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Dieses Thema hat 34 Antworten
und wurde 3.027 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
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Rheinländer Offline




Beiträge: 374

27.05.2013 19:32
#16 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

Zitat
Leinöl ist nicht wasserfest, löst sich also im Wasser langsam wieder ab.
Tungöl ist da deutlich robuster, ich mag es aber nicht so gern verarbeiten.



Andreas, bevor ich da jetzt einen Selbstversuch mache, warum verarbeitest du das Tungöl nicht gerne?

Gruß Björn

__________________________________________________________________________________
Da wir im gleichen Boot sitzen, sollten wir froh sein, daß nicht alle auf unserer Seite stehen.

Trapper Offline




Beiträge: 1.561

27.05.2013 21:36
#17 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten
Reines Tungöl riecht nicht besonders gut und hat auch die giftigen Bestandteile der Wolfsmilchgewächse. Im ausgehärteten Zustand verlieren die sich aber wohl! http://de.wikipedia.org/wiki/Tung%C3%B6l
Eben deshalb ist es meistens mit anderen Ölen vermischt erhältlich. Der unbestreitbare Vorteil von Tungöl
ist seine harte und sehr haltbare Oberfläche.

Internette Grüße Thomas

Nordstern Offline



Beiträge: 13

27.05.2013 21:48
#18 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

"Gibt es eigentlich Augenzeugen?"

Jepp, ein Lappen in der Lehrlingswerkstatt war schon schwarz und heiß als wir ihn nach ein paar Stunden entdeckt haben, hat bis zum offenen Feuer nicht mehr viel gefehlt.

Orangenöl (Orangenterpene) dient auch als Verdünnung - gut für den ersten Anstrich, kann man später aber auch weglassen. Biobaumärkte gibt´s inzwischen in vielen größeren Städten. Mit Produkten von "Kreidezeit" hab ich gute Erfahrungen gemacht, gute Qualität bei (vergleichsweise) günstigen Preisen.

Grüße
Nordstern

Claus_Ulrich Offline




Beiträge: 312

27.05.2013 22:34
#19 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

@ Nordstern & Andreas Schürmann: Danke für die Rückmeldungen zur Selbstentzündung Leinöl/Baumwolle. Hat schon ein anderes Gewicht seine Vorsichtsmassnahmen nicht nur auf Gerüchte gestützt zu wissen.

Gruß
Claus

Dull Knife Offline




Beiträge: 754

27.05.2013 23:18
#20 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

Leinöl gekocht und ungekocht. Auch da habe ich zwei Meinungen:

Beim Kochen des Leinöls setzt die Autoxidation der Fettsäuren und damit auch die Verharzung schneller ein als beim ungekochten, da die freien Radikale in dem Öl aber das geht nun zu weit in die Lebensmitteltechnologie hinein und ich habe Feierabend.

Die ersten Ölungen mache ich mit ungekochtem Leinöl. Das Öl verharzt nicht so schnell und zieht weit ein. Allerdings dauert es lange, bis das Öl fest wird und das Paddel benutzt werden kann (4Wochen?)

Zur Pflege danach tut gekochtes Öl gute Dienste. Die Oberfläche verdichtet sich gut, das Öl wird schneller fest als bei ungekochtem Öl.

Selbstentzündung: Meine Mutter hat früher oft Patinafarbe auf Leinölbasis benutzt. Geknüllte Lappen wurden regelmäßig warm. In ein Marmeladenglas gestopft und mit Wasser überdeckt gab es aber nie Probleme.

.

Im Leben ist es wie beim Paddeln: Wenn die großen Wellen kommen, immer in der Hüfte schön locker bleiben.

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.066

28.05.2013 07:49
#21 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

>>> Andreas, bevor ich da jetzt einen Selbstversuch mache, warum verarbeitest du das Tungöl nicht gerne?

Wenn ich es beim Verarbeiten an die Haut bekomme juckt es und den Geruch mag ich auch nicht.
Gemischt mit Orangen-Öl kommt nur noch ein Geruch dazu.

Wenn es dann aber trocken ist, faßt es sich ganz angenehm an.


@ Martin - Danke bezüglich gekocht ungekocht

saiga Offline



Beiträge: 68

28.05.2013 09:46
#22 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

Gekochtes Leinöl kenn ich als Leinölfirnis.
Weil der als Grundierung zu schnell trocknete, wurde er 1 zu 1 mit einem Lösungsmittel verdünnt.
Die Mischung wurde früher bei uns als Halböl gehandelt und war in den Tischlereien eine übliche Grundierung für Fenster. Erst danach haben wir die Fenster zum Glaser weiter gegeben.
Das Halböl dringt tief ein und trocknet gut. Eine Deckschicht aus Firnis ist auch relativ wetterfest. Nur das Aushärten dauert eben. Aus Leinölfirniss und Kreide wird Fensterkitt, und der wird auch irgendwann hart.
Ich nehme für meine Holzteile erst verdünntes Leinöl (das Holz färbt sich schöner) und dann verdünntes Tungöl (trocknet schneller).
Als Lösungsmittel nehm ich Orangenöl. Terpentinersatz aus dem Baumarkt geht aber genauso gut.
Also wie Wolfgangs Öl, nur eben getrennt verarbeitet.

Sirob188 Offline




Beiträge: 335

28.05.2013 13:57
#23 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten
Danke Euch allen,

ich lerne gerde ganz viel über "alte" Kulturtechniken.

Hier habe ich einen Artikel über Anbau, Gewinnung und Nurtzen von Leinöl gefunden. Wer etwas mehr erfahren möcht, blättert bis zur Seite 31 vor.

Meint der Boris

Bin mal eben Holz streicheln oder nen TWISTER versenken...

Sirob188 Offline




Beiträge: 335

03.06.2013 09:34
#24 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

So Ihr alle,

vielen Dank für die vielen Hinweise.

Habe mich nochmals durch einen "Spezialisten" aus der ökologischen Farbenwelt beraten lassen. Er verkauft viel an Holzbootbauer, von daher wird das erstaml passen.

Ich werde einen ersten Versuch mit einem Halböl machen. Da ist in etwas das drin, was auch Wolfgang H. selbst herstellt. Nur in einem kleinen Gebinde und nicht in 3 Litern.

Inhalt ist Leinöl, Holzölstandöl (ist das Tungöl?) und Balsamterpentinöl. Dieses Gemisch soll verhältnismäßig schnell in das Holz eindringen und ist nach ca. 24h abgebunden und das Paddel wieder verwendbar.

Vermutlich muss diese Prozedur häufiger angewand werden, als wenn mann reines Leinöl benutzt, das braucht aber viel länger, bis es einigermaßen tief eingezogen ist und abgebunden hat.

Jetzt ist mir nur ein kleiner Denkfehler beim Kauf unterlaufen.....

Wie sieht das aus mit einem GFK-Rumpf, wenn der Süllrand mit diesem Halböl behandelt werden soll? Bei meiner Dory ist außen blaues Gelcoat drauf und innen eine graue Frabe. Der Holzsüllrand ist gegen den GFK-Rumpf mit einer vermutlich Silikonnaht abgedichtet.

Kann ich da dieses Halböl benutzen oder macht das Terpentinöl ein Problem auf den Kusntstoffen? Weiß da jemand was?
Oder den Süllrand doch nur mit reinem Leinöl behandeln?

Danke!!!

Fragt der Boris

Bin mal eben Holz streicheln oder nen TWISTER versenken...

docook Offline




Beiträge: 884

03.06.2013 11:28
#25 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

Moin Boris,
an meinem betagten solo+ wurde der (Holz)Süllrand von wahrscheinlich div. Vorbesitzern schon des öfteren großzügig mit Ölen "bedacht". Außer einem getrockneten, unschönen Ölrand ist nichts zu sehen, Schäden keine. Trotzdem öle ich trennungsscharf zwischen Holz und Gelcoat mit einem stramm um den Finger gespannten Lappen oder Schwammstück (oder sogar kurz abgeklebt), weil das Öl ja nur auf das Holz soll und weil ich lieber "sauber" arbeite. So vor zu gehen ist nicht schwierig und bei Deinem neuen, schönen Canadier würde ich das ebenso machen.
Viele Grüße
docook

Angefügte Bilder:
Lampingonfahrt 9-2012 002.jpg  
Troubadix Offline



Beiträge: 1.213

03.06.2013 12:38
#26 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

Moin Boris,
es ist grundsätzlich kritisch nicht genau zu wissen was in dem "Halböl" drin ist.
Habe versucht meine Meinung noch mal zusammen zu fassen und auf die nicht so sehr gesundheitsförderlichen Dinge aufmerksam zu machen.
Unbehandeltes Leinöl braucht gegenüber Leinölfirnis (gekochtes Leinöl) länger bis es trocknet.
Beides dringt mit Balsamterpentin als Tiefentransporteur besser ein. Wenn nach beendeter Arbeit das Werkstück von nicht eingedrungenem Öl abgewischt wird vermeidet man das klebrige verharzen der Oberfläche sehr einfach.
Selbst verwende ich als Allergiker anstatt Balsamterpentin oder Orangenöl lieber Testbenzin zum verdünnen von Leinöl bzw. Leinölfirnis.
Tungöl hat gegenüber Leinöl den Nachteil dass es während der Verarbeitung giftig ist, über Haut und Einatmen in den Körper gelangt und allergieauslösend wirken kann, dazu wäscht es sich in Verbindung mit Wasser ebenso wie andere Öle mit der Zeit aus.
Aushärten im Sinne von Lack kann Öl nicht.
LG Jürgen

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.066

04.06.2013 07:50
#27 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

>>> Weiß da jemand was? Oder den Süllrand doch nur mit reinem Leinöl behandeln?

Ich kann das auf dem Twister für Leinöl und Tungöl beantworten. Zusätzlich Terpentin bei schon behandeltem Holz muss vielleicht auch gar nicht sein.

1. Tropfen am Rumpf gleich wieder abwischen
2. Rumpf vorher polieren/reinigen (zur Wasserverträglichkeit von Politur rätsel ich noch), weshalb ich den Rumpf eher mit Spülmittel . abwische. Danach hält da erst mal nichts drauf.

3. Vergessene Öl Tropfnasen, ohne Vorbehandlung des Rumpfes gehen schlecht runter, greifen das Coating aber nicht an.

Sirob188 Offline




Beiträge: 335

04.06.2013 09:40
#28 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

Zitat
>>> Weiß da jemand was? Oder den Süllrand doch nur mit reinem Leinöl behandeln?

Ich kann das auf dem Twister für Leinöl und Tungöl beantworten. Zusätzlich Terpentin bei schon behandeltem Holz muss vielleicht auch gar nicht sein.

1. Tropfen am Rumpf gleich wieder abwischen
2. Rumpf vorher polieren/reinigen (zur Wasserverträglichkeit von Politur rätsel ich noch), weshalb ich den Rumpf eher mit Spülmittel . abwische. Danach hält da erst mal nichts drauf.

3. Vergessene Öl Tropfnasen, ohne Vorbehandlung des Rumpfes gehen schlecht runter, greifen das Coating aber nicht an.



Hallo Andreas,

nur, damit wir uns richtig verstehen.... Du hast das OHNE Lösemittel aufgetragen. Also reines Lein-/Tungöl?

Danke für Deine Information!


LG

Boris

Bin mal eben Holz streicheln oder nen TWISTER versenken...

raftinthomas Offline




Beiträge: 555

04.06.2013 10:53
#29 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

Als professioneller Anwender kann ich mich nur immer wieder über die Selbstmischungen wundern. Die Trocknungszeiten von dem Zeug liegen im Bereich von Monaten, selbst "Fertigmischungen" mit Sikkativen von Livos, Leinos, Auro usw brauchen 2 Wochen zum vernünftigen Trocknen. Das kombiniert mit einem mehrschichtigen Aufbau...
Wer Angst vor Zusätzen hat: Die meisten Ölhersteller geben eine Volldeklaration an. Und man kann ja auch auf spielzeuggeignete Öle verwenden, die dürfen sogar von Babys gelutscht werden.
Aber wer geneug Zeit hat, kann natürlich warten.

grüsse vom westzipfel, thomas

The pied piper Offline



Beiträge: 98

04.06.2013 11:59
#30 RE: Paddel und Süllrand ölen antworten

Ich kann da Thomas nur voll zustimmen. Nach vielen mehr oder weniger erfolgreichen "Mischaktionen" bin ich immer wieder zu einem Fertigprodukt entsprechend DIN 53160 (speichel- und schweißecht) sowie EN 71-3 (spielzeuggeeignet) zurückgekehrt. Trocknungszeiten und Anwendung sowie Inhaltsstoffe sind herstellerseits ziemlich genau deklariert. Aber mischen von diversen Ölen bringt ja eventuell auch ein bisschen Spaß und ist allemal legitim. Vorteile sehe ich da aber nicht.
Gruß von der Weser
Dirk

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