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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 727 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
Havelskipper Offline



Beiträge: 3

10.07.2011 16:58
Capistranoflip mit Faltcanadier Rando 520 antworten

Hey Leute,

wir haben bisher nur mitgelesen, aber nun wird es Zeit für den ersten Beitrag.

Im April duften wir mit einem Festkanadier Spreewasser unter 10 Grad spüren, wobei das Ufer glücklicherweise sehr nah war. Der Kälteschock und der Verlust einiger Habseligkeiten sass dennoch recht tief, sodass wir uns die Techniken des Wiedereinstieges und des Capistranoflip im Web und einigen Büchern genauer angesehen haben.

Seit ein paar Tagen besitzen wir den Faltcanadier Nautiraid Rando 520 und haben diesen auf unserer Jungfernfahrt hinsichtlich des Verhaltens beim Kentern geprüft. Interessanterweise läuft der Rando nicht so sehr mit Wasser voll, wie gedacht. Dennoch wollten wir den Capistranoflip ausprobieren, was einfacher gesagt, als getan ist. Zu zweit bekommen wir es zwar hin, dass wenig Wasser im Boot bleibt, aber so herauskatapultieren, wie bei den Videos mit Festkanadiern konnten wir ihn nicht. Der Wiedereinstieg ging trotz 30kg Gewichtsunterschied erstaunlich gut, was schonmal recht beruhigend ist.


Nun aber unsere Frage an Euch und insbesondere an jene mit Faltcanadier-Erfahrungen.

Ist evtl. eine andere Technik als der Capistranoflip bei Faltcandiern sinnvoll, da das Gute Stück ja doch seine 26 kg auf die Waage bringt und die Stangen natürlich auch nachgeben?

Ebenfalls interessiert uns, wie ihr die in der Literatur empfohlene Thematik der Seilsicherung von Paddeln umsetzt. Bis jetzt haben wir das nicht gemacht, da wir nicht recht wissen, wie man dies am besten unsetzt. Ebenfalls fragen wir uns, wo die Paddel am besten beim Capistranoflip verbleiben.

Vielen Dank schonmal im Voraus für Eure Erfahrungen.

Havelskipper

Havelskipper Offline



Beiträge: 3

15.07.2011 12:12
#2 RE: Capistranoflip mit Faltcanadier Rando 520 antworten

Hey,

Kann denn wirklich niemand über seine Erfahrungen zu diesem Thema berichten?

Viele Grüße Havelskipper

MrDick Offline




Beiträge: 1.234

15.07.2011 13:18
#3 RE: Capistranoflip mit Faltcanadier Rando 520 antworten

Hallo Havelskipper!
Wenn Du ein Boot bei Wassertemparatur unter 10 Grad ohne sehr guten Trockenanzug noch zuverlässig flippen kannst, dann bist Du echt gut.
Es lohnt sich sicher den Capistranoflip zu lernen, aber ich würde mich in brenzlichen Situationen nicht darauf verlassen. Bei so kaltem Wasser sehe ich zu, dass ich an Land komme und mache keine langen Experimente mehr.

Wie habt ihr Euren versuch denn angestellt? Es gibt da mehrere Varianten. Der Trick ist aber bei allen Varianten, dass zuerst das Luftsiegel gebrochen werden muss,bevor man das Boot werfen kann. Dazu hebt man das Boot entweder komplett aus dem Wasser, oder drückt zumindest einen Süllrand über die Wasseroberfläche. In diesem Fall muss man zuvor unter das Boot tauchen. Das sollte beim Rando genauso gehen wie bei allen anderen Booten. Mit zwei Leuten sollten 26 kg kein größeres Problem sein. Schwimmwesten mit viel Auftrieb sind bei der ganzen Sache überaus hilfreich.

Ich weiß jetzt nicht was Du mit "Seilsicherung der Paddel" meinst. Von welcher Literatur sprichst Du? Zum Flippen muss das Boot leer sein. Die Paddel verbleiben entweder zusammen mit dem anderen Gepäck schwimmend neben dem Boot (z.B. Zusammengebunden) oder in der Hand der Paddler, falls das nicht zu sehr stört. Im Fließenden Wasser wirst Du vermutlich nicht flippen. Bei starkem Wind könnte das Zeug natürlich weggeweht werden. In diesem Fall würde ich die Paddel auch nicht aus der Hand lassen. Absolut wichtig ist es auch, das Boot nach dem Werfen gleich zu fassen zu bekommen, sonst segelt es weg.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass der Capistranoflip unter kontrollierten Bedingungen eine nette Sache ist. In allen anderen Fällen würde ich andere Möglichkeiten bevorzugen(Boot-über-Boot-, oder Boot-über-Pack-Bergung, Am Ufer ausleeren, vorher rausspringen, etc.). Manche davon verlangen entsprechende Vorbereitung, bzw. vernünftige Routenplanung.

Liebe Grüße, Sebastian

-
"Women are fleeing the dreaded bow seat at an alarming rate, and, as individuals, are settling themselves into solo canoes. Welcome aboard!"
(Mike Galt 1978)
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100% pure canoeing: http://www.canoespirit.de

AxeI Offline




Beiträge: 1.001

15.07.2011 13:28
#4 RE: Capistranoflip mit Faltcanadier Rando 520 antworten

Das Hochstemmen und Wiederaufrichten des Bootes scheint mir bei 26kg nicht so knifflig. Wir haben schon schwerere Royalexboote mittels Capistanoflip wieder aufrecht bekommen.
Der Wiedereinstieg könnte bei den nachgebenden Längsspanten des Faltcanadiers schwierig werden - wenn von der Gegenseite jemand dagegen drückt kann es passieren, dass sich der schmale Süllrand weit nach unten biegt.

Zitat
Seilsicherung der Paddel

- Dazu habe ich neulich in einem Buch aus den 70er Jahren erstaunliches gelesen. Da wurde empfohlen Paddel mit einer Schnur zu sichern, die am Thwart bzw. dem Süllrand befestigt ist. Das scheint mir doch höchts abenteuerlich zu sein. Entweder ist die Schnur zu kurz zum Übergreifen oder so lang, dass man sich leicht darin verheddert. Ich würde da nicht einmal experimentieren. Das Paddel bleibt in der Hand oder in Reichweite auf der Wasseroberfläche und kommt gleich als erstes wieder ins Boot nach dem Wiederaufrichten.

Im Übrigen neige ich dazu den Capistranoflip als lustige Schönwetterübung zu betrachten, die im Ernstfall ohnehin kaum umgesetzt werden kann. Bei Wind und Wellen auf großen Wasserflächen und bei niedrigen Temperaturen erfordert so ein Koordinationsakt enorm viel Routine (wir verschaffen uns solche übrigens in gut einer Woche - aber nur bei schönem Wetter).

Axel

P A D D E L B L O G P O L I N G T R E F F E N 2011
There's more means to move a canoe than paddles

Skua Offline



Beiträge: 244

15.07.2011 13:31
#5 RE: Capistranoflip mit Faltcanadier Rando 520 antworten

Hallo Sebastian,
das wieder Einsteigen im tiefen Wasser sollte man immer wieder üben, auch wenn man das Ufer nur wenige Meter entfernt hat, kann es durchaus unmöglich sein, aus dem Wasser zu kommen. Steile Uferböschungen, algenbewachsene Steinschüttungen oder gar Spundwände sind hier im Norden recht häufig. Wenn man von einer 3 km Strömung an einer Reihe Anlegern für Yachten vorbeigetrieben wird, ist das Herauskommen auch recht interessant. Auf vielen Seen verlangen Naturschutzgesetze einen recht großen Abstand vom Ufer. Deshalb ist es häufig viel einfacher und schneller, das Boot auszuleeren und irgendwie wieder hineinzuklettern.
Grüße, Skua

Keine Hektik, wer hektisch wird macht Fehler.

MrDick Offline




Beiträge: 1.234

15.07.2011 13:50
#6 RE: Capistranoflip mit Faltcanadier Rando 520 antworten

Hi Skua!
Was das Üben des Einstiegs im tiefen Wasser angeht, bin ich bei Dir. Wenn das allerdings meine einzige Alternative sein sollte, und die Wassertemparatur so ist, dass ich schnellstens wieder raus muss, dann ist zu überlegen, ob ich auf diesem Gewässer unter solchen Bedingungen überhaupt ohne ein zweites Boot fahren sollte. Auf den Capistranoflip würde ich mich jedenfalls nicht ausschließlich verlassen. Es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten. Bevor ich die Grätsche mache sind mir die Naturschutzgesetzte ausnahmsweise mal egal. Wenn die Tour unter Beachtung des Mindestabstandes nicht sicher gefahren werden kann, dann findet sie eben nicht statt, oder ich entscheide mich bewusst dafür das Risiko einzugehen. Ein zweites Boot bietet meines Erachtens schon einen enormen Sicherheitsgewinn.

Grüße, Sebastian

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(Mike Galt 1978)
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Skua Offline



Beiträge: 244

16.07.2011 00:45
#7 RE: Capistranoflip mit Faltcanadier Rando 520 antworten

Hallo Sebastian,
der Capistrano ist nur eine Möglichkeit des Wiedereintieges. Und wenn man an einem Naturschutzgebiet zwar nach dem Unfall anlanden kann, so ist man doch vielleicht vorher ganz gesetzmäßig weit vom Ufer entfernt. In unserem Hausrevier haben wir 4m Tidenhub und häufig keine Möglichkeit, aus dem Wasser zu kommen. Also muß ich das Boot wieder fahrtüchtig machen und einsteigen, wenn ich keine Lust habe, eine halbe Stunde oder mehr schwimmend zu verbringen (unabhängig von der Wassertemperatur). Irgendwie geht das immer, nicht immer schulmäßig, aber es geht. Im Seekajak geht es natürlich viel leichter, aber es geht auch im Canadier. Aber deswegen nur noch Seekajak fahren? Und den Canadier nur noch auf Gewässern benutzen in denen ich stehen kann? Nö, nicht mein Ding! Ich fahre sowohl Canadier wie auch Seekajak gerne, je nach Lust und Laune. Im nächsten Jahr möchte ich gerne einen Workshop zum Wiedereinstieg organisieren, wärest Du vielleicht interessiert mitzumachen?
Grüße, Skua

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