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Dieses Thema hat 59 Antworten
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 Allgemeines Canadierforum
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lej ( gelöscht )
Beiträge:

12.06.2009 11:29
#31 RE: Selbstrettung während einer Gepäcktour antworten

Moin Andreas
Selbstverständlich kann das mit den Pusbacken auch nach hinten losgehen und den Einwand von Khyal verstehe ich konstruktiv, mir ist wichtig das trotzdem praktisch aus zu probieren, ich denke, das ist den Versuch wert.
Selbst ausprobieren ist zum Beurteilen eine Grundvoraussetzung, ich habe Boot über Pack Bergung und den Einstieg selbst geübt und weiß somit aus eigenem Erfahren, dass es unter bestimmten Bedingungen funktioniert, dabei ist mein Anspruch immer der, es erst mal allein und nicht zu zweit zu machen, es ist dann wirklich nicht einfach, entspricht aber meiner überwiegenden Kanurealität.
Das mit dem Aufblasen will ich erst mal außer acht lassen,da das auf jeden Fall, wenn das Bootsverhalten mit den Dingern zuverlässig funktionieren sollte, technisch lösbar wäre.
Für wen sonst, wenn nicht erst mal für uns an der Küste, sollte ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Wetter selbstverständlich sein.
Birkenrindenkanus funktionieren heute neben hightech canadiern noch genau so gut wie vor 200J. , nebenher fliegen wir aber unter Anderem bereits seit dem Sputnik auch im Weltall herum, da hat sich also was entwickelt und ich will selbst wissen ob es am Ende eine Sackgasse ist.
Gruß
Jürgen

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.066

16.07.2009 22:23
#32 RE: Selbstrettung während einer Gepäcktour antworten

Warmes Wasser und die passende Gelegenheit genutzt und Kentern und Bergen geübt.

Die von Frank im PDF gezeigte Boot-über-Pack-Bergung gelang recht schnell. Schwierig war es aber das Boot über das Pack zu ziehen (zerren), bis zur Mitte mußte man böse aufpassen das Nichts wegflutschte.

Da ich vom Seglen eher das Boot umdrehen mit einer Leine gewohnt bin möchte ich diese Version hier mal zur Diskussion stellen.

Zwei Packsäcke werden unten und oben zusammen gebunden. Man positioniert diese beim Joch unter dem einem Süllrand (Geht ganz leicht, wenn man das vollgelaufene Boot im Wasser dreht.) auf der gegenüberliegenden Seite befestigt man eine Leine am Joch und führt dies übers Boot. Dann schwimmt man quer zum Boot stellt die Füße an den Süllrand vor und hinter dem Auftriebskörper und zieht fest an der Leine.
Unser Royalex 17` Boot macht dann eine Satz und liegt völlig leer zum Einsteigen bereit.

Am Einstieg muß ich noch arbeiten, zu zweit gings schon, aber allein -> keine Chance.

Das Flippen wollte mit unserem recht schweren Boot nicht klappen. Wir konnten es einfach nicht hoch/weit genug werfen.
Das will ich aber noch mal mit zusätzlichem Auftrieb testen.

Gruß
Andreas

Rene11 Offline



Beiträge: 105

16.07.2009 22:55
#33 RE: Selbstrettung während einer Gepäcktour antworten


Hi Andreas,

gute Idee, das Aufrichten wie bei der Segeljolle !!!
Wieder was dazugelernt.
Vielleicht kannst du noch etwas genauer beschreiben, in welcher Anordnung die Säcke unterm Süllrand lagen?
Ein Sack im Canadier, der andere außerhalb des Süllrandes? Oder wie?

> Am Einstieg muß ich noch arbeiten, zu zweit gings schon, aber allein -> keine Chance.

Ich bin oft allein mit zwei Hunden unterwegs,
am liebsten natürlich in Ufernähe, wo ich nach dem Kentern am besten auch noch stehen kann.

Aber was mache ich, wenn ich in tiefem Wasser kentere?

Ich glaube ich werde mir versuchsweise ein einfaches Schlauchboot kaufen,
quasi als Rettungsinsel, von dem aus ich dann in den Canadier umsteigen kann.
Ist das realistisch?
Kann man ein kleines Schlauchboot im Wasser schwimmend mit der eigenen Lunge aufblasen?

Ich muss ja auch noch zwei schwere, nasse Hunde auffischen und beim Canadier an Bord hieven.
Die werden wohl kaum von alleine synchron rechts und links einsteigen.
Ein Schlauchboot würde die ganze Sache doch erheblich einfacher machen für mich???

Ich denke dabei an sowas hier:



Natürlich ohne die Riemen (ohne die beiden Ruder).

Hat schon mal jemand eine Canadier-Kenterung mit Schlauchboot-Hilfe durchexerziert?

Gruß
René (11)

schindelbeck Offline



Beiträge: 32

16.07.2009 23:27
#34 RE: Selbstrettung während einer Gepäcktour antworten


Der Gedanke mit dem Schlauchboot kam mir im Verlauf des Threads auch schon.
Die Variante mit "Aufblasen im Wasser schwimmend" ist aber wohl nur unter
idealen Bedingungen praktikabel. Ideal wäre ein kleines Fläschchen mit
Pressluft...

Gruß

Frank

--
whttp://www.schindelbeck.org

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.066

17.07.2009 09:15
#35 RE: Selbstrettung während einer Gepäcktour antworten

@ Rene und die die es interessiert
Nächstesmal findet sich ja vielleicht jemand der Fotos macht.
Die Packsäcke sind fest aneinander gehackt und liegen mit der "mittel Nut" unter dem Süllrand, so dass der Süllrand sie fixiert.
Die Säcke müßen soviel Auftrieb bringen, das unter dem Süllrand Luft ins Boot kommt, erste Versuche mit nur einem Sack haben das Boot nur voll Wasser geschaufelt.

Von dem Schlauchboot halte ich nichts (ohne es getestet zu haben). Ich behaupte mal: "Wer es Allein in ein Schlauchboot schafft, der schafft es ganz sicher auch in einen Canadier." Ein Schlauchboot aufpusten - OHNE PUMPE - Nein, danke!
Wenn überhaupt, dann eine Luftmatraze oder flache Platte die schwimmt, man kann sich oder die Hunde einfach drauf ziehen (kein Wulst).

Ich möchte auch eine sichere Solo Bergung und Wiedereinstieg im tiefen Wasser erreichen.
Da ich mit den Packsäcken beim Umdrehen sehr schnell Erfolg hätte, werde ich auch versuchen die Säcke als Hilfe beim Wiedereinstieg zu nutzen.

Versuch fürs nächste Training: Nachdem das Boot umgedreht ist, das Seil vom Joch unter dem Boot durch, an den Packsäcken befestigen, dann den Einstieg auf der Packsackseite wie gehabt über den Süllrand, aber eben mit dem zusätzlichen Auftrieb.

Zum Wiedereinstiegen habe ich mir einen "Steigbügel" aus dem vorhanden Seil ins Wasser gehängt. Nichts geknotet, damit man nicht drin hängen bleibt. Seil runter ins Wasser und wieder rauf und mit der Hand, mit der man sowieso den Süllrand packt, fest auf den Süllrand gedrückt. Das war sehr hilfreich. Auch die Körperdrehung über den Süllrand, also mit dem Hintern im Boot landen (nicht mit der Nase) geht mit "Steigbügel" leichter.

Auf jeden Fall hatten wir viel Spaß und ich habe viel Vertrauen in unser Boot gewonnen.
Richtig Slapstick mäßig kann man das Boot langsam über den Süllrand volllaufen lassen und dann mit zunehmend korrekter Haltung untergehen - die Kapelle spielt bis zum Schluß.

Gruß Andreas

Rene11 Offline



Beiträge: 105

17.07.2009 10:58
#36 RE: Selbstrettung während einer Gepäcktour antworten

> Von dem Schlauchboot halte ich nichts (ohne es getestet zu haben). Ich behaupte mal:
> "Wer es allein in ein Schlauchboot schafft, der schafft es ganz sicher auch in einen Canadier."
> Ein Schlauchboot aufpusten - OHNE PUMPE - Nein, danke!
> Wenn überhaupt, dann eine Luftmatraze oder flache Platte die schwimmt, man kann sich oder die
> Hunde einfach drauf ziehen (kein Wulst).


Hallo an alle Überlebenswilligen,

so ein zweites Boot oder Schwimmkörper bietet die Möglichkeit einer Paddelstütze.
Also Stechpaddelschaft an der Ducht des Canadiers festbinden,
Stechpaddelblatt aufs Schlauchboot legen.
So kann der Canadier beim Solo-Einsteiger nicht umkippen.

Einsteigen in ein Schlauchboot geht mit Strickleiter-Tritt(en) gut.
Das muss ja auch bei den Hochsee-Rettungsinseln gut funktionieren:



Wenn das Schlauchboot beim Einsteigen umkippt, läuft es nicht voll mit Wasser,
ganz im Gegensatz zum Canadier.


Pressluftflasche zum Aufblasen des Schlauchboots (bzw. der Luftmatraze) wäre natürlich toll.
Wo kriegt man so was ? Klein und handlich.
Denn eines ist klar:
Das Rettungsgerät muss klein, handlich und leicht sein,
sonst bleibt es bei einer Gepäck-Tour ja doch zuhause.

Gruß
René (11)

MrDick Offline




Beiträge: 1.234

17.07.2009 12:13
#37 RE: Selbstrettung während einer Gepäcktour antworten

In Antwort auf:

so ein zweites Boot oder Schwimmkörper bietet die Möglichkeit einer Paddelstütze.
Also Stechpaddelschaft an der Ducht des Canadiers festbinden,
Stechpaddelblatt aufs Schlauchboot legen.
So kann der Canadier beim Solo-Einsteiger nicht umkippen.



Wie wär's mit nem Paddlefloat? Benutzen die Seekajaker schon lange http://www.outdooreyes.com/paddlefloatrescue.php3
Das lässt sich auch schnell mit der Lunge aufblasen. Bei einem Schlauchboot hast Du schlicht keine Chance.
Wenn Du erstmal im Teich liegst muss es verdammt schnell gehen. Je nach Wassertemparatur macht nämlich die Motorik recht schnell nix sinnvolles mehr.

Es gibt übrigens auch Hundeschwimmwesten, die bei Seequerungen nicht soo verkehrt sind. die haben meistens einen Griff im Rückenbereich, andem man den vierbeinigen Paddler leicht wieder ins Boot befördern kann.

Da wir im OC ja nicht die Tasman See überqueren, denke ich die besten Vorkehrungen sind immernoch folgende:

Die Schwabbelmasse zwischen den Ohren rechtzeitig benutzen:
* Passende Kleidung - wenn's kalt ist auch mal nen Trockenanzug anlegen - ist eh bequemer als Neo - leider in D ziemlich teuer, aber in England gibt's z.B. gute für'n Appel und'n Ei
* Schwimmweste - TRAGEN (ich meine nicht herumtragen)
* Im Zweifel in Ufernähe bleiben - lieber außenrum statt mittendrüber
* Sich bewusst sein, dass es ein Unterschied ist ob man mit einem Boot alleine unterwegs ist, oder ob man mit mehreren Booten fährt. Wenn ich alleine bin, bleibe ich da wo ich bis ans Ufer schwimmen kann (das ist übrigens nicht besonders weit).

Ich lebe ja an einem nicht ganz kleinen See, der auch mal wettermäßig Einiges zu bieten hat. Ich habe daher immer mein Handy in einer wasserdichten Schutzhülle mit (man kann damit auch im Wasser telefonieren). Darin sind die Telefonnummern von WaPo und DLRG gespeichert. Das hat sich ganz gut bewährt. Ist nicht so dass ich besonders Ängstlich bin. Aber Andere sind auch froh, wenn man für Sie schnell hilfe holen kann.

Grüßle aus dem Dauerregen,
Sebastian

--
"Die Weisen erfreuen sich am Wasser." (Konfuzius, 551 - 479)
-

...der will nur spielen!
Für alle die am Bodensee spielen wollen: http://www.freestylecanoeing.org

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.066

17.07.2009 18:11
#38 RE: Selbstrettung während einer Gepäcktour antworten

Sehr schön sind auf dem Foto der Rettungsinsel die Säcke (unten) zu sehen die sich mit Wasser füllen und verhindern das die Insel einfach kippt wenn man die Leiter benutzt, genau die fehlen aber beim Schlauchboot.

Als Paddelfloat ist das Schlauchboot unnötig groß.

Insbesondere bei der Bergung der eventuell auch etwas ängstlichen Hunde, würde ich so einem dünnhäutigen einfach Boot (wie oben abgebildet) keine 30sec geben. Es sind zwar keine Katzen, aber auch Hundekrallen können ganz schön zupacken.

Gruß
Andreas

Kanuotter Offline




Beiträge: 551

17.07.2009 21:18
#39 RE: Selbstrettung während einer Gepäcktour antworten

Hallo Gummiboot-Freunde,

sind die Ideen über Rettungsinsel oder Gummiboot nebst Druckluftflasche auf Gepäcktour mitnehmen ein Test um uns im Forum was zum Schmunzeln zu geben? Oder sind die Überlegungen ernst gemeint? Alternativ Vorschlag: Handy rausholen und beim ADA-Zeh anrufen - BIIITe nimm jetzt ab. Die kommen doch immer sofort..., mit Helicopter und Ambulanzjet und ab in die Privatklinik.

Für diejenigen, die mit dem Gummiboot-Gedanken ernsthaft spielen, aber begreifen, dass bei einer Gefahrensituation Schwimmen und 200-400 Liter Luft in Gummiboot blasen schlecht funktioniert: Druckgasflaschen von Aschauer oder Snowpulse (Lavinen-Airbags für Tourengänger). Ich befürchte bloß, der Idee geht jetzt wieder einer nach. Getreu dem Motte lieber was kaufen als Bergungstechniken üben. Kaufen schafft gefühlte Sicherheit. Können kauft man nicht im Katalog und wissen-wie geht nicht ohne üben.

Wenn ich im Boot Platz habe und glaube zusätzliche Sicherheit zu brauchen, bau ich Auftriebskörper vorher ein. Die helfen beim Capistrono ungemein, wenn man alleine ist und verändern die Fahreigenschaften vom Boot nicht. Bei ´ner Gepäcktour ist dafür vielleicht kein Platz. Wer mit luftdichten Packsäcken reist kann sich aber etwas behelfen, in dem die Säcke nicht voll gestopft werden, sondern luftiger gepackt bleiben. Dann erreicht man einen ähnlichen Effekt.

Es ist einfach übel, wenn nach dem Drehen des gekenterten Canadiers sehr viel Wasser im Boot steht. Dann schaff ich es nicht lange im Boot zu bleiben - schwups bin ich draußen. Das Boot verhält sich stabiler, je weniger Wasser im Boot ist. Also je mehr Wasser verdrängt wird von luftigen Säcken.

Kanuotter

Rene11 Offline



Beiträge: 105

18.07.2009 01:08
#40 Echte Heldentaten: Reflexartig drauflosspötteln antworten

> Für diejenigen, die mit dem Gummiboot-Gedanken ernsthaft spielen, aber begreifen, dass bei einer Gefahrensituation
> Schwimmen und 200-400 Liter Luft in Gummiboot blasen schlecht funktioniert:


Oh Gott, oh Gott,

hast du erst nachgedacht oder gleich losgetippt?

Gefahrensituationen ?
Nix ist vielseitiger als denkbare Gefahrensituationen.
An welche denkst du?
An welche denke ich?

Wer richtig schwimmen lernt, lernt auch Atemtechnik,
und mit jeder gefüllten Luftkammer wird der nutzbare Auftrieb größer,
wird das Schwimmen weniger
und infolgedessen die Puste besser.
Wir seinen Grips benutzt, fängt deshalb mit der kleinsten Luft-Kammer an
und wagt sich nicht gleich an ein 400-Liter-Schlauchboot mit integrierter Heißtee-Küche in Hochglanz-Nußbaumwurzelholz.

Viel unüberlegte Theorie und Gespött zur Aufheiterung gibts wieder im Thread.
Und auch Gedankengänge, die geradewegs vom Thema wegführen
Private Mails mit lustigen Sticheleien gabs auch schon, die will ich aber hier gar nicht wiedergeben,
zum Schutz des Absenders.

Und dabei begann der Thread etappenweise immer wieder so schön mit einigen ernsthaften Erfahrungen aus der Praxis.
Ich würde daran gerne wieder ernsthaft anknüpfen (und einfach bitten die neunmalklugen Spötter und Besserwisser konsequent links liegen zu lassen).



Es geht um den Solo-Wiedereinstieg in den Canadier aus tiefem Wasser:

Zitat:

> Am Einstieg muß ich noch arbeiten, zu zweit gings schon, aber allein -> keine Chance.


Das ist die Frage, die mich interessiert: Wie kommt man allein wieder in den Canadier?

Wer von euch ist schon einmal mit einem Paddelfloat am Stechpaddel *)
bei Seegang allein erfolgreich in einen Canadier geklettert?

Daraus leitet sich dann die nächste Frage ab:

Wie groß muss das Auftriebsvolumen für ein Stechpaddelfloat sein,
wenn ich damit allein aus tiefem Wasser wieder in einen Canadier einsteigen will?
Und wie hoch sollte dieser Stechpaddelfloat-Auftriebskörper sinnvollerweise aus dem Wasser ragen?

Gruß
René (11)


*) Paddelfloats kenne ich nur für Kajakfahrer mit ihren Doppelpaddeln.
Die werden i.a. vom Schwimmer in der Gefahrensituation mit dem Mund aufgeblasen (Aha!).
Dieses Auftriebsvolumen reicht meiner Ansicht nach nur bei beim langen Doppelpaddel aus (langer Hebel),
nicht jedoch bei einem Stechpaddel.

Kajakdecks liegen in der Regel nicht so hoch überm Wasser,
wie Canadiersüllränder.

Leichtgewicht Offline




Beiträge: 1.294

18.07.2009 02:17
#41 Ich oute mich, der Spötter war ICH!!! Leichtgewicht!!! antworten

@Rene11:

Du siehst aber, dass Deine Gummienten... äääh Gummiboot-Geschichte diverse Forums-Mitglieder zum Schmunzeln veranlasst, ich hatte den ganzen Tag bei Deiner Gummiboot-mein-Canadier-ist-vollgelaufen-und-meine-beiden-Hunde-schwimmen-ratlos-um-mich-rum-jetzt-blas-ich-mal-mein-Gummiboot-auf-Geschichte ein Lächeln im Gesicht hatte...

ABER nicht, weil ich über Dich lache, ich verstehe ja Deinen Ansatz!
Also Du suchst eine Antwort auf die Fragen: Wie kommt man allein wieder in den Canadier? Wie groß muss das Auftriebsvolumen für ein Stechpaddelfloat sein?
Da Dir (mangels Erfahrung - der Anderen...) wahrscheinlich niemand diese Frage hier beantworten kann, heißt es folglich richtig AUSPROBIEREN!!!
Und da Du ja offensichtlich weder Mühe noch Kosten noch Spott scheust, hab' ich folgenden Vorschlag:

Die Firma Zölzer: http://www.zoelzer.de/content.php?sessio...ten/kontakt.php
hat viele innovative Dinge im Kajaksport entwickelt und kann Dir sicherlich ein Paddelfloat herstellen, dass Deinen Anforderungen entspricht... (ist das nicht wunderschön konstruktiv??)

Da das Paddelfloat für Canadier-Stechpaddel-ich-muss-ja-eine-viel-höhere-Bordwand-erklimmen noch nicht erfunden wurde, kannst Du Dir das dann patentieren lassen (ernsthaft!!), ich würde jederzeit bestätigen, dass das in Deiner "Schwabbelmasse zwischen den Ohren" entstanden ist...
Und auch wenn Du, -ich zitiere Deine PM-, seit mehreren Jahrzehnten paddelst, finde ich es nicht richtig, über Dich zu spotten (böse, böse Forums-Mitglieder), Du stellst hier einen konstruktiven Neuansatz zur Disposition, also bitte ich alle anderen, diesem auch ernsthaft, vorurteilsfrei, wertneutral und nicht überheblich zu begegnen!

So, war das jetzt die richtige Form?

versöhnliche Grüße - Leichtgewicht

PS: Gefahrensituationen... In erster Linie doch die Kenterung?? Oder?? Und wer kentert, ist doch mit allen Kenternden gleich, oder??
Und warum kentert man?? Wind/Wellen?? Und da wo ich mich durch so starken Wind und Wellen kämpfe, Zitat -in tiefem Wasser-, da blas Du mal ein Gummiboot -mit der kleinsten Kammer anfangend- auf...

Aber mach das bitte, wenn ich zusehen kann, weil soetwas habe ich noch NIE gesehen!!!

Kanuotter Offline




Beiträge: 551

18.07.2009 08:17
#42 RE: Echte Heldentaten: Reflexartig drauflosspötteln antworten

Hallo René,

ärgern wollte ich dich nicht mit meiner Antwort. Nachgedacht hab´ ich auch vorher und sogar überlegt, ob ich noch dazu schreibe wie ich es meine. Es wurde mir dann aber zu spät. Sorry, wenn die ersten zwei Absätze verletztend aufgenommen wurden.

Bevor ich mit meinen nächsten Gedanken wieder jemanden auf die Palme bringe. Ich bin Hobby Paddler, nicht durch Vereinskurse erprobt und das nachfolgende muss inhaltlich nicht richtig oder ausgereift sein - ist als Anregung zu verstehen.

Mir ist der Gedanke mit den Gummibooten zu weit weg.
a) Gewicht ist bei Gepäcktouren ein zu wichtiges Thema. Ich beschränkte mich auf das Wesentliche und hab trotzdem einen Haufen Zeug mit. Bei einer Rucksacktour wäre ich hoffnungslos überladen. Weil ich es mitnehmen möchte, paddel ich. Aber: Sicherheitstechnik muss leicht sein.
b) Ich habe früher mit einem Metzler Canoe/Kajak angefangen - Gummi. Ohne Einstiegshilfen kommt nur ein körperlich gut trainierter Schwimmer rein - wenn er das vorher GEÜBT hat (da bin ich wieder bei meinen Lieblingsthema, wenn es um Rettung geht). Andere Gummiboote habe das gleiche Problem. Hoher Rand, geringes Gewicht, rutschige Oberflächen, runde Formen die das Boot umdrehen wenn du einsteigen willst.
c) Das einfachste ist immer noch, das Boot an´s Ufer zu drücken oder zu ziehen (Seil), wenn es mit dem Wiedereinstieg nicht klappt. 1000 Liter Wasser im Boot durchs Wasser schieben oder ziehen kostet Zeit und Kraft. Das sollte man aber vorher selber mal auf einem See übern, damit man versteht ob man es kann bzw. was man noch machen muss, damit es überhaupt klappt. Mit einem 25 m Seil (z.B. das vom Wurfsack) kannst du schon ganz gut überbrücken und das Boot an Land ziehen. Evlt. Wurfsack und Treidelleine verbinden?
d) Mein Verständnis von Gefahrensituation: Wind/Sturm, Wasser dass schnell strömt (evtl. mit Baumhindernissen, Walzen), kaltes Wasser (abhängig von deiner Bekleidung), sehr weit draußen auf einem See, viele Binnenschiffer um dich herum, schnell strömendes Wasser und deine Kinder (Nichtschwimmer) sind mit in´s Wasser gefallen und treiben ab... Situationen also, wo eine "stabile Situation" innerhalb von 1-3 Minuten erreicht ein muss.

Wo ist das Gummiboot vor der Kenterung verstaut? Also Boot umdrehen und raus kramen = Wiedereinstieg, oder? Wenn das klappt, brauch ich das Guumi nicht mehr.

Die Sicherheitstechnik, die in diesem Thema oder an anderer Stelle immer wieder angesprochen werden haben alle den Nachteil, dass es keine ADA-Zeh Lösungen sind. Es kommt halt keine Engel und hilft. Entweder sind es Improvisationen aus Auftriebskörpern, Paddeln und Seilen und/oder es gehört Übung und körperliche Fittness dazu. Meistens macht die Kombination den Erfolg. Das eigene Üben hat noch einen entscheidenen Vorteil. Du spürst, wie gefährlich es wäre, wenn es nicht klappt (Selbstüberschätzung wird zu Selbsteinschätzung). Diese Erfahrung hilft Gefahrensituationen zu verringern, indem du einfach entscheidest: ich lass es sein, das ist mir zu riskant.

Nicht zu unterschätzen: nicht jeder Tipp läst sich für sich selber oder das eigene Boot umsetzen. Da entscheiden kleine Details über Erfolg oder Mißerfolg. Da wären wir also wieder beim Üben...

Was hab´ich bei Gepäcktouren mit: Schöpfkelle, 25 m Wurfsack, Treidelleine, Luftdruck-Messer, Schwimmweste, Trillerpfeife - alles draußen griffbereit. Bis auf Küchenkiste und Zelt-Sack wirken alle Gepäckstücke als Auftriebskörper, weil sie lose gepackt sind. 3-4 kurze Spanngurte (70 cm), die ich für Improvisationen beim Wiedereinstieg verwenden kann (Sachen zusammenbinden, Gepäckstücke zu einer Insel zusammen halten).

Heute morgen hoffentlich konstruktiv und weniger humorvoll,

Kanuotter

P.S.: Habe seit 2 Jahren ein Paddelfloat im Keller, weil ich damit den Wiedereinsitieg auspobieren wollte. Andere Techniken haben aber erfolgreich geklappt, so dass es vor sich hinstaubt.

MrDick Offline




Beiträge: 1.234

18.07.2009 09:12
#43 RE: Echte Heldentaten: Reflexartig drauflosspötteln antworten

In Antwort auf:

Wer von euch ist schon einmal mit einem Paddelfloat am Stechpaddel
bei Seegang allein erfolgreich in einen Canadier geklettert?



Huhu - ich! Allerdings hielt sich der Seegang in Grenzen.
Hatte mal einen Kurs, gleichzeitig mit nem Kollegen der einen Eskiomiterkurs für Kajaker gegeben hat. Danach hab ich ihm mal so ein Paddlefloat gemopst.

Ich hatte Glück, dass es gerade so auf das Stechpaddel passte. Wenn das Blatt zu breit ist geht's nicht. Bei traditionellen Blättern dürfte es wenig halt finden.

Nun sind Stechpaddel ja einiges kürzer als die unserer zweiarmigen Kollegen und das ist meistens das Problem. Daher wäre mehr Volumen im Float sicher eine gute Sache. Ich habe den Schaft unterhalb vom Paddelgriff und eine Ducht am Rand mit einer Hand umgriffen. Je weiter der Abstand vom Float zum Boot ist, desto besser. Dann ein Beinchen angewinkelt und den Fuß über den Schaft gehängt. Je weiter weg das Gewicht vom Float ist, desto besser wirkt der Auftrieb des Floats (Hauptgewicht liegt dann auf dem Boot, was mehr volumen hat). Dann Schwung holen, Kinn auf die Brust und über Schulter und Rücken reinrollen (Duchten können dabei ziemlich im Weg sein, also nicht die Rübe anhauen). Man kann sich mit dem Float ein bischen abdrücken und gleichzeitig verhindern, dass der Süllrand des Bootes unter Wasser gedrückt wird. Wichtig ist dabei das Paddel so mit dem Boot zu "verbinden" dass es nicht "abknickt", da es bei der Prozedur nur auf dem äußeren Süllrand und nem Stückchen Ducht aufliegt. Legt man es über beide Süllränder, wird es zu kurz und das Float verliert seine Wirkung. Prinzipiell müsste der Einstieg auch ohne Float mit viel viel Übung klappen. Das Float macht es halt einen Tick leichter..
Das muss man halt auch wieder alles üben, üben, üben...

Uhm...ohh...Im Prinzip kann man sagen: Je kleiner das Volumen des Floats, desto größer muss der Abstand der auf dem Schaft ruhnenden Last zum Float, im Verhältnis zum Abstand zum Boot sein, aye?
(Archimedes hat da mal ein interessantes Experiment mit Fixpunkten im All und Planeten und soo...)

Ende meines Romans
Grüße, Sebastian

--
"Die Weisen erfreuen sich am Wasser." (Konfuzius, 551 - 479)
-

...der will nur spielen!
Für alle die am Bodensee spielen wollen: http://www.freestylecanoeing.org

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.066

18.07.2009 10:41
#44 RE: Echte Heldentaten: Reflexartig drauflosspötteln antworten

Sicher ist (im doppelten Sinne) nur das was Du selbst probiert und hingekriegt hast.
Es gibt ja durchaus Paddler die es Solo ins Boot schaffen, ohne Schnickschnack.
Ich brauche halt eine Hilfe, Auftrieb oder Gegengewicht, am besten Sachen die sowieso im Boot sind, also Gepäck, Paddel usw.

Die Sachen die ich mit Verschiedenen Dingen als Paddelfloat getestet habe, haben mir nicht gefallen.
Kürzeres Paddel --> größere Kräfte
höheres Deck --> schlechtere Winkel
Kräfte und Winkel lassen den Paddelfloat gerne unter dem Paddel wegflutschen.

Ich klinke mich jetzt aus und melde mich wieder, wenn ich mal wieder 1 1/2 Stunden geplanscht habe und etwas Erfolgversprechendes erreicht habe.

Bis dann, immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel (da bin ich Sicher).
Andreas

Dull Knife Offline




Beiträge: 754

18.07.2009 13:01
#45 RE: Selbstrettung während einer Gepäcktour antworten

Zitat von lej
Lieber Albert
Nach deiner Wannseetourerfahrung


Diese Tour ist auch bei mir in bleibender Erinnerung. Habe bei dem plötzlich aufkommenden starkem Wind trotz leichten Minusgraden gut abgeschwitzt. Zum Glück musstn wir niemanden bergen. Hätte dann echt schnell gehen müssen.

Schwimmwesten sind immer eine gute Sache.
Beim Letzten Treffen am Gobenowsee barg ich ein Kanu. Die drei Mann Besatzung trugen keine Schwimmwesten und hatten keine Chance, das fast versunkene Boot wieder flott zu bekommen. Die anderen in der Gruppe hatten auch keine Ahnung, wie sie das Boot bergen sollten. Dank Franks Kursus konnte ich helfen.

Bei einem Rettungsworkshop beim Canadiertreffen würde ich auch gerne teilnehmen.

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