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 Allgemeines Canadierforum
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marcuma Offline



Beiträge: 46

28.06.2006 17:44
Tipi im Gewitter antworten

Hallo,

zur Zeit toben im mittleren Schwarzwald starke Gewitter. Trotzdem haben wir vor kurzem im neuen Tipi geschlafen. Ganz wohl war mir aber nicht. Irgendwie fühle ich mich im kleinen Kuppelzelt sicherer. Die 3,50 Meter hohe Stahlstange mitten auf der Wiese ist vielleicht doch eher ein Anziehungspunkt, oder täusche ich mich?
Hat irgendjemand schon einmal etwas darüber gelesen oder davon gehört, dass die Höhe und das Material der Tipistange eine Rolle für die Einschlagwahrscheinlichkeit spielt. Vielleicht gibt es aus der Heimat der Lavus Berichte?

Gruß Marus.

Gersprenzfischer Offline




Beiträge: 194

29.06.2006 08:35
#2 RE: Tipi im Gewitter antworten

ZUm Blitzeinschlagsverhalten weiß ich leider gar nichts, aber es stimmt schon, dass Spitzen, und damit auch die 3,5 Stahlstange, bevorzugte Punkte für Blitze darstellen. Im Gegenzug funktioniert aber eigentlich ein Blitzableiter genauso und leitet die Blitze in die Erde. Wie gefährlich ein neben einem Blitzableiter liegen ist, weiß ich leider nicht, vielleicht gibts ja hier den einen oder anderen Physiker.

Was mich aber interessieren würde, war das Verhalten des Lavvus im Gewitter, also bei deftig starken Windböen und vielleicht heftigstem Regen. Hattet Ihr Probleme?

Uwe

Manfred Offline



Beiträge: 320

29.06.2006 13:44
#3 RE: Tipi im Gewitter antworten
Hi!
Naja, ganz wohl ist wohl niemanden, wenn man genau im Zentrum eines Gewitters ist. Da kommen dann wohl die alten Urängste wieder hoch.
Und es ist ziemlich egal, wenn ich auf einer Baumlosen Ebene mit einem Kuppelzelt oder Tipi unterwegs bin. Da ist das Zelt nun mal der höchste Punkt und natürlich potentiell gefährdet. In einer Baumbestandenen Gegend, wo die Zelte nicht den höchsten Punkt ausmachen, ist die Gefahr natürlich nicht so gross, vom Blitz getroffen zu werden, vorhanden ist sie natürlich dennoch. Allerdings ist sind nicht nur die Metallstangen gute Leiter, sondern auch der menschliche Körper.
Während ja beim Tipi immer noch die Möglichkeit besteht in einer Baumgegend die Metallstange gegen eine Holzstange auszutauschen, ist diese Möglichkeit beim Kuppel-, Tunnel-, oder was weiss ich Zelt eher eingeschränkt gegeben. Auch ist von einer Dehydrierung des menschlichen Körpers eher abzuraten.
Sollte man in eine solche Situation geraten wird der eine, oder andere wohl wieder gläubig.
Wie sagte doch jemand so treffend: Wenn ein Flugzeug durch Luftlöcher fliegt gibt es keine Atheisten.
Da kann man halt nix machen.

Eine Gewitterfreie Paddelsaison wünscht

Manfred

ps: die Abgasrohre der bei Tipinutzern beliebten Zeltöfen sind natürch durch etwaige nichtleitende Materialen schwer zu ersetzen, aber vielleicht hat ja das Kohlenmonoxid schon vorher das seinige getan.

Uwe_F Offline




Beiträge: 47

30.06.2006 12:46
#4 RE: Tipi im Gewitter antworten

Hi Manfred,

was hat die Dehydrierung (Richtig Dehydration) mit Blitzschlag zu tun? (Außer das der Körper bei einem Treffer auch mächtig an Flüssigkeit verliert... ;-)

Zitat: Wie sagte doch jemand so treffend: Wenn ein Flugzeug durch Luftlöcher fliegt gibt es keine Atheisten.
Luftlöcher gibts auch nicht...

Wünsche ebenfalls eine schöne Saison,
Uwe


Manfred Offline



Beiträge: 320

30.06.2006 13:47
#5 RE: Tipi im Gewitter antworten

Hi!
Ganz einfach. Weil auch Wasser Blitze anzieht.
Und bekanntlich besteht der menschliche Körper zum größten Teil aus H2O.
Und was die Luftlöcher betrifft, war ein Vergleich- wegen der Urängste.
Nun begriffen?

Manfred

marcuma Offline



Beiträge: 46

30.06.2006 15:46
#6 RE: Tipi im Gewitter antworten

Hallo,

danke für die Rückmeldungen. Leider sind wir wohl alle keine Physiker. Hatte mir irgendwie gewünscht, jemand könnte Entwarnung geben und mitteilen, dass sowohl Material der Stange und die Höhe keine Rolle spielen, und das auch einleuchtend erklären.
Jetzt bleibt wohl wirklich nur noch beten und das ist für einen Atheisten wirklich nicht vernünftig. Aber wissenschaftlich belegt ist ja offensichtlich die Heilwirkung des Betens auf den Körper (Geo-Magazin). Ob das auch nach einem Blitzeinschlag mit spontaner Dehydration noch hilft, möchte ich lieber nicht ausprobieren.
Meiner Frau zeige ich diesen Formumbeitrag lieber nicht.

Zum Thema Wind kann ich Folgendes sagen: Mein Low-Budget Tipi von Nordisk hat bis jetzt vermutete Windstärke 6-7 ganz gut überstanden. Ich glaube die Tipi-Form hat mit Wind kein Problem. Auch Dauerregen (zwei Tage) waren kein Problem, trotz reiner Baumwolle. Wie es aber bei richtigem Sturm oder Orkan aussieht, will ich auch nicht ausprobieren.

jan_dettmer Offline




Beiträge: 251

30.06.2006 20:26
#7 RE: Tipi im Gewitter antworten

Hey,

ideal ist so eine Stange nicht.
Ich wuerde das Zelt irgendwo geschuetzt aufbauen.

Als Blitzableiter wirkt die Stange auch nicht, weil sie dazu gut geerdet sein muss. Blitzableiter werden ja gut geerdet (also lange Metallschiene oder so in der Erde am besten in einer Wasserfuehrenden Schicht ist ideal).....

Sicher ist man im Schutz von einer hohen Wand oder sowas, wenige Meter davon etfernt, nicht direkt dran.
Mitten auf einer grossen Wiede wuerde ich nicht mit nem Tipi zelten.

Bis dann, Jan
http://www.open-canoe.de
http://www.bc-ww.com

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.432

30.06.2006 20:38
#8 RE: Tipi im Gewitter antworten

Da bin ich ja klar im Voteil - mit ner Stange 2,70 m ;-)

Ob der höchste Punkt auf ner weiten Wiese nun 1,2 oder 2,7 m ist .... na ja, ein gewisses Restrisiko im Leben bleibt eben immer. Ne physikalisch fundierte Aussage fällt mir dazu auch nicht ein, jedenfalls nix, was helfen könnte oder die Nerven beruhigt.

Habe mit der Moskosel-Kata bisher zwei Stürme erlebt, beide kein Problem. Habe einmal die Erdstreifen eingegraben, weniger zur Sicherheit, mehr zu Winddichtheit.

Frank

schwimmendeWerkzeugkiste Offline




Beiträge: 500

30.06.2006 21:43
#9 RE: Tipi im Gewitter antworten
Hallo,

Physiker bin ich auch nicht aber in unserem Haus hat der Blitz mal - wenige Meter vom Blitzableiter - in den Schornstein eingeschlagen. Seitdem vertrete ich die Auffassung, dass Blitzableiter eher fragwürdige bis dekorative Zwecke verfolgen. Übrigens mußte das Haus anschließend nicht wegen der Brandschäden abgerissen werden sondern weil die freiwillige Feuerwehr sich endlich nach Jahren mal so richtig austoben konnte und alles gründlich unter Wasser gesetzt hat...
Unter einer Metallstange auf freiem Feld würde ich in einer Gewitternacht trotzdem kein Auge zukriegen (ist ja selten ein Schornstein in der Nähe und wenn, dann ist das das eigene Ofenrohr - auch blöd!). Eine hölzerne Zeltstange fände ich da nicht nur hübscher sondern auch beruhigender. Kampiert man beim Bootfahren nicht eher in Flußtälern? Naja, die sind ja auch häufig flach und breit, und das Zelt stellt man eben auch eher da auf, wo viel Platz und eine schon gemähte Wiese ist, als im dichten Unterholz. Bei Gewittergefahr wäre eine geschützte Waldrandlage sicherlich angeratener.

Ratlose Grüße Axel
________________
floating toolbox

Wilson Offline



Beiträge: 3

01.07.2006 09:46
#10 RE: Tipi im Gewitter antworten

Hi,
die elektrische Ladung der Wolken und die der Erde sind gegensetzlich + / -
Bei einem Gewitter werden diese unterschiedlichen Ladungen ausgeglichen, das ist der Blitz den wir sehen.
Elektrizität sucht bekanntlich den Weg des geringsten Wiederstandes.
Das ist ein unumgängliches physikalisches Gesetz.
Aluminiumstangen oder naßgeregnete Holzstangen sind deutlich leitungsfähiger als Luft.
Sollte sich ein Gewitter direkt über einem befinden und nicht nur in der Nähe sondern wirklich direkt über einem, und es kommt zu einem Ladungsausgleich stellt alles was leitungsfähiger als Luft ist einen bevorzugten Leiter da.
Sollte also in der Nähe kein besserer Leiter als die Zeltstangen sein, würde ich mich aus dem Staub machen.

Schöne Grüße

Willi

marcuma Offline



Beiträge: 46

01.07.2006 10:23
#11 RE: Tipi im Gewitter antworten

Hallo,

macht es einen Unterschied, ob die Stahlstange (in meinem Fall leider kein Alu)auf einer Holzplatte und einem Gummipuffer von einigen Milimetern Dicke steht oder ob die Metallstange eine direkte Verbindung mit der Wiese hat?

Irgenwo habe ich mal zeitverzögerte Aufnahmen von einem Blitz gesehen und dort ging der Blitz immer zuerst vom Boden aus nach oben. Könnte deswegen der Gummipuffer und die Holzlatte das Einschlagrisiko minimieren?
Außerdem ist die nassgeregnete Tipihaut nicht leitungsfähiger als die trockene Metallstange im Inneren, so dass man also eher nahe zur Stange und weiter weg von der Haut sitzen sollte? Fragen über Fragen...

Gersprenzfischer Offline




Beiträge: 194

01.07.2006 10:39
#12 RE: Tipi im Gewitter antworten

Die naßgeregnete Tipihaut leitet, das müsste auf jeden Fall stimmen. Das könnte aber positiv sein, denn es wäre möglich, dass die nasse Tipihaut dann wie ein Faradayischer Käfig wirkt? Dann wäre keinerlei Gefahr mehr!

Also welcher Physiker weiß Bescheid, wer kann das bestätigen?

Andererseits habe ich noch nie von einem Toten im Zelt, gleich welcher Art, durch Blitzschlag gelesen. Das Risiko scheint also insgesamt nicht so stark zu sein.

Uwe

marcuma Offline



Beiträge: 46

01.07.2006 10:55
#13 RE: Tipi im Gewitter antworten
Hi,
muss nicht ein faradayscher Käfig auch unten rum geschlossen/abgeschirmt sein, so wie beim Auto? Vermutlich bekommt man im Zelt trotzdem etwas ab, auch wenn der Blitz von der Haut abgeleitet wird, weil der Boden leitet.

Auf der anderen Seite wird mir gerade bewusst, dass der Boden im Zelt trocken, aber um das Zelt herum nass ist. Daher müsste doch der Blitz/die Ladungen vom Zelt weg fließen, oder?

Vielleicht ist deswegen tatsächlich noch nie etwas passiert. Hey wir sind auf dem richtigen Weg, zumindest was meine Psyche angeht! Plane schon fast meine nächste Übernachtung bei Gewitter

Habe gerade noch etwas bei Wikipedia gefunden:
Gummisohlen und isolierende Materialien als Standfläche sind vorteilhaft. Gegen einen direkten Blitzschlag können sie aber auch dann nicht schützen, wenn sie mehrere Zentimeter dick sind.

Schade!

GeorgS Offline



Beiträge: 72

01.07.2006 23:04
#14 RE: Tipi im Gewitter antworten

Also erst mal ist der Beitrag von Wilson das, was ich so auch raten würde.
Also auf einen Freien Feld ohne anderen und vor allem auch besseren Leiter würd ich mich ganz schnell verkrümeln.
Die Wirkung des faradayischen Käfigs ist hier nur bedingt anzuwenden. Zum einen kann ein Zeltstoff diese Hitze nur bedingt aushalten. Was schon richtig ist, ist das die Spannung über die nasse Bodenfläche abfließt. Zudem ist der Isolationswiederstand auch des nassen Stoffes immer noch höher als der einer Metallstange. Auch wenn man einen Holzstab statt dessen nimmt wird es wohl eher zu einer Spannungsverteilung kommen, die für die Zeltinsassen immer noch gefährlich genug ist. Wenn man das Zelt dann noch im Regen aufgebaut hat und der Boden auch im Zelt nass ist, siehts noch schlechter aus.
Anders wäre es, wenn man das Gestänge, möglichst mehrere Stangen rundherum aussen anbringt (und dann das Tippi/Kohte etc. anhängen). Diese dann noch gut mit dem Boden verbinden, wegen dem Abfließen der Spannung, den Boden im Zelt mit einer Isolationsschicht belegen, dann könnte der faradayische Käfig klappen.
Aber ich werde sowas nicht ausprobieren wollen, weil es könnte so: enden.

Gruß
Georg
Georg

Kunst ist schön, macht aber viel arbeit! (Karl Valentin)
Paddeln ist Erholung von der Arbeit!

Uwe_F Offline




Beiträge: 47

03.07.2006 11:30
#15 RE: Tipi im Gewitter antworten

Die Entscheidung ob ich bei bestehender Gefahr eines Blitzeinschlages im Zelt bleiben würde oder nicht, ist wirklich nicht einfach. Vor ein paar Jahren habe ich ein starkes Gewitter erlebt, bei dem Blitze, vieleicht 600-700 m entfernt mit solcher Heftigkeit und Lautstärke im Boden eingeschlagen sind, das ich mir einfach nicht vorstellen kann, im Zelt, bei so einem unmittelbaren Treffer, keinen Schaden zu nehmen.
Ich denke hier ist die Prävention, sprich die Wahl des richtigen Platzes der beste Schutz. Das Zelt sollte nicht direkt am Waldrand oder einzelnen Bäumen stehen (Meist leichter gesagt als getan). Befindet sich ein Wald mit gleichmäßig hohem Baumbestand in der Nähe, ist dieser dem Aufenthalt im Zelt wohl vorzuziehen. Hier sollte man sich von den Astspitzen soweit entfernt halten, dass der Abstand vom untersten Ast zum Boden geringer ist, als der Abstand zwischen Mensch und Ast (Vermeidung eines Schlages zum Menschen, da sich der Blitz den kürzesten Weg zu Erde sucht).
Sollte man sich trotzdem im Zelt aufhalten, dann auf einen trockenen Untergrund (Isomatte o.ä.) hocken. Von metalischen Zeltstangen, sowie der Zelthaut ist größtmöglicher Abstand zu halten (In eine Kohte evtl. noch realisierbar, aber wenn's kleiner wird...).

Alles in allem denke ich, ist die Gefahr in einem Zelt vom Blitz erschlagen zu werden, deutlich geringer, als vieles andere, auf das wir uns im Leben einlassen - Vom Strassenverkehr angefangen -.
In diesem Sinne: "Blitzfreies Zelten".

Gruß,
Uwe

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