Notation / Choreografie zum Kringeln

  • Seite 1 von 2
20.01.2010 15:01 (zuletzt bearbeitet: 20.01.2010 15:02)
#1 Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hallo Kringler!
Wenn Jörg zur Musik improvisiert, läuft alles übers G´spür - logisch. Aber wenn als Tandem Kanugetanzt wird, oder zwei oder mehrere Kanus am Wasser sind, kann eine geschriebene / gezeichnete Festlegung wertvoll sein.
Wie macht Ihr das? Verwendet Ihr Abkürzungen für die Figuren, Fußnoten für Ausdruck und Haltung, geht Ihr ins Detail, ...?
Wie sehen Eure Skizzen aus, was hat sich bewährt?
Gespannt warte ich auf Antworten,

Wolfgang Hölbling


 Antworten

 Beitrag melden
20.01.2010 17:23
#2 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
Si

Hallo Wolfgang,
bei mehren Booten find´ ich es sinnvoll, das Ganze in mehreren "Bildern" aufzumalen: Boote und Fahrtrichtungspfeile (für canadian style reicht das meist und hilft, sich mit den anderen Paddlern zu verständigen), wenn nötig mit Manöverbezeichnungen ergänzen. Für Freestyle schreib ich eigentlich nur noch die Manöver auf und wie viele Vorwärts- oder Rückwärtsschläge ich mache (wenn ich überhaupt was aufschreibe). Anfangs war das alles genauer notiert mit heel-Art und wieviel Grad Drehung und all so´n Kleinkram, ganz am Anfang sogar mit noch mit Zeichnungen (Boot und Fahrtrichtung) . Die Musik hilft meinem Körper aber eigentlich am besten zu erinnern, was und wann denn da was nach dem Manöver kam, je mehr ich nachdenke, desto mehr "Fehler" schleichen sich da ein. In der Regel muss man ja dann doch ein paarmal üben, bis es annähernd so klappt, dass man zufrieden ist. Mir reicht das zum Behalten, auch wenn die Kringelpause mal länger ist.
Gruß aus dem Norden,
Silke


 Antworten

 Beitrag melden
21.01.2010 11:30
#3 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hallo Wolfgang,

ich such mal raus und scanne Dir ein, wie ich das mache, dem von Silke Geschriebenen ist nichts Wesentliches hinzuzufügen.
Bis bald

Hans-Georg


 Antworten

 Beitrag melden
21.01.2010 11:38 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2010 11:40)
#4 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hallo Silke,
In Bildern mit Manöverbezeichnungen die wichtigsten Stationen quasi als Entwurf festzuhalten ist sicher eine angemessene Möglichkeit. In Deinen anschließenden Zeilen zeigt sich, wie nahe das Kringeln in Verbindung mit der Musik am Tanzen ist.
Für mich ist eine Hamdskizze der Anfang fast jeder Arbeit und nicht selten die grafisch reizvolle Zeichnung Selbstzweck.
Mit einem einigermaßen verbindlichen Zeichensatz könnte natürlich ein später Winterabend ausreichen, eine Idee so darzustellen, daß auch ein Zweiter oder Mehrere teilhaben , oder ein gemeinsames Projekt vorbereiten können.
Die Kriglergemeinde ist zahlenmäßig klein, aber auf riesiger Fläche!

Hallo Hans Georg!
-bin ich schon gespannt!!!

Danke für Eure Beiträge

Wolfgang Hölbling


 Antworten

 Beitrag melden
21.01.2010 21:42 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2010 21:44)
#5 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hallo Wolfgang,

hier sind die "Tanzanweisungen " für unser "Unterwegs mit Freunden" , aufgeführt auf dem letzten Kringelfieber.(Alle Urheberrechte bei Katrin und mir)

Gruß
Hans-Georg

29.01.2010 10:34 (zuletzt bearbeitet: 29.01.2010 10:37)
#6 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Danke für das schöne Beispiel!
Sehr anschaulich, mit persönlicher Note!

Ein eindeutiger Zeichensatz über sprachliche Grenzen hinweg, wäre trotzdem schön.

Manchmal fehlen mir nicht nur die Zeichen, sondern auch die Worte!
Wie zB hier: https://www.youtube.com/watch?v=x6YxxTIl9gI&feature=related
Gehört das auch zum Kringeln? Oder vielleicht : moving water Brezeln?

Wolfgang Hölbling


 Antworten

 Beitrag melden
29.01.2010 11:19
#7 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Lieber Wolfgang,

das mit der persönlichen Note (hohes C?) erschließt sich mir nicht so, ich versuche dabei eigentlich immer, sehr sachlich zu sein und benutze die Zeichen, die ich von der Canoe-Dance -Seite kenne.

Und im Film versucht der Paddelfreund wohl eine Seilfähre rückwärts, wenn ich mich nicht irre ?

LG
Hans-Georg


 Antworten

 Beitrag melden
06.02.2010 11:18 (zuletzt bearbeitet: 06.02.2010 11:18)
#8 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hallo Wolfgang,

mir ist gerade aufgefallen, dass meine Choreografie-Zeichnungen für Rechtstunker gemacht sind, das sollte dann immer noch mit angegeben sein. Die Aufführung ist also so nur für Rechtstunker möglich. Interessant wäre natürlich eine Aufführung , wo eine Reihe Linkstunker entgegenkommt und also nur das Schlussbild zusammen gefahren wird. Dazu fehlen noch zwei Linkstunker und mind. zwei FRAME-Solo-Boote und zwei Tage Zeit zum trainieren...

Gruß
Hans-Georg


 Antworten

 Beitrag melden
06.02.2010 11:28
avatar  MrDick
#9 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hatte mich schon gewundert wie Du das mit den Tunkern machst. Könnten die Linkstunker das ganze nicht einfach Cross machen?

Liebe Grüße, Sebastian

--"Auf der ganzen Welt ist vielleicht nichts so schön, so rein und zugleich so groß wie ein See. Himmelswasser" (H.D. Thoreau)
-
...der will nur spielen!
Für alle die am Bodensee spielen wollen: http://www.freestylecanoeing.org


 Antworten

 Beitrag melden
06.02.2010 17:33
#10 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Wenn sie dass "ganz einfach" können....., aber im Ernst, ich finde die andere Art spannender und will das auch noch mal machen. Schon dieses Bild, wo die beiden Gruppen durcheinander-durch/ aneinander vorbeifahren, und sich hinterher alles spiegelbidlich ordnet.... Ich gerate ins Träumen.

Liebe Grüße
Hans-Georg


 Antworten

 Beitrag melden
09.02.2010 18:12 (zuletzt bearbeitet: 09.02.2010 18:16)
#11 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hallo Ihr, Links- oder Rechtstunker!
Beidseitig wäre schön, es gibt doch sicher elegante Verbindungen beim Übergreifen ... oder habe ich da schon wieder ein Fettnäpfchen gefunden? Sollte die leicht abschätzige Bezeichnung "Einarmige" doch irgendwie treffen?

Hans Georg: Für mich ist es richtig anstrengend Deinen Aufzeichnungen zu folgen und mir die Bewegungen vorzustellen. Es fehlt mir an Übung.

Wie in der Architektur, ist die Draufsicht, (der Grundriß) für die schnelle Darstellung von Positionen in der Fläche gut geeignet. Beim Betrachten von Modellen ist es aber sinnvoll eine Position in Augenhöhe einzunehmen, zu leicht wird man aus der Hubschrauberperspektive verführt ein Projekt aufgrund räumlich-plastischer Qualitäten zu beurteilen, die in der Realität keine Rolle spielen, weil nicht sichtbar. Bei einer Ausstellung im Guggenheimmuseum, fand meine Methode, die Modelle im Hocken zu betrachten, unter den Besuchern ad hoc mehrere Nachahmer. Dennoch habe ich bis heute in keiner Architekturausstellung Modelle in natürlicher Augenhöhe gefunden.

Will sagen: Auch wenn die 3. Dimension beim Paddeln weniger Rolle spielt, beim Freestylen vor Publikum ist dessen Blickwinkel zu berücksichtigen. Aus größerer Distanz und vom Ufer aus gesehen wird denn ein gefahrener Kreis zur Pendelbewegung, ... die schönste Figur verliert an Tiefe, Bewegung der Boote ist fast auf eine Dimension reduziert!!!!
Die gezeichnete Realität definiert zwar die Positionen, die Abfolge und der Text die Bewegung, über die tatsächliche Intention und ästhetischen Qualitäten des Paddelns sagen sie aber wenig aus.

Was aber sind die relevanten Festlegungen für die Wirkung einer Vorführung? Haltung, Ausdruck, Körpersprache, künstlerischen Ausdruck? Was sind die Bilder?

Gerade in Euren Darbietungen habt Ihr Themen, wie Beziehung,...

Irgendwie schön, daß man nicht alles kommunizieren kann. Da bleibt wie Du sagst: Raum zum Träumen für die einen , für andere zum Staunen. Und zum Spielen. Und schon entsteht der Wunsch, sebst auch was zu machen.

Liebe Grüße,

PS: Der Winter ist zu lang!

Wolfgang Hölbling


 Antworten

 Beitrag melden
09.02.2010 18:32
avatar  MrDick
#12 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hi Wolfgang!
Da stellt sich mir die Frage: Was ist zweck der Notation? Hier doch mehr das Kommunizieren eines "Bauplanes" als das Beurteilen der Demo. Ich denke die Kommunikation soll hier vor allem effizient sein und einen schnellen Austausch zwischen den Kringlern ermöglichen um die demo gemeinsam zu kreieren, weniger eine Bild davon liefern wie sie interpretiert wird. Bei Noten in der Musik ist es doch genauso. Noten sind keine Tonaufnahmen und die Vorgabe für die Interpretation / Ausgestaltung kommt vom Dirigenten.

Zitat

Was aber sind die relevanten Festlegungen für die Wirkung einer Vorführung? Haltung, Ausdruck, Körpersprache, künstlerischen Ausdruck? Was sind die Bilder?



Ich denke, genau das ist das "free" in freestyle. Dadurch bleibt es spannend und schafft Raum für die Persönlichkeit, Gemütslage, Spontanität, die Seele der Paddler.

Es wäre doch schade, wenn wir uns nur noch perfekt inszenierte Videoaufnahmen von Demos oder kleine Kringelrobotter ansehen dürften. Wie in der Musik kann falsch verstandenen Perfektion, die dem Menschen keinen Raum mehr lässt, der Demo die Seele rauben. Etwas "Klang- oder Rhythmus-Schmutz" oder die berühmten blue notes machen so manches Stück erst lebendig.

Liebe Grüße, Sebastian

--"Auf der ganzen Welt ist vielleicht nichts so schön, so rein und zugleich so groß wie ein See. Himmelswasser" (H.D. Thoreau)
-
...der will nur spielen!
Für alle die am Bodensee spielen wollen: http://www.freestylecanoeing.org


 Antworten

 Beitrag melden
09.02.2010 21:12
#13 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Der Winter ist eindeutig zu lang, lieber Wolfgang.
Ich versteh Dich ja, aber Ballett läuft doch auch nicht anders : Der Choreograph weiss, welche Standards seine Tänzer können(müssen), vereinbart noch die Form /persönlich gewünschte Note der Ausführung, und macht klar, auf welchem Takt sie beginnt. Das ist das Grundsätzliche, alles weitere die Verfeinerung. Das Können des Einzelnen tritt zugunsten des Gesamtbildes in den Hintergrund, außer, er ist angehalten, im Rahmen der Gruppe ein Solo abzulegen. Einfachheit und Überschaubarkeit gehen zunächst vor Differenzierung, daher beherrschen Synchronizität und Symmetrie vorerst das Geschehen. Wenn kein Amphitheater zur Verfügung steht oder ein Hang für eine Sicht von oben, dann baut man besser auf einfache, nachvollziehbare Manöver.
So, wie es Leute gibt, die vom Blatt singen können, so kann ein Freestyler nach meinen Zeichnungen sich so eine Kür "zusammenreimen", einfacher natürlich noch , wenn er dazu noch eine Aufnahme hat. Aber auch das ist ja in der Musik gleich. Auch ist es natürlich leichter, man macht seinen Mit-Tänzern vor, was man von ihnen will, probt es dann , und benutzt die Aufzeichnung dann als Erinnerungshilfe...

Wie auch immer, der Winter ist einfach zu lang.

Liebe Grüße und viel Glück

Hans-Georg


 Antworten

 Beitrag melden
09.02.2010 21:18 (zuletzt bearbeitet: 09.02.2010 21:24)
#14 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Na ja! Sebastian.
Prinzipiell hast Du fürs "Kringeln" natürlich recht. Zur Kommunikation darüber unter Seinesgleichen, sind die Aufzeichnungen von Katrin und Hans Georg sicher gut geeignet. Thema Links- und Rechtstunker leicht zu ergänzen, bzw. ergibt sich aus dem Zusammenhang.

Vielleicht liegt mein Interesse an der Notation an meiner Erkenntnis, daß Kommunikation grundsätzlich mangelhaft ist. Ich halte Lyrik für eine genaue Audrucksmöglichkeit, wenn zB Gefühle ausgedrückt werden. Da ist mit Blutdruckwerten und Körpertemperatur wenig geholfen, rein technische Angaben haben eben dafür keine adäquaten Zeichen.
Der Hinweis von Hans Georg auf die Musik Calexico "The ride" bringt genau die Ebene ins Spiel.

Dein Vergleich mit Musik im Bezug auf die Notation ist vielleicht kein so guter, denn: Wenn Du einen Plan hast, wer im Orchester wo zu sitzen hat, ist das wenig. Presto, fortissimo, .. Vorzeichen, Tonart, Rhythmus, Stimmung, Instrumentierung .....viele Komponisten haben, wenn sie mit dem "Volkabular" nicht ausgekommen sind Anmerkungen in der Partitur ... Gerade die Musik ist mit Sprache oder Skizzen allein nicht ausgekommen und hat eine extrem komplexe eigene Sprache geschaffen, es hat ihr nicht geschadet. Deshalb können Musiker aus Japan Mozart spielen und - sofern sie ein zwei Semester in Wien drauflegen - auch verstehen und interpretieren.

Hab keine Angst um die "blue notes"! Soweit ich das sehe, sind die Kringler, die sich nicht mit dem Rauf und Runter in der Schule der Geläufigkeit begnügen, durchwegs kleine Thelonious Monks. Wir werden beim Kringelfieber, oder vielleicht schon vorher am Faakersee, die eine oder andere höchst individuelle Präsentation oder geniale Improvisation genießen!

Die Entwicklung eigener Stile, wie in der Musik, hat längst begonnen.

Stay tuned

Ps. Hans Georg, Du hast recht! Die Theorie verdirbt den Spaß! Denn der Winter.... Du weißt schon!

Wolfgang Hölbling


 Antworten

 Beitrag melden
09.02.2010 21:52 (zuletzt bearbeitet: 09.02.2010 22:10)
avatar  MrDick
#15 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hi Wolfgang!

Kommunikation ist meiner Meinung nach nicht mangelhaft sondern nur überschätzt. Kommunikation ist doch zum allergrößten Teil Interpretation. Sie zu verstehen basiert zu sehr großen Teilen auf der Verknüpfung mit Bekanntem. Genau das macht sie effizient. Lyrik ist meines erachtens auch nicht sehr genau, aber das ist auch nicht ihre Aufgabe. Sie its doch vielmehr ein Anreiz für Menschen ihre eigenen Bilder hervor zu holen und zu verknüpfen. Genau das macht sie aus, sie berührt uns, weil wir unsere eigenen Bilder in ihr wieder finden. Diese Ungenauigkeit fällt uns nicht weiter auf, da niemand überprüft, wie der Lyriker es denn gemeint hat. Ich habe schon im Kunstunterricht immer sehr gestaunt, wenn meine Lehrer mir vor der ganzen Klasse sagten, was ich mit diesem oder jenem Bild ausgedrückt hätte .

Was die Musik angeht: Ist Dir schonmal aufgefallen, dass ein und das selbe Stück oft sehr unterschiedlich klingt, wenn ein anderer Dirigent am Pult steht?

Kommunikation kann nur eine gemeinsame Basis für den Austausch von Bildern schaffen. Ohne Interpretation ist Information wertlos. Ich verstehe, worauf es Dir bei Deiner Frage um die Notation ankommt - ich frage mich nur ob eine Notation das richtige Mittel ist, oder ob es da nicht viel mehr braucht. Wie Hans-Georg schon gesagt hat, eine Kommunikation in beide Richtungen und auf mehreren Ebenen und mit permanenter Überprüfung der Interpretation des Kommunizierten. In der Datentechnik macht man sowas ja auch, z.B. mit Prüfsummen. Das Problem dabei ist, dass die Komplexität dabei stark ansteigt und die Vermittlung ineffizient wird. Ich glaube nicht, dass ein Blatt Papier das leisten kann, gerade weil Paddeln ja nicht unbedingt eine intelektuelle Leistung ist, sondern sich für viele Menschen über Bewegen, Fühlen, Sehen, Ausprobieren besser erschließt als über das Verstehen.

Wenn mehrere Kringler zusammenkommen, dann ist doch gerade das gemeinsame Erarbeiten der Choreografie, und das gegenseitige Befruchten mit Ideen ein wertvoller Teil, der ein Gruppengefühl schafft, das dann im Idealfall in der interpretation zum Ausdruck kommt. Mir gefällt dabei, dass das alles Freizeit ist, und dass man nicht aus irgendwelchen Gründen gezwungen ist ein exakt reproduzierbares Ergebnis abzuliefern. Wenn ich diese Freiheit schon habe, dann möchte ich sie auch nutzen und so die Chance haben evtl. Neues zu schaffen. In gewisser Weise treiben die Unzulänglichkeiten der Kommunikation auch die Evolution. Ab einem gewissen Punkt stehen einem "Vor-bilder" eben im Weg.

Ich sehen schon, das ist wieder Stoff für's Lagerfeuer....

Liebe Grüße,
Sebastian

--"Auf der ganzen Welt ist vielleicht nichts so schön, so rein und zugleich so groß wie ein See. Himmelswasser" (H.D. Thoreau)
-
...der will nur spielen!
Für alle die am Bodensee spielen wollen: http://www.freestylecanoeing.org


 Antworten

 Beitrag melden
09.02.2010 21:56
#16 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

-ich bring das Holz!

Wolfgang Hölbling

 Antworten

 Beitrag melden
10.02.2010 12:10
#17 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln

Hi, wenn Kunst Kommunikation ist, und Kringeln als paddlerische Kunstform akzeptiert wird, möchte ich als ausgebildeter Musiker meine Gedanken auch noch beitragen.
Wohlverstandene Kommunikation besteht aus Senden und Empfangen, und der Absender ist gut beraten, sich verständlich auszudrücken, unter Wahrung seiner Individualität. Es nützt also wenig, wenn er eine Botschaft hat, die nicht ankommt, weil sie schlecht vermittelt wird (und das vielleicht, weil der Künstler derartig in seine eigene Nabelschau vertieft ist, daß er seine Kunst nur um seine selbst willen ausübt, also lediglich kommunizieren will "schaut her, was ich alles kann").
Um zum Erarbeiten einer Choreografie zurückzukommen : unsere erste Canadian-Style-Aufführung seinerzeit in Cottbus war von uns allen gemeinsam erarbeitet und grob skizziert. Beim späteren Videogucken erst wurde uns klar, welches die Wirkungen der Manöver auf die Betrachter sein können, und da hatten wir uns z.T. gewaltig verschätzt : wir hatten diesbezüglich noch keine Erfahrung und lebten bei der Aufführung auch von dem Bonus der Erstmaligkeit. Inzwischen wissen wir um die optische Qualität oder "Nicht-Qualität" bestimmter Manöver aus bestimmten Blickwinkeln, und bevor ich etwas grafisch fixiere, würde ich mir die Außenwirkung genau vorstellen. Dann erreicht man möglicherweise auch die nicht in der Wolle gefärbten Freestylekollegen, sondern auch Spontangucker und "normale" Paddler, und das wäre neben Allem Künstlerischen eine wichtige Promotion für unseren Sport, dem ja gelegentlich auch kopfschüttelnd begegnet wird.
Jörg Wagner


 Antworten

 Beitrag melden
10.02.2010 18:07
#18 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Lieber Jörg,
spätestens jetzt bewegen wir uns hier in sehr diffizilen Bereichen, und was bisher angedeutet war , wird nun doch sehr vom Individuellen abhängig. Freestyle an sich ist ja zweckfreies Paddeln, also sich selbst genügend. (Erfüllt also damit ein wichtiges Kriterium von moderner Kunst)Wer das so sieht:O.K.
Aufführung hingegen ist Mitteilung. Also Kommunikation. Kommunikation ist, was ankommt(nicht, was man will)So weit gehe ich mit. Doch was Du "neben allem Künstlerischen" siehst, das genau ist für mich die Kunst bei der Sache. Für mich ist es der Sport, der in einer Kür so "viel wie möglich "und "so schwierig wie möglich" zeigen will . Nachvollziehbar nur für Eingeweihte. Kunst hingegen setzt so wenig wie nötig ein, um eine Stimmung, ein Thema, ein Bild klar zu machen für den Betrachter. Doch um das herauszufinden, braucht sie das Experiment. Und um nicht zu verflachen ( zur schlecht gepaddelten Show) braucht sie die Herausforderung der (Sport)Technik, also den Freestyle pur. In diesem Kreis drehen wir uns.
Ich denk oft darüber nach, schließlich sind Katrin und ich wohl die, die öffentlich wohl am meisten auftreten/aufgetreten sind und Routine wird das nie und man kann auch an alten Sachen noch so viel basteln..
Die Wirkung unserer bescheidenen Versuche auch und gerade auf Nicht- oder wenigpaddelndes Publikum ist immer wieder erstaunlich .

Liebe Grüße
Hans-Georg


 Antworten

 Beitrag melden
10.02.2010 18:14 (zuletzt bearbeitet: 10.02.2010 18:15)
avatar  MrDick
#19 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Also ich bin mir da selbst am nächsten: Ich hab beim Kringeln einfach nur bekloppt viel Spaß. Dazu braucht es nichtmal Publikum. Hab allerdings auch nur Passanten- und keine Publikumserfahrung .


P.S. Spocht ist Mochd

--"Auf der ganzen Welt ist vielleicht nichts so schön, so rein und zugleich so groß wie ein See. Himmelswasser" (H.D. Thoreau)
-
...der will nur spielen!
Für alle die am Bodensee spielen wollen: http://www.freestylecanoeing.org


 Antworten

 Beitrag melden
10.02.2010 18:30
#20 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hi Sebastian,

"vor Publikum" hat den psychologischen Wert einer Selbsterfahrung.....

oder so.

Gruß
HG


 Antworten

 Beitrag melden
10.02.2010 18:48
#21 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln

Hans Georg,
von mir kein Widerspruch, es war der Versuch einer Antwort auf den Beitrag von Wolfgang.
Happy paddling
Jörg


 Antworten

 Beitrag melden
10.02.2010 21:36
#22 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Lieber Jörg,
auch ich wollte Dir nicht widersprechen, sondern darauf hinweisen,(die Ahnung kam mir inzwischen) dass wir uns nach deinem Beitrag in Bereiche bewegen, wo es schon darum geht, sozusagen eine Kunstwissenschaft des Freestylens zu erstellen, bzw. etwas verallgemeinern/versachlichen zu wollen, was wir als Praxis viel zu gern selbst erfahren (im wahrsten Sinne des Wortes), oder wollen würden, wäre der Winter nicht so lang ....
Ich reflektiere halt gern über mein Tun, hab aber Vieles ( und das ist ja gerade das spannende am Freestylen) für mich selbst nicht geklärt und probiere da mächtig rum. Ich hoffe sehr, das bleibt noch ne Weile so. Und einstweilen genügt mir auch die Weise, wie ich die Küren auch grafisch festhalten kann.
Mehr heut nicht, oder erst nach noch einem Glas Wein...
Liebe Grüße
Hans-Georg


 Antworten

 Beitrag melden
11.02.2010 02:17 (zuletzt bearbeitet: 11.02.2010 02:23)
#23 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
Pe

Schon 1894 schrieb Ludwig Fulda:

Weiß nicht, was echte Künstler sollen
Mit eurem theoretschen Schwulst;
Kunst kommt von Können, nicht von Wollen:
Sonst hieß es „Wulst.“

In diesem Sinne hoffentlich bald bekringelbare Seen (nicht auf Kufen!) und viel Vergnügen und Erfolg beim Kringeln,
macht weiter so, das ist Kunst.

Peter


 Antworten

 Beitrag melden
11.02.2010 11:51
#24 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Hallo Peter!
Vor der Kunst kommt das Könnenwollen!
Learning by doing ist nicht - im März wird das anders.
Jetzt ist die Zeit für Theorie, warum nicht auch philosophische Fragen stellen?
Vielleicht sogar ganz ketzerische wie: Sind es Klischees denen wir Paddler nur zu gerne nachjagen?
Ist es Heimweh ( oder Fernweh ) nach einer einfachen Welt, die es so nie gegeben hat?
Ist es Sehnsucht nach einer Lebensqualität, die wir in unserer Heimat allzu leichtfertig und blind verjuxt haben?
Haben wir die Verantwortung für unsere Lebensumwelt blind delegiert, an Menschen, deren Ziele nicht die unseren sind?

Natürlich ist das alles längst besprochen. Aber haben wir selbst dazu eine schlüssige Meinung oder gar Haltung?

Gestern hatte ich ein langes Telefonat mit einem Paddler vom Neusiedlersee, der wenig gepaddelt, aber dennoch ein Kanu gebaut hat. Seine Frage, wie man das beim Flußfahren am besten mit der Rückfahrt organisiert wirft eine solche Frage auf. Alles mit Autos, oder geht das mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Ob sich der Fluß auch gegen die Strömung fahren läßt, diese Frage sollte sich eigentlich ale erste stellen! Viele Fließgewässer machen gegen die Fließrichtung Spaß, man lernt Strömungen schneller lesen als man glaubt, sogar die Socca habe ich durch Detlef zuerst flußaufwärts kennengelernt.

Für mich ist der "theoretischer Schwulst" die zweite Seite des Erlebens und Erfahrens, eines ohne das andere ziemlich wertlos.

Liebe Grüße

Wolfgang Hölbling

 Antworten

 Beitrag melden
12.02.2010 19:41
avatar  Corvus
#25 RE: Notation / Choreografie zum Kringeln
avatar

Lieber Wolfgang.

Der Winter ist zu lang, da hast Du absolut Recht und zurzeit die Paddlerei, die weiße Theorie.

Als Du diesen Thread gepostet hast, also ganz am Anfang haben Katrin und ich uns gar nicht angesprochen gefühlt, wir haben uns nichts notiert die Choreografie für unsere kleine Vorführung ist im Kopf entstanden, und auf dem Wasser nicht auf dem Papier. Außerdem sind wir doch eher Kringelfrischlinge, was sollten wir also schreiben?
Nachdem wir nun eine Weile mitgelesen haben, möchten wir Dir/Euch nun doch unsere Erfahrung mitteilen.

Bis vor gut einem Jahr hatten Katrin und ich vom Freestylen null Komma null Ahnung, wir wussten noch nicht einmal, dass es diese Art, so mit dem Kanadier zu fahren überhaupt gibt. Durch dieses tolle Forum sind wir dann auf das Kringelfieber 2009 aufmerksam geworden. Also nichts wie hin, und aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen, war für uns sofort klar, so zu Paddeln wollen wir auch lernen.
Es folgte dann der erste Freestyle Kurs bei Mark, nur wenige Wochen danach der zweite, wieder bei Mark. (Der Input war gigantisch… hier nochmal ein herzliches Dankeschön an Mark, deine Kurse sind spitze! Wir freuen uns schon auf den nächsten). Die kurze Zeit zwischen den Kursen hatte gar nicht gereicht, das Gelernte zu festigen, aber durch fleißiges Üben wurden wir dann nach und nach immer sicherer.

Durch Katrin und Hans-Georg Wagner sowie durch Andreas und Silke Reitner, Mark, Jörg und all die anderen Kringler Inspiriert, entstand auch für uns der Gedanke zu einer eigenen Vorführung, und so haben wir von Anfang an nicht nur jeder für sich geübt, sondern immer gleich jedes Kringelmanöver (welches wir bis dahin konnten) auch gemeinsam zu fahren, möglichst im gleich klang, oder anders gesagt möglichst synchron. Dabei war für uns sehr hilfreich, das wir zunächst mit zwei ganz unterschiedlich großen Booten geübt haben, wir mussten sozusagen zwangsweise Geschwindigkeit aus den Freestylmanövern nehmen, ein langes Boot (5,27m)dreht einfach nicht so schnell wie ein kurzes (4,50m). Irgendwann, der Sommer war schon fast vergangen, wurde klar um weiter zu machen brauchen wir Musik, also Stereorekorder besorgt, Musiktitel ausgesucht und weiter ging es mit Musik. Die Idee für das Thema unserer Vorführung hatten wir schon sehr früh (inspiriert durch Hans-Georgs Frame Kanus). Ab dem Moment mit Musik, war es für uns überhaupt erst möglich an der Ausgestaltung der bis dahin teilweise noch sehr theoretischen Idee, zum Titel der Vorführung zu arbeiten. Musik ist dabei nicht nur Untermalung, Takt Einleitung für Kringelmanöver usw. sonder sie gibt Anfang und Ende der Kür vor.
Das heißt für uns, nicht lauter möglichst schwierige Freestylemanöver an einander zu reihen, sondern unser Thema mit Leben zu füllen, dafür haben wir die Länge des Musikstückes Zeit.
Eine Dance-Notation ist bei zwei Booten/zwei Paddlern nicht zwingend notwendig, bei 3, 4oder mehr Booten denke ich reichen Zeichnungen wie die von Hans-Georg vollkommen aus, uns jedenfalls sind sie verständlich genug. Für unsere kleine Vorführung brauchten wir keine Notizen, sie ist nach und nach gewachsen, auf dem Wasser -und bei langen Gesprächen, so manches Mal bis weit in die Nacht hinein.
Seit Anfang Dezember ist nun Rahmen und Inhalt der Vorführung soweit fertig, jetzt geht’s ans feilen: Weil durch das nebeneinander, miteinander fahren (tanzen) viel Aufmerksamkeit zum jeweiligen Partner wandert, leidet dann manchmal die Technik, die eigene Kontrolle fällt da bisweilen schwer. Sehr hilfreich sind da Bilder am besten in Reihe aufgenommen, um Bewegungsabläufe besser sichtbar zu machen, oder per Videofilm das wäre genial. Oder demnächst vor Zuschauern, bei dem Gedanken daran geht der Herzschlag jedoch gleich um einige Schläge schneller, darum hoffen wir (wie sagte Jörg so schön) auch den Bonus des Erstmaligen ein wenig in Anspruch nehmen zu dürfen, aber dennoch sind wir natürlich sehr gespannt, auf Eure Meinung.
Ach wie fehlt uns doch das Paddeln…

PS. Lt. Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums gibt es gegen das Paddelvirus Abart Freestyle noch keine wirksame Impfung, der Verseuchungsgrad nimmt zu…
Empfehlung zur Symptombekämpfung: Paddeln, Paddeln und noch mal Paddeln

In diesem Sinne, liebe Grüße von den Virusträgern
Katrin und Knud


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!