Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Zur Vermeidung weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen werden alle Beiträge und Äußerungen über die Firma Gatz-Kanus, den Namen und deren Produkte nicht mehr geduldet.
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 40 Antworten
und wurde 3.715 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
Seiten 1 | 2 | 3
Loisachqueen Offline



Beiträge: 162

05.11.2010 22:47
#31 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

@lej: Interessanter Gedanken...

Stimmt schon irgendwie, im Volksmund wird streng unterschieden, Wildwassercanadier und Wandercanadier. Wenn man mit einem über 5 m langen Boot dann ins WW 2 solo einsteigt, wird man angeschaut wie ein Alien. Ist bei uns im Verein aber eigentlich schon ein bisschen Alltag. Mein Vater fährt seinen "Wandercanadier" (5,27 m lang, von der Firma, die hier nicht genannt werden darf) eigentlich ausschließlich im Wildwasser solo. Nachdem die Kids erwachsen geworden sind, fährt er ihn halt alleine und einen "alten" Baum verpflanzt man nicht bzw nur sehr schlecht. Und nachdem er an dem Boot hängt, geht der dann doch immer mit. Bis WW3. Um das Boot dann aber noch sauber zu fahren, verteilt er sein Gepäck so das das Boot dementsprechen gut läuft. Das wie er fährt hat er sich in Eigenarbeit angeeignet, das kann dir niemand so wirklich beibringen. Schwer nach dem Motto, "wer fährt schon mit so einem Boot Wildwasser", aber es geht. Ach ja auf richtigen Wanderfahrten sind wir garnicht mehr. Bei uns beginnen Touren eigentlich meistens erst im WW1-Bereich (liegt ein bisschen auch an der geographischen Lage).
Unsere jüngste Feststellung: Das das Schifferl auch als WW-Tandem nicht schlecht läuft, dafür muss man allerdings die vordere und hintere Bank verlassen und auf den mitteleren Beiden Platz nehmen.

Wenn man sich jetzt allerding die Bücher/Videos von Bill Masson zu Gemüte führt, lernt man ziemlich viel zum Thema lange Boote im Wildwasser, nicht umsonst fährt er meist einen Prospector 16 und das ist nicht mehr wirklich kurz. Man beachte da zB auch drauf, wie wenig Wasser er dann immer nach so einem Schwall im Boot hat, ganz ohne Luftsäcke oder Persening.
Müsste ich eigentlich mal wieder anschauen ...

Loisachqueen, die auch im Winter noch paddeln geht

Amateur Offline




Beiträge: 500

06.11.2010 09:07
#32 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

Sich solo mit einem "über fünf Meter langen" Boot ins Wildwasser zu wagen scheint mir schon eher ein Verzweiflungsakt zu sein. Die Engländer haben in ihrer Tourenberichtsparte jedoch immer wieder nette Berichte (z.B. den hier), die diverse 16'-Boote mit Wildwasserausrüstung auf steinigen Flüssen zeigen. Das macht sicher auch Spaß. Selbst wenn man mal unabsichtlich rückwärts fährt...

Axel

P A D D E L B L O G

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.916

06.11.2010 09:26
#33 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

..und genau diese Vielseitigkeit macht einen Teil der Faszination des OC aus! Das Bild ist ein ideales Beispiel: hier macht die Seilfähre rückwärts Sinn: Zeit gewinnen, Überblick bekommen, sich für die nächste Durchfahrt positionieren. Ich kenne einige Leute in meinem Umfeld, die genau so untergegs sind. Bis WW2 - lustig und fast streßfrei.
LG

Wolfgang Hölbling

singletrailz Offline




Beiträge: 369

06.11.2010 11:29
#34 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

absolut!
hier macht auch massives heckhebeln sinn, geht ja nicht anders

--------------------
one

lej ( gelöscht )
Beiträge:

06.11.2010 12:55
#35 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

@loisachqueen
Das bewährte Schlachtschiff aus PE des nicht genannten Herstellers, war 10Jahre lang über mehrere Wochen im Jahr auf verschiedenen Flüssen in Skandinavien mein Zuhause und hat mich zwangsweise aus Gewichtsgründen dazu gebracht, geringes WW möglichst zu paddeln.
Proviant für mehrere Wochen, für mehr als ein Dutzend Menschen im Canadier schränkt da zusätzlich ein und verleiht eine Hammerdynamik nach dem Motto, Masse mal Geschwindigkeit.
Viele Kehrwasserversuche sind da Solo gefahren mit 400kg+ von vorneherein sinnlos. So wie Wolfgang schreibt, Zeit zum Peilen gewinnen durch Seilfähre und dann entschlossen durch. Strömung von irgendeiner Seite jucken den Canadier dann kaum, schlechte Peilung geht dann aber auch voll in die Hose. Verzweiflungsakte kann man ausschließen, durch rechtzeitiges Umtragen.
Das Dilemma liegt für mich in den 2 recht Unterschiedlichen Zielen, wobei es für WW-Fahrer, die speziell WW fahren wollen einfach ist, sich gut schulen zu lassen. Wanderfahrer mit ganz anderen physikalisch bedingten Eckdaten, wie z.Bsp. Gewicht ,Länge, Situationsroutine finden keinen speziell auf sie zugeschnittenen Kurs.

Was Norbert somit zusätzlich schwer fallen könnte, ist vielleicht die Umstellung von beladenem Reisedampfer auf mit Luft beladenes Fliegengewicht, denn er fährt Beides, wenn ich das richtig verstanden habe.
Gruß Jürgen

PS. Für mich ist Bill Mason zum Lernen optimal, wichtiger noch ist er zum Ruhig stellen von Lej, damit ich hier schreiben kann.

Loisachqueen Offline



Beiträge: 162

06.11.2010 16:05
#36 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

@Axel: Die Armada nächstes Jahr ist schon geplannt mit "über fünf Meter", leider ist mein Dad bei bestimmten Flüssen ziemlich beratungsresitent und seinen "kleinen" zu nehmen. Teil ist es einfach Unsicherheit, obwohl er es eigentlich drauf hätte ... Glück für mich, dann darf ich den "kleinen" fahren.
Wildalpen kann kommen ...

Sowas wie auf dem Bild will auch mal machen. Richtig Canadierwildwasserwandern, ganz im Still von Bill Masson Nur gibt's da in Deutschland nicht wirklich tolle Touren für. Und im Ausland gute Boote mieten ist so einen Sache ... zusätzlich bräuchte man das für eine kleine feine Truppe von gleich gesinnten ...

Loisachqueen, die dieses Wochenende auf's Paddeln verzichten muss, weil der Kanal lehr ist

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.432

06.11.2010 16:07
#37 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

Das Dilemma liegt für mich in den 2 recht Unterschiedlichen Zielen, wobei es für WW-Fahrer, die speziell WW fahren wollen einfach ist, sich gut schulen zu lassen. Wanderfahrer mit ganz anderen physikalisch bedingten Eckdaten, wie z.Bsp. Gewicht ,Länge, Situationsroutine finden keinen speziell auf sie zugeschnittenen Kurs.

In einem Kurs geht es in erster Linie darum, die Prinzipien zu verstehen, den Fluss lesen zu lernen, die Techniken wie Kehrwasser Ein- u. Ausfahrten, Seilfähren usw. zu erlernen. Das geht in einem leichten handlichen Boot eben viel besser, als in einem mit Biberfellen und Rumbuddels beladenen 17Füßer.

Unterschiedliche Ziele erkenne ich vielleicht in einem Playboater, der eben auf dem Fluss spielt und Spaß hat und einem Tourenpaddler im beladenen Boot, der unterwegs ist. Klar ist das Einfahren in ein Kehrwasser im beladenen Tourenboot viel schwerer, besonders wenn es eng ist ... aber die Prinzipien sind die gleichen.

Kanuotter Offline




Beiträge: 551

06.11.2010 17:58
#38 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

Hallo,

ich weiß nicht ob es ein Dilemma ist Wildwasser und Wanderfahren "gleichzeitig" zu machen. Die Schwierigkeit besteht doch viel mehr darin, als Gelegenheitspaddler das notwendige Können für WW zu entwickeln. Im Wildwasser muss, trotz guter Besichtigung, vieles aus dem Reflex heraus entschieden werden. Bis das sitzt und die notwendige Erfahrung zur Wahl der richtigen Anfahrstrategie entwickelt ist braucht es Übung. Ein bischen eine Frage vom richtigen Material. Entscheidend ist aber das Können.

Mein Dilemma ist daher, die notwendige Zeit zu finden. Denn vor der Haustür gibt es nichts. Und selbst bei einer Anfahrt von 1-2 h gibt nur Pforzheim/Enz. Die ist aber über´s Jahr sehr launisch. Ohne Übung kein Können. Ohne Können ein deutlich erhöhtes Risiko von, sagen wir mal, Verzeiflungstaten. Schaden für Mensch und Material möglich. Den Anspruch, alle 3 Boote vergleichbar gut zu beherrschen, kann ich da knicken. Das kommt vielleicht über die Zeit oder gar nicht - mal abwarten. Vielleicht zieht eines der Kinder und die Familie beschließt Wildwasser-Urlaube zu machen. Das wäre ein Ausblick. Ansonsten bleibt mit Geduld abwarten, dass es sich langsam entwickelt. Im Zweifel bleibt umtragen oder einen anderen Fluss paddeln.

Mein Anspruch ist es, auch als Tourenpaddler eine etwas heftigere Durchfahrt (WW2) fahren zu können. Gründe, wie sie Ley beschreiben hat: Portagen mit viel Gepäck vermeiden. Speziell ein Thema für Familienväter. Es gibt auch Situationen, wo man einen Fluss das erste mal fährt und an einem Wehr feststellt: Umtragen geht hier nicht wirklich. Ich hatte letzten November an der Nahe so eine Situation am Stadtwehr von Kirn. Aussteigen ging praktisch nicht, wegen fehlendem Wiedereinstieg bei Ufermauern und Büschen. Da wäre nur zurück paddeln und abbrechen die Alternative gewesen (3km Fußmarsch bis zum nächsten Bahnhof). Der DKV-Führer ist da nicht mehr aktuell oder von einem Kajaker geschrieben. Und dann macht es einfach Spaß, wenn man das ab und an fahren kann. Das Salz in der Suppe. Nicht immer, aber ein bischen doch gerne.

Gruß
Norbert

martinaundflorian Offline



Beiträge: 490

06.11.2010 18:38
#39 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

Hallo zusammen,

ich hoffe ich werde nicht gesteinigt aber:
Ein richtig gewählter Kurs bei einem guten Instructor bringt hier eine Menge. Sich kurzfristig, sagen wir mal eine Woche oder zumindest ein verlängertes Wochenende, sehr intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen bringt mehr als einige Jahre gelegentlich an so etwas hin zu üben. Und das spart dann Zeit, und zwar eine ganze Menge. Ich sage das aus eigener Erfahrung und ich kenne von einem Bekannten folgenden Ausspruch:
"Ich habe in diesem Kurs mehr gelernt als in den über 10 Jahren die ich im Kanu unterwegs bin, das hätte ich schon früher machen sollen". Und dieser Spruch kommt von einem der nicht nur 10 Tage im Jahr im Boot sitzt.
In einem guten Kurs bekommt man die Evolution des Paddelns verschiedener Bevölkerungsgruppen der letzten paar hundert Jahre komprimiert verabreicht. Während dieser ganzen Zeit hat sich das Paddeln weiterentwickelt, man kann gar nicht alt genug werden um sich das selbst zu erarbeiten. Es sich anzulesen hilft hier zwar auch schon enorm, das will ich niemandem absprechen, aber auch hier dauert es deutlich länger als es erklärt, analysiert und vor allem verbesert zu bekommen. Dieses Feedback fehlt ohne Kurs. Wir haben so etwas erst wieder gemacht. Auf kontinuierlichem WWIV (im Tandem) zwar, aber auch hier habe ich wieder Sachen gelernt und verbessert bekommen die das Leben leichter machen und auf die ich selbst nicht gekommen wäre...

Gruß
Florian

--------------------------------------------------
Keep the open side up!

Amateur Offline




Beiträge: 500

06.11.2010 21:31
#40 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

Zitat
[...]man kann gar nicht alt genug werden um sich das selbst zu erarbeiten.



Hallo Florian, ich nehme an, Du erwartest Steinwürfe aus meiner Richtung. Ich wähle Wattebäuschchen:

Ein guter Kurs schadet nie, im Regelfall hilft er sogar. Gemeinsames Paddeln mit Leuten, die etwas davon verstehen, ist meiner Erfahrung nach mindestens ebenso hilfreich und sich alles „selbst erarbeiten“ kann nur klappen wenn man mit irre viel Talent gesegnet ist.
Man darf sich – glaube ich – von keinem der drei Ansätze isoliert zuviel versprechen. Wer ausschließlich Kurse belegt und zwischenzeitlich nicht (gemeinsam oder auch für sich allein) übt kommt möglicherweise ebenso langsam voran, wie der, der alles selbst austüftelt und von niemandem Ratschläge entgegen nimmt. Und wer ausschließlich auf eine „Schule“ setzt verschließt sich den Erfahrungen derer, die auch mal andere Lehrmeinungen erfahren haben.

Letztendlich wollen wir ja alle Spaß haben beim Paddeln. Davon hat man erheblich mehr wenn man gut zurecht kommt – und wenn man sich angesichts der eigenen Unzulänglichkeiten (seien sie technisch oder im Material bedingt) nicht völlig fortdauernd frustrieren lässt. Wer mit dem Cross Forward nicht zurande kommt soll eben den Heckhebel nehmen und wer lieber im gewohnten Fünf-Meter-Schiff paddelt soll es bloß nicht im Bootshaus verstauben lassen und sich ins moderne Kurzboot zwingen. Es gelegentlich mal doch zu versuchen (knifflige Technik, anderes Boot) gewährleistet dass man mit Spaß und im eigenen Takt vorankommt und sich weiter entwickelt.

Axel

P A D D E L B L O G

Panta Rhei Offline



Beiträge: 75

15.11.2010 23:59
#41 RE: WW - Seilfähre rückwärts oder Gas geben? antworten

Lieber Axel,

ich verstehe den Gegensatz nicht, den du konstruierst. Das eigentlich hilfreiche am Kurs ist ja nicht das Geld, was man bezahlt, sondern daß es eben gemeinsames Paddeln mit Leuten, die etwas davon verstehen, ist.
Und wer ausschließlich Kurse belegt und nicht dazwischen übt, hat auch kein Problem, sofern er genug Kurse belegt, weil er dann garnicht mehr zum zwischendrin üben kommt. Kurse sind ja auch geführte Touren etc..

"Letztendlich wollen wir ja alle Spaß haben beim Paddeln. Davon hat man erheblich mehr wenn man gut zurecht kommt – und wenn man sich angesichts der eigenen Unzulänglichkeiten (seien sie technisch oder im Material bedingt) nicht völlig fortdauernd frustrieren lässt". Naja, und Kurse dienen ja idealerweise dazu, die eigenen Unzulänglichkeiten zu minimieren und den Spaß zu maximieren und nicht dazu, abstrakte Regeln durchzusetzen. Der Cross Forward beispielsweise ist ja keine theoretische Forderung irgendwelcher Eminenzen sondern er kann in bestimmten Situationen die einzige Möglichkeit sein, eine Stelle erfolgreich paddelnd zu bewältigen. Dein Tip, jemand solle an dieser Stelle einfach den Heckhebel nehmen, fördert also allerhöchstens den Spaß des Zuschauers, sofern der Gefallen daran findet, jemand im WW schwimmen zu sehen, was fast immer eine gewisse Gefahr mit sich bringt. Der richtige Rat müßte dann an dieser Stelle also eher heißen, wenn du Cross Forward nicht kannst kann ja auch Umtragen eine gute Möglichkeit sein .... und außerdem Spaß machen. Und das wiederum kann man durchaus auch in Kursen erleben, aber, und da gebe ich Dir recht, Umtragen kann auch außerhalb geführter Touren Spaß machen. Und das meine ich sogar Ernst.

Gruß T o m m y

Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  

Canadier.com ACA Kanuschule