Ziehschlag, to be or not to be

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15.09.2025 10:52 (zuletzt bearbeitet: 15.09.2025 11:11)
#1 Ziehschlag, to be or not to be
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Sali zsäme,

ich habe am Wochenende für einen befreundeten Verein einen Kurs Canadier Solo paddeln gegeben, unterstützt von Freunden.
Samstag Abend kam bei Wein und Bier eine Diskussion um den Ziehschlag auf.

Ich selbst paddel(te) ja fast alles, was schwimmt, Seekajak, Wildwasserkajak, OC2, OC1, C1, Rafts und Hybride. Und ich bin der Meinung, ein Paddelschlag mit gleicher Mechanik heißt auch bei einer anderen Bootgattung gleich. Ein Bogenschlag ist immer ein Bogenschlag, da ist die Paddelform und Sitzposition/-art gleichgültig.

Und so sollte es auch sein beim Ziehschlag. Ein Ziehschlag ist ein Schlag, bei dem ich das Paddelblatt parallel zur Bootsachse einsetze, und das Boot rund einen knappen halben Meter versetze. Mache ich das auf Höhe der Bootsdrehachse, dann versetze ich das Boot nur orthogonal zur Achse, mache ich das mit meinem Kraftangriffspunkt vor dem Bootsdrehpunkt, dann ändere ich den Kurs um einige Grad. Ganz klassisches Beispiel im OC2, der Bugpaddler macht einen Ziehschlag, um an einem Stein vorbei zu kommen, er zieht dabei den Bug des Boots in eine Richtung.
Wriggen ist ein wenig die Dauerform des Ziehschlags, üblicherweise im Stand betrieben.

Wenns fahrtechnisch dynamischer wird, dann schwinge ich mich um diesen Ziehschlag herum, meist setzt man das Paddel ins Kehrwasser, kantet das Boot stark auf, und schwingt sich herum, wie wenn man beim Rennen sich am Mast eines Verkehsschildes herumschwingt.



Dabei hängt die Achse des Paddelschafts quasi zwangsläufig neben dem Körper, um eine gerade und direkte Kraftübertragung zu garantieren. Wer jemals zum Beispiel als Bugpaddler ein Viererraft alleine mit einem Ziehschlag ins Kehrwasser gezogen hat, der weiß, welche Kräfte da auftreten, auch beim OC2 mit Gepäck hat man da schon ordentlich was zu halten.
Ich kann den Ziehschlag entweder nur halten, oder auch, bei weniger dynamischen Fahristuationen, aktiv zu mir hin ziehend ausführen.
Ein Ziehschlag im Canadier offside ist physilogisch imho allenfalls gehalten möglich.

Etwas ganz anderes ist imho ein Bugruder!
Beim Bugruder bringe ich das Paddelblatt deutlich vor meinen Körper, die Schafthand liegt deshalb deutlich vor der Griffhand, was die ganze Sache statisch deutlich anspruchsvoller macht, den Ungeübten hebelts da zweile auch mal aus dem Boot raus.
Ein Bugruder wird üblicherweise auch nur gehalten, eine Zugphase=Drehung über die Körperachse kann nur relativ klein ausfallen.
Das Bugruder ist im OC sowohl offside (also übergegriffen) als auch onside möglich, ein Schlag, den man analog genau so auch im Seekajak machen kann. Und dort auch ganz klar Bugruder (normal oder übergeriffen) heißt.

Was Marius in seinen sehr schönen Videos genau hier zeigt https://youtu.be/bul0MMP91DM?t=131
ist meiner Meinung nach per Definition eben kein Ziehschlag, weil (anders als gesagt) die Blattachse eben nicht parallel zur Bootsachse ist, sondern wie eine Rudepinne einen Winkel zwischen Bootsachse und Aufsicht der Paddelachse bietet. Es ist da ganz offensichtlich, dass sein Körper qausi die Drehachse der Rudderpinne ist. Im Grunde ist das ein Teil eines (gekonterten) Bogenschlags.

Wer Canadier UND Seekajak fahren kann, für den müsste das eigentlich offensichtlich sein, oder? Anyone here? Ein (Bug)Ruder unterscheidet sich einfach durch die deutlich nach vorn versetzte Schafthand im Vergleich zum Ziehschlag. Ob man das Ruder dann durch Öffnen des Blattes wirksam macht, oder durch halten in der Strömung, ist imho irrelevant.

Ich bin auf eine offene Diskussion gespannt.

grüsse vom westzipfel, thomas


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16.09.2025 08:56
avatar  Marius
#2 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Hi Thomas,

yes, Austausch und Diskussion sind immer gerne genommen. Ich find es auch gut, wenn meine Ideen hinterfragt werden, gibt mir das doch immer Gelegenheit meinen Standunkt zu überdenken. Ich habe allerdings die Hoffnung aufgegeben, bei den Namen einen festen Standard etablieren zu können. Ich rede mit so vielen unterschiedlichen Leuten aus verschiedenen Disziplinen und Ländern darüber... Wenn ich alleine mal überlege, mit wie vielen Vertretern unterschiedlicher Paddelverbände ich dieses Jahr schon gesprochen habe, dann kommen da Leute zusammen von der ACA, Paddle Canade, British Canoeing, DKV und natürlich Kanu NRW. Völlig logisch, dass da unterschiedliche Bezeichnungen der Normalfall sind. Wenn ich dann noch die Regalmeter mit Kanulitereratur dazunehmen, dann ist das Chaos perfekt. Ich habe also einen ganz guten Überblick, wo in welchen Teilen der Kanu-Erde welche Bezeichnungen geläufig sind, und was alles Synonyme oder zumindest vermeintliche sind.
Und ich bin soweit, dass mir das privat wurscht ist. Du hast richtig Ahnung vom Paddeln und ich würde mich ganz entspannt an dich anpassen. Auf dem Wasser würden wir uns besten verstehen und alles wäre gut. 🙂

Etwas anders sieht es aus, wenn es um die Ausbildung geht. Ich bin viel mit den EPPs Canadier beschäftigt und da machen wir uns natürlich schon Gedanken darum, was im Interesse der Lernenden Sinn ergibt. Und wir haben ja nun mal eine Fülle an Paddelschlägen, die irgendwie benannt werden wollen. Ursprünglich waren mir die amerikanischen Bezeichnung am nächsten, weil ich hautsächlich aus amerikanischen Quellen gelernt habe. Als ich dann aber begonnen habe Kurse zu geben, war sehr schnell sehr klar, dass einem deutschen Kursteilnehmer die amerikanischen Bezeichnungen das Leben nicht einfacher machen. Also habe ich begonnen mich umzustellen und denke jetzt, mit wenigen Ausnahmen, sehr konsequent in den deutschen Bezeichnungen.

Man kann die Sachen schriftlich totdiskutieren. Da hab ich leider keine Zeit zu... Deswegen nur einige Gedanken.

Zitat von raftinthomas im Beitrag #1
Was Marius in seinen sehr schönen Videos genau hier zeigt https://youtu.be/bul0MMP91DM?t=131
ist meiner Meinung nach per Definition eben kein Ziehschlag, weil (anders als gesagt) die Blattachse eben nicht parallel zur Bootsachse ist, sondern wie eine Rudepinne einen Winkel zwischen Bootsachse und Aufsicht der Paddelachse bietet. Es ist da ganz offensichtlich, dass sein Körper qausi die Drehachse der Rudderpinne ist. Im Grunde ist das ein Teil eines (gekonterten) Bogenschlags.


Die Engländer habe für das, was ich einen stationären Bug-Ziehschlag nenne, häufig die Bezeichnung Bow Rudder (die Amis Stationary Bow Draw). Sie meinen damit eigentlich immer die stationäre Variante. Ich mache im Video aktive Bug-Ziehschläge. In dem Fall Drehschläge um das Boot auf der Stelle zu drehen. Die stationäre Variante, z.B. zur Einfahrt in ein Kehrwasser, würde ich mit steilem Paddel fahren. Also auch da gibt es dann einige Unterschiede in den verschiedenen Ausführungen von Bug-Ziehschlägen, die in den Namen nicht klar ersichtlich sind.

Grundsätzlich versuche ich Paddelschlagname zu verwenden, die beschreiben, was man macht. Das Ungetüm "Stationärer Kreuz-Bug-Ziehschlag" klingt erstmal wild, aber wenn ich in Kursen die Leute kurz drüber nachdenken lassen, dann beschreibt der Name einfach recht genau was passiert. Für meinen Geschmack ein großer Vorteil.

Ein Heckruder nutze ich als mögliche Korrektur, wenn das Boot nicht weiter beschleunigt werden soll. Wie eben die Pinne bei einem Segelboot. Das Paddel also fast waagerecht und das Blatt sehr weit hinten am Heck. Ein Bugruder sieht dann für meinen Geschmack im Prinzip genauso aus und würde ich auch nur zur Kurskorrektur beim Rückwärtsfahren nutzen. Ansonsten passieren für mich am Bug (stationäre) Ziehschläge, weil ich mich selbst samt Boot hinter dem Paddel herziehe.

Zitat von raftinthomas im Beitrag #1
Ein Ziehschlag im Canadier offside ist physilogisch imho allenfalls gehalten möglich.


Das sehe ich anders. Der Kreuz-Bug-Ziehschlag ist ein super Drehschlag und bei mir häufig im Einsatz. Auch in Kursen kann ich nicht feststellen, dass das eine unlösbare Aufgabe wäre. Ungewohnt am Anfang ja, aber gut machbar.

Also, wie gesagt: auf dem Wasser wären wir uns wahrscheinlich sofort einig. Der Rest ist nette Unterhaltung für Lagerfeuerabende. :-)

Ich habe schonmal überlegt, ob ich nicht ein Video zu dem Thema mache und meine Ansätze erkläre, die sich gut mit dem decken, was wir aktuell in den EPPs verwenden und auch nah an der ACA ist.

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16.09.2025 16:18 (zuletzt bearbeitet: 16.09.2025 16:22)
#3 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Ahoi.
Expertise habt ihr, keine Frage.
Ein Anfänger oder jemand der schon etwas darüber hinaus ist, wird mit der zutiefst tiefgründigen Theorie hier wahrscheinlich nicht viel anfangen können.
Für meine Belange müssen Ziehschläge kurz und knackig sein um das Kanu einfach zu versetzen oder in eine bestimmte Richtung zu zwingen, wo andere Paddelschläge weniger Wirkung erzielen.
Praxis ist durch nichts zu ersetzen, zum Beispiel wenn die Paddelschläge recht fließend übergehen.
Spätestens hier wird die Theorie noch verrückter:-)
Grüße Mike


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16.09.2025 18:51
avatar  Dipol
#4 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Endlich mal wieder lecker Futter für die Synapsen!
Dabei fällt mir auf:
Wo ist eigentlich der Popcorn-Emoji geblieben?
P.s.: "Wriggen ist ein wenig die Dauerform des Ziehschlags, üblicherweise im Stand betrieben"
Sehe ich so nicht, denn wriggen nutze ich nicht nur zum ziehen sondern auch als "Hebel" zur Offside. Außerdem ist das Verhältnis von Paddel-Bewegung zu Boots-Bewegung bei den beiden Techniken komplett verschieden.

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17.09.2025 16:38 (zuletzt bearbeitet: 17.09.2025 18:08)
#5 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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gelöscht, Missverständnis


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18.09.2025 17:18
avatar  HeikoV
#6 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Moin zusammen,

ich mag ja solche Diskussionen, das hatten wir hier in letzter Zeit viel zu selten!

Jetzt hole ich weit aus, sorry! In der Diskussion haben wir meiner Meinung nach eine Mischung der Manöver. Es ist für mich ein Unterschied, ob wir über ein still stehendes oder ein sich bewegendes Boot reden.

Wenn ich Paddelanfängern den Umgang mit dem Solocanadier zeige, starte ich tatsächlich mit dem seitlichen Versetzen des stehenden Bootes mittels Onside Ziehschlag. Ich erkläre dazu, dass wir das Boot zum Paddel ziehen. Das funktioniert nur dann gut, wenn wir das Paddel auf Höhe des Drehpunktes benutzen. Dann bewegt sich das Boot zur Seite, ohne dass eine Drehung geschieht.

In der Regel gibt es dabei das Problem, dass einige Teilnehmende das Paddel eben nicht auf höhe des Drehpunktes einsetzen. Dieses Erleben nutze ich dann, um den nächsten Schlag zu zeigen - nämlich den Bug-Ziehschlag. Den Effekt verstärke ich, indem ich das Paddel nicht nur senkrecht vor dem Drehpunkt einsetze, sondern zusätzlich noch das Paddel nach vorne neige (Schafthand vor der Griffhand). Durch den längeren Hebel vergröße ich das Drehmoment und das Boot dreht sich leichter zur Onside. Das ist gerade bei längeren Tourenbooten notwendig.(Einschub und da stimme ich Thomas zu: Genau genommen ist das aus meiner Sicht schon kein ganz lupenreiner Ziehschlag mehr, weil ich keine 100% rechtwinklige Bewegung zur Längsachse des Bootes mehr ausführen kann...)

Also: Drehen eines stehenden Bootes mittels Bug-Ziehschlag und das Paddel ist vorgeneigt

Bei einem fahrenden Boot, haben wir mehrere Möglichkeiten Aktionen durchzuführen, die zur Drehung zur Onside führen.

1) den Bug aktiv zum Paddel ziehen
2) das Heck weg drücken oder hebeln
3) das Paddel vom Wasser anströmen lassen und gegen halten, damit ein Drehmoment entsteht
4) Widerstand auf der Onside im Wasser z.B. durch das Paddel - wie beim Nothalt (Kann auch der Fuß wie beim Schlittenfahren sein, macht Spaß einmal auszuprobieren!)

Fahre ich aktiv eine Kurve, kann ich alle Effekte nutzen:
1. Einleitung der Kurve z.B. durch einen Heckhebel
2. Dann das Paddel senkrecht vor mich ins Wasser setzen und das Paddelblatt öffnen (die vordere Blattkante leicht von der Parallelen der Kiellinie nach außen drehen) das hat zwei Effekte:
2.1 Der Bremswiederstand sorgt für ein Drehmoment zur Onside
2.2 Das anströmende Wasser möchte das Paddel vom Boot weg bewegen. Da ich das Paddel nicht einfach gehen lasse, zieht das Paddel den Bug in die Kurve (statischer Bug Ziehschlag)
3. Sollte die Geschwindigkeit stark abgenommen haben und ich möchte das Boot weiter drehen, dann kann ich noch zusätzlich mit dem "aktiven" Bug Ziehschlag den Bug zum Paddel ziehen

Entscheidend dabei ist für mich, dass bei einem sich bewegenden Boot das Paddel eben doch senkrecht bleibt (2.2). Warum? Weil ich mit einem senkrechten Paddel (das ich vor mir - und somit vor dem Drehpunkt) einsetze, über den Winkel des Paddelblattes eine sehr feinfühlige Kontrolle über die Kurve behalte. Wenn ich unter Bewegung das Paddel nach vorne führe, dann muss ich zum Korrigieren des Winkels viel mehr Arbeit aufwenden, da ich beide Arme und das (angeströmte) Paddel bewegen muss. Hinzu kommt, dass die Position des senkrechten Paddels viel stabiler und körperschonender ist.

Wenn Thomas also schreibt

Zitat von raftinthomas im Beitrag #1
Beim Bugruder bringe ich das Paddelblatt deutlich vor meinen Körper, die Schafthand liegt deshalb deutlich vor der Griffhand

stimme ich dem nicht zu.

Und das sehe ich nicht nur beim Canadier so, sondern auch beim Seekajak und daher lehre ich auch im Seekajak das Bugruder mit senkrechtem Paddel. Ich weiß, das ich damit in Diskrepanz zu einigen der DKV Trainern und Ausbildern der Salzwasserunion bin. Leider habe ich da nicht halb so viele Diskussionen über Paddeltechniken... Es beruhigt mich auf der anderen Seite, dass im amerikanischen und englischen Raum das "Bow Rudder" auch mit steilem Paddel gelehrt wird.

Also für mich ist es:
Stehendes Boot - "aktiver" Bug Ziehschlag - Paddel vorgeneigt
Bewegtes Boot - statischer Bug Ziehschlag - Paddel senkrecht

Zitat von raftinthomas im Beitrag #1
Wer Canadier UND Seekajak fahren kann, für den müsste das eigentlich offensichtlich sein, oder? Anyone here? Ein (Bug)Ruder unterscheidet sich einfach durch die deutlich nach vorn versetzte Schafthand im Vergleich zum Ziehschlag.


Ja, ich kann beides . und sehe es anders

Viele Grüße
Heiko

p.s.: das ist deutlich mehr Text geworden, als ich zu anfang wollte...


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18.09.2025 21:52
avatar  Marius
#7 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Zitat von HeikoV im Beitrag #6
Wenn Thomas also schreibt
Zitat von raftinthomas im Beitrag #1
Beim Bugruder bringe ich das Paddelblatt deutlich vor meinen Körper, die Schafthand liegt deshalb deutlich vor der Griffhand

stimme ich dem nicht zu.


Ich stimme ihm schon zu, würde das aber nur zum rückwärtsfahren nutzen. 😂 (Das Popcorn-Emoji fehlt wirklich).
Für die senkrechte Variante mag ich den Namen Bug-Ruder nicht. Da ist mir der stationäre Ziehschlag deutlich näher.
Toll... Können wir dann direkt drüber reden, ob der Ziehschlag statisch oder stationär (mein Favorit) ist?

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19.09.2025 12:15
avatar  Marius
#8 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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@raftinthomas , ist (d)ein Bug-Ruder eigentlich immer eine ziehende Geschichte? Zum Wesen eines Ruders gehört es ja, dass man ein Schiff damit in beide Richtungen lenken kann, genauso, wie ich es mit meinem Heck-Ruder im Canadier auch mache. Wenn ich ein Bug-Ruder beim rückwärtsfahren nutze, dann kann ich auch mit Einschränkungen in beide Richtungen korrigieren.
Ein Bug-Ruder erscheint mir als Bezeichnung also auch deswegen weniger passend, als der gute alte stationäre Bug-Ziehschlag.

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19.09.2025 19:46
#9 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Heyho folks,

danke für eure Beiträge. Ich versuche mal auf die einzelnen Punkte einzugehen.


Ein Ziehschlag ist für mich nur dann ein Ziehschlag, wenn ich mit beiden Händen/Armen ziehe. Wenn ich mit einer Hand Druck, auch seitlich, ausüben muss, dann ist das kein Ziehschlag mehr.


Zitat von Marius im Beitrag #8
Zum Wesen eines Ruders gehört es ja, dass man ein Schiff damit in beide Richtungen lenken kann, genauso, wie ich es mit meinem Heck-Ruder im Canadier auch mache.

Nein, das sehe ich anders, ich muss mit dem Ruder nicht zwingend in beide Richtungen fahren können. Entscheidend ist, dass ich entweder die eigene Geschwindigkeit benutze, um eine Kursänderung zu erreichen, oder eine Strömung. Und dabei eben nicht mit beiden Armen Zug ausübe.
In einem Boot, in dem ich mit dem Paddel sowohl Vortrieb als auch Versatz in allen Richtungen erzeuge, muss ich schon rein physisch nicht jede Kurskorrekur in jeder Position ausüben können. Dann muss ich bei Bedarf
auf die andere Seite.

Zitat von Marius im Beitrag #7
Für die senkrechte Variante mag ich den Namen Bug-Ruder nicht. Da ist mir der stationäre Ziehschlag deutlich näher.

Nein, die senkrechte Variante ist auch ein Ziehschlag. Wenn ich aber das Blatt deutlich nach vorne bewege, so, dass die Schafthand deutlich vor der Griffhand liegt, dann wird es ein Ruder. und irgendwann geht dann dieses Ruder meist in einen Vorwärtsschlag über.

Zitat von HeikoV im Beitrag #6
nämlich den Bug-Ziehschlag. Den Effekt verstärke ich, indem ich das Paddel nicht nur senkrecht vor dem Drehpunkt einsetze, sondern zusätzlich noch das Paddel nach vorne neige (Schafthand vor der Griffhand). Durch den längeren Hebel vergröße ich das Drehmoment und das Boot dreht sich leichter zur Onside.

Genau DAS ist imho ein Bugruder. Im Kajak ist das offensichtlich, und das sehe nicht nur ich so:
https://youtu.be/qcVjHWrhL5I?t=60
https://youtu.be/iPCVVKLt0oI?t=62
Und wenn ich das im Kajak noch besonders elegant un schwierig machen will, dann greife ich über auf die offside.
https://www.youtube.com/watch?v=TmbloLt-CmM
Auch für Ray ist das ein Bugruder, hier die Offsideversion:
https://www.youtube.com/watch?v=cTITTMOflqY
In der (deutschsparchigen) Literatur habe ich die selbe Definition bei Bill Mattos gefunden, übersetzt von Holger Machatschek. Beides Leute, die meines Wissens nach Kajak&OC fahren.
Im deutschen McGuffin, auch von Machatschek übersetzt, finde ich gar keinen reinen Ziehschlag, da ist dann nur vom Duffek die Rede, der imho eher ein Manöver ist, nämlich ein Bugruder, das zunächst in einen Ziehschlag über geht, um dann im Vorwärtsschlag (in welchem auch immer) zu enden.
Bei den Kajakern ähnlich: Olli Grau ist voll auf meiner Spur, Gerlach kennt neben dem Ziehschlag auch den vorderen Ziehschlag, der halt für mich keiner mehr ist. Er erwähnt auch noch den Paddelhang, der imho zwar tatsächlich ein Ziehschlag ist, aber (fast immer) mit der schlechteste, den man machen kann.
In den 70ern unterscheiden vanErschel/Kopp den Ziehschlag vom Duffek, indem der Duffek weiter vorne angesetzt wird, und ebenso in Zieh- und Vorwärtschalg übergeht. Auch eher meine Sichtweise.


Zitat von HeikoV im Beitrag #6
Und das sehe ich nicht nur beim Canadier so, sondern auch beim Seekajak und daher lehre ich auch im Seekajak das Bugruder mit senkrechtem Paddel. Ich weiß, das ich damit in Diskrepanz zu einigen der DKV Trainern und Ausbildern der Salzwasserunion bin.

Ich kann das so nirgendwo in der Literatur oder im netz wiederfinden. Ein Bugruder mit senkrechtem Paddel ist zwangsläufig hinter den eigenen Füßen, und damit per Definition für mich nicht am Bug und ergo keine Bugruder. Das ist ein geöffneter Ziehschlag oder so.


Zitat von Marius im Beitrag #7
Toll... Können wir dann direkt drüber reden, ob der Ziehschlag statisch oder stationär (mein Favorit) ist?

DAS ist allerdings ein völliges neverending Thema.

Zitat von HeikoV im Beitrag #6
Also für mich ist es:
Stehendes Boot - "aktiver" Bug Ziehschlag - Paddel vorgeneigt
Bewegtes Boot - statischer Bug Ziehschlag - Paddel senkrecht

okay, und was ist für dich Bewegtes Boot und Paddel vorgeneigt?

Zitat von Marius im Beitrag #7
Zitat von HeikoV im Beitrag #6
Wenn Thomas also schreibt
Zitat von raftinthomas im Beitrag #1
Beim Bugruder bringe ich das Paddelblatt deutlich vor meinen Körper, die Schafthand liegt deshalb deutlich vor der Griffhand

stimme ich dem nicht zu.


Ich stimme ihm schon zu, würde das aber nur zum rückwärtsfahren nutzen. &

Hier verstehe ich euch beide nicht. Das ist doch ein ganz normaler Vorgang beim Canadier paddeln, das macht doch jeder, der dem Anfängerstadium entwachsen ist? Beim Seekajak lehre ich (nicht alleine) das scho talentierten Leuten im Anfängerkurs.

grüsse vom westzipfel, thomas


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19.09.2025 21:15
avatar  Marius
#10 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Thomas, wir müssen zusammen aufs Wasser!

Das Schöne ist, dass mich solche Sachen dazu bringen Gedanken zu denken, die ich vorher nie gedacht habe.

Zitat von raftinthomas im Beitrag #9
Ein Ziehschlag ist für mich nur dann ein Ziehschlag, wenn ich mit beiden Händen/Armen ziehe. Wenn ich mit einer Hand Druck, auch seitlich, ausüben muss, dann ist das kein Ziehschlag mehr.

Also damit hast Du mich. Ich bin mir nicht sicher, ob ich schonmal einen Ziehschlag gemacht habe, bei dem beide Hände ziehen.

Zitat von raftinthomas im Beitrag #9
Zitat von Marius im Beitrag #7
Zitat von HeikoV im Beitrag #6
Wenn Thomas also schreibt
Zitat von raftinthomas im Beitrag #1
Beim Bugruder bringe ich das Paddelblatt deutlich vor meinen Körper, die Schafthand liegt deshalb deutlich vor der Griffhand

stimme ich dem nicht zu.


Ich stimme ihm schon zu, würde das aber nur zum rückwärtsfahren nutzen. &

Hier verstehe ich euch beide nicht. Das ist doch ein ganz normaler Vorgang beim Canadier paddeln, das macht doch jeder, der dem Anfängerstadium entwachsen ist? Beim Seekajak lehre ich (nicht alleine) das scho talentierten Leuten im Anfängerkurs.


Und hier hast Du mich schon wieder. Ich hatte gehofft dem Anfänger-Stadium entwachsen zu sein. Ich denke nicht, dass ich einen stationären Bug-Ziehschlag (oder nenn es Bug- Ruder) mit flachem Paddel mache. Da sehe ich die Anwendung gar nicht. Wenn ich aus einem stationären Bug-Ziehschlag (steiles Paddel) in einen aktiven Bug-Ziehschlag (flaches Paddel) gehe, dann kann das schonmal so aussehen. Aber ich nutze die Haltung nicht längere Zeit für einen stationären Schlag.

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19.09.2025 22:24
#11 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Wenn man den Begriff "Ruder" auf seinen Ursprung in der Schifffahrt zurückführt, ist jede durch das statisch gehaltene Paddel verursachte Kursänderung oder das Kurshalten ein "Ruder". Nur wenn man aktiv eine Zug-Bewegung mit der Schafthand macht, ist es ein Zieh-Schlag, kommt die Griffhand mit einer Gegenbewegung dazu, ist es ein Hebel, arbeitet nur die Griffhand, ebenso.
Eigentlich ganz simpel, wenn man die physikalischen Prinzipien hinter den Techniken betrachtet. Aus dieser Sicht spielt es auch keine Rolle, wie steil das Paddel z.B. beim Bugruder gehalten wird: die Funktionsweise bleibt gleich.


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21.09.2025 08:48
avatar  Marius
#12 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Ich habe mir gerade das Video von Ray nochmal angesehen. Genau dieser Ausschnitt ist wichtig:
https://youtu.be/cTITTMOflqY?si=79cF-TuE6VDhE32w&t=86

"I don´t really care anymore."

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21.09.2025 09:09
avatar  Marius
#13 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Es bleibt dabei, dass es ein völliges Sprachgewirr gibt. Dabei sind die einzelnen Begriffe nicht klar voneinander abgegrenzt. Je nach Quelle werden folgende Begriffe synonym verwendet:
Stationärer Bug-Ziehschlag (mein Favorit)
Statischer Bug-Ziehschlag
Stationary Bow Draw
Static Bow Draw
Bow Rudder
Bow Cut
Hanging Draw
Running Draw
Man könnte die Liste mit etwas suchen wahrscheinlich ein ganzes Stück fortsetzen. :-)

@raftinthomas , dann hatte ich gestern auf der Rur Zeit mir Gedanken zu machen.

Zitat von raftinthomas im Beitrag #9
Ein Ziehschlag ist für mich nur dann ein Ziehschlag, wenn ich mit beiden Händen/Armen ziehe. Wenn ich mit einer Hand Druck, auch seitlich, ausüben muss, dann ist das kein Ziehschlag mehr.


Das kann es für mich nicht geben. Wenn ein Paddel mit dem Blatt im Wasser (=Widerstand) steckt und ich mit BEIDEN Händen ziehe, dann wird das Paddel sehr schnell flach auf dem Wasser liegen.

Zitat von raftinthomas im Beitrag #9
Hier verstehe ich euch beide nicht. Das ist doch ein ganz normaler Vorgang beim Canadier paddeln, das macht doch jeder, der dem Anfängerstadium entwachsen ist?


Ich habe mich gefragt, wann ich sowas nutze. Ich sehe das Video von Ray Goodwin und denke, dass ich das von der Paddeltechnik nicht so super sauber finde. Aber ich bin sehr gerne bereit vieles in den Bereich von Geschmackssache zu packen.
Ich habe für mich zwei recht spezielle Anwendungsbereiche gefunden:
1) Wenn ich in einem voll beladenen Tandem-Boot alleine fahre und ein Stück hinter dem Drehpunkt sitze, dann würde ich den Ziehschlag auch sehr flach machen, um mit dem Paddelblatt weit nach vorne zu kommen.
2) Wenn ich im Freestyle in meinem sehr deutlich von der Kante weg kurvenden Boot einen Cross-Christie machen, dann mache ich nach der eigentlichen Einleitung auf der Onside gerne noch einen kleinen Impuls im ersten Moment auf der Onside. Das ist dann im Prinzip sowas wie ein ganz kurzes Bug-Ruder. Ich hoffe dann, dass es keiner merkt und würde sowas auch nie zugeben, und führe dann das Paddel im Wasser etwas verschämt ins eigentliche Placement.

Wie auch immer... Der zentrale Punkt ist, dass ich mich sehr darauf freue dich beim ECT zu treffen und die Sachen auf dem Wasser ausprobieren zu können! Danke für die Impulse! Ich mag es mir über sowas Gedanken zu machen.

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21.09.2025 11:10 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2025 11:16)
#14 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Ja Sprachgewirr und Verschlimmbessern, scheint ja eine Deutsche Tugend geworden zu sein
Ziehschläge sind nichts anderes wie Klimmzüge ohne Paddel, da benutzt man auch zwei Arme und zieht, ganz einfach die Geschichte Punkt!
Grüße von der Donau Mike


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21.09.2025 11:40
avatar  Marius
#15 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Das ist ein würdiges Schlusswort! Dann können wir den Thread jetzt schließen.

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21.09.2025 12:58
#16 RE: Ziehschlag, to be or not to be
Wo

Zitat von Marius im Beitrag #13
Ein Ziehschlag ist für mich nur dann ein Ziehschlag, wenn ich mit beiden Händen/Armen ziehe.


Wann Mann das so definiert gibt es im Canadierbereich gar kein Ziehschläge.

Zitat von Marius im Beitrag #13
Wenn ich im Freestyle in meinem sehr deutlich von der Kante weg kurvenden Boot einen Cross-Christie machen, dann mache ich nach der eigentlichen Einleitung auf der Onside gerne noch einen kleinen Impuls im ersten Moment auf der Onside


Also du sagst das nach der Einleitung das boot immer noch in die (für das Manöver) falsche Richtung bewegt?????

Meiner Meinung nach ist deine "Reparatur" das hinzufügen einen weiteren Fehler. Ich gebe zu; sieht man öfter (leider).


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21.09.2025 13:59 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2025 14:26)
avatar  Marius
#17 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Hi @Wouter Kieboom ,

schön, dass Du dich einschaltest!

Zitat von Wouter Kieboom im Beitrag #16
Wann Mann das so definiert gibt es im Canadierbereich gar kein Ziehschläge.


Danke.

Zitat von Wouter Kieboom im Beitrag #16
Also du sagst das nach der Einleitung das boot immer noch in die (für das Manöver) falsche Richtung bewegt?????


Ja, die Arbeit an meinem Cross-Christie ist mit Sicherheit noch nicht beendet. :-) Hier siehst Du das:
https://youtu.be/QjCF6vVOFCk?si=hsNrnPxHG4yiPHR4&t=75

Da gebe ich auf der Offside auch noch diesen ganz kurzen Impuls.

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21.09.2025 15:29
#18 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Zitat von Donaumike im Beitrag #14

Ziehschläge sind nichts anderes wie Klimmzüge ohne Paddel, da benutzt man auch zwei Arme und zieht, ganz einfach die Geschichte

Es gibt auch einarmige Klimmzüge .


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21.09.2025 18:18 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2025 18:29)
#19 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Zitat von Marius im Beitrag #17
schön, dass Du dich einschaltest!

Zitat von Wouter Kieboom im Beitrag #16
Wann Mann das so definiert gibt es im Canadierbereich gar kein Ziehschläge.




mh. Zwei, drei Dinge.
Achtet mal auf eure Hände/Arme beim Paddeln.
Denkt mal etwas über Mechanik nach. Zug und Druck und Richtung.
Guckt euch die beiden Fotos an, die ich im Eingangsthread gezeigt habe. In beiden Fällen ziehe ich mit beiden Händen am Paddel.
Denkt bitte noch mal über die Geschichte mit dem Verkehrsschildmast nach. Und vergleicht das mit meinen Fotos.
(Dann möchte ich noch anmerken, dass man jeden Schlag, den man im Kajak machen kann, auch im Canadier machen kann. (und naoch ein paar mehr).


Zitat von Marius im Beitrag #13
Wenn ein Paddel mit dem Blatt im Wasser (=Widerstand) steckt und ich mit BEIDEN Händen ziehe, dann wird das Paddel sehr schnell flach auf dem Wasser liegen.

Nope. Das auf beiden Händen Zug ist, bedeutet nicht, dass dieser Zug gleich ist.
Zitat von Marius im Beitrag #12
Genau dieser Ausschnitt ist wichtig:

https://youtu.be/cTITTMOflqY?si=79cF-TuE6VDhE32w&t=86
"I don´t really care anymore."


Wenn man für sich paddelt, dann kann man seine Schläge auch Tante-Erna-Schlag und Pillepalleschlag nennen. Aber wenn man Wissen weiter gibt, dann sollte man in der Nomenklatur exakt sein, und das imho sowohl disziplinenübergreifend und flächendeckend. Deshalb habe ich auch den Thread eröffnet. Nicht um nur sinnlos klugzuscheissen.(wenngleich ich auch das kann). ;-)


Zitat von Marius im Beitrag #13
Zitat von raftinthomas im Beitrag #9
Hier verstehe ich euch beide nicht. Das ist doch ein ganz normaler Vorgang beim Canadier paddeln, das macht doch jeder, der dem Anfängerstadium entwachsen ist?


Ich habe mich gefragt, wann ich sowas nutze.


Da zum Beispiel. Schafthand ist deutlich vor der Griffhand.



Noch mal, und immerhin Donaumike ist da ja mit mir offensichtlich in einer Spur: Ziehschlag ist nur, wenn beide Arme ziehen. Wie beim drehen um den Verkehrsschildmast. Auch da ist die Zugkraft nicht auf beiden Armen gleich.
DESHALB heisst das Ding Ziehschlag. Ansonsten ist es nahezu bei jedem anderen Schlag so, dass ein Arm zieht, der andere drückt. Nicht beim Ziehschlag. Nomen est Omen.

grüsse vom westzipfel, thomas


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21.09.2025 19:11
avatar  Dipol
#20 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Ich bin ganz bei euch! MEHR POPCORN!!!

Zitat von raftinthomas im Beitrag #19
Achtet mal auf eure Hände/Arme beim Paddeln.
Denkt mal etwas über Mechanik nach. Zug und Druck und Richtung.

Hier wird es nicht nur physikalisch sondern auch physiologisch interessant. Es fällt mir schwer, das in die richtigen Worte zu packen, aber wenn ich mit der Schafthand ziehe, dann dient die Griffhand als Widerlager für den physikalischen Hebel, und ich übertrage die eingesetzte Kraft mit gradem Rücken auf das Boot. Dabei kann die Griffhand auch mit zum Körper wandern. Wenn ich nun mit beiden Armen ziehe, wandert das Widerlager in den Rückenbereich? Kann es sein, daß das zwar im Wildwasser einen Sinn ergibt, aber im Zahmwasser gar nicht nötig ist? Ist das Verlagern eventuell eine größere Belastung für die Wirbelsäule?

Auf dem Schreibtisch-Stuhl fällt es mir schwer, das nicht nur zu denken, sondern auch im Körper nachzuvollziehen.
"The prove is in the paddling" Dave Curtis - Ich freue mich auf Braunschweig

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21.09.2025 20:04
#21 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Ja, das spielt in der Deutlichkeit(!) nur im Wildwasser eine Rolle, keinesfalls auf dem See.
Die mittlere Rur ist ein Fluß, wo man das schon anweden kann, aber die passenden Stellen dazu auch ein bisschen suche muss.
Auf der anderen Seite kann ich durch meine Eigengeschwindigkeit auf dem stehenden Wasser durch Aufdrehen des Blattes bei senkrechtem Schaftauch einen Ziehschlag erzeugen. Ich muss mit beiden Armen ziehen. Das Boot versetrzt dann seitlich.

grüsse vom westzipfel, thomas


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21.09.2025 20:08 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2025 20:33)
#22 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Zitat von Dipol im Beitrag #20
wenn ich mit der Schafthand ziehe, dann dient die Griffhand als Widerlager für den physikalischen Hebel,


Nein, bei fast allen Schlägen ist das so, aber halt beim Ziehschlag eben nicht.
wie oben beschrieben: See, ein bisschen Speed, Paddel senkrecht neben sich, Blatt parallel zur Bootsachse im Wasser. Dann leicht öffnen. Ich muss an BEIDEN Händen Zug halten, ich kann die Hände sogar beide etwas öffnen. (edit: Zumindest als Kajaker. Vielleicht ist das der Punkt, beim kajakpaddel merkt man viel eher, ob man Zug in den Fingern hat oder Druck im Handballen als bei der Griffhand des Canadierpaddels, wenngleih die Mechanik natürlich die selbe ist.).

grüsse vom westzipfel, thomas


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22.09.2025 08:14
avatar  Marius
#23 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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Zitat von raftinthomas im Beitrag #19
Da zum Beispiel. Schafthand ist deutlich vor der Griffhand.


Das sieht im Screenshot so aus. Aber ich mache doch einen aktiven Bug-Ziehschlag. Die stationären Varianten sind bei Level 1 noch gar nicht Thema. Und das erkläre ich im Video doch auch so.

Zitat von raftinthomas im Beitrag #22
See, ein bisschen Speed, Paddel senkrecht neben sich, Blatt parallel zur Bootsachse im Wasser. Dann leicht öffnen. Ich muss an BEIDEN Händen Zug halten, ich kann die Hände sogar beide etwas öffnen.


Also das grenzt an ein Wunder. Das lasse ich mir in der Eifel gerne vorführen.

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22.09.2025 23:01 (zuletzt bearbeitet: 23.09.2025 02:34)
avatar  Dipol
#24 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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23.09.2025 12:47
#25 RE: Ziehschlag, to be or not to be
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@Marius

Zitat von Marius im Beitrag #13
Das kann es für mich nicht geben. Wenn ein Paddel mit dem Blatt im Wasser (=Widerstand) steckt und ich mit BEIDEN Händen ziehe, dann wird das Paddel sehr schnell flach auf dem Wasser liegen.


Hm, hab lange darüber nachgedacht was ich dazu schreiben kann. Das Paddelblatt „steckt“ ja nicht fest (stationär, einbetoniert) im Fluid. Das Boot schwimmt ebenfalls relativ beweglich und so wird es bei der Beschreibung von Thomas Ziehschlag möglich dass sich alles (Paddelblatt, Paddelschaft, Boot und beide Hände) RELATIV zueinander bewegen. Dadurch ergibt sich für mich nicht zwingend, dass sich der Paddelschaft bei Ausführung flach legt.
Die Zugkräfte in den Händen können durchaus unterschiedlich groß sein und ebenso die (Zug)Wege die sie zurücklegen.

Grüße von der Mittelweser

Volker

Solo Canoe: GRB Newman Classic XL; Ashes Solo Day (cedar strip)
Paddle: BlackBart Bentshaft, Northstar Voodoo, GRB Newman Racing (new)
Tandem Canoe: Wenonah Itasca; Freedom 17.9 Cedar Strip

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