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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Tourenberichte
Spartaner Offline




Beiträge: 1.070

29.09.2020 10:40
Paddeln auf Czarna Hańcza - K. Augustów - Netta - Biebrza - Narew 2020 Antworten

Paddeln auf Czarna Hańcza - K. Augustów - Netta - Biebrza - Narew 2020

Wir sind ja öfter in Polen unterwegs, meist in den kürzeren Oster-, Pfingst- oder Herbstferien und meist in den ehemals deutschen Gebieten im Westen des Landes (zB Ihna, Pleiske, Drage, Obra, Brahe oder Oder).
Wegen Corona wollten wir uns diesmal auch in den Sommerferien mit Polen bescheiden. Ansonsten wären wir dieses Jahr wohl ins Kaliningrader Gebiet gereist.

Weit im Nordosten von Polen gibt es zwei Flüsschen, die unter polnischen (und ein paar deutschen) Paddlern bekannt und beliebt sind wegen ihrer natürlichen Schönheit und dem klaren Wasser. Das sind die Krutynia (deutsch Kruttinna in der Johannisburger Heide, ehem. Ostpreußen), und die Czarna Hańcza in der Augustower Heide weiter östlich in Podlachien, bis zum 1. Weltkrieg noch Teil des russischen Zarenreiches. Beide Flüsschen sind in der Hauptsaison, den polnischen Sommerferien, extrem überlaufen, aber die Krutynia wohl noch etwas mehr als die Czarna Hańcza.

Das, und vor allem die Tatsache, dass man von der Czarna Hańcza über den Augustow-Kanal zur Biebrza weiterpaddeln kann, ließ mich in diesem Jahr den Fokus auf die Czarna Hańcza richten.

Die Biebrza und ihre in Teilen naturnah bewirtschaftete Aue ist ein noch weitgehend naturbelassener Fluss, seit 1993 auf fast seiner gesamten Länge geschützt im größten Nationalpark Polens (Schrägluftbild, Aufzählung allerlei Superlative). Am Ende mündet sie in den Narew.

Wie weit wir kommen, darüber habe ich mir im Vorfeld kaum Gedanken gemacht. Es ist einfach egal, wie schnell man vorwärtskommt, man könnte die Tour überall problemlos beenden.

Wir hatten ziemlich Glück mit den Wasserständen, trotz der Dürre über 3 Jahre. Im Mai und im Juni regnete es in Nordost-Polen ausgiebig und mehr als durchschnittlich (Mai, Juni). Der polnische Wetterdienst zeigt für das Gebiet der Czarna Hańcza im Juni gar eine Niederschlagssumme, die den Durchschnitt der Jahre 1981-2010 um 130% übertraf, es regnete also noch mehr als das Doppelte des Normalen. Ich war happy, da sollte eigentlich nichts mehr schief gehen.

Oder doch? Schief gehen könnte es zum Beispiel noch wegen Corona. Polen hatte aber Anfang Juli nur unwesentlich mehr Infektionen/100000 Einwohner, die Grenzen waren seit Mitte Juni für uns wieder offen. Allerdings bahnte sich bereits eine "2. Welle" an.

Natürlich wusste ich bei Reiseantritt noch nichts von der 2. Welle. Und ohne Corona wäre ich wohl nie auf dieses Touristenflüsschen gefahren. Aber jetzt wollte ich das doch mal machen, passt also alles.


Überblick über die Tour:

Wir waren insgesamt 3 Wochen unterwegs. In 15 Tagen sind wir auf dem Wasser ~270km vom Wigry-See bis Lomscha/Łomża gepaddelt und haben zwischendurch am Sajno-See einen zusätzlichen Ruhetag eingelegt. Die Flüsse waren wie erwartet alle gut gefüllt. Zugleich hatten wir das Glück, dass im Reisemonat Juli dann wieder viel weniger Regen fiel als normal. Besser kann es für uns Paddler gar nicht kommen.
Auf dem Hinweg haben wir noch die Marienburg und die Wolfsschanze besucht, auf dem Rückweg die Stadt Thorn/Toruń.

Überblick über die Paddeltour, Einzeltage farblich abgesetzt:


Jetzt noch ein paar Bilder von der Tour:

Wigry-See, Wigry-Kloster:


Die Czarna Hańcza schlängelt sich wunderschön durch eine sumpfige Landschaft. Die Ufer sind von Röhricht bewachsen, stellenweise wird es eng:






Ausnahmsweise ein Canadier, ausnahmsweise gegen den Strom fahrend:


So gegen alle Gewohnheiten hier würde es mich nicht wundern, wenn das auch Deutsche gewesen sind. Ansonsten sind es aber 99.x% Polen, die hier auf dem Wasser unterwegs sind.

Wieder ein sehr schöner Abschnitt der Czarna Hańczą:




Am 4. Paddeltag verlassen wir die Czarna Hańcza und paddeln weiter auf dem Augustow-Kanal in Richtung Westen. Der Kanal führt 36km nach Augustow.



Eine der vielen Schleusen im Augustow-Kanal:




Sajno-See im Abendlicht:


Auf der Biebrza:


Paddler auf der Biebrza:






Lager am Narew:


Letztes Lager am Fluss, der Tag klingt aus mit Żubr-Bier, Bocian (“glutenfreier Wodka”) und einem schönen Lagerfeuer.



Fazit:
Interessante Tour auf Flüsschen, die ich ohne Corona wohl nicht mehr befahren hätte. Leider konnte man nur selten wild zelten, da die gesamte Gegend touristisch sehr erschlossen ist und gut besucht wird. Uns hat es trotzdem gut gefallen. Die Biwak- bzw. Zeltplätze sind nicht ganz so teuer wie bei uns, und die Leute waren durchweg sehr freundlich. Für Leute, die es eher nicht so wild mögen, ideal. Ein bisschen abenteuerlich wurde es für uns nur zwischen Augustów und der Biebrza, weil da nicht alles klar war.

( ͡° ͜ʖ ͡°)

Spartaner Offline




Beiträge: 1.070

29.09.2020 10:40
#2 RE: Paddeln auf Czarna Hańcza - K. Augustów - Netta - Biebrza - Narew 2020 Antworten

Ich habe den Bericht noch mal stark eingekürzt auf ein Format, das dem Canadierforum eher gerecht wird.

Eine Langfassung des Berichtes für speziell interessierte Leser findet ihr hier.

( ͡° ͜ʖ ͡°)

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