Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Zur Vermeidung weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen werden alle Beiträge und Äußerungen über die Firma Gatz-Kanus, den Namen und deren Produkte nicht mehr geduldet.
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 43 Antworten
und wurde 4.618 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
Seiten 1 | 2 | 3
Angela Offline



Beiträge: 83

22.11.2012 17:06
#16 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Im leicht fließenden Wasser braucht man genau das, was z.B. im SRT-Kurs (deutscher Begriff: Strömungsrettung) geübt wird. Die schnell mal lebensgefährliche Baumsituation zum Beispiel kann an der heimischen Sieg oder auf der Dordogne leicht vorkommen. Selbst wenn man die Sache selber paddlerisch einigermaßen im Griff hat: Man möchte auch nicht zuschauen, wenn einer am Baum ertrinkt, weil man selber nicht gelernt hat, effektiv und mit möglichst geringem Risiko zu helfen.

Die wichtigste Entscheidung für die Sicherheit findet - auch bei Großgewässern - vor der Abfahrt statt: Kann ich das Gewässer, das Wetter, den Wasserstand, die Mitpaddler, das Material, meine eigenen Fähigkeiten und die Tagesform einschätzen? Fahre ich heute wirklich mit dieser Gruppe über den See oder bleiben wir lieber an Land/in Ufernähe, bis das Wetter sicher ist? Leute, die wirklich schweres Wildwasser fahren (ich gehöre nicht dazu, kenne aber ein paar) entscheiden immer wieder neu, auch bei bekannten Strecken. Stellen besichtigen, aussteigen, umtragen, Kehrwässer im Blick behalten. Wissen, wo man sich befindet, falls Hilfe gebraucht wird (kann z.B. auf Waldflüsschen schon nach der dritten Kurve schwierig werden). An Ausrüstung nur benutzen, was man auch beherrscht. Ich war auf einem Kanuguidekurs, da lernten die Teilnehmer, wie man einen Kanadier am Cowtail sichert, wussten aber nach dem Kurs nicht, was diese rote Plastikkugel vorne an ihrer Schwimmweste ist, zum Beispiel. Von Wurfsäcken war gar keine Rede.


Zitat von Saleha im Beitrag #12
Ich bin jetzt etwas verwirrt. Aus den Beiträgen liest es sich heraus, dass für Wildwasser so ein Sicherheitskurs eine hohe Relevanz hat. Es klingt aber so ein bisschen an, dass man für Zahmwasser auch alleine üben könnte (Wiedereinstieg) - und keinen Kurs braucht?

Welche Themen sollte denn ein Kurs enthalten mit der Zielgruppe Zahm- und ruhiges Fließwasser, also ohne WW?

Viele Grüße
Sandra

Saleha Offline




Beiträge: 36

23.11.2012 13:32
#17 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Im Hinblich auf Franks Frage, warum sind Sicherheitskurse so wenig besucht, beschäftigte mich die Frage, ob vielleicht so die Meinung herrscht, dass man die Techniken für ruhiges Flachwasser ohnehin selber üben kann.

Ich finde es sind einige Punkte, die doch für einen Kurs sprechen. Z.B. dass der Lernerfolg schneller ist, vielleicht hat man mit einer anderen Technik ein besseres Resultat. Man profitiert von Gruppe und den Erfahrungen etc.

Ich habe im Sommer das erste Mal Wiedereinsteigen im Kanadier geübt (hatte ich vorher nur im Kajak und Ruder-Einer) und wir sind ganz klassisch beim gleichzeitigen Einstieg zur anderen Seite wieder raus. Danach extrem auf den anderen geachtet (wo befindet er sich, wie liegt das Boot) und es hat funktioniert. Mein Sohn hatte dann Probleme ins Boot zu kommen, er hätte wahrscheinlich eine andere Technik gebraucht als die beiden Erwachsenen, hatten wir aber nicht parat. Da wäre das Erfolgserlebnis in einem Kurs sicher besser gewesen....

Ein Fazit aus der Übung, verdammt kräfteraubend (OK, war auch ein Verleihkanadier und das Umdrehen war schon schwierig), daher plane ich Touren mit einem guten Puffer hinsichtlich der Kraftreserven. Das ist dann eine der Sicherheitsüberlegungen, die im Kopf parat sein muss.

Viele Grüße
Sandra

Trapper Offline




Beiträge: 1.561

23.11.2012 13:43
#18 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Beim nächsten Canadiertreffen werden zwei ausgeguckt die alle anderen zum kentern bringen
und schon sind genügend Teilnehmer für einen Workshop da!!

Internette Grüße Thomas

Mahyongg Offline



Beiträge: 248

25.11.2012 03:50
#19 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Zum Thema "nicht fit fühlen" und dann solche Übungen nicht machen. Die Realität schlägt meist auch nicht nur dann zu, wenn man sich fit fühlt. Im Gegenteil passieren Fehler, wenn man ohnehin schon erschöpft ist, viel häufiger - also sollte dort auch die Rettung sitzen. Im Zweifelsfall also im Schlaf und halb be- oder ersoffen beherrschen oder am Ufer bleiben - das wäre wohl das Ideal. Realistisch ist das zwar nicht, aber mangelnde Fitness ist einfach kein ernsthafter Grund, keine Sicherheit zu üben.. die zeigt einem erst mal, wie es nachher wirklich aussieht.

Btw. stütze ich beim Tandem-Wiedereinstieg gerne gegen den Zug des einsteigenden Paddlers, anstatt auf der anderen Seite zu sitzen, wo ich dem nur mein Körpergewichtsverlagertes Schwerpunktzentrum entgegenzusetzen vermag. Das fühlt sich für mich so besser an und klappt, wenn die (sculling) brace sitzt auch sehr gut.

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.917

16.12.2012 09:03
#20 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

http://www.youtube.com/watch?v=IJNR2EpS0jw

....da hätten wir Paddler sicher auch einiges zu melden.

Leider werden selbst erlebte Dummheiten selten thematisiert.
zB Festmachen des Bootes beim Schleusen....

LGW

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Donaumike Offline




Beiträge: 993

20.06.2013 13:57
#21 RE: Wiedereinstieg in ein Solocanadier antworten

Hallo,

gestern hatte ich die spontane Möglichkeit genutzt den Wiedereinstieg in mein Soloboot auszuprobieren. Es gelang mir leider nicht.

Meine Frage:
Ist nach einer Kenterung, ein Wiedereinstieg in ein Solocanadier auch ohne Anbringen von Gepäckstücken als Gegengewicht und ohne fremde Hilfe überhaupt möglich?

Gruß, Mike

sputnik Offline




Beiträge: 2.005

20.06.2013 14:55
#22 RE: Wiedereinstieg in ein Solocanadier antworten

Hallo Mike,

"Solocanadier" ist ein dehnbarer Begriff. Ich komme ohne fremde Hilfe in meinen Yellowstone (15,5' Tandem), in den
Explorer (14' Tandem) und den Courier (14' Solo). Weitere Versuche machte ich nicht. Vermute jedoch, daß ich z.B.
keine Chance hätte, in Axel's Independence zu kommen.

Es ist immer eine Frage des Geschickes und des Bootes. Mein Sohn (15J) schafft z.B. den Capistrano Flip mit dem
27kg Yellowstone-Tandem. Auch mehrfach hintereinander, was im tiefen Wasser schon Kraft kostet. Andere sagen, daß
man für so ein schweres Boot zu Zweit sein sollte........

Üb weiter. Am See. Badetemperatur hast du jetzt. Nie war die Gelegenheit besser, als es jetzt zu üben. Wenn es dann
bei Ententeichbedingungen aus dem FF klappt, geht es irgendwann auch unter erschwerten Bedingungen.

Zur Motivation: du wiegst geschätzt die Hälfte von mir und bist durchtrainiert. Das muß gehen

Gruß, Stefan
__________________________________________________
Stark und groß durch Spätzle mit Soß'

Wouter Kieboom Offline



Beiträge: 19

20.06.2013 15:26
#23 RE: Wiedereinstieg in ein Solocanadier antworten

Ja, geht;

Ich habe das zumindest schon sogar geschafft mit einen Twister (Am Traders), und das bei fast 90 kg Eigengewicht. Zugegeben unter günstige Bedingungen aber dennoch.

MrDick Offline




Beiträge: 1.234

20.06.2013 15:31
#24 RE: Wiedereinstieg in ein Solocanadier antworten

Hallo Mike!

Ja, das geht. Hab lange gebraucht bis es geklappt hat. Entscheidend war für mich nicht gleich darauf zu zielen in das Bootsinnere zu kommen, sondern erstmal quer darüber. Also Kopf und Schulter weiter über das das Boot zu bringen, Schulter knapp außerhalb des entfernten Süllrandes. Dadurch drückt man den näheren Süllrand nicht unter Wasser.

Viel Spaß beim üben.

Liebe Grüße, Sebastian

-
100% pure canoeing: http://www.canoespirit.de
Canoe Labor am Bodensee: http://www.lakeconstance.de/

Sirob188 Offline




Beiträge: 335

20.06.2013 19:28
#25 RE: Wiedereinstieg in ein Solocanadier antworten

Meine 5 Cent fürs flache Wasser:

Dieser Fred ist hoch interessant. Die Paralellen zum Segeln erheblich. Ich komme von der Segelei. Dort werden ums verrecken POBs (Person über Bord)- Manöver geübt, die in der Prüfung zum Schein verlangt werden, aber mehr oder weniger sinnlos sind. Danach wird sowas nicht mehr trainiert.... außer von so ein paar verschrobenen Typen, wie die, die gerade diesen Fred gestalten.

Insofern gebe ich Frank recht, dass ein dringend zu erlernende Fähigkeit überhaupt nicht vermittelt werden kann, da es kaum jemanden interessiert. Nur gut, dass der EEP noch nicht zwang ist (war jetzt ein Seitenhieb auf die Segelscheine , die viel Geld gekostet haben).

Ich paddel jetzt vielleicht knapp 2 Jahre. Meine ersten ERfahrungen habe ich in einem Paddelkurs von der TU-Berlin gesammelt. Noch im Kajak, aussteigen, wieder einsteigen, Boot leeren usw.

Letztes Jahr hatte ich bei Frank einen Solokurs, bei dem ganz selbstverständlich auch Retten und Bergen drin war. Mein geliebter Twister hat da die ersten Kratzer bekommen (gell Frank!!!).

Das war der erste Anstoß, das selbst im Eigenversuch weiter zu üben. Einsteigen in den TWISTER in Strandnähe. Was dann auch einigermaßen ging, wenn denn mal das Boot mit dem Loch nach obern schwamm und einigermaßen leer war. Hier zu bergreifen, dass die Schwimmhilfe ganz erheblich das Wiedereinsteigen behindern kann. Dass Schuhe im Wasser es verhindern können, dass Du ins Boot kommst, wenn sie Dich beim Schwimmen behindern. Überhaupt zu begreifen, wie sehr die Schwimmhilfe am Schwimmen hindert.

Vor einer Woche jetzt Kentertraining und Wiedereinstieg im 2er Canadier in einem weiteren Kurs geübt.

Was habe ich aus diesen wenigen Kursen mit genommen (nicht abschließend und nicht vollständig)?

- Ein Kurs ist eine wirklich guter Einsieg in die Thematik
- Danach beginnt das Üben, um irgendwas wie Sicherheit zu erlangen
- Selbst die Übungsleiter sind oft nicht sattelfest, jeder erzählt was anderes, was schon sehr irritiert
- Ich werde meine Art zu Bergen und Wiedereinzusteigen erarbeiten müssen --> Kontrolle im nächsten Kurs
- Ich weiß, dass ich mir eine Schwimmhilfe mit soviel Auftrieb kaufen werde, wie ich finden kann
- Diese Aufgeschnittenen Waschmittelbehälter taugen nicht, um ein Boot zu leeren. Ich weiß noch nicht, was was taugt (Eimer?)
- Das Boot zu flippen, ist bei so schweren PE oder RX Schüsseln echt eine Herausvorderung und will ständig geübt sein. Allein die Bewegungsabläufe zu koordinieren, um zusammen gemeinsam was zu tun ist nicht einfach.
- Das Leeren des Bootes ala Bill Mason ist Quark (schwimmend vor sich her schieben)
- Bei Sonne und stillem Wasser gibt es einige Arten wieder zu 2. ins Boot zu kommen. Wenn Wind und Welle herrscht, vermute ich, dass es nur noch eine gibt die sicher funktioniert (werde ich auprobieren). Diese ist glaube ich das der erste einsteigt und auf der Gegenseite ständig stützt.
- Viel mehr die Fahrt zu planen und offene Wasserflächen zu meiden.
- Wie schwer es ist an einer Spundwandleiter hoch zu kommen, wie weh es tut keine Schuhe an zu haben und über grobe Steine an Land zu klettern
- Das Wissen, dass ich da auch erst ganz am Anfang stehe.
- Tübingen sehr weit weg ist, ich aber sofort dabei bin, wenn hier im Bereich Berlin was angeboten wird.
- Wer Lust hat, ich übe gerne mit jemanden hier in Berlin

So..... jetzt Ihr.

Meint der Boris

PS: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.....

Bin mal eben Holz streicheln oder nen TWISTER versenken...

AxeI Offline




Beiträge: 1.001

20.06.2013 22:01
#26 RE: Wiedereinstieg in ein Solocanadier antworten



Diese Variante des Wiedereinstiegs hat Rolf mal vor drei Jahen vorgeführt. Dafür sollte man allerdings Auftriebskörper im Boot haben.
Wir üben dergleichen im September beim Sicherheitstreffen. Da kann man das mit unterschiedlichsten Booten ausprobieren.
Ich habe das mit dem Independence tatsächlich noch nicht versucht. Gerade diese Woche war es richtig warm und viele Menschen badeten im Neckar. Ich wäre gar nicht aufgefallen...

Axel

P A D D E L B L O G - 2. Sicherheitstreffen am 21./22.09.2013
There's more means to move a canoe than paddles

Troubadix Offline



Beiträge: 1.213

21.06.2013 00:22
#27 RE: Wiedereinstieg unter miesesten Bedingungen antworten

Seine auf sich selbst oder die Familie zugeschnitte Methode aus dem zur Verfügung stehenden Wissen oder eigenen Ideen entwickeln. Es gibt keine allgemeingültige BESTE Lösung!
Den Wiedereinstieg üben, der auf das Wasser was gepaddelt wird speziell zugeschnitten ist.
Andreas hat es ähnlich schon angesprochen: Üben, üben, üben und noch mal üben, zwingend auch unter den miesesten denkbaren Bedingungen sonst begehe ich nichts weiter als gefährlichen Leichtsinn.
Wenn das Geübte spielend funktioniert, wie das Zähne putzen, ist es für mich echte Sicherheit und das Restrisiko dann vertretbar.
Ob im Verein, im Kurs, allein oder in der selbstorganisierten Gruppe?
Wenn echte Sicherheit dabei heraus kommt ist Alles gut.

LG Jürgen

Serena Offline




Beiträge: 9

30.06.2013 14:38
#28 RE: Wiedereinstieg unter miesesten Bedingungen antworten

Wir sind ja nun absolute Neulinge beim Paddeln und ich hatte mich auch nach einem Grundkurs umgesehen.
Wir hatten überlegt bei Frank uns an zu melden, wobei mein Mann das als nicht so notwendig empfindet
So weit weg, so viel Geld, etc.
Heute waren wir dann paddeln. Unser Hundekind war total unruhig ständig von einer Seite auf die andere
Letztendlich ging unser Hund über Bord und ich war froh, dass wir ihr die Schwimmweste angezogen hatten und das wir nur in Klein Venedig waren. Da konnten wir uns fest halten und sie wieder ins Boot ziehen.....
Nun hab ich doch noch Hoffnung, dass er einem Kurs zustimmt.
Ich denke so ein Kurs ist sinnvoll, es scheitert oft an der Bequemlichkeit.
Serena

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.432

30.06.2013 15:57
#29 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Hi Serena,
die Notwendigkeit eines Kurses ist sicher ein relativer Begriff. Ihr erhöht aber auch durch paddeltechnische Grundlagen sowie Fachwissen die Sicherheit beim Paddeln, da Ihr doch viele Fehler vermeidet. Dazu kommt, dass Ihr sicher sehr viel mehr Spaß am Paddeln haben werdet, wenn Ihr Euer Boot gut beherrscht.

traveller Offline




Beiträge: 50

30.06.2013 16:33
#30 RE: Sicherheit beim Paddeln???? antworten

Kann einen Kurs nur empfehlen. Ich habe bei meinem ersten Kurs festgestellt, dass ich bisher (fast) alles falsch gemacht habe und darum ist es nicht bei einem Kurs geblieben.

Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  

Canadier.com ACA Kanuschule