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Dieses Thema hat 40 Antworten
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 Allgemeines Canadierforum
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Hans-Georg Offline




Beiträge: 656

15.01.2007 09:58
#16 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

Hallo Leute,
ich paddle hauptsächlich im Spreewald, hab aber auch auf allen anderen Gewässern, die mein Boot trägt, schon Ähnliches erlebt : Sonntagspaddler in Rudeln, die ohne Sinn und Verstand und von keiner Sachkenntnis und keinen Skrupeln getrübt mit ihrem "Können" die Uferzonen zerrammeln , sich selbst, andere Paddler und die natürliche Umwelt massiv gefärden sowie mit den geliehenen Booten auf eine Art umgehen, die einfach nur weh tut. Da Kajak -und Kanadierfahren eine Massenbewegung geworden sind, plädiere ich schon für "Einsteigerkurse". Schließlich macht auch jedes Kind den Fahrradpass. Für Leute , die Spaß am Paddeln haben , halte ich es für selbstverständlich, dass sie so viel Verantwortungsbewußtsein haben, sich in irgend einer Weise soweit auszubilden, dass sie andere und die Umwelt durch ihr Tun nicht vorsätzlich fahrlässig gefährden. Wir, die wir alle etwas Können vorzuweisen haben, vergessen leicht, dass wir nur ein geringer Teil des Ganzen sind, aber am meisten betroffen von den Einschränkungen, die wegen dem Nichtkönnen der Anderen auch uns auferlegt werden.
Also: Nicht nur der Ästhetik wegen: Für Kurse !

"Kanuballet- und Kanubaumeister" Hans-Georg

Andi Offline



Beiträge: 45

15.01.2007 11:55
#17 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

Hallo,

ich möchte ein Angebot für solche Kurse. Ich habe schon welche besucht und ich will weiter die Wahl haben, ob ich wieder mache.

Zum Thema Kurse für "natürliche" Tätigkeiten: Es hat doch sicher noch niemand ernsthaft in Frage gestellt, dass es einen Markt für Kurse zum Joggen, Wandern, Schwimmen, Kochen, sogar zum schlafen, etc. gibt (wer es nicht glaubt soll aml die örtlichen VHS-Verzeichnisse, die Werbeblättchen seiner Krankenkasse oder die Angebote der lokalen Vereine aufschlagen). Damit erübrigt sich eine frage nch der "Sinnhaftigkeit" von Kursen zum Paddeln da die meisten die genanten Tätgikeitn wohl häufiger ausüben (auch wenn man es sich anders wünschen möge). Wo jemand etwas lernen möchte und dafür zahlen will/kann bildet sich früher oder später i.d.R. ein Angebot.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen, dass eine gute Grundausbildung mir noch bei jeder Tätigkeit/Hobby das ich neu angefangen habe geholfen hat und dass ich mir die absolvierten Kanadierkurse (in meinem Fall canadierkurs.de) viel gebracht haben.

Der emotionale Aufhänger für die erregte Diskussionen zum Thema scheint doch mehr die Verknüpfung von (kostenpflichtigen) Kursen mit verpflichtenden Führerscheinen, (ebenfalls kostenpflichtigen) Vereins-/Verbandsmitgliedschaften und ggf. Sanktionen (z.B. bei Befahrungsregeln) zu sein.

Hier sendet aber gerade der Staat äußerst wiedersprüchliche Signale (z.B. die Befreiung von Hausbooten von der Führerscheinpflicht mit der Begründung Tourismusförderung auf einigen Gewässern in Mecklenburg und gleichzeitig die deutliche Verschärfung z.B. beim Segeln, wo man sogar verpflichtende Scheine seit über einem Jahr nicht erwerben kann weil der Staat die Regeln hierfür nicht endgültig verabschiedet oder eben die möglichen Auswirkungen des Paddelpasses. In Summe schüren diese Signale durch ihre subjektiv als ungerecht empfundenen Wilkühr den Unmut, der interesseirten. Von Absurditäten wie gegen Gebühr erlassbare Führerscheine (z.B. Bodenseeschifferpatent) deren Notwendigkeit mit "Sicherheitsaspekten" begründet wird mal gar nicht zu reden. Die jeweiligen Lobbyisten (z.B. DSV, DKV, ...) die sowohl eine Meinungsvertretung aller (auch nicht organiserter) Ausübenden des jeweiligen Sports beanspruchen aber gleichzeitig wirtschaftliche Profiteure der jeweiligen Führerscheinregelungen sind oder ihren Mitgliedern Vorteile auf Kosten anderer verschaffen (Befahrensregelungen) und die unendlich vielen beteiligten Behörden mit ihrer undurchsichtigen Motivationslage, helfen der Diskussion dabei kaum.

Unterstellen wir einmal dass das der Staat als Ziel haben sollte seine Bürger vor Gefahren zu schützen und wertvolle Naturressourcen zu bewahren und allen zur Verfügung zu stellen, dann stellt sich zu Recht die Frage, ob ein Führerschein die einzige Möglichkeit ist diese Ziele zu erreichen. Meiner Meinung nach ist es zwar sicher nicht der einzige, aber einer, der aus staatlicher Sicht recht simpel geregelt und überwacht werden kann. Aus diesem Grund wird er vermutlich immer wieder beschritten, denn kaum ein Dorfpolizist wird jemals eine gute von einer schlechten Einfahrt in ein Kehrwasser unterscheiden wollen, aber die Frage ob man einen Führerschein dabei hat können auch die vom Paddeln ahnungslosen prüfen.

Persönlichem Fehlverhalten Einzelner (Müll, Umweltschädigendes Verhalten im allgemeinen, oder die Beanspruchung von öffentlich finanzierten Rettungsdiensten aus Leichtsinn) scheint erfahrungsgemäß nur durch eine Kombination aus Sanktionen und Aufklärung beizukommen zu sein. Aufklärung können u.a. Kurse oder Vereine bieten, das ist aber mit Sicherheit nicht der einzige Weg (ich glaube in so einem Forum trägt man da Eulen nach Athen). In jedem Bereich wo es verpflichtende Führerscheine gibt bildet sich anscheinend auch immer ein Angebot für Leute, die den geringstmöglichen Aufwand suchen und z.B. durch "prüfungsorientiert" lernen oder ausnutzen von Lücken (leichtere Führerscheine im Ausland ...) den Sinn jeder Regelung unterlaufen. Die Klientel, die hingegen ernsthaft an der Verbesserung Ihrer Fertigkeiten durch organisierte Ausbildung interessiert ist, war auch in allen anderen Themen (nicht nur beim Paddeln) stets bereit ein (rein subjektiv) gesundes Maß an Kursen zu besuchen und damit auch die Anbieter zu ernähren.

Bleibt letzlich aufgrund der Wahrscheinlichkeit, dass Führerscheine (weil so einfach zu beschließen und zu überprüfen) wohl irgendwann verbindlich werden, nur die Möglichkeit entweder für absolute Regelfreiheit zu plädieren (schön aber unrealistisch) oder an der Gestaltung zu einem subjetiv "vernünftigen" Ergebnis mitzuwirken. Im Zweifel ist mir hier eine einheitliche europäische Lösung sympatischer als mich auch noch mit den Besonderheiten der jeweiligen Anerkennung im anderen Land auseinader zu setzen oder gar Opfer kreativer örtlicher Gebührenerhebung zu werden.

Eine solche Mitwirkung scheint für Unorganisierte Einzelpaddler oder solche, die sich in den meinungsführenden Verbänden nicht ausreichend vertreten sehen, leider kaum möglich. Wünschenswert wäre sicherlich eine Regelung die die inhaltlichen Ziele und nicht den Ausbildungsweg festschreibt und eine Sanktionen (z.B. Kontingentierungen) die an objektive Tatbestände oder Merkmale gebunden sind und nicht an die Zugehörigkeit zu einer Lobby (ich sag nur DKV bezogene Regelungen ...). hierfür wäre es aber auch nötig die Regelungen soweit möglich zu vereinheitlichen und den vollständigen Zugang zu allen relevanten Informationen (Befahrensregelungen, Pegel) für alle leicht möglich zu machen. Machmal hab ich das Gefühl, dass das Auffinden der Informationsquellen und damit die Möglichkeit sich "richtig" zu verhalten eher von der Fähigkeit zu googeln abhängt, was im Zweifelsfall ja nicht da Ziel sein kann.


Gruß

Andi

Mani Offline



Beiträge: 38

15.01.2007 12:41
#18 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

Hallo,
ich möchte gerne noch mal zur Eingangsfrage von Raphael Stellung nehmen :
Natürlich gibt es in Mitteleuropa und vor allem in Deutschland einen signifikanten Markt für Canadier. Es liegt meiner Meinung nach nur am Angebot und an der Qualität der Dienstleistung. Ich selber betreibe seit über 20 Jahren eine Tennisschule und sehe da durchaus Parallelen. Wenn der Kanuunternehmer am Vorhandensein eines Marktes zweifelt, dann muss er sich um " einen Markt " bemühen oder einen schaffen.
Es gibt genügend Stechpaddler, die bei guten Angeboten immer bereit sind, an einem Kurs oder einer Weiterbildung teilzunehmen. Und ich bin sicher, daß die hochqualifizierten Kanulehrer, die momentan Kurse anbieten und sich um den Kunden bemühen, eine gute Auslastung haben.
Welche Art von Kursen braucht der Paddler ? Jede Art ! Man braucht doch nur ansehen, wie groß die Nachfrage nach z.B. dem Kringelfieber ist - wenn das kein Markt für einen Kanuprofi ist .
Die Kosten hängen absolut vom Können und der Qualität des Kanulehrers oder der Schule ab, das regelt auch wieder der Markt.
Und zum Schluß - den "Canadier-Elfenbeinturm" finde ich klasse !
Gruß
Mani

Bonzo Offline



Beiträge: 6

15.01.2007 17:00
#19 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

Servus zusammen,

ja - ich brauche (einen) Kurs(e) !!!

Als Newbie darf ich euch kurz erklären, wie ich zu der Erkenntnis kam:

Bin in 2006 völlig unerwartet an ein Grabner Outside gekommen (Garagenfund ... unglaublich, aber wahr!)
Nachdem ich die ältere "Gurke" wieder flott gekriegt habe, bin ich mit Freunden kleinere Bäche und Flüsse in der näheren Umgebung gefahren.
Das waren echte Abenteuer vor der Haustür, kräftezehrend und vom fahrerischen her anfangs eine ziemliche Katastrophe.

Trotz aller Schwierigkeiten haben mich und einige Freunde das Erlebnis und der Spaß am Kanufahren begeistert.
Und so entstand aus "learning by doing" und der "Paddel-Fibel" ein Fahrkönnen das für die erste Saison - auf eher einfachem Gewässer - ausreichend war.

Dank Foren wie diesem klickt man sich dann von link zu link, liest etwas über herausragende Flüsse, Ausrüstung, e.t.c. ... und kommt zu der Erkenntnis
--> das will ich auch mal fahren.

Und so ist es das geweckte Interesse, die Beschäftigung mit dem Thema und die Suche nach fahrerischen Highlights, die mich überzeugt haben,
dass für die geplanten Trips ein vorheriger Kurs notwendig ist.
Vielleicht waren es auch die angepriesenen WW-Fähigkeiten des Outside - es soll jedenfallls bald auf leichteres Wildwasser gehen.
Das mein "Können" dafür nicht wirklich ausreicht haben mir Berichte, Fotos und Videos aus dem Internet gezeigt.
Hinzu kommt, dass ich trotz guter Ausrüstung für meine Freunde und mich keine vermeidbaren Risiken eingehen will.

Noch weiss ich nicht wo und wann ich welchen Kurs besuchen werde, ich kann dann aber gerne über meinen Lernerfolg berichten.

Grüße aus dem Süden

Bonzo

Silke Reitner Offline



Beiträge: 117

15.01.2007 20:05
#20 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

zu Mani:
Es gab zwar eine Menge Rückmeldugen zum Kringelfieber, aber:
ich würde eher sagen, dass Veranstaltungen wie das Kringelfieber eine Möglichkeit sind, sich intensiver mit einer von vielen Formen des Paddelns zu bekannt zu machen. Die Veranstaltung ist, dafür, dass Paddler aus ganz Deutschland, Holland, der Schweiz und Österreich kommen, zíemlich klein. Trotzdem hat sie - sicher auch durch die DVD - dazu beigetragen, das Kringeln bekannter zu machen (wozu wirklich nicht viel gehört) und bietet einen Treffpunkt für die wenigen, die sich intensiver damit befassen. Ob das aber wirklich ein riesengroßer Markt für Paddelprofis (wer wäre das denn?) ist, weiß ich nicht...
Gruß Silke


Andi Offline



Beiträge: 45

15.01.2007 21:31
#21 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

Hallo nochmal,

alleine die tatsache dass es über ein Forum wie dieses und Ohne Leitartikel im Kanumagazin möglich ist so was wie das Kringelfieber zu organisieren zeigt doch dass dafür ein "Markt" besteht. Ich hab es mir jedenfalls fest vorgenommen n. Jahr dabei zu sein (diesmal wirds wohl nicht klappen).

Gruß

Andi

P.S. Je vielfältiger die Angebote, je mehr davon werden wir im Lauf der Zeit wahrnehmen. Auch in anderen Sportarten gibts abseits von "Pflichtkursen" Platz für die exotischten Angebote.

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.432

16.01.2007 07:48
#22 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten
Gestern war ganz treffend der Ist-Zustand im TV zu sehen:

Andreas Kieling ist im Yukon unterwegs. Er selbst bezeichnet sich als erfahrenen Paddler. Er paddelt mit seinem Sohn zwischen Eisschollen umher und trägt dabei keine Schwimmweste. Er ist nicht mal in der Lage, sein Boot geradeaus zu paddeln. Seitenwechsel nach drei Paddelschlägen, zwischendurch immer wieder mal ein Deppenschlag .... Am Paddel-Kilometern und Wildnistrips ist er zweifellos sehr erfahren, im Boot kennt er aber simpelste Dinge nicht.
Auch er gehört ganz sicher zu denen, die einfach nicht wissen, daß es überhaupt so etwas wie Paddeltechnik gibt.

Frank

Raff Offline




Beiträge: 314

16.01.2007 09:48
#23 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

Hallo Paddler,

vielen Dank für die vielen Antworten bzw. Meinungen.

Horden von Verleihpaddler die (Zitat) "ohne Sinn und Verstand" auf den Flüssen unterwegs sind und auch das Verhalten von Andreas Kieling sind Teil der deutschen Paddel-Realität. Und meines Erachtens nach ein sehr beachtlicher Teil der Realität.

Diese Feststellung und die Tatsache, dass die Nachfrage nach Paddelkursen stagniert (im Gegensatz zu Nachfragen nach Verleihbooten und touristischen Porogrammen) hat mich zu den o.g. Fragen veranlasst. Fragen, wohlgemerkt, nicht Feststellungen!!

@Mani: Die Paralelle zu Tenniskursen ist sicher da, allerdings hat der Tennisschulmarkt doch einige Vorteile gegenüber dem Kanukursmarkt. Er hat meines Erachtens deutlich mehr Volumen, einen direkteren Bezug zum Wettkampfsport (Medenspiele etc...) und es ist in der interessierten Bevölkerung völlig klar, wer Tennis spielen will, muss es lernen. Deshalb schickt man den Nachwuchs auch direkt in den Kurs.

An dieser Stelle wäre dann auch noch folgende Frage stellen: Wie bekommen wir den Nachwuchs ins Boot? Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Ich kenne viele Jugendliche (incl. mein eigener 12jähriger Sohn, der mit dem Stechpaddel aufgewachsen ist) die es massiv cooler finden Kajak zu fahren und dies auch tun.

Dies in Kürze, die Pflicht ruft diese Woche sehr :-))

Raphael

Mani Offline



Beiträge: 38

16.01.2007 13:23
#24 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

@Raphael,
natürlich kann man den Tennismarkt nicht mit der Kanubranche vergleichen. Das, was du geschrieben hast, stimmt in allen Punkten. Mit Parallelen meine ich, daß auch bei uns in der Tennisbranche die Kunden leider nicht mehr von alleine kommen. Das Standard - Angebot der letzten Jahre reicht nicht mehr aus, neue Kunden müssen angesprochen , neue "Märkte" geschaffen werden.
Ich bin nach wie vor der Meinung, daß ein sog. "Markt" auch bei Canadierfahrern vorhanden ist, das bestätigt deine Aussage, daß offenbar die Nachfrage nach Verleihbooten und touristischen Programmen steigt. Daß das arbeiten und wirtschaften in der Kanubranche verdammt schwer ist, das sehe ich natürlich ein.
Auf diesem Weg wünsche ich allen Anbietern rund um den Canadier gute Geschäfte für 2007 !
Mani

trullox Offline



Beiträge: 616

16.01.2007 15:17
#25 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

dieser Andreas Kieling ist zweifellos ein hervorragender Fotograf und Filmer. im übrigen sieht und hört man in seinem Opus viel eitle Selbstdarstellung und recht oberflächliche Kommentare. Daß er nicht paddeln kann,sieht man deutlich. Und 3000km mal mit mal ohne Boot, mal zu Fuß oder mit Skiern unterwegs. Ein Wunder, wie er all die Ausrüstungsgegenstände, Boot,Paddel, Zelt, große und kleine Kameras, Stative et.cet. in seinem kleinen Rucksack oder auf dem Schlitten unterbringt, von ständig wechselnder Kleidung und Nahrungsmitteln für viele Wochen ganz zu schweigen.
Wenn er filmt, oder wenigstens so tut als ob, hat ihn ja wohl noch jemand anders gefilmt. Wer? Ein Bär? ein halbtoter Lachs? Oder der Pilot des Hubschraubers?
All das Wegschwindeln ist etwas ärgerlich, doch ist der Film trotz alledem wegen der grandiosen Tier- und Landschaftsaufnahmen sehr sehenswert, und ich werde mir die nächste Folge bestimmt ansehen.
Gruß!
Trullox

blendmystrokes Offline



Beiträge: 27

19.01.2007 18:01
#26 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

second that, Dirk. But I will continue in German (as this site is a .de)

Klar kann man ohne Kurs lernen. Durch ausprobieren, abgucken, lesen, videos,...
Aber: es dauert sehr viel laenger als wenn man ein paar Stunden mit einem guten Instructor verbringt.
Man hat viel frueher mehr Spass und die Chancen, dass man dabei bleibt sind wesentlich groesser.
Als ich anfing, canoes zu verkaufen habe ich kostenlose Kurse mit den Booten angeboten. Die meisten Kunden nutzten dieses Angebot nicht-aus den von Dirk erwaehnten Gruenden. Spaeter bin ich dazu uebergegangen, mit jedem neuen Boot eine gefuehrte Tour anzubieten. Das wurde sehr viel besser angenommen. Auch wenn die Einstellung der Kunden am Anfang der Tour meist die gleiche war (sh.Oben): spatestens waehrend der ersten Pause hagelte es Fragen.......
Ob ein Instructor ein guter ist kann man nicht daran sehen, was er kann oder welche Zertifikation er hat. Man kann es daran ablesen, was seine Schueler nach ein paar Stunden koennen (oder nicht koennen) und wieviel er von seinen Schuelern bereit ist zu lernen.


Peter

...at the foot of any rapid, it's far better to be sorry one did not run the rapid than to be sorry one did.....

oder auf deutsch, sehr frei uebersetzt: '...lieber 5 Sekunden feige als ein Leben lang tot...'

Horst Offline




Beiträge: 252

20.01.2007 17:18
#27 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

Zitat: "Ob ein Instructor ein guter ist kann man nicht daran sehen, was er kann oder welche Zertifikation er hat. Man kann es daran ablesen, was seine Schueler nach ein paar Stunden koennen (oder nicht koennen) und wieviel er von seinen Schuelern bereit ist zu lernen."

Hallo Peter,
als Schüler kann ich es nicht ablesen. Denn in der Regel probiere ich ja keine verschiedene Lehrer durch und kann nicht beurteilen ob es an meiner oder der Unfähigkeit des Lehrers liegt wenn der Erfolg ausbleibt. Und ein Lehrer der "von seinen Schülern lernt" verunsichert oft eher. Da hilft es mir bei der Auswahl schon wenn es sein Handwerk nachweisbar gelernt hat. Noch besser ist zusätzlich natürlich ein "Guter Ruf" - den ich aber als Anfänger kaum vernehmen kann wenn mir das paddelsportliche Umfeld bislang nicht vertraut ist.

Horst

raftinthomas Offline




Beiträge: 555

20.01.2007 17:32
#28 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

tja horst,

dann bist du dem zufall hoffnungslos ausgeliefert.
als selbstständiger handwerksmeister kann ich dir sagen, der titel allein heist gar nix. da gibts solche flachpfeifen drunter, das glaubt man nicht.
und im kanu/kajaklehrerbereich wird das ähnlich sein. insofern denk ich, man sollte sich vorher informieren, zb in ein solchen forum.
ein lehrer sollte immer auch von seinen schülern lernen, ansonsten kannst du dir ein video zu hause angucken.

ich geh mir jetzt noch ein paar zertifikate selbst gegründeter verbände drucken....

thomas klinkenberg
raftguide und instructor
kanulehrer nach RANCOS
rollentrainer CDE
vereidigter stechpaddelschwinger
toilettentieftaucher im DTTV
grüsse vom westzipfel, thomas

Wagner Jörg Offline



Beiträge: 57

20.01.2007 19:00
#29 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

Hallo Thomas,
als jemand, der in der deutschen Handwerksorganisation (Handwerkskammer) gelernt und gearbeitet hat, fühle ich mich bemüßigt, Deine Ausführungen doch etwas zu relativieren und in Beziehung zu unserem thread zu setzen: ein deutscher Handwerksmeistertitel ist immer noch ein hochwertiger Nachweis von Fachkunde, Lehrbefähigung und von betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Diesen Mix von Eigenschaften kann man europaweit nicht als Standard voraussetzen.
Die Meisterprüfung bestätigt die Voraussetzungen für eine qualifizierte Berufsausübung und ist z.B. Voraussaetzung für den erwerb gewisser Lizensierungen, z.B. bei den Versorgungsbetrieben (Gas,Wasser,Strom).
Daß es in der Praxis schwarze Schafe gibt, liegt in der Natur der Sache, aber das Prinzip der Meisterlehre setzt einen VERGLEICHBAR guten Standard. Ähnlich sollte es sich auch in unserem Bereich verhalten (incl. der Schattenseiten, versteht sich).
Obwohl mich bisher noch niemand nach meinen Zertifikaten gefragt hat, bin ich doch überzeugt, daß die von mir erworbenen Befähigungsnachweise nicht nur gut auf dem Papier sind. Ein Zertifikat belegt, wenn es von einer vernünftigen Organisation ausgestellt wurde, die Kenntnis von einem systematisch und multipel zusammengetragenen "body of knowledge" und einer praktischen und pädagogischen Befähigung. Es gibt genug Leute, die mit "Selbstgestricktem" unterwegs sind und die gar nicht wissen, wie es sich anfühlt, auf den breiten Schultern einer kompetenten Organisation oder guter Instruktoren stehen.
Jörg Wagner
ACA & CRCA-zertifizierter Instructor

raftinthomas Offline




Beiträge: 555

20.01.2007 21:08
#30 RE: Wer benötigt eigentlich Canadier-Kurse???? antworten

hallo jörg,

ich wollte niemandem auf die füsse treten.
auch war es sicher nicht völlig klug, meinen ärger auf die meiner meinung nach sehr schlechte meisterausbildung hier in direkten vergleich zu setzten (wir können aber gern darüber in einem OT-thread diskutieren).
allein: papier ist geduldig, und ich bin eher anhänger des persönlichen eindrucks bzw guter referenzen. das ist für mich mehr wert als ein fetzen papier, von dem ich nicht weiss, unter welchen umständen der besitzer zu ihm gekommen ist.
du schreibst ja auch selber, dass eine solche prüfung von einer "vernünftigen organisation" ausgestellt sein müsse. der unvorbereitete einsteiger wird aber kaum beurteilen können, ob es sich um eine solche handelt.
ein meistertitel macht noch keinen guten ausbilder, ein führerschein keinen guten autofahrer, eine kanulehrerprüfung keinen guten kanulehrer, so schlicht ist's halt. wobei ich dir natürlich zustimme, dass soetwas mindeststandarts setzt (ich möchte auch nicht für die aufhebung der führerscheinpflicht eintreten). aber ich erwarte halt mehr als einen tief angesetzten mindeststandart.

grüsse vom westzipfel, thomas

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