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Dieses Thema hat 28 Antworten
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 Allgemeines Canadierforum
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Mahyongg Offline



Beiträge: 248

16.11.2012 16:01
#16 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

...bin gerne zu allen Schandtaten diesbezüglich bereit - übrigens bietet die Bregi an der Einsatzstelle der unteren Strecke geradezu Idealbedingungen, um verschiedene Sache zu testen, da dort unter der Brücke eine starke Strömung herrscht, an die man nah rankommt, zudem kann man die Brücke nutzen um dort Dinge komfortabel zu befestigen.. habe dort einmal die Wildwasser-Rettungsgruppe der DLRG Wangen beobachten dürfen.

Foot entrapments unter Wasser zu simulieren, mit Textil oder ohne, ist sicher eine gute Idee. Damit man mal das Gefühl dafür bekommt, was dann eigentlich unter Wasser so abgeht. Seile hätte ich genug, die ich für so etwas auch gerne einer sinnvollen Zerkleinerung zuführen kann..

Und das Argument, das Tools gekauft werden und dann meinen so einige, das wäre genug, dem möchte ich zustimmen - jeder, der halbwegs professionell rettet, übt ständig, weil Stress-Situationen sonst nicht beherrschbar sind. Ich wäre daher auch froh, wenn Rettungsübungen zu jeder WW-Fahrt gehören würden - das ist aber eine diffizile Sache, die auch etwas mit Gruppendynamik und -Lust/Unlust zu tun hat. Im Grunde sollte man da aber eigentlich keine Kompromisse eingehen..

Cheers!

J.

Donaumike Offline




Beiträge: 993

16.11.2012 16:37
#17 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Was die Sicherheit am, im und auf dem Wasser angeht bin ich zwar sensibilisiert durch einen notwendigen Abstecher rückwärts in die Donau mit einen übergroßen tonnenschweren Vehicle, nur etwas zu weit, was zum Glück gerade noch gut ausgegangen ist. Bewusst wird einen das erst viel später, was da passieren hätte können.

Aber wenn Ich ehrlich zu mir bin, bin ich mit der Seilfähre rückwärts überfordert.

Bei meinen Versuchen die Seilfähre gegen den Strom zu üben, bin ich zwar auf die andere Uferseite gelangt, aber bin zu weit Unterstrom abgekommen. Ich hatte leider das Aufkanten mangels Fachwissen nicht angewandt. Ein Grund von vielen doch noch über einen Paddelkurs nachzudenken.

Das Szenario „Verfangen am Flussgrund“ unter nahezu realen Bedingungen beim Sicherheitstreffen in Tübingen im Jahr 2013 angedacht zu sehen, finde ich für sinnvoll. Den 21. / 22. September 2013 merke ich mir vor.

Grüße Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

20.11.2012 10:06
#18 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Zitat: @ Mahyongg „ für den klassischen Fußklemmer gibt es eine Technik“

Wie wird sie denn angewendet?
Ohne fremde Hilfe bestimmt nahezu unmöglich aus einer solchen Situation heil herauszukommen.
Wenn ich daran denke wie viele Leute, darunter auch Kinder ihre Füße oft aus dem Boot ins Wasser hängen bei Strömung, birgt dies sicher auch ungeahnte Gefahren sich irgendwo zu verhaken.

Gruß Mike

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.433

20.11.2012 10:37
#19 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Hallo Mike,
das Aufkanten bei einer Seilfähre dient nicht einem besseren Ergebnis sondern es erhöht die Sicherheit,da Du gegen die Strömung paddelst und diese seitlich aufs Boot drückt. Egal, ob Du vorwärts oder rückwärts "fährst".

Mahyongg Offline



Beiträge: 248

22.11.2012 11:17
#20 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Hmm.. das ist sicher auch rumpfformabhängig, aber meines Wissens nach ist die Fläche des Bootes da doch schon hilfreich, da die angeströmte Fläche durch das aufkanten vergrößert und so der Einfluss des Rumpfes in der Gleichung gesteigert wird. Das aufkanten gegen die Tendenz des Strömungsdrucks, das Boot kentern zu lassen, könnte ja sonst auch zur üblichen Flachlage führen..
Oder lieg ich damit jetzt völlig falsch?

Der Einfluss des Rumpfes mit seiner im Vergleich zum Paddel viel größeren Fläche wird allerdings ohnehin gerne unterschätzt, habe ich manchmal den Eindruck...

Cheers,

Jan

Mahyongg Offline



Beiträge: 248

22.11.2012 11:33
#21 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Technik für Fussklemmer: Seil mit Gewicht auf beiden Seiten des Flusses von unten an die Verklemmte führen, dadurch unter den Körper gelangen und den Fuß durch Zug nach oben befreien. Erfordert im Grunde nur ein Wurfsackseil und etwas, mit dem man dieses in der Strömung nach unten bekommt.. z.B. ein Säckchen mit einem Stein drin. Viel weniger reicht da nicht. Birgt natürlich auch immer die Gefahr, das Seil selbst woanders zu verfangen, klappt sicher auch nicht immer.

Für den Schwimmer.. versuchen, Fuß seitlich zu drehen - wenn das Bein schon durch ist, sicher nicht so toll.. evtl. kommt man mit dem anderen Bein hin um drunter zu haken und rauszuhebeln, die Beinmuskeln sind immerhin die stärksten.. aber am besten einfach mal selber üben, in voller Strömung, mit eingehängter und bemannter Sicherung und einem lösbaren "Klemmer"!!

Trapper Offline




Beiträge: 1.561

22.11.2012 12:25
#22 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Zitat
Hmm.. das ist sicher auch rumpfformabhängig, aber meines Wissens nach ist die Fläche des Bootes da doch schon hilfreich, da die angeströmte Fläche durch das aufkanten vergrößert und so der Einfluss des Rumpfes in der Gleichung gesteigert wird. Das aufkanten gegen die Tendenz des Strömungsdrucks, das Boot kentern zu lassen, könnte ja sonst auch zur üblichen Flachlage führen..
Oder lieg ich damit jetzt völlig falsch?


Ich hab deine Ausführungen zwar nicht wirklich verstanden,aber nach allem was ich so glaube verstanden - und erfahren zu haben,wird durch das Kanten die benetzte Rumpffläche und die Wasserlinienlänge eher kleiner!
So werden u.a. angreifende Strömungskräfte,Drehmomente reduziert und somit auch die Abdrift reduziert. Es wird stets von der angreifenden Strömung weg gekantet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kanten_%28Kanu%29

Internette Grüße Thomas

gast Offline



Beiträge: 153

22.11.2012 13:09
#23 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Zitat von Trapper im Beitrag #22
[...] wird durch das Kanten die benetzte Rumpffläche und die Wasserlinienlänge eher kleiner! [...]

Das is abhängig von Rumpfform und wie viel man 'kant', doch meistens wird die Wasserlinienlänge kleiner.

Dirk Barends

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.918

22.11.2012 13:59
#24 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

..die benetzte Fläche spielt in dem Fall die kleinste Rolle. Entscheidend ist, ob das Anströmende Wasser leicht unter dem Kanu durchströmen kann, oder einen Widerstand findet, wo seine Kraft ansetzen kann und damit ein Drehmoment entsteht.
Viel wichtiger ist da die Bootsform: ein runder Boden mit weichen Chines und viel flare oder shouldered flare, erleichtern das Durchfliesen unter dem Rumpf, das Wasser trifft auf eine geneigte Fläche, wird nach unten geführt, das Kanu etwas angehoben. Unterstützt wir das durch Aufkanten.
Harte Chines (der Übergang von Boden zu Seitenwand ) tiefliegendes Tumblehome oder senkkrechte Seitenwände sind ohne zu Kanten ein guter Mix zum Kentern.
LGW

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Trapper Offline




Beiträge: 1.561

22.11.2012 14:56
#25 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Zitat
Harte Chines (der Übergang von Boden zu Seitenwand ) tiefliegendes Tumblehome oder senkkrechte Seitenwände sind ohne zu Kanten ein guter Mix zum Kentern.


Dafür surfen sie schon in der kleinsten Welle und führen das Boot auch bei den kurzen "Wildwasserstummeln" sehr gut!
Man sollte natürlich schon etwas "Sattelfester" sein...

Internette Grüße Thomas

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.918

22.11.2012 18:13
#26 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

"Gut Surfen" hängt nicht ursächlich mit harten Chines zusammen, Carven schon. Und wie! Da teile ich (mit der Viper 12 und dem Oce` ) Dein Vergnügen nur zu gern! Schade, daß ich mangels Mitpaddlern so selten dazu komme und allein im WW?...kein Beitrag zur Sicherheit.
Viel Spaß im weißen Wasser, W

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.433

23.11.2012 11:19
#27 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Fähre und Kante:
Sicher ändert das Kanten die Fläche für die angreifende Strömung, eventuell auch die Länge der Wasserlinie ... der Einfluss auf das Verhalten des Bootes ist gegeben.
Bei einer Seilfähre dient die Kante trotz allem in erster Linie der Sicherheit (ähnlicher Effekt wie bei Kehrwasserfahrten, nur nicht so drastisch).
Viel wichtiger ist für eine gelungene Seilfähre das Einhalten des optimalen Winkels im Verhältnis zur Strömungsgeschwindigkeit. Hier sollte der Paddler das Ziel, seine Geschwindigkeit, den richtigen Winkel und unterschiedlich schnelle Strömungen des Flusses im Auge behalten. Wenn alles Faktoren stimmen, dürften das unterschiedliche Verhalten des Bootsrumpfes bei einer moderaten Kantung nur noch hinter der Kommastelle eine Rolle spielen.

Donaumike Offline




Beiträge: 993

23.11.2012 13:45
#28 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Hallo,
mangels meiner „noch“ wenigen Praxiserfahrung unter anderen was das Umsetzen von der Theorie auf die Praxis betrifft rund um den Canadier, hier speziell was das Aufkanten bei der „Seilfähre“ betrifft, ist das Anfangsthema etwas aus dem Ruder gelaufen. Bin aber dankbar für die kompetenten Beiträge die für mich sehr interessant sind und meine Neugier für die Theorie und Praxis rund um den Canadier weiter beflügelt.

„Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.“ Goethe (würde zum Thema Sicherheit passen)

Viele Grüße Mike

Mahyongg Offline



Beiträge: 248

25.11.2012 03:25
#29 RE: Verfangen am Flussgrund antworten

Was definiert überhaupt "gut surfen".... wenn es bedeutet, stabil und unverrückbar in der Welle zu hängen, dann kann das sogar ein Outrageous. Reagieren tut allerdings ein Kantiges Boot besser.. und somit für meinen Begriff auch besser Surfen - man kann was damit machen. Ist halt weniger fehlerverzeihend.

Ansonsten, der eine mag für Sicherheit kanten, ich kante für den Spass.. aber Kante allein bringt nix und wer wissen will, was das alles bedeutet muss es ja sowieso selbst erfahren, ich stelle mal meine unbeholfenen Erklärungsversuche ein, kann aber jedem nur empfehlen mal mit, mal ohne, mal mit Gegenkante und mal mit, mal ohne, mal mit on- und mal mit offside(-schlag oder stationary draw) aus einem (im Falle eines Schwimmers sicheren) Kehrwasser zu fahren, um zu sehen was dabei so passiert. Auch, was das hoffentlich bewegte Wasser dabei macht - eine deutliche Stromzunge sollte es schon sein.

In diesem Sinne - verfangt euch nicht ;D
j.

ps. Der verlinkte Wikipedia-Artikel ist ja wunderbar, ich empfehle die Lektüre des Teils "Wirkung des Kantens beim Steuern" und eine entsprechende Übertragung auf die Seilfähre... und man sollte natürlich nicht alles wörtlich nehmen, was dort steht, dafür ist es doch teils ein wenig zu verallgemeinert..

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