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Dieses Thema hat 20 Antworten
und wurde 2.507 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
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michael.kramer Offline



Beiträge: 27

07.04.2008 22:52
#16 RE: Starkwind antworten
Ein Topf? Viel zu groß! Da kommst Du praktisch gar nicht mehr voran.

Ich würde es mal so probieren, wie es die Segler machen: Einfach eine Leine achteraus werfen, mehr Länge -> mehr Treibanker-Wirkung. Man kann die Leine auch aufgeschossen auswerfen, guter Effekt und näher am Heck. Und eine Leine hat man ja sowieso an Bord...
Jörg Wagner Offline



Beiträge: 871

08.04.2008 10:08
#17 RE: Starkwind antworten

Hallo Michael,
Töpfe gibt es bekanntlich in unterschiedlichen Grüßen..
Jörg Wagner

Tommy ( Gast )
Beiträge:

08.04.2008 15:53
#18 RE: Starkwind antworten

Hi Michael,

jetzt bin ich aber endgültig verwirrt. Es geht doch um das in Seglerkreisen "abwettern" genannte Verhalten im Sturm. Mit den Trossen hinterherziehen wird gerne gemacht beim Lenzen vor Topp und Takel, damit das Boot nicht querschlagen kann, bzw. damit das Boot beim Ablaufen vor dem Sturm nicht zuviel Fahrt macht und in die nächste Welle reinläuft.
Warum ich plötzlich Fahrt machen soll mit Kochtopf, versteh ich nicht, ich will doch durch den Treibanker entweder die Abdrift nach Lee verringern weil ich Angst habe auf ein Ufer zuzutreiben (im Canadier weil ich mit Freude das Ufer näherkommen sehe) oder weil ich Bug oder Heck im Wind halten will, so daß ich nicht querschlagen kann. Ein Problem ist dabei, daß die Bootsbewegungen damit nicht mehr frei sind, das heißt ich nehm mit Treibanker normalerweise viel mehr Wasser über als ohne, weil Bug oder Heck nicht mehr auf die anrollenden Wellen aufreiten können sondern durch die Welle gezogen werden. Fahrt machen würde also nur mit Heckanker Sinn machen, wenn man vor den anrollenden Wellen davon fahren will, dann würde ich aber keinen Heckanker setzen.
Wie auch immer, meine Erfahrungen sind so wie von Peter zitiert. Wenn ich die Wellen im schrägen Winkel anfahre, kann ich den sehr effektiven Hebel einsetzen, um das Boot vom Querschlagen abzuhalten. Wichtig ist die STrategie, wo ist das nächste Ufer, hab ich eine Chance es zu erreichen, wenn, dann frühzeitig umdrehen, wenn die WEllen höher werden, gelingt das manchmal nicht mehr, wenn der Wind so stark ist, das es so gefährlich wird, treibt man auch beim Vorwärtspaddeln schnell nach rückwärts ab (bei Wind von vorne) und kann sich so, so Gott will, einigermaßen kontrolliert rückwärtsbewegen ohne von jeder Welle vollgemacht zu werden. Ansonsten sind das Bedingungen, wo wir auch vermehrt über metaphysische Abläufe beten!!) sprechen sollten. Hab früher mit Rennjollen bei Gewitterstürmen draußen trainiert und ich glaube, man hat alle Hände voll zu tun mit stützen und Hebeln und schöpfen (und beten) als sich um Trossen, die beim Paddeln behindern und Kochtöpfe die sich im Untergrund verhaken etc. zu beschäftigen.

Tommy






michael.kramer Offline



Beiträge: 27

09.04.2008 23:51
#19 RE: Starkwind antworten
@Jörg: Ja, aber nicht klein genug.

Hallo Tommy,

ich bezog mich auf Wolfgang Hölblings Experimente mit einem Treibanker am Heck, um den Canadier bei Starkwind im Geradeauslauf zu stabilisieren. Das hat nichts mit der Funktion zu tun, die ein Treibanker bei Seglern normalerweise hat. Wie Du selbst schreibst, verwenden Segler die geschleppten Seile zum Bremsen beim Ablaufen vor Topp und Takel, unter anderem, weil sie ein Querschlagen des langsam treibenden Schiffes verhindern helfen. Um genau einen solchen Effekt geht es Wolfgang: Ein geschleppter Gegenstand soll nicht in erster Linie bremsen, sondern das Boot im Geradeauslauf stabilisieren helfen. Nur interpretiere ich seine bisherigen Ergebnisse so, dass alles zu groß war, also zu stark bremste. Bevor er sich nun mühsam durch seine Ausrüstung durchexperimentiert bis zur Erkenntnis, dass eine Kaffeetasse schon zu groß ist, wollte ich ihm den Seilschlepptrick der Segler empfehlen. Ob es insgesamt den Canadier beherrschbarer macht bei Starkwind, will ich nicht damit sagen. Wolfgang will ja "nur" erreichen, unter schlechteren Bedingungen geradeaus fahren zu können, als es ohne Heck-Treibanker möglich wäre.
Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.916

10.04.2008 00:27
#20 RE: Starkwind antworten

-auf den Punkt! Danke Michael.

Wolfgang Hölbling

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

10.04.2008 18:41
#21 RE: Starkwind antworten

Hallo
Auch bei Seglern wird der Treibanker kontrovers diskutiert. Von Seglern die den Treibanker mit der Pinne koppeln und so Richtung halten, bis zu welchen die ihn generell ablehnen.

Wenn ich für einen Canadier der unsteuerbar, also unkontrolliert abdriftet einen Vergleich beim Segelboot suche, komme ich eher zum Schwert oder Kiel. Ich will ja nicht mit einer Behinderung fahren, sondern mich nicht durch den Wind in die falsche Richtung blasen lassen. Wenn Trimm und Paddeltechnik(wie ich im Forum gelesen und durch einen Kurs erfahren möchte.) nicht genügen, hilft vielleicht ein Skeg?

David Cunnigham beschreibt in seinem Buch "building the greenland Kayak" einen durch Bänder nachträglich montierbaren Skeg. Für ein Seekajak schon ein halbes Oval von 10cm Höhe und 20-35cm Länge, keilförmig oben ca. 2,5cm Breit. Setzt man die Windangriffsfläche von Seekajak und Canadier in Relation dürfte der Skeg für den Canadier allerdings unhandlich Groß werden.
Ein Reserve-Paddel, das Seitwärts wie beim Plattbodenschiff das Schwert montiert werden könnte, wäre vielleicht mal einen Versuch Wert.

Gruß
Andreas

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