Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Zur Vermeidung weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen werden alle Beiträge und Äußerungen über die Firma Gatz-Kanus, den Namen und deren Produkte nicht mehr geduldet.
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 84 Antworten
und wurde 7.760 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
MrDick Offline




Beiträge: 1.234

24.07.2009 08:21
#16 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

Jetzt muss ich doch auch mal...
Eigentlich beteilige ich mich ja grundsätzlich nicht an Diskusionen (discutere -> zerschneiden, zerteilen) sonder höchstens an Debatten (debattere -> den Kampf herausnehmen) aber nu zum Thema:

Auch ich bin in vielen Themenbereichen ein Autodidakt. In einigen sogar recht erfolgreich. Allerdings habe ich auch beim Paddeln irgendwann eine Grenze erreicht, wo ich dann in meinem Supf saß und sich nicht mehr viel Neues tat. Einige gute Instructeure gaben mir dann nochmal die Basics. Von da an ging eine Tür für mich auf, und ich konnte mit großen Schritten Neues hinzu lernen. Für mich besteht der Spaß zu einem großen Teil im Entdecken und Lernen, und auch im Weitergeben.
Try and Error ist sehr effektiv, wenn man Neuland betritt und das bekannte Wissen erweitern möchte. Es ist aber nicht besonders effizient um bereits vorhandenes Wissen selbst zu erlangen. Die Pioniere, die uns einen großen Teil des Know Hows hinterlassen haben, hatten auch Ihre Lehrer - auch wenn sie keinen Kurs besucht haben (Bill Mason schreibt irgendwo wie er einen alten Mann auf einem See Paddeln sah, was ihm wieder inspiration gab, seinen Stil weiter zu entwickeln). Ganz neben bei haben die sich auch mit anderen Menschen ausgetauscht und vor Allem sehr viel Zeit auf dem Wasser verbracht (vielleicht mehr als unsereins sich leisten kann). Der größte Teil dieses Wissens ist also überliefert und nicht einfach erfunden. Es wurde auch nicht zum Zweck überliefert, dass klein Northwoodsman Spaß am Paddeln hat, sondern, früher, schlicht als skill um zu überleben. Gute Kurskonzepte haben dieses Wissen kategorisiert, systematisiert und didaktisch und methodisch so aufbereitet, dass man es in kurzer Zeit vermitteln kann. Es geht hier immernoch um Wissensvermittlung, nicht unbedingt um Können! Das ist die nächste Hürde. Nur weil man die Gesetze der Physik versteht, bedeutet das nicht automatisch, dass man sie anwenden kann. Etwas verstehen ist halt nicht das gleiche wie es zu tun (Instructor vs. Trainer).
Häufig merkt man auch garnicht wo es bei einer Bewegung klemmt. Da kann eine erfahrene Sicht von aussen hilfreich sein (Das gilt übrigens nicht nur für das Paddeln - Feldenkrais ist in diesem Zusammenhang absolut Lesenswert). Der Rahmen eines Kursprogramms hilft zudem, sich Themenbereichen zu nähern, die man ohne Lehrer nicht beachten würde.

Ich glaube Kurse sind in erster Linie als Inspiration zu sehen. Man bekommt eine grundlegende Einführung in merh oder wehniger fortgeschrittene Themenberieche. Dann weiss man schonmal was der aktuelle Stand ist. Dann kann man sich ja immernoch entscheiden etwas anzunehmen, oder abzulehnen um seinen eigenen Stil zu entwickeln (Make a clear distinction between substance and style - Mel Krieger). Entscheidend ist, dass man nun die nötige Erfahrung und Reife dazu besitzt.
Was das Gruppenerlebnis betrifft: Ich muss zugeben, dass ich eigentlich auch kein Gruppenmensch bin, auch wenn ich mich unter bestimmten Menschen sehr wohl fühle. Es ist aber bei weitem nicht so, dass man in einem Kurs nur vom Instructor lernt. Die anderen Teilnehmer machen da manchmal viel aus. Ausserdem gibt es ja auch noch Einzelunterricht, wo man in mehreren kleinen 2-3 Stunden Sessions ganz individuell lernen kann.

Also, bevor alle denken ich hätte zu viel Zeit: Natürlich muss nicht jeder einen Kurs besuchen um Spass zu haben. Die Meisten jedoch, die tiefer einsteigen wollen, werden irgendwann ihren Meister finden, der sie hoffentlich inspiriert ihren Weg zu finden zu lieben und weiter zu gehen. Hätten wir nicht Wissen weitergegeben, sondern immer neu aggregiert, dann wäre nie ein Basis für Menschen da gewesen, die dieses Wissen weiterentwickeln. Und darin sehe ich auch einen Nutzen von Paddelkursen.

"Wissen hat eine wunderbare, einzigartige Eigenschaft! Es verdoppelt sich wenn man es teilt!"

In diesem Sinne - happy paddling!
Sebastian

Nachtrag, Richard war schneller als ich-
Richard: Ich kann deine Erfahrung gut verstehen. Das ist etwas was ich auch schon erlebt habe und kritisiere. Es gibt aber sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Kursveranstaltern. Das Kommerzielle sollte da nicht im Vordergrund stehen. Das ist allerdings besonders hierzulande ein Wirtschaftlich/Gesellschafliches Problem, dass sich durch viele Bereiche zieht. Vor dem Verdienen sollte immer das Dienen kommen. Dass das nicht immer so ist, trägt stark zu dem Misstrauen bei, dass den Menschen entgegengebracht wird, die sich ganz dem Thema widmen und davon leben müssen.

--
"Die Weisen erfreuen sich am Wasser." (Konfuzius, 551 - 479)
-

...der will nur spielen!
Für alle die am Bodensee spielen wollen: http://www.freestylecanoeing.org

Gerhard Offline




Beiträge: 638

24.07.2009 08:25
#17 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

Hallo Richard,

das sprichst Du einen (leider) richtigen Punkt an.
Ich habe das Problem nicht. Ich gebe meine Kurse (derzeit nur) im Verein, mir geht es nicht um Kommerz und Geld verdienen, sondern darum den Leuten den Spaß am Canadierfahren zu vermitteln und auch die Anzahl der Canadierfahrer zu erhöhen.
Ich gebe auch mein Wissen außerhalb der Kurse an Anfänger weiter und habe mittlerweile eine kleine aber feine Gruppe an Canadierfahrern im Verein aufgebaut.
Was ich aber bei den Kajakern erlebt habe ist, daß hier oftmals die Bedürfnisse von Canadierfahrern nicht berücksichtigt werden. Man sollte ich also nicht blind den Kajak fahrenden Freunden anvertrauen, auch wenn sie meinen das klappt schon.

Grüße
Gerhard

Richard Offline



Beiträge: 57

24.07.2009 08:37
#18 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

Hallo Gehard,

sorry, da haben wir uns mißverstanden - ich meinte nicht, dass die Candierfahrer von den Kajakern lernen sollten, sonder sich deren Gruppendynamik als Beispiel nehmen sollten. Wahrscheinlich ist das Problem die relativ geringe Zahl von Canadierfahrern (im Verhältnis zu den Kajakern). Und: meine Kritik bezog sich nur auf meine ganz persönlichen Erfahrungen mit kommerziellen Kursen. Als ich vor ein paar Jahren mit meiner Tochter zusammen einen Kajakkurs im Verein absolvierte, konnte ich den Geist der dort herschte, gut kennenlernen. Auch der (ehrenamtliche) Einsatz der dort engagierten Kanulehrer verdient höchsten Respekt !

Gerhard Offline




Beiträge: 638

24.07.2009 08:44
#19 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

Die Gruppendynamik ist bei den Kajakern nur deshalb so groß weil es so viele gibt.
Aber auch bei den Canadierfahrern gibt es so eine Gruppendynamik. Zumindest bei uns im Verein. Der Axel dürfte das aus Tübingen auch kennen.

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.432

24.07.2009 10:44
#20 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

" ...Das doofe am Canadierfahren (zumindest am Anfang...) ist, dass das gemeinsame Fahren in der Gruppe und die Wissensvermittlung sehr stark kommerziell orientiert ist. Da gibt es Canadierlehrer, die passen höllisch drauf auf, dass im ersten Kurs ja nix vermittelt wird, was erst im 2. Kurs drankommt. Dann gibt es Canadierschulen, da haben hinterher nach ein- zwei Kursen alle die gleichen Boote und die gleichen Klamotten an. Was mir in der Canadierszene fehlt, ist das einfache, nicht-kommerzielle gemeinsame Paddeln,
wo die erfahrenen Paddler ihr Wissen spielerisch an die Novizen weitergeben (wie es bei den Kajakern z.B. üblich ist...). Schlimm finde ich auch, die Überheblichkeit einiger "Canadierlehrer" die glauben einem Autodidakten, der schon einige Jahre im Canadier sitzt undbedingt einen Kurs reindrücken zu müssen.

..."

Richard, ich glaube, die Wissensvermittlung beim Paddeln im Canadier ist nicht stärker kommerziell orientiert, als in anderen Lebensbereichen. Ein Golflehrer nimmt auch Geld, selbst der Pfarrer vermittelt seine Weisheiten an die, die Kirchensteuern zahlen ...
Ich habe mittlerlweile kanpp 10 Jahre Erfahrung als Instructor, wir stellen etliche hochwertige Boote zum Kurs zur Verfügung, mein Wissen kam auch durch Kurse, die ich bezahlen durfte, wenn ich an einem Kurswochenende mit etwa 20 Stunden mein Bestes gebe, um den Teilnehmern eine solide Paddeltechnik beizubringen, zahlreiche Fragen beantworte usw ... habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn die Kursgebühr für mich eine Einnahme ist.
Darüber hinaus bringe ich mein Wissen und meine Erfahrungen hier im Forum sehr gern ohne kommerzielle Gegenleistung ein, die Workshops zu unseren Canadiertreffen vermitteln Wissen ebenfalls ohne kommerziellen Hintergrund. Auf Paddeltouren außerhab von Kursen bin ich gern bereit, praktisches und theoretisches Know How weiterzugeben. Ich habe schon so manche Stunde am Telefon verbracht, um einem Anrufer Fachfragen zu beantworten ... ganz ohne Gegenleistung. Na ja, reich bin ich durchs Paddeln auch noch nicht geworden ... aber vielleicht ändert sich das ja bald mal?


"...Schlimm finde ich auch, die Überheblichkeit einiger "Canadierlehrer" die glauben einem Autodidakten, der schon einige Jahre im Canadier sitzt undbedingt einen Kurs reindrücken zu müssen.

..."

Es gibt viele Autodidakten, deren "Paddeltechnik" sehr jungfräulich ist. Die haben zweifellos viel Spaß am Paddeln, sitzen lange Jahre im Boot, mögen viele tolle Erlebnisse gehabt haben, sie müssen auch nicht ihre Paddeltechnik verbessern .... würden aber trotzdem von einem Grundkurs sehr profitieren.

Letztlich muß doch jeder Paddler seinen Weg gehen, jeden steht es frei, einen Kurs zu besuchen, es zu lassen, sich zum Thema zu informieren oder auch nicht ...
Ein Kurs ist sicher der kürzeste und beste Weg seinen Paddeltechnik-Horizont zu erweitern ... es wird aber niemand dazu gezwungen.

HeinzA Offline




Beiträge: 1.367

24.07.2009 11:13
#21 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

Hallo, Debattanten!

Ich glaube, jetzt ist es an der Zeit, dass auch ich meine 10 Cent zu der Debatte (Hut ab Sebastian, deine Wortsicherheit ist beachtenswert...) beitrage. Ich persönlich habe 1987 mit dem Paddeln begonnen, in Schweden, mit einem Leihcanadier und einer Kurzeinführung von 10 Minuten (the sternpaddler stears, similar to the rudder of a sailing ship...). Dann habe ich mir meinen ersten eigenen Canadier (Ally 15) zugelegt und habe gegonnen, mir mit Bill Masons Buch das Paddeln beizubringen. Es ging, es ging lange, ich hatte viel Spass dabei, aber irgendwann war der Dampf draussen und irgendwann (2001) machte ich meinen ersten Kurs bei Natur Pur in der Nähe von Wien, weil die eine Technik versprachen, mit der man ermüdungsfreier Paddeln kann. Aha, die Schläge sehen zwar ähnlich aus, werden aber doch anders, nämlich mit Körperrotation und nicht mit Armkraft ausgeführt, die Betonung liegt auf Schonung des Bewegungsapparates und Verletzungsvermeidung. Frustig daran war, dass ich zwar gesehen habe, was ich alles falsch mache, die Fehler aber so tief im motorischen Speicher abgelegt waren, dass ich heute noch, vor allem beim Tourenpaddeln, immer wieder in alte Techniken zurück verfalle. Dann war ich zusätzlich einige Zeit absolut nicht auf dem Wasser (Haus und Kind) und somit war mit dem Üben, das sehr, sehr wichtig ist, nix.

Beim ersten Kringelfieber besuchte ich Workshops zu Freestyle und Canadian Style bei Jörg Wagner und lernt doch einiges dazu, für die wenigen Stunden, die diese Einheiten dauerten. Darauf folgte dann ein Solokurs und ein Canadian Style Kurs, jeweils wieder bei Jörg, von denen ich sehr profitierte. Da war im Anschluss schon mehr Zeit zum Üben, feilen und vertiefen vorhanden, mit dem Ergebnis, dass ich nun doch ein gerüttelt Mass an Gefühl für das Zusammenspiel von Boot, Paddel und Wasser habe, glaube ich halt.

Der bisherige Abschluss meiner Ausbildung war der dreitägige Instructor Development Workshop bei Jörg und Detlef in diesem Frühjahr, der an Intensität und der Vermittlung von Feinheiten den bisher besuchten Kursen die Krone aufgesetzt hat. Vor allem die damit verbundene Absicht, anderen Paddlern diese Kenntnisse in den kleinsten Details vermitteln zu wollen bedingt beim Instructor selbst eine Konzentration, die ich bis dato bei mir nicht kannte. Und trotzdem kämpfe ich nach wie vor mit Schludrigkeiten, wie z.B. dem Auflegen des Paddels am Süllrand beim J-Schlag, die ich einfach nicht wegbekomme bzw. bei Nachlassen der Konzentration wieder in mein Paddeln einfliessen.

Bei der Auswahl des Instructors/Lehrers/Trainers gilt es meiner Meinung nach auch zu beachten, worauf dieser in seiner Ausbildung abzielt. Ein dezidierter Flachwasserpaddler und Kringler wird auf andere Dinge bei der Technikvermittlung Wert legen als einer, der die Flachwasserschulung nur als (leider) notwendigen Schritt ins Fliess- und Wildwasser sieht. Andererseits hilft eine saubere Flachwassertechnik auch beim Einstieg ins Fliesswasser enorm...

Und Axel, kurz zur Fähigkeit, ein Boot nach einem Kurs bzw. während eines Kurses zu beurteilen: nachdem die meisten Kanuschulen nicht nur einen Bootstyp für Schulungen verwenden und die Schüler auch auffordern, im Laufe des Kurses auch die Boote zu wechseln, kann sehr wohl eine Evaluierung der Fahreigenschaften der unterschiedlichen Bootsformen und -philosophien erfolgen. Bei mir gab es beim ersten richtigen Kurs ein absolutes Aha-Erlebnis. Ich war bis dato aus den wirklich hervorragend gemachten Katalogen von Wenonah ein eingefleischter Fan dieser Bootsschmiede und freute mich darauf, diese in natura kennen zu lernen. Nur hatte Gerhard Grimm auch noch so ein schwarzes Ding herumliegen, das optisch eigentlich viel mehr hermachte als die ganzen Minnesotas und Spirits. Und nachdem ich alle Kanus durch hatte mussten mich die anderen aus dem schwarzen Boot regelrecht wieder herausprügeln. Die Charakteristik war so unterschiedlich, so paddlerfreundlich, dass ich meinen Bootsarbeitsplatz gefunden hatte. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt erst einen knappen Tag Schulung hinter mir hatte, aber mein Allerwertester signalisierte eindeutig, ja, das ist es. Bis heute habe ich dieses Boot nicht in meinem Besitz, wohl aber den einen oder anderen Solo aus dieser Fabrik, in denen ich mich noch immer sehr, sehr wohl fühle...

Kurz zusammengefasst: Schulungen, auch wenn sie alle das ACA-Label tragen, können je nach Instructor sehr unterschiedlich ausfallen und jeder sollte immer wieder die Gelegenheit wahr nehmen, eine solche bei verschiedenen Anbietern zu besuchen. Ein richtig guter Instructor wird immer darauf achten, seine Schüler dort abzuholen, wo sie gerade sind und nicht dort, wo er sie gerne hätte. Und ein Zuviel an Lernen gibt es meines Erachtens nach, kaum. Gerade an den Feinheiten, die aber im Endeffekt viel bewirken können, kann Paddler unendlich feilen...

Noch zur Kommerzialisierung des ganzen Komplexes: die richtige Ausbildung zum Instructor ist, finanziell wie auch vom Zeitaufwand her, nicht billig, die Anschaffung von guten Kanus, Schwimmwesten, Paddeln, Matten, vielleicht einem Anhänger für den Transport von Kanus und dem ganzen Gerödel detto. Und wenn der Schüler dann erkennt, dass die verwendete Ausrüstung auch zu ihm passen würde, dann spricht wohl nichts dagegen, wenn der Instructor auch als Händler auftritt. Wobei, so glaube ich, bei den Instructoren, die ich bisher kennen gelernt habe, immer die Vermittlung der Erkenntnis, dass Paddeln Spass macht und neue Erfahrungen mit sich bringt, an erster Stelle steht. Und ich kenne keinen, der sich in der Szene bewegt, der davon bisher so richtig reich geworden ist...

So, jetzt reicht's einmal, vielleicht hat dieser ausführliche Post zur Debatte ja auch etwas zur Klärung beitragen können!
Heinz

Richard Offline



Beiträge: 57

24.07.2009 12:11
#22 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

@Frank: meine Schilderungen bezogen sich nur auf das, was ich persönlich erlebte. Höhepunkt war der Genosse mit dem Outdoorshop in einer fränkischen Großstadt letztes Jahr, bei dem ich eigentlich nur ein Paddel kaufen wollte. Als erstes fragte er mich zielstrebig, ob ich schon mal einen Canadierkurs gemacht hätte. ich verneinte (obwohl ich schon zwei gemacht hatte....), darauf gab er mir (im Laden !) ein Paddel in die Hand mit der Aufforderung, ihm mal zu zeigen, wie ich paddele. Anstelle den Laden sofort zu verlassen (das einzig richtige wohl) Ich ging drauf ein, und simulierte einen trockenen J-Schlag. Anhand dessen erkannte der anerkannte ACA Instruktor sofort, dass ich keine Ahnung habe wie man ein Paddel hält, und unbedingt nen Kurs bräuchte. Der andere ACA Instruktor aus der Region (bei dem ich später zwei Kurse machte), hat mir vor dem ersten Kurs erklärt, dass er sich nicht vorstellen kann, dass ich auf seinem Hausfluss alle Kehrwasser treffe, ohne vorher einen Kurs gemacht zu haben (hab ich dann doch, hätte die Kursgebühr wetten sollen...).
Von dem konnte ich dann aber doch einiges lernen; viel offizielles, im Rahmen des Kurses, aber nochmehr vom genauen Zusehen (z.B. wie blitzschnell ein Heckhebel beim surfen in der Welle gesetzt wird und sofort wieder das Paddel aus dem Wasser genommen wird)...
Sorry, wollte dich und vieleicht auch einige andere Instruktoren nicht pauschal in ein Boot werfen....

Gruß
Richard

Gerhard Offline




Beiträge: 638

24.07.2009 12:30
#23 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

@Richard, das Verkaufsgespräch kann ich mir lebhaft vorstellen ...
Ich kenne die beide von Dir angesprochenen ACA Instructoren, sie sind beide schon sehr speziell. Der eine hat früher sogar beim anderen gearbeitet. Da ich beide kenne weiß ich auch warum das nicht gut ging ;-)

lithiumhabib ( gelöscht )
Beiträge:

24.07.2009 13:17
#24 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

good afternoon,

...als begeisterter *Ausprobierer und Selbstbeibringer* treib ich mich nun seit ca. 25 Jahren mittels verschiedener Gefährte solo auf dem Wasser ´rum. Mit "jemandem was abschauen" ist also nix. Speziell mit dem Canadier geht´s nun ins achte Jahr und es wird keine andere Bootsgattung mehr für mich geben. Aber ganz ehrlich: obwohl ich schon dahin komme wo ich hin will (mit dem Boot), bin ich überzeugt dass ich nicht annähernd "gut" paddeln kann. Auch wenn ich die Bücher von Onkel Bill und anderen talentierten "Göttern" gelesen habe und durchaus verstehe was mir da vermittelt wird - meine innere Stimme sagt mir - mach´endlich ´nen Kurs, sonst wird das nie was Richtiges. Durch Job und andere Verpflichtungen hab ich dafür aber bisher keine Zeit. Nun steh ich vor der Wahl, meine Unabhängigkeit mal ein weekend aufzugeben und statt alleine vor mich hin zu wurschteln endlich mal bei Frank oder Jörg einen Kurs zu buchen. Und so wird es wohl auch werden. Zu Risiken und Nebenwirkungen fällt mir da nicht viel ein. Gut, ich könnte mich unglaublich blamieren, aber das Risiko ist es mir wert. Und anschließend besser, ermüdungsfreier und effizienter paddeln zu können - sind doch tolle Nebenwirkungen!!! Sinnhaftigkeit eines Kurses... sollte jeder für sich entscheiden...

ich geh mich jetzt mit meinem Heron abschinden

wünsche ein entspanntes (Paddel-)Wochenende

Grüße

Stefan

maromaier Offline




Beiträge: 259

24.07.2009 13:22
#25 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten


Hallo Axel,

Vielleicht entsteht dein Eindruck, daß Canadierkurse überbewertet werden, dadurch, daß du andere Zielvorstellungen hast als diejenigen, die diese Kurse so hoch preisen. Zielvorstellungen sind sehr persönlich und ich bemühe mich, meine eigenen Zielvorstellungen nicht auf andere zu übertragen. Die meisten von uns (mich eingeschlossen) neigen aber dazu, davon auszugehen, daß das, was einem selbst geholfen hat, ein Ziel zu erreichen, selbstverständlich auch anderen helfen wird. Dabei wird selten hinterfragt, ob der andere überhaupt dasselbe Ziel verfolgt, und auch nicht, ob für ihn derselbe Weg ebenfalls der beste ist.

Ein Canadierkurs taugt dazu, die paddeltechnische "Werkzeugkiste" mit neuen (oder verbesserten) nützlichen Gerätschaften anzufüllen. Mit den zusätzlichen Werkzeugen habe ich dann ein breiteres Spektrum an Möglichkeiten zur Verfügung, eine bestimmte Paddelsituation zu meistern, und/oder ich kann ein breiteres Spektrum an Situationen meistern. Wenn eins von beiden mein Ziel ist, bin ich hier richtig. Wenn das nicht der Fall ist, brauche ich keinen Kurs.
In wiefern kann ich mir dieses Werkzeug aber auch autodidaktisch aneignen? Das hängt meines Erachtens sehr vom Talent ab, und damit kann man sicherlich ein ordentliches Stück weit kommen. Talent hat aber nicht jeder im gleichen Maße, und obendrein stößt auch Talent an seine Grenzen, nämlich da, wo es um Techniken geht, die auf (z.B. wissenschaftlichen) Erkenntnissen basieren, die sich einem nicht ohne Weiteres erschließen, oder wenn es um Erkenntnisse geht, für die auch die Experten Jahrzehnte gebraucht haben, um sie sich zu erarbeiten.

Groetjes uit Holland,
Mark

P.S.: Morgen kommt der Twister zum ersten Mal zum Einsatz als Kursboot!


w w w . k r i n g e l f i e b e r . d e
w w w . f r e e s t y l e c a n o e i n g . n l

Cadmiel Offline



Beiträge: 12

24.07.2009 20:21
#26 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

Ich möchte mal meine Sicht darlegen. Wir haben vor kurzem zwei ACA Kurse besucht. Anfangs haben wir uns für einen Zahmwasser1 Kurs angemeldet – wir können ja paddeln, dachten wir. Sicherlich sind wir bis jetzt auch ohne Ausbildung auf unseren Wanderfahrten immer am Ziel angekommen und bewegt haben wir unser Dickschiff eigentlich immer flott und zielsicher. Nach einem Aha- Erlebnis auf leichtem Fließgewässer ;-) haben wir mal begonnen, über unsere Einstellung zum Kanufahren und dessen Technik nachzudenken. Kurzentschlossen buchten wir noch einen Flachwasserkurs. Nicht wissend, was uns erwarten wird, waren wir uns aber sicher, dass wir uns A) gut fortbewegen und vor allem B) ein perfekt eingespieltes Team sind.
Wir wurden dann schnell eines besseren belehrt. Der Flachwasser und Zahmwasserkurs hat uns durch die Vermittlung der ACA Technik ein anderes, für uns besseres, Bootsgefühl eingebracht. Und was fast noch wichtiger ist, durch das Coaching wurden unsere Schwachstellen aufgedeckt und uns vom Instructor gnadenlos um die Ohren gehauen ;-)). Nicht nur Technik sondern eben auch Kommunikation im Tandem usw. Darauf können wir nun sehr gut aufbauen.

Was die Instruktoren und/oder Händler bzw. deren Cross-Selling Aktivitäten angeht, sind wir doch alle mündige Konsumenten die selbst entscheiden können, ob man neben einem Kurs auch noch Zubehör erwirbt.

Der Vertrieb von Produkt und Dienstleistung und deren Verknüpfung begegnet uns täglich im Berufsleben. Warum sollte ein Instructor oder Händler darauf verzichten? Kaufmännisch gesehen, wäre das fast schon fahrlässig…

Schönes Wochenende wünscht
Andi

Wolfgang Hölbling Online




Beiträge: 2.916

25.07.2009 00:28
#27 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

Autodidakt - Kanudidakt?
10 Jahre Kajak, 10 Jahre Pause, dann volle Motivation durch einen Grundkurs bei den Grimms im OC.
Ein Jahr später hat mich Detlev getroffen ( er hat mich am Wasser mit meinem Rendezvous gesehen und angesprochen ) es folgten viele gemeinsame Ausfahrten. Wie ich heute weiß, war Detlev schon damals ACA-Instructor. Kein Wunder, daß ich von Ihm profitiert habe. Einen Solokurs ist er mit mir erst viel später, auf meinen Wunsch hin gefahren. Es folgten weitere wichtige Schritte, wie die Guideausbildung bei Frank usw.
Inzwischen hatte ich mit Bell und Wenonah zu Handeln begonnen und konnte Jörg dazu gewinnen, bei uns ( Kärnten ist OC- Entwicklungsland ) Kurse zu geben. Freestyle, Canadian Style, ACA-Instructor development Workshop. Bei jedem war ich natürlich dabei! Ich freue mich auf die ACA-Zertifizierung im September!
Im Grunde meines Herzens wäre ich soooo gern Autodidakt!
Warum nicht?
Ganz einfach: Meine Lernkurve ist eine Treppe!

Wolfgang Hölbling

Toolboxafloat Offline




Beiträge: 502

25.07.2009 08:09
#28 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

Ja. offenkundig überwiegen - wenn wir die Repräsentativität der Aussagen mal lieber nicht in Zweifel ziehen - die Chancen.

Die Risiken sind wohl vor allem "Sucht" (nehmen wir doch alle gern in Kauf) und "Selbstzweifel" (Nichterreichen von zu hoch gesteckten "Zielen"). Das war ja auch der Ausgangspunkt des Threads, dass davor gewarnt wurde zu hohe Erwartungen an Kurse zu wecken (und zu haben).
Wenn Ausnahmepaddler wie Heinz dann doch gleich nach dem ersten Kurs zu versierten Bootstestern werden müssen wir Normalsterblichen, in denen dieses Talent nicht angelegt ist, uns eben bescheiden und fleißig weiter üben.

Ein Risiko erkenne ich noch im Kurse-geben. Die Instruktöre sind schutzlos einer Berufskrankheit ausgesetzt deren deutlichstes Symptom das Einordnen der Paddlerinnen- und Paddlerwelt in "Kann paddeln" und "Kann nicht paddeln" ist (davon müssen wir Amateure - noch im passionierten oder schon im obsessiven Stadium des Krankheitsvelaufs der "Paddelsucht" - uns ja nicht gleich auch anstecken lassen), und sie neigen dazu im Besuch eines Paddelkurses die Lösung jedwedens Paddelproblems zu sehen - vielleicht ein eher ökonomisch bedingtes Problem. Dabei hilft vielfach Paddeln, Paddeln, Paddeln auch - ob wir nun unsere Sucht mit Fusel (GFK-Schüssel) oder Cognac (High-End-Importboot) befriedigen.

Axel

P A D D E L B L O G - "Everyone must believe in something. I believe I'll go canoeing" Henry David Thoreau

moose Offline



Beiträge: 1.478

25.07.2009 08:50
#29 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

@ Fusel

Also, da muss ich doch deutlich wieder sprechen. Mein Atkinson z.B. aus GFK ist keinesfalls Fusel. Eher würde ich sagen guter Malt. Auch aus Fusel kann man ein gutes Tröpfchen designen, wenn man weiss wie es geht. Holzrand hat er aber.

Wie hab ich den ausgesucht: Ich bin zum welle (den ich nicht kannte) gefahren (ohne Kurs übrigens ), hab den da liegen gesehen, hab den mal geschultert - ging grad so - hab den Preis gedrückt , und mitgenommen. Probefahren war mir zu umständlich, hatte auch grad keine Zeit. Außerdem kann isch sowieso nicht gut paddelen, bin ja mehr der "Waldläufer"

Wie hab ich den ausgesucht: Habe mir im Forum die Statementes einiger durchgelesen. Da waren auch Instruktoren dabei , frei nach dem Motto Kontrolle ist gut - Vertrauen ist besser. Man muß einem Profi hinter die Fasade schauen können, dann profitiert man von dessen jahrerlanger Expertise, Paddelkurs hilft natürlich auch, allerdings ohne selbskritsiches und geduldiges Zuhören und Annehmen können geht meist gar nix.

moose

p.s. habe dann naturellement auch einen Kurs gemacht, da stand die Geselligkeit im Vordergrund für mich, das Lernen kommt da von alleine, ich habs lieber so rum.

übrigens: ohne diese verrückten hier kritisierten canoefreaks, instruktoren, importoren, den aca leuten hier im deutschsprachigen raum, hätten wir bei uns o/c wüste satt. ihr spinnt doch wohl, ohne die kritisierten hier guten "kommerziellen" hätte ich immer noch keinen blassen schimmer, was ich für mein gutes geld, das ich reichlich habe kaufen kann im oc bereich. wir können froh sein dass es die gibt. man stelle sich mal vor, ich müsste mir das neben meinem reichlich anstrengenden job auch noch alles selbst erarbeiten, ich will ein boot das mir taugt und da bestehe ich auf die erfahrung derer, die hier in den dreck gezogen werden und die sollen verdammt noch mal daran verdienen können und müssen, und ohne den forumsbetreiber könnten ihr euch hier noch nicht einmal ausmähren - und das auch noch umsonst. beim psychiater müsstet ihr bezahlen - so jetzt ist mirs wieder besser

kleiner ist feiner

Jörg Wagner Offline



Beiträge: 871

25.07.2009 09:28
#30 RE: Canadierkurse - Risiken und Nebenwirkungen antworten

Axelchen,
nach Deiner Logik (Paddeln, paddeln, paddeln) müßte dann die Gleichung 3X3 = 10 nach der 10-millionsten Wiederholung korrekt sein!?!
Im Übrigen verunglimpfst Du gerade pauschal einen ganzen Berufsstand, bist aber offensichtlich zu feige, das konkreter zu fassen. In dieser Pauschalität ist das unanständig/erbärmlich, ebenso wie dein Vergleich aus der Tierwelt, den Du in Deinem privaten Selbstentblößungsblog anstellst, ein erstaunliches Verhalten, bedenkt man Deinen beruflichen Hintergrund. Den Rest erledigt meine "Affenbande"
Jörg Wagner

Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
 Sprung  

Canadier.com ACA Kanuschule