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Dieses Thema hat 25 Antworten
und wurde 2.241 mal aufgerufen
 Ausrüstung > Boote, Paddel, Zubehör, CanoePacks, Kanubau
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Steephill Offline



Beiträge: 6

24.11.2014 18:29
#16 RE: Holzkanu antworten

Hallo zusammen,

habe mir heute mal den Lack angeschaut! Die Blasen die im Lack zu sehen sind und die sich über die komplette rote Farbe verteilen, sind nur im Decklack. Eine helle Schicht die darunter zum Vorschein kommt ist fest und trocken.
Meine Frage wäre jetzt wie bekomme ich die rote Farbe runter? Nur mit schleifen oder kann man auch mit Farblöser arbeiten?

Gruß Oliver

Haubentaucher Offline



Beiträge: 204

24.11.2014 21:35
#17 RE: Holzkanu antworten

Salut Oliver,

den Decklack entfernen ohne die darunterliegende, intakte Grundierung zu beeinträchtigen, kann man nur mit Schleifen. Lösungsmittel, Abbeitzer oder Heißluftpistole knechten die ganze Lackschicht und darunterliegende temperaturempfindliche Untergründe.
Wegen eventueller Schleifläuse würde ich Naßschleifen. Grobes Schleifpapier, immer sehr viel Wasser und einen Korkklotz zum Schleifen nehmen. Wenn vorhanden einen kleinen Einhand-Druckluftschleifer.
Kraftsparend wäre beim Trockenschliff auch ein Excenterschleifer, der weniger Schleifläuse ansetzt, als die klassische Schwabbel. Einen Bandschleifer würde ich wegen der Abtragsleistung nicht nehmen.

Wegen der vorangeschrittenen Jahreszeit der Tipp, grob auf die empfohlene Verarbeitungstemperatur des Lack-Herstellers zu achten und Microtau auf der zu lackiernden Fläche zuvorzukommen. Beides könnte trotz zufriedenstellender Trocknung oder Härtung den Glanzgrad beeinträchtigen.

VG Chris

Steephill Offline



Beiträge: 6

30.11.2014 12:13
#18 RE: Holzkanu antworten

Hallo zusammen,

wollte gestern angefangen das gute Stück um einige Teile zu erleichtern.
Die massiven Sitze entfernen, der äußere Süllrand sollte erst mal ab ...!
Nachdem ich aber zwei Risse im Canvas entdeckt habe,unter denen Feuchtigkeit zu sehen war,
sieht das gute Stück nun so aus wie auf den folgenden Bildern.
Es war nichts verklebt, ging in zwei Stücken komplett runter.
Holz nicht verfault oder gegammelt.
Werde Euch (insbesondere die Holzbootbauer !) demnächst noch öfters mit Restaurationsfragen nerven müssen.
Fange gleich damit an:
Nachdem ich die beschädigten Hölzer erneuert habe, werden dann Unebenheiten oder kleine Beschädigungen gespachtelt und wenn ja mit was?
Wo bekomme ich den Canvas und vor allem den Füller her, und wie viel brauche ich?
Die Maße des Kanus sind 485x90 und 36 hoch!

Gruß Oliver

TimBautz Offline




Beiträge: 114

30.11.2014 13:31
#19 RE: Holzkanu antworten

Hallo Oliver,
Canvas und Filler bekommst du bei Holzfstoff oder bei Jörg Wagner.
(editiert, da das Tippen auf dem Tablet nicht wirklich Spass gemacht hat).

Zum Thema Spachteln: Kleinere Dellen bekommst du ggf. mit heissem Wasser oder Wasserdampf herausgedrückt.
Bei größeren Ausrissen würde ich mir überlegen, ggf. dieses Teilstück der Beplanukg auch auszutauschen.
Die Reparaturstücke (Beplankung) würde ich ein bis zwei Millimeter dicker als die originale Beplankung
dimensionieren, danach kannst du diese mit ihrem Umfeld bündig schleifen.

Beim Austrennen der Beplankung leistet ein Multitool (Multimaster o.ä.) gute Dienste, alternativ geht das auch mit Geduld
und einem scharfen (sehr scharfen) Messer und einigen Schnitten oder aber mit einer speziellen Japansäge für Tauchschnitte (Azebiki), z.B. diese hier:
http://www.feinewerkzeuge.de/azebiki.htm
Ich mache das i.d.R. mit dem Multimaster.
Die Tacks musst du vorher natürlich ziehen. Zu diesem Zweck empfehle ich dir die Anschaffung des Buches The Wood & Canvas Canoe von Rollin Thurlow und Jerry Stelmok.
Darin gibt es ein ganz interessantes Kapitel zum Thema Repair & Restoration.
Das Buch würde ich dir ohnehin empfehlen, da du ja auch neu canvassen und fillern willst.

Ich wünsche dir viel Spass bei diesem sehr interessanten und schönen Projekt !


Viele Grüße

Tim

TimBautz Offline




Beiträge: 114

30.11.2014 15:50
#20 RE: Holzkanu antworten

Noch ein Nachtrag:
So, wie es sich auf den Fotos darstellt, brauchst du wahrscheinlich nicht gross über Spachteln nachzudenken,
ich würde den gesamten Rumpf vorsichtig überschleifen und neu bespannen. Wenn wirklich grobe Ausrisse/Vertiefungen vorhanden sein
sollten, dann je nach Schweregrad entweder auch das Teilstück austauschen oder aber mit einer Masse ausspachteln.
Die Spachtelmasse würde ich bei dem Fillerlieferant deiner Wahl erfragen, denn Sie sollte sich mit dem zum Einsatz kommenden
Filler vertragen.

Keltik Offline




Beiträge: 431

03.12.2014 00:09
#21 RE: Holzkanu antworten

Zitat von TimBautz im Beitrag #19


Zum Thema Spachteln: Kleinere Dellen bekommst du ggf. mit heissem Wasser oder Wasserdampf herausgedrückt.


Dampfbügeleisen vollbringen da manchmal kleine Wunder

BbbB ... Bis bald beim Bootfahren
Max

Scheiß auf Küsschen, guten Freunden gibt man ein Bier!

Steephill Offline



Beiträge: 6

07.12.2014 10:39
#22 RE: Holzkanu antworten

Hallo zusammen,

Danke erstmal für Eure Antworten!
Die ersten Reparaturen sind getan und der Füller ist bestellt.
Und nun schon die nächste Frage!
Um Holzleisten miteinander zu verleimen, ist da immer noch der gute alte wasserfeste Holzleim
erste Wahl oder nimmt man da heutzutage "modernere" Kleber?

Gruß Oliver

TimBautz Offline




Beiträge: 114

07.12.2014 11:16
#23 RE: Holzkanu antworten

Hallo Oliver,
ich nehme in der Regel Bindan Propellerleim.
Was auch sehr gut geht, ist Epoxy. Bei dem Thema Epoxy hat Sebastian (Mr. Dick) sicherlich
ein paar gute Tips für dich parat.

Schönen Sonntag

Tim

Haubentaucher Offline



Beiträge: 204

07.12.2014 12:27
#24 RE: Holzkanu antworten

Hallo zusammen,

für Teile, die nicht ständig unter Wasser und ständig durchfeuchtet sind, habe ich mit den PU-Kleber/-Leim von Ponal, dem Ponal-Construkt beste Erfahrungen gemacht. Er übertrifft die D4*-Anforderungen, ist aber ausdrücklich kein Bootsleim. Bindan-Propellerleim erfült nur die D3*.
Preislich ist der Ponal mit gut 10 € pro Kartusche im vollgrünen Bereich. Feuchte Umgebung ist - anders als bei Epoxid - kein Gift, sondern Voraussetzung. Angebrochene Kartuschen sind bei guter Lagerung erst nach einem JAhr unbrauchbar. Dämpfe entstehen quasi keine, Anmixen entfällt, Adhäsion an Harthölzern ist eher besser als bei Epoxid. Nach dem Durchtrocknen kann er gehobelt und geschliffen werden. Die Hobelmesser halten länger, als bei Epoxid.
Nachteile gegenüber Epoxid-Microfiber-Mix sind die geringere Kohäsion, weswegen Pressen wichtig ist. Normale, federbelastete Leimklemmen genügen aber. Außerdem muss man bei sommerlichen Temperaturen etwas fix sein, weil sich schon nach knapp einer mInute eine erste Haut bildet. Um die 10° kann man 5 Minuten lang trödeln ...

Grüße
Chris


*
D3: Für den Innenbereich mit häufiger aber immer nur kurzzeitiger Wassereinwirkung ODER höherer Luftfeuchte, nicht beides. Außenbereich nur ohne direkte Bewitterung.
D4: Für den Innenbereich mit häufig und lang anhaltender Einwirkung von abfließendem Wasser bzw. Kondenswasser, aber nicht dauerhaft unter Wasser. Außenbereich und Bewitterung mit Oberflächenschutz wie Lack.
Ponal Construkt wird nach meinen Versuchen nach einer Woche unter Wasser schlapp, nach 3 Wochen unter Wasser löst er sich mit einfachem werkzeug leicht ab. Dazu muss natürlich die gesamte Klebefläche durchfeuchtet sein. Große Klebeflächen und guter Schutz fürs Holz würden bessere Haltbarkeitswerte ergeben.
Trotzdem für Überwasserverklebungen top, sofern keine spaltfüllende Wirkung über große Flächen nötig ist.

lupover Offline



Beiträge: 504

07.12.2014 16:33
#25 RE: Holzkanu antworten

Moin!

ZUm Beispiel http://www.ebay.de/itm/Ponal-Konstruktio...=item5d50071997 Davon habe ich noch eine Kartusche im Keller aber noch nicht benutzt. Laut Packungsaufschrift schäumt er etwas auf. Damit dichtet er dann auch Spalten ab. Wird von Ponal ausdrücklich für feuchtigkeitsbelastete Anwendungen im Außenbereich (z. Blumenkästen) empfohlen.

Den hier http://www.ebay.de/itm/OTTOCOLL-P84-500-...=item4add5ebfe0 habe ich schon mit Erfolg benutzt, z. B. für eine Bootsmotorhalterung. Das ist wohl das Zeug das Chris beschreben hat. Auch der schäumt etwas auf und dichtet dadurch ab. Wird von Anbietern von Bausätzen für Sperrholzboote ausdrücklich zum Kleben und Dichten verkauft. Nach der Beschreibung ähnliche Eigenschaften wie Ponal aber nach den Sicherheitswarnungen scheinbar etwas agressivere Chemie. Wenn Du bei Ebay nach PU Leim suchtst gibt es auch noch mehr Anbieter, wie http://www.ebay.de/itm/SOUDAL-Holzleim-P...541554144&rt=nc. Anwendungs- und Verarbeitungshinweise: http://www.birtelkg.de/merkblatt/Holzleim%20PRO%2040%20P.pdf

Gruß
Habbo

Haubentaucher Offline



Beiträge: 204

07.12.2014 18:33
#26 RE: Holzkanu antworten

ja - nee,
Construkt kommt in der Flasche und ist zähflüssig, wie normaler Holzleim, Ponal Konstruktions-Kleber ist der pastöse aus der Kartusche, den´s an jeder Ladenecke gibt. Wirkungsweise und technische Daten sind ähnlich.

Das Aufschäumen ist verführerisch. Es ist alles zu und schön, aber die relativ schlechte Kohäsion des aufgeschäumten Klebers vermindert die Klebkraft. Ohne enge Fugen hält es also nicht sonderlich. Je größer die Fuge, umso lockerer wird der Schaum, bei ein paar Zehnteln wohl noch harmlos. Wegen dem Aufschäumen eignen sich Presslatten mit kleinen Nägelchen auch nicht sonderlich, weil sie in weichen Hölzern nicht gut genug halten, um ein Anheben zu verhindern. Deswegen die Leimzwingen.

Zum Spaltfüllen besser Epoxid-Microfaser-Mix. Man sollte halt auf geringe Luft- und Materialfeuchte und auf die härterabhängige Temperatur achten. Hart wird´s sonst trotzdem, verschlechtert aber die technischen Eigenschaften. Darauf achtet Sebastian bei seinen schönen Boote sicherlich auch so.

Bei ebay-Händlern oder in irgendwelchen Pipi-Lädchen habe ich immer Bedenken, an überlagertes Zeug zu geraten.

Viel Spaß
Chris

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