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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Tourenberichte
Donaumike Offline




Beiträge: 993

21.07.2016 15:55
Regana antworten

Auf der Regana

Am späten Sonntagmorgen des 17 Juli Anno 2016 legte eine kleine bunte Flottille an einem Wasserpfade der zu einem Hauptfluss führte ab. Die Ufervegetation rechte teilweise in den zu befahrenden Seitenarm hinein. Zwei Tage zuvor am Freitag wurde die Meldestufe 1 gut überschritten, der Pegel zeigte bis zu 277cm an. Spuren davon waren an diesem Sonntagmorgen noch gut zu erkennen. Beim Ablegen tanzte der gefallene Pegel auf 138 cm herum.
Der mittelgroße Parkplatz am Jahnweg nahe einer Straßenbrücke ist von der offiziellen Einsetzstelle nur gute sechsundsechzig Meter entfernt.

Der mit mäßiger Strömung versehene Seitenarm war hier und da mit Kleineren Baum – Strauch – Hindernissen belegt, die sicher für einige Kanufahrer für erste Aha- Erlebnisse in der Vergangenheit gesorgt hatten. Deshalb wird wohl die Verleihstation für Kanus erst Unterstrom vom Einstieg betrieben.

Als der Wasserpfad in den Hauptfluss mündete, war ich von dessen Breite überrascht, die Altmühl ist dagegen ein schlankes Flüsschen. Unsere Kanus glitten nun entspannt durch die ersten langen und kurzen Flusskurven. Nicht lange und die ersten kleinen oder doch so großen Flusssteine waren auf Kurs. Die putzigen Gesellen, eine Art Findlinge in mini und maxi lagen wie dahingestreut von einem Riesen aus einem Märchen. Das was an Fels an den Ufern der Altmühl emporgewachsen, ist hier im Fluss gelandet. Dieser Steingarten im Fluss rief gleich zu Kehrwasserspielchen auf.

Irgendwann kam die Wehranlage Stefling, das einzige Wehr dieser Teilstecke. Das Wehr Stefling sollte um - getragen werden. Es wird aber auch empfohlen das muntere Bächlein / Fischtreppe zu treideln. Dieses zu paddeln wird abgeraten.
Wer sein Boot im Griff hat, diesen kleinen Nervenkitzel verantworten kann und dazu noch Lust darauf hat, kann diese rauschende Passage auch paddeln. Die zwei Kanus die ich bei dieser mehr oder weniger rasanten Abfahrt gesehen hatte, verzeichneten pegelbedingt in der fahrbaren Linie keinen Steinkontakt.
Die Schwierigkeiten bestanden im punktgenauen erwischen der nach links gerichteten Eingangskurve, die Vorweg weit links angefahren werden sollte. Neben kleineren waren noch zwei gröbere Lenkmanöver auf der gesamten Abfahrt von Nöten, dort trennt sich spätestens die Spreu vom Weizen. Kehrwasser zum Einparken gibt es keine, wer einmal in der Strömung hängt muss durch. Ich selber hatte leider schon umgesetzt und war davon ausgegangen dass es zu gefährlich oder unmöglich sein würde.
Der etwa dreihundert Meter lange Fußweg, ein gutes Stück auf einer Straße wo zwei Autos um die Ecke düsten, war sicher lebensbedrohlicher als die abschüssige Passage ohne Helm zu paddeln.

Am wilden Einstieg angekommen rauschte der Fluss merklich. Das Gefälle, die flotte Strömung, knapp überspülte Flusssteine stromab, waren die Ursache. Weil ich noch etwas Zeit hatte paddelte ich dort in der Wildnis ein paar Meter gegen den Berg bis ein paar Äste von einem Baum die Fahrroute blockierten. Von dort aus ein uriger Ausblick zur Burg Stefling, wo ich kurz ins Mittelalter versetzt wurde. Die Geister der Burg wachten sicher über die folgenden Manöver um die Flusssteine herum nahe am Einstieg.

Der Regen zog sich weiter schön dahin, das Tal anfangs der Tour breit, wurde stetig enger, die Landschaft dadurch sehr abwechslungsreich mit ihren bewaldeten Hängen und flachen Wiesen und Weiden. Hier und da ein paar Kiefern nahe am Ufer, kleine Inseln und ein paar kleinere Felsformationen. An einigen Flusssteinen verklemmte sich einiges an Festmetern Holz. Kurz schwebte ein Greifvogel unter den grauen Wolken. Drei mal drei Regenminuten mit abzählbaren Tropfen landeten ins Paddelboot.
Eine kleinere Schwallstrecke wurde durchfahren, zweimal harmloser Grundkontakt mit dem Paddel, vielleicht war es auch ein Goldklumpen Auf Bildern von früheren Flussbeschreibungen wurden dort die Kanus oft an der Leine ausgeführt, ja die Goldsucher. Wir hatten wohl einen guten Pegel erwischt. Einmal übersah ich während einem Gespräch einen nicht zu kleinen Flussstein. Durch Zuruf wurde ich geweckt und konnte so doch noch in letzter Sekunde abdrehen.

Zur Mittagszeit wurde unterhalb vom Gasthof Marienthal angelegt und in dessen schattigen Biergarten eingekehrt. Die dort teilweise gut belebte Hauptstraße sollte von Kindern nicht alleine überquert werden. Der Ausblick vom Ufer aus zum Fluss ist halt spannender als vom Biergarten über der Straße.

Als wir aufbrechen wollten kamen die ersten Leihbootbesatzungen mit und ohne Pegel an. Eine Besatzung kämpfte verzweifelt ihr Kanu an Land zu bringen. Im Kanu waren gute 80 Liter Flusswasser, die beim Anlegen ins Kanu geflossen sind. Das Kanu wollte einfach nicht der steilen Uferböschung hinauf. Das wenige Wasser kann doch nicht so schwer sein. Nach einigen Minuten wurde dann doch der unscheinbare Mangel im Raum zwischen den Ohren erkannt und das Wasser mit dem Ösfass entnommen Ein Nichtbeteiligter konnte nicht mehr zusehen und kippte einfach das Kanu zur Seite...

Eine längere verblockte Schwallstreckenzone kündigte sich mit sanften Rauschen und stellenweiser recht munterer und flotter Strömung an. Kurz sah ich ein Kanu kurz verschwinden und wieder auftauchen, ein gutes Zeichen auf der Hut zu sein. Der Regen zwischen Nittenau und Ramspau soll ja anfängertauglich sein, deshalb bin ich ja hier. Einige Flusssteine sind wie so oft sehr knapp am Kanu vorbeigeschnellt. In einem turbulenten Kehrwasser inmitten hinter zwei oder mehreren Flusssteinen ging es kurz zur Sache, eingeleitete Manöver erfüllten ihren Zweck und bescherten zusätzlichen Spaß.
Klar man kann auch über die Steine räubern und ein freiwilliges oder unfreiwilliges Vollbad nehmen. Bei den großen Flusssteinen ohne Strömung bietet sich dies bei vernünftigem Wetter gut an. Für Jung und Alt bestimmt eine andere Sonnen oder Pausenbank.

Am Ende der Tour hatte ich etwas Ballast im Kanu. Mit zwei Stechpaddeln wurde diese Tour begonnen und mit vier Stechpaddeln wurde diese Tour beendet. Ein leerer funktionsfähiger wasserdichter Packsack wurde auch noch von einem Baumhindernis befreit.

Die Tour von Nittenau bis Ramspau ist auf ihren knappen 20 Flusskilometern wirklich zu empfehlen. Zwei Zeltplätze für Wanderpaddler sind auf dieser Teilstrecke u.a. noch zu verbuchen.
Die großen und kleinen Geschenke im Wasser bieten sich gut für dementsprechende Manöver an. Diesen Umstand erleben ja meist nur Wildwasserpaddler mit Wildwassermaterial auf Wildflüssen. Man sollte ja mit kleinen Steinen anfangen

„Der Regen ist ein Segen“
Grüße Mike

Wolfgang Hölbling Online




Beiträge: 2.918

24.07.2016 21:28
#2 RE: Regana antworten

Klingt nach einer netten Tagestour, danke, W
Ps.: Mike, ein wenig kotett, Dich als Anfänger zu bezeichen.

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

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