Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Zur Vermeidung weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen werden alle Beiträge und Äußerungen über die Firma Gatz-Kanus, den Namen und deren Produkte nicht mehr geduldet.
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 909 mal aufgerufen
 Tourenberichte
Donaumike Offline




Beiträge: 993

05.09.2014 13:34
Durch die Abens im Baumdschungel antworten

Durch die Abens im Baumdschungel

Es ist nun wieder soweit am 04.09.2014, nicht A wie Altmühl, sondern A wie Abens nennt sich das neue Flüsschen, es geht mit dem Stechpaddel als Antrieb und Steuer im Solo-boot mit eineinhalb Besatzung auf Kurs Bad Göging von Abensberg aus, Luftlinie keine 4 Kilometer, auf den Abens Radweg knapp das Doppelte, auf dem Wasserweg sind es acht Flusskilometer, so der Plan. Der Pegel steht bei 135 cm. Im Atem der Meldestufe 1 sollte es zu heikel sein. Die Abens ist ein schlängelndes Flüsschen mit nicht einschlafender Strömung, auf Nadelöhre bedingt durch Baumhindernisse sollte man eingestellt sein, eine Säge plus Machete könnte hilfreich sein. Im Frühjahr soll es wegen der noch geduckten Ufervegetation und Verkrautung weniger Umstände für die Sicht, für das aus und einbooten usw. bereiten. Dreieimal Umsetzen steht im Programm, das erste Mal kurz nach Abensberg am Wehr Aunkofen bei FK 15,2, das zweite Mal am Wehr Deisenhofen bei FK 10,3, dort backbords anlegen und etwa 15 Meter laut Flussführer Anno 19?? umsetzen, das dritte Mal bei FK 7,8 am Wehr Neckermühle (Bad Göging), vor dem Steg links ausbooten und in den linken seichten Flussarm einsetzen, klar es kommt alles anders.

Die Einsetzstelle wählen wir nahe am Marderturm der Stadtmauer von Abensberg, der Hundertwassererturm taucht auch kurz auf. Nach wenigen hundert Metern ist das erste Wehr zu überwinden. Der Steg / Mauer mit Eisen verkleidet ist nicht sehr anlegefreundlich, ich wuchte das Boot vom Anlegepunkt etwa 15 Meter über eine Böschung wieder in den Fluss. Ein Anwohner meinte: „Es gab schon Unfälle beim Umsetzen hier“. Wir sitzen im Boot und nach 20 Metern muss ich aussteigen, weil wir auf Kies aufgelaufen sind, nach fünf Metern geht es im Duett weiter. Rasch nimmt uns der Fluss wie ein herabschwebendes Blatt auf, was sanft vom Fluss weggetrieben wird. Wir möchten keine Eile bestimmen, der Fluss nimmt uns das ab und zu ab, ich bin nur der Steuermann und ein Teil vom Ausguck. Wir beobachten das Ufer was teils mit Gartenlauben und Stegen bebaut ist, drei Canadier sind verstreut zu entdecken, Bavaria Mustang und Co.
Der erste Flussteil ist ein mit Bäumen behangener Tunnel, ein Eisvogel begleitet uns kurz von Baum zu Baum. Ein Kleiner Schwall unter einer Gewölbebrücke bereitet Freunde, die Uferböschung ist kilometerlang durch ein Schilfmeer verdeckt. Einmal genießen wir die Wasserspiegelbreite, die etwa nur zwei Meter breit zwischen dem Schilfmeer sich gibt.
Bäume am Ufer, im Wasser, unter Wasser, über Wasser, bereiten einen schönen Anblick, solange ein Schlupfloch zu finden ist. Mit einer Axt kann man hier nicht viel anfangen, mit einer Handsäge auch nicht (bis auf einmal), mit einer Kettensäge; ja.

Drei Mal finden wir ein Schlupfloch durch Bäume, unser Boot schlüpft mit uns gerade so durch, unser Boot dürfte nicht breiter sein, später auch nicht schwerer, wir sind zum Glück Aalglatt gewachsen. Stellenweise ist die Uferböschung dort zu hoch zum Ausseigen und von der Vegetation ganz zu schweigen. Einmal schaukeln wir unser Boot über einen dickeren Ast eines Baumhindernisses. Einmal muss ich an einem Baumhindernis auf den angestauten Holzresten abenteuerlich balancieren, um unser Boot so zu positionieren, um es ohne meiner einer über das Hindernis zu wuchten, es war sehr knapp für mich in diesem Holzgetümmel einzubrechen. Ich bereue das Vergessen meiner Handsäge vor einem kleineren Baumhindernis um eine Durchfahrt zu schaffen, meine kleine Axt war zwar dabei, sie half dort leider nicht weiter, dadurch musste ich das Boot mit Besatzung aus dem Fluss ziehen und wieder mit Besatzung einschieben, weil ein einbooten klassisch unmöglich war. So war das Boot im Fluss mit meiner Tochter, Papa stand am Ufer mit der zum Glück fünf Meter langen Bootsleine, aber ohne eine Möglichkeit zu finden einzubooten, meiner Tochter gefiel dieser Zustand nicht, nach einer längeren Aktion mit Boot an der Leine fand ich doch wieder abenteuerlich ins Boot, wir waren wieder komplett.

Es folgt ein Flussabschnitt mit mehr Strömung, an einer S- Kurve von einigen, ähnlich einer Isar- S- Kurve, nur etwas kleiner, hing ein Scheiterhaufen voller Holz und Treibgut im Stromstrich, glücklicherweise sind wir gut durch das Kehrwasser durchgeschlüpft, eine rettende Seilfähre half uns an einer anderen Passage. Einmal musste ich an einer Kies-bank an einer Bremsschikane aus dem Boot weil wir mit dem Boot gedreht wurden, zum Paddeln war das Wasser zu seicht und das Paddel konnte nicht wirken, und wo es wirken könnte, waren leider Baumhindernisse im Weg. Es folgt das Wehr Deisenhofen, das Wehr ist anfangs nicht zu erkennen, wir sehen nur Holzfetzen, Geäst, Treibgut und eine Handvoll Fußbälle, ja wir sind Fußballweltmeister! Fünfzehn Meter sollte nur umgesetzt werden, es werden etwa 150 Meter über die Wiese, weil das Wasser zu seicht, selbst noch zum treideln wäre, einige schöne Pferde schauen uns ungeduldig und neugierig zu. Der mittlere Flussteil auch kurz vor dem Wehr Deisenhofen ging durch Wiesen und Felder, wir können gut über die Grasnarbe sehen und vieles entdecken, Pferde und Kühe schauen neugierig nach dem rechten.

Das letzte größere Baumhindernis auf der Schlussetappe war das Gewaltigste. Ein riesiger Baum war nicht quer, sondern längs in Fließrichtung in den Fluss samt riesigen Wurzelstock eingebrochen, ein durchkommen schien unmöglich, ich vertraute meiner Tochter ihren vorgeschlagenen Weg einzuschlagen. Wir fuhren Richtung schlecht einsehbaren Wurzelstock durch das Geäst hindurch, im Wurzelstock selber war eine kleine Lücke die wir als Schlupfloch nutzten, glücklicherweise war dort weniger Strömung, sonst hätten wir diese heikle Aktion nicht starten können.

In Bad Göging am Wehr Neckermühle schaut es nach Endstation aus, hübsch betoniert und mit Kettengeländer versehen, legen wir an einer Betonmauer an. Nach erkundigen des rechten Weges ist ein Betreten des Grundstücks gern geduldet, den linken seichten Flussarm zu befahren ersparen wir uns, der Weg über die Wiese ist einfacher, hinter der Mühle setzen wir wieder an einer Betonwand in die Abens ein, unser fahrbarer Untersatz ist schon in Sicht, kurz vor dem Minigolfplatz legen wir an, die Tour voller Überraschungen ist nun zu ende, schön war´s und einiges dazugelernt.

In Bad Göging neben dem Fluss könnte man beruhigt anlegen um eine Runde Minigolf zu spielen, ein Eiskaffee ist nur ein paar Bootslängen entfernt. Bushaltestellen sind auch in der Nähe, es könnte so der fahrbare Untersatz mit dem Bus erreicht werden. Die Tour könnte bis zur Mündung der Abens in die Donau verlängert werden. Nach Bad Göging liegt an der Abens der Campingplatz Felbermühle, von dort aus könnte die Tour nach einer Übernachtung Richtung Donau / Donaudurchbruch weiterführt werden. Ab Bad Göging sind noch Hindernisse / Besonderheiten (Damm mit Röhren usw.) zu beachten, die auch im Flussführer nachzulesen sind.
Der Fluss ist was Baumhindernisse anbelangt sehr anspruchsvoll, für Soloboote geeignet, für größere Boote eher weniger….

Viel Spaß beim Lesen und nachmachen.

Grüße, Mike

„Kanu im Kielwasser, der Rest kann behalten werden“

Es folgen bald noch mehr Bilder, diese sind vom kleinen Lotse!


strippenziacha Offline




Beiträge: 664

05.09.2014 16:16
#2 RE: Durch die Abens im Baumdschungel antworten

Servus Mike,

schön beschrieben, wir fahren meist am Christi Himmelfahrt ab der beschriebenen Bogenbrücke bei der Kläranlage Abensberg weg.
Über die Brücke führt die Bahnstrecke Ingolstadt Regensburg.

Wir starten dort meist gegen 10 und fahren dann bis Kelheim weiter mit einer Pause in Bad Gögging und einer in Eining.

Nach Bad Gögging unterfließt die Abens einen Hochwasserdamm durch eine Sperranlage, da muß man ober den Damm überheben. Danach kommen die richtigen Kurven, da war das bisherige Kinderkram...:-)
Durch das Schilf immer recht eng, aber das Grün gibt ja nach :-) Das geht dann so bis zum Campingplatz Felbermühle.
Dort muß man raus vor einer niedrigen Brücke...früher haben wir da umgesetzt in den Graben der als Überlaufgraben bei Hochwasser dient. Seit der aber nicht mehr geräumt wird geht da nix mehr, viel zu seicht und zugewachsen.
Durch den Platz bis nach dem Turbinenhaus geht auch fast nicht mehr, da hat der Besitzer alles neu angelegt und ist meist stinksauer wenn jemand den Platz betritt.
Vermutlich haben mal ein paar Paddler das neu angelegte Ufer runtergetreten, wobei das aber auch jetzt ungünstig angelegt wurde...mit bisserl anderer Planung hätte man leicht umtragen können und wäre so gut wie keine Belästigung gewesen für den Campingbetrieb.....

Nach der Felbermühle geht es wieder mäandernd weiter, allerdings nicht mehr gar so eng und das Wasser ist nur an den Kurveninnenseiten sehr seicht.

Nach einigen Kilometern kommt dann das Pumpwerk unter dem die Abens wieder unter dem Damm durchfließt.
Hier kann man allerdings bei Normalwasser immer unter dem rechten Schott durchtreiben. Bei Hochwasser werden die Schotts geschlossen und das landseitige Wasser der Bäche wird hier über den Damm gepumpt.

Allerdings paddelt bei dem Wasserstand keiner auf der Abens bzw. auf dieser Seite ist ja dann sowieso abgeriegelt durch das vorherige Schott. gleich nach Bad Gögging, die Abens fließt dann auf der Donauseite durch Sumpfgebiet und kürzt ab.

Nach dem Pumpwerk geht es am Wildgehege von Neustadt/Do. entlang...kann mich noch erinnern dass hier in der Kinderzeit noch Wiesente drin rumliefen....so viel ich weiß ist da jetz noch Dammwild drin.
Die heftige Biberpopulation in Bayern nahm hier ihren Anfang....

Gleich darauf fließt die Ilm in die Abens ein..von da an geht es dank der Hochwasserfreilegung nur noch schnurgerade voran bin nach Eining vorbei am Römerkastel auf der Anhöhe, begleitet von einem Damm und von Altwassern auf der anderen Seite...bei der Mündung in die Abens besteht die Möglichkeit im Sommer bis Anfang Oktober in der Wirtschaft "Zur Fähre in Eining einzukehren. Meist immer viel los, anständige Preise und gute Brotzeiten warten da. Die gebratenen Fische sind zu empfehlen, die wissen wie man die brät :-) Montags Ruhetag...

Von da an geht es dann recht flott die Donau runter mit einigen Kiesbänken die zum Verweilen einladen, mittlerweile aufgebrochenen Uferbefestigungen hin und wieder die zum Kehrwasserfahren verleiten, bis dann Weltenburg kommt, je nach Gusto kann man dort noch einkehren und auch die Asamkirche besichtigen oder eben sich das Weltenburger Dunkel einverleiben. Das Trinken ist dor bisserl teurer, das Essen nicht unbedingt billig, dafür aber sehr gut und anständige Protionen. Incl. der vielen Touristen im Biergarten :-)

Auf der Kiesbank davor kann man allerdings recht gut pausieren...ruhiger allerdings ist es auf der anderen Seite in Stausacker, eine ganz andere Welt...und wenn man Glück hat hat die Wirtschaft auch offen....ist leider nicht mehr regelmässig bewirtschaftet.

Danach kommt dann der Donaudurchbruch, den man ja hier glaube ich nicht mehr beschreiben muß...hat der Mike auch schon mal ganz gut beschrieben. Das wär dann eine schöne Ganztagestour. Oder man teilt es sich auf, gleich oberhalb der Fähre Eining ist eine große Kiesbank, 50 m oberhalb der Mündung in die Donau da könnte man auch gut nächtigen. Auf dem Platz der Fähre wird es nicht geduldet. Das würde dann gleich passen, Mike mit deinem halben Passagier das Römerkastell zu besuchen, eine Brotzeit zu genießen und dann droben zu nächtigen :-)

Gruß

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

08.09.2014 07:43
#3 RE: Durch die Abens im Baumdschungel antworten

Servus Hans,
vielen Dank und nochmals vielen Dank für die schönen Ergänzungen. Zum Thema Römer; mir ist es noch nicht gelungen die Reste des Römischen Legionslager am Nordöstlichen Ortsrand von Eining zu finden, auf verschiedenen Karten zwar verzeichnet, müsste doch der Ort von der Straße aus grob zu erkennen sein, eine Hinweistafel ist wahrscheinlich auch nicht aufgestellt?

Grüße, Mike

Fotos vom Papa..

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

08.09.2014 08:04
#4 RE: Durch die Abens im Baumdschungel antworten

Habedieehre Mike!

Doch doch sogar von der Abens aus unten, sieht man oben teile der Befestigung und eine neu errichtete Aussichtsplattform.
Wenn man bei der Fähre hoch geht ins Dorf, bis zu Hauptstr. dann rechts etwas 500 m Richtung Neustadt der Straße lang marschiert kommt man direkt am Ortseingang von Eining (Mit dem Auto von Neustadt kommend) direkt an das Castel Abusina, Mit einem kubischen Bau mit Info und den Mauerresten und vielen Info und Schautafeln....

Nicht zu übersehen.... mit bisserl Glück sieht man auch, allerdings weiter weg den nachgebauten Römischen Wachturm vom Limes auf der anderen Donauseite nach Hienheim am Waldrand...allerdings bisserl weiter weg von der Donau....

Das findst du schon!

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

10.09.2014 09:07
#5 RE: Durch die Abens im Baumdschungel antworten

Der Vollständigkeitshalber drei Kartenausschnitte ( Maßstab 1: 100 000) von der Gegend um Abensberg, Bad Göging , Eining usw. mit den Flüssen Abens, Ilm und der Donau, dem Römerkastell Abusina in südlicher Richtung von Eining und dem Resten, (wenn es welche geben sollte )des Römischen Legionslagers, Nordnordöstlich von Eining.


Anklicken, da wird es schärfer!

Der obere Kartenrand ist Norden!




Ahoi, Mike

`´Kanu und Wasser, der Rest kann behalten werden`´

 Sprung  

Canadier.com ACA Kanuschule