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Dieses Thema hat 47 Antworten
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 ALLGEMEINES CANADIERFORUM
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vauWe Offline



Beiträge: 136

05.06.2007 17:55
Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Guten Abend,
mal wieder ein Neuer, der 'n Boot sucht. Kurz zu mir, Mitte 30, verheiratet, 2 Kinder und aus Dresden. Aus Jugendjahren einiges an Paddelerfahrung, seit ca. 10 Jahren aber bis auf gelegentliche Ausleihen in Mecklenburg, am Main und im Spreewald aber nicht mehr gefahren. Davor Kanurennsport (Kajak), Kanupolo und kurzes Schnuppern ins Wildwasser (auch im Kajak). Nun soll nach einigen Jahren der Abstinenz wieder ein Boot her.

Anforderungen:
- leicht laufend für Großfluss (Elbe) und See;
- gleichermaßen für Solo wie für Familie (s.o.) geeignet;
- Gepäcktransport darüberhinaus eher egal;
- gleiches gilt für Wildwasser, Wellen sind die, die durch Wind und große Schiffe gemacht werden;
- ach ja und schön soller natürlich auch sein.

Gefahren bin ich im Bereich offene Canadier bislang nur die üblichen Vermietungsboote aus Royalex o.ä.. Sicherlich für diesen Zweck absolut i.O., aber Solo auf dem See bei Wellengang ausgesprochen beschwerlich - ich komme dort an, wo ich hin will, aber Spaß geht anders - und im Tandembetrieb doch eher im beschaulichen Geschwindigkeitsbereich.

Ich bin mir bewusst, dass v.a. der zweite Anstrich relativ schwer zu realisieren sein wird, aber vielleicht gibts ja doch was.

Ach ja, zwar ist es nicht so, dass ich nur superbillig kaufe, zu teuer sollte es aber auch nicht sein. Kevlar wäre schön, muss aber nicht, Glas ist m.M.n. völlig ausreichend. Die notwendigen Fertigkeiten, kleinere Schäden an laminierten Booten zu reparieren, musste ich mir schon in Rennerzeiten zulegen.

Schon mal Danke für die Antworten, vauWe.


Gersprenzfischer Offline




Beiträge: 194

06.06.2007 08:18
#2 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Kurzum, Du suchst die Eierlegende Wollmilchsau. Leider sind die Anforderungen 2 Erwachsene und 2 Kinder gegen Soloeignung ziemlich konträr. Ich stand vor dem gleichen Problem, wobei die Soloeigenschaft eher eine untergeordnete Rolle spielte.
Da wir noch Stauraumprobleme hatten liebäugelte ich mit einem Pakboat 165 (=16,5 Fuß Länge). Noch als schneller Einer auf Grßgewässern und Seen geeignet, angeblich groß genug um auch zu viert fahren zu können. Dann haben wir uns zu viert reingesetzt und fanden es doch zu klein. Wir sind dann beim 170er Pakboat hängengeblieben. Bis jetzt sind wir damit sehr zufrieden, solo habe ich es aber noch nie ernsthaft benutzt, lediglich ein paar Testrunden. Fazit solo geht mit einem 170er sofern kein Wind herrscht.
Familiengeeignet ist ein 170er auf jeden Fall ohne größeres Gepäck, aber selbst wenn der Hund mit drin ist, lässt sich noch einiges an Gepäck unterbringen, für die Familienwanderfahrt wird aber auch ein 170er Boot eher knapp werden. Für die Familienfahrt brauchst Du weiter ein sicheres Boot, welches eine höhe Anfangs- und Endstabilität haben sollte.
Da das Anfangsproblem aber letztlich immer noch besteht, meine JUngs langsam größer werden, denken wir nun über die Anschaffung eines zweiten Bootes nach. Dies wird ein 15 Fuß Boot werden. Das ist mit 2 Personen und kleinem Gepäck fahrbar, der REst des Gepäcks, samt Hund und Familie kommt dann ins Große. Außerdem ist ein 15 Fuß Boot auch als einer gut vorstellbar. (Bei dem besagten Pakboat gibt es sogar einen Umrüstsatz von 15 Fuß lang, breit als Freizeit und KInderboot und als 15 Fuß eng als Einer)
Ob Du einen Falter benötigst musst Du selber wissen. Auf jeden Fall sind sie superleicht, schön und der 170er zu zweit ist trotz guter Manovrierbarkeit auch noch relativ schnell.
Falls kein Falter würde ich an Deiner Stelle mit einem mindestens 17 Fuß Boot für die gesamte Familie anfangen, es darf für Deine Zwecke auch noch länger sein.
Je nach Gelbeutel würde ich Dir Royalex, Kevlar oder eben ein PAkboat empfehlen. Royalex ist unempfindlich aber eher schwer, beim 17,18 Fuß kommst Du bald auf 40 kg. Kevlar ist leicht aber etwas stoßempfindlich, ein Pakboat ist sehr leicht und stoßunempfindlich, gewisse Bootsbewegungen müssen aber akzeptiert werden (letztere können auch positiv sein, da das Boot in Längsrichtung deutlich flexibler ist als Festboote, Wellen werden dadurch besser abgeritten).
Von GFK würde ich eher abraten, da diese Boote bleischwer und deutlich stoßempfindlicher (wenn auch reparabel) sind.
Falls Du viel Geld übrig hast, kein Faltboot willst würde ich zu Booten wie Wenonah Minnesota II, Champlain, Spirit II oder Itasca raten, vergliechbar ist wohl auch ein Bell Northwind und sämtliche Prospector Typen. Allerdings sind die als Einer nicht geeignet, wie letztlich alle Boote die 17 Fuß und länger sind.

Uwe


vauWe Offline



Beiträge: 136

06.06.2007 09:05
#3 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Danke für die Antwort. Ja, "Eierlegende Wollmilchsau" ist wohl der richtige Ausdruck.

Falter kommt für mich nicht in Frage. Da habe ich ein psychisches Problem mit. Um den Argumentationen gleich zuvorzukommen; Ich weiß, dass es durchaus ausgezeichnete Faltcanadier gibt, die sich in Robustheit und Nutzwert vor vielen festen Booten nicht verstecken müssen und auch schnell sind. Ich will aber keinen.

Nochmal zu den Anforderungen: Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass wir irgendwann zu viert auf mehrtägige Kanureisen gehen werden. Sollte das doch der Fall sein, würde ich - den Erwerb eines Bootes vorausgesetzt - in jedem Falle ein zweites Boot mieten. D.h., dass alle vier in das Boot müssen, wird eher selten vorkommen. Nichts desto trotz sollte es möglich sein, z.B. einen Ausflug in den Spreewald auf diese Weise machen zu können, ohne unterzugehen. D.h. weiter, dass die Mitnahme von Gepäck sich in diesem Falle auf Regenjacken, was zum Trinken und ein paar Kekse beschränken wird.

Im Normalfall werde ich das Boot allein fahren oder zusammen mit meiner Frau bzw. einem oder beiden Kindern. Stattfinden würde das im Wesentlichen am Wochenende auf der Elbe, die bei uns aber - jedenfalls wenn Wasser drin ist - schon recht heftig fließt. Will man da bergauf fahren, sollte das Boot schon einigermaßen laufen und v.a. auch geradeausfahren.

Meine erste Idee waren eher sportliche Boote so um die 5 m, also bspw. etwas wie der Solo+ oder der Escapade von We-no-nah (Alternativen?). Insbesondere bei ersterem habe ich aber erhebliche Bedenken, ob der nicht schon in der Normalbesetzung zu zweit/dritt an seine Grenzen kommt, von der Maximalbesetzung ganz zu schweigen. Ach ja, nochmal kurz zu den "Passagiergewichten": ich knapp 90 kg, meine Frau knapp 70 kg die Kinder zusammen < 40 kg (Tendenz steigend).

Sollte das Ergebnis sein, dass es soetwas in vernünftig fahrbar nicht gibt, würde ich sicherlich die beiden genannten ausprobieren und in erster Linie eben auf Solofahren gehen. Die oben geschilderte Normalbesetzung sollte ja eigentlich mit beiden möglich sein.

Vielleicht kann man mit diesen Angaben eine Wollmilchsau finden, die nicht zwingend auch Eier legen muss.

Grüße vauWe


Hans-Georg Offline




Beiträge: 808

06.06.2007 12:10
#4 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Hallo vauWe,
meine Boote können das Alles , was Du brauchst, aber Eigenwerbung ist immer blöd und zum jemanden aufschwatzen sind sie zu schade und mit dem Kanadier umgehen können sollte man schon (ACA-Grundkurs o.ä.). Kannst Du aber gerne mal probieren, Spreewald ist mein wöchentliches Paddelrevier vielleicht treffen wir uns dort mal.
Gruß Hans-Georg


vauWe Offline



Beiträge: 136

06.06.2007 13:23
#5 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

@Hans-Georg
Wunderschöne Boote baust du da. Holz ist einfach immer noch der beste (schönste) Werkstoff für so etwas. Irgendwie steht mir der Sinn im Moment aber irgendwie doch noch nach Plastik - insbesondere "care and feeding" erscheinen mir da dann doch einfacher zu sein. Da ich ab und an in Cottbus bin, würde ich mir aber sehr gern mal eines deiner Boote ansehen. Vielleicht lasse ich mich ja doch überzeugen. Da ich davon ausgehe, dass du keine Boote "auf Vorrat" baust, käme die Herstellung ja wohl ohnehin erst nächstes Jahr in Frage.

Grüße vauWe


Makro ( gelöscht )
Beiträge:

06.06.2007 16:09
#6 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Hi VauWe,
die Suche nach der Eiermilchlegenden Wollmilchsau hat mich und meinen Kumpel zum Kauf des SOLO+ gebracht.
Wir hatten/haben einen ähnlichen Einsatzzweck wie Dir vorschwebt, soll heißen meist alleine Paddeln und ab und an zu zweit.
Wir haben das Boot jetzt fast ein Jahr und meiner Meinung nach ist es mehr ein Solo, der auch zu zweit gepaddelt werden kann als ein Zweier, der auch alleine geht. Alleine geht das Baby sehr gut auf den von uns geprobten Wasserflächen (Wiesenfluss, Weser und See).
zur Doppelnutzung: Mein Kumpel(70 kg) und ich (115kg) haben noch gut Platz zwischen Süllrand und Wasseroberfläche, daher sollte Eure Kombi locker funktionieren. Bei Mitnahme einer dritten person (60kg) wurds doch schon recht eng (Abstand feucht vs. trocken), und ein Grossgewässer wie die Elbe oder nen See würde ich damit(zu dritt) nicht überqueren wollen. Fürs kleine Gepäck mitnehmen reicht die Kapazität aber gut aus, und ne Packung Kekse geht immer.
leider kenn ich bisher nur dieses Boot und kann es nicht mit dem Escape vergleichen, aber vielleicht hilft dir das ja schon.
Schönen Gruss Steffen


Wagner Jörg ( gelöscht )
Beiträge:

06.06.2007 17:04
#7 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Hallo, eine interessante Alternative wäre noch von Bell der North-Star, er hat die nötige Kapazität und ist solo leer gefahren etwa so schnell, wie der Bell Magic
Jörg Wagner


welle ( gelöscht )
Beiträge:

06.06.2007 18:34
#8 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten
Moin, moin vauWe,
beschäftige Dich doch auch einmal mit dem
17`Haida von Nova Craft mit 28 kilo in RX lite
auch kein Schwergewicht. Finde ich für Seen und
Flüsse in Ordnung und die Kiddies passen mit einer
großen Rolle Kekse mit rein.
Mit Holzrand und entsprechender Farbe schön und
gutes Preis:Leistungsverhältnis.
Grau ist alle Theorie: Probefahren, probefahren,
probefahren ALLE Typen und dann entscheiden.
(Ich habe mich für Hans Georgs Frame Boot entschieden)
Gruß aus der Nordheide
Albert

vauWe Offline



Beiträge: 136

06.06.2007 23:32
#9 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

@Jörg: Das ist sicherlich ein tolles Boot. Ich fürchte nur, wenn ich ein Boot für mehr als 3000 € kaufe (+ Ausrüstung etc.), kann ich mich in absehbarer Zeit nach einem Soloboot (und 'ner hübschen kleinen Singlewohnung) umsehen. Es sei denn, es gäbe mal ein Gebrauchtes in ordentlichem Zustand.

Ich werd' mir wohl erstmal den Solo+ ansehen. Der hat's mir eigentlich schon am eheste angetan.

Gute Nacht vauWe


Albert Offline



Beiträge: 246

07.06.2007 10:40
#10 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Moin,
schau Dich doch mal bei den Vereinen in der Nähe um,
dreier Wanderkanadier sind meistens ausreichend vorhanden.
Die müssen auch gar nicht so speziell sein.
Dazu denn noch ein Solo der genau paßt.(auch nicht einfach)
Albert


elbeboy1 Offline




Beiträge: 111

08.06.2007 02:37
#11 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Hallo vauWe
Ich komme auch aus Dresden, und fahre viel auf der Elbe.
Mein erster Canadier war ein Cherokee 550. Es ist relativ schwer. Aber zuladung war absolut ok. Ebenfalls auf seen und großen Flüssen war die Soloeigenschaft akzeptabel.(kleingewäser eher schwierig aber machbar) Das Boot wog in GFK ca.42kg.
Nun habe ich einen Minnesota 2 der ist länger leichter, aber fragieler. dort sollte man etwas beim anlanden aufpassen. Besonders an der Elbe bei Dresden (viele Steine). In der Vereinen gibt es glaube nicht so viele Canadier.( ich bin zumindest der einzige bei uns).
Zurück zum Minnesota also wenn ein dritter Sitz eingebaut wäre , dann würde er sich auch solo paddeln lassen. Ich habe es im knien ohne Sitz probiert. (außer eingeschlafenen Füssen kein problem)
Ich habe das Boot in Tuf-Wave.(ca 29kg)
gruß Frank

Elbstromer


vauWe Offline



Beiträge: 136

12.06.2007 16:03
#12 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Ich bring's mal wieder hoch. Nach reiflicher Überlegung und Sondieren des Angebots komme ich immer weiter zu der Auffassung, dass es vielleicht doch sinnvoller wäre, ein reines Soloboot ins Auge zu fassen. Es scheint doch eher so zu sein, dass ich im Wesentlichen allein unterwegs sein werde. Eintritt in inen Verein wäre wegen Liegeplatz ohnehin notwendig ... da gibt's dann eigentlich üblicherweise auch mal'n Boot, das man ausleihen kann.

Wenn schon ganz alleine, dann aber auch schnell. Vorschläge?

Anforderungen wie oben, also geradeaus, große Gewässer kein oder sehr wenig Gepäck.

Nochmal Danke, vauWe.


Albert Offline



Beiträge: 246

12.06.2007 18:13
#13 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Moin,
ich hatte das gleich Problem jetzt habe ich eine umgebauten Klepper Kajak 10 cm höher und große Luke. Rock-Schmidt Zweier Canadier als Einer und ein Hahn Slalom
Canadier als Lieblingsboot.
Albert

Angefügte Bilder:
Bille 18.11.06 006.jpg   Rock Schmidt 27.02.06 003.jpg   boot 019.jpg  
Als Diashow anzeigen

Richard ( gelöscht )
Beiträge:

12.06.2007 18:37
#14 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Hab am Wochenende am Murnersee den Bell Merlin vom Jörg Wagner gepaddelt. Hübsch, kompakt, leichtlaufend, leichtgewichtig und gut schnell. Geht ab wie Schmidt's Katze und braucht nur eine homöopatische Dosis Korrekturschlag.
Leider kostet so was in Kevlar natürlich richtig Geld....
Mein Tip: nerv die Händler in deiner Umgebung und paddle erst mal ausgiebig probe, bevor du dich entscheidest. Und: jeder Händler wird dir erzählen, dass sein Boot/ seine Boote die besten, schönsten und schnellsten sind :-)
Glaub nix, was du nicht selber vorher überprüft hast !

Gruß aus Franken
Richard



vauWe Offline



Beiträge: 136

12.06.2007 18:50
#15 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

"nerv die Händler in deiner Umgebung"

Genau hier liegt mein Problem. Nachdem Globetrotter die festen Boote aus dem Programm genommen hat, gibt es in der 500.000-Einwohner-Kleinstadt Dresden, die auch nur das Bächlein Elbe im Stadtgebiet hat, soweit ich weiß, keinen einzigen Händler, der auch nur eine Probefahrt anbieten könnte. Wenn einer der anwesenden Dresdner was anderes weiß, möge er/sie mich bitte darauf hinweisen.

vauWe


Richard ( gelöscht )
Beiträge:

12.06.2007 19:28
#16 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Fahr doch in den Spreewald bzw. nach Berlin, da gibt es dutzende Wassersporthändler (gut z.B. Erkner) und das ideale Probefahrtgewässer. Machst dir ein schönes Wochenende und paddelst ausgiebig Probe...
Berlin ist eh die schönste (Flachwasser-) Paddelregion Deutschlands


Gruß
Richard


elbeboy1 Offline




Beiträge: 111

13.06.2007 06:30
#17 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten
Hallo vauWe
Da kann ich dir nur rechtgeben.
Es gibt zwar in Dresden die Globeboot in Tolkewitz. Das ist nur einmal im Jahr, für dieses Jahr leider schon vorbei. Sie war am 12-13.5. Dort könntest du mal so ein Boot paddeln.
Sonnst ist Berlin eine sehr gute Wahl (Kanu-Connection).
Gruß Frank

Elbstromer


Torsten H ( gelöscht )
Beiträge:

15.06.2007 00:35
#18 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Hallo vauWe!

Boote testen kann man auch ganz gut beim alljährlichen Canadiertreffen (Link hier irgendwo auf der Homepage). Mach ich auch immer. Da gibt es so viel Solo-Canadier wie auf keiner Globeboot!

Aber nun zu Deiner Frage. Ich hatte vor ein 3-4 Jahren ein ähnliches Problem. Suchte ein Boot zum Solo-Fahren und für Touren zu zweit. Damals hatte ich zum Schluß die Qual der Wahl zwischen Solo Plus von Wehnonah oder NorthStar von Bell. Damals hab ich mich für den Solo Plus entschieden, weil ich in diesem Boot ein besseres "Gefühl" hatte. Heute sage ich, daß das wohl eher an der Sitzposition gelegen hat, die für mich in diesem Boot wohl die angenehmere war.

Wenn ich heute ein Boot aussuchen müßte, würde ich folgende Boote vergleichen:
1. Solo-Canadier:
Bell Merlin II: mein Favorit, wendiger als die ganz großen Solo-Tourer aber immer noch groß genug für eine Gepäck-Tour.
Wehnonah Argosy: recht neues Modell, hab ich dieses Frühjahr mal eine halbe Stunde gefahren und wahr sehr angetan.

2. Boote die als Tandem und als Solo gefahren werden können:
Wehnonah Solo Plus: eher Solo als Tandem, aber mit Gepäck noch zu fahren (vor zwei Jahren waren wir mit dem Boot voll beladen auf der Elbe von Bad Schandau bis Havelberg unterwegs, da mußte man bei den Wellen der Touri-Dampfer schon aufpassen, daß die Spritzdecke schnell oben ist, voll beladen heißt bei dem Boot, sparsam zu sein, da daß Volumen recht eingeschränkt ist).
Bell NorthStar: eher Tandem als Solo, hat etwas mehr Ladevolumen und ist etwas wendiger als der Solo Plus.
Wehnonah Escapade: neues Modell, nicht mit dem Escape verwechsel! Hier wurde das Volumen-Manko des Solo Plus ausgeglichen.
Alle drei Boote sind so um die 5m lang (16'6") und als Solo oder Tandem (teilweise eingeschränkt) gut zu fahren. Sie stellen aber immer einen Kompromiß dar, der mal mehr in Richtung Tandem und mal mehr in Richtung Solo tendiert. Man ist mit diesen Booten oft schneller als die meisten Verleih-Gurken, die man so auf dem Wasser sieht.

3. Große Canadier als Solo und für die ganze Familie (die bewußte Wollmilchsau)
Eigentlich kann man jedes Boot solo fahren (mehr oder weniger), das hängt neben der Bootsform auch stark vom Paddelstil ab. Wenn Du mit 2+2 Leuten unterwegs bist, brauchst Du schon ein Boot ab 17 Fuß, besser 18 Fuß. Die sind dann schon um die 90cm breit. Diese Boote kannst Du dann solo eigentlich nur noch aufgekanntet fahren und daß geht am besten mit einem mehr oder weniger runden Boden und der richtigen Paddeltechnik (einen Kanu-Kurs kann ich Dir da nur empfehlen, erspart Dir viel Frust).
An dem Tag als ich den Argosy und den Escapade testen konnte, bin ich auch noch diverse Prospector-Varianten von Nova Craft und Wehnonah gefahren. Der Prospector kommt Deinem Wunsch wahrscheinlich am nächsten. Ich war echt überrascht, wie gut sich dieses uralte Design (1910) solo paddeln ließ (auch bei seitlichem Wind).





vauWe Offline



Beiträge: 136

15.06.2007 10:16
#19 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

@Torsten:
Zunächst danke für deine Anregungen. Die Sache mit dem Paddelkurs habe ich - auch und v.a. um mal verschiedene Boote ausprobieren zu können - schon in der Planung. Schlechter Paddeln wird man danach sicherlich auch nicht.
Wie ich bereits oben schrieb, würde das Boot in erster Linie als Solo gefahren. Das i.Ü. in den bei weitem meisten Fällen ohne nennenswertes Gepäck. Als ehemaliger Rennkajaker traue ich mir auch zu, jedenfalls dann, wenn keine Wildwassereinlagen dabei sind, relativ sicher im Boot zu sitzen. D.h. wichtig ist mir beim Solofahren in erster Linie die Geschwindigkeit, die das Boot in der Lage ist zu laufen. Wenn es trotzdem möglich wäre, auch mal zu zweit zu fahren (bzw. ich mit zwei Kindern), wäre das eine super Sache (außerdem kann ich dann meiner Familie die notwendigen Ausgaben leichter vermitteln). Ich habe keinen Zweifel, dass die Prospektoren für Familien- wie auch Solotouren mit mehr oder weniger großem Gepäck sehr gut geeignet sind; allein, dass wird nur selten vorkommen. Ob es aber den richtigen Spaß macht, so ein Boot ein- zweimal die Woche für 'ne Stunde über die Elbe zu jagen, habe ich so meine Zweifel.

Die Frage ist also: Sind die Kompromisslösungen im Solobetrieb so gut, um - ohne allzu große Abstriche machen zu müssen - ein Soloboot zu ersetzen und sind sie als Tandem noch so gut zu gebrauchen, dass es sich lohnt, diese Abstriche zu machen?

Dass ich letztendlich selber fahren muss, um hierzu eine Entscheidung zu treffen, ist mir klar. Vorab einige Einschätzungen von anderen zu bekommen, schadet aber sicherlich nicht.

Danke vauWe


Manfred Offline



Beiträge: 320

15.06.2007 11:55
#20 RE: Vorstellung und Bitte um Beratung Antworten

Hi!

Beim letzten Canadiertreffen sah ich den We-no-nah Encounter (wird der noch gebaut?) mit 2 Sitzen. Dieses Soloboot definiert sich als schneller Expeditionscanadier für viel Gepäck. Ich denke mal das das Boot mit einem Erwachsenen und 2 Kindern nicht überladen sein dürfte und flott ist der Kahn auch noch.
Naja, wird nicht leicht werden für dich, das richtige Boot zu finden.


Manfred


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