Zur Vermeidung weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen werden alle Beiträge und Äußerungen über die Firma Gatz-Kanus, den Namen und deren Produkte nicht mehr geduldet.
Was haben fast alle Autoren der Kanubauliteratur gemeinsam? Sie schwärmen von ihrem Crooked Knife.
Meine ersten Versuche in Europa etwas ähnliches zu kaufen, enden in Schälmesser und Scorp (erstes Bild Links und Mitte).
Nicht ganz verkehrt, aber auch nicht so wirklich das "Universalgenie".
Der Kommentar bei letzten Holzboottreffen von "unserem Wood-Canvas-Kenner":"Das soll ein Crooked Knife sein,"
hat meinen Ehrgeiz geweckt. So habe ich Alles was ich dazu finden konnte gelesen. Aber obwohl fast Alles was mit Eisen in Nordamerika verbreitet ist, seinen Ursprung in Europa hat, kann man hier keine Crooked knifes kaufen.
Ein Hufmesser (erste Bild rechts) entspricht aber der Form, nur der Griff ist noch nicht so ganz das Ware. Ich bestelle also ein zweischneidiges Hufmesser von Mora. Als erstes musste das geschärft werden. Beim Schärfen, macht die Klinge einen sehr guten Eindruck und ich freue mich auf den Rest der Arbeiten.
Das Schärfen der gebogenen Klinge ist nicht ganz einfach, schon weil keiner meiner Standard Formsteine in die enge Biegung passt. Nach einigem Probieren entscheide ich mich für die Methode: passendes Holzstück und Schärfpaste, jetzt muss es ein wenig benutzt werden und dann noch mal geschärft, dann ist es schon richtig gut.
Als Griff soll ein Rehgeweih dienen, das gut in der Hand liegt und mir im Tausch gegen einen knöchernen Eisbären zugelaufen ist.
Mit dem Bandschleifer bringe ich das Geweih in Form, bohre und feile ein Loch und klebe dann mit Epoxi die Klinge ein, fertig ist das Messer (zweites Bild).
Auf dem dritten Bild kann man noch mal die Haltung sehen, da zweischneidig, kann man sowohl schieben als auch ziehen. Die Daumenauflage ist so geformt, das auch die linke Hand, zusätzlich noch Platz findet.
Und jetzt komm mir Keiner und schreibe, dass das ins Messerforum gehört, wenn man die Kanuliteratur liest ist ein Bootsbau ohne Crooked knife "gar nicht" möglich.
Gruß
Andreas
"Doch es ist mit dem Feuer ähnlich wie mit dem Schwimmen, mag kommen was will, man sollte es beherrschen." :Feuer, Andy Müller
@Alle
Das Crooked knife ist ein Arbeits"tier" und deshalb gibt es sicher verschiedene gute Formen.
Die Mora Klinge hat eine angenehme Grundkrümmung auf die ich nicht verzichten möchte.
Auch der beidseitige Anschliff ermöglicht bei schwierigen Hölzern das stetige Arbeiten in Faser Richtung ohne umzugreifen.
Zum Holzboottreffen bringe ich es gern zum testen mit.
Gruß
Andreas
"Doch es ist mit dem Feuer ähnlich wie mit dem Schwimmen, mag kommen was will, man sollte es beherrschen." :Feuer, Andy Müller
>>> der uns ein "Stämmchen" Zeder mitbringt, und wir haben einen weiteren Programmpunkt.
Zeder ist schon ein sehr schönes Holz, allerdings versuche ich zunächst lokal etwas Vergleichbares zu finden.
Das gilt auch für das Messer, für die Klinge sind es dann doch eher 1000km geworden.
Die alternative selber machen, habe ich aber nicht gewählt, weil ich keine Esse und Alles drum herum besitze und weil ich die Klinge für äußerst heikel halte. Bricht die beim Arbeiten, so hat man sich schnell heftige Verletzungen zugezogen.
Die Klinge hat nur 57HRC, (eigentlich fangen Messer bei mir erst ab 60Rockwell an). Die geringe Härte könnte aber mit der erforderlichen Elastizität zu tun haben. (Ohne die Angabe vom Hersteller, hätte ich die Klinge auch für härter gehalten.)
>>> Wie bekommst Du die Oberfläche des Geweihs so blank?
Nassschleifen 240, 400, 800 und dann mein beliebtes Gundelputz (Kann eventuell auf Dauer gelbliche Verfärbungen verursachen.)
>>> benötigt man spezielle Harze zum einkleben der Klinge oder tut es jedes Epoxy?
Weiß nicht, ich hab meist nur eine Sorte Epoxy im Haus, ist sehr sehr dünn flüssig und dringt in feinste Löcher. Die Versorgungskanäle zum Geweih muss man also säuberlich dicht machen.
Alles wird in Frischhaltefolie gepackt, und die Kante in der die Klinge sitzt waagerecht ausgerichtet. Mit Krepp wird dann ein Rand angeklebt und die Fläche befüllt. Die luftigen Strukturen in Geweih und Knochen saugen ordentlich Kleber, in diesem Fall gut 10g. Bevor das Harz die volle Härte hat, schneide ich das überschüssige Harz weg.
Das Bild unten ist vor dem Verkleben.
Gruß
Andreas
"Doch es ist mit dem Feuer ähnlich wie mit dem Schwimmen, mag kommen was will, man sollte es beherrschen." :Feuer, Andy Müller
Stämmchen Zeder lässt sich machen, aber wirklich nur Stämmchen!
Ich habe übrigens auch ein Crooked Knife: Jörg hat es mir vor Jahren mal geschenkt, allerdings muß ich gestehen, dass ich mit Ziehmesser und normalem Arbeitsmesser besser zurecht komme.
Hi, in unseren Gefilden braucht man eigentlich auch kein crooked knife, weil es Möglichkeiten gibt, Werkstücke zur Bearbeitung einzuspannen. Das CN ist die geniale Variante des Ziehmessers aus Europa, für den einhändigen Gebrauch, damit man mit der nun freigewordenen anderen Hand das Werkstück halten kann. Zum Spänemachen (Feuerstarter) in der Wildnis unübertrefflich, und wenn man dort mal eben ein Birchbark bauen muß....
Jörg Wagner
Moin zusammen,
@wenigpaddler : Die berühmte "Zeder" ist botanisch Thuja plicata, der Riesenlebensbaum, wächst auch in Mitteleuropa recht häufig(Klugscheißermodus aus). Schau doch mal durch die Gärten[devil][grin]