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Dieses Thema hat 58 Antworten
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 Allgemeines Canadierforum
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Kanuhans Offline




Beiträge: 74

20.06.2006 16:47
Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

Hallo,
viele haben es bereits mitbekommen: am vergangenen Samstag (17.6.) ist im Bärenloch (Schwarzer Regen zwischen Regen und Teisnach) wieder ein Paddler ertrunken. Dies ist der zweite tödliche Unfall dort innerhalb weniger Wochen ( s. http://www.polizei.bayern.de/niederbayern/news/presse/aktuell/index.html/15989 oder http://www.bild.t-online.de/BTO/news/aktuell/2006/06/20/kanu-drama/kanu-drama.html ).

Ist das Bärenloch lebensgefährlich?

Natürlich ist diese Frage falsch gestellt. Sie müsste schon eher heißen: „Was macht das Bärenloch lebensgefährlich?“

Die Antwort ist relativ einfach: menschliche Dummheit gepaart mit Überschätzung der eigenen Möglichkeiten bei gleichzeitiger Unkenntnis der Gewässergefahren oder deren Unterschätzung.

Wir waren am vergangenen Samstag mit zwei Canadiern zwischen 10:45 und 13:30 von Regen nach Teisnach unterwegs, also genau zu der Zeit, als die Regengüsse der vergangenen Nacht den Pegel des Regen in diesem Bereich auf etwa das Doppelte ansteigen ließen ( fast 1 Meter bei Pegel Zwiesel und Pegel Teisnach. Quelle: http://www.hnd.bayern.de ) , und somit kurz vor dem besagten tödlichen Unfall. Obwohl die Situation im Bärenloch aufgrund der hohen Fließgeschwindigkeit und der Wasserwucht durchaus heftig war, gab es für uns als geübte Kanufahrer keine brenzlige Situation. Allerdings erfordern solche Wassersituationen sichere Bootsbeherrschung, einen geübten Blick für die Strömungsverhältnisse und damit die beste Durchfahrt sowie eine entsprechende Sicherheitsausrüstung. Wer sich hier als Ungeübter aufs Wasser wagt, noch dazu ohne Schwimmweste, ist entweder strohdumm oder lebensmüde.

Wir bekamen dann am Nachmittag den Großeinsatz der Rettungskräfte mit und hörten mehrmals von Feuerwehrleuten und Sanitätern, dass der Regen in diesem Abschnitt wegen der Gefährlichkeit gesperrt sei. Weder an der Einsatzstelle an der Oleumhütte noch sonst irgendwo waren aber Hinweisschilder. Ich halte auch eine Sperrung für absolut unsinnig, denn dann müsste man als erstes die Donau für Bootsfahrer sperren, denn hier passieren die meisten tödlichen Unfälle. Es kommt auch niemand auf die Idee, die Luft oder die Straßen zu sperren, nur weil hier Unbelehrbare tödliche Risiken eingehen.

Allerdings habe ich auch kein Verständnis dafür, wenn erfahrene Kanfahrer - oder die sich für solche halten - erzählen, das Bärenloch sei doch kein Problem. Vielleicht nur, um das eigene Können groß herauszustellen. Solche Äußerungen verleiten Anfänger oder wenig geübte Paddler, es doch zu wagen, denn "so schlimm kann das doch nicht sein".

Mani Offline



Beiträge: 38

20.06.2006 17:13
#2 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

Im Internet konnte man heute unter anderem zwei Fotos sehen :
das erste Bild zeigt die Familie ein paar Minuten vor der Kenterung - natürlich ohne Schwimmweste,
das zweite Bild zeigt die Bergung des Bootes durch die Feuerwehr, einen Grabner Schlauchkanadier.
So toll diese Boote sind,ich besitze selber einen und bin begeistert, sie verleiten Paddelanfänger
Dinge zu fahren, die über ihrem Niveau sind. Wie oft mußte ich schon miterleben, daß völlig unbedarfte
Schlauch- und Luftbootbeatzungen ( z.B. Isar ), zum Teil noch mit kleinen Kindern ohne Schwimmweste an Bord,
von der Strömung einfach mitgerissen wurden. Ich kann zwar nicht beurteilen, ob in diesem Fall grober Leichtsinn Schuld war, aber die meisten Unfälle ließen sich sicher mit etwas mehr gesundem Menschenverstand vermeiden. Vielleicht sollten Kanuhändler und Bootsverkäufer noch mehr Aufklärungsarbeit beim Verkauf
eines Bootes betreiben, zb. mit einer Infobroschüre.

flachwasser Offline




Beiträge: 67

20.06.2006 21:15
#3 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

Hallo,
erstmal würde ich mir aus Gründen der Pietät wünschen, daß die Opfer dieses und anderer Unfälle nicht pauschal mit Schimpfwörtern belegt werden.
Viel zu oft wird doch in solchen Fällen über die Unfallursache spekuliert. Es weiss doch zur Zeit noch niemand ob die Familie nicht vielleicht doch erfahrene Paddler waren.
Tatsache ist wohl allerdings, daß die Verunfallten keine Schwimmwesten trugen. Die Forderung an die Bootshändler, hier Aufklärungsarbeit zu leisten halte ich allerdings für falsch adressiert. Jeder Händler würde sich freuen, wenn Schwimmwesten gekauft würden. Die Empfehlung spricht er mit Sicherheit aus bei Neukunden. Allerdings kennt man ja auch den "deutschen Sparpaddler".
Die Aufklärung und das gute Vorbild müssen meiner Meinung nach die erfahrenen Paddler leisten. Wie oft sieht man Wanderpaddler mit Jahrzehnten Erfahrung auf dem Buckel ohne Weste! Ein lokaler Kanuclub bei uns in der Gegend ließ neulich für ein Pressefoto (Artikel über Anfängerschulung!!!) Eine komplette Paddelgruppe in Canadiern und Wanderkajaks OHNE Schwimmwesten ablichten. Und sind nicht auch die Trapper hier auf der Seite (oben, links und rechts vom Titel) OHNE Weste unterwegs .Sogar im Wildwasser!
Tragt Ihr beim "Wandern" immer eine Weste?
Gruß
Stephan

jan_dettmer Offline




Beiträge: 251

20.06.2006 22:57
#4 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

Wer keine Weste im Wildwasser traegt ist unerfahren. Die "erfahrenen Wanderpaddler" (ich fahr schon seit 20 jahren Kanu!) bilden da meiner meinung nach keine Ausnahme. Oft wird der "ich fahr schon seit 20 jahren Kanu!" mit Erfahrung verwechselt. Ich kenne Paddler, die erst seit ein paar Jahren paddeln, dem Sport aber offener entgegentreten und so wesentlich schneller zu faehigen Paddlern werden.

Es ist traurig wenn dort Menschen ums Leben gekommen sind. Wenn man jedoch ohne Weste paddelt erhoet man das Risiko erheblich, besonders auf Wildwasser.
Jeder entscheidet selbst wo und wie er paddelt und muss die Konsequenzen tragen, selbst wenn man dazu nicht bereit ist...
(bei Schulung ist das natuerlich anders)

Jan
http://www.open-canoe.de
http://www.bc-ww.com

kainadier Offline




Beiträge: 76

21.06.2006 00:11
#5 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

> Tragt Ihr beim "Wandern" immer eine Weste?

Klare Sache:
- auf von mir zuvor noch nie befahrenen Strecken: IMMER
- auf Seen/Seequerungen oder im Salzwasser (selbst direkt am Strand): IMMER
- bei mir nicht bekannten Wasserständen (Hoch, selten niedrig): IMMER
- im WW: IMMER
- in einer Gruppe mit Paddlern, die ich nicht kenne: IMMER
- bei niedrigen Temperaturen: IMMER

Wenn mich jemand fragt, ob er die Schwimmweste auf einer Tour mitnehmen soll ist meine Antwort IMMER ja.

Aber ich habe da ganz klar den Vorteil, dass ich bereits die Erfahrung gemacht habe, dass mir eine Schwimmweste ganz erheblich den Arsch gerettet hat - bzw. ich bin in Situationen geschwommen, in denen ich sehr überrascht war, wie sehr das Ding helfen kann (oder mal ganz trivial einen vor gebrochenen Rippen bewahrt).

Outlaw Offline



Beiträge: 9

21.06.2006 09:52
#6 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

hi
meiner ansicht nach müssten sich verleiher dazu verpflichten,
schwimmhilfen oder rettungswesten mit dem boot zusammen auszuleihen!
will jd ein boot leihen, muss er entweder pro person eine weste
vorzeigen, sich eine mit ausleihen oder kriegt kein boot.
eine automatische kontrolle dieser vorgabe würden ja dann die unfälle
aufzeigen, sodass der verleiher auch einen gewissen druck verspüren
würde: leih ich keine aus und es passiert was, bin ich dran.
ausserdem würde es meines erachtens auch sehr viel bringen, wenn jeder
verleiher ein kleines faltblatt mit "verständlichen" informationen über
den zu befahrenden fluss ausgeben würde.
wär vielleicht auch ne marketingmassnahme der verbände oder vereine!?
anfänger kaufen sich für die ein oder andere tour keinen flussführer.
hätten sie einen, könnten sie ihn aber auch noch lange nicht lesen mit
all den technischen zeichen und informationen.
wie gesagt- ein einfaches faltblatt:
"Achtung am Bärenloch - Lebensgefahr, Anfänger nicht befahren!
"Achtung an der Eisenbahnbrücke bei Flussheim, gefährliche Strudel am linken Pfeiler"
oder so ähnlich zumindest. einfach lesbar für den durchschnittstrottel der
sich um sein leben keine grossen sorgen macht und am wochenende "joe mc cool" spielen will.

martinaundflorian Offline



Beiträge: 490

21.06.2006 10:29
#7 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

Servus,

da kann ich Kai und Jan nur zustimmen. 20 Jahre paddeln muss nicht unbedingt auf Erfahrung schließen lassen. Bei machen bewirkt es sogar eher das Gegenteil, nach dem Motto "Ich kann ja paddeln und bisher ist noch nie was passiert, ich falle nicht rein". Doch auf der nächsten Schwierigkeitsstufe ist jeder gefordert und auch schnell mal überfordert, egal ob mit 2 oder 20 Jahren Erfahrung.
Hier geht es zwar scheinbar nicht um ein Leihboot und ich dachte bei solchen ist es sowieso Pflicht, Schwimmwesten mitzugeben. Ein Faltblatt oder Schild am Einstieg wäre vielleicht sinnvoll, ob es vermeintliche "Könner" abschreckt ist noch die Frage. Auch unverantwortlich finde ich es von einigen Verleihern, Boote in ein Revier zu bringen ohne es selbst zu kennen. So geschehen im Mai diesen Jahres als wir in Teisnach einen querliegenden gekenterten Leihkanadier vor dem Schütz des Wehres Papierfabrik Teisnach fanden. Am Ausstieg trafen wir den sichtbar nervösen Verleiher, dessen Boot überfällig war. Bei einer kurzen Besprechung der Lage stellte sich heraus, dass er die Örtlichkeiten im Bärenloch und am Wehr nicht kannte und selbst noch nie dort gewesen war. Trotzdem brachte er ein Boot mit 3 Personen besetzt in diesen Flussabschnitt und es ist nicht schwer sich vorzustellen wie sich ein Wanderkanadier mit 3 Personen besetzt in solchen Gewässern fährt. Mit Glück (und vielleicht auch Schwimmweste) ist aber nichts ernstes passiert.
Also: Schwimmweste IMMER und auf solchen Gewässern auch den Helm nicht vergessen!
Bleibt zu hoffen, dass die Häufung dieser tragischen Vorfälle nicht zur Sperrung ganzer Strecken führt und somit auf alle Paddler zurückfällt.

Gruß

Florian
--------------------------------------------------
Keep the open side up!

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.433

21.06.2006 11:01
#8 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten
Unkenntnis über Technik und Sicherheit sind doch die erste Ursache für solche Pannen und Unfälle. Hauptproblem stellt dabei die mangelnde Sensibilisierung der Leute dar, daß man sich einiges Wissen an Paddeltechnik, Gefahrenvermeidung, Rettungsmöglichkeiten usw. aneignen kann. Viele Verleiher, Tourenguides usw. verfügen selbst nicht über ein solches Wissen. Wie sollen sie das dann auch weitergeben können. Mitunter trifft man sogar auf Meinungen, daß Kursangebote oder ähnliches potentielle Mietkunden vielleicht nur abschrecken könnten. Das ist natürlich schlecht für´s Geschäft. In vielen Bereichen (Golf, Ski usw.) ist es allgemein üblich, was zu lernen. Im Kanu scheint das nicht notwendig.

Verantwortungsbewußte Aufklärung über Technik, Gefahren und Sicherheit sollte bereits da beginnen, wo viele Paddler ihren ersten Kontakt zum Kanu finden - bei Verleihern und in Läden.

So tragisch dieser Unfall auch ist, so ist er (zumindest nach den Infos, die vorliegen) wohl auf Unkenntnis zurückzuführen.
- zumindest auf dem Foto tragen die Paddler keine Schwimmwesten
- die Paddler sollten wissen, dap am Bärenloch eine schwierige Passage kommt
- ein erhöhter Wasserstand im Fluß sollte auffallen
- letzlich sollte vor kritischen Abschnitten mal angelegt und gescoutet werden

Frank

kainadier Offline




Beiträge: 76

21.06.2006 13:38
#9 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

Die Gefahr, dass derartige Schilder genau das Gegenteil bewirken ist recht hoch.
Bei uns an der Lippe-Durchfahrt, der Unterführung der Lippe unterm Kanal durch, hing eine Zeitlang weit vor der "Gefahrenstelle" ein riesiges Schild quer über dem Bach "Lebensgefahr, Fahrt unbedingt hier beenden."

Als ich dieses Schild das erste Mal gesehen habe, wurde mir so was von mulmig. Aufgrund der Gepäcktour und der Tatsache dass alle Mitglieder der Gruppe sehr erfahrene Paddler waren, sind wir - ein Scout weit voraus - vorsichtig weiter gefahren.

An der eigentlichen Gefahrenstelle haben wir uns schlapp gelacht - vermeintlich war die Gefahrenstelle ein einfacher Schwall mit einer lichten Wellenhöhe von ungefähr 7cm, sowie eine schwimmende Ölsperre die bei einer lichten Fliessgeschwindigkeit von ca. 1 km/h einfach überrutscht werden konnte.

Der eigentliche Grund war jedoch: es fanden Bauarbeiten an der Kanalbrücke statt. Monate später ist dort, aufgrund eines Schadens am Kanal, das Wasser aus dem Kanal runter in die Lippe.

Die Veröffentlichung von Unfallstatistiken jedoch, wäre viel interessanter.
Ein einfaches, schlichtes, aber gut lesbares Schild, welches angibt, wieviele Menschen auf dem Fluss seit dem Jahr x tödlich verunglückten, müsste doch vollkommen ausreichen um das Gefahrenpotential zu verdeutlichen.

kainadier Offline




Beiträge: 76

21.06.2006 13:50
#10 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten


Frank, das ist alles common-paddler-sense.

> - die Paddler sollten wissen, dap am Bärenloch eine schwierige Passage kommt

Ja. Die Informationsschilder, die in Frankreich an Allier und Ardeche üblich sind, sind für Paddler sehr informativ. Aber Nicht-Paddler können mit den Informationen gar nichts anfangen. Verleiher haben vermutlich kein Interesse daran, dass vor der Befahrung abgeschreckt wird, aber das sollte das Ziel sein. Wer unsicher ist, gehört nicht auf einen WW-Bach.

> - ein erhöhter Wasserstand im Fluß sollte auffallen

Für Nicht-Paddler/Urlauber: schwierig.

> - letzlich sollte vor kritischen Abschnitten mal angelegt und gescoutet werden

Und dazu müsste man erstmal anhalten können. Da hapert es doch schon wieder ganz ordentlich.

Kanuhans Offline




Beiträge: 74

21.06.2006 14:16
#11 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

In Antwort auf:
meiner ansicht nach müssten sich verleiher dazu verpflichten,
schwimmhilfen oder rettungswesten mit dem boot zusammen auszuleihen!

Soviel ich weiß, besteht diese Verpflichtung sowieso.

In Antwort auf:
Die Gefahr, dass derartige Schilder genau das Gegenteil bewirken ist recht hoch.

Wenn sie unsinnig sind, dann schon. Einen sinnvollen, wichtigen Hinweis allerdings halte ich für wichtig. Ansonsten wären ja die Verkehrs- oder Hinweisschilder an Gefahrenstellen jeglicher Art Blödsinn.

Outlaw Offline



Beiträge: 9

21.06.2006 14:49
#12 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

hi
nein es besteht keine verpflichtung des verleihers dem
kunden eine weste zusammen mit dem boot auszuhändigen-
es sei denn es wäre von bundesland zu bundesland
verschieden geregelt.
du kennst das doch aber: es ist doch ein unterschied
ob ein verleiher sagt "ich darf ihnen das boot nur aushändigen
wenn sie die nötige anzahl an westen mitnehmen und sich auch
verpflichten diese zu tragen" oder ob er fragt "brauchen sie ne
schwimmweste?"
ausserdem sehen die verleihwesten in ihrem oft knallorange
ja sowas von uncool aus...
sie begegnen einem doch überall; ob im hochgebirge mit sandalen und
daypack oder auf dem wasser das eine bein lässig über den bootsrand
baumelnd...
und solange es keine schutzengel für blöde gibt, wird es unfälle
dieser art geben.
ihr habt vollkommen recht - wir müssen nur darauf achten, dass dieser
sport durch solche vorkommnisse nicht noch mehr eingeschränkt wird!

canoefriend Offline



Beiträge: 29

21.06.2006 16:30
#13 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten
... als jungen kerl haben mich damals die kleinen grabsteine und kreuze an der oberen lusnize (???) / tschechien beeindruckt, die hatten fast alle emaillebildchen von den an den wehren und stromschnellen tödlich verunglückten menschen und die geburts- und sterbedaten darauf... was die kanuverleiher dort aber nicht davon abhielt, irgendwelche "schrottboote" herauszugeben.

bei aller "rettereuphorie" kann ich aber nur davor warnen, sich selbst (im vertrauen auf seine erfahrung) überschnell in die gefahrenzone zu begeben, derartige versuche enden dann auch machmal schmerzhaft ...

machmal liegt es aber auch nicht an der schwimmweste, sondern am bootsmaterial selbst: 1993 ertranken auf dem oberen inn im engadin (pradella-martina ww 2 - 4+) 8 sportfreunde aus dem raum münchen bei dem versuch, mit einem ausgedienten feuerwehrrettungsboot zu raften (so die lokale presse) - die sollen alle schwimmwesten getragen haben und der raftguide hatte wohl das österreichische schiffsführerpatent... seitdem lasse ich raft´s immer durch, wenn sie von hinten kommen, meine eigensicherung kommt immer zuerst ... beim abfahren dieser strecke selbst hatte ich nicht das gefühlt, dass sie überaus anspruchsvoll war, nur das mulmige gefühl, dass hier einige tage zuvor acht paddler starben, nahmen dem erlebnis die nachhaltgkeit - obwohl es - mit jetzt 13 jahren abstand gesehen, ein paddeltechnischer höhepunkt war.

und bei allen rettungsspielchen (löschen-retten-bergen) auf dem baggersee sollte man nicht vergessen, dass die eingeübten "rollen" "brücken" "stützen" "boot-über-boot-bergungen" etc. nur dann einen sinn machen, wenn sie auch in der streßsituation sitzen - jeder der im "teich" rollen kann bzw. die bergetechnik beherrscht, sollte auf leichtem fließwasser (welligem großsee) weitermachen und sich steigern, bei wasser-luftgemischen gibts nicht immer einen druckpunkt für das ansetzen der rolle und orientierungspunkte für oben und unten ... und immer mal wieder probieren - in streßsituationen ist schlecht mit üben ...

happy paddling

alex

Karl-Michael Koch Offline



Beiträge: 414

21.06.2006 17:17
#14 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten

Hallo Alex,

ich komme gerade von der Luznice. Die Grabsteine an den Wehren stehen immer noch, wie von Dir beschrieben. Diese werden aber Unvorsichtige (Wehre nur nach Besichtigung fahren) und Uninformierte (jedes Jahr sterben an den Wehren Paddler) nicht davon abhalten, dort zu fahren. Zugegeben, die Wehre an der Luznice sind für Leute, die andere Bäche in der CZ kennen, wirklich gemein und grenzen schon an "böswilligen Tötungsversuch". wir hatten einen Juristen mit, der es so oder ähnlich bezeichnete. Niemand würde nach einer Besichtigung auf die Idee kommen, dort zu fahren.

Übrigens: Nur die Verleiher die dem Kanutouristik-Verband angeschlossen sind, haben die Verpflichtung, Westen mit dem Boot zu verleihen. Ob die Dinger getragen werden, kann keiner mehr kontrollieren.

Grüße
Michael

raftinthomas Offline




Beiträge: 555

21.06.2006 18:45
#15 RE: Ist das Bärenloch lebensgefährlich? antworten
das leben ist lebensgefährlich....
damit will ich mich jetzt nicht über den unfall lustig machen, sondern betonen, dass alles was wir tun, mit einem gewissen risiko behaftet ist.
im kajak.at forum wurde der unfall mit einem "Traurig, aber klar ein Badeunfall, kein Kajakunfall." zusammengefasst. wie ich finde, zutreffend.
im engeren sinne handelte es sich sich wohl nicht um paddler, sondern wochenendausflügler, die sich mit der materie nie richtig auseinander gesetzt haben. sowas wird man immer finden und lässt sich nur über führerscheinregelungen abfedern (was ich persönlich überhaupt nicht befürworte).
unfälle, wegen nichtvorhandener schwimmhilfe (sic!) kann ich reihenweise aufzählen, allein aus diesem jar fällt mir schon ne handvoll fälle ein. bei aller berechtigten kritik muss man sich aber auch mal an die eigene nase packen: t
rage ich immer schwimmhilfe?
wann trage ich nen helm? hab ich überhaupt einen ?
hab ich immer die richtigen sachen an ? (dress for water-not for air)
wie oft wars denn schon kanpp bei mir ?
bin ich fit im retten und bergen ?
habe ich dazu nötiges material dabei (wurfsack, karabiner, prusik, rolle)?
kann ich überhaupt schwimmen und wann hab ich das das letzte mal geübt ?
gerade die letzte frage meine ich sehr ernst. und damit frage ich auch nicht nach dem freischwimmschein. in der kajakschulung fällt mir immer wieder auf, wie schwer sich mancher kursteilnehmer mit dem aussteigen und schwimmen im bewegten wasser tut. wer kajak fährt, lernt das schwimmen automatisch oder hört mit dem sport auf. bei komerzeillen raftingtouren gehört die schwimmübung zu jeder tour. kanadierfahrer neigen aber nach meiner erfahrung zur sicheren seite (im gegensatz zum kayakfahrer) und der schwimmer kommt höchst selten vor. und dann ist die überraschung gross, wie kalt das wasser ist, wie schlecht sich mit jeans und gummistiefel schwimmen lässt, wie anders das schwimmen in strömung so ist. von routine keine spur. schade.

noch was offtopic: als überzeugter http://www.bildblog.de -leser war ich sehr skeptisch was den bild.de-link angeht. und cih bin nicht enttäuscht worden (man hat ja seine erwartungshaltung): sehr reisserisch, teils einfach dämlich bis falsch (aber griffig). völlig daneben fand ich aber das "letzte bild aus glücklichen tagen", das ganz sicher nicht von bild veröffentlich wurde, damit sich paddler von der ausrüstung/ausstattung überzeugen können. dreck.

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