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Dieses Thema hat 35 Antworten
und wurde 3.284 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
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lithiumhabib ( gelöscht )
Beiträge:

10.12.2010 16:27
#16 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

hallo Ihr,

wie gehe ich damit um...

Die Faustregel mit den 25 Metern halte ich für Schwachfug. Eigene, bewußt herbeigeführte Erfahrungen und auch die Episode letztens in Feldberg (moose wird mir beipflichten) sagen mir ganz deutlich: das schafft man in kaltem Wasser nicht!

Ich verfüge nicht über Neo und Trocki und werde mir diese Dinge auch nicht anschaffen. Da ich regelmäßig "baden" gehe (ich lieg öfter unvermittelt im Wassser), paddle ich große Gewässer bei kaltem Wasser eben ufernah. Fluss- bzw. Bachtouren würde ich im Winter entweder garnicht machen oder mir einen river aussuchen, in dem ich sofort aufstehen und ans Ufer latschen kann (mir fällt da spontan die Treene im Oberlauf ein).

Wohlgemerkt: ich möchte meine Paddelei so einfach und "original" wie möglich halten. Nen Filzhut und ausreichend warme "outwater" - Klamotten sind mir lieber als die erwähnten neumodischen Hilfen. Wenn´s so kalt ist das eine Kenterung den sicheren Exitus nach sich zöge - dann lass ich mein Boot auf dem Trockenen. Und auch ich frage mich, wie haben die Jungs das früher gemacht, mit einfachen Klamotten...

Grüße aus der oakie-plains-cabin

Stefan

"...Lieber möchte ich wie ein Wolf leiden und wie ein Hund verrecken, als weniger empfindsam zu sein ...Klaus Kinski"

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.432

10.12.2010 16:32
#17 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

Nach meiner Einschätzung passieren mindestens 1/3 aller Kenterungen (Flachwasser) beim Ein- oder Austeigen.
Bei den verbleibenden Badegängen dürfte Hauptursache ein weiterer Klassiker sein: Boot kommt (warum auch immer) in Wackeln, instinktiv greift Paddler zum Süllrand, um sich dort festzuhalten und zieht sich dabei das Boot wie eine Mütze über den Kopf.

Wer die o.g. "Klassiker" für sich weitestgehend ausschließen kann, Wackler des Bootes mit der Hüfte ausgleichen kann und ein bischen Paddelstütze drauf hat, ist auf Flachwasser unter moderaten Bedingungen schon recht sicher unterwegs.

@ Stefan
Früher blieben halt einfach mehr Leute auf der Strecke, da gab es weder Schwimmweste, noch EPP, noch Renten-, kranken- u. Unfallversicherung, ich glaub ein bischen härter im Nehmen waren die Berufspaddler wohl auch ...

lithiumhabib ( gelöscht )
Beiträge:

10.12.2010 16:45
#18 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

ja Frank, sicher blieb damals so mancher Platz am abendlichen Feuer leer. Und "härter" als viele von uns waren die Kerle mit Sicherheit.

Die Hälfte meiner Kenterungen passiert einfach so. Ne schöne Stelle ansehen, träumen und blubb, liegt der Stefan im Wasser, nix mit Süllrand oder so. Die andere Hälfte hat mit Wellen und Wind zu tun, weil ich unvernünftiger Weise gern bei schwerem Wetter unterwegs bin bzw. war - und das auch noch allein in einem Tandem. Nun habe ich ja schon einige Wochen ein Solo, mit dem ich komischerweise noch nicht gekentert bin...

Grüße

Stefan

"...Lieber möchte ich wie ein Wolf leiden und wie ein Hund verrecken, als weniger empfindsam zu sein ...Klaus Kinski"

bjoernen Offline




Beiträge: 417

10.12.2010 16:49
#19 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

Hallo,

Ich denke, dass hier sehr verschiedene Erfahrungshorizonte angesprochen werden. Wer schon öfters in eiskaltem Wasser gebadet hat, wird seine zeitlichen Grenzen einschätzen können, in denen er mental und körperlich einen sicheren Ausstieg schafft. Wer noch nie dieses wundervolle Gefühl der sich auf Brust und Rücken pressenden eiskalten Stahlplatte kennengelernt hat, sollte selbst mit dem modernsten Material ruhig ein paar Schwimmversuche unternehmen. Das kann man dann mal treibend mit wenigen "Steuerschlägen" aus dem Handgelenk machen und auch mal ruhig mit wilden, hektischen Schwimmbewegungen. Eventuell analog zum Rafting im Rahmen einer beaufsichtigen Wassergewöhnung. Wenn man sich sicher ist, das voll im Griff zu haben, sollten die Begleiter mal ein paar wirklich simple Rechenaufgaben stellen. Ihr werdet Euch wundern, wie schlecht Ihr in Mathe sein könnt! Aber achtet darauf, ausreichend Möglichkeiten zum Aufwärmen in der Nähe zu haben. (Heißer) Alkohol ist übrigens genau das Gegenteil. Mehr dazu im nächsten Retten und Bergen Seminar bei Andreas!

Kinder gehören bei den genannten Wassertemperaturen nur dann in das Boot, wenn sie ausreichend erfahren sind. Denn sie müssen sich selbst retten können, weil wir ja nie wissen, ob wir nach einer Kenterung wirklich voll Hilfe leisten können. Übrigens besonders dann nicht, wenn frierend der brühmte "Bummerangflip" probiert wurde und der Süllrand den Erwachsenen KO geschlagen hat. Ich bezweifele, dass ein Kind unter den gegebenen Bedingungen mehr als fünf Meter Strecke bewältigen kann, lehne aber auch jede empirische Ermittlung ab.

Für Klamotten gilt das Gleiche wie an Land. Ein nicht unerheblicher Teil der körperlichen Wärme wird über den Kopf abgegeben. Wer also schon auf Ganzkörperkondom steht, sollte auch den Kopf identisch warm abdecken. Zumindest bei Kindern, deren Kopf im Verhältnis zu unseren erwachsenen Köpfen deutlich größer ist.

Grüße

Björn

... der mit dem Ally tanzt ...
(und ständig an's Essen denkt)

Dull Knife Offline




Beiträge: 754

10.12.2010 19:41
#20 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

Zitat von bjoernen
(Heißer) Alkohol ist übrigens genau das Gegenteil.



Sollte aber für die Retter und Helfer unbedingt zur Verfügung gestellt werden!

Kanuotter Offline




Beiträge: 551

11.12.2010 09:51
#21 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

Bin letztes Frühjar auf dem See vom Kanuclub unfreiwillig ausgestiegen, die Eisdecke war die erste Woche weg. Ging glinpflich aus, weil ich Neo anhatte. Was hat sich seit dem in meiner Wahrnehmung geändert?

25-Meter Regel: ich messe nicht nach, fahre aber seit dem deutlich dichter am Ufer und quere bei kaltem Wetter nicht mehr (die kleine Abkürzung, bei der schon nicht´s passiert).
Ob erfahren oder unerfahren: rein fallen beide. Speziell, wenn man unkonzentriert ist oder eine innere Sicherheit fühlt (bei mir der Haussee, so vertraut, in Harmonie mit mir und der Umgebung...).

Ich übe ab und an den Widereinstieg in´s Boot. 2-3 im Jahr. Als ich rein gefallen bin hab ich aus dem Reflex das falsche memacht. Vorher war das Boot trocken, dannach war es rand voll. Üben hilf, ist aber keine Gewähr (zumindest bei mir). Ich müssten schon diverse Situationen schon einschleifen, um... Aber eigentlich will ich paddeln wegen der Harmonie und nicht mit Trainingsgedanken.

Was waren bisher bei mir und im Freundekreis Ursachen für unfreiwillige Badegänge: überwiegend das falsche gemacht, es aber in der Situation nicht besser gewusst. Das ist ein Fundus von Dämlichkeiten, über die man nachher herrlich lachen kann. Diese Lernen-durch-Schmerz Pädagogik, für die so mancher Mensch empfänglich ist, weil er ein "machen, nicht drüber reden" Typ ist.

Gruß Norbert

Panta Rhei Offline



Beiträge: 75

14.12.2010 23:12
#22 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

Ich seh das wie Frank. Es gibt Temperaturen, wo ich einfach definitiv keine Lust mehr auf Kälteschocks habe. Bin einmal vor vielen Jahren im Januar in der Mitte der Kieler Förde geschwommen (Wellen von Fähre). Muß nicht mehr sein. Winterpaddeln heißt deswegen für mich so zu paddeln, daß man/frau nicht kentert. Und das sollte auf Flachwasser bei entsprechenden Verhältnissen und entsprechender Ausrüstung (passendes Boot, evtl. Ballast, aber kein Neufundländer) zu 101,45% möglich sein. Das heißt aber nicht eine innere Sicherheit zu fühlen, sondern mir der Gefahr absolut bewußt zu sein. Den Reflex im Griff zu haben und mich nicht nach der Kamera beugen, die mir grade ins Wasser gefallen ist etc. Im Grunde unterscheidet sich das aber auch nicht von manchen Seenquerungen im Sommer. Bei 13 Grad können 1000m Schwimmstrecke auch verdammt lang werden ...Und wenn diese Sicherheit nicht zu gewährleisten ist, sollte man nicht paddeln im Winter. Oder halt in Ufernähe in knietiefem Wasser. Kinder können natürlich auch gerne ins Boot, wenn eine Kenterung ausgeschlossen ist. Was gibts schöneres als die Wintermärchendonau bei Minusgraden, zum Beispiel. Naja.
(Übrigens finde ich den Tropos Anzug von Kokatat mit Neopren extrem angenehm zu tragen, kein Rascheln, gute Atmungsfähigkeit, sehr leicht, geht sogar unter die Trekkingkleidung - etwa wenn die Verhältnisse rauher werden, das Boot schneller und kippeliger ist etc. ).

Winterwarme Grüße

T o m m y (ich muß doch noch ein Scheit nachlegen)

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

15.12.2010 08:42
#23 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

@Frank
>>> ... Kompromißlösung zwischen Isolierung beim Schwimmen und guten Tragekomfort ist Aquashell <<<

Sehe ich auch so, allerdings neige ich sehr zum schwitzen, in Fahrt geht das meistens, aber bei den Pausen wird es kalt. Deshalb ziehe ich mich oft vor der Pause um, danach dann retour. Nur eine Jacke drüber ist meist nicht ausreichend.

Wenn Aquashell für mich schon problematisch ist, wie verhält sich denn dann ein Trockenanzug?

Hat vielleicht einer einen Trick auf Lager, Aquashell und ein bestimmtes Unterhemd oder so? In diesen angeblich warmen Plastikunterhemden muß man sich ordentlich bewegen, sonst wird es kalt.

@Panta Rhei
>>>> man/frau nicht kentert. Und das sollte auf Flachwasser bei entsprechenden Verhältnissen...entsprechender Ausrüstung ... zu 101,45% möglich sein. <<<
Nein, - es gibt immer einen Grund doch zu kentern, so dumm kann man garnicht denken, wie es kommen kann.

Edit: Aber ich kann mit einem Restrisiko leben, ich fahr auch schneller als 50km/h Auto, obwohl ich dabei sterben könnte.

Gruß
Andreas

"Doch es ist mit dem Feuer ähnlich wie mit dem Schwimmen, mag kommen was will, man sollte es beherrschen." :Feuer, Andy Müller

Trapper Offline




Beiträge: 1.561

15.12.2010 09:10
#24 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

Zitat
Hat vielleicht einer einen Trick auf Lager, Aquashell und ein bestimmtes Unterhemd oder so? In diesen angeblich warmen Plastikunterhemden muß man sich ordentlich bewegen, sonst wird es kalt.



...schon mal Merinowolle ausprobiert? Ich trage bei "schwitzigen Aktionen" nur noch Merino unten drunter. Weniger feucht und weniger stinkig!

Internette Grüße Thomas

lithiumhabib ( gelöscht )
Beiträge:

15.12.2010 09:29
#25 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

guten Morgen,

Thomas - wo bekomm ich denn das Merino-Zeugs (ich weiß, ich bin faul und sollte selber suchen)?

lieben Gruß

Stefan

"...Lieber möchte ich wie ein Wolf leiden und wie ein Hund verrecken, als weniger empfindsam zu sein ...Klaus Kinski"

Trapper Offline




Beiträge: 1.561

15.12.2010 12:15
#26 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

..Smartwool,Icebreaker,und diverse im Jagdbedarf z.B.
Ich hab was von denen hier: Klick

...ach ja, Feinkost Albrecht hat auch öfter was im Angebot. Soll gar nicht so schlecht sein.

Internette Grüße Thomas

lithiumhabib ( gelöscht )
Beiträge:

15.12.2010 12:19
#27 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

da sag ich danke!

Stefan

"...Lieber möchte ich wie ein Wolf leiden und wie ein Hund verrecken, als weniger empfindsam zu sein ...Klaus Kinski"

Hans-Georg Offline




Beiträge: 656

15.12.2010 12:33
#28 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

Ich auch.
Guter Tip.

Gruß
Hans-Georg

lej ( gelöscht )
Beiträge:

15.12.2010 13:04
#29 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

Moin Tommy,
du hast sicher sicher nicht ganz unrecht, die Förde ist ein ausgezeichnetes Bade- und Paddelgewässer, nur die Schwimmeinlagen im Winter etwas kürzer halten, alles eine Frage des Timing und die Fährpläne sollte man auswendig lernen, damit man/Frau sich rechtzeitig mal umdreht .
Gruß Jürgen

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

15.12.2010 17:04
#30 RE: Weiter als 25m vom Ufer = Tod antworten

@Thomas
>>> ...schon mal Merinowolle ausprobiert? <<<

Werde ich dann mal machen.
Wenn es nur halb so erfolgreich ist wie die schwedischen Armeesocken (auch ein Tipp aus dem Forum), dann ist es besser als gut.
Das mit den Socken ist super, immer warme Füße, aber nie verschwitzt oder müffelig.

Gruß
Andreas

"Doch es ist mit dem Feuer ähnlich wie mit dem Schwimmen, mag kommen was will, man sollte es beherrschen." :Feuer, Andy Müller

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