Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Zur Vermeidung weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen werden alle Beiträge und Äußerungen über die Firma Gatz-Kanus, den Namen und deren Produkte nicht mehr geduldet.
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 765 mal aufgerufen
 Ausrüstung > Boote, Paddel, Zubehör, CanoePacks, Kanubau
AxeI Offline




Beiträge: 1.001

03.01.2014 10:33
Sitzholme anschäften? antworten

Hat jemand schon mal einen zu kurzen Sitz in sein Boot eingebaut? Rolf hat mir seinen alten Sitz aus dem Slipper vermacht, bei dem die Sitzfläche ausgebrochen war. Da habe ich die Nut zunächst frei gemacht um neues Geflecht einfügen zu können.
Um ihn in mein Boot einzubauen muss ich die Holme jeweils um vier/fünf Zentimeter verlängern. Wie mache ich das am besten? Mache ich das überhaupt? Kann das halten?

Axel

P A D D E L B L O G
There's more means to move a canoe than paddles

Haubentaucher Offline



Beiträge: 204

03.01.2014 11:56
#2 RE: Sitzholme anschäften? antworten

Hallo Axel,

es hält. Entweder nur schäften, je mehr desto besser, oder einen sog. Gerberstoß, der sich leichter verleimen lässt. Bei der Gelegenheit könntest Du den Sitz sogar tiefer legen.
– Zusätzlich bzw. wenn Du dem Leim nicht traust, würde ich die Stücke in der Mitte nuten und eine Feder einsetzen. Vielleicht ein Stückchen AW100-verleimtes Sperrholz. Das angesetzte Teil würde ich vun unten ansetzen und dort statt der Nute einen Schlitz reinsägen. Damit kannst Du überstehendes Sperrholz hinterher abschneiden, ohne dass man es sieht und Du musst die Feder nicht so genau schneiden.
– Wenn Dir das zu fummelig ist, tun es auch eingeleimte Zapfen. Dazu würde ich nach dem Leimen von unten Sacklöcher bohren, damit man die Zapfen von oben nicht sieht. Metallteile braucht man nicht.

Eine einfache Überblattung oder eine Schlitz- und Zapfenverbindung wird nicht so gut halten und macht sogar mehr Arbeit.

Gruß
Chris

AxeI Offline




Beiträge: 1.001

03.01.2014 13:23
#3 RE: Sitzholme anschäften? antworten

Das macht mir Mut. Vielen Dank, Chris.

Beim Nachschlagen von "Gerberstoß" (es ist lange her, dass ich so was mal gelernt habe...) bin ich auf das "schräge Hakenblatt" gestoßen. Das scheint mit auch eine sehr attraktive Variante zu sein weil es die Verleimung mit herkömmlichen Leimzwingen erleichtet.

Wenn ich nicht auf eine ganz andere Lösung umschwenke (ich phantasiere von einem Sitz aus gut erhaltenen Faßdauben, der das Aufkanten des Bootes enorm erleichtern kann) mache ich das so.

Axel

P A D D E L B L O G
There's more means to move a canoe than paddles

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

04.01.2014 11:05
#4 RE: Sitzholme anschäften? antworten

Also Axel, tut mir leid, aber wenn ich mir überlege wie viel Arbeit vier Schäftungen machen und bedenke das Risiko eines Bruches bei Fehlern hoch ist, würde ich einen neuen Rahmen bauen.

Ganz nebenbei bevorzuge ich es, weiter an den Süllrand heran rücken zu können, was bei einem schmalen Sitz auch nicht geht.

Meine Empfehlung wäre neu bauen.

AxeI Offline




Beiträge: 1.001

04.01.2014 11:29
#5 RE: Sitzholme anschäften? antworten

Ich gebe Dir recht, Andreas, und denke schon an zwei weiteren Varianten herum. Die eine ist den Sitz so wie er ist einzubauen, die Duchten zu kürzen (erst mal kürzere Dachlatten einbauen zum Ausprobieren) und das Boot damit schmaler zu ziehen. Dabei stellt sich die häufig gestellte aber nie befriedigend beantwortete Frage, ob der Kielsprung des Bootes sich erhöht oder vermindert.



Die zweite Variante wäre ein neuer Rahmen, wie Du das vorschlägst. Den würde ich in voller Länge gewölbt ausführen, so dass es leichter fällt auf eine Seite zu rücken und damit dicht an den Süllrand zu kommen. Auf der Skizze habe ich das schon vermerkt: Soll ich mir einen Dämpfkasten anfertigen und Eschenleisten über eine (auch zu bastelnd) Form biegen oder beschaffe ich mir Fassdauben, die ich auf das gewünschte Maß herunter schleife und säge?

Mal sehen....
Axel

P A D D E L B L O G
There's more means to move a canoe than paddles

lupover Offline



Beiträge: 504

04.01.2014 23:06
#6 RE: Sitzholme anschäften? antworten

Hi,

einen MadRiver Freedom Solo (Royalex verstärkt, Vinylsüllrand mit Alueinlage, leichter V-Boden) habe ich durch kürzere Duchten um 7 cm am Süllrand schmaler gemacht. Gearbeitet in der Wohnung auf einem Laminatboden, so konnte ich die Höhe des Bootes an den Spitzen messen. Das Boot ist jetzt um ca. 1,5 cm an den Spitzen niedriger geworden - also weniger Kielsprung. In der Bootsmitte habe ich leider keine vorher/nachher Messung gemacht. Laut Herstellerangabe ist die Höhe in der Mitte 36 cm, das entspricht meiner Messung nach dem Umbau. Optisch habe ich den Eindruck, dass sich das V-verstärkt hat. Fahreigenschaften: Besserer Gradeauslauf, dafür etwas kippeliger - das passt zu der Messung.
Ob sich das aber bei anderen Booten ähnlich auswirkt wird man wohl ausprobieren müssen. Mach die Bastelei auf einem festen geraden Boden, dann kannst du die Höhe der Spitzen und damit die Änderung im Kielsprung nachmessen. Und probieren mit Dachlatten als Provisprium (bei mir war es ein Besenstiel den ich beim Herumlungern im Schuppen erwischt habe) macht wenig Arbeit und kostet nix.

Gruß
Habbo

aijowi Offline



Beiträge: 22

05.01.2014 17:29
#7 RE: Sitzholme anschäften? antworten

Hallo Axel,

damit die Schäftung hält wie das Orginal, sollte die Steigung 1/15 und mehr betragen. Bei den Materialhöhen der Sitze ist das verdammt lang. Selbst beim Leimen mit Epoxi würde ich das Spaltmaß auf ein Minimum reduzieren. Was ich mich Frage, ist es nicht einfacher einen neuen Sitz, die Träger notfalls aus Lamellen Form verleimt, zu bauen?

Grüße,

Achim

 Sprung  

Canadier.com ACA Kanuschule