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Dieses Thema hat 43 Antworten
und wurde 4.618 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
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Gairloch Offline




Beiträge: 11

01.07.2013 20:35
#31 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Hallo zusammen,
ich bin mit meinem Gatz Yoho 2 Carbon (16 kg) an 2 Wochenenden zum Veluwemeer in Holland gefahren, um genau diesen Wiedereinstieg in den Canadier nach Kenterung zu üben. Das Veluwemeer hat den Vorteil, dass es ein Stehrevier ist und man langsam die Übungen bis ins schwimmtiefe Wasser steigern kann.
Das Leeren des Kanus war zu keiner Zeit ein Problem. Fast das gesamte Wasser läßt sich sehr leicht aus dem Kanu bringen.
Mir ist es jedoch bis zuletzt nicht gelungen wieder ins Kanu einzusteigen. Weder über die Seite noch über Bug oder Heck. Ohne Gegengewicht auf der anderen Süllrandseite war es einfach nicht möglich, weil das ultraleichte Kanu so schnell zur Seite drehte, dass es ruckzuck wieder voll Wasser lief.
Dagegen war das schwimmen an Land mit dem Kanu im Schlepp kinderleicht. Ich habe es kaum gemerkt und es kam hinter mir her wie ein treuer Hund.
Ich denke, es ist sehr davon abhängig, in welches Boot man wieder einsteigen will. Ich habe es auch mit festgebundenen Paddeln als Ausleger versucht, aber es half nicht.
Am besten hat man die Chance halt immer noch zu zweit. Könnte mir vorstellen, dass man mit Tauchflossen auch höher und schneller aus dem Wasser kommt, aber wer hat die schon immer dabei.
So einen Selbstrettungskurs würde ich auch gern mal belegen.
Bin auf weitere Erfahrungen der Forumsmitglieder gespannt.

Gruß
Dirk

moose Offline



Beiträge: 1.478

01.07.2013 21:41
#32 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Eines wird immer vergessen, nicht nur beim Paddeln.

Es ist eine körperliche (Ausdauer) und noch mehr koordinative Kraftentfaltung, gepaart mit Kraftausdauer, d.h. (brutale Maximalkraft über die Zeit in Extremsituationen) zum richtigen Zeitpunkt erforderlich, um, hier auf dem Wasser eine Selbstrettung durchzustehen. Keine Technik kann Kraft/Kraftausdauer ersetzten.

Die Technik erlernen wir in Kursen, bestenfalls einmal im Leben, selten folgt eine Auffrischung jährlich.

Aber die brutale Kraftausdauer, die können wir nur abrufen, wenn wir täglich Kraftausdauer (gebraucht wird Maximalkraft, abrufbar innert 1 Minute über mind. 3+ Minuten trainieren.

Wer macht das?

Fast Keiner - behaupte ich ( die die sich jetzt empört melden, sind nicht angesprochen).

Mit 20 bis 30 Jahren - im persönlichen Alter - habe ich Stromschnellenunfälle gemeistert, und das ohne Technikkurse: In denen würde ich heute gnadenlos absaufen.

moose
also immer dran denken, Jschlag hin oder her, Rettung über Packsack, oder was auch immer - no muckis no survive ©SE2013

obs
je älter man wird und je besser vorausschauend, präventiv und intelligent man zu paddeln(tripplanning) versteht, desto weniger Kraft braucht man letztendlich. Eine gute Paddeltechnik über den Tag, hilft am Abend beim Absaufen. Z.B. hat J.Wagner um 20:00 bessere Überlebenschancen oder auch der Forumsboss, weil die, falls seit 7:00 auf Tour, am Absaufzeitpunkt vermutlich noch Reserven in den profanen Körperteilen haben

Donaumike Offline




Beiträge: 993

02.07.2013 14:07
#33 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Nach einer Beule am Kopf am Anfang und einem Wadenkrampf zum Ende hin wurde ich trotzdem belohnt. Bericht und Technik folgt.Das erste Foto ist das Gelingen des Einstiegs, das letzte der Anfang.

Viele Grüße, Mike


sputnik Offline




Beiträge: 2.005

02.07.2013 14:47
#34 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Hurrraaa! Ich freu mich für dich.

Warum wird eigentlich immer die Mär verbreitet, daß man selbst zu dumm ist, sich logische Abläufe zu erarbeiten und
man sich jemand "Geschultes" suchen soll, der einem so was beibringt? Die Freude über das Erarbeitete ist so
ungleich größer, finde ich.

Gruß, Stefan
__________________________________________________
Stark und groß durch Spätzle mit Soß'

AxeI Offline




Beiträge: 1.001

02.07.2013 15:01
#35 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Vielleicht ist es ja nicht dumm jemanden dabei zu haben, der die eine oder andere Technik kennt und vermitteln kann. Gleichzeitig finde ich es immer prima, wenn so etwas als Erfahrungsaustausch angelegt ist, so dass unterschiedliche Techniken zusammen kommen. Noch besser ist es, wenn experimentiert werden kann damit "verrückte Ideen" erprobt und verworfen werden oder sich eben unverhofft als glänzende Ideen erweisen können.

Hab ich schon erwähnt, dass im September ein Sicherheitstreffen in Tübingen stattfindet, das diesen Ansatz verfolgt?

Axel

P A D D E L B L O G - 2. Sicherheitstreffen am 21./22.09.2013
There's more means to move a canoe than paddles

Donaumike Offline




Beiträge: 993

02.07.2013 15:41
#36 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Vielen Dank,

bei den Fotos ist der Einstieg ins Boot nach keiner! Kenterung , in Brusttiefen Wasser. Bei weiteren geglückten Versuchen ins Boot zu gelangen, kam Wasser mit ins Boot. Ich hatte den Eindruck wenn eine gewisse Menge Wasser im Boot ist, der Einstieg etwas einfacher war. Bei Versuchen mit Kenterung versuchte ich den Capistrano Flip im tiefen Wasser, der für mich schwieriger ist als der Einstieg selber. Einmal gelang er so, das nicht zu viel Wasser im Boot war, der Einstieg gelang, nur das Paddel war ans Ufer getrieben, ich musste mit den Händen zurückplanschen. Mit Ösfass das Wasser aus dem Boot vom Wasser aus zu lenzen, ist schwieriger wie gedacht. Meine Technik ist so, dass ich meinem linken Unterarm neben den Sitz unten nahe in die Bilge drücke ( Boot stark gekippt ), meine rechte Hand hält den entferntesten Süllrand fest. Mit Schwung und möglichst nah am Boot und mit viel Gleichgewicht klappt es ab und zu. Die Kraft lässt halt nach, nach unzähligen Versuchen. Konzentration ist alles, das es beim zweiten Versuch spätestens klappt. Ich werde aber weiter Üben, weil im Fluss, Sind die Umstände schwieriger. Das Rettungsmesser an meiner Weste entfernte ich sofort nach den ersten Versuch ins Boot zu gelangen.
Ich danke allen die mich motiviert haben und mit Tipps versorgt haben und dem Forum wichtige Infos zukommen lassen haben, die mir geholfen haben. Ohne das Forum wäre ich dort nicht angekommen, wo ich jetzt stehe. Ich stehe aber trotzdem noch weit unten, am Anfang.

Viele Grüße, Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

03.07.2013 09:16
#37 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Zitat: moose
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„Es ist eine körperliche (Ausdauer) und noch mehr koordinative Kraftentfaltung, gepaart mit Kraftausdauer, d.h. (brutale Maximalkraft über die Zeit in Extremsituationen) zum richtigen Zeitpunkt erforderlich, um, hier auf dem Wasser eine Selbstrettung durchzustehen. Keine Technik kann Kraft/Kraftausdauer ersetzten.“
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Dieser Meinung schließe ich mich an.



Zitat: Gairloch
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„Bin auf weitere Erfahrungen der Forumsmitglieder gespannt.“
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Die individuelle Einstiegstechnikvariante muss vor dem Ernstfall immer wieder geübt werden, mit erfolgreichen Ergebnissen, sonst gelingt der Einstieg nie, bei dem Szenario, ein Boot, ein Mann, kein Gepäck. Wenn der Einstieg so gelingt, da sehe ich keine Probleme wenn man zu zweit für den Capistrano-flip ist, und für den Einstieg selber. Die vereinfachte Variante (zweiter Mann und Hilfsmittel) ist aber kein Garant dafür, dass es ohne Vorheriger erfolgreicher Übung gelingt.

Bei meinen Fehlversuchen beim Einstieg, lief das Boot immer wieder voll Wasser und ich musste wieder von vorne anfangen, das kostet Kraft und man darf auch mental nicht nachlassen. Das eine mal war ich im Boot, kenterte aber sofort wieder, weil zu viel Wasser im Boot war. Zum Glück bin ich mit Ehrgeiz und Ausdauer behaftet. Aber die Kraft lässt halt irgendwann nach. Durch mehr, ständiger Übung, wird mit Sicherheit der Einstieg aus dem tiefen Wasser nach einer Kenterung mit vorherigen gelungenen Capistrano- Flip, spätestens beim zweiten Versuch gelingen müssen.

Das „zu viel Wasser“ aus dem Boot zu schaukeln, ist mir nicht gelungen, da muss meine Technik noch verbessert werden.

Den Capistrano- Flip muss ich auch noch technisch besser umsetzen. Ich versuchte ihn ständig aus der Rückenlage am Bug oder Heck, wobei dieses bestimmt auch eine Rolle spielt?

Das Reservepaddel auf der entferntesten Seite im Boot, mehr seitlich befestigt zu haben, wenn es nur ein paar Gramm sind, könnte das Zünglein an der Waage sein, um vielleicht minimal besser ins Boot zu gelangen?

Ein leichteres Boot ist jedenfalls handlicher für den Capistrano- Flip, für den Einstieg selber, bestimmt etwas schwieriger?

Ich bewundere diejenigen die den Capistrano- Flip mit einem schwereren Boot bewerkstelligen, besonders Stefans Sohn.


Zitat: MrDick
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„Schulter knapp außerhalb des entfernten Süllrandes. Dadurch drückt man den näheren Süllrand nicht unter Wasser.“
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Stimme ich zu, ich versuchte auch den Arm noch mehr aus der Schwungbewegung heraus über den Süllrand zu bewegen, sieht man auf dem einem Foto. Die Bewegungsabläufe sind leider sehr Komplex.


Gruß, Mike

Nachtrag:
Zum Schmunzeln für mich war, das ein hilfsbereiter junger Mann mir helfen wollte, wo ich im Wasser den Wiedereinstieg übte, er dachte ich sei in Not! Ich sagte darauf: „dies ist gewollt so, bleib draußen“ …..das nenne ich Zivilcourage.
Später war er derjenige, der auch die Fotos für mich knipste.

Donaumike Offline




Beiträge: 993

08.07.2013 08:49
#38 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Wer für mehr Sicherheit…, den Wiedereinstieg übt, sollte nichts gegen großflächige
Hämatome (blaue Flecken) einzuwenden haben, ohne dieses, wird es wohl anfangs nicht gehen.

Abmessungen der Hämatome an den Oberarmen, am wohl nicht so ausgeprägten Trizepz sind, 9x4 cm und 6x4 cm und an den Oberschenkeln unterhalb der Leiste, 6x2 cm und 3x3 cm.
Neben den schon bekannten Blessuren / Auswirkungen wie Beule an der Stirn, die jetzt schon verheilt ist und dem heftigem Wadenkrampf, ist noch eine Schürfwunde am rechten Knie zu verzeichnen. Diese Woche versuche ich es Materialschonender, ob dies gelingt wird sich zeigen.

Vielleicht wird dies deshalb nicht so gerne geübt?

Gruß, Mike

AlexWien Offline




Beiträge: 375

17.06.2014 21:30
#39 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Frank stellt im pdf Selbstrettung die Technik: "- Bergung mit dem Solocanadier - Variante: Drehung mit Seil" vor.
Gibt es Erfahrungen zur Anwendung dieser Technik auf Tandemcanadier?

Skua Offline



Beiträge: 244

18.06.2014 04:28
#40 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Hallo,
für mich als Seekajaker ist es selbstverständlich, mit dem Kajak regelmäßig Sicherheitstraining und Wiedereinstiege zu üben. Im Canadier habe ich das bisher vernachlässigt, werde das aber jetzt auch versuchen. Blaue Flecke sind bei solchen Trainings ganz normal. Eine Feststoffweste schützt auch dabei ein wenig. Manchmal geht auch am Boot etwas zu Bruch, auch das ist normal, wenn es auch bei modernen Seekajaks viel seltener passiert als vor 20 Jahren. Da haben die Hersteller viel dazugelernt. Mal sehen, wie das beim Canadier aussieht.
Da ich nur einen großen Tandem habe, muß natürlich die beste Avant von allen mit ins Wasser. Aber was mache ich, wenn ich sie nicht wieder ins Boot bekomme? Trotz Yoga ist Elke etwas unbeweglich. Am Seekajak haben wir für sie eine Leine als Tritt befestigt, da geht es problemlos, auch da das Boot ja von einem zweiten aus stabilisiert wird. Der Canadier ist ja höher und hat auch keine Griffleinen, an denen man sich ins Boot ziehen kann. Da werde ich mir noch etwas einfallen lassen müssen.
Grüße, Skua

Keine Hektik, wer hektisch wird macht Fehler.

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.918

18.06.2014 11:20
#41 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Üben. Auch die T-Bergung. Wie Jan am letzten Wochenende am Packer Stausee, vor guter Zuseherkulisse.
Danke Heinz für die Hilfe, Cafi, danke für die Bildserie.
LGW

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Angefügte Bilder:
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AlexWien Offline




Beiträge: 375

18.06.2014 13:23
#42 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Zitat von Skua im Beitrag #40
Der Canadier ist ja höher und hat auch keine Griffleinen, an denen man sich ins Boot ziehen kann. Da werde ich mir noch etwas einfallen lassen müssen.
Grüße, Skua


Die übliche Technik zum Wiedereinstieg (ins bereits entleerte Boot) für weniger Bewegliche, ist eine Kletterbandschlinge (glaube so um die 1m) um das Joch zu führen, dort bleibt sie mit einer Gummileine am Joch während der Tour fixiert. Im Bedarfsfall an der Schlinge ziehen, und man hat eine bequeme tritt schlaufe, und auch gleichzeitig eine Wendeleine.
(Genaugenommen sollen es zwei solche Wiedereinstiegsschlingen sein, je eine an jedem Joch ende)
(Das empfielht sich auch für bewegliche.)

Canoeguide Offline




Beiträge: 83

18.06.2014 14:50
#43 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Also wir haben vor ein paar Wochen ebenfalls Kentertraining gemacht und dabei auch ein bisschen gefilmt.




Die beiden welche hauptsächlich dabei zu sehen sind waren absolute Paddel Neulinge. Was jetzt nicht so entscheidend ist. Viel mehr war es für alle Beteiligten gut zu wissen wie und was funktioniert, oder eben auch nicht. Das hilft dann die Situation besser einzuschätzen. Aber im Grunde hat das ganze Ausprobieren nur ziemlich viel Spaß gemacht.

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Only the early worm catches the fish
http://www.canoeguide.net
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Skua Offline



Beiträge: 244

20.06.2014 14:46
#44 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Hallo Alex,
genau so ein System - allerdings mit 8mm Seil statt Gurtband - habe ich für meine Frau am Seekajak. Ob das auch am Canadier hilft, müssen wir noch ausprobieren. Die momentanen 16°C Wassertemperatur finden wir allerdings auch im Neo nicht wirklich kuschelig, wir werden noch etwas warten.
War es eigentlich vor der Erderwärmung an Mittsommer auch so scheißkalt?

Grüße, Skua

Keine Hektik, wer hektisch wird macht Fehler.

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