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Dieses Thema hat 36 Antworten
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 Ausrüstung > Boote, Paddel, Zubehör, CanoePacks, Kanubau
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Jörg Wagner Offline



Beiträge: 871

18.09.2012 18:26
#16 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Hi Thomas,
in meinem Bestand sind eine ganze Anzahl von Holzpaddeln, die das locker können, ich fürchte, hier geht es nicht mehr nur um die Sache....
Jörg Wagner

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.918

18.09.2012 19:09
#17 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Ich auch, ich auch:
"Angle grinder", ist der Winkelschleifer, nicht Flex!
Lustige Grüße, W

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Luzifer ( gelöscht )
Beiträge:

18.09.2012 19:26
#18 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

...bei der Sache bleiben... ist wichtig, richtig.

Um Pegasus mal meine Antwort zu offerieren: als ich anfing gab es hölzerne Paddel. Kunststoff war damals noch recht teuer. Über Gewicht des Werkzeuges machte ich mir damals (und heute) keine Gedanken. Oft bauten wir Doppelpaddel von Faltbooten irgendwie um, so mit zersägen, T-Griff drannageln und mal gucken wie das geht. Plaste und Alu hatte und habe ich selten in den Händen. Mir ist das, nicht nur temperaturgemeint, zu "kalt". Holzpaddel fühlen sich dagegen einfach besser an, und wenn gut gemacht - erfüllen sie mindestens die Kriterien, die ich an ein Paddel stelle. Dazu gehören Stabilität, Funktionalität und Optik. Sie (die Paddel) sind auch relativ, zumindest für meine Zwecke, flexibel einsetzbar. Zu sagen, ein Paddel wäre ein Möbelstück wäre sicher übertrieben, aber wenn ich mir so ansehe, was da an fein geölten Schmuckstücken in meiner cabin hängt...
Zu den Preisunterschieden. Ich kann mir vorstellen, das Carbon-, Superduperplaste- und Alupaddel (sicherlich mit Ausnahmen) irgendwo billigst hergestellt werden. Dös unterstütz i net! Wenn ich mir z.B. so die Paddel vom Rattenfänger, vom frame-Designer oder von noch weiter her ansehe (und ich paddel die oft) - ist jeder Centimeter sein Geld wert. Die Jungs tüfteln, hobeln, schleifen sich einen ab - und ich hab dann ein feines Paddel, welches nicht nur fein aussieht, sondern auch das Wasser versteht. Da geb ich gern auch 200 Euro aus, die ich eigentlich nicht habe.

Luzifer

"...Engel haben zum Himmel einen kurzen Draht..."

Hans-Georg Offline




Beiträge: 656

18.09.2012 20:49
#19 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Hallo Thomas,
so ist das mit der Sichtweise: Ich wundere mich eher, dass GFK das kann, bei Holz ist das kein Problem...
Gruß
Hans-Georg

Trapper Offline




Beiträge: 1.561

18.09.2012 21:09
#20 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

So einen ähnlichen Flex hatte mein erster Selbstbauversuch der gründlich in die Hose ging, da ich im Übereifer ein leichtes Paddel zu erzielen, viel zu viel abgetragen hatte. Auf ca. 30cm ergab sich locker gedrückt eine Durchbiegung von ca.12 cm. Das Paddel bestand aus Eschenholz und war aber nicht zu gebrauchen. Es hat mich dann beim Kaffeekochen im Hobo unterstützt!
Wenn ich meine Holzbögen so anschaue die aus Esche,Manau,Bambus und Robinie bestehen biegen die sich ähnlich. Der Biegeradius ist vielleicht etwas größer! Die Spanten meiner geliebten Holzboote stehen deinem Beispiel jedoch in nichts nach, eher im Gegenteil!
Mich würde jedoch auch interessieren wozu es so viel Flex am Paddel braucht?? Funktioniert das wirklich??

Internette Grüße Thomas

Tiefwasser Offline




Beiträge: 94

18.09.2012 22:28
#21 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Zitat von Trapper im Beitrag #20

Mich würde jedoch auch interessieren wozu es so viel Flex am Paddel braucht??

Ich könnte mir zwei Gründe denken, die beide zusammenhängen:
- ein "Bentshaft"-Effekt wärend der Vortriebsphase des Paddelschlags
- ein "Peitschen"-J, wenn das Paddel am Ende des Schlages gedreht wird und die Spannung sich zur Onside abbaut. Keine extra Hebelbewebung nötig.

Rein spekulativ ...

raftinthomas Offline




Beiträge: 555

18.09.2012 22:40
#22 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

In einem geben ich Jörg 100% Recht- es geht wohl nicht nur um die Sache. Das steht meist ne ganze Ideologie dahinter.


Ich bin ja als praktizierender Tischlermeister nicht ganz materialfremd und masse mir da eine gewisse Fachkompetenz an. Auch, weil ich schon eine ganze Menge Paddel selbst gebaut (und verkauft) habe, aus dem Vollen, verleimt, formverleimt, gedämpft, was halt alles so geht. Und ich würde mich über Fotos und Aufbau der reinen Holzpaddel freuen, die so etwas können. Ich hab's nicht zustande gebracht, egal mit welchem Holz und welchem Aufbau. Es wird immer zu steif oder es fehlt die nötige Festigkeit.

Ob ein dermassen biegsames Paddel sinnvoll ist oder nicht, steht zunächst auf einem anderen Blatt. Es geht ja darum, ob Holz die besseren, dh elastischeren Materialeigenschaften hat. Steifer kann man konstruktiv ganz einfach lösen. Aber wie ich schon schrieb: es fährt sich toll (edit: Das ist kein Stechpaddel). Und natürlich geht es um Biegeradien. Je kleiner, je weicher.

Zum Thema Flex: Egal, auf welcher Baustelle ich nach ner Flex frage, verstehen Kollegen aller Gewerke das als eine Frage nach nem Winkelschleifer. Wiki schreibt dazu: "der Markenname Flex wird im Deutschen als Gattungsname verwendet "

Wenn Holz denn so toll ist: Warum haben die Paddel heute Harzkanten, meine Museumstücke aufgenietete Kupfer- und Alustreifen?

Wenn sich HansGeorg wundert, dass GFK das kann, dann zeigt das imho lediglich, dass er sich bei dem Werkstoff doch nicht so dolle auskennt.

Wenn natürlich Gewicht, Homogenität oder Festigkeit keine Rolle spielen, wenn Bauchgefühl, Nostalgie und Optik entscheidende Rollen spielen, sind sachliche Argumente natürlich obsolet.
Welches Paddel jetzt in der Gesamtbilanz tatsächlich das ökologischere ist- ich möchte mir da kein Urteil anmassen. Bis so ein Sück Holz, nehmen wir mal die bei Paddeln beliebte BlackCherry, hier in D auf meiner Hobelbank liegt, ist auch schon ne Menge Diesel anteilig verbrannt worden.

Nicht, dass wir uns grundsätzlich missverstehen: Ich mag Holzpaddel, ich besitze eine ganze Reihe davon, stelle sie her, verkaufe sie, benutze sie oft und gern und sie haben gewisse Vorzüge. Aber halt auch eine Menge Nachteile. Und die möchte ich nicht wegloben.

grüsse vom westzipfel, thomas

Claus_Ulrich Offline




Beiträge: 312

18.09.2012 23:09
#23 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Mein Paddel ist federleicht, hat enormen Flex (Abkürzung des Begriffes "Flexibilität"), ist aus massivem, geölten Sassafras Holz. Harzkanten oder ähnliches brauche ich nicht. In der "Racine" Form das perfekte Paddel. Für mich als Behinderten kommt es auf Effektivität an, nicht auf Glaubensfragen. Mit diesem Paddel bekomme ich den grössten Effekt bei geringstem Kraftaufwand.

Mein Rat: Paddel nehmen und ausprobieren, Holz, Plastik, GFK oder wasauchimmer, es sollte zu Deiner Art zu paddeln passen, glaube keinen Materialanbetern ... nimm es in die Hand und paddel .. dann wirst du ES finden!

Gruß
Claus

Trapper Offline




Beiträge: 1.561

19.09.2012 09:21
#24 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Zitat
Es geht ja darum, ob Holz die besseren, dh elastischeren Materialeigenschaften hat. Steifer kann man konstruktiv ganz einfach lösen


Nö, wir haben nur gemeint das es vergleichbare flexible Eigenschaften hat!

Zitat
Ich behaupte, die Flexibilität von GFK is mit Holz nicht zu erreichen, auch wenn immer wieder anderes erzählt wird.


Das war die pauschale Aussage um die es ging und die in ihrem Kern den Widerspruch einfach herausfordert!
Ich denke Klaus hat da schon ganz recht, das jeder das ihm passende "Handwerkszeug" selber finden muß. Für mich ist es in der Mehrzahl der Fälle halt ein Holzpaddel geworden, weil ich den Werkstoff einfach mag und mit den kleinen Nachteilen gut zurecht komme.

Internette Grüße Thomas

Luzifer ( gelöscht )
Beiträge:

19.09.2012 09:51
#25 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Zitat:"Wenn Holz denn so toll ist: Warum haben die Paddel heute Harzkanten, meine Museumstücke aufgenietete Kupfer- und Alustreifen?"

hej,

ich vermute mal, um ein "Ausfasern" der Blattkanten zu verzögern.

Luzifer

"...Engel haben zum Himmel einen kurzen Draht..."

Hans-Georg Offline




Beiträge: 656

19.09.2012 12:15
#26 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Möchte betonen, dass ich mich mit GFK überhaupt nicht auskenne.

Hans-Georg

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

19.09.2012 13:06
#27 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Ich hab gerade mal so verglichen, Riekes Tourenpaddel, das sehr viel Flexibilität im Blatt hat erreicht diesen engen Biegeradius, wie er auf raftinThomas Bild gezeigt wird, nicht. (Ist ja aber auch eine Eski-Latte auf dem Bild.)
Dennoch ist mir das Tourenpaddel schon zu elastisch.

Flexibilität findet man sicher eher bei Holzpaddeln, weil es dort viel leichter herzustellen ist.
(noch zu steif, hobeln, noch zu steif, hobeln usw.)

Bei Faserverbundwerkstoffen muss beim in die Form packen alles stimmen, da ist nachträglich keine Korrektur mehr drin.
Wer sehr ordentlich und gleichmäßig arbeitet, wird sicher schon nach einigen Dutzend Paddeln den Prozess im Griff haben und in GFK eine definierte Flexibilität erzeugen können.

Mit der Optik könnte ich mich ja vielleicht noch anfreunden, aber ich fasse lieber Holz als Glasfaser an.
Das leichteste Paddel, das ich je in der Hand hatte war aus Kohlefaser, aber das welches ich am liebsten paddle aus Holz (ist auch nicht problematisch schwerer).
Für präzise/schnelle Manöver kann ich ein elastische Paddel überhaupt nicht gebrauchen, um stundenlang zu paddeln finde ich es angenehm.


Gruß
Andreas

"Wie wir die Welt wahrnehmen, hängt davon ab, wie wir uns in ihr bewegen." F. Schätzing

Pegasus Offline



Beiträge: 71

24.09.2012 20:37
#28 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Du lieber Himmel, wenn ich gewusst hätte, was für eine Lawine ich mit meiner Frage lostreten würde ...

Ich finde aber doch hochinteressant, was ich hier an verschiedenen Meinungen lese. Obwohl ich seit etwa 32 Jahren Canadier fahre, (Schweden, Mecklenburg-Vorpommern) und früher auch viele Jahre in den Alpen Wildwasserkajak, bin ich wohl materialmäßig bis vor kurzem immer beim Alten, d.h. meiner Erstausrüstung geblieben und habe mir damit wahrscheinlich viele neue Erfahrungen verstellt. Sobald eines Eurer Treffen irgendwo für mich erreichbar stattfindet, werde ich gerne einmal andere Boote und Paddel ausprobieren.

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.918

25.09.2012 07:57
#29 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Ganz unten: ein Carbon Ottertail http://www.paddleshack.ca/muskoka/alchem...20Catalogue.pdf

Heute Aussagen von Charlie Wilson zum Thema: http://www.myccr.com/phpbbforum/viewtopic.php?f=20&t=40512
"Flexible shafts may be more restful, but all additional characteristics are bad; slowing progress and compromising control.
Those feeling a need for a flexible stick to cushion joint strain might be better off looking to smaller, more cambered blades to ease joint loading."

Interessant: Steiffigkeit für Kontrolle und Wirkung, gewölbtes Blatt mit kleinerer Fläche statt Flex zur Schonung der Gelenke.

LGW

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Kanuotter Offline




Beiträge: 551

07.10.2012 16:14
#30 RE: Vorteile von Holzpaddeln ? antworten

Hallo zusammen,

was für Eigenschaften wünschen sich denn Paddler von ihrem Paddel? Mal ein Versuch ein paar Kategorien zu bilden.
Preis, Gewicht, Ästhetik, Haptik, Steuereigenschaften, Kraftübertragung, Blattform, Robustheit...?...

Die mechanischen Eigenschaften (spezifisches E-Modul, spezifische Zugfestigkeit) von Composites und Holz sind enger beeinander als man zunächst vermusten würde. Nur wenn die Blattkante extrem schmal werden soll oder ein Gewicht bei 300 g angestrebt wird, findet man keine Holzpaddel mehr am Markt. Also "Flex", Steifigkeit, Kontrolle kann man mit beiden Werkstoffen hinbekommen, wenn man im Bereich 500g oder aufwärts schaut.

Wenn man gekehlte Formen braucht, dominieren Compsite-Paddel. Teilbare Schäfte ("Ersatzpaddel") sind auch nicht in Holz zu bekommen. Bis 50 Euro dominieren Spritzguss-Alu-Paddel. Ab 60 Euro wird es unübersichtlich, auch in Sachen Gewicht.

Am Markt konkurieren Paddelhersteller, die man an 10 Finger anzählen kann, mit einem überschaubar kleinen Markt an Kunden. Ich versuch mal zu polarisieren: Auf der einen Seite wird das Paddel ohne langes Testen mit dem Boot gekauft und dann 20 Jahre genutzt. Auf der anderen Seite sind die "Freeks" mit ganz speziellen Vorstellungen für die Nische, in der sie paddeln. All diese Kunden sind meist keine Fachleute, sonder haben Halbwissen bis Unwissen. Aber oft eine ganz klare Vorstellung was "richtig" ist. Für die Hersteller und Händler, glaube ich, ein ganz schön undurchschaubares Sammelsorium an Bedürfnissen.

Was wurde zu Holz noch nicht gesagt? Es ist in der Herstellung klein(st)er Serien viel einfacher für die Hersteller. Bei Composite sind Versuche und Evolutionen aufwendiger. Wenn du also ein Paddel sucht, das in Blattform, Schaftlänge und Blattgröße optimal zu dir passt kannst du bei den großen Herstellern suchen. Die Alternative zum Suchen heißt in unserem Raum P. Piper oder H.G. Wagner. Die können Paddel auf den Leib nähen und machen (deshalb und aus anderen Gründen) Unikate in Holz.

Grüße
Norbert

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