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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 1.733 mal aufgerufen
 BOOTE UND ZUBEHÖR
Taranaki Offline



Beiträge: 14

02.11.2019 13:09
Umgang Kanadier bzw. Materialtauglichkeit Antworten

Hallo zusammen,

ich habe da mal eine banale Grundsatzfrage:

Wie geht Ihr mit Euren Kanadiern wenn ein Teilstück (Wehr, flache Stellen, etc.) überwinden müsst?

Wenn man ein preiswertes Standard-PE-Canadier kauft, könnte es quasi egal sein ob Kratzer/Abrieb oder nicht. Sobald das Material empfindlicher wird bzw. die Kaufpreis ins vierstellige geht, kann sich der Umgang damit ändern, da jeder Kratzer ärgerlich sein könnte.

Es stellt sich quasi die Frage, welches Material für große Kanadier mit Kindern die bessere Wahl ist?

Selber habe ich mich gestern pro Armerlite statt PE entschieden und frage mich, ob nun ständiges ärgern vorprogrammiert ist.

Viele Grüße
Jörg


raftinthomas Offline




Beiträge: 784

02.11.2019 17:16
#2 RE: Umgang Kanadier bzw. Materialtauglichkeit Antworten

Zitat von Taranaki im Beitrag #1
Sobald das Material empfindlicher wird bzw. die Kaufpreis ins vierstellige geht, kann sich der Umgang damit ändern, da jeder Kratzer ärgerlich sein könnte.



Da liegt imho der casus knacktus. Man kann das so sehen, muss man aber nicht.
Im Bezug von Werterhalt ist natürlich das kratzerfreie Boot das bessere.
Im Bezug auf Spass sehe ich Boote (genau wie zB Autos) als Gebrauchs- und letztlich auch Verbrauchsgegenstände an. Und von dem Kratzer allein fährt das Boot ja nicht schlechter. Man darfs halt nur nicht so weit übertreiben, dass filigranes Material überlastet wird.

grüsse vom westzipfel, thomas


Donaumike Offline




Beiträge: 1.345

02.11.2019 18:45
#3 RE: Umgang Kanadier bzw. Materialtauglichkeit Antworten

Gefahrenstellen besichtigen, fahren ja oder nein je nach Skylls!!! ggf. umtragen, treideln, Lining.
Ich habe mir eine ziemlich saubere Linie angewöhnt zu paddeln. Dort wo es nötig ist auch mal aggressiv, aber gerade noch so materialschonend
Material: Kevlar (Keewaydin) und LKW Plane (Ally15 DR)



Gruß Mike


Dipol Offline




Beiträge: 254

03.11.2019 02:17
#4 RE: Umgang Kanadier bzw. Materialtauglichkeit Antworten

Moin Jörg,
Ich kann deine Sorgen gut verstehen, aber "der erste Kratzer ist immer der schlimmste". Bei meinem Royalex-Boot ist mittlerweile am Bug die grüne PVC-Schutzschicht durch. Da kommt demnächst ein Bugschutz aus Kevlarvlies drauf.
Wenn wir auf Flüssen fahren, auf denen mit Stein-Kontakt zu rechnen ist, holen wir uns auch mal Kanus aus dem Bootsverleih. Die von Oldtown aus PE laufen gar nicht schlecht.

Zitat von wanderer57 im Beitrag Kanukauf..gibt es bestimmt schon aber bei den vielen Themen
Von Robson bekam ich eben folgende Rückmeldung:

"Armerlite ist ein Thermocomposite Material aus Glasfaser und Polypropylen.
Sie können ihren Brooks mit Epoxydharz und Glasmatte reparieren. Dazu ist die Kontaktfläche mit Schleifleinen Korn 50 aufzurauen..
Das Epoxydharz verbindet sich ausgezeichnet mit den Glasfasern vom Armerlite. Bei uns im Haus reparieren wir Armerite wie im Herstellprozess dauerhaft durch Aufschmelzen der Matrix unter Vakuum. Eine solche Reparatur dauert eine Stunde und kostet Euro100,-"


Richtig grobe Schrammen verschwinden dabei dann auch. Es wär bei dem Material also möglich, es alle paar Jahre mal wieder chic machen zu lassen. Bleibt nur die Frage nach den Transportkosten... Ein Bugschutz sollte aber nach den o.g. Infos auch möglich sein.

Viel Spaß mit dem neuen Boot, denn das ist schließlich das wichtigste
Martin

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"Freedom 's just another word for nothing left to lose" Janis Joplin


raftinthomas Offline




Beiträge: 784

03.11.2019 11:10
#5 RE: Umgang Kanadier bzw. Materialtauglichkeit Antworten

Ich wusste, dass man Armerlite nachbacken kann, aber ein Hunni ist imho dafür echt günstig.
Allerdings dürfen fürs Nachbacken meines Erachtens nach keine Dinge wie Bugschutz etc auflaminiert sein, denn dann passt der Kahn ja nicht mehr in die Form.

grüsse vom westzipfel, thomas


Bernie4x4 Offline




Beiträge: 287

03.11.2019 11:32
#6 RE: "Der erste Kratzer ist immer der schlimmste." Antworten

Das können bestimmt viele bestätigen ... aber ich hab auch recht schnell
für mich entschieden, dass es keinen Spaß macht permanent aufpassen zu müssen.
Das macht nur krank ... War früher beim Offroad schon so. Du bastelst
Monate an deinem Auto und hast dann Panic, dass du es im Gelände auf die Seite
legst :o) Wo ist da der Sinn, es soll doch Spaß und Erholung vom Alltag sein.

Kratzer lassen sich ausbessern, Brüche reparieren ...

Mit einem "edlen Boot" eine ruhige erholsamme Ausfahrt zu machen, oder im Fließgewässer
gegen und mit der Strömung zu paddeln ... bei ersterem bekommt man meißt nur
beim Ein-, oder Aussteigen Blessuren, da kann man sich dann schon mal ärgern.
Bei zweitem sollte man einen echt dicken Geldbeutel haben, oder ein günstig
zu reparierendes, bzw. stabiles Schiffchen :o)

eLGe Bernhard

Ps.: Ich hab irgendwann angefangen Beulen im Auto mit Datum und Ort zu beschriften
[Dijon .10.2001][Saverne .8.2002] etc.

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"Pain is temporary, glory is forever"
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Proprietor of the SPF + FS Badges ´78`
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Donau-Pegel-Kelheim


Haubentaucher Offline



Beiträge: 384

04.11.2019 10:53
#7 RE: "Der erste Kratzer ist immer der schlimmste." Antworten

"Im Bezug von Werterhalt ... " könnte man auf den Gebrauchswert schauen. Für den etwas sorgloseren Umgang spricht, dass Stein ja nicht gleich Stein ist. Rundgeschliffene, bemoste Bachsteine sind relativ harmlos. Kratzer betreffen eher die Optik, werden aber nicht sehr tief gehen. Das Boot hält damit lange. Amerlite ist neu eher seidenmatt, nicht allzu hart und wirklich kratzerfrei wird es wahrscheinlich nicht blieben können. Um das hohe Ziel trotzdem zu halten, muss man enorm diszipliniert sein.

Bei einem hochglänzenden Boot aus Sichtcarbon, was auch manchmal angesprochen wird, sehe ich das anders. Das Finish ist top, in der Form schwer wieder herzustellen, gleichzeitig aber verzeihend gegenüber kleinsten Unachstamkeiten. Man kann so ein Boot mit etwas Sorgfalt sehr sehr lange im originalen, unverkratzten Zustand halten und sich u.a. an der tadelllosen Optik freuen. Das dann nach dem Motto "ist halt Gebrauchsgegenstand" volle Möhre zwischen die Brocken zu setzen, halte ich für hirnrissig. So ein Boot ist doch ziemlich teuer und man hat hoffentlich noch ein paar Hunderter übrig behalten, um was billiges für Geschrubbe in seichtem Wasser zu kaufen.
Zum "Gebrauchsgegenstand" gehört doch auch der bestimmungsgemäße Gebrauch (?!) Gg. heißt in meinen Augen nicht, dass ich das Ding, welches auch immer, gefälligst in kürzester Zeit runterzuwirtschaften habe.

Chris


Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 3.676

04.11.2019 18:08
#8 RE: "Der erste Kratzer ist immer der schlimmste." Antworten

Bei leichten Kanus trägt die zusätzliche Gelcoat Schichte als weißer Boden zum Werterhalt bei. Kratzerchen sind - da hell -kaum zu sehen, tiefere lassen sich im Gelcoat gut ausbessern, mit Geduld auch auspolieren.
Im Vergleich ist der Unterschied besondfers bei dunklen Booten groß.

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Angefügte Bilder:
rUZTRel.jpg  

Taranaki Offline



Beiträge: 14

04.11.2019 22:27
#9 RE: "Der erste Kratzer ist immer der schlimmste." Antworten

Hallo zusammen,

uva. danke für Eure Zeit/Meinungen.
Zusammenfassend stelle ich folgende These auf Basis Eures Feedbacks auf:
1. Lebe das Kanadierfahren und achte nicht zusehr auf etwaige Kratzer. Das geht preiswert z.B. mit einem Coleman X-Ram 17
2. wie 1., mit einem GFK-Kanadier, dass man selber reparieren ksnn
3. wie 1., und nimm bei einem Armerlite den Wertverlust durch Kratzer hin
4. Vermeide Stöße u. Kratzer, dann hast Du kaum einen Wertverlust

Ich tendiere mit meinen Kids gerade zu 1.


Trapper Online




Beiträge: 1.902

05.11.2019 09:10
#10 RE: "Der erste Kratzer ist immer der schlimmste." Antworten

...da fehlt meiner Meinung noch ein wichtiger Punkt:
5. fahre auf Gewässern die eine ausreichende Wassertiefe aufweisen; schont die Natur und das Boot!
(da ist die angepasste Fahrroute, Fahrkönnen und passende Bootslänge natürlich auch ein Faktor)

Internette Grüße Thomas


Haubentaucher Offline



Beiträge: 384

05.11.2019 14:36
#11 RE: "Der erste Kratzer ist immer der schlimmste." Antworten

Der Coleman bewahrt Dich zumindest davor, zu viel Geld auszugeben und dabei ist er kein schlechtes Boot. Für Deine Zwecke erst recht nicht. Auf stehenden Gewässern, auch irgendwelchen Staustufen nicht so lustig, aber - meine Güte - irgendwann ist man da auch mal durch. Alleine gepaddelt, also halb auf die Kringelseite gelegt, fährt er sich auch noch so halbwegs. Dann ist er ein bisschen schwer, aber man kriegt ihn, ohne ein Bär zu sein, alleine auf ein 1.85-Dach. Weiß ich, weil das auch auf mich zutrifft.

Variante-2 macht ein Kumpel mit Hund, E-Kajak und Frau (Reihenfolge chronologisch). Der Nachteil des E-Kajak, dass sich die Kanadier nicht wie Kanadier, sondern wie Äppelkähne fahren - überraschend leicht für die stattliche Breite und die annähernde Unkenterbarkeit, aber Äppelkähne eben. Sie sind leichter, preiswerter und trotz des geringen Gewichts und der einfachen Materialien, überraschend zählebig. Auch der Nassauer KC hat sowas, wovon ich mal berichtete.

Chris


Andreas Schürmann ( gelöscht )
Beiträge:

05.11.2019 20:31
#12 RE: "Der erste Kratzer ist immer der schlimmste." Antworten

Es macht natürlich einen großen Unterschied was und wo man fährt.
Unsere Boote haben die meisten "Kratzer" beim Ein- und Aussteigen und an Land bekommen. Wir haben aber auch schon hübsche bunte Späne im Bach vom Boot gehobelt. Manchmal passiert halt was Ungewolltes, wenn man seine Boote benutzt.

So haben die großen Schrammen meist eine Geschichte ... der Stein zwischen den Seen in Schweden, die Oktober Tour auf der Böhme.

Ich kann gut damit Leben, die Boote sind zum benutzen und Spaß haben.

Eine gewisse Grundkenntnis an Fahrtechnik sollte da sein um die unnötigen Chrashs zu vermeiden.


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