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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 1.325 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
Sirob188 Offline




Beiträge: 335

23.06.2013 11:33
Canadier und Wind antworten

Hallo Forenten,

gestern war ich zwischen 4 und 8h bei schon etwas mehr Wind unterwegs. Zur Urlaubsvorbereitung dachte ich mir, nimmst mal den NC Pal mit. Nur etwas leichtes Gepäck zum trimmen und los.

Je nach Kurs zum Wind bin ich im Pal auf dem Kniebrett (Bug leicht) oder auf dem mittleren dritten Sitz (Bug schwer) gefahren. Hatte ziemlich respekt und bin vorsichtig an die Geschichte ran gegangen. Mit ausnutzen der Abschattungen durch die Inseln und Uferbewuchs am Tegelersee ging das aber überraschend gut (liegt vielleicht auch daran, dass der Pal recht niedrig ist?).

Ein Ausbrechen vom Bug war so immer sicher zu verhindern. Was eher irritierend war, wie weit ich den Kurs vorhalten musste, da der Pal stark seitlich versetzte.

Lustig ist bei achterlichem Wind und paddel im Wasser zu merken, wie der das Segeln anfängt.
Nicht so lustig, wieviel Energie man braucht um gegen den Wind anzupaddeln. Gutes Verankern des Paddels hilft dabei sehr hatte ich den Eindruck Kraft zu sparen.

Im Enddefekt hatte ich den EIndruck, dass trotz unbeladenem Bootes der WInd ganz gut zu händeln war. Ungewohnt ist das Umsteigen vom Kniebrett auf den davor gelegenen Sitz, wenn man den Kurs von gegen den Wind auf Wind von hinten ändert.

Hatte ein Rennen mit einem 30" Segelboot und habe dieses klar gewonnen. Gegen den Wind mit Ausnutzen des Uferbewuchses macht "schnell". Der Segeler musste halt endlos aufkreuzen.

Habt Ihr noch Tricks und Tipps zum Thema "mehr Wind" und Canadier?

Fragt sich der Boris

Bin mal eben Holz streicheln oder nen TWISTER versenken...

Angefügte Bilder:
130622_Wind.jpg   IMG_0277_1024x768.jpg   IMG_0278_1024x768.jpg   IMG_0282_1024x768.jpg  
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Troubadix Offline



Beiträge: 1.216

23.06.2013 14:06
#2 RE: Canadier und Wind antworten

Moin Boris,
hast Du doch unter den genannten Bedingen alles perfekt gehändelt.

Mehr Süllrandhöhe kann bei richtig Welle, vor allem wenn sie bricht, sehr von Vorteil sein, dann muss allerdings die Zuladung auch dementsprechend größer sein. Der Canadier verdrängt dann deutlich mehr und der Seitenwind kann auf Grund der Reaktionsträgheit bedingt durch den Wasserwiderstand durch mehr Fläche unter Wasser + zu bewegendes Gewicht nicht mehr so sehr Einfluss nehmen. Ein Seitenschwert bringt zusätzlich sehr viel mehr Stabilität und wirkt zusätzlich der Abdrift durch Wind entgegen auch ohne Segel.

LG Jürgen

Donaumike Offline




Beiträge: 993

21.10.2013 14:32
#3 RE: Canadier und Wind antworten

Hallo,

es wurde schon weniges hier und da über Wind und Canadier geschrieben, wenn sie ohne Gepäckstücke oder optimal beladen und getrimmt sind. Mein Schwerpunkt ist, wenn Gepäckstücke über dem Süllrand nach oben ragen.Wenn ich mir manche Fotos anschaue von Canadiern auf Gepäcktour, die weit über dem Süllrand beladen sind, ist es auch kein Wunder, wenn Boote dadurch vielleicht noch mehr „Windanfälliger“ werden?

Ich selber bin gerade angehalten einen Kompromiss einzugehen, was meine zwei Gepäckstücke (Seesack und Tonne); anbelangt, weil es bei der Tonne zwischen fünf Zentimetern; je nach Trimmung, bis zu maximal zehn Zentimetern über dem Süllrand nach oben ragt. Natürlich könnte ich auch eine kleinere Tonne nehmen, aber dadurch würde sich die Anzahl der Gepäckstücke zwangsläufig erhöhen. Ich transportiere und suche lieber zwei größere Sachen, als sieben kleinere.

Fragen:

Sind die fünf bis zehn Zentimeter die über den Süllrand ragen noch in einem vertretbaren Limit, was die Windanfälligkeit betrifft? Ab wann wird es kritisch?
Was Wellen anbelangt; die brechen, können überragende Gepäckstücke auch ein Vorteil sein, wenn sie klug in Position angeordnet und gesichert sind?

Grüße, Mike

Tosch Offline



Beiträge: 20

21.10.2013 20:24
#4 RE: Canadier und Wind antworten

Hallo Mike,

alles, was etwas weiter/großlächiger über den Süllrand ragt, merkst du bei Wind auch. Allerdings liegt ein derart beladenes Boot auch tiefer im Wasser und ist damit weniger windanfällig.

Normalerweise liegen große Gepäckstücke eher in der Mitte und sind daher eher unkritisch solange Freibord und Wellengang zusammen passen. Wenn du das Gepäck als "Wellenbrecher" brauchst, z.B. in dem du es irgendwie von innen an die Bordwand presst, dürfte sich zwischen Gepäck und Süllrand eine hübsche Rinne ergeben, die dir das Wasser direkt ins Boot leitet. Langsam absaufen ist auch absaufen.

Bei meiner Badewanne (Old Town Beaver) hatte ich einen großen Sack hinter mir stehen. Das ging. Wie es bei dir am Besten geht, wirst du ausprobieren müssen.

Viel Spaß dabei

Torsten

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

22.10.2013 08:32
#5 RE: Canadier und Wind antworten

>>> Sind die fünf bis zehn Zentimeter die über den Süllrand ragen noch in einem vertretbaren Limit, was die Windanfälligkeit betrifft?
Bei normalem Gepäckgewicht, wiegt die zusätzliche Verdrängung im Wasser die geringfügig höhere Windlast mehr als auf.
Da man mit Gepäck auch trimmen kann, ist Wind für ein beladenes Boot viel weniger Thema, als für ein unbeladenes.

>>> Was Wellen anbelangt; die brechen, können überragende Gepäckstücke auch ein Vorteil sein, ...?
Da Du es als Frage formulierst, ist meine Antwort: "Nein".
Tückisch an brechenden Wellen ist ja das sie sehr steil sind, (oben) luftdurchsetztes Wasser haben und trotzdem viel Wasser bewegen.
Im Gegensatz zu einer frei laufenden Welle, in der das Wasser nur eine eher langsame Kreisbewegung ausführt, ist in brechenden Wellen viel Wasser schnell unterwegs.

Brechende Wellen bergen immer die Gefahr ordentlich "Wasser zu tanken" und dabei ist es egal ob sie stehen(WW), von vorn, der Seite kommen oder einen achterlich überholen. Nur Decks, eine Persenning, oder knackig sitzende Lufsäcke halten das Wasser wirklich aus dem Boot. Gepäck leitet es nur irgendwo anders ins Boot.
Die Wellen an die ich denke findet man nicht nur auf dem Meer. Am Plönersee oder auf der Elbe habe ich auch schon Wellen gesehen, die einen Canadier wegtanken würde. Allen Wellen gemeinsam war Wind gegen den Strom oder eine Trichterförmige Wassertiefenänderung, wobei die Tiefenänderung auch von 17m auf 12m sein kann. Kann die Welle nicht mehr frei laufen und hat der Trichter den richtigen Winkel bilden sich fiese, brechende Wellen.
Leider kann man in Wellen schlecht erkennen, wie es 50m weiter links oder rechts aussieht. Deshalb helfen Ortskenntnisse und die Erfahrungen von "Lokals" sehr. (So was wie: "Bei NordWest nicht in da und da ...")

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.433

22.10.2013 09:31
#6 RE: Canadier und Wind antworten

@Boris
man muss es einfach akzeptieren, dass ein Tandemcanadier solo gepaddelt bei Wind viel Angriffsfläche im Verhältnis zum Antrieb (nur eine Person) hat. Mit dem Twister hättest Du es wohl leichter gehabt.
Bei seitlichen Winden ist es immer ratsam, den Trimm fein zu dosieren und auf der windzugewandten Seite zu paddeln. Das spart (in Verbindung mit gutem Trimm) viel Korrekturbedarf.

@Mike
Wenn Du Gepäck im Boot hast, das über den Süllrand ragt, hast Du vermutlich auch Deine Gründe dafür, bist vielleicht auf einer längeren Tour. Man muss halt das Gesamtpaket sehen.
Wenn eine Tonne mal 10 cm über den Süllrand ragt, ist das kein Weltuntergang. Lieber 2 gut tragbare Gepäckstücke, als 5 kleine ...
Wie Du mit Gepäck brechende Wellen (wo? WW? Seen?) abfangen willst, erschließt sich mir grad nicht ...

gast Offline



Beiträge: 153

22.10.2013 09:58
#7 RE: Canadier und Wind antworten

enge Kleidung und kein großen Hut spart auch

elch62 Offline




Beiträge: 142

22.10.2013 11:51
#8 RE: Canadier und Wind antworten

Ich habe unser WW Cover an windigen Tagen aufgezogen, wirkt Wunder, wenn der Wind nicht so ins Boot drückt.

Troubadix Offline



Beiträge: 1.216

22.10.2013 14:03
#9 RE: Canadier und Wind antworten

Moin Boris,
Wind und Wind ist regional wie auf den verschiedenen Gewässern unterschiedlich. Allgemeingültige Aussagen sehr schwer.
Auf einem stark mäandrierenden Fließgewässer ist es von Vorteil genug Gepäck drin zu haben und eher ausgeglichen zu trimmen da die Pustebedingungen oft im 20 Sekundentakt wechseln , die Paddelseite wird da öfter angepasst.

Auf einigermaßen richtungstreu laufenden Gewässern macht es Sinn die dem Wind zu gewandte Uferseite im Windschatten entlang zu paddeln.

Auf offenem Gewässer paddle ich fast generell auf der windabgewandten Seite wobei ich voll beladen nur ganzleicht gegen den Wind kante. Mit angepasster Schlagfrequenz kann oft auf Korrektur durch J-Schlag etc. dann ganz verzichtet werden, es wird zum Spiel zwischen Winddruck auf den Canadier, angepasstem Trimm, Krafteinsatz und Paddelfrequenz.

Leer auf offener Wasserfläche ist es für weniger Geübte schon günstig ab2-3Bf besser an Land ein Alsterwasser zu trinken.

Je größer die Distanz über offenes Wasser, je wichtiger ist die Wetterinfo und das eigene Auge zum Himmel und aufs Wasser vor dem Start.

Als ich das erste mal vom Wetterbericht hässlich im Stich gelassen wurde war ich gerade von der Schlei kommend in gerader Linie auf Höhe der Eckernförder Bucht zur Kieler Förde unterwegs ohne Tourengepäck. Der als beständig vorhergesagte 2-3er Wind aus Südost drehte in kurzer Zeit über Süd auf West mit 3-4. Beim Blick ins Kanu auf den Proviant waren das Resultat Äpfel+etwas Wasser(verhungern und verdursten ist grausamer als versaufen).
Mit allem was drin war und weitem Vorhalten wie bei der Entenjagd bin ich einigermaßen platt in Bülk angelandet, habe mich übergeben und brauchte eine halbe Stunde im Sand liegend bis ich wieder einigermaßen klar war.

Du hast es da mit deiner Voraussicht(Trimmballast) deutlich besser gemacht als ich damals mit Leichtsinn und Selbstüberschätzung. Der Unterschied zwischen leer und beladen ist gravierend. Mit guter Technik und gutem Feeling sind 4 von vorn machbar, drüber raus geht es mit Übung und Umsicht auch deutlich weiter nur dann eben vor dem Wind oder mit Segel.

Das nächste mal versuch noch genau anders herum den Sitz zu wechseln also nach hinten wenn Du vor den Wind gehst dann fällt dir alles noch viel leichter.

Fässer sind unproblematisch wenn sie rüber raus schauen, Kisten nicht. Möglichst die schweren Sachen nach unten.

LG Jürgen

Donaumike Offline




Beiträge: 993

12.11.2013 08:34
#10 RE: Canadier und Wind antworten

Danke für die wertvollen interessanten Antworten. Eine kleine Antwort bin ich auch noch schuldig….

Zitat / Fragestellung Frank Moerke

„Wie Du mit Gepäck brechende Wellen (wo? WW? Seen?) abfangen willst, erschließt sich mir grad nicht ...“

Meine Fragestellung war nicht korrekt. Da ich mitten in den Beladevorbereitungen der Altmühltour gesteckt hatte, kam mir der Gedanke an die Bootsrutschen in Hagenacker und Hammermühle. Dort ist ein Schwall nach dem anderen nach der Abfahrt, keine Welle, dies hatte ich verplant.
Jetzt nach der erneuten Abfahrt bei der vergangenen Altmühltour im eigenen Boot, nahm ich auch etwas Wasser auf, weiter nicht tragisch…

Ich denke, wenn das Gepäck, günstig liegt, kann dadurch etwas Wasser abgehalten werden, zumindest in meinem Fall wurde das Wasser durch meine Tonne günstiger verteilt, abhalten konnte sie das Wasser auch nicht. Bei einer vernünftigen Welle und einer Portion Pech, wäre meine ungesicherte Tonne wohl mir vor die Nase katapultiert worden.

Grüße, Mike

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