Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Zur Vermeidung weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen werden alle Beiträge und Äußerungen über die Firma Gatz-Kanus, den Namen und deren Produkte nicht mehr geduldet.
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 21 Antworten
und wurde 2.910 mal aufgerufen
 Tourenberichte
Seiten 1 | 2
Donaumike Offline




Beiträge: 993

22.04.2015 14:46
Lewis und Clark Expedition light antworten

Lewis und Clark Expedition light, ein Wasserpfad im Nirgendwo, hier und heute.

Nach wenigen Paddelschlägen tauche ich plötzlich ins Nirgendwo ein, die zuvor umständliche Anreise und Portage ist vergessen.
Mein Kanu schleicht dahin, ich nehme meine Fahrt sofort heraus, die sanfte Strömung zieht mich wie ein Sog gut dahin. Ab und zu etwas zu fix um für alle Sinne auf der Hut zu sein, hier und da ein Baumhindernis. An einer Wassergabelung wirkt die Strömung gegen null, ich entscheide mich für den rechten Wasserpfad.
Es geht im Schall eines klopfenden Spechtes dahin, ein Schwan sucht schon sehr früh gemächlich das Weite. Mein Weg und Zeitgefühl löst sich auf, es ist sehr ruhig und auch einsam, besonders wenn es enger wird. Mich überrascht, dass es nicht seicht ist, bis auf die Nadelöhre. Ich denke mir, jetzt fehlen nur noch die Schatten der Eingeborenen.
Siehe da ein toter Vogel, es schaut wie ein Greifvogel aus, ich kann und möchte nicht näher heran. Mein Kanu gleitet an einer Wildschweinsuhle vorbei, ein Geräusch verrät das etwas Größeres Unbekanntes in der Nähe ist.

Irgendwann sehe ich den Schwan wieder, wir schauen uns auf über fünfzig Schritt gegenseitig an, er kommt kurz etwas näher. Ich muss nicht unbedingt wissen ob es weiter geht, ich kehre für heute um.
Auf dem Rückweg scheint die Tierwelt aktiver zu sein, eine junge Entenfamilie ist die Vorhut bis zur Gabelung, ich schleiche mit Abstand hinterher, ich müsste links ab, paddle lieber geradeaus weiter. Die Strömung ist ab hier nicht träge, was der Entenfamilie auch Paddelarbeit abnimmt, nach einiger Zeit kehre ich um.
Sofort dämmert es, einfach nur so ohne Mühe geht die kleinere Bergfahrt zurück zur Gabelung nicht, einmal muss ich erneut Anlauf nehmen. Vor der besagten Gabelung ist der Strömungsabschnitt geschafft. Beim Rückweg paddelte ich noch an einer Biberburg vorbei die mir anfangs einfach so aus dem Auge entflogen ist.

Spuren hinterließ ich nur auf dem Wasser, Landgang verbot ich mir, ich wollte es so belassen wie es ist, dieses Fleckchen Erde. Die Vorfreude und Spannung auf ein nächstes Mal im Strömungsabschnitt im Herbst oder Winter bleibt. So verbrachte ich zweieinhalb Stunden auf dem Wasser.

Grüße, Mike



„Kanu und Wasser, der Rest kann behalten werden“

Wolfgang Hölbling Online




Beiträge: 2.918

22.04.2015 15:02
#2 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Gut verwendete Zeit.

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

24.04.2015 21:46
#3 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Servus Mike,

schöne Ecke, schöne Bilder, wo bist du da rumgepaddelt?

Gruß

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

el_largo Offline




Beiträge: 565

25.04.2015 15:10
#4 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

@Donaumike
Das ist mal wieder ein sehr spannend und schön zu lesender Bericht einer tollen Tour! Schreibst Du eigentlich auch Bücher? Ich glaube das würde Dir echt liegen!

Grüße aus dem südlichen Süden,

Klaus

Lodjur Offline




Beiträge: 731

25.04.2015 15:44
#5 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Sehr schön! Erinnert mich an Taubergiessen und dem Gelände davor und danach wenn man zur richtigen Jahreszeit, und vor allem unter der Woche da unterwegs sein kann.
CU Bernd

nicht nur drüber reden...machen!

Donaumike Offline




Beiträge: 993

27.04.2015 14:43
#6 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Hallo Klaus, freut mich. Bücher gibt es nicht, erlebtes vielfältiges Futter dafür schon.

Hallo Bernd, Taubergießen ist ja schön, ähnelt wirklich, ein lohnendes Ziel.

Hallo Hans, schön ist es, das der unbekannte strömende Wasserpfad nicht so ohne weiteres zugänglich ist, dazu ist er Namenlos.

Besten Dank an alle, für die Pralinen und das nette Winken.

Es K Bindestrich fiebert schon….

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon, Mike

„Kanu und Wasser, der Rest kann behalten werden“

Doc Offline




Beiträge: 304

28.04.2015 10:06
#7 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Hallo!
Schöne Tour,
fast wie bei mir am Altrhein:


Gruß
Rolf

Troubadix Offline



Beiträge: 1.216

28.04.2015 10:27
#8 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Wunderschön zu lesender Wildnisausflug, mit etwas Spannung warte ich darauf auch hier im Norden in den Genuss des bei dir deutlich fortgeschritteneren Grüns zu kommen.

Danke, LG Jürgen

Donaumike Offline




Beiträge: 993

22.01.2016 14:12
#9 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Hallo liebe Gemeinde,

wie angekündigt konnte diesmal zur Winterszeit am 21. Tage im Januar 2016, mit dem Kanu auf dem Wasserpfad ins Ungewisse, tiefer hineingepaddelt werden.
Die Temperaturen im Minusbereich und der Expeditionscharakter, veranlassten den Trocki anzulegen. Zumal war es sinnvoll sich auf das Nötigste zu beschränken, weil sperriges Gepäck irgendwann nur gestört und ggf. verloren gegangen wäre.
Die Verpflegungsration beschränkte sich auf eine Thermoskanne Tee und zwei kleine süße Snacks. Sicherheitshalber wurde noch wasserdicht verpackter Zunder, Streichhölzer, Feuerzeug und eine Kerze mitgeführt.

Nach dem Portagieren, einer Kanuverwendung als Schlitten und einer abenteuerlichen Einstiegsmöglichkeit, saß ich nun im Kanu und sickere über dem Wasserwege augenblicklich in die weiße Welt hinein. Mein Kanu zog magnetisch dahin, es möchte sicher dorthin wo Antworten gegeben werden.
An einem querliegenden Bäumchen stupste mein Bug an, um zu sehen was passiert. Es passierte auch nichts. So lege ich längsseits an und spürte wie das Kanu kippliger wurde. Die sachte Strömung und das Hindernis hatte ich etwas unterschätzt. So drehte ich das Kanu und paddelte durch eine Lücke unterm Gehölz hindurch, sodass es eine Menge Schnee hinabrieselte.
In den weißen Wipfeln wurden Silber und Graureiher aus größerer Entfernung kurz gesichtet. Ein Fernglas wäre angebracht gewesen, hätte aber sicher als zusätzliches Gerödel gestört.
An der bekannten Wassergabelung angelangt, zwei Schwäne voraus. Einer fauchte und schwamm nach links zum Strömungsabschnitt, der andere verflüchtigte sich in den rechten Wasserlauf. Näher herangepaddelt, entpuppte sich der rechte Wasserlauf zu einem mit Eis und Schneebedeckten Wasserpfad. Der Schwan tippelte darüber und verschwand. Die hinterlassene Spur schaute Schuhabdrücken ähnlich.
So ließ ich mich in den eisfreien Strömungsabschnitt hineintreiben. Nicht lange und der erste Eisvogel flog dahin. Hier und da wurde es enger, Kiesbänke, Inseln in Miniformat zogen vorüber und schöne Kehrwasser, die für ein Solokanu gerade noch brauchbar waren, und auch genutzt wurden.
Plötzlich tauchte der verlorengegangene Schwan, in etwa 80 Meter Entfernung auf und fauchte. Daraufhin setzten seine Flügel im bekannten metallischen Singen ein. Wir kamen uns näher zumal die Strömung kurzzeitig nachlegte. Der Schwan wurde immer schneller, lauter und mächtiger. Es dauerte nicht lange, da hob er ab und flog im Tiefflug direkt auf mich zu. Ich war etwas benommen und wurde zu einem Stein der kurz Aufschrie. Der Schwan flog neben meinem Haupt hauchknapp vorbei.
Nach diesem unvergesslichen Erlebnis, parkte ich erstmal in einem kleinen Kehrwasser ein. Wenig später ging es weiter durch diese weiße Welt mit all seinen natürlichen Lauten und Augenweiden. Hinter einer Biegung wurde durch rauschen meine Aufmerksamkeit geschärft. Eine umströmte Insel, ein nicht weit weg davon gelegenes Rohrhindernis, sichtbar. Ein schmaler befahrbarer Weg führte darüber. Die Strömung wurde immer flotter und es musste eine Parklücke gefunden werden. Hinter der Insel in dessen Kehrwasser fand ich einen Platz für einen Orientierungshalt.
Die Röhre wäre von den Abmessungen durchfahrbar gewesen, die Strömung und die nicht ganz freie Durchfahrt hielten mich davon ab. Eine weitere Anlandungsmöglichkeit am Ufer tauchte nicht auf, sodass mit Mühe etwa 50 Meter bergauf zurück gepaddelt werden musste. Dabei kam ich durch die Strömungsverhältnisse und mangelndem Platz zwischen knapp überspülten Kiesbänken und der Insel kurz ins straucheln.
Nicht weit weg davon legte ich an. Dort gab es Tee und ein Teil meiner Notration. Die anschließende Erkundung über Land ergab, dass der nächste fließende Abschnitt sich weiter lohnen würde. Eine weitere Befahrung wird irgendwann folgen. Am Kanu zurückgekehrt, lies sich eine kleine Maus blicken, die gleich wieder unter dem Schnee verschwand. So verschwand ich dort auch wieder zur Basis mit sanfteren und unsanfteren Paddelschlägen.

Schei...Grammatik...


Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

24.01.2016 09:49
#10 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

24.01.2016 12:24
#11 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Super Sache Mike....


und....


das mit der Grammatik wird überbewertet

völlig..
:-)

Gruß

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Donaumike Offline




Beiträge: 993

25.01.2016 14:09
#12 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Terra incognita

Die Neugierde war zu groß, um das dritte Vorhaben weiter aufzuschieben. Zumal sollte der Schnee noch hilfreich sein, solange etwas noch davon liegt, um mögliche längere Portagen mit Kanu auf Schnee durchzuführen. Die Möglichkeiten für die Anfahrt und das zurückkommen über Land und auf dem Wasserwege vervielfältigten sich.

Der nächste unbekannte Flussabschnitt, wurde rasch aber nicht in Eile über den nun bekannten Wasserweg erreicht. Die Schwäne suchten diesmal frühzeitig das weite, der Eisvogel durfte auch nicht fehlen. Mitten im weißen Flecken Erde auf dem Wasser, ging die Reise durch ähnliche Flussabschnitte wie der Der Paar und Abens.
Baumhindernisse hielten sich in Grenzen, ein ausbooten durch brauchbare Fahrmanöver wurde so nicht nötig.
Plötzlich ein sachtes knacken im Gehölz. Dumpfe leise Bässe von fixen Schritten im Ohr, siehe da ein Wildschwein, das sich elegant und ohne Lärm am Ufer entlang aus dem Staub machte. Dies war mein erstes Wildschwein, was ich vom Wasser aus gesichtet hatte. Jetzt wurde mir auch klar, warum Hochsitze, sei es intakt oder verfallen, hier und da anzutreffen waren. Einer davon lag als Treibgut mittig im Wasser.

In einem von mehreren kurvigen Abschnitten, musste einmal über eine Kiesbank, einem kleineren Baumhindernis ausgewichen werden, weil es im Stromstrich hing. Dort musste das Kanu eine sachtere Grundberührung wegstecken. Irgendwann kam mein erwartetes Ziel in Sicht, wo ich rechtzeitig ausbooten musste, um keinen Rohrklemmer dort zu bekommen. Irgendwann geht dort meine Paddeltour weiter, eine Übernachtung auf Tour wird immer wahrscheinlicher. Von dort aus zog ich mein Kanu gute zwei Kilometer über den Schnee, um auf dem Wasserweg zu gelangen, der mich zur Basis über mehrere Flusskilometer zurückführte.


Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike

@xel Offline




Beiträge: 78

25.01.2016 14:39
#13 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Das klingt ja richtig spannend. Schön, dass Du den Schnee so gut nutzen kannst. Wir machen das im Winter auch gerne so, dass wir die Boote als Zugschlitten einsetzen.
Gerne würde ich ja mal auf einer Karte nachverfolgen, wo Du Dich da so rumtreibst.

Axel

P A D D E L B L O G
"Why would you want to sit and pull your canoe along, when you can stand tall and carry a big stick?" Harry Rock

Wolfgang Hölbling Online




Beiträge: 2.918

25.01.2016 15:40
#14 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Neugierde, kein schlechter Antrieb.
Leider ist bei uns heuer absolut kein Schnee in Sicht. Unglaublich!
So labe ich mich an Deinen Bildern und der eigenen Erinnerung:

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Angefügte Bilder:
Winter.jpg  
@xel Offline




Beiträge: 78

25.01.2016 17:26
#15 RE: Lewis und Clark Expedition light antworten

Oh ja, Erinnerungen an 2010...

P A D D E L B L O G
"Why would you want to sit and pull your canoe along, when you can stand tall and carry a big stick?" Harry Rock

Seiten 1 | 2
 Sprung  

Canadier.com ACA Kanuschule