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Spey Schottland 2025
Vom 4. Juni bis 30.6.2025 besuchten wir (meine Frau Karin und ich) das erste mal Schottland. Die selbst geplante Reise machten wir mit unserem Auto, Anfahrt von Düsseldorf über Fährhafen Ijmuiden nach Newcastle. Insgesamt gesehen waren wir sehr von Schottland beeindruckt, tolle Landschaften Meer und Berge, Wandermöglichkeiten endlos viele, Historie, Natur, sehr nette Menschen und auch die Küche ist teilweise besser als ihr Ruf.
Hauptziel war die Befahrung des Spey. Bisher kannten wir nur die Speyside Whiskys. Nun wollten wir uns direkt ein Bild vom viel gelobten Fluss im Norden Schottlands machen. Eine gute Hilfe ist das Buch „River Spey Canoe Guide“ von Nancy Chambers (in Englisch) und diverse Artikel und Videos im Netz. Außerdem haben wir gute Tipps vom UK Paddel Forum „Song of the Paddle Forum“ https://www.songofthepaddle.co.uk/ bekommen und von einem lokalen Kanuguide, der auch kombinierte Fluss und Whiskytouren anbietet. Die Reise mit unserem PakCanou 170 stand bis kurz vorher auf der Kippe, weil der Pegelstand seit Wochen sehr niedrig war. Bei diesem Pegel haben den Fluss wohl bisher nur sehr wenige befahren. Wir haben es dann aber doch gewagt.
Gleich vorweg, es war schon manchmal grenzwertig durch viele Grundberührungen und Steinhindernisse. Leider hat das Boot doch einige Schäden bekommen, sodass wir nun einige Stangen und Spanten austauschen müssen. Eine Spante ist uns direkt in der Waschmaschine gebrochen was wir aber erst beim Auseinanderbauen des Bootes festgestellt hatten.
Die Tour begann am 11.6. auf dem Campingplatz des Golfklubs Speybay, wo unser Boot, Gepäck und wir von Kelty (Firma Highland Yaks) abgeholt wurden. Kelty ist ein Neuseeländer und ein sehr netter Boss der Firma. Es war eine Empfehlung vom Local Guide. Er brachte uns bis zur Einsatzstelle an der Kirche von Kincraig. Der Transport hat zwar 250 Pfund gekostet aber alles andere wäre zu zeitaufwendig gewesen. Auch waren wir nicht sicher ob wir ab Fochaber bis zur Nordsee fahren können, das hängt immer vom Pegel, Wind ab sagte der Guide. Um 16:30 ist unser Boot zusammengebaut und startbereit. Es ist sehr warm an diesem Tag. Wir fahren noch 6 km und übernachten am Ufer des Spey unter Bäumen umgeben von Hinterlassenschaften von Schafen. Es ist trotzdem eine sehr schöne Stelle und wir genießen unser Lagerfeuer bis kurz vor Mittagnacht. Treibholz liegt genügend herum.
Am 12.6. starten wir nach einem guten Frühstück Rühreier mit Speck um 10:30. Es geht flott durch enge Kurven mit Kiesbänken voran, oft unterstützt durch kleine Schnellen. Es gibt einige Baumleichen zu beachten. Kurz vor Boat of Garten machen wir Mittagsrast. Hier treffen wir auch auf eine Schulklasse die Kanutraining macht. An Steilhängen vorbei wo Uferschwalben brüten und vielen Steinen im Fluss geht es weiter, nur einmal sitzen wir auf einem fest. Es geht weiter gemütlich auf dem nun geraden Fluss weiter insgesamt 20 km bis zu einer Sandbank mit viel Treibholz wo wir unser Zelt aufbauen. Nach einem Bad kochen wir und machen Lagerfeuer. Gegen 20:30 ist es mit der Gemütlichkeit vorbei. Von den Caingorm Bergen zieht sehr schnell ein Sturm auf, der uns ins Zelt treibt. Die Nacht ist sehr unruhig, ich muss raus lose Zeltheringe befestigen. Gegen 4:00 legt sich der Sturm. Am nächsten Morgen ist alles was dem Sturm ausgesetzt war mit feinem Sand bedeckt.
Am 13.6. starten wir gegen 10 Uhr. Nun ist der Spey sehr flach, wir setzen oft auf und machen „Wasserwandern“. Ab der Brücke zu Grantown on Spey legt die Strömung kräftig zu. Wir sitzen einmal auf einem Stein auf, unsere „Ente“ verbiegt sich. Leider hat sich die Kielstange und eine Spante verbogen. Gegen 16 Uhr sind wir an der „Waschmaschine“. Unsere Herzen klopfen laut. Kelty hatte uns empfohlen einfach mittig durchfahren. Es war kein Problem, wir waren problemlos durch und den 2. Wellenzug haben wir gar nicht richtig bemerkt. Als Heckpaddler hatte ich nur ein Knacken gehört als sich das Boot über einen Wellenkamm setzte. Später beim Auseinanderbauen des Bootes stellen wir fest das eine der hinteren Spanten durchgebrochen war. Das war genau an der Befestigungsschelle mit dem Kiel so das es nicht sofort auffiel. Eine Stunde später näherten wir uns den berühmten Knockando Schnellen. Es gibt mehrere Stufen laut Beschreibungen. Die 1. Stufe in einer Linkskurve war problemlos. Danach sehen wir eine tolle Insel zum Zelten, wir beschließen aber noch eine Schnelle zu fahren. Diese liegt in einer Rechtskurve und hat es in sich. Wir fahren durch einen schmalen Kanal mit starker Strömung müssen gleich nach rechts ziehen was uns mit Anstrengung auch gelingt. Danach kommt noch eine Stufe. Sofort danach landen wir um 17:45 an einer kleinen Fischerhütte an und beschließen hier die Nacht unser Zelt aufzuschlagen. Nach einem erfrischenden Bad kochen wir unser Abendessen (wie immer aus frischem Gemüse, Kartoffeln und Gewürzen ergänzt durch Fleisch aus der Dose). Es waren heute 34 km. Gegen halb 10 kommen zwei schottische Angler an. Dem Einen gehört das Land und er hat kein Problem das wir hier zelten. Gefangen haben sie nichts als sie nach einer Weile wieder zurückkommen. Um 23 Uhr verkrauchen wir uns in die Schlafsäcke. Nachts beginnt der angesagte Regen.
14.6. Aufstehen ist um 7 Uhr. Wir kochen unseren Kaffee unter dem Dach der kleinen Hütte und futtern Müsli. Um halb 11 geht es weiter. Weitere Stromschnellen folgen bis zur letzten Knockando Stufe. Mittags kommen wir in Charlestown of Aberlour an. Es regnet sehr stark. Ich gehe mit total nassen Regenklamotten und Schuhen dort in den COOP und kaufe Wasser und gefüllte warme Blätterteigtaschen. Während der Zeit wartet Karin frierend und nass unter einem Baum am Kanu. Es wird kälter und ungemütlicher. Immer wieder Schnellen und nun auch noch Seitenwind. Die Landschaft ist sehr schön aber es regnet aus Eimern. Nach 17 Tageskilometern haben wir keine Lust mehr und suchen nach einem Platz für unser Zelt. In der Nähe von Rothes erklärt uns eine Dame das wir am linken Ufer nicht zelten dürfen, ist alles Privatbesitz und der Rasen ist gemäht. Sie sagt wir sollen weiter paddeln, in der Zeit ruft sie einen Nachbarn an der uns in Regenzeug, Gummistiefel und weißem Hemd mit Krawatte empfängt. Er zeigt uns eine Insel wo wir campieren können und rennt das ganze Stück nebenher am Ufer bis zur Insel. Wieder eines der vielen persönlichen Begegnungen mit sehr netten und hilfsbereiten Schottischen Menschen. Auf der Insel mitten im Wald ist ein Lagerplatz. Wir bauen Zelt und Tarp auf. Es regnet weiter sehr stark. Das Zelt müssen wir noch mal umsetzen weil ich es in einer Kuhle aufgebaut hatte, die sich nun mit Wasser füllt weil es weiterhin stark regnet. Wir sitzen unter dem Tarp, kochen Abendbrot und genießen den einen oder anderen Whisky bzw. Wein. Gegen 22 Uhr ist Nachtruhe. Bis zu diesem Tag haben wir insgesamt 22 Angler getroffen davon eine Anglerin. Es gab keinerlei Probleme mit ihnen, wir haben immer vorher gepfiffen und sie haben uns freundlich vorbei fahren lassen. Ich schreibe das weil in den Beschreibungen klare Regelungen zwischen Kanufahrern und Lachsanglern beschrieben sind. Es scheint wohl gelegentlich in der Hochsaison Konflikte zu geben, weshalb man Verhaltensregeln erstellt hat.
15.6. Der Regen hat aufgehört. Bohnen, Speck und Kaffee ist unser Frühstück. Wir starten um 10:30. Einige Male setzen wir wieder auf. Es ist einfach zu flach. Fochabers nähert sich schnell. Dort machen wir Mittagspause auf einer Steinbank. Einmal tuschieren wir einen spitzen Stein am Ufer, der uns ein Loch in unsere „Ente“ reißt. Wir packen aus und reparieren die Stelle. Zum Glück ist heute ein sonniger Tag. Danach wird der Fluss immer schneller und Sweeper gibt es immer mehr. In einer großen Kurve mit sehr starker Strömung die unter Bäume zieht gehen wir kein Risiko ein und treideln auf der flachen Seite. Wir erreichen die Brücke von Spey Bay. Ab der nächsten Kurve sehen wir die Dünen von Spey Bay. Dieser ganze Abschnitt ist wirklich der schönste Teil des Spey. Er erinnert uns an unsere Yukon Touren, Kurven, Hoodoos, Sweeper und flotte Strömung. Wir finden auch hier instinktiv den richtigen Kanal. Wir haben Flut und müssen noch rechts an einer Insel vorbei und sind nach 22 km am Ziel in Spey Bay. Ich wollte noch raus auf die Nordsee aber Karin hat Angst davor das wir nicht mehr zurückkommen. So landen wir um 16 Uhr an. Ich gehe zum Golfplatz unser Auto holen. Beim Auseinanderbauen des Bootes sehen wir die gebrochene Spante, was uns bei vielen Touren in 2 Jahrzehnten noch nie passiert ist, auch sind einige Stangen und Spanten verbogen. Die müssen wir alle neu zu Hause kaufen. Der niedrige Wasserstand hat doch sein Opfer gefordert. Hier sieht man den Vorteil von PakCanoes. Lässt sich alles reparieren, ein Feststoffcanadier hätte das wohl nicht überlebt. Wir übernachten noch mal am Golfplatz und fahren nächsten Tag zur Erkundung von Schottland weiter. Aber das ist eine andere Geschichte.
Insgesamt hat uns die Tour sehr gefallen, der Spey ist sehr abwechslungsreich auf den ca. 115 km die wir unterwegs waren. Einen GPX Track mit wichtigen Spots kann ich zur Verfügung stellen. Sehr gute Infos stellt auch David Craig – SCA River Spey Adviser https://www.spiritofthespey.co.uk/ zur Verfügung, der oben genannte local Guide. In seinem Flyer sind alle wichtigen Daten, Adressen etc zu finden. Wir hatten außer der Schulklasse und den Anglern nur noch ein weiteres Kanu gesehen, also den Fluss für uns alleine. Das mag in der Ferienzeit komplett anders aussehen. Problematisch kann wirklich der Wasserstand sein. Hier gibt es Links wo man die abfragen kann z.B. https://waterlevels.sepa.org.uk/ Unser Pegel war Spey at Kincraig 0,2 m, Aberlour 0,6 m, Grantown 0,35. Darunter ist mit vollem Canadier wohl schwieriger. Grad der Schnellen hängt natürlich auf vom Pegel ab, laut Literatur 1, 1+, 2, bei Hochwasser 3. Verpflegung hatten wir mit und Wasser. Das Flusswasser sollte man nicht trinken. Laut den Berichten im Netz ist der Fluss wohl ganzjährig machbar, es gibt Fotos mit Schnee auf den Mountains. Als Angler kam ich nicht auf meine Kosten, die Lizenzen sind unbezahlbar und Fliegenfischer bin ich nicht. Spey ist wohl der beste Lachsfluss in Europa.
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