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Dieses Thema hat 142 Antworten
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 Allgemeines Canadierforum
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Skua Offline



Beiträge: 244

05.06.2012 19:18
#91 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Als ehemaliger Ruderer mit jeder Menge Bekanntschaft unter selbigen: Es ist für Ruderer völlig uncool, Schwimmwesten oder Kälteschutzkleidung zu tragen! Cool ist knapp zu überleben (siehe oben) oder, noch besser, zu sterben! Als langjährige SaU ist dieses, bis heute intensiv gepflegte Verhalten völlig unverständlich. Eigentlich wundere ich mich, das im Unterweserrevier, speziell im kritischen Bereich Vegesack, nicht mehr passiert. Was andererseits für die Seemannschaft der Ruderer spricht (Ein Schiff ist nur so seetüchtig wie die Besatzung! (Melville?)).
Grüße, Skua (der auf dem Wasser auch nicht immer eine Schwimmweste trägt(na ja - ehemaliger Ruderer)).

Keine Hektik, wer hektisch wird macht Fehler.

Angela Offline



Beiträge: 83

05.06.2012 19:57
#92 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Ebenfalls Ruderin, heute aber überwiegend paddelnd... Weil das Thema immer mal wieder kommt.
Das Problem ist: "Dress for water" ist beim Rudern oft schwierig, weil einem bei diesem Sport sehr warm wird, deutlich mehr als beim Paddeln. Hier am Rhein z.B. fährt man erstmal unter vollem Einsatz stromaufwärts. Bei normalem Herbstwetter geht man dabei schon in Neopren-Shorts fast ein. (Die meisten Paddler hier vermeiden das und bringen die Boote mit dem Auto hoch). Früher wurde am 1. Oktober abgerudert, am 1. April angerudert, dazwischen ging man nicht auf Wasser - die sicherste Variante. Heute ist es üblich, auch im Winter zu rudern. Da muss man halt abwägen. Schwimmwesten, die zum Rudern taugen, gibt es noch nicht lange, da gehen praktisch nur sehr kurz geschnittene selbst-aufblasende mit Hand-Auslösung. Die sieht man jetzt hier bei uns tatsächlich manchmal, im Winter vermehrt. (Die wären im beschriebenen Fall sicher sinnvoll und zumutbar gewesen).

Seit ich Wildwasser paddle, natürlich immer im vollen Ornat mit Kälteschutz und dicker Weste, sehe ich auch beim Rudern den Sicherheitsaspekt anders. Unser Gebiet hier am Rhein in Bonn ist ja auch recht anspruchsvoll (ordentliche Strömung, Schiffsverkehr mit teils hohen Wellen, unterschiedliche Wasserstände). Viel leichter zu lösen, aber auch noch sehr stiefmütterlich behandelt: Auftrieb ins Ruderboot. Genauso einfach herzustellen wie beim Paddeln (Luftsäcke in die Lücken stopfen), aber überhaupt noch nicht üblich. Da das Touren-Ruderboot kaum umkippen kann, nur vollschlagen und bis kurz unter den Süllrand abtauchen, wäre die erste Sicherheismaßnahme, das Boot manövrierbar zu erhalten. Ich habe noch gelernt, dass ich bei einem Unfall auf dem Rhein nie versuche, ans Ufer zu schwimmen, sondern am Boot bleibe, es sei denn, das Frachtschiff fährt direkt auf mich zu.

Langer Rede kurzer Sinn: Wegen der Art der Bewegung lassen sich leider nicht die Standards des Wildwasser- oder Meer-Paddelns eins zu eins übertragen. Trockenanzug, dicker Neopren, Feststoff-Weste - wenn das die Sicherheits-Anforderungen sind, muss der Ruderer leider im Winter an Land bleiben.

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

06.06.2012 12:11
#93 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

paddler-vor-brokdorf-gekentert

Kentern kann schon mal passieren, mit Schwimmweste sieht das aber deutlich entspannter aus, als andere Sachen in diesem Thread.

_Amarok_ Offline



Beiträge: 669

07.06.2012 22:13
#94 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

_Amarok_ Offline



Beiträge: 669

17.06.2012 15:02
#95 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Salzach: Drei Männer mit Kanu gekentert

"Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Salzburg und Bayern und der bayerische Wasserwacht suchten die Salzach zwischen Oberndorf und Laufen ab. Die Polizei Laufen unterstützte die österreichischen Kollegen bei der Koordination der Maßnahmen. Zusätzlich wurden insgesamt drei Hubschrauber (Libelle, Edelweis und Christopherus14) bei der Suchaktion eingesetzt."

Quelle und mehr lesen

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

18.06.2012 08:13
#96 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Mitte Mai ...

... Lebensgefährlich war hingegen die Lage mehrerer Kajakfahrer in der Ostsee.

[URL=http://www.seenotretter.de/presse/pressemitteilungen-im-detail/article/rettung-aus-seenot-vor-ruegens-nordkueste-in-minutenschnelle.html?tx_ttnews[pS]=1335823200&tx_ttnews[pL]=2678399&tx_ttnews[arc]=1&tx_ttnews[backPid]=63&cHash=4c905d151be6af5d22248db4a38eced6]DGzRS-Bericht[/URL]

Edit: Link einsetzen haut nicht hin.

trullox Offline



Beiträge: 616

18.06.2012 20:14
#97 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Zu einem folgenschweren Seeunfall war es am Freitag, den 15.06.2012, um 21:00 Uhr, auf dem Rottachsee gekommen, als ein 39-jähriger Mann aus Kempten mit seinem Kajak kenterte und sich offensichtlich kopfüber aus misslicher Lage nicht mehr selbst befreien konnte.

Wasserwacht Der Familienvater hatte tags zuvor zwei gebrauchte Kajaks erworben und war zusammen mit seinem siebenjährigen Sohn hinaus in den Rottachsee gepaddelt, als er aus bislang unbekannter Ursache plötzlich kenterte. Sein Sohn, der unmittelbar hinter ihm gefahren war, musste schließlich mit ansehen wie sein Vater verzweifelt versuchte sich zu retten.

Durch Hilfeschreie des Jungen wurden die Ehefrau des Verunglückten, sowie weitere Besucher des Speichersees auf das Unglück aufmerksam und konnten mit Booten und Surfbrettern zur Hilfe eilen. Der 39-Jährige konnte zunächst unter schwierigen Bedingungen geborgen und reanimiert werden, verstarb jedoch im Krankenhaus in den frühen Morgenstunden des 16.Juni.

Nach bisherigem Kenntnisstand hatten beide Kajakfahrer bisher wenig Erfahrung mit dem Sportgerät, zudem war lediglich der siebenjährige Sohn mit einer Schwimmweste ausgestattet. Der Vater ließ offenbar seine SCHWIMMWESTE am Ufer zurück.

_Amarok_ Offline



Beiträge: 669

19.06.2012 19:51
#98 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

AlexWien Offline




Beiträge: 375

03.07.2012 20:56
#99 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Was würdet ihr bei folgenden Bedingungen anziehen:

- Anfang August: Luft 20°, Wasser 12°, Nord Finnland (Inarisee)
- sehr grosser See,
- Querungen auf offenem Wasser bis ca. 500m ab und zu notwendig
- Querungen auf offenem Wasser 800m - 1km selten notwendig (1-2 mal in 10 Tagen)
- See ist bekannt für plötzlichen Wetterumschwung.
- 2 Pers im Canadier (Polyethylen), Discovery 17.4 = 5,2m
- dünn besiedelt, Handy Empfang überall am See vorhanden, rechtzeitige fremde Hilfe bei Kenterung unwahrscheinlich/fraglich ?

Welche Art der Selbstrettung ist noch am aussichtreichen unter der Bedingung:
- Partner verfällt in Panik und kann nicht mithelfen, (Alleine den PE Canadier aufrichten???, Boot über 2 oder 3 Packsack Bergung ?)


Was meint ihr zur Aussage dass Selbstrettung bei hohen Wellen kaum funktioniert (Cliff Jacobson).
(Der selbstaufblasende Notfall Auftriebskörper müsste erst erfunden werden.)

LG Alex

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.433

03.07.2012 21:38
#100 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Das Kenterrisiko hängt nicht nur von den äußeren Umstanden ab, sondern auch maßgeblich von den eigenen Fähigkeiten beim Einschätzen der Situation, Paddeltechnik usw. Man kann noch so viel an "Sicherheitsausrüstung" mitschleppen, der limitierende Faktor bleibt der Paddler.

Wenn der Partner in Panik verfällt und nicht helfen kann, gehe ich nicht mit ihm auf den Inarisee. Dann wird VORHER kentern, retten und bergen auf dem Baggersee geübt.

Mit einem PE Canadier ist die Boot-über-Pack-Bergung wohl die einzigste Chance, das Boot wieder schwimmfähig zu bekommen. Da haben 2 Paddler bzw. Schwimmer trotzdem noch sehr gut zu tun.

Hohe Wellen (ist auch relativ) erschweren natürlich die Bergung, irgendwann ist "game over". Jetzt kommt wieder der erste Absatz ins Spiel ... Paddler muß halt auch defensiv einschätzen können, was ist (noch) sicher, was kann man machen - oder auch nicht.
Ein Canadier mit einem breiten flachen Boden kommt auf jeden Fall eher an Grenzen, als ein Boot mit rundem Boden - dazu kommen dann auch noch die Grenzen der Paddler.

yourownCanoe Offline



Beiträge: 6

03.07.2012 21:45
#101 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Zitat
Ein Canadier mit einem breiten flachen Boden kommt auf jeden Fall eher an Grenzen, als ein Boot mit rundem Boden



Hallo Frank,

kannst Du mir erklären was damit gemeint ist?

Linus

Peter Pan Offline




Beiträge: 117

03.07.2012 22:31
#102 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Hallo Linus,
such mal nach "Endstabilität" oder Rumpfform, beim runden Boden rollen die Wellen besser durch, der verdrängte Querschnitt ändert sich weniger als beim flachen Boden (ich weiß nicht genau ob die Erklärung so stimmt). Irgendwo habe ich mal eine gute Grafik dazu gesehen, ich glaube hier im Forum. Einen Discovery 17.4 mit Gepäck umzuschmeißen ist aber nicht so einfach, habe selbst etliche Jahre einen gefahren und es nie geschafft. Bei der angefragten Aktion kann ich aber keine Tipps geben, ich würde es in Zweifelsfall sein lassen, besonders wenn der Partner bei Bergung/Wiedereinstieg nicht helfen kann. Einen "PE-Bomber" dieser Gewichtsklasse wieder leer und fahrbereit zu kriegen ist aber sicher auch mit 2 geübten Insassen sehr schwierig, auch wenn man Kälteschutzkleidung trägt und damit mehr Zeit hat.

Gruß Peter

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.433

04.07.2012 08:07
#103 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Am besten würde es eine Grafik zeigen - aber im Prinzip hat Peter das so schon gesagt.

Eine seitlich anlaufende hohe Welle kippt das Boot mit einem flachen Boden viel mehr (der flache Boden "legt" sich auf die schräge Wasseroberfläche) als ein Boot mit runderem Boden. Paddler können ein Boot mit rundem Boden besser "aufrecht" halten.

Noch einmal zum Inari: Wenn so viele Fragezeichen auftauchen, kann es zum einen eine "Kopfsache" sein, zum anderen aber auch wirklich einiges an Fähigkeiten fehlen.
Bedenke aber auch, dass das Queren einer offenen Wasserfläche von 1 km etwa 10 - 20 min dauern sollte - also ein überschaubarer Zeitraum ist. Allerdings bietet nicht jedes Ufer für den Notfall Schutz ...

AxeI Offline




Beiträge: 1.001

04.07.2012 09:18
#104 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Ich schiebe den Vorteil eines Rundbodenbootes auch auf den Gewohnheitsaspekt: wer Flachbodenboote auf glatten Wasseroberflächen fährt übt keine Ausgleichbewegungen. Wer mit Rundboden unterwegs ist muss auch auf flachem Wasser das Gleichgewicht halten. Ihm wird es dann in bewegtem Wasser leichter fallen als einem ungeübten.

Schön, dass in diesem Endlosthread mal keine aktuellen Schreckensmeldungen sondern auch mal Präventionsaspekte diskutiert werden.

Axel

P A D D E L B L O G Sicherheitstreffen im September
There's more means to move a canoe than paddles

AlexWien Offline




Beiträge: 375

04.07.2012 12:01
#105 RE: Unfallverhütung auf dem Wasser antworten

Danke für die bisherigen Antworten.
Die Hauptfrage war die Bekleidung.
Klar ist Kentern unwahrscheinlich, und ich habe es immer verhindert dass eine grössere seitliche Welle das kanu erreicht. und bisher hatte ich uch bei 3km querung wenig bedenken.
Allerdings waren das 18 grad wasservtemp.

Ich vermute mal dass die meisten in normaler Kleidung fahren würden, und davon ausgehen dass kentern nie passieren darf.

Aber ich überlege mir immer gern im vorhinein wie ich ein Risiko senken kann.

Bei 12 grad wasser ohne kälteschutz wäre eine Kenterung ausserhalb Reichweite des Ufers eher tödlich, auch mit hervoragenden Selbstrettunstechniken

Mein bisheriger Ansatz ist, dass ich vor der 1 km überfahrt den neo long john anziehen werde,

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