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Kleidung Kleinfluss Frühling/Herbst
Seid gegrüßt,
ich möchte um Ostern herum meine neue Paddelsaison beginnen. Bisher war ich jedoch reiner Sommerpaddler, deshalb fehlt mir jede Erfahrung mit kaltem Wasser und dazu passender Kleidung.
Mein Heimatrevier ist die Altmühl: Nicht besonders breit, kaum Strömung und so seicht, dass man fast überall stehen kann. Sofern ich nichts Neues ausprobiere (maximales Aufkanten oder ähnliche Spielereien), ist ein Kentern so gut wie ausgeschlossen. Aber ich will natürlich trotzdem für den Fall vorbereitet sein, dass eigene Tollpatschigkeit und dummer Zufall zusammentreffen.
Mir geht es ausdrücklich nur um die Vorbereitung für Notfälle: Ich will lebend ans Ufer, sogar die Bootsrettung wäre zunächst sekundär (und nur wegen der Ersatzkleidung wichtig). Was würdet ihr empfehlen? Ersatzkleidung ist klar, Schwimmweste sowieso. Notfallhandy wasserdicht am eigenen Körper. Aber sind Neopren- oder Trockenanzug notwendig?
"Dress for water, not for air" kenne ich. Andererseits: Die meisten Bootsverleiher öffnen auch im April, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die ihren Kunden Neoprenanzüge oder ähnliches zur Verfügung stellen. Handeln die grob fahrlässig? Oder gilt für eine Kenterung auf der Altmühl: "Lustig im Juli, saublöd im April - aber auch da nicht lebensgefährlich"? Was sagen die Kenner dieses Flusses?
Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
Joh
#2 RE: Kleidung Kleinfluss Frühling/Herbst
Hallo Joh,
die Altmühl ist nicht weit weg von Ingolstadt;-)
Ja das Thema Klamotten wird unterschiedlich interpretiert. Ein versierter Paddler braucht normalerweise aus meiner Sicht auf der Altmühl sich keine Sorgen machen.
Das hängt natürlich auch vom Pegel ab. Ein Anfänger ist natürlich mit Trockenanzug und Co besser beraten.
Wenn ich morgen die Isar paddeln würde, würde ich natürlich einen Trockenanzug oder Neo tragen. Im Sommer paddle ich die Isar und Loisach mit normalen Klamotten.
Auf Kanutour im Yukon Territorium trugen wir auch normale Klamotten,aber da gibt es genug andere Geschichten wo man sich Sorgen machen könnte
Letztens bin ich rückwärts in die Donau gestürzt, da hätte ich mir ein Wärmefeuer sparen können, wenn ich einen Trockenanzug getragen hätte.
Dieser wäre aber bei dem Sturz ruiniert gewesen wie ich später an einer Verletzung feststellte.
Das ganze habe ich auf Youtube mal hochgeladen falls es interessiert....
Grüße von der Donau Mike
#3 RE: Kleidung Kleinfluss Frühling/Herbst
Ich hab Links unten angehängt mit Beiträgen die zu dem Thema interessant sind (und mir aus dem Stegreif eingefallen sind). Durchlesen empfohlen, danach sind entweder die relevanten Fragen beantwortet, oder die wirklich interessanten Detailfragen tauchen dabei auf
Ein (diskussionwürdiger) Anhaltspunkt der mir gerade so eingefallen ist: Beantworte die Frage wie lange du bei den aktuellen Bedingungen im schlechtesten (oder zumindest einem vorstellbaren, schlechteren) Szenario ohne ernsthafte Unterkühlung über die Runden kommst bis du dich selbst gerettet hast und wieder warm bist: An's Ufer kommen, Ersatzklamotten greifen (Wo ist dein Packsack?! Im Boot?), auspacken, abtrocknen, Kleidungswechsel, wieder aufwärmen; ich könnte hier noch was vergessen haben.
Hinweis: Mit "dress for water, not for air" ist das abgehakt, und du kannst (relativ) entspannt dich selbst und ggf. auch das Material retten. Und Solo ist das Spiel ein anderes als in der Gruppe (mit mehreren Booten, nicht nur mehreren Teilnehmern).
Sicherheit am und auf dem Wasser
Die erste eigene Kanutour - Erfahrungsbericht
@ Murphy
Natürlich habe ich davor schon im Forum gestöbert.
Mir geht es bei meiner Frage tatsächlich nur um den "Kälteschock" im Wasser, also die erste Minute. Ich fahre ja nicht im Januar, sondern im April, und auch nur bei "passendem" Wetter. Wenn ich mal aus dem Wasser bin, sehe ich es nicht mehr so kritisch (wobei die Ersatzklamotten tatsächlich gerettet werden sollten, der Sack wird im Boot liegen). Im Sommer bräuchte ich zum Verlassen des Flusses keine Minute, da die Altmühl fast überall leicht zu ersteigende Ufer hat und spätestens am Rand sehr seicht ist. Die Frage ist, wie sehr mich kaltes Wasser beeinträchtigt, falls ich dummerweise an einer der wenigen tiefen Stellen kentere - und genau für diesen Fall muss ich ja planen.
Ich bin oft solo unterwegs, muss also allein zurechtkommen. Das macht die Sache deutlich problematischer.
#5 RE: Kleidung Kleinfluss Frühling/Herbst
Zitat von Joh im Beitrag #4
Die Frage ist, wie sehr mich kaltes Wasser beeinträchtigt, falls ich dummerweise an einer der wenigen tiefen Stellen kentere
Dann hier noch zwei Links die ich interessant finde weil sie die medizinisch-physiologische Seite leicht verständlich beleuchten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ertrinken#...n_kaltem_Wasser
https://anae-doc.de/kaltwasserunfaelle-p...bensstrategien/
Ich habe selbst schon grenzwertige Erfahrungen gemacht wegen unzureichender Kleidung (Windchill unterschätzt, mit steigenden Temperaturen gerechnet, nicht ausreichend wasserabweisende Hose/Jacke/Handschuhe ausgewählt, oder eben aus Ungeschick gekentert), die zum Glück alle gut gegangen sind. Ein Punkt ist immer daß man häufig keine ernsthaften Probleme bekommt solange nur eine Sache schief geht, aber die Reserven bei unglücklichen Umständen schnell zu Ende sein können. Ein anderer ist daß man sich viele Szenarien gar nicht vorstellen kann bis man entsprechende Erfahrung gesammelt und auch darüber reflektiert hat.
Und im April würde ich auch auf der Altmühl mit eher winterlichen Wassertemperaturen rechnen, ohne die Möglichkeit sich in der Sonne schnell mal wieder aufzuwärmen. Das spricht für Neopren oder (Halb-)Trockenkleidung. Die muß so komfortabel sein daß man sie auch gerne trägt ohne ihre Funktion zu beeinträchtigen.
@ Alex
3.: Ist klar, sonst nützt das Handy nur halb so viel.
2.: Danke! Ist absolut logisch, aber man denkt möglicherweise nicht daran.
1.: Das ist leider organisatorisch schwierig. Gerade, wenn es sich nur um eine kurze, eher spontane Runde handelt. Außerdem bräuchte diese zweite Person ja ein eigenes Boot, sonst kentern wir nur gemeinsam ...
Zitat von Murphy im Beitrag #5
Das spricht für Neopren oder (Halb-)Trockenkleidung. Die muß so komfortabel sein daß man sie auch gerne trägt ohne ihre Funktion zu beeinträchtigen.
In diesem Punkt bin ich leider völlig unerfahren. Wenn ich einen Neoprenanzug kaufe, aber darin so schwitze oder mich so eingeengt fühle, dass ich ihn beim nächsten Mal daheim lasse, ist das natürlich Quatsch. Wie sind eure Eindrücke von einer "Mischung" aus Schutz und Komfort, zum Beispiel bei Aquashell? Oder wie sind generell eure "Trage"-Erfahrungen mit verschiedenen Kältekleidungen?
#9 RE: Kleidung Kleinfluss Frühling/Herbst
Hallo Joh,
ich paddele seit etlichen Jahren in der kalten Jahreszeit im ärmellosen Neo ("Longjohn") Quantum, das relativ preisgünstige Basismodell von Palm.
Klamottenmäßig sieht das so aus: Baumwollunterwäsche (Hemd mit Viertelärmel), darüber den Neo, darüber optional (je nach Temperatur) ein langärmeliges Laufshirt, und darüber immer eine gut abschließende Paddeljacke und natürlich eine Schwimmweste. An den Füßen fette Wollsocken und je nach Gelände Crocs oder festere Schuhe. Ich paddele so sowohl in Canadier als auch im Kajak. Damit komme ich gut über den Winter, weshalb ich auch nie einen (deutlich teureren) Trockenanzug besessen habe.
Diese Verkleidung hatte sich vor einigen Jahren mal in einem "Ernstfall" im November bewährt: Mein Ally hatte mich beim Sitzbankwechsel abgeworfen und sich mit dem Wind aus dem Staub gemacht. Nach dem Bergen des losen Zeugs aus dem Boot kam noch eine Schwimmeinlage, um das Boot selbst wieder einzufangen. Da das im näheren Heimatrevier passierte, hatte ich kein Wechselzeug dabei, was aber nicht weiter schlimm, eben nur etwas ungemütlich war.
Zu deinen Bedenken hinsichtlich Neo: die Longjohns schränken die Bewegungsfreiheit (Rumpfrotation) nur minimal ein. Sie müssen allerdings kanutauglich sein, d.h. im Sitzen optimal passen (und nicht im Stehen wie z.B. beim Windsurfen). Überhitzung ist kein Thema mit einer Ausnahme: wo die Sonne direkt draufbrennt, kann es schon mal recht warm werden, und das kann auch schon mal im zeitigen Frühjahr sein.
Grüße aus RD
#10 RE: Kleidung Kleinfluss Frühling/Herbst
Etwas offtopic, aber die Altmühl führt aktuell Hochwasser. Wir sind die letztes Jahr auch mal bei HW gepaddelt. Da hatte es am Einstieg Kratzmühle gefühlt WW2 und dann flotte Strömung bis Beilngries. Im Sommer reicht ja meist das Wasser gerade so zum Paddeln.
Also aktuell, uffpasse.😉
Zum Thema Klamotten wurde ja schon alles gesagt.
Gruß aus Kelheim, Rob
Nach meiner Beobachtung geschehen, mit Abstand, die meisten Schwimmeinlagen während des Ein- oder Ausstiegs, zumindest auf quasi stehenden Gewässern.
Auf der Altmühl sind keine Bäume im Wasser zu erwarten, und wenn doch, hast du im Normalfall alle Zeit der Welt weiträumig auszuweichen.
Auf schnelleren Fließgewässern oder gar Wildwasser sind Neo mit Trockenjacke oder ein Trockenanzug die erste Wahl.
Im Herbst und Winter ziehe ich auf Zahmwasser und leichten Fließgewässern normale Sachen an, Merino drunter und drüber je nach Wetter, Pullover und/oder Regenjacke, ne gefütterte Hose, wasserfestes Schuhwerk und natürlich die Schwimmweste -als Kälteschutz für die Nieren und zur Sicherheit. Ich kleide mich so, dass ich weder friere noch anfange zu schwitzen.
Wasserdicht verpackte Ersatzkleidung mitnehmen und ein gesundes Maß an Vorsicht walten lassen, ist für mich obligatorisch und erwarte ich auch von meinen Mitpaddlern, wenn welche dabei sind.
Grüße aus Nuthetal
René
#12 RE: Kleidung Kleinfluss Frühling/Herbst
Zitat von Gerd Alpers im Beitrag #9
Baumwollunterwäsche (Hemd mit Viertelärmel)
Da muß ich jetzt einwerfen daß von Baumwolle bei Wassersport abzuraten ist; die saugt sich voll und kühlt aus. Sportunterwäsche aus Kunstfaser, oder etwas nobler aus Wolle sollte es untendrunter schon sein. Im Handel gibt es inzwischen auch schöne (und nicht billige) Polartech-Unterzieher, aber ein günstiger Fleece aus'm Outdoorhandel und eine Paddeljacke drüber tut's meist auch für Gelegenheitsnutzer. Im Trockenanzug ist Sportunterwäsche notwendig damit der Schweiß vom Körper weg kommt und bleibt, und weil die Außenschicht nicht wie bei Neopren selbst isoliert.
Generell gibt's im Handel heutzutage so ziemlich alles für Wildwasser und Wandersport, auch komfortable, atmungsaktive, noble Sachen. Da aber Wärmeempfinden und -entwicklung beim Sport sehr individuell sind muß jede(r) selbst rausfinden was optimal ist. Für die Altmühl sollten es die Wandersport-Klamotten tun. 3 mm Neopren-Long-John mit Lang- oder Kurzarmshirt drunter, bei niedrigeren Temperaturen eine Lage Fleece dazu, und Paddeljacke drüber wäre der "nasse" Klassiker und die günstigste Kombination für kühle Verhältnisse (Wasser und Wind) wenn nur mit Spritzwasser und ggf. einer kurzen Schwimmeinlage zu rechnen ist.
#13 RE: Kleidung Kleinfluss Frühling/Herbst
Mit diesem Einwand hätte ich rechnen müssen, denn mir ist schon bekannt, dass moderne Kunstfasern generell im Sport bevorzugt werden: "Stay away from cotton!"
Nun ist es aber so, dass ich - auch beim Laufen - lieber Baumwolle als Kunstfasern auf der Haut habe; und die immer wieder ins Feld geführten Nachteile nehme ich so nicht wahr. Ist halt meine persönliche Präferenz.
Ich hatte mein Bekleidungsschema so detailliert geschildert, weil ich den Eindruck hatte, dass es das war, was der Fragesteller Joh wissen wollte.
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