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 Tourenberichte
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Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 3.083

07.10.2016 20:24
#256 RE: Bergfahrt 84, 85 antworten

Das Nebelfoto vom 28. hat es mir angetan. Darf ich es verwenden? LGWW

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Donaumike Offline




Beiträge: 1.057

08.10.2016 08:45
#257 RE: Bergfahrt 84, 85 antworten

Ja sicher Wolfgang, gerne, freue mich darüber. Die Schnappschüsse sind leider nur von einem Smartphone.

Ja Hans ein Prospektorenschubverband wird es richten.

Beste Grüße Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 1.057

13.10.2016 15:09
#258 RE: Bergfahrt 86 bis 88 antworten

86. Bergfahrt

Samstag 8. Oktober, Pegel 148 cm, bewölkter Himmel bei 9 Grad plus. Auf dem Weg zur Donau freute es mich, dass die Plane die ich etwa 100 m von der Donau an einem Weg abgelegt hatte, von der Stadt weggeräumt wurde. Dort stand ein PKW der von innen aus verständlichen Gründen extrem angeschlagen war. Nach der Tour war der PKW weg, etwas Abfall wurde hinterlassen.
Auf dem Wasserweg Richtung Stadt hielt ich den Ausnockbaumstamm auf Foto fest.



Es war bei diesen hohen einstelligen Temperaturen trotzdem zu spüren, dass die Füße rascher einschlafen möchten. Positiv überrascht wurde ich darüber, dass der Barhocker verschwunden war. Nicht viel später kam die Erleuchtung; der Barhocker ist nur unter der Wasseroberfläche abgetaucht obwohl der Pegel etwas gefallen war. Da wollte jemand ganze Arbeit leisten, vielleicht ist derjenige auch dabei ins Wasser gefallen...



Weil es etwas windig wurde und die leichte Strömung um das Eiland herum gut zu Manöverübungen im flachen Wasser und Wind taugte, kreuzte ich dort etwas herum. Die Schwierigkeit gestaltete sich nur darin, den Wind auszunutzen, genug Tiefgang für Kanu und Paddel zu finden und auf dem rechten Wasserweg zu sein. Die Übung ist nicht sehr anspruchsvoll wenn man es schon oft gemacht hat. Wo ich damals das erste Mal dort unter besseren Bedingungen dieses geübt hatte, stieß ich rasch an meine Grenzen der Bootskontrolle.
Einmal bin ich mit meinem Kanu und einem Durchreisenden (Ally), dort durch Windstreiche und Strömung in Schwierigkeiten geraten. Der Wind blies uns förmlich durch die Gegend dort. Ein zusätzliches Problem gestaltete sich durch die ungünstige Trimmung des Ally.


87. Bergfahrt

Mittwoch 12. Oktober, Pegel 151 cm, 11,8 Grad Wassertemper, knapp 10 Grad Lufttemperatur. Abgelegt wurde unter blauem Himmel. Die Fahrt ging nur bis zur Donaubühne, weil ein älterer Passant Fragen zur Strömung und schließlich über mein Kanu stellte. Weil sich ein längeres Gespräch ankündigte legte ich an und stieg aus. Es wurde eine nette Unterhaltung. Der Mann war nicht ganz ohne Kenntnisse was das Segeln und Kanus betraf. Letztendlich war er von meinem Kanu nicht nur begeistert, sondern wird sich nach seinen Reden nach der Materie des Open Canoe stellen. Dieses wäre sehr erfreulich. Beim zurück paddeln wurden noch ein paar Fotos geknipst, vielleicht bekomme ich mal eines in die Hände. Das Wetter hatte sich derweil ins Grau verwandelt. Die Laune war dafür immer noch sonnig.


88. Bergfahrt

Gepäckfahrt

Donnerstag 13. Oktober, Pegel 144 cm, Luft 0 Grad gefühlt, Thermometer 3 Grad, stellenweise noch Raureif.
Die Donau war hier und da mit Nebelschleiern verziert. Der frische Morgen wurde mit Sonnenstrahlen auf das Nordufer beschenkt. Ein Fischreiher flog ab. Richtung Stadt wurde es wieder etwas nebelig und grau.
Nach den Brücken flog ein weiterer Fischreiher ab und pflügte durch die Nebelfetzen, dieser kreiste noch geduldig über Kanu und Fluss.



Am Ziel angekommen baute ich mein Tipi- Tarp auf, nein vorher gab es etwas grünen Tee. Die Heringe weigerten sich wie schon erwartet in den Kiesboden zu gelangen. Irgendwann stand der Unterschlupf, zusätzlich wurden noch Wackersteine als Wiederlager der zusätzlichen Abspannungen verwendet. Nach Rhein und Naab stand nun endlich mein Notunterschlupf an der Donau. Leider fing es nicht an zu regnen. Nun fehlte nur noch ein kleines Feuerchen; dazu gab es Tee und Lebkuchen. Das kleine Sonnenbad konnte nun beginnen.



Auf späterer Talfahrt kam guter Ost- Südwind auf. Die Trimmung des Bootes konnte dank zusätzlichem Gepäck gut kopflastig justiert werden. Die Talfahrt über die leicht gekräuselte Donau und Gegenwind wurde einfacher wie anfangs gedacht. Einzelne Böen erzeugten ein Lächeln und Freude. Ein Eisvogel wurde ein kurzer Begleiter.



Anlegestelle in Sicht! Beim eindrehen für das Anlegen wurde durch die Trimmung das Kanu etwas träge, langsam im Vorwärtsgang aber nicht. So fuhr das Kanu trotz Notbremse mit Tempo auf das harte Ufer. Ich war etwas interessiert wie nun die neue Kampfspur aussehen würde. Am Bootshaus konnte ich nix neues feststellen; auch gut.

Grüße von der Donau Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 1.057

17.10.2016 14:41
#259 RE: Bergfahrt 89 antworten

89. Tour auf der Donau

Sonntag am 16. Oktober 2016 zu guter Zeit, Pegel 144cm. Auf dem Fluss angekommen zeigte sich die Donau Richtung Westen in einem prächtigen Spiel von Sonnenlicht, bunter Herbstbracht und sanften Nebel. Ein Blick nach Osten zeigte eine neblige graue Wand.



Ich war so beeindruckt von dem sonnigen, leicht nebligen und bunten Anblick Richtung West, das ich für einige Minuten inne halten musste. Schön war zumal, dass die Stadt abhandengekommen erschien.



So beschloss ich auch nicht weiter hoch hinaus zu paddeln, um der Realität nicht doch noch zu begegnen.
So paddelte ich Richtung Tal dem grauen Element entgegen und hindurch. Hier ein Eisvogel, dort ein Fischreiher. Kurz verlor ich die Orientierung und landete in einen Hafen.



Der Nebel schien sich zu verflüchtigen und so verirrte ich mich nicht weiter. Die Reise führte weiter den Flusslauf entlang. Der Nebel gab doch nicht auf und trotzte weiter. Es wurde nun ringsherum grau, die Sonnenstrahlen hatten wohl wirklich aufgegeben. Diese Atmosphäre hatte dennoch seinen Reiz.



Als es wieder Zeit wurde den nicht allzu weiten aber auch nicht kurzen Weg zurück zu paddeln, hielt ich nahe am Ufer an. Die Stille wurde durch ein plötzliches Knacken und Rauschen unterbrochen. Ein Blick Richtung hoher Vegetation aus Schilf und Gehölz lies eine Bewegung eines unsichtbaren Geschöpfes erfahren. Nun kehrte das Kanu um. Nach und nach Richtung Ziel verzog sich der Nebel, der Himmel wurde plötzlich blau. Kurz vor dem anlegen ein Blick Richtung Tal, immer noch grau, ja die Geisterpaddler.



Der weitere Tag wurde mit Sonne belohnt, sodass auch ein Blick auf die nicht ganz freie Fahrroute unter der Konrad- Adenauer- Brücke sich bot. Auf dem Bild erkennt man gut, dass ein Paddel im mittigen Stromstrich für Manöver nicht viel Spielraum hat. Der Pegel betrug derzeit 148 cm.




Grüße von der Donau Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 1.057

19.10.2016 17:18
#260 RE: Bergfahrt 90 antworten

Hallo liebe Leser,

vielleicht etwas zum ablenken...


Abstecher zum Wohnzimmer als Zwischenstopp

Mittwoch 19. Oktober 2016, Pegel 166 cm, regnerisch und windig bei unter 10 Grad. Es regnete und es bot sich doch noch an auf die Donau zu hüpfen, Poncho mit an Bord.
Auf dem Wasser verflogen sich einzelne Regentropfen und Blätter von den Bäumen in mein Kanu. Der Wind kam mit weit über 6 m/s aus Nordwest. Ich hielt es für spannend die angefauchte Süduferroute nicht zu verlassen. Trotz diesen nicht so guten Bedingungen ging es nicht schlecht voran. Am grauen Himmel eine kleine blaue Hoffnung.



Unter dem Joch der Schillerbrücke zog es höllisch, nicht die Strömung sondern der Wind. Bei dieser Gelegenheit fuhr ich noch zwei Kehrwassermanöver, die vom eindrehen in dieses mir zu träge erschienen. Beim folgenden Anlauf die Brücke zu durchpaddeln blieb das Kanu einfach im Strom stecken und verflüchtigte sich rasch Richtung Ufer. So dachte ich schon an einen Rückzieher, das hieße anlanden und umsetzen. Das kann doch nicht sein, der Pegel günstig, der Gegenwind möchte es mir zeigen. Nach einigen harten und halbwegs präzisen Schlägen, die ich schon lange nicht mehr so abrufen musste, gelang es doch noch gerade so durch das Joch durchzukriechen. Unter dem Joch der Eisenbahnbrücke war es ähnlich schwierig. Der Wind drückte ebenso stetig das Kanu Richtung steiniges Ufer, Spielraum für das Paddel musste oft gesucht werden. Bei einer geglückten Gegenmaßnahme mit dem Paddel gelangte einiges Spritzwasser ins Kanu.
An der Donaubühne setzte ich mich auf alle vier Buchstaben und paddelte gemütlich weiter. Der Wind flaute etwas ab und die Sonne zeigte sich. Kurz vor einer kniffligen Stelle unweit vor der Konrad- Adenauer- Brücke kniete ich wieder im Kanu.

Seit der 26. Bergfahrt dieses Jahres hatte ich in den Sinn, an oder hinter dieser Brücke anzulegen und mein Zuhause einen Besuch abzustatten. So kam nun der Entschluss dieses zu tun. Unter der Brücke anzulegen erschien zwar machbar, aber der Steingarten am Ufer bietet leider einige Stolperfallen und verborgene Glasscherben.
So legte ich oberhalb der Brücke an einen schon oft erkundeten Ankerplatz an.



Fix war das Kanu draußen und der Bug zeigte auf die Marschkompasszahl. Genau dieser Richtung sollte gefolgt werden.



Leider war auf meinen schnurgeraden Weg, der über einen Schulhof führen sollte, gerade Hof-Party, nein Hof- Pause. Mit meinem Kanu hätte ich sicherlich Aufsehen erregt und einige Köpfe rasiert. So nahm ich einen kleineren Umweg in Kauf und sorgte für weniger aufsehen neben der Hauptstraße auf dem Gehweg und Radweg; nun Kanuweg

So landete ich nun vor dem Wohnzimmer trockenen Fußes an. Nach ein paar Handgriffen lag mein Kanu auf den wohl auch für Kanus gedachten Balkongeländer.



Nach der verdienten Mittagsruhe meines Kanus ging es wieder Richtung Fluss. Diesmal konnte der geplante kürzere Weg eingeschlagen werden. Nicht lange und die Reise auf dem Fluss unter der Sonne ging wieder weiter. Es war etwas ungewohnt auf diese Art und Weise den Ausflug fortzusetzen. Neben der Pegelmessstelle schwamm wieder der schon bekannte grüne Kasten im Wasser, wo Schwebstoffmessungen durchgeführt werden. Ungewohnt fix durch den Zwischenstopp war ich oben unterhalb der Staustufe angelandet.



Dort lachte immer noch die Sonne und auf der späteren Talfahrt verzog sie sich wieder. Unterhalb der Eisenbahnbrücke fuhr ich noch ein Kehrwassermanöver. Diesmal nutzte ich den Grundspeed des Kanus ohne mit dem Paddel mehr Geschwindigkeit aufzulegen. Die Drehung im Kehrwasser gelang zügig nach meinem Geschmack.

Grüße vom Wohnzimmer Donau
Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 1.057

29.11.2016 15:06
#261 RE: Bergfahrt 91 bis 100 antworten

91. Bergfahrt

Donnerstag 20. Oktober 2016, Pegel 153 cm, Wolken und Sonnenmix mit Wind. Wieder ein schön anzusehender bunter Laubteppich bis zum Einstieg. Vom Fluss aus sind die Farben des Ufers, die Uferböschung mit ihrem Gehölz und Bäumen, die Blätter und Ästchen im Kehrwasser, die scheinbar lebendigen Baumhindernisse, die Pflanzen und so vieles mehr; immer wieder anders wie je zuvor. Das Einfache dahinpaddeln, die Richtung ändern, verzögern, anhalten, wieder Fahrt aufnehmen und das Entdecken, ist immer wieder spannend.
Im diesem Flow kam mein Kanu sehr nahe an einen Fischreiher heran. Mein Kanu spricht leider nur über das Wasser und dem Wind zu mir. Was sich über und neben der Wasseroberfläche abspielt, kann es mir noch nicht sagen.
Der Fischreiher war schon längst abgehoben bis ich ihn erst bemerkte. Dieses war etwas schade, aber der Flug des Fischreihers konnte lange beobachtet werden, zwei Ehrenrunden über dem Fluss gab es als Zugabe. Als der Fischreiher außer Sicht war, hüpfte fröhlich ein Fisch direkt neben meinem Kanu empor. Der Fisch dachte sich sicher; noch einmal Glück gehabt.
Nach drei Kehrwasserfahrten und einer Seilfähre passierte ich die Eisenbahnbrücke. Später an der Donaubühne fuhr ich noch drei Axle auf meiner Art, die trotz Wind verblüffend gut gelangen.
Im Hinterkopf hatte ich schon seit langen, das ich die Brückenpfeilerinsel der Eisenbahnbrücke in einem Zug umrunden möchte. Da gibt es ein schönes Filmchen, wo ein Canadier von We.no. nah irgendwo auf der Welt einen Brückenpfeiler bei Hochwasser umrundet, dieses der Anreiz.
Gut hier ist derzeit kein Hochwasser und der Fluss gerade nicht reisend, aber für einen Versuch gut genug. Da ich mich nun auf Talfahrt befand, passierte ich die Pfeilerinsel linker Hand, fuhr ein Kehrwassermanöver und paddelte hinter dem Hindernis entlang und paddelte schließlich auf der anderen Seite wie üblich hinauf. Diesmal etwas höher hinaus und fuhr eine Fähre nach rechts vor dem angeströmten Hindernis. Danach klinkte das Kanu wieder in die Strömung ein und fuhr durch das Brückenjoch fasst hindurch. Diesmal sollte das Kanu schräg auf Kurs gehalten werden und nicht wie zuvor klassisch nach dem Hindernis eingedreht werden, um so eine flüssige Umrundung zu paddeln. Dieses Spielchen ging ganz gut, bei mehr Strömung sicher anspruchsvoller. Das nicht ganz eindrehen neben und hinter dem Hindernis scheint das heikelste zu sein, weil der Winkel vom Kanu auf der breiten tiefen Verschneidung, ziemlich Druck auf die Oberstrom zeigende Flanke vom Kanu aufbaut. Das Kanu geht so in das Carving etwas über und möchte dabei nach Unterstrom ausreisen. Am Ende gesellt sich noch die Gegenströmung des Kehrwassers dazu. Diese Umrundung bereitete gut Spaß. Kurz vor dem anlegen grüßte wieder ein Eisvogel.



92. Bergfahrt

Samstag 22. Oktober 2016, Pegel 150 cm. Die Fahrt war deutlich mit weniger Wind gewürzt wie am Tage davor. Die Umkreisung der Brückenpfeilerinsel der Eisenbahnbrücke machte wieder richtig Spaß. Ein paar Fähren mit unterschiedlichem Kanten, mehr flussauf gerichtet um „fixer“ zu sein wurden absolviert. Das Flussaufkanten sollte von absoluten Neulingen im Kanu bei Fähren nicht zu viel des guten versucht werden, weil es sehr schnell zu einer Flussauf- Kenterung führen könnte. An der Donaubühne wieder ein paar spaßige Axle. Langsam sollte ich mich neuen Manövern stellen. Als Zugabe gab es noch ein kurzes Anlegen auf Talfahrt um mich dort etwas umzusehen.

Übrigens der Faltbootclub Ingolstadt ist an diesem Tage 90 Jahre alt geworden. Ein noch aktiver Paddler vom Verein ist schon 44 000 Km gepaddelt. Eine junge Besatzung aus Ingolstadt war bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin mit ihrem Zehnerkanadier ebenfalls am Start. Es gab damals eine Auffahrt von 116 Zehnerkanadiern. Bei der Sportart Kanu wurden bei diesem Spielen 24603 Zuschauer gezählt. Die Deutschen Kanuten errangen zwei Gold, drei Silber und zwei Bronzemedaillen.


93. Bergfahrt

Mittwoch 26. Okt. 2016, Pegel 167 cm steigend, mildes Wetter.
Gegen 0900 kam ein Forumsmitglied aus Nürnberg für ein Testpaddeln. Nach etwas Fachsimpeln vorm Bootshaus ging es zum Fluss. Schön dass ich Tonne und Gepäcksack diesmal nicht alleine zum Fluss schleppen musste ;-) ich hatte nur das Kanu auf der Schulter. Auf dem nicht arg strömenden Wasser wurden ein paar Runden gedreht, die Freude über das Ergebnis war sichtbar. Nun nahm ich noch mal kurz Platz im Kanu und paddelte ein paar Kreise. Wegen der wenigen Strömung und der Wassertemperatur kantete ich nicht so arg an. Als ich damit fertig war, bemerkte ich erst dass ich gefilmt wurde. Das nette spontane Filmchen ist für mich interessant und einfach schön. Sicher sind hier und da, wenn es im ernst schulmäßig gewesen wäre einige Mängel. Das Ergebnis *Drehung* war das Ziel.
Nach dem Testpaddeln startete ich Richtung nach oben „fasst“ durch. An den Brücken wurde mir erst deutlich das der Pegel ständig anstieg, bei 175 cm blieb er stehen. An der vereinsamten Donaubühne gab es etwas Flüssignahrung in Form von Saft und einen kurzen Landgang zum Abfalleimer. Oben angekommen wurde sichtbar, dass die natürliche Fischtreppe nun mit schwerem Gerät umgestaltet worden ist. So verzog ich mich gegen Mittag in eine Ecke und ließ meine Muurikka wieder einmal an den Start gehen. Nach dem Hauptgang gab es grünen Tee und einen Lebkuchen. Die Talfahrt ging unerwartet fix. Grund dafür, die etwas angezogene Strömung. Schön war´s.




94. Bergfahrt zum Donaustausee / Portage Baggersee vom Donaustausee

Donnerstag 27. Okt. 2016, Pegel 186 cm. Kurz nach acht ging die Reise über den Fluss zur etwa vier Kilometer entfernten Staustufe und Donauwasserkraftwerk dahin. Die Brücken vorher auf dem Weg nach oben waren pegelbedingt nicht so einfach zu durchfahren. Unterhalb der Staustufe ging es noch dreimal etwas zur Sache; stellenweise gute Strömung und steinige Abschnitte. Unterhalb der Staustufe wurde eine schwimmende Sperre errichtet, deren Zweck mir nicht ganz einleuchtete. Vielleicht gab es einen Ölunfall oder dergleichen. Diese leuchtente Wasserschlange hatte ich schon am Mittwoch von weitem gesichtet. Die Staumauer bekommt derzeit eine Baumaßnahme, ein Teilstück wurde gerade eingerüstet.
An der Schleuse nun rasch den Treppenstufen hinauf und zum nicht weit gelegenen Donaustausee übergesetzt. Der Stausee lag einen schön zu Füßen, die Vogelwelt rundherum der Vogelinsel und auf dieser in guter Stimmung. Von dort aus wurde der Stausee bei leichtem Wind schräg überquert. Bei Flusskilometer 2460 Km wurde angelandet und zum einen Steinwurf entfernten Baggersee übergesetzt.
Nun konnte der dritte Streich auf dem See gepaddelt werden. Der erste Streich war der erste Kontakt; zu nun meinem Kanu. Der zweite Streich war der Tag wo meine Tochter erstmalig das Kanu sichtete und mitfuhr. Nach diesem Baggerseeausflug damals bekam meine Frau ja mein Kanu auch noch zu Gesicht. Auf dem Baggersee fühlte ich mich wie Zuhause und es wurde entspannt gepaddelt, die Ruhe und die herbstliche Atmosphäre genossen.
Unbeabsichtigt scheuchte ich einen versteckten Fischreiher auf, später noch einmal einen anderen obwohl ich weit vom Ufer entfernt war. Ein Ruderboot mit einem kurz stehenden Angler im Boot war auch Gast auf dem See. Um den See herum waren wenige Spaziergänger, zwei drei Angler und einige Laufsportler unterwegs. Ich selber bin früher die 5300 Meter lange Baggerseerunde gerne gelaufen, einmal sechs Runden am Stück.
Kurz steuerte ich noch den Einlauf vom Baggersee an. Ab dem Einlauf vom Baggersee beginnt grob die zweitgrößte Hartholzaue der gesamten Donau!
An einer günstigen Ausstiegsmöglichkeit landete ich wieder an und gelang wieder fix in den Donaustausee bei Flusskilometer 2460,8. Etwa 5700 Stromkilometer lagen noch vor mir. Nun ging die Reise zurück zum Ausstieg an der Schleuse. Nicht lange und ich war wieder in der strömenden Donau. Der rote Luftballon an der Sperre kam mir unerwartet schnell zu nahe, sodass ein grober Sideslip von Nöten wurde.



95. Bergfahrt

Winterzeit, 4. November, Pegel 157 cm, knapp fünf Grad die Luft, neun und noch was die Wassertemperatur. Auf dem Weg zum Bootshaus öffnete sich unerwartet ein winziges Sonnenfenster vom grauen Vorhang, so wurde es doch noch heiter bis wolkig. Ein beabsichtigtes Ziel gab es nicht, so landete ich bis an die Stadtanlegestelle. Dort ein kurzer Landgang. Zuhause erfuhr ich, dass meine Tochter während des Ablegens von der Konrad- Adenauer- Brücke mir zugerufen hatte.



96. Bergfahrt

Donnerstag der 10. Nov. 2016, 4 Grad, etwas regnerisch, Windstreiche bei 6m/s, Pegel 169 cm, Wassertemperatur 7,8 Grad.
Die Ereignisse des neunten November über Generationen sind so wechselhaft wie die Launen des Wetters, des Flusses...
Der Wind bläst gegen mein Kanu auf dem laubbeklebten Weg zum Fluss. Der leichte Regen ist nicht schlimm, ich war guter Dinge dass es weniger würde. Auf dem Weg nach oben flog ein Graureiher ab und es regnete etwas stärker. So suchte ich kurz Schutz unter einem löchrigen Laubdach.
Als es langweilig wurde, paddelte ich weiter durch die Brücken bis zur Donaubühne, der Regen wurde stärker. Dort kam geschwind ein älterer Radfahrer auf mich zugefahren. Er fragte: „Wohin ich möchte?“ So kamen wir ins Gespräch und dabei war zu erfahren, dass er ebenfalls Kanu fahre. Er würde oft Touren mit seinem Schlauchkanadier unternehmen mit Übernachtungen am Fluss. Es regnete sich nun gut ein und so drehte ich Richtung Unterstrom ab. Mein Kanu sah nun so aus, als ob ich einen gelungenen Widereinstieg hinter mich gebracht hätte. Der Donausteg und die Eisenbahnbrücke waren Tropfsteinhöhlen, die Schillerbrücke bot einen kurzen Regenschutz. Unter dieser Brücke wollte ich erst noch zu meiner Teekanne greifen, lies aber dann doch davon ab, weil es etwas windig und leicht strömungstechnisch ungünstig erschien. Die Nachbereitung dieses Abstechers nahm diesmal durch den Regen etwas mehr Zeit in Anspruch wie sonst. Pioniere von den Streitkräften benennen solche Wetterverhältnisse gerne als Pionierwetter, gesehen habe ich keine. Am Wochenende geht es wieder auf zur Agnes Bernauer von Vohburg nach Kelheim.




97. Bergfahrt

Donnerstag der 17. November, mild bei 8 Grad, Pegel 200 cm, kaum Wind, kurz Regentropfen, einige Sonnenstrahlen. Der Einstieg zum Fluss ist nun mit einem Laubteppich bedeckt. Nach dem ablegen flog ein Graureiher ab. Zu oft denke ich nicht daran dass dort sein Stammplätzchen ist.
Siehe da ein Regenschirm halb im Wasser und im Geäst. Gut möglich das dieser Schirm sich von einem Spaziergänger, der über den Donausteg schlenderte, verabschiedet hatte.
Pegelbedingt war es an den ersten Brücken nicht einfach aber auch nicht schwer durchzuschlüpfen. Noch vor dem Donausteg setzte ich mich auf um die Beine etwas lang zu machen. Am der Donaubühne gab es grünen Tee von der Thermoskanne.
Kurz vor der Konrad- Adenauer- Brücke schoss ein Feuerwehrboot jenseits vorbei, dies ist ein eher seltenes Schauspiel. Dadurch sind die Sturmmöwen und ich selber aufgescheucht worden. Ich war schon im Begriff ein Foto zu knipsen, lies dann lieber davon ab, kniete mich fix wieder ins Kanu und wartete die Wellen ab. Ich bewegte mein Kanu vom Rand Richtung Strommitte um etwas mehr Spielraum zu gewinnen. Das Wasser war noch gut unruhig und nun gondelte ich vor der Brücke herum.
Die Absicht linker Hand durchzukommen scheiterte in etlichen Varianten. Das Kanu steuerte ich nun vom letzten missglückten Versuch fliesend Richtung Brückenpfeiler über wellige Geschichten mit Strömung und Verschneidungen. Im letzten Drittel der Verschneidung richteten es Ziehschläge um in das Kehrwasser hinter dem Brückenpfeiler zu gelangen. Dieses Szenario wollte ich eigentlich bei diesen einstelligen Wassertemperaturen vermeiden. Nur gut das ich damit zurecht gekommen bin. So startete ich durch das mittige Brückenjoch. Nicht zu dicht am Brückenpfeiler entlang und hindurch. Einige Paddelseitenwechsel und kurzes Versetzten des Kanus war nötig, um nun letztendlich durchzukommen. Dabei wurde einem schon gut warm.
Etwas später in Sichtweite der Staustufe konnte ich den Grund für den Feuerwehreinsatz erkennen. Die Bauarbeiten an der Staustufe mittels Kran verlangten deren Präsenz.
Pegelbedingt musste ein Wasserweg über überspielte Steingärten zum Ufer des Donaustrandes erkundet werden. Am Ziel angekommen gab es wieder Tee und die Sonne ließ sich blicken. Eine nette Frau mit Hund kam auch noch dazu und so kamen wir ins Gespräch.
Kurz vor dem Ablegen, dazu trug ich mein Kanu etwas um, kam das Feuerwehrboot von der Staustufe zurück und brauste Richtung Tal. Kurz darauf versuchte ich mit meiner Paddeltechnik hinterherzukommen, lies aber dann davon ab.


Stromkilometerbild / Damm gehört zu Baggerseetour

98. Bergfahrt

Sonntag 20. November 2016, Pegel 263 cm! Wassertemperatur 7,5 Grad Celsius.
Pegelbedingt standen keine gewagten Spielchen in der Strömung an. Die Schattenseite der Donau fühlte sich wie in einem Kühlschrank an. Die Sonnenseite der Donau zeigte dafür auf dem Thermometer knapp 30 Grad an, ein guter Grund zur Sonnenseite zu wechseln und nur bis zum ersten Donaustrand zu paddeln. Auf dem Weg dorthin wenige Kehrwasserfahrten, die Biberburg war wieder gut unter Wasser. Der Donaustrand wurde trotz Sonnenschein nur von einzelnen Spaziergängern kurz besucht. Dies war ein guter Grund, neben den das auch genug Tiefgang für das Paddel war, lange dort unter der Sonne einige Paddelspielerein zu praktizieren und ab und zu nur im Kanu sich sacht treiben zu lassen und nix zu tun.



99. Tal und Bergfahrt

Mittwoch 23. November 2016, Pegel 193 cm, vier Grad plus, Sonnig.
Gegen 08 Uhr 30 im Fluss Richtung Ost, die Sonne blendet. Kurs Richtung Schattenseite; zu kalt, wieder zurück zur Sonnenseite.
Enten, Kormorane, Eisvögel, Schwäne, Graureiher, ein Bussard und ein Falke oder Habicht kreuzten meine Route. In der Ferne schwarze große Punkte auf dem Wasser, sie schauten aus als ob mehrere Kanus im Fluss treiben. Als ich näher kam, wurde eine Vielzahl von Schwänen gesichtet.
Im Kanu alles dabei um eine kleine Mahlzeit an Land herzurichten. Entspannt ging es dahin um ein gemütliches Plätzchen dafür zu finden. Als sich eines fand paddelte ich noch weiter einer langgezogenen schmalen Insel entlang, umrundete sie und paddelte wieder zurück. Auf dieser Insel war ich schon einmal für eine warme Mahlzeit angelandet.
Es war richtig spannend in Ruhe daran vorbei zu paddeln und sich alles genau anzuschauen. Auffällig waren viele Häufchen von Ästen, die wie es ausschaute von Menschenhand zusammengetragen wurden. Ich denke aber, das Biber dort tätig waren und dort angefangen hatten eine Burg zu bauen?
Zurück zum erkundeten Platz und nicht lange und die warme Mahlzeit aus der Tüte war fertig. Ich war einfach mal neugierig auf solch eine Art Notration. Geschmacklich war es noch in Ordnung, kann man essen. Es gibt Gaststätten da hatte ich schon schlechteres serviert bekommen.
Auf Bergfahrt lies ich mir gut Zeit, ab und zu ein Schluck grünen Tee und einen Schluck Cola aus Richtung Ost durfte nicht fehlen. Den Lebkuchen hatte ich kurz vor dem Start vertilgt, ist ja bald erster Advent.









100. Bergfahrt

Montag 28. November, Pegel 173 cm, Himmel blau, minus zwei Grad Lufttemperatur, Wassertemperatur 7,6 Grad, Nordostwind.

Ohne es zu wissen war die vergangene 99. Fahrt Die 100. Eine grobe abgerundete Kilometerrechnung der Paddelkilometer und Fahrten bis Wohin, lies mir dies erst vor wenigen Tagen auffallen. Die Donau Paar Donau (DPD) Tour hatte eine Bergfahrt von acht Stromkilometern bis nach Ingolstadt mit inne ;-)

Bei den 100 Bergtouren sind abgerundet nur 640 Kilometer zusammengekommen, gegen den Strom die Hälfte...

Die Fahrradfahrt zum Bootshaus war diesmal eisigkalt gegen den leichten Ostwind, der auf dem Fluss bergauf eine willkommene Karte wohl werden wird.
Der gut angefrorene und weißliche Laubteppich zum Einstieg ließ die Kälte auch sichtbar machen. Das mit Raureif bedeckte Südufer zeigte sich schattig und kalt, das Nordufer Sonnig und warm. Nachdem ein Eisvogel abflog und ein Habicht die Wipfel streifte, wechselte ich gerne zur Sonnenseite, dort startete ebenso ein Eisvogel.
Am ersten Donaustrand kam gut Seitenwind auf, der danach wieder Hochuferbedingt abriss. Die Schillerbrücke und die Eisenbahnbrücke hatte ich schon länger nicht am Nordufer durchpaddelt und im nu war ich durch. Vom Gefühl her ging es diesmal sehr fix, sicher weil es über einige Verschneidungen ging, wo man das Kanu auf Tempo halten sollte.
Absicht war nur bis zur Stadt zu paddeln, an der Stadtanlegestelle entschloss ich mich doch bis nach oben zu paddeln. Die Konrad- Adenauer- Brücke durchpaddelte ich ebenso am Nordufer entlang. Das sperrige Gestell was ich schon seit längerem bergen wollte lag natürlich wieder im Weg. Durch die Routine und Umsicht dort war es einfach knapp daran entlang zu paddeln bzw. sich daran vorbei zu mogeln.
Nach der Hängebrücke gesellten sich Schwäne zum Sichtfeld, die irgendwann trotz weit über einhundert Meter Entfernung abflogen. Durch das blenden der Sonne bekam ich dies nur durch dem Geräuschpegel mit. Ein Foto knipste ich mal rückwärts.
Kurz vor dem Ziel und anlegen drückte der gut angezogene Ostwind im Kehrwasser und in der Gegenströmung das Kanu gegen die schon vor einiger Zeit erwähnte Sohlrampe dicht heran. Dort wurde es kurz heikel, weil Kanu und Paddel über den Steingarten nicht genug Spielraum hatten. So trickste ich mich Richtung tieferen Fahrwasser mittels Fähre mit flach gehaltenen Paddel. In solche Situationen begebe ich mich zwar gerne freiwillig, nur der Rückenwind drückte mich in diese ungewollt zügig hinein und die richtigen Klamotten dafür liegen noch im Keller.
Nach einem kurzen Kanustopp drehte ich wieder Richtung Tal ab. Auf Talfahrt kreuzte ich hin und her um den Gegenwind durch Windschattenspiele Herr zu werden. Das Kanu musste stetig auf Tempo und Kurs gehalten werden, J- Schläge reichten oft bei böigen Winden nicht dafür aus, der Indian- Stroke ließ es wieder einmal richten. Kurz vor dem Ziel grüßte ein Eisvogel.



2. 3. 4. Advent voraus... Gruß Mike

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 3.083

29.11.2016 15:25
#262 RE: Bergfahrt 91 bis 100 antworten

100. Respekt!

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

StoniNbg Offline




Beiträge: 10

22.01.2017 20:54
#263 RE: Bergfahrt 91 bis 100 antworten

Unseren Glückwunsch zur 100ten Bergfahrt!!!

Was war denn da an der 93. für ein grauhaariger Typ mit Deinem Boot unterwegs.. etwa Gandalf..?

Viele Grüße!

Donaumike Offline




Beiträge: 1.057

29.01.2017 19:54
#264 RE: Bergfahrt 91 bis 100 antworten

Besten Dank euch beiden!

*... Gandalf? * Ich glaube das ist Gandalf der Graue

Foto vom 19. Januar..war 2017 acht mal unterwegs...Berichte folgen...auch wenn Paddeln zur Zeit nicht so das Thema im Forum ist!



LG M

StoniNbg Offline




Beiträge: 10

29.01.2017 20:26
#265 RE: Bergfahrt 91 bis 100 antworten

Ende Januar schwimmt man doch und paddelt nicht! ;-)

Gestern für 4 km eine Stunde auf der Donau bei Neuburg gebraucht.. Erstaunlich, wie spät man im Wasser Eisschollen erkennt... Titanic feeling pur....
Ja, diesmal war es grenzwertig kalt... ;-)

Donaumike Offline




Beiträge: 1.057

30.01.2017 19:45
#266 RE: Bergfahrt 91 bis 100 antworten

Die Eisschollen sind wirklich gewöhnungsbedürftig und fix vor'm Bug oder Schwimmer.

Donaumike Offline




Beiträge: 1.057

31.01.2017 14:44
#267 RE: Bergfahrt 101 - 103 Jahr 2016 / 1 - 5 Jahr 2017 antworten

101. Bergfahrt

8. Dezember, heiter bis wolkig bei null Grad. Pegel 163 cm, Wassertemperatur 4,1 Grad. Diesmal war wieder mein Moll Contra am Start, weil ich mein Eden Wood nach der Tour einölen wollte. Auf Bergfahrt war wieder ein neues Baumhindernis, was bei diesem Pegel aber keine Mühe machte. Entspannt wurde die Stadtanlegestelle erreicht und drehte gleich wieder Richtung Tal ab. Der Weihnachtsmarkt liegt von der Stadtanlegestelle nur einen Steinwurf entfernt. Jetzt fällt mir gerade ein, dass ich an dem folgenden Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt einen Paddler vom Canadierfest an der Naab angetroffen hatte.

102. Bergfahrt

Mittwoch der 14. Dezember, Pegel 154 cm, Wetter hellgrau bei 2 bis 3 Grad plus, Nordwind bis 1m/s. Eisvögel, Schwäne, Kormorane und ein Eichhörnchen begleiteten den Morgenspaziergang über Wasser. Tee-Pause nach vier Stromkilometern bergauf. Auf Talfahrt bei gelegentlichen null Paddeleinsatz, fühlte sich die Strömung ähnlich die der Altmühl an. Schön war´s.



103. Bergfahrt

Wintersonnenwende, 21. Dezember 2016. Pegel 150 cm, Himmel grau bei minus zwei Grad. Erstmalig paddelte ich sitzend bis zur Donaubühne; drei Schwäne und ein Eisvogel als Vorhut. Durch die zwei Brücken davor ging es gut voran. Durch die Konrad- Adenauer- Brücke zog ich lieber die kniende Sitzposition wieder vor, sitzend wäre ich wahrscheinlich nicht durchgekommen.
Mein Stonehenge war nun das steinige Ufer der Donau, bei einem flachgehaltenen Feuer mit Tee, Lebkuchen und selbstgebackenen Keksen. Die Talfahrt begann gegen 12 Uhr, als die Sonne ihren tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn erreicht hatte.






Paddeljahr 2017

1. Tour / Schneetour

6. Januar, Sonnig, Himmel blau, Temperaturen zwischen fünf und sieben Grad unter null, Wassertemperatur 2,2 Grad plus, Pegel flach. Zwischen Ufer und Wasser ist eine etwa sechs Zentimeter breite Eisschicht entstanden, besondere Vorsicht beim Einbooten von Mann und Maus war geboten. Das sonnige Ufer präsentierte sich funkelnd Weis, das schattige nur Weiß und um vieles kälter für meine müden Glieder zu erfahren.
Nach kurzer Bergfahrt zum ersten Donaustrand, um die Sonnenstrahlen dümpelnd in der Bucht dort einzufangen, kehrte ich wieder um. Das deutlich mit mehr Schnee behaftete Ufer Unterstrom, zog mich magisch an. Plötzlich neue Geräusche an Bord, verirrte kleine Eisstücke klopften an. Graureiher und Schwäne ließen sich Blicken, kein Eisvogel. Eine schöne Ecke zum Anlegen für das Füße vertreten bot sich an. Danach ging die Winterreise wieder zurück. Kurz vor dem Ende der Tour krönten märchenhafte Eisgebilde an einen Rinnsal den ersten Ausflug zu Wasser, im diesem neuen Jahr!




2. Tour / Schneetour

Sonntag, 15. Januar 2017, Temperaturen um den Gefrierpunkt, Donaupegel 155cm. Direkt beim Einbooten wurde mein Kanu mit weißem Granulat aufgefüllt; nein nicht so viel. Kapuze über und los ging´s. Nach drei Paddelzügen hörte der körnige Schauer wieder auf. Die Sonne lachte plötzlich und versteckte sich darauf wieder, dieses Spielchen lief so weiter. Die Wolken hatten es eilig, der Wind spielte nur kurze Streiche mit dem Kanu. Für das Auflockern meiner Füße landete ich kurz vor der Stadt an.



Nach dieser Pause wurden im Schatten der Schillerbrücke ein paar spontane Kehrwassermanöver geübt. Die Eisenbahnbrücke zu durchpaddeln bereitete keine Schwierigkeiten. An einem XXL Hobokocher / Mülleimer querte ich den Fluss. Kurz vor dem Donausteg grüßte ein Eisbär.



So suchte ich lieber das Weite und querte den Fluss. So landete ich an der Donaubühne an und schaute mich dort um.



Nach dem zweiten Landgang lag das Eiland kurz vor der Konni- Bridge auf Kurs, das von Kormoranen, Enten und Sturmmöwen besetzt war. Die Besatzer des Eilandes flüchteten noch vor meinem direkten Kurswechsel. Nicht lange und die Bugspitze lehnte sich an das Eiland an, der Geocach ist nicht mehr vor Ort. Die Sonne blendete und weiter hinaus wollte ich nicht, so paddelte ich wieder zu Tal. Kurz vor dem Ende des Ausfluges zog eine Staffel Schwäne hoch über Richtung West.

„Das Lachen ist die Sonne, die aus dem menschlichen Antlitz den Winter vertreibt.“ Victor Hugo





3. Tour

Mittwoch, 18. Januar 2017, stark bewölkt, ab und an stark windig, Luft minus vier Grad, Wasser 1,8 Grad über den Gefrierpunkt, Pegel 148 cm.
Trocki am Start = Expedition ! Beim über stülpen reißt die rechte Latex- Manschette vom rechten Ärmel ab, naja passiert. Werde als Nothilfe in Zukunft einen gefütterten Gummihandschuh mit langer Stulpe über die Trocki-ärmel darüber ziehen. Bei der Nachbereitung der Tour bekamen die restlichen Latexmanschetten ein Pflegefluid verpasst.
Nahe der Stadtanlegestelle lag ein Tannenbäumchen ohne Spitze im Wasser, ich dachte sofort an das Quirlposting. Irgendwann lag die Mündung des noch unbefahrenen Wasserpfades vor dem Bug. Die Überwindung der steinigen eisverzierten Mündung stand bevor.



Mit etwas treideln kam ich der besser zu erscheinenden Aufstiegsmöglichkeit näher, wollte ja ursprünglich unter den Steg schlüpfen. So beförderte ich mein Kanu der steilen Böschung hinauf und umging den Steg zum neuen Einstiegsort.
Diese Aktion bei Schnee und Eis wäre mit einem Schwergewicht von Kanu um einiges schwieriger geworden. Das steile Ufer zwang mich weiter mit Kanu den Landweg zu bestreiten, bis sich eine etwas flachere Einstiegsmöglichkeit ergab.



Leider wurde ich von stellenweisen unpassierbaren Eis und hier und da zu niedrigen Wasserstand überrascht, so ließ ich von einer Befahrung ab. Bei einer vor Monaten begangenen Erkundung zu Fuß, erschien mir dieser Wasserweg brauchbar, die Pegel waren nur etwas höher.
So begab ich mich wieder Richtung Donau, der steilen glatten Böschung hinab und dicht am Wasser auf Steinen und Eis entlang. Dort am vereisten Treidelstück rutschte mein rechter Fuß ins Wasser, mein Paddelstiefel hatte dabei gut Wasser aufgenommen, dank Trocki wurde mein Fuß nicht zum Eisklumpen.
Nun paddelte ich weiter auf der Donau hinauf. Am Zielpunkt angekommen lernte ich wieder heißen Tee zu schätzen.



Danach paddelte ich die vier Kilometer bergab, mir schien, dass der eisige Gegenwind aus Ost wohl eine Rechnung mit mir offen hatte. Ein Kaninchen, Schwäne, Kormorane... und ein Falke kreuzten meinen Weg. Etwas vereist legte ich mein Kanu wieder ins Regal, am Paddel war in der Zone zwischen Schaft und Klinge eine Eisschicht gewachsen...



4. Tour

Donnerstag, 19.01. 2017, Sonnig mit drei Minusgraden gewürzt. Pegel 148 cm, Wassertemperatur 1,2 Grad plus. Ein unvorhergesehenes Zeitfenster; mein Kanu ruft, zudem scheint die Sonne. Zur Mittagsstunde hockte ich im Kanu und genoss auf Bergfahrt die Sonnenstrahlen, mein Ziel der obere Donaustrand. Ja ich möchte nach dem Rechten schauen, war ja erst gestern da ;-).
Unterhalb der Biberburg überraschte ich auf einer Bootslänge entfernt einen Bussard, der gerade seine Beute zerriss; er ließ sich nicht weiter stören. Unterhalb der Eisenbahnbrücke flog wahrscheinlich ein roter Milan ab, dachte erst an einen Bussard, erkannte während dem Flug aber rotes Gefieder, wer weiß? Ein Eichelhäher ließ sich neben Schwänen auch noch blicken. Plötzlich überraschte ich wieder einen Bussard, der kurz vor der Eisenbahnbrücke, geschützt vor einem Kanalausgang hockte. So kehrte ich unter abenteuerlichen Windverhältnissen in der Verschneidungszone um und knipste ein Foto vom Abflug des Greifvogels.




Morgens hatte es noch minus 11 Grad, dieses zeichnete sich auch an den Ufern durch Eis und größeren zugefrorenen flacheren Gewässerzonen ab. Die Donau war auch schon im Jahre 1929 komplett von Neuburg bis Passau zugefroren. Die Brücke von Großmehring und Pföring wurde bei dem folgenden Eisstoß zerstört. Der letzte Eisstoß in Ingolstadt war im Jahre 1963. In Ingolstadt türmten sich damals die Eisschollen in die Höhe, Kinder spielten rundherum; so gesehen auf einer Freiluftfotoausstellung vor ein paar Jahren am alten Pegelhaus.

Oben angekommen wurde weiter an Land die Sonne getankt, Tee und Lebkuchen rundeten die Pause ab. Die Talfahrt wurde wieder extrem mit Gegenwind aus Ost beschert. Dieses zwang mich nach etwa 200 Metern anzulegen und meinen Schiebesitz bis nach vorne zu rücken. Ein absehbarer Unterschied wie Tag und Nacht stellte sich ein, gegen den Wind konnte wieder gut Fahrt aufgenommen werden.
An den besagten Kanalauslass hockte wieder der Bussard. Kurz vor dem Ziel passierte ich die Stelle, wo der erste Bussard mit seiner Beute hockte. Siehe da, er hockte immer noch dort und hatte zwei seines gleichen als Tischgäste. Ein vierter Bussard saß darüber auf einem Ast. Ein Bussard flog mit der zerpflückten Beute ab, die nicht klein war. Ich dachte immer das Bussarde Einzelgänger sind, außer wenn sie als Paar unterwegs sind. Nach Recherche bin ich mir nun gut sicher, dass dieses ein seltenes Schauspiel gewesen war. Schön war´s wieder, sechzehn Stromkilometer an zwei Tagen, einmal unter Wolken, einmal unter praller Sonne.



5. Tour

Samstag, 21. Januar, Sonnig, Luft kurz vor zweistellig Minus, Wassertemperatur 0,5 Grad, Donaupegel flach.
Am Einstieg angekommen legte ich mein Kanu wie gewohnt am Wasser ab. Nur diesmal war die Einstiegsgewässerzone mit Eis bedeckt und mein Kanu wollte sich Richtung erstarrtes und flüssiges Element verflüchtigen. So nahm ich es an die Leine und so glitt es in die Donau hinein.



Nun konnte ich das Eis prüfen und mit meinem Moll Contra gleich bearbeiten; ja um Platz zu schaffen. Mein Kanu musste ich wieder hoch tragen auf ebenes Gelände, um vernünftig mit dem Stemmeisen, nein Paddel, hantieren zu können. Irgendwann brach das hartnäckige Eis in einzelne Schollen und machte sich auf die Reise. Mein Paddel hat nun deutliche Gebrauchsspuren vom Eis hacken dazubekommen. Meine Paddelschätze sind bewusst im Winterschlaf.



Nun saß ich endlich im Kanu und wechselte zur Sonnenseite. Bei solch Temperaturen sitze ich lieber im Kanu, natürlich wenn Strömung und Wind es zulässt, sonst im Knien. Meine Beine / Füße erfahren so Abwechslung und bleiben so schön locker und werden nicht so kalt. Erst letztens bin ich mit Trocki durch die ganzen Schlüsselstellen gepaddelt, nun fühle ich mich so auch gut wohl im Kanu.

Mir fällt gerade ein, dass ich am 30. Dezember 2016 von Bergheim nach Ingolstadt, im Verband gepaddelt bin. Der Fluss war stellenweise extrem nebelig, Sichtweiten unter fünfzig Meter war keine Seltenheit. Dazu kam noch die Dämmerung und letztendlich die Nacht. Die Temperatur war so um die drei vier Grad Minus. Meine Füße schliefen ein, so musste ich letztendlich im Sitzen paddeln. Im Donaustausee hockte ich mich lieber wieder auf die Knie. An der Staumauer musste ich mich wieder hochbegeben und wackelte abenteuerlich im Kanu herum. Wenn ich nicht so oft im Kanu hocken würde...

Unerwartet nahe der Biberburg ließ sich ein Biber ( siehe Foto ) blicken, der so wie ich seine Bahn gegen die Strömung zog.



Bei der weiteren Fahrt bemerkte ich, dass das Eis am Ufer knisterte. Grund war das Durchpflügen des Wassers und meine Paddelschläge, die aber kaum Wellen verursachten; ein entspannendes Geräusch. Der erste Donaustrand war schon zur Hälfte zugefroren, ein paar Schwäne verkrümelten sich, nicht weit darüber flog ein Bussard ab. Unter dem Donausteg hörte ich eine Frauenstimme: „Der hat ja gar keine Handschuhe oh! “; eine Männerstimme folgte: „wenn der reinfällt, ist der hi!“
An der Donaubühne war unerwartet nun auch gut Eis gewachsen. Dort paddelte ich rückwärts für das Einparken, dabei rauschte ich in eine im toten Blickwinkel befindliche dünne Eisschicht hinein, es bremste und knirschte. Glücklicherweise hatte das Eis nachgegeben. In Zukunft wird im Winter nicht mehr Rückwärts gepaddelt ;-) Die Bergfahrt war wieder mal ein Sonnenbad gewesen, die Talfahrt war nur mit etwas Ostwind gewürzt.



Grüße Mike

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Donaumike Offline




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01.02.2017 16:25
#268 Bergfahrt 6 - 8 / 2017 antworten

6. Tour

Donnerstag 26. Januar 2017, Pegel 140 cm, Wassertemperatur 0,2 Grad, Lufttemperatur zeigte ein paar einstellige Minusgrade an, Sonnig und Ostwind.
Der erste Weg war ohne Kanu zum Einstieg um den zugefrorenen Einstieg zu begutachten, mit dabei eine Axt. Mir wurde zugetragen, dass es nicht mehr möglich sei diesen Einstieg zu benutzen. Nun gut so wurde das Eis mit der Axt bearbeitet und ein brauchbarer Zugang zum flüssigen Element geschaffen. Diese Art Eisbeseitigung an einem Fluss war für mich eine Premiere, kam erwartungsgemäß auch gut auf Betriebstemperatur. Danach hatte ich mein Kanu nachgeholt, die Axt mit dabei und meine Behelfs-Tipitarpstange ebenso. Etwas ging ich noch dem Eis zugange, dabei erwies die Holzstange gute Dienste, so erweiterte ich meine Reichweite und konnte abgebrochene Eisschollen in die Strömung lenken.



Im Kanu wurde mir erst richtig klar, dass das Südufer stellenweise bis auf zehn Meter Breite und mehr zugefroren war. So paddelte ich an der wilden Eiskante entlang, was einen neuen Focus bescherte. Verwunderlich war, das ich trotz der Entfernung zum Ufer gut voran kam, der Rückenwind half wohl doch gut mit.



Auf Höhe des ersten Donaustrandes querte ich die Donau, im selben Augenblick sichtete ich eine treibende Eisscholle in PKW Größe vor meinen Bug, fix entfernte ich mich vom Kollisionskurs. Der Donaustrand war komplett zugefroren, Steine und Äste zeugten von Versuchen von Land aus, das Eis zu brechen. Da das Nordufer in der Sonne lag, wurde dies auch meine weitere Bergroute. Da gut Wind die Donau Wellig machte, gluckerte und planschte es unter der ausgespülten Eisschicht. Das knistern fand ich um ein Haar prickelnder. Bei den Brücken musste wie gewohnt etwas mehr am Paddel gearbeitet werden.

Schon anfangs im Kanu spürte ich, dass mein Catch / Verankerung im Wasser sich knüppelhart anfühlte. Bei den Brücken wurde es mir erst richtig bewusst. Ich glaube, dass dies mit der Wassertemperatur zusammenhängt...?

Die Einbuchtung zur Donaubühne war auch gut zugefroren, die Stadtanlegestelle war leicht vom Eis befallen, das Eiland mit seinen Untiefen wurde auch vom Eis in die Mange genommen. Weil der Ostwind im Rücken spürbar anzog, entschloss ich mich umzudrehen. Bei guten Wellen ging die Reise wieder bergab. Die etwas freigelegte Anlegestelle konnte besser genutzt werden wie ich vermutet hatte.




7. Tour

Samstag 28. Januar 2017, minus sieben Grad, Sonnig, Pegel flach mit 141 cm, Wassertemperatur gestiegen auf 0,3 Grad, es wird Frühling! Der von Eis befreite Einstieg zur Donau war wieder zugefroren, aber nicht zu dick. Nach ein paar Schlägen mit der Axt war der Zugang wieder frei.
Mitten auf dem Fluss trieb eine Eisscholle, möchte wissen was passiert? Zuerst zögerte ich, weil ich für solche Experimente auch nicht eingekleidet war. Ja der Bug lief auf die Scholle auf, hängte sich daran fest und das Kanu drehte stromab, dabei löste sich die Scholle wieder, eine Paddelstütze war nicht erforderlich.
Neben den Schwänen und Kormoranen wurde wieder ein Hühnerhabicht kurzer Begleiter, der etwas Zoff mit einer Krähe hatte. Der Habicht störte sicher im Revier der Krähe.
An einem bekannten Baumhindernis bemerkte ich das Gefieder von einem größeren verendeten Vogel. Komischerweise entdeckte ich letztes Jahr an demselben Ast einen verendeten Kormoran.

Kurz vor der Konrad- Adenauer- Brücke legte ich für einen Landgang mitten in der Donau an.



Dafür musste das im Eis eingezwängte Eiland rückwärts halb umrundet werden, um eine günstige Möglichkeit für das Anlanden zu finden. Eigentlich wollte ich im Winter nicht mehr rückwärts Paddeln; war aber so einfacher. Währenddessen bemerkte ich nicht wenige Schaulustige auf der Konrad- Adenauer- Brücke, lies mich aber daran nicht stören. Weil mein Kanu auf dem Eis sich ständig verflüchtigten wollte und ich dort nicht übernachten wollte, legte ich es auf die Steine, wo es sicher im trockenen eingeklemmt lag und der Wind nicht viel ausrichten konnte. Nach der Eilandbegehung verkrümelte ich mich wieder zu Tal.



8. Tour

Sonntag, 29. Januar 2017, unter fünf Grad minus, Sonnig, Pegel flacher mit 139 cm, Wassertemperatur 0,3 Grad. Diesmal war der Einstieg wieder zugefroren, die Axt kam nicht zum Einsatz, mein Ersatzpaddel reichte dafür gut aus. Die Sonne spendete gut Wärme, sodass die Norduferroute auf vier Stromkilometer beigehalten wurde. Nach wenigen Minuten Paddelzeit wieder ein Habicht, ein stattliches Exemplar.
Kurz vor der Stadt kam eine verendete Ente entgegen.



Einzelne Leute und Familien füttern gerne die Wasservögel von der Donaubühne aus, das Brot ist oft zu groß und manchmal verdorben...

Kurz nach der Konrad - Adenauer- Brücke wurde das Norduferfahrwasser seichter, sodass dort eine breitere langgezogene Eisfläche entstanden war, die gut bis nach oben kurz vor dem Donaustrand mit der Fischtreppe führte .



An dem sonnigen, steinigen und von einigen Spaziergängern heimgesuchten Donaustrand angekommen, legte ich nicht wirklich an und blieb im Kanu sitzen.



So spielte ich etwas mit dem Paddel und Kanu in den hier und da bescheidenen Strömungsverhältnissen herum. Auf Talfahrt kollidierte mein Bug unterhalb der Schillerbrücke knapp mit einen Biber, der das Kanu nicht bemerkte, weil ich aus der blendenden Sonne kam.





Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon
Mike

„Lernen ist wie rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ Laozi


Edit * Einblick auf neunte, dreizehnte & fünfzehnte Tour vom 5.,15 & 20. Februar 2017

Mittlerweile ist die fünfzehnte Tour schon wieder Geschichte und werde nun doch schreibfaul und paddle einfach dafür etwas öfter und zügiger..

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Donaumike Offline




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22.02.2017 15:50
#269 RE: Bergfahrt 9 bis 15. / 2017 antworten

9. Tour

Frühling, ein Sprung Rehe...

Sonntag 5. Februar 2017, Pegel auf 195 cm angestiegen. Unerwartet zeigte sich die Sonne und die Temperaturen kletterten gut nach oben. Auf dem Weg zum Bootshaus zwitscherten wohl die Vögel „Alle Vögel sind schon da“. Diese erste Frühlingsstimmung beeinflusste natürlich die Paddelauswahl.
So weckte ich mein Piper Paddel aus dem Winterschlaf und so kam auch wieder mein Paddelfutteral, für dessen materialschonenden Transport zum Einsatz. Der Weg zum Einstieg hatte zwar keinen roten Teppich, dafür einen weißen und spiegelglatten dazu. Die Zeichen am Einstieg verrieten einen höheren Pegel der vergangenen Nächte. Am 1. Februar war der Pegel auf 264 cm angestiegen. Vom Kanu aus war es arg ungewohnt, keinerlei zugefrorene Gewässerabschnitte zu sichten und die Farben der Ufervegetation glichen dem goldenen Herbstkleid.
Die Schattenseite der Donau war zudem sehr mild in der Außentemperatur zu erfahren. Als meine Nase spürte, dass es sich mehr lohnen würde zu Tal zu paddeln, wechselte ich die Richtung.
Nach etwa dreißig Minuten Talfahrt, die mit einer Vielzahl von Spielerein mit Paddel und Kanu garniert waren, vernahm ich ein rascheln im vergoldeten Gehölz. Meine Augen endeckten einen Hund, der sich aber rasch in ein Reh verwandelte, augenblicklich kamen noch mehr Rehe zum Vorschein. Mein beabsichtigter Griff zum Smartphone und das ablegen von meinem Paddel wurde leider kein Vorbild für Geräuschdisziplin, sodass sich doch ein „Sprung Rehe“! auf die Flucht begab. Ein wunderschönes Foto ist nun in meinem Kopf.
Irgendwann kehrte ich um und die Sonne heizte weiter gut auf. Später im Gehölz hockte ein Greifvogel auf Augenhöhe, der sich erst vom Geräusch des Fotoauslöser stören lies. Ich kann nicht wirklich präzise sagen, ob es Mäusebussard, Habicht, Schwarzmilan oder Rohrweihe sind, Sperber und Turmfalke schließe ich durch dessen mindere Größe aus...
Auf dem weiteren Weg nach oben fischte ich drei Plastikflaschen auf, einiges davon war noch vor Tagen im Eis gefangen. Nachmittags verbrachten wir und so viele andere im Ingolstädter Wildpark; vormittags im Kanu hatte ich ja einen anderen...





10. Tour

MY LIVE STORY

Mittwoch, 08.02.2017, stark bewölkt, Wind 4m/s, Böen gegen 20 Km/h, Pegel 169 cm, Wassertemperatur 3,6 Grad. Der vor Tagen spiegelglatte Weg zum Einstieg ist nun getaut, dafür jetzt schön glitschig. Diesmal weckte ich ein anderes Paddel aus seinem Winterschlaf.
Sofort auf Fahrt war zu erfahren, dass man damit richtig Dampf gegen die Strömung machen kann. Weil es aus Ost wie Hechtsuppe zog, wurde mein Wendepunkt die Donaubühne. Gegenwärtig sind Reiherenten Wintergast und von den Blässhühnern die gerne beim abziehen Beifall klatschen, kann man schon von einer Invasion sprechen.
Die Talfahrt wurde gegen den Wind bestritten und ich war froh darüber ein robustes Paddel für diese Fahrt ausgewählt zu haben. Zwei Flaschen fischte ich noch auf und an einem kleineren Baumhindernis entdeckte ich ein mit Gold schnittverzierten dicken Schinken. Am Ausstieg schaute ich mir das Buch genauer an. Es handelt sich um ein jungfräuliches Tagebuch mit dem Titel „MY LIVE STORY“, das im Onlinehandel für 43, 57 € erhältlich ist. Diese Paddelstory hier ist kostenlos.





11. Tour

Donnerstag, 9. Februar 2017, Pegel auf 172 cm gestiegen, Wassertemperatur auf 3,5 Grad gesunken. Gestern war es ein paar Grad wärmer und etwas weniger windig. Das Quecksilber zeigt diesmal gerade mal ein Grad über Null an, dafür ist es knapp vor heiter bis wolkig und ich hoffe ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen. Der Weg zum Einstieg ist nun trocken. Richtung Osten zu Tal war es stark bewölkt, Richtung West zu Berg schaute es eine Idee freundlicher aus. So paddelte ich die vier Kilometer mit Rückenwind aufwärts..
Oben angekommen eine Teepause mit Snack am steilen Gelände, um etwas im Windschatten auf meiner Kniematte zu lümmeln. Als ich mich wieder Richtung Kanu begab, sammelte ich zwei Flussmuscheln auf.
Vor vielen Jahren fand ich ebenso eine Flussmuschel an der Donaubühne und war etwas verwundert darüber. Diese Funde zeugen von einer Gewässergüteklasse 1 oder 2. Vor dem ablegen schob ich wegen der gekräuselten Donau und dem zu erwartenden Gegenwind wieder meinen Sitz nach vorne. Die Talfahrt war kein Zuckerschlecken, eine Spaßbremse als Kanu wäre u.a. ein Leiden bei solchen Windverhältnissen gewesen. Wenn das Kanu auf Tempo gehalten wurde, machte es richtig Laune. Wenn das Tempo abriss, wurde dies sofort bestraft. Ja, das „Allwetter paddeln“ und oft Paddeln prägt automatisch in die richtige Richtung, kommt mir vom Motorradfahren irgendwie bekannt vor;-)

„Lernen ist wie rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ Laozi






12. Tour

Samstag, 11. Februar 2017, Sonnig, ein paar Grad plus, Wind aus Nordöstlicher Richtung, Pegel 157 cm, Wassertemperatur 3,4 Grad. Auf Talfahrt ein Reh kurz gesichtet und den vor der Obstblüte wartenden Rosenapfelbaum besucht.



Überrascht wurde ich von dem noch zugefrorenen Hafen des Wasserübungsplatzes.






13. Tour


Mittwoch 15. Februar 2017, Sonnig, Pegel 148 cm, Wassertemperatur 3,4 Grad. Nach dem Feierabend wieder einmal acht Kilometer abgespult, auf halber Distanz oben angelandet.





14. Tour

Donnerstag, 16. Februar 2017, gut Sonnig bei zweistelligen Plusgraden, Pegel 150 cm, Wassertemperatur auf 3,5 Grad angestiegen; es wird Frühling. Sehr entspannter Kurzausflug zur Eisenbahnbrücke. Auf dem Weg dorthin einige Spielerein, an der Eisenbahnbrücke Fähren und fließende Kehrwassermanöver durch die vorhandenen zwei Joche. Trotz der Wärme war an einigen Schattenplätzchen noch Eis und Raureif zu sichten. Zufrieden stellte ich fest, dass die vergangene Minusgradeperiode den Gebrauchsspuren am Kanu nicht zugesetzt hat, oft war ja mein Kanu vereist im Bootsregal gelegen.






15. Tour

Flow

Montag, 20. Februar 2017, später Nachmittag ,sehr milde Temperaturen, Pegel 167 cm, Wassertemperatur 4,8 Grad. Da es vorhersehbar die Woche über regnet, nutzte ich dieses Zeitfenster ohne Niederschlag.
Im Faden „Stromaufwärts paddeln“ wurde das Thema Geschwindigkeit kurz angeschnitten, deshalb installierte ich mal aus Spaß und Neugierde eine App für eine Geschwindigkeitsmessung auf der Donau.
Bei meinen Anfängen mit meinem Einsatzkanu war mir nie so richtig auf dem Wasser bewusst geworden, dass ich ein schnelllaufendes Kanu besitze, leichtlaufend ja. Vom Hören und sagen war mir das schon klar, erfuhr auch ab und an die Schnelligkeit am eigenen Leibe, die aber nicht konstant standgeblieben war. Es fehlte schlicht an den Fähigkeiten um wirklich zügig konstant unterwegs zu sein. Irgendwann wurden durch das, mehr oder weniger konstante paddeln, nach und nach kleine und größere Erfolge eingefahren.
So nun ging es los nach oben und war von dem Speed auf dem Display etwas überrascht, weil ich etwas weniger erwartet hatte. Ich dachte an einen nicht zu lahmen Fußgänger als oberen Anhalt, es wurde aber ein Eilmarsch eines Soldaten.
Aug dem Weg Richtung Stadt sackten die Geschwindigkeiten natürlich passagenbedingt ab. Der Wendepunkt für die Talfahrt wurde nach dem durchpaddeln der Konrad – Adenauer- Brücke, zirka dreißig Meter Oberstrom bestimmt. Ursprünglich wollte ich mich nur treiben lassen, um die Stromgeschwindigkeit dort in diesem Nadelöhr zu messen. So kam es doch über mich und lies es nicht am langweiligen dahintreiben. Kurz nach dem Ende der Stromzunge wurden mit wenigen Paddelschlägen 14, 8 Km/h erreicht.
Später kurz vor dem Ende des Donauabstechers paddelte ich noch einmal auf Tempo, wo die Strömung gut abflaut. Es wurden zwar keine 14 Km/h, aber doch eine zweistellige Zahl. Erst zu diesem Zeitpunkt sprang ein lauteres Lachen aus meinem Gesicht, die Tempomessung musste erst einmal verdaut werden.
Später auf dem Heimweg versuchte ich mit meinem Fahrrad die 14,8 Km/h einzufahren und kapierte dann erst richtig wie schnell das doch für ein Kanu ist. Ja dieses war wieder mal ein richtiger Flow.





Grüße von der Donau und geht einfach paddeln!
Mike

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 3.083

22.02.2017 17:00
#270 RE: Bergfahrt 9 bis 15. / 2017 antworten

Erlebt!
Sehr schön auch die Fotos.
Muschelschalen: ähnliche Formen, verschiedene Materialien. Das Bild spricht mich besonders an!

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

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