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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 1.064 mal aufgerufen
 Ausrüstung > Boote, Paddel, Zubehör, CanoePacks, Kanubau
Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

31.12.2013 10:21
Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

Ich eröffne doch lieber einen neuen Thread, der zitierte David Jost Thread ist unter kommerzielles:
Zitat Beitrag #13 absolut canoe:
>>>> gedeckte Canoes sind doch schon länger im Einsatz - siehe Verlen Kruger -

Ohne jetzt eine Diskussion von Gut und Böse führen zu wollen, geht länger zurück, deutlich weiter als "Verlen Kruger"
Bristol bay Yupik*
mit etwas blättern auf der Seite finden sich einige Kanus für das Stechpaddel, immer wenn es so aussieht, als sich einer sein Boot unter die Achseln gezogen hat ist wohl ein Stechpaddel vorgesehen.

Das sollte man sicher nicht verteufeln, aber hinterfragen wird man es dürfen und da wäre es schon interessant warum man beide Varianten gebaut hat. Auffällig für mich ist der große Ladevolumen der Stechpaddel-Kanus.
Auch für das David Yost Boot und bei vielen anderen Booten mit "tiefem Sitz" darf man sicher fragen warum die Paddler lieber zum Doppelpaddel greifen.

Und die Antwort: "Weil sie nicht paddeln können, ist sicher etwas zu kurz gegriffen."

Also meine Frage ist, warum und unter welchen Bedingungen fährt es sich besser mit Doppelpaddel und wann mit Stechpaddel.

*Edit: Der Link war beim kopieren verloren gegangen, habe ich jetzt nochmal neu verlinkt.

Trapper Offline




Beiträge: 1.561

31.12.2013 12:02
#2 RE: Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

Ich erklär das für mich mal so:
Doppelpaddel benutz ich in eher windanfälligen Revieren, wenn ich mit minimaler Ausrüstung und schmaleren Booten unterwegs bin. Durch die schmaleren,flacheren,niedrigvolumigen Rümpfe bekomme ich mit dem Doppelpaddel auch bei Windstärken bis 5 Beaufort noch eine nennenswerte Fahrtgeschwindigkeit realisiert und bin auch in rauhen Gewässern durch die schnelle beidseitig verfügbare Stützwirkung der Paddelblätter sicher unterwegs.
Stechpaddel benutz ich in eher windgeschützten Revieren, wenn die Zuladung etwas größer sein soll/muß und ich auch etwas komfortabler unterwegs sein will!
So ähnlich haben es wohl auch die Naturvölker dieser Welt gehandhabt, wie ich es aus der mir bisher zugänglichen Literatur entnommen habe.
Die Grenzen sind natürlich fließend,vieles ist machbar und auch letzlich etwas von den Bootsgrößen abhängig, ob ein Doppelpaddel noch Sinn macht.
Auf Wildwasserflüssen ist natürlich beides sehr gut möglich, wobei das ja eher zu den neueren Erscheinungen zählt und je nach Lust und Laune abgewechselt wird.

Internette Grüße Thomas

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

31.12.2013 12:32
#3 RE: Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

Servus!

Ich seh das ähnlich...jedem wie ihm das behagt.
hab das wie schon mal gesagt in einem SoloPlus probiert mit am 220er Paddel, ging gut, mit 230er sicher noch besser!
Könnte mir das auch in einem Boot wie einem Wenonah Voyager oder Prism weil ich die halt grad kenn, grad mit den Traktorsitz und Fußstützen recht gut vorstellen....
Bei diesen offenen Kajaks sowieso, da man tiefer sitzt.
Einige Paddler die aufgrund der gealterten Gräten schon nicht mehr so gut aus dem Kajak kommen, tendieren auch schon in diese Richtung. Da einfach der Ausstieg einfacher ist.

Erlaubt ist was gefällt, der eine mosert über die Steckpaddler der Andere über die Kajakpaddler und alle über die in den "Zwitterbooten" :-)

Ich paddel gern mit dem Stechpaddel und hab der Sache mit dem Doppelpaddel auch schon bei einer schneller Feierabendrunde was abgewinnen können. Mit entsprechendem Boot würde ich es vielleicht sogar öfters mal probieren.
Ansonsten seh ich das wie mein Vorredner...mal so mal so wies grad passt!!!

Jedenfalls würde mich schon mal so ein "Kanak" Boot in 13-14 Fuß interessieren mit verstellarem Sitz...hätte sicher auch seinen Reiz...


Noch viel Spaß in allen Arten von "Booten" ob stehend, sitzend, knieend und mit Stech- oder Doppelpaddel!!!

Gruß

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

31.12.2013 12:32
#4 RE: Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

Ja das könnte sein:

leicht, schnell, Wind, flaches Boot, Doppelpaddel

schwer, langsamer, hohes Boot, Stechpaddel

Und jedem wie es behagt.

Es finden sich auch noch andere historische Boote die mit Stechpaddel gefahren werden z.B.
Nadja hier im Film gar nicht so langsam bei einem Rennen über ca. 23km.

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

31.12.2013 12:38
#5 RE: Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

...oder die bei uns beliebten Sautrogrennen, immer wieder ein Highlight, grad wenn man sich als geübte C2 Paddler unbekannterweise reinschmuggelt und anmeldet! :-)

https://www.youtube.com/watch?v=i9c6hFPyc60

Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Kanuotter Offline




Beiträge: 551

12.01.2014 08:46
#6 RE: Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

Hallo Gemeinde,

noch zwei Gedanken dazu:
schmale Flüsse mit Bäumen und Sträucher gehen im Stechpaddel besser. Durfte schon mal die Luftseite vom Doppelpaddel aus einer Astgabel herausziehen, das Boot und Strömung wollten aber weiter Fluss abwärts...

Doppelpaddel macht für mich nur Sinn, wenn ich nah am Boot einstechen kann und dabei tief sitzen kann. Würde sonst erwarten, dass die Hebelkräfte zu sehr ermüden.

Gruß Norbert

rené Online



Beiträge: 472

12.01.2014 10:41
#7 RE: Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

Mal eine Frage in die Runde.
Wenn ich ein Doppelpaddel benutze, darf ich dann acuh Flüsse bzw. Bäche fahren, die eigentlich für Canadier verboten sind? Zum Beispiel den Rheinsberger Rhin. Den würde ich gern mal wieder fahren.

Gruß René

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(Gernhardt/Eilert/Knorr)

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.432

12.01.2014 12:47
#8 RE: Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

Dieses Befahrungsverbot ist in meinen Augen komplett schwachsinnig. Dann hätte man erst einmal die ganzen Leihboote verbannen sollen, dann vielleicht eine Pegel-Regelung einführen sollen. Die kanutechnische Kompetenz hinter dieser Regelung ist kleiner wie Null.

rené Online



Beiträge: 472

12.01.2014 20:14
#9 RE: Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

Zitat
Dieses Befahrungsverbot ist in meinen Augen komplett schwachsinnig.


Da bin ich mit Dir vollkommen d'accord. Habe ich vor Jahren auch hier im Forum schon mal deutlich gemacht.
Das Befahrungsverbot existiert aber nun mal und ich möchte kein Bußgeld riskieren, wenn es eine legitime Möglichkeit gibt.


Gruß René

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Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

25.02.2014 10:18
#10 RE: Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

Der Ursprung des Threads war ja: "Gedeckte Kanus die mit Stechpaddel gefahren werden."

Wer zum Thema gern einen guten Film schauen möchte:
The Last Baidarka of Prince William Sound

Das (diese) Baidarkas kniend mit Stechpaddel gefahren wurden war mir bisher nicht vertraut.

Jörg Wagner Offline



Beiträge: 871

25.02.2014 11:23
#11 RE: Doppelpaddel versus Stechpaddel antworten

Hi,
ein weiterer Aspekt zum Thema Stech/Doppelpaddel ergibt sich auch aus der Geschichte des Pack-Canoes in den USA, die wesentlich von Nessmuck geprägt wurde. Nessmuck war außerordentlich kleinwüchsig, auch gesundheitlich fragil und federleicht, daher brauchte er ein leichtes Kanu, mit dem er sich im Adirondack gleichwohl unter Mitnahme ausreichenden Gepäcks den vermeintlich heilenden Düften der Balsamkiefern aussetzen wollte. Kleines leichtes Boot für die zahlreichen Portagen und hinreichende Ladekapazität, diese Konfiguration ist mit kleinen Booten besser hinzukriegen, die mit viel flare ausgestattet sind und - relativ flach bauend - noch hinreichend rauhwassertauglich sind, da besorgt einem die sitzende Fahrweise mit Doppelpaddel quasi mit dem derriere unter der Wasserlinie, dann auch genügend Anfangsstabilität. Das leichteste Boot, das ihm Henry Rushton aus spanischer Zeder gebaut hatte, wog 9 lbs bei einer Länge von knapp 10 Fuß, seine gesamte Ausrüstung (Zelt, Wolldecke, Gewehr, kleines Beil, Wechselwäsche und Proviant für 3 Tage Inclusive Boot und Doppelpaddel wog knapp 40 lbs(ca. 18 kg.)
Jörg Wagner

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