn der Mensch hier vieleicht mal seine "regulatorischen Finger" heraushält und einfach die Natur machen lässt wären alle ein Stück "reicher".

Internette Grüße Thomas

moose Offline



Beiträge: 1.478

02.09.2012 16:19
#27 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Zitat
Wenn der Mensch hier vieleicht mal seine "regulatorischen Finger" heraushält und einfach die Natur machen lässt wären alle ein Stück "reicher".


genau, die natur findet immer einen weg, da gibts ein paar schöne filme genau dazu
moose

LJB Offline



Beiträge: 9

02.09.2012 17:51
#28 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Der Wolf passt ganz gut in unsere Kulturlandschaft. Wir wollen nur nicht das er hinein passt. Lassen wir ihm doch selber entscheiden...

_Amarok_ Offline



Beiträge: 669

03.09.2012 18:27
#29 RE: Wolf und Naturschutz antworten

Zitat von Trapper
Wenn der Mensch hier vieleicht mal seine "regulatorischen Finger" heraushält und einfach die Natur machen lässt wären alle ein Stück "reicher".


Im Zusammenhang mit der kontroversen Diskussion über die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland, passen auch etwas diese aktuellen Pressemitteilungen:

Elch stirbt auf Autobahn - Fahrer verletzt
Auf Autobahn getöteter Elch ist entsorgt

Man geht davon aus, dass es bei uns in Ostrandenburg mittlerweile ein Dutzend Elche gibt und sich diese hier auch bereits reporduziert haben. Im zuständigen Ministerium wird ein Managementplan erarbeitet. Es soll darin aber nicht, um eine Förderung der Ausbreitung des "Königs der Wälder" in Brandenburg gehen. Ob es einmal einen lebenskräftigen Elchbestand hier geben wird, wird die Zukunft zeigen. Diese Rückkehr ist aber auch ein weiters Zeichen dafür,dass die Natur kann, wenn man sie lässt. So wie sich der eine oder andere vorhergehende Schreiber schon positionierte. Ursprünglich war der Elch auch in unseren Wäldern eine natürlich vorkommende Tierart. Zu Zeiten des DDR-Jagdrechts wurden übrigens aus Polen einwandernde Elche und Wölfe rigoros abgeschossen.
Eine andere nicht heimische Tierart wird es u.U. in absehbarer Zeit hier nicht mehr geben. Das Muffelwild wurde in vielen Teilen der nordeutschen Tiefebene zum Zwecke der Bejagung ausgewildert und von Jägern "gehegt". Der natürliche Lebensraum des Mufflons ist das Gebirge. Die Tiere können sich dort vor ihren natürlichen Feinden (auch Wolf) in felsige Lagen zurückziehen, z.B. dort ihre Lämmer aufziehen. Im Flachland funktioniert dieses Fluchtverhalten natürlich nicht. Dort werden die Tiere nun leichte Beute des hier ursprünglich vorkommenden und zurückkehrenden Wolfs. Ein weiteres Problem für das Mufflon ist die "Moderhinke". Eine Erkrankung der Klauen. Die Ansteckung wird besonders durch die weichen und feuchten Untergründen im Flachland begünstigt (Infektionsweg), die im natürlichen Lebensraum nicht vorherrschen.
Wir sind (technisch) in der Lage die mit der Rückkehr von Wolf, Elch ... verbundenen Probleme in die eine oder andere Richtung "zu lösen". Klar, dass ich für die positive Variante aus Sicht dieser Tiere bin.

moose Offline



Beiträge: 1.478

04.09.2012 21:57
#30 RE: Wolf und Naturschutz antworten

da wir bedauerlicherweise eher eine erderwärmung haben ist nicht mit einer ansiedlung der elche bei uns zu rechnen, leider. in den nordprovinzen deutschlands könnte man den sehr wohl unterbringen, allerdings braucht es dazu große wälder, wo der mensch nicht nach profit schaut.
es gibt nix besseres als elchleber.

und wenn wir die geschwindigkeit etwas drosseln würden - auf den strassen - täte das auch nicht schaden, etwa wie in schweden z.b.

die mufflos gehören ja nun mal gar nicht hier her, aber was solls, ich ess die gerne, wir haben im deister bei sehr felsigem sandsteinboden große, fast zu große mutterfamilienverbände die sehr gesund sind zum leid der forstleute :) und kapitale widder haben wir auch.
moose

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