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Beschreibung: Der Penobscot 17 ist ein Tourencanadier, gefertigt aus Royalex, mit einer Länge von 5,20 m und einer Breite von 89 cm. Mit dem relativ runden Boden erreicht das Boot bei einer ausreichenden Anfangsstabilität eine hohe Endstabilität. 32 kg Gewicht sind noch akzeptabel, ein Leichtgewichtler ist das Boot aber nicht. Das Boot hat in den Stevenbereichen einen geringen Kielsprung.
Eigenschaften Bedingt durch den runden Boden, Länge / Breite und die gerade Kiellinie läuft der Penobscot 17 für einen Royalexcanadier relativ schnell. Sicher gehört er zu den schnellsten Royalexbooten am Markt. Natürlich erreicht ein gutes laminiertes Boot weit bessere Laufeigenschaften. Die Wendigkeit ist ausreichend, wenn der Vordermann das Boot auch steuern kann, läßt sich mit dem Penobscot 17 auch ein gewundener Kleinfluss problemlos befahren. In schnellem oder engen fließendem Wasser würde man sich natürlich mehr Kielsprung (= Wendigkeit) wünschen. Platz für das große Tourengepäck ist dank der Länge und Tiefe ausreichend vorhanden. Auch beladen bietet der Canadier noch ausreichend Freibord um in höheren Wellen noch einigermaßen Trocken zu laufen.
Material: Ein Canadier für´s Grobe. Royalex ist ja extrem stoßunempfindlich. Der Rumpf ist recht steif, der Boden schwabbelt auch leer nicht. Die Steifigkeit beeinflußt positiv die Laufeigenschften, leider erkauft man sich diese mit dem etwas höheren gewicht. Die Einbauten sind in Standartqualität, Old-Town-typisch die eingearbeiten Handgriffe in den Decks.
Fazit: Der Penobscot gehört zu den schnelleren Tourencanadiern aus Royalex mit einem sehr breiten Einsatzspektrum. Vom Kleinfluß über große Seen oder leichtes, nicht zu verblocktes WW kann man mit dem Boot alles machen. Die Zuladung reicht auch auch für die "große Tour". In jeder Disziplin gibt es bessere Boote, aber der Penobscot steht auf der Liste der Allroundcanadier recht weit oben.
Beschreibung: Ein rasanter Tourencanadier dessen Haupteigenschaft SPEED ist. Mit 18,6 Fuß Länge (5,65m),einer Wasserlinienbreite von 85 cm, ohne Kielsprung und einem recht flachen Rumpf ist sein Einsatzgebiet klar definiert. Dieses Boot mag ruhige Gewässer, die nicht zu eng sind. Die Distanzen dürfen gern auch etwas größer ausfallen. Obwohl man mit dem Minnestota sehr sportlich unterwegs sein kann, verträgt er durchaus Tourengepäck, solange keine Umzüge gepaddelt werden sollen. In Abhängigkeit der Materialien wiegt der Flitzer zwischen 17 bis 28,5 kg.
Eigenschaften: Dieser Canadier gehört zu den schnellsten Tourenbooten auf dem Markt. Die Sitzpositionen sind genial, das Paddel kann sehr kielnah geführt werden. Der flache Rundboden bietet eine gute Anfangs- und Enstabilität. Auch gekantet wird man sich immer sicher fühlen, kommt allerdings dann nicht an die belltypischen Eigenschaften heran. Trotz der Länge ist das Boot wendiger, als man zunächst erwarten würde. Die flache Bauweise hält negative Windeinflüsse in Grenzen, allerdings auch den Trockenlauf in höheren Wellen. Dafür stampft das Boot nicht so in größeren Gegenwindwellen und wird durch die schnittige, asymmetrische Form wenig ausgebremst.
Material:
Den MN2 gibt es in verschiedenen Laminatvarianten. Standard ist TUf-weave mit Flexcore-Aussteifung. Damit wiegt dieses lange Boot immer noch keine 30 kg. 2 Kevlar-Varianten und eine ultraleicht Graphite-Variante, in der das Boot dan keine 18 kg wiegt, stehen zur Verfügung. Ob Flechtsitze oder Schalensitze mit Fußstützen eingebaut werden, hängt von den Vorlieben der Paddler ab.
Fazit:
Ein sehr schneller Tourer, der irren Paddelspaß und "Geschwindigkeitsrausch" vermittelt. Wer es gern mal sportlicher mag oder einfach nur ein schnell und leicht laufendes Boot sucht, das nicht zu viel Gepäck vertragen muß, wird mit dem Minnesota 2 glücklich werden. Vorausgesetzt, es geht auf dem Wasser nicht zu eng zu. Für mich ist dieses Boot in seinen Einsatzbereichen einer der besten Canadier, die ich kenne.
Ich hatte das Boot auch beim KM-Test auf Bodensee und Hochrhein fahren können und war da schon sehr überzeugt, daß es zu mir paßt. Das hat sozusagen die spontane ´Zuneigung´ im Frühjahr bestätigt. Schließlich hatte ich dann auch noch die Gelegenheit, die Gegenprobe mit dem Magic zu machen.
Folgendes hat mich dann überzeugt: - Die erreichbare Endgeschwindigkeit des Magic ist sicher höher, aber m.E. nur mit entsprechendem Einsatz zu erreichen. Ich bin kein sit´n-switcher. Und selbst wenn viele rationale Gründe für diese Technik sprechen, mir gefällts einfach nicht. Den Merlin kann ich relativ gut beschleunigen und erreiche eine mir angenehme Reisegeschwindigkeit mit enspanntem Krafteinsatz. - Wie schon bei meiner Anfrage im Forum erwähnt, bin ich auch die ganzen Jahre mit einem Kajak (ja, das mach´ ich doch tatsächlich auch noch gerne !) gefahren, das relativ viele Möglichkeiten zuläßt. So war auch die Handlichkeit des Merlin, sein Drehverhalten (Reaktion auf Steuerschläge) bis hin zu dem Fuß weniger Länge und den 2 KG weniger Gewicht überzeugend. Das alles meine ich mit ´Handlichkeit´. - Auch die ´optische´ Ausgewogenheit ist einfach schön. - Beim Aufkanten ist der Merlin absolut fair. Ohne erkennbare Unterbrechung läßt er sich ganz gleichmäßig auf die Kante legen. Gerhard schafft es sogar soweit, bis das Wasser an den gunnels seitlich reinläuft. Das Boot zeigt bis dahin keinen erkennbaren Kipppunkt. Beim Magic hatte ich immer das Gefühl, ich muß ihn mit etwas Kraft erstmal auf die Seite ´zwingen´. Eigentlich geht es dabei um Nuancen, aber merkbare. Die Anfangsstabilität vom Merlin scheint mir geringer, macht mir aber nichts. Prinzipiell gehen wohl auch Freestylemanöver. Gerhard hat´s mir vorgeführt. Ich fahre darauf zwar (noch ?) nicht so ab. Aber ich kenne mich, probieren werde ich das bestimmt mal. Und wenn´s nur dazu dient, meine Technik prinzipiell zu verbessern. - So blieb einzig die erreichbare Endgeschwindigkeit und höhere Zuladung als mögliche Kriterien für den Magic übrig. Also, ich bin nicht der Tempofreak und das flotte Dahinschleichen und entspannte Paddeln, das mir der Merlin bietet, reicht mir völlig aus. Die Zuladung ist auch kein Thema. Im Freundeskreis bin ich bekannt dafür, immer nur das minimalste mitzunehmen. Und ein bischen mehr darfs ja auch im Merlin werden.
Nach dem Kauf war ich noch auf dem Rhein unterwegs und letzte Woche waren mein Frau und ich in Mecklenburg. Wetter- und zeitbedingt hat es nur für 2 1/2 Touren gereicht. Aber auch da gibt´s nur Positives zu berichten. Wir hatten ab Donnerstag ziemlich (Ost-)Wind und es war knorke kalt (zugefrorene Reissverschlüsse morgens am Zelt). Ich habe keine Ahnung, welche Windstärke das war, weil mich die ´Meßwerte´ dazu nicht interessieren. Aber vielleicht war ja jemand zur gleichen Zeit da und weiß mehr dazu. Auch bei Wind verhielt sich das Boot absolut fair. Und ich denke, daß das auch durch die Länge von ´nur´ 15 Fuß bedingt ist. Diese Länge und die (gegenüber dem Magic) niedrigeren Steven von Bug und Heck lassen das Boot auch bei Wind noch relativ handlich erscheinen. Gegen den Wind habe ich mich einfach vor den Sitz in die Bilge gekniet und im klassischen Stil (heißt ohne sit´n switch, s.o.) mit dem Bentschaft gepaddelt... Einzig mit Links-achterlichem Wind (ich bin Rechtspaddler) hatte ich Probleme, die ich wahrscheilich mit Umstellung auf links hätte bewältigen können. Aber das sind meine Begrenzungen, nicht die des Bootes. Obwohl ich einige Umwege dann im Windschatten der Ufer gemacht habe, sind meine Frau und ich nachher gemeinsam am selben Punkt gewesen. Sodaß wir also mit (Wander-)Kajak und Solo-Canadier doch ein relativ gleichmäßiges Gespann sind. Auf dem Labussee gab´s dann richtig Wind mit Wellen, die hin und wieder schon Schaumkämme hatten. Auch in diesen Wellen gab´s keine Probleme, ich habe sie auch quer ausprobiert. Der relativ runde Spant hat die seitlichen Wellen erwartungsgemäß einfach unter sich durchrollen lassen. Natürlich hatte ich unser gemeinsames Gepäck im Boot, allerdings nur für Tagestouren. Insofern kann ich nichts über das Verhalten mit z.B. Wochengepäck sagen. Ich vermute, dass sich da vom Fahrverhalten nicht so viel ändern wird. Allenfalls wird die Anfangsstabilität größer und die Beschleunigung vielleicht geringer. Dann mag der Magic mit seinem flacheren Unterschiff im Vorteil sein.
Fazit: der Merlin ist ein hervorragend ausgewogenes Boot, das optisch und fahrtechnisch mit seiner Eignung für viele Fahrsituationen überzeugt. Möglicherweise würde der Eine oder Andere von Euch mit mehr Erfahrung einzelne Details präziser erfassen und bewerten können. Einige Erfahrungen bringe ich mit, habe aber sicherlich noch jede Menge Spielraum zur Technikverbesserung und zum Lernen. Und zu mir paßt das Boot einfach. Was will ich mehr ?
Als langjähriger Spezialist in Sachen Laminat- und Marathon-Kanadier hat WeNoNah in der Abteilung "Speciality Canoes" den Itasca im Programm. "Speziell" trifft für das von Eugene Jensen entworfene Boot in mehrfacher Hinsicht zu: die Abmessungen von 19" = 5,80m Länge und 94cm Breite (Wasserlinie ca. 87cm) und das hierbei resultierende Volumen bei 38cm Seitenwandhöhe (Bug 55cm, Heck 48cm) liegen deutlich über den Massen "normaler" Kanadier. Gleiches gilt für den Preis von ca. DM 4500,- bis über DM 7000,- je nach Material und Ausstattung. Als Einsatzbereich sieht WeNoNah Touren mit großen Gepäckmengen, mehrere Personen (Familie mit Kindern), Gewässer mit hohen Wellen sowie allgemeine Tourenanwendung. Im Vergleich zum bekannten Minnesota II (schnellster Tandemkanadier im Tourenprogramm von WeNoNah außer Jensen 18") ist der Itasca lt. WeNoNah (und meiner Erfahrung nach) etwas langsamer, faßt aber deutlich mehr Gepäck und ist stabiler v.a. in härteren Wasserbedingungen. Im Vergleich zum WeNoNah Champlain (mit ebenfalls sehr hoher Zuladung) ist der Itasca deutlich schneller.
Rumpfform:
Die sehr detallierte Formgebung des Itasca macht ihn unverwechselbar und ist die Grundlage für die im Folgenden beschriebenen Fahreigenschaften. Nach einem scharfen, relativ hohen Bug geht der Itasca langsam und gleichmäßig bis zur Bootsmitte in die Breite, der Volumenschwerpunkt liegt leicht hinter der Mitte, das etwas flachere Heck ist ebenfalls scharf ausgeformt. Charakteristisch ist das Design der Seitenwände: im Bug findet sich leichtes Flare, welches kurz darauf in leichten Tumblehome auf Höhe des Bugpaddlers übergeht. Die Seitenwand in der Bootsmitte ist gerade, dahinter auf Höhe des Heckpaddlers mit starkem Tumblehome versehen und im Heckbereich gerade. Leichter Kielsprung (knapp unter 4cm) und ein flacher Rundboden mit weichen chines ergänzen die Bootsform.
Materialien/Ausstattung:
Die enorm detaillierte und elegante Form des Itasca läßt sich nur in Laminattechnik realisieren, weswegen es den Itasca auch nicht in Royalex gibt (welches nebenbei bei der Größe des Bootsrumpfes zu weich und schwer wäre). Zur Auswahl stehen Tuv-weave, eine WeNoNah-eigene verbesserte Fiberglas-Variante, und Kevlar. Tuv-weave ist billiger, etwas schwerer und wohl nicht ganz so widerstandsfähig. Entscheidend ist die Wahl der Aussteifung: bei Tuv-weave Querrippen oder Hartschaum-Skelett, bei Kevlar Flex-Core oder Hartschaumskelett. Generell sind die Varianten mit Hartschaumskelett leichter und bedingen durch den sehr steifen Bootskörper bessere Gleiteigenschaften, sind aber deutlich teurer und logischerweise weniger elastisch und daher schonend zu benutzen, das Überfahren insbesondere spitzer Hinternisse sollte vermieden werden. Kevlar-Flex-Core ist relativ vielseitig, aber schwerer als Hartschaumskelett. Optimale Fahr- und Handlingeigenschaften entwickelt der Itasca in Kevlar mit Hartschaumskelett. Die Kevlar-Hartschaum-Variante kommt ohne (zusätzlich Gewicht verursachenden) farbigen Gel-Coat. Süllrand immer Esche, Thwarts Alu oder Holz (dann auch mit Tragejoch). Serie ist Schalen-Schiebesitz vorne, unbedingt zu empfehlen ist auch Schalen-Schiebesitz und Fußstütze (!) hinten. Bei den Modellen mit Hartschaumskelett werden die Befestigungen der Schalen-Schiebesitze sowie der Fußstütze hinten sehr elegant in das Hartschaumskelett einlaminiert (und nicht durch die Bootswand genietet).
Fahrbericht:
Ausgiebig getestet auf diversen stehenden und fließenden Zahmwassern (Flüsse und Seen bei unterschiedlichen Wetterbedingungen in Deutschland und Skandinavien) wurde der Itasca in Kevlar mit Hartschaumskelett, all-wood-trim mit Esche Tragejoch, Schiebe-Sitzen vorne und hinten sowie Fußstütze hinten. An Land läßt sich das Boot mit ca. 24kg von einem Erwachsenen sehr leicht handhaben (außer bei starkem Wind), sehr empfehlenswert sind für etwas weitere Portagen die sling-style-Joke-Pads von WeNoNah. Positiv auffallend ist der enorm steife Rumpf und der sauber verarbeitete Holztrim. Bei leerem Boot ist die Anfangsstabilität für Anfänger ausreichend, aber nicht besonders hoch (im Vergleich zur trägen Royalex-Booten wie MadRiver Revelation, Old Town Trip usw.). Sofort auffallend und genial ist die Sitzposition vorne und hinten durch die Bootsform, durch die der Süllrand direkt neben den Hüften liegt. Im Sitzen mit Bent-Shaft-Paddeln ist eine perfekte, effektive und absolut entspannte Technik durch die Paddelführung ganz dicht am Körper möglich. Kleinere Paddler (auch: Kinder) finden im Bug bei vorgeschobenem Sitz eine sehr gute Sitzposition mit Abstützung der Füße am vorderen einlaminierten Auftriebskörper. Die Endstabilität ist sehr hoch, das Boot bleibt bis zur Aufkantung an den Süllrand absolut berechenbar. Unbeladen läuft der Itasca sehr schnell und ist für ein Boot dieser Länge relativ gut manövrierbar bei effektiver Technik, die vorausgesetzt werden oder rasch erlernt muß. Konventionelle Technik (ohne Seitenwechsel, Richtungskorrektur durch Heckpaddler) funktioniert gut, für höhere Dauergeschwindigkeiten lohnt sich sitŒn switch. Kurze, harte windgetriebene Wellen auf offenen Wasserflächen durchschneidet das gut gleitende Boot wie Butter, bei größeren Wellen reitet der relativ hohe Bug über die Welle, auch bei rauhen Bedingungen auf Seen ist der Lauf sehr trocken. Bei geringer Beladung besteht aufgrund der relativ hohen Seitenwände und der Länge eine deutliche und unangenehme Windempfindlichkeit, der durch Trim und Technik (und, wenn möglich: Beladung!) entgegnet werden muß. Bei zunehmender Beladung wird der Itasca naturgemäß spurtreuer, noch stabiler, etwas langsamer und deutlich weniger windanfällig. Generell ist ein korrekter Trim entscheidend für gute Laufeigenschaften aufgrund der relativ schlanken Bootsenden, hierbei sind Schiebe-Sitze vorne und hinten unbedingt empfehlenswert!
Fazit:
Für (zumindest manchmal) extremes Gepäck oder mehr als 3 Personen (Alternative 2 Kanadier bedenken!) ist der Itasca, falls die Möglichkeiten zu Lagerung, Transport und Bezahlung des königlichen Preises bestehen, ein enorm vielseitiges Boot mit exzellenten Fahreigenschaften in Form von guten Gleiteigenschaften, trockenem Lauf und sehr hoher (Kenter-)Sicherheit. Auch die Anwendung mit zwei Personen ohne Gepäck bringt viel Spaß, sollte jedoch aus verständlichen Gründen nicht hauptsächlicher Anwendungszweck sein. Bei Vermeidung von Wildwasser, engen oder schnelleren Fließgewässern sowie offenen, windexponierten Wasserflächen ist der Itasca im Bedarfsfall auch eingeschränkt anfängertauglich bei entsprechender Motivation zum raschen Erlernen der notwendigen Paddeltechnik, ohne die das Boot seine Eigenschaften nicht annähernd entfalten kann.
Viele Fragen im Forum werden von Einsteigern gestellt, die sich Rat holen möchten für ihre Entscheidung, welches Boot es wohl sein sollte. Vielleicht wäre da auch ein Erfahrungsbericht eines Einsteigers, wie ich, interessant. Das möchte ich hiermit tun und mich schon jetzt bei den Profis und alten Hasen entschuldigen, falls das eine oder andere nicht ganz so perfekt dargestellt wird.
Die Situation: Familie, eher sportlich orientiert, etwas Erfahrung durch sporadische Touren mit Leihbooten, Technik etwas vorhanden, gerne am Bodensee (oder sonstigen Großgewässern), Tagestouren oder schnelle Kurztrips
Das Boot: Der Sundowner 18 ist zuerst einmal sehr schön anzuschaun. Wir haben ihn mit Holztrimm und in der Laminatfarbe burgund gesehen und uns "verliebt". Nach der Probefahrt (und auch schon davor...) war klar: das ist unser Boot! Daten: Länge: 5,49cm Breite: 89cm Gewicht: gewogene 34,5kg mit Holztrimm und 4 Sitzen, Version Tuf-Weave mit Querrippen (Wenonah Standard) Deckt sich genau mit der Herstellerangabe.
Bughöhe 51cm übergehend in ein leichtes Flare gegen anhängliche Wellen, mittschiffs ganz leichter Tumblehome mit 34cm hoher Bordwand und hinten gerade mit einer Heckhöhe von 43cm. Das Boot ist also asymmetrisch. Kielsprung gibt es keinen. Preis ab 1790,- Euro, mit obiger Ausstattung 2255,- Euro.
Praxis: Schon beim Probepaddeln viel auf, dass die Anfangsstabilität nicht überragend ist. Von mir eher positiv gewertet, da anfänglich einfache und leicht beherrschbare Dinge später oft langweilig werden. Nachdem ich auch mehr über Canadier gelesen und verglichen habe liegt das am Rundboden des Sundowners, der dafür hervorragende Endstabilität birgt. Im Laufe der 2 Saisons, die wir mit diesem Boot gepaddelt sind wussten wir diese gutmütige und freundliche Endstabilität zu schätzen. Wir sind noch nie gekentert oder in tückische oder unberechenbare Bereiche beim Kanten geraten. Die Sitzpositionen vorne und hinten sind genial, weil nah am Süllrand. Der Bugmann (-frau) sollte jedoch nicht zu lange Beine haben. Einmal in Schwung gebracht, gleitet der Sundowner unheimlich leicht und locker übers Wasser. Steuerschläge sind nur sporadisch notwendig, der Geradeauslauf ist beeindruckend. Dafür braucht er Nachdruck beim Steuern. Als Heckmann (-frau) allein das Boot zu dirigieren geht nur bis zu einem gewissen Grad. Wendungen und enge Kurven benötigen Zieh- und Hebelschläge des Bugmannes. Dadurch wird es auch vorne nie langweilig. Aber dies zeigt auch schon die Einschränkung des Sundowner 18: enge Kleinflüsse sollten nicht das Haupteinsatzgebiet sein.
Solo: Bald hat mich der Ehrgeiz gepackt, das Boot auch Solo zu paddeln. Der 3.Sitz hinter dem Joch ist dafür bestens geeignet (wenn vorhanden). Ansonsten muss man sich auf die Fersen setzen. Meine Befürchtung, dass der Wind ein entscheidender Faktor beim Solopaddeln sein wird, bestätigte sich beim 1. Soloversuch: nur mit Mühe und unter großer Kraftanstrengung konnte ich meine Familie am Absetzpunkt (gegen den Wind) wieder einsammeln. Die nächsten Solo-Versuche verliefen immer besser, da ich an der Technik zu feilen begann. Manchmal probierte ich 2h nur Schläge und Manöver aus. Seither macht es einfach riesig Spaß alleine mit dem Sundowner unterwegs zu sein (bei wenig oder keinem Wind). Durch Aufkanten "bis ins Unendliche" wird er sogar richtig wendig. Man kann ihn dann auch nur mit Körpereinsatz in die Kurve dirigieren. Das Schöne am Solopaddeln mit diesem langen Boot ist die Bestimmtheit, mit der ein Manöver durchgeführt werden muss, sonst passiert nichts oder nur sehr wenig. Also keine halbherzigen Sachen. Dann aber zieht er ruhig und ohne Hektik, aber trotzdem zügig seine Bahnen.
Fazit: Der Sundowner 18 ist am Anfang sicher kein ganz einfaches Boot ABER schon nach kurzer Zeit gleitet er sich in die Herzen seiner Antreiber. Er ist schnell und gutmütig und wird mit jeder Tour interessanter. Als Normalpaddler wird man höchstwahrscheinlich nie über die Grenzen dieses Bootes hinausgelangen. So bietet es auch Sologenuss der besonderen Art für den, der sich Zeit nimmt zum Probieren und Verfeinern der möglichen und nicht möglichen Schläge. Wenn man sich zu Zweit (bis Viert) genüsslich reinsetzten und ohne viel Anstrengung zügig vorankommen möchte, dann ist der Sundowner 18 erste Wahl auf Seen und großen Flüssen. Der winklige Kleinfluss sollte dann ausgeklammert werden. Wenn man aber Anstrengung als gewisse Herausforderung ansieht, dann eröffnet einem der Sundowner auch in kleineren Gewässern und auch im Solobetrieb ein besonderes Gefühl der Zusammenarbeit von Boot und Mensch.
Beschreibung: Der Prospector von Clipper ist ein tyisches Flußboot mit Platz für viel Gepäck, viel Freibord - na eben ein echter Prospector. Canadier von Clipper werden meines Wissens z.Z. in Deutschland nicht (bzw. nicht mehr) angeboten. Der Rumpf ist aus GFK laminiert und hat einen ausgeprägten Rundboden. Anfänger werden ihn leer gepaddelt vielleicht als etwas "kipplig" empfinden. Mit 16 Fuß Länge und ca. 10 cm Kielsprung ist das Boot im fließenden bis mäßig wilden Wasser zu Hause. Mit 35 kg Dienstgewicht liegen die Prioritäten ganz klar bei "Stabil" Eigenschaften: Ein Arbeitstier im ursprünglichen Sinn: Dieses Boot wurde schon viel geschunden, über unzählige Baumhindernisse geschliffen - dieser Canadier scheint unverwüstlich. Einige seiner Royalex-Kollegen sehen bei gleicher Beanspruchung schon ramponierter aus. Ein Boot wie ein Panzer, leider auch vom Gewicht. 35 kg sind nicht ganz ohne. Trotzdem trägt sich der Canadier mit dem Tragejoch, das recht gut geschnitten ist, noch ganz passabel. Für 2 Paddler bietet das Boot dank tiefem Rumpf viel Kapazität für´s große Gepäck. Auf bewegtem Wasser macht der Prospector eine gute Figur: läuft trocken und ist sehr wendig. Erstaunlicherweise läuft der Prospector auch auf stehendem Wasser noch ausreichnd leicht und schnell. Viel besser, als man es von vielen anderen Prospectoren kennt und erwartet hätte. Der scharf ausgeformte, steife Rumpf macht es möglich. So ist er jedem Royalex-Prospector überlegen. Allerding bringen seine RX-Brüder auch 5 - 6 kg weniger auf die Waage. Beim Überfahren von Hindernissen gibt der Boden allerdings (im Gegensatz zu Royalex) nicht nach.
Material: GFK-Laminat in extrem stabiler Ausführung. Selbst das Gel-Coat scheint unverwüstlich. Diese Panzerung braucht keine zusätzlichen Aussteifungen. Der Holztrimm ist ordentlich verarbeitet, das Tragejoch (obwohl es auf den ersten Blick nicht so aussieht) relativ komfortabel.
Fazit: Ein tolles Flußboot mit überdurchschnittlichen Eigenschaften im Fließwasser wie auch auf stehendem Wasser. Diese herausragenden Eigenschaften werden allerdings durch ein sehr hohes Gewicht erkauft.
Einen Solocanadier wollte ich haben, ein hochwertiges Boot aus einem leichten Laminat, das außer einem Seekajak vielleicht, ideal für mein Lieblingsrevier geeignet ist, nämlich dem Untersee (Bodensee) und dem Hochrhein. Mein Wunschcanadier sollte folgende Eigenschaften haben: -Angenehm leicht zu paddeln, damit selbst lange Etappen nicht zur Tortur werden. -Schnell genug, um auch 2-er Canadier begleiten zu können. -Akzeptable Zulademöglichkeit (ihr wißt schon, die dicke Therm-a-Rest, die Gaslaterne und .....). Mit diesen Anforderungen wird die Auswahl, zumindest hier in Deutschland, sehr übersichtlich, was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muß. Letztendlich standen 3 Canadier zur Wahl, von denen mir der Magic schließlich am meisten zusagte. Unser erster Kontakt war unspektakulär, bei einem Kanu-Treffen lag er auf einer Wiese inmitten einiger anderer Boote. Was auffiel, war seine sehr schmale Draufsicht, den markanten Tumblehome bemerkte ich erstmal kaum. Später sah ich ihn dann auf dem Wasser, und obwohl er in dieser Situation nicht von einem Experten gepaddelt wurde, konnte man sein Geschwindigkeitspotential schon erkennen. Zum Paddeln kam ich an diesem Tag leider nicht. Bei unserem zweiten Kontakt, wieder ein Kanu-Treffen, habe ich den Magic dann selbst ausprobiert. Der Einstieg machte trotz seines schlanken Rumpfes, ca. 75 cm max. Breite, und leichten Wellen keine Probleme, die Anfangsstabilität geht für so ein schmales Boot in Ordnung. Füße unter den Sitz geklemmt, Paddel ins Wasser und - Ernüchterung. Von der Leichtigkeit eines Wildfire's, den ich damals schon kannte, und von dem auch der Merlin, den ich jetzt vor kurzem genossen habe, noch viel hat, war der Magic doch um einiges entfernt. Ich begann zu zweifeln. "Keine vorschnellen Urteile"; sagte ich mir, "du weist was du willst und was dir wichtig ist, laß dich einfach auf das Boot ein". An diesem Abend habe ich ihn mir dann "einpacken" lassen und mit nach Hause genommen. (In weiser Voraussicht habe ich mir schon einen reservieren lassen.) Das ist nun über 2 Jahre her, und diese Zeit müßte ausreichen, um sich ein umfassenderes Urteil über diesen Canadier zu erlauben. Der Magic ist ein Boot mit dem ich selbst lange Etappen zurücklegen kann, ohne am Ziel die nächste Massagepraxis aufsuchen zu müssen. Einmal in Fahrt, (ja, man muß ihn erstmal in Schwung bringen, aber das ist kein großer Akt) läßt er sich angenehm leicht auf einem sicher überdurchschnittlichen Reisetempo halten. Wenn es dann doch mal sein muß, lassen sich auch noch 1, 2 oder kurzfristig gar 3 Briketts nachlegen, und dann ist es schon faszinierend, wie das Ufer an einem "vorbeifliegt". Nicht unwesentlich beim Magic ist meines Erachtens das verwendete Paddel. Ich habe manchmal bei ihm den Eindruck, das Mensch, Boot und Paddel nicht harmonieren. Da ist dann der Schaft zu weich oder zu steif, das Blatt zu groß oder zu klein. Meine "Lieblingspaddelpaarung", nicht nur beim Magic, ist ein schmales Paddel, das flexibel ist, ohne dabei schwammig oder indifferent zu wirken, und ein breites Paddel, das ursprünglich zum Freestylen verwendet wird, aber auch wunderbar als relativ leichtes Tourenpaddel einsetzbar ist. Ich paddle den Magic nicht in Sit'n Switch-Technik, obwohl er dafür wahrscheinlich sehr geeignet ist, sondern klassisch auf einer Seite, relativ aufrecht oder auch gekantet, wenn es die Bedingungen zulassen. Die Fähigkeit, ihn wirklich entspannt gekantet zu fahren, um damit seine Beweglichkeit zu erhöhen, unterscheidet ihn auch von seinen Konkurrenten, die ebenfalls in der engeren Wahl standen. Ergibt mir selten ein unsicheres Gefühl, und wenn ich es dann doch mal übertreibe und er mich "rauswirft", dann ist es so, als ob er mir nachrufen würde: "Siehst du, das hast du nun davon, ich bin doch kein Freestyle-Boot. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt beim Canadierfahren ist der Wind. Bei meinen aufgezählten Erfahrungen lagen max. Windstärke 4 an, meistens aber darunter. Das halte ich noch für realitätsnah. Beginnen möchte ich mit einem Schwachpunkt des Magics. Macht er keine oder nur geringe Fahrt, muß man doch ordentlich "arbeiten", um ihn durch den Wind zu drehen. Hier merkt man doch, dass er auf Grund seiner Länge dem Wind ordentlich Angriffsfläche bietet. Das Bild ändert sich aber deutlich, wenn er einmal in Fahrt ist. Dann sind die Windeinflüsse selbst bei "Leerfahrt", also nur mit mir besetzt für einen Canadier sehr gering. Im beladenen Zustand verringern sich die Einflüsse naturgemäß noch mehr, dann zieht er nahezu unbeirrt seine Bahn, egal ob der Wind von der Seite oder von schräg vorne kommt. Damit komme ich zu einem weiteren Schwachpunkt, wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich ihm das überhaupt als Nachteil ankreiden soll. So angenehm es auch ist, nahezu unbeirrt seine Bahn zu ziehen, so notwendig ist es manchmal auch, den Kurs zu ändern. Auf einem ruhigen Gewässer und genügend Zeit spielt das eine geringe Rolle, bei fließendem Wasser, dabei noch ordentlich beladen, würde ich mir etwas weniger "Sturheit" wünschen. Aber wahrscheinlich ist das eine Eigenschaft, die man bei jedem Tourenboot mehr oder weniger findet. Es käme auch der Quadratur des Kreises gleich, wenn er das ebenfalls noch gut hinkriegen würde. Als Meßlatte für den Trockenlauf fungiert bei mir seit kurzem der "Koblenzer Laufen", ein wuchtiger, ca. 500 m langer Schwall auf dem Hochrhein. Mit kurzen, unregelmäßigen Wellen, die z. T. die 2-3 fache Bordwandhöhe erreichen, kann er manchem Boot gehörige Probleme bereiten. Der Magic schlug sich hier, beladen mit ca. 120 kg, wirklich beachtlich. Selbst in den stärksten Brechern nahm er nur ein paar Spritzer Wasser über. In diesen Situationen ist wohl auch seine Länge von Vorteil. Nun, was will man eigentlich mehr von einem Flachwasser-Tourenboot? Zum Schluß möchte ich noch seine Optik ansprechen, wobei das natürlich kein objektives Qualitätskriterium ist, sondern rein subjektiv. Sein "technisches" Design gefällt mir ausnehmend gut, wie bei den meisten Bell-Canadiern. Alles, was an ihm dran ist bzw. nicht dran ist, scheint Sinn zu machen. Man kann es schon als sinnlich bezeichnen, wenn er vor dir fährt, und Du in Ruhe seine Hinteransicht betrachtest, und dich dann fragst, an was dich die schmale Taille und das wohlgeformte "Tieferliegende" erinnert. Ja, jetzt gerate ich doch wieder ins Schwärmen. Schluß jetzt! Mein Fazit: Der Magic kommt meinen Vorstellungen zu einem Tourenboot ziemlich nahe. Für mich ist er der vielseitige Touren-Solocanadier par excellence!
Im Herbst 2001 hatte ich Gelegenheit, auf einer einwöchigen Tour in Schweden den größten Tourencanadier der Firma Bell auszuprobieren, den Northwoods:
Man sieht dem Boot auf den ersten Blick an, wofür es gebaut wurde: schnelles Vorankommen auf Seen und ruhigen Flüssen. Bei 566cm Länge und 90cm Breite denkt man gleich an den alten Paddlerspruch "Länge läuft".
Ein Eindruck, der sich vollauf bestätigte. Doch nicht nur auf spiegelglattem Wasser, auch bei Wellengang spurt der Northwoods beeindruckend nach vorn. Durch den leicht eingezogenen Süllrand im Mittelbereich bleiben die meisten Wellen, wo sie hingehören: außenbords. Lediglich bei kurzen, dicht aufeinanderfolgenden Wellen zeigte die Länge ihren Nachteil, der Bug schnitt in das anrollende Wasser und mein Frontmann Georg bekam nasse Knie.
Eine Verbindung zwischen zwei Seen mit recht flotter Strömung und etlichen Steinhindernissen gab uns die Möglichkeit, das Boot auch unter Fließbedingungen zu testen. Es machte dabei eine bessere Figur, als ich es erwartet hatte. Allerdings mußte man schon deutlich Fahrt herausnehmen, um den tückischen glatten Steinen rechtzeitig auszuweichen, hat der Kahn erst mal richtig Geschwindigkeit, will er nur noch geradeaus.
Natürlich haben wir abends das Boot auch mal ohne Gepäck probiert, sowohl Tandem als auch Solo. Unser Mitpaddler Dieter brachte es auf den Punkt: "Der geht ja ab wie Schmitts Katze". Ich kenne Schmitts Katze nicht, aber sie muß höllisch schnell sein. Jetzt überraschte das Boot auch mit einer Wendigkeit, die ich ihm nicht zugretraut hätte. Schon ein bißchen Kanten reduzierte den Wendekreis drastisch.
Der Northwoods ist der größte Canadier von Bell und hat eine Zuladung von 540kg bei 15cm Freibord. Sicher haben wir diese enorme Kapazität bei weitem nicht ausgenutzt, doch so um 350kg hatten wir auch auf der Waage. Anfang Oktober muß man auch in Schwedens Süden mit allen möglichen Wetterbedingungen rechnen, der Bedarf an Packvolumen ist entsprechend. Um die Zuladung vergleichbar zu machen, eignen sich die rot-weißen Packtonnen mit 41cm Durchmesser, die es in den Höhen 64, 52 und 42cm gibt. Der Mittelteil nimmt locker drei große und zwei mittlere Fässer auf (oder entsprechende Packsäcke, die sich noch besser den Rundungen anpassen). Zwischen den Tonnen lassen sich jede Menge Kleinteile unterbringen (wenn man solche Packerei mag) und der Platz in Bug und Heck reicht für Zelt, Daypack oder ähnliches.
Fazit: das Raumangebot ist üppig, auch ein paar Bierdosen dürfen noch mit.
Unser Testboot war aus KevCrystal, einem speziellen Kevlar Laminat, das bei geringstem Materialeinsatz eine höchstmögliche Steifigkeit bietet. Ganze 22,6kg bei einem 18,6 ft langem Canadier sprechen für sich. Die Verarbeitung ist edel, sowohl bei Bootskörper als auch beim Holzsüllrand. Etwas schwach fand ich für meine 115kg die Sitzaufhängung und vor allem die nur eingeklebten Sitzgeflechte. Bei einer langen Seentour will man nicht nur knien, sondern zwischendurch auch mal die Beine strecken, und da hätte ich mir solide schnurgeflochtene Sitze a la Nova Craft gewünscht.
Wer auf Seen mit Gepäck unterwegs sein will, kann sich kaum einen besseren Canadier aussuchen, uns jedenfalls hat die Woche im Northwoods rundum Spaß gemacht.
Beschreibung : Der Adirondack ist ein 16-Fuß-Canadier mit hoher Anfangsstabilität. Länge: 4,88 m ; Breite: 91 cm bei 88 cm Wasserlinie, die Höhen liegen bei 50 cm Bugsteven, Mitte 35 cm und Hecksteven 42 cm. Das Gewicht beträgt je nach Material 17 kg bis 28 kg.
Eigenschaften : Mein erster Eindruck: besser, als erwartet. 16 Fuß ist keine Länge für ein Rennboot. Trotzdem läuft der Adi schneller, als erwartet. Eine we.no.nah-typische fast gerade Kiellinie in Verbindung mit einem deutlich asymetrischen Rumpf und einem schlanken Vorschiff machen es möglich. Auch in einer Gruppe durchschnittlicher 17-Fuß-Canadier wird man keine Probleme haben, auf einer Tour die Geschwindigkeit zu halten. Das Boot hat auf Grund des relativ flachen, breiten Bodens eine recht hohe Anfangsstabilität, die ihn auch für Anfänger oder Kinder recht sicher macht. Trotzdem läßt sich der Adi solo gepaddelt akzeptabel aufkanten, ohne unsicher zu werden. Wieder etwas, was ich auf Grund des flachen Bodens nicht so erwartet hätte. Tandem geht kanten wegen des flachen, breiten Bodens nicht wirklich gut. Seine "Kürze" in Verbindung mit dem flachen Boden machen den Canadier relativ wendig. Auf Kleinflüssen ohne WW absolut ausreichnd. Auch die engste Kehre ist auf kleinen Bächen problemlos möglich. Auch hier ist wieder mehr drinn, als ich bei einer fast geraden Kiellinie erwartet hätte. Die Zuladung liegt im Feld eines durchschnittlichen 16-Fuß-Bootes. Ausreichend für 2 Personen plus Gepäck für 2 Wochen, aber eben kein Boot für eine lange Expeditionen.
Material: Der Adirondack wird in Royalex (27 kg), Tuf-weave ( 28 kg) oder in Kevlar (17 kg) gefertigt. Für steinige Einsätze ist Royalex sicher sinnvoll, sonst je nach Geldbeutel oder Ansprüche die laminierten Varianten.
Fazit : Erster Eindruck: eine graue Maus. Zweiter Eindruck: ein Canadier, der mehr ist, als er scheint. Sicher kein Boot für spezielle Anforderungen oder Erwartungen im High-End-Bereich, es gibt für jede Disziplin bessere Boote. Der Adirondack ist ein guter Allround-Canadier mit viel Anfangsstabilität, der nirgendwo Schwächen hat. Der erste Eindruck "typisches Einsteigerboot" täuscht.
Nach ein paar kleinen Verzögerungen ist es nun soweit. Heute hole ich die Kalender aus der Druckerei. Wer bestellt hat, dürfte sie dann zum Wochenende oder spätestens Anfang kommender Woche haben.
Mad River ist jenseits des Atlantik einer der Marktführer in Sachen Canadier. Nachdem 1972 das damals neue Material Royalex für den Canadier-Bau eingeführt wurde (Trip von Old Town 1974), brachte die Firma 1975 erstmals den Explorer in Royalex auf den Markt, der sich schnell zu einem der meistverkauften 16-Fuß Allround-Canadier entwickelte. Ausschlaggebend waren neben den Materialeigenschaften von Royalex die gutmütigen Fahreigenschaften bis zum leichteren Wildwasser und die hohe Zuladungskapazität. Von 1983 bis 1991 gab es den Explorer auch in 17 Fuß. 1992 wurde der 17-Fuß Explorer vom Revelation abgelöst.
MadRiver selbst schreibt über den Revelation: Our most versatile "big" canoe. Once described as the "Volvo� station wagon of canoes" the Revelation is a river-tripping loadmaster with good tracking, especially loaded. Versatile, durable and surprisingly maneuverable, this is the canoe when capacity is needed and conditions require maneuvering and a dry ride.
Trotz der Subjektivität und Marketing-Abhängigkeit von derartigen Firmenstatements kann hier kaum widersprochen werden. Gedacht als Allround-Boot mit hoher Stabilität, Zuladungskapazität und trockenem Lauf bei gutmütigen Fahreigenschaften, ist der Revelation bis heute einer der interessantesten Royalex-17-Fuß-Canadier für Fließgewässer bis Wildwasser.
Rumpfform:
Die Abmessungen von 518cm Länge und 94cm Breite weisen bereits auf ein hohes Volumen hin, welches beim Revelation jedoch noch über dem erwarteten Wert liegt aufgrund sehr voluminöser Enden bei symmetrischer Rumpfform. Die Höhe an Bug und Heck liegt bei 61cm, die Seitenwandhöhe in der Mitte wird offiziell mit 35,8cm angeben - ein kleiner Teil geht hierbei "verloren" durch den flachen V-Boden, wodurch die effektive Seitenwandhöhe etwas niedriger liegt. Bei starker Beladung (deutlich über 300kg) bleibt im mittleren Bereich hierdurch nicht sehr viel Freibord, was unter normalen Bedingungen aber kein Problem darstellt und eine relativ niedrige Windanfälligkeit mit sich bringt, die Trockenheit beim Befahren von Stromschnellen mit höheren Wellen bei sehr hoher Zuladung jedoch eingeschränkt, da Wellen meist nach ca. einem Drittel der Bootslänge über den Rand steigen. Der Revelation hat einen deutlichen Kielsprung (mehr als z.B. der Explorer) und sehr viel Flare in Bug und Heck, die Mittelsektion ist gerade, die Chines sind relativ weich gehalten (soweit möglich bei V-Boden - andere Canadier mit rundem Boden haben weichere Chines). Mad River gibt die Zuladungskapazität für einen Rest von 15cm Freibord mit 544kg an - ein extremer Berg an Gepäck und Menschen, der unter üblichen Bedingungen weder erreicht wird noch zu empfehlen ist. Durch die hohe Breite in der Bootsmitte können hier sehr bequem zwei Kinder nebeneinander sitzen, wofür bei derartigem Dauerbetrieb eine dritte Sitzbank leicht montiert werden kann.
Materialien/Ausstattung:
Den Revelation gibt es aus gutem Grund nur in Royalex entsprechend seinem Einsatzgebiet moving water bis Wildwasser. Das Royalex ist entsprechend der Belastung wie bei den meisten andere Herstellern unterschiedlich dick an verschiedenen Stellen im Bootskörper. Der Revelation ist relativ steif für ein Royalex-Boot dieser Größe, ein wenig wabert der Boden im Bereich der V-Schenkel in der Bootsmitte. Auch nach 4 Jahren teils stärkerer Beanspruchung sind bisher keine ersten Schäden am unten mittlerweile ganz überwiegend aus Kratzern bestehenden Bootskörper aufgetreten. Das Gewicht liegt ohne Extras bei fast unerträglichen 35kg (wie bei den meisten anderen 17-Fuß Royalex-Konkurrenten), wodurch Tragen alleine über längere Strecken eine Herkules-Angelegenheit ist. Die Standardausstattung ist grün oder rot mit Vinylrand, der bei MadRiver Aluminium-verstärkt ist. Aufpreispflichtig ist der sehr stabile und gut verarbeitete Süllrand aus Weißesche. Alternativ gibt es den Revelation auch unter dem Namen Duck Hunter 17 Fuß in olive - der Holzrand wird hier ab Werk dunkel gebeizt. In allen Versionen sind Rattan-Sitze Standard, haltbarer sind Flechtsitze. Bemerkenswert ist die sehr stabile MadRiver-typische Holzbefestigung der Sitze. Auf Wunsch erhält man geformte Rattan- oder Flechtsitze (muldenförmig, etwas bequemer). Der Holzrand ist aus aesthetischen Gründen und wegen der höheren Steifigkeit zu empfehlen, wenn die Pflege und der Aufpreis kein Problem darstellen. Der Revelation mit Holzrand kostet derzeit ca. stolze 2250,- Euro (grob). Unbedingt empfehlenswert ist bei härterer Benutzung im WW ein Bug- und Heckschutz aus Kevlar, fest eingeklebte Kniepolster sowie zumindest Endbags (3D30 Voyageur oder vergleichbare). Auf die Vinylschicht im Bootsinneren können diverse D-Ringe für Befestigung von Gepäck usw. bombenfest geklebt werden (vinyl adhaesive).
Fahrbericht:
Getestet wurde der Revelation auf diversen stehenden und fließenden Gewässern in Süddeutschland, Österreich, Italien, Slowenien und Skandinavien mit bis zu 2 Erwachsenen, 2 Kindern mittlerer Größe und vollem Tourengepäck sowie ohne oder mit geringem Gepäck auf WW bis III°. V.a. für Anfänger oder Familien mit Kindern auffallend positiv ist die sehr hohe Anfangsstabilität, die von keinem mir bekannten Kanadier übertroffen wird. Auch die Endstabilität ist sehr hoch, eine Kenterung außerhalb von WW II°-III° ist im allgemeinen nur mit Absicht oder durch groben Unfug möglich. Die Sitzposition im Bug ist v.a. für kleinere Paddler ergonomisch nicht optimal aufgrund der hier schon hohen Bootsbreite, ggfs. kann der vordere Sitz etwas nach vorne montiert werden, falls ausschließlich kleine Personen hier sitzen sollen und kein Endbag im Bug benutzt werden soll (dürfte aber aufgrund des Haupteinsatzbereiches meist eher nicht in Frage kommen). Die Sitzposition hinten ist etwas besser, aber auch hier wird das Boot schnell breit vor dem Hintermann, so daß das Paddeln parallel zur Längsachse im Vergleich zu anderen schlankeren Canadiern nicht optimal bequem ist. Diese Nachteile gewinnen genau dort Bedeutung, wo der Revelation ohnehin nicht seinen Anwendungsschwerpunkt hat und nicht besonders gut geeignet ist - auf langen Touren mit hoher Geschwindigkeit auf stehenden oder anderen offenen Gewässern v.a. mit windgetriebenen Wellen. Im Anwendungsfall wie gedacht - nähmlich downriver - verlieren diese Punkte stark an Bedeutung, denn hier spielt der Revelation gerade durch seine Form alle Trümpfe aus. Der Lauf in hohen Wellen ist enorm trocken und die Stabilität in bewegtem Wasser sehr hoch. Die Empfindlichkeit gegenüber Querströmungen ist ohne Kanten (v.a. bei stärkerer Beladung naturgemäß) mittelhoch, mit Aufkanten (gut möglich) kein Thema. Durch den flachen V-Boden ist trotz deutlichem Kielsprung die Richtungsstabilität und Spurtgeschwindigkeit sehr gut, was sich v.a. in wuchtigeren Stromschnellen sehr positiv auswirkt. Die Drehfreudigkeit liegt aufgrund der Länge natürlich unter der von Booten wie 16-Fuß-WW-Touren-Booten MadRiver Freedom oder Old Town Appalachian. Mit guter Technik und nicht zu starker Beladung ist der Revelation jedoch recht drehfreudig und eddy-hopping ist die pure Freude, solange es nicht zu eng wird. Im Vergleich zu vorgenannten 16-Fuß-WW-Canadiern punktet der Revelation aber durch höhere (auch Richtungs-) Stabilität und Volumen. Verblocktes technisches Wildwasser macht weniger Spaß und hier sind auch bald die Grenzen erreicht. Side-slipping ist durch den (flachen) V-Boden ein bißchen schwieriger als bei Kanadiern mit flachem Rundboden. Zum Surfen braucht man entsprechend der Bootsgröße etwas größere Wellen. Im Toureneinsatz mit starker Beladung bleibt der Revelation enorm stabil, gewinnt weiter an Richtungsstabilität und wird recht windunanfällig. Windgetriebene Wellen auf Seen sind mit die größten Feinde des Revelation, denn diese bremsen durch Platschen gegen den voluminösen und dann stampfenden Bug die Fahrt stark ab. Der Revelation ist aufgrund seiner Formen kein schnelles Boot gemessen an guten laminierten Tourencanadiern und kann hier naturgemäß in keiner Weise mithalten in Sachen Leichtlauf. Gute Tourengeschwindigkeiten sind für ein eingespieltes Team auf Fließgewässern aber gut möglich, auch auf ruhigeren stehenden Gewässern läuft das Boot noch akzeptabel (und bessere als etliche andere insbesondere kürzere Royalex- und PE-Boote). Kurzfristig sind hohe Geschwindigkeiten bei entsprechendem Krafteinsatz möglich (z.B. Vorwärtsfähre in sehr starker Strömung).
Anwedungsbereiche:
Sehr gut geeignet ist der Revelation v.a. für folgende Anwendungsbereiche:
- Touren mit oder ohne Gepäck auf Fließgewässern bis hin zu leichtem oder mäßig schwerem Wildwasser
- Gemischte Touren wie o.g. mit relevantem Anteil an steinigen Fließgewässern oder WW, Expeditionen, harte Uferbedingungen
- sportlicher Einsatz auf mäßigem bis schwerem nicht zu stark verblockten Wildwasser (Flotation usw.)
- kürzere Touren auf geschützten stehenden Gewässern mit Kind und Kegel
Zugeladen werden können bei weiter guten Fahreigenschaften 2 Erwachsene und 2 Kinder mit vollem Tourengepäck.
Weniger gut geeignet ist der Revelation für längere Touren auf stehenden, insbesondere offenen windexponierten Gewässern oder für die Anwendung auf stark verblocktem WW.
Fazit:
Der Revelation ist ein relativ vielseitiger großvolumiger Royalex-Canadier mit hoher Stabilität und ausgewogenen Fahreigenschaften mit klarem Anwendungsschwerpunkt Fließgewässer bis Wildwasser III°. Vorteile sind enorme Stabilität, ein guter Kompromiß zwischen Richtungsstabilität und Wendigkeit, sehr trockener Lauf in Stromschnellen und hohe Zuladungskapazität. Nachteile sind hohes Gewicht und Preis. Für die Anwendung zu zweit schlägt der Revelation die meisten 16-Fuß-Royalex-Konkurrenten im Bereich down-river-touring und nichtverblocktes Wildwasser durch höhere Kapazität, besseren Lauf und Richtungsstabilität sowie bessere Wellentauglichkeit, wenn das höhere Gewicht verkraftet werden kann. Für die Familie mit Kindern und nicht reine Anwendung auf stehenden, nichtsteinigen oder Großgewässern (dann laminiertes Boot!) und zu erwartende oder mögliche härtere Beanspruchung auf flachen oder steinigen Fließgewässern ist der Revelation allererste Wahl aufgrund hohen Volumens, außerordentlicher Stabilität und gutmütigen Fahreigenschaften, mit steigendem Können bietet sich die Anwendungsausweitung auf zunehmend schnelleren Fließgewässern bis ins WW und die ganz große Tour/Expedition an. Die genannten Vorteile werden durch ein hohes Gewicht erkauft, welches das Handling an Land deutlich erschwert und längere Portagen nicht empfehlenswert macht. Der Revelation ist mittlerweile relativ teuer, dafür erhält man aber ein für den Anwendungszweck erstklassiges Boot in sehr guter Verarbeitung.
Einen weiteren Testbericht zum MadRiver Revelation von einem sehr viel mehr erfahrenen "open canoeist³ als mir gibt es unter http://www.open-canoe.de
Der Wild Fire ist ein Kanadier, der von Bell Canoe Works in den USA hergestellt wird. Er hat eine Länge von 14' (427 cm), auch für einen Solo-Kanadier ist das recht kurz. Mittschiffs zeigt der Wild Fire deutliches tug in, was in einer Breite von 69 cm an den Gunnels resultiert. Die maximale Breite ist mit 76 cm deutlich größer. Der Wild Fire hat einen deutlichen Rundboden, was man auch an der Breite bei 8 cm Wasserlinie sieht. Sie beträgt 67 cm (wird laut Bell bei einer Zuladung von 110 kg erreicht). Die Bordwandhöhe liegt Mittschiffs bei 32 cm, im Bug bei 47 cm, das Heck zeigt 42 cm. Wie auch andere Boote von Bell hat der Wild Fire differentiellen Kielsprung. Im Bug sind das knapp 6.5 cm, im Heck 3.8 cm. Das ist bei 14' Gesamtlänge schon recht viel. Die optimale Zuladung liegt laut Bell zwischen 70 und 130 kg. Ich halte das für realistisch, würde selbst auch nicht mehr als 70 kg zusätzliches Gepäck mit in das Boot nehmen. Das Gewicht des Bootes liegt je nach Ausführung zwischen 15 (Kevlar Ultra Leicht) und 20 kg (Royalex). Wie man es von Bell nicht anders kennt, ist die Verarbeitung sehr gut. Das Laminat ist erstaunlich sauber gearbeitet, der Holztrim ist genau angepaßt und hat die ein Bell kennzeichnenden Walnuß Decks. Formschön ist der Wild Fire wie kaum ein anderes Boot.
Wenn man in den Wild Fire einsteigt, bemerkt man zunächst eine nicht besonders hohe Anfangsstabilität. Du sitzt also im Boot und beginnst zu paddeln, Du bemerkst, das man für 14' recht schnell unterwegs ist. Der Ausfluß am Ende des Sees ist schneller erreicht als Du eigentlich gedacht hättest. Der Bach beginnt sich in engen Kurven mit flotter Strömung dahinzuwinden. In der ersten Kurve bemerkst Du es dann. Du legst das Boot auf die Seite, lehnst es in die Außenkurve, wie von Geisterhand fährt es jede Kurve aus, wird dabei nicht einmal wesentlich gebremst. Die vielen kleinen Querströmungen gleiten unter dem Rumpf einfach hindurch, jetzt hast du ein breites Grinsen auf dem Gesicht, kein noch so kleines Kehrwasser wird ausgelassen um das Boot zu drehen, dann geht es rückwärts weiter, bis Dir einfällt, daß Du eigentlich mal einen ``reverse christie''2 probieren könntest. Kurz danach geht es vorwärts weiter, obwohl das Grinsen eigentlich ohne Spätfolgen nicht mehr breiter werden kann, wird es breiter. Auf eine Drehung folgt der nächste Kringel, dann versetzt Du das Boot seitlich mit einem ``side slip'', weil ein Baumstamm fast über den ganzen Flußragt. Fast ohne einen Laut von sich zu geben gleitet der Wild Fire zur Seite und dann weiter an dem Stamm vorbei, jetzt tut das Grinsen schon weh. Dann fällt Dir auf, daß es schon viel zu spät ist, obwohl Du auf dem See viel schneller warst, hat die fahrt viel länger gedauert. Das muß wohl irgendwie mit dem Grinsen in Deinem Gesicht zusammen hängen. Am Aussetzpunkt fällt Dir wieder die Anfangsstabilität auf, das Grinsen ist aber immer noch so groß wie zuvor.
OK, daß war nicht ganz objektiv, zeigt aber wo der Wild Fire zu Hause ist. Auf nicht zu großen Seen ist er recht schnell unterwegs, läuft in Wellen aber nicht so trocken wie andere, längere Boote (z.B. Rendevous). Bei der Drehfreudigkeit fällt mir aber kein anderes Boot ein, daß so schnell ist. Die Drehfreudigkeit ist allerdings an das Maß der Kannte gebunden. Damit wird auch klar, warum der Wild Fire so gern zum Freestyle-Paddeln benutzt wird. Sicherlich gibt es auch hier Boote, die das besser können (wie der z.B. Twister), jedoch haben die dann auch kein Volumen mehr um mal 2 Wochen auf Tour zu gehen. Wildwasser ist nur sehr begrenzt möglich. Auch wenn der neue Bell Katalog etwas anderes impliziert, halte ich das Boot nur für leichtes Wildwasser geeignet. Die Stärke des Bootes liegt in anderen Bereichen. Ich kann mit meinem Wild Fire auf dem nächst besten Teich Freestyle paddeln, jeden Bach ohne schweres Wildwasser fahren, auf Seen ist man für die Länge von 14' schneller als mit jedem anderen Boot dieser Klasse und es geht genug Gepäck hinein, um kurze Touren von bis zu zwei Wochen zu machen.
Wie alle Bell Kanadier ist auch dieser kein Sonderangebot. Preise liegen zwischen DM 3140.- (Royalex mit Vinyltrim) und knapp DM 6000.- (Carbon). Für knapp DM 5000.- bekommt man den Wild Fire in WhiteGold mit Holztrim, das halte ich für sinnvoll. In Deutschland bekommt man nähere Informationen bei Wooden Boat. Allgemeines auf der Seite von Bell Canoe Works.
Der North Wind ist ein Kanadier, der von Bell Canoe Works in den USA hergestellt wird. Bei einer Länge von 17'6'' ist er schon recht lang, aber noch nicht unhandlich. Die maximale Breite liegt bei 91.5 cm, bei einem Tiefgang von 10 cm (wird bei etwa 220 kg erreicht) hat er auf Wasserlinie eine Breite von 81 cm. Das ist relativ wenig! Mit einer Tiefe von 35.5 cm ist er Mittschiffs im Vergleich zu anderen Touren Kanadiern recht tief. Am Bug beträgt die Bordwandhöhe 53 cm am Heck 48 cm. Auch das sind Werte die relativ hoch sind. Desweiteren hat der North Wind deutlichen Kielsprung von 6 cm, jedoch hat der Designer David Yost tief in die Trickkiste gegriffen und das Boot mit differentiellem Kielsprung versehen. Somit ist der Kielsprung im Heck nur knapp 4 cm. Das Gewicht liegt, je nach Ausführung, zwischen 21 (Carbon) und 28.5 kg (Royalex in 16'6''). Guck Dir das Boot mal an! Es sieht gut aus. Ich meine nicht, daß es irgendwelche Trapperträme erfüllt, sondern wirklich ästhetisch aussieht. Der Holztrim ist aus weißer Esche und ist wirklich sauber gearbeitet. Die Decks sind aus dunklem Walnußholz und haben seitliche Schlitze, um das ablaufen von Wasser zu erleichtern. Jetzt, wo die (mehr oder weniger) technischen Details geklärt sind, sollten wir mal einen Blick auf die Performance werfen.
Wer einmal in diesem Boot saß will so schnell nicht mehr aussteigen. Der schnittige Rumpf auf Position der Paddler sehr schmal, was eine effiziente Paddeltechnik sichert. Es ist kein Problem mit dem Paddel nah an der Kiellinie zu bleiben. Wenn man im Bug paddelt, ist man dem Boot sehr nah, man kann sich gut mit den Oberschenkeln (sofern man sitzt) abstützen. Auch das leichte Flare ändert daran nichts. Mein North Wind hat einen verschiebbaren Bugsitz, den ich sehr zu schätzen gelernt habe. Er bietet eine einfache Möglichkeit, daß Boot zu trimmen, sogat während des Paddelns. Außerdem gibt er die kleineren Personen die Möglichkeit sich weit vorn im Bug zu plazieren, wo das Boot schmal ist. Damit ist auch kleinen Personen die Grundvoraussetzung für saubere Technik gegeben und sie können den Auftriebskörper als Fußstütze benutzen. Damit kann man viel Kraft in den Catch legen ohne gleich herum zu rutschen. Im Heck hat man eine ebenso gute Möglichkeit, für saubere Schläge, da der Rumpf hier kein Flare hat. Leider sind keine Fußstützen in Bell Booten vorhanden. Ich sehe das für ein so schnelles Boot als Nachteil, da man im Sitzen einfach schneller paddeln kann. Zumindest die schnellen Boote sollten in Zukunft diese Möglichkeit bieten. Wenn ich es hinbekommen habe, eine vernünftige Stütze in mein Boot einzubauen, werde ich dazu ein Topic auf diese Seite stellen.
North Wind, click to enlarge! Ich war über die Geschwindigkeit erstaunt, die das Boot aufbaut, wenn man mit nicht zu viel Gepäck unterwegs ist. Der Kanadier gleitet sehr gut und man kann hohe Geschwindigkeiten über lange Strecken mit Leichtigkeit halten. Das ist sicherlich dem Schnittigen Rumpf und dem flachen Rundboden zuzuschreiben. Der differentielle Kielsprung verleiht dem Boot gute Kursstabilität auf Seen und sichert gleichzeitig einen guten Trockelauf in Wellen. Versteht mich nicht falsch, daß ist kein Marathon Racer, jedoch ein sehr schnelles Boot für die, die Nicht nur auf Seen unterwegs sind und schon eine gewisse Menge an Ausrüstung mitnehmen. Der MN II We no nah ist schneller, läft aber in wellen nicht so trocken und ist auch nicht so wendig, weil man ihn nicht so gut kannten kann. Ich bin den North Wind in recht hohen Wellen gepaddelt, überall waren Kämme auf den Wellen, doch das Boot ist nahezu trocken gelaufen. Bis zu einer gewissen Höhe schneidet das Boot die Wellen sehr gut und wird somit wenig durch die Wellen gebremst. Weiterhin hält es sehr gut den Kurs, auch wenn der Wind von der Seite kommt. Diese Eigenschaft schreibe ich dem differentiellen Rocker zu. Im Vergleich zu anderen etwa gleich schnellen Booten hat der North Wind hohe Bordwände im Heck. Bei Rückenwind ist das von Vorteil, da er deswegen trockener läuft. Aber das ist noch nicht alles, der North Wind beginnt sehr schnell zu surfen. Er springt relativ schnell auf Wellen und man spürt den Surf Effekt für einige Momente. Das passiert schon bei Bedingungen, wo noch keine Kämme zu sehen sind. Man spart Kraft und hat gleichzeitig Spaß!
Bis jetzt habe ich nur vom Fahrverhalten auf Seen gesprochen, doch wie sieht es auf Flüssen, Wildwasser und kleinen Bächen aus? Ich würde sagen, daß der North Wind sehr gut auf allen Flüssen einsetzbar ist, solange sie kein Wildwasser enthalten. Es ist wohl möglich Wildwasser bis zum Grad II damit zu fahren, alles andere sollte aber besser geeigneten Booten überlassen werden. Der oben genannte Trockenlauf auf Seen gilt nicht für Wildwasser. Das liegt an der Geometrie der Wellen und auch an der Geschwindigkeit dees Bootes relativ zum Ufer. Im Wildwasser ist für guten Trockenlauf in den Enden einfach mehr Volumen nötig. Aber in allen anderen Bereichen hat es die Konkurrenz schon schwer mit dem Bell mitzuhalten. Das liegt zu einem großen Teil an der sehr guten Beschleunigung des Bootes und an der kaum zu schlagenden Endstabilität wenn es gekanntet wird. Man kann das Drehverhalten über Kannten sehr genau steuern. Damit gelingt es dann wirklich fast jeden kleinen Bach herunterzuspielen. Man kann das Boot kannten, bis die Gunnels auf dem Wasser liegen, das Boot ist dann stabil. Mit einem ``outside lean'' und einem guten Duffek im Bug kommt man auch durch die engsten Haarnadelkurven, ohne daß das Boot auf Geschwindigkeit 0 abgebremst wird. Im mittleren Teil des Bootes ist Platz für Gepäck, jedoch nicht für sehr lange Trips. Die Ausrüstung und Lebensmittel für 4 Wochen sollten reinpassen, danach ist dann aber schluß. Bell benennt die optimale Zuladung mit 160 bis 300 kg. Ich denke, daß 300kg schon eine Menge ist, mehr sollte man in das Boot besser nicht laden. Man hat dann aber auch schon um die 160 kg Gepäck. Das ist viel und sollte locker für 4 Wochen Wildnis reichen, man muß ja alles auch noch tragen können. Mein Fazit: Der North Wind bestätigt auf beeindruckende Weise den Slogan von Bell Canoe Works: Nothing moves you like a Bell!
Dann mal zu den Preisen. Der North Wind ist kein billiges Boot. Holztrim und verschiebbarer Bugsitz kosten extra. Insgesamt liegen die Preise zwischen DM 3450.- (Royalex 16'6'') und knapp DM 7000.- (high end Ausführung in Carbon). In Deutschland bekommt man nähere Informationen bei Wooden Boat. Allgemeines auf der Seite von Bell Canoe Works.
Beschreibung: Ein flotter Tourer mit 17,6 Fuß Länge, einer Wasserlinie von 83 cm, deutlich asymmetrischen Rumpf mit flachen Rundboden und keinem Kielsprung. Angeboten wird der Canadier ausschließlich in laminierten Materialien und wird als "kleiner Bruder" vom Minnesota 2" bezeichnet.
Eigenschaften: Der Escape läuft sehr leicht und sehr schnell, wenn er auch nicht den Speed vom Minnesota 2 erreicht. Durch den kürzeren Rumpf ist er dafür das deutlich "allroundigere" Boot, weil spürbar wendiger. Somit ist er auf Seen immer noch sehr schnell, bringt aber auf Flüssen mehr Punkte. Wild sollte das fließende Wasser allerdings nicht werden, da fehlt es einfach an Wendigkeit und Trockenlauf. Auch auf engen Kleinflüssen kommt der Escape an Grenzen. Sicher geht da eine Menge - guten Bugpaddler und Kanten vorausgesetzt, zu Hause ist der Escape aber dort nicht. Anfangs- wie Endstabilität sind bei dem Canadier groß. Die insgesamt flache Bauweise (wenn auch 3 cm höher als der MN2) macht ihn nicht besonders windanfällig, Wellen bremsen das Boot nur wenig aus. Die Zuladung liegt im Durchschnitt der 17-Fuß-Klasse, sollte aber unter 300 kg bleiben.
Material: Den Escape gibt es in Tuf-weave und in Kevlar. Die Gewichte liegen zwischen 18,5 bis 28 kg. Übrigens bringt mein Escape 1 kg weniger auf die Waage, als es der Katalog beschreibt. Auch das kann´s geben ... Die Verarbeitung ist sauber, der Holztrimm mit Walnußholz-Streifen verleiht dem Boot ein edles Aussehen.
Fazit: Ein schnelles Tourenboot, gut für viele Gelegenheiten, ausgenommen wilderes Wasser und Kleinflüsse mit sehr engen, schmalen Kurven. Auf ruhigen Gewässern vermittelt der Escape viel Paddelspaß.
warme, wasserdichte, weiche Stiefel aus geschlossenzelligem Neopren, innen mit Fleece gefüttert
Vorteile: - relativ weich, guter tragekomfort beim Knien - wasserdicht, sehr hoher Schaft - sehr warm, auch im Wasser stehend kommt die Kälte nicht durch
Nachteil: - braucht relativ lange bis Feuchtigkeit aus dem Schuh mal wieder raus kommt
Aus meiner Erfahrung heraus das beste Schuhwerk zum Paddeln in der kälteren Jahreszeit!
Hier noch ein paar Zeilen von Andreas Reitner dazu und Kommentare von Manfred + Kamiko:
Andreas Reitner: Warme Füsse, neuer Versuch . Sylvester bei Michael und Manfred und Susanne gesehen, gleich neidisch geworden, gleich besorgt. Wers noch nicht erraten hat, es handelt sich um Schuhwerk nach Art der Eskimo aus Material des weißen Mannes. Genaueres hier : http://www.chotaoutdoorgear.com Silke und ich habe die MK200, ein kniehoher Schuh aus 3 mm Neopren mit leichter Fleecefütterung. Untenrum gibts eine starke Sohle und seitliche Gummiverstärkungen. Der Spann bleibt davon frei und ist flexibel wie eine Socke. Den oberen Abschluss bildet ein glatter Neoprenbund mit Schnalle. Schließt bei glatter Hose ganz gut ab und verhindert Runterrutschen (eher unwahrscheinlich) und das Eindringen von größeren Wassermengen, wenn die Wattiefe überschritten wird. Das ganze ist absolut wasserdicht. Von der Bequemlichkeit für geschlossene Schuhe bisher unschlagbar, die Dinger passen auch in Größe 12 noch unter den Sitz. Knien mit ausgestrecktem oder angewinkeltem Fuß kein Problem, den Schaft spürt man gar nicht, weil so weich. Auch an Land gehtechnisch einwandfrei. Temperaturtechnisch haben wir die (leider) erst bis an den Gefrierpunkt ausprobiert. Mit einem Paar mitteldicken Socken kein Problem. Bei entsprechend geräumigem Schuh mit mehr Socken auch für Minusgrade tauglich. (Silke hatte trotzdem kalte Füsse, aber besser als alles andere bisher !) Ich finde die Dinger superpraktisch beim Ein- und Ausetzen, wo man ins Wasser gehen muss. Auch Umtragen über sumpfige Wiesen 1a, und allemal bequemer als Gummistiefel. Nach der Tour leichte Schweißbildung an der Socke, durch das Fleecefutter aber kein Vergleich zu reinem Neopren. Sicher kein Schuh für Expeditionen mit langen Portagen durchs Unterholz, dazu ist der Spannbereich zu empfindlich. Ansonsten sicher eine Alternative zu den bisherigen Lösungen. Ich hoffe, Michael und Manfred schreiben auch noch etwas. Bezugsquelle : Wolfgang Kolb, TourConcept@t-online.de, sehr nette und problemlose Abwicklung, verschickt auch verschiedene Größen zum Ausprobieren, 95 € + Porto.
Manfred: Hallo Andreas, hallo Leute! Andreas hat ja eigentlich schon alles gesagt, ich kann mich dem unwidersprochen anschliessen. Im Faltbootforum kann der Interessierte auch noch einige Meinungen und Kommentare nachlesen. Wie schon gesagt: Bestellen, Versand, alles absolut problemlos. Ausserdem liegen den Schuhen noch reichlich Reparaturmaterialien (kein Kleber!) bei. Wer die Teile noch nicht hat, ist selber schuld.
Schönen Tach noch und keine kalten Füsse. Manfred
kamiko: Hallo Andreas, Du machst es einem nicht leicht! Ich kann mich Manfred nur anschließen: Was soll ich jetzt noch schreiben. Es stimmt alles. Du weißt ja, dass ich begeistert von den Dingern bin.
Hallo Paddlers, es ist möglich jedem registrierten User ein eigenes Gästebuch in seinem Profil einzurichten. Für mich stellt sich jetzt die Frage, ob das so gewünscht, interessant, überflüssig oder sonst was ist. Ist sicher nicht zwingend notwendig, aber jemandem mal ein paar Zeilen hinterlassen zu können, ist ja auch nicht so schlecht. Also - wie ist Eure Meinung dazu?
Nur mal so zur Info: Wer noch eines der Bücher kaufen will, sollte sich beeilen. Das Buch ist verlagsseitig ausverkauft, es ist z.Z. auch keine Neuauflage geplant. Es gibt lediglich noch ein paar Restbestände bei Händlern.
Schade: das mit Abstand beste Buch zur Paddeltechnik ist somit Geschichte .....
Kanuführerschein – kommt da was durch die Hintertür?
Wie auf der HP des DKV zu lesen, will dieser bald den „Europäischen Paddel Paß“ einführen. Eine interne Selbstbeweihräucherungsgeschichte – oder der erste Schritt zum Kanuführerschein auf den deutschen, straff organisierten Gewässern?
Eigentlich ist es doch eigentlich egal, was irgendein Verein für Wimpel, Abzeichen oder Ausweise verteilt und welche Kriterien zum Erhalt dessen führen. Problematisch wird es nur, wenn (trotz gegenteiliger Beteuerungen) ein solcher "Qualifikationsnachweis" irgendwann doch durch die Hintertür entscheidet, welcher Bach wann und wo gepaddelt werden kann. Allein der Name dieses Kanuführerscheins belegt ja den Anspruch, den die Macher vermutlich daraus ableiten wollen.
Die zahlreichen Diskussionen über Beschränkungen und Sperrungen von Gewässern verleiten doch geradezu, dann auf bestimmten Gewässern nur noch die „qualifizierten“ Paddler paddeln zu lassen, die sich auch als solche ausweisen können.
Gemäß vorherrschender Meinung sind scheinbar nur "organisierte" Paddler auch "qualifizierte" Paddler. Nun noch mit einem netten "Pass" versehen, der die Qualifikation noch nach außen dokumentiert (falls der Vereinsstander grad nicht am Boot hängt), sehe ich da doch einen ersten Schritt zum Kanuführerschein. Die Kriterien zum Erwerb eines solchen Kärtchens sind übrigens eher zum Schmunzeln geeignet. Interessant ist auch, daß die Stufen „Könner“ und „Experten“ für Paddler im Canadier nicht vorgesehen sind.
Bleiben wir also auf dem Einsteigerlevel, das ja auch knallharte Kenntnisse fordert. Man versichert, daß man schwimmen kann und muß ein Boot richtig tragen können, ein- und aussteigen beherrschen und das Boot nach Gebrauch auch pflegen können. Ach ja, Bogenschlag vorwärts und rückwärts sind auch gefordert. Bleibt also abzuwarten, ob das eher viel heiße Luft um nix ist oder ob man in 10 Jahren ohne Paddel Paß, ausgestellt von der Europäischen Paddelführerscheinbehörde nicht mehr auf das Wasser gehen kann.