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Dieses Thema hat 39 Antworten
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 Ausrüstung > Boote, Paddel, Zubehör, CanoePacks, Kanubau
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Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.916

11.09.2013 21:05
#31 RE: Empfehlung für Canadier antworten

Als ich vor Jahren (damals war ich Bell- und Wenonahhändler ) alles paddelte was schwimmt und nach Kanu aussieht, lernte ich mit Heinz in Ontario Swift Canoes kennen.
Windstärke 3, und weiße Schaumkronen auf vielen Wellen am Gull Lake: der erste Testtag war unter "life" Bedingungen. Erst den Osprey, dann paddelten wir den Kipawa, .. was ein John Winters Design für den Paddler tun kann, war für mich ausschlaggebend Swift Canoes zu importieren.

Niemand wird sich wundern, daß ein Importeur seine Ware lobt, ich möchte aber der Diskussion inhaltlich weiterhelfen, ein wenig über Kanudesign sagen.

Flare heißt für mich das Zauberwort für Seetüchtigkeit in windgetriebenen Wellen, natürlich in enger Verbindung mit anderen Merkmalen:

Asymmetrische Form: Kanus mit relativ moderater Länge bekommen so feinere Linien im Bug, bieten weniger Widerstand.

Differentieller Kielsprung: Vorn mehr, für Wendigkeit und Leichtlauf, hinten weniger, für leichteren Geradeauslauf.

Weiche Chines: Überraschungen haben in ihrer Wirkung mit weichen Chines oft viel weniger unangenehme Folgen.

Rundboden: Endstabilität vor trügerischem Baumstammfeeling.

Wenig "dead wood": Keine Bootsteile, die nicht zum Auftrieb beitragen aber besonders bei fehlendem Kielsprung stures Richtungbeibehalten bewirken, guten Geradeauslauf vorspiegeln.

Interessante Übung: Beobachte, wo die erste Welle am Bug eines Kanus entsteht. Wie wirkt sich das aus?

Ob ein Kanu fertig entwickelt wurde, zeigt sich oft am Überwasserschiff: Bei Rennbooten völlig egal, für die Praxistauglichkeit und Anwenderfreundlichkeit, ja Sicherheit im Wanderkanu aber entscheidend!
Flare läßt das Kanu bei zusätzlicher Beladung nur wenig mehr eintauchen, das Fahrverhalten bleibt bis in hohe Zuladungen sicher.
Eine schlanke Wasserlinie in Verbindung mit flare im Oberwasserschiff ermöglicht tolle Performance mit großen Reserven, wenn nötig.
Niedrige Contour: Auf offener Wasserfläche wenig Windangriffsfläche! Viel flare ermöglicht flache Seitenwände, die aber in der gesamten Höhe nutzbar sind. Wellen von der Seite laufen ohne große Störung unter dem Kanu durch. Große Breite oben bewirkt Endstabilität mit unglaublicher Reserve.

Konkurrenz kommt substantiell aus dem eigenen Haus: Mattawa, Winisk, und die Dumoine, wenn der Flußanteil überwiegt.
Die David Yost Designs aus der Keewaydin Serie funktionieren ein wenig anders, aber auch mit weit nach oben gezogenen flare, differentiellen Kielsprung...

Fazit: Was auf den offenen Wasserflächen der Georgan Bay und den großen Seen in Ontario geradezu legendär funktioniert, passt auch in Schweden unter denselben Bedingungen.

Kipawa Werbung vom Hersteller: http://www.youtube.com/watch?feature=pla...d&v=Z7JK4pUIT6Q

Ist mir schon klar, daß das weit über das Gefragte hinausgeht, ich hoffe mein Beitrag ist nicht zu langweilig, W


Ps: Ausstattung? Ja, die sollte auch Preis-wert aus der Praxis kommen, nicht durch den Sparstift diktiert.

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

mgiese Offline




Beiträge: 71

12.09.2013 18:26
#32 RE: Empfehlung für Canadier antworten

Moin Alter Schwede,

du paddelst gern auf den gleichen Gewässern wie ich, hast Ansprüche an das Boot und ahnst offensichtlich schon im Beginn des Threads, dass deine Einschränkungen bezüglich der Länge und des Budgets möglicherweise nicht zum optimalen Boot führen.
Daher würde mich mal interessieren, welches Boot du dir gerne kaufen würdest, wenn diese Einschränkungen nicht beständen. Eventuell könnte man diesen interessanten Thread auf eine breitere Basis stellen bevor er abreißt.

Gruß

Manfred

lupover Offline



Beiträge: 504

12.09.2013 20:52
#33 RE: Empfehlung für Canadier antworten

Hallo,

zwei Personen mit überschaubarem Gepäck wollen eine Tour in Schweden machen. Sie wohnen in Deutschland und werden bestimmt auch mal in heimischen Gefilden auf unterschiedlichen Gewässern paddeln. Sie wollen nicht fünf verschiedene Boote kaufen sondern für den Anfang erstmal eins.

Frank hat ein Boot vorgeschlagen. Dieses oder ein vergleichbares IST (auch nach meiner Meinung) das optimale Boot für genau diesen Gebrauch. 490 x ca. 90 cm dürfte die in Deutschland meistverkaufte Standardgröße sein. Im Autohaus würde man beim Golf Kombi mit gehobener Ausstattung landen und hätte vermutlich nichts falsch gemacht.

Die Paddler in meinem Umkreis und ich selbst haben in den letzten Jahren einiges probiert und sich von einigem getrennt. Schmale Einer, in die man nur ohne Schuhe reinpasst, vergammeln ungenutzt im Garten. 550 er Langschiffe wurden für kleines Geld verscherbelt oder hängen still unterm Carport. Und bei großen und kleinen Touren sitzen Sie zufrieden und ziemlich ohne Ausnahme in Canoes der Größe 16 Fuß. Geschmacksache ist offenbar nur das Material: Royalex, GFK, PE, alles ist dabei, und die Unterschiede scheinen auch nicht sooo entscheidend zu sein wie oft gedacht.

Gruß
Habbo

lupover Offline



Beiträge: 504

13.09.2013 00:03
#34 RE: Empfehlung für Canadier antworten

Hallo,

meine letzte Meldung zu dem Thema. Ich bringe nochmal den Penobscot 16 ins Spiel. Habe selbst einen. Ich schätze etwas schneller als der Aurora, dafür geringfügig weniger Zuladung. Wenn ich nur ein Boot haben düfte wäre das genau der, fährt sich auch solo sehr ordentlich. Optisch gefällt er mir besser als der Aurora, Geschmacksache. Die Verarbeitungsqualität kann etwas legerer sein, das ist aber kein echtes Problem.

Mache den Vorschlag weil ich den grade zu einem Spitzenpreis gesehen habe (habe keine Beziehung zum Verkäufer): http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-...9519?ref=search

Gruß
Habbo

Dull Knife Offline




Beiträge: 754

13.09.2013 19:45
#35 RE: Empfehlung für Canadier antworten

Zitat von lupover im Beitrag #33
Hallo,

zwei Personen mit überschaubarem Gepäck wollen eine Tour in Schweden machen. Sie wohnen in Deutschland und werden bestimmt auch mal in heimischen Gefilden auf unterschiedlichen Gewässern paddeln. Sie wollen nicht fünf verschiedene Boote kaufen sondern für den Anfang erstmal eins.

Die Paddler in meinem Umkreis und ich selbst haben in den letzten Jahren einiges probiert und sich von einigem getrennt. Schmale Einer, in die man nur ohne Schuhe reinpasst, vergammeln ungenutzt im Garten. 550 er Langschiffe wurden für kleines Geld verscherbelt oder hängen still unterm Carport. Und bei großen und kleinen Touren sitzen Sie zufrieden und ziemlich ohne Ausnahme in Canoes der Größe 16 Fuß. Geschmacksache ist offenbar nur das Material: Royalex, GFK, PE, alles ist dabei, und die Unterschiede scheinen auch nicht sooo entscheidend zu sein wie oft gedacht.

Gruß
Habbo


Sehe ich nicht so.

Im schmalen Einer zu Karfreitag im teilweise vereisten Spreewald unterwegs gewesen.

Im Sommer daselbst im 17er mit meiner Frau und deren Freundin (diese als Fahrgast) gepaddelt.

Zwischendurch mit dem Frame gespielt.

Nur nicht einseitig sein.


.

Im Leben ist es wie beim Paddeln: Wenn die großen Wellen kommen, immer in der Hüfte schön locker bleiben.

Alter Schwede Offline



Beiträge: 6

14.09.2013 15:14
#36 RE: Empfehlung für Canadier antworten

Hallo zusammen,
erst einmal vielen Dank für die rege Beteiligung!
Aufgrund der hilfreichen Postings habe ich das Ganze nun nochmals überdacht. Zudem hat sich auch eine mögliche Änderung des Aufbewahrungsortes für das Boot ergeben, so dass ich nun die 5m Grenze auch überschreiten kann.
Heute war ich bei einem Händler, um mir die unterschiedlichen Bootslänegen mal direkt im Vergleich ansehen zu können.
Auch konnte mir der Mann ein gutes Angebot machen (hoffe, dass es das auch ist). Ein Nova Craft Haida 17` für 1700 Euronen. Material Royalex light. Das ganze Teil wiegt nur 28kg und sieht richtig gut aus! Nach der Meinung des Verkäufers wäre das Boot optimal für See und Fluß. Einen stark reduzierten Prospector hatten sie auch vorrätig, aber das Thema war ja schon abgehandelt. Was denkt ihr, passt der Haida für meine Ansprüche? Wer hat Erfahrungen mit diesem Kahn?

Mit besten Grüßen von der Lahn,

Alter Schwede

mgiese Offline




Beiträge: 71

14.09.2013 19:34
#37 RE: Empfehlung für Canadier antworten

Hallo Alter Schwede,

wenn du Meinungen zu bestimmten Booten suchst, ist paddling.net immer einen Besuch wert (klickst du!).

Zu Habbos Ausführungen, der sich um die Langschiffe und die schmalen Einer sorgt, habe ich mal einige Bilder aus diesem Jahr zusammengestellt, auf denen man sieht, dass man auch auf die verwegene Idee kommen kann, mit einem 18,5'-Canadier einen großen schwedischen See befahren zu wollen (unbeladen vor unserm Häuschen am Lelång und auf einem Fluß in Småland, beladen auf dem Stora Gla).



Möglicherweise funktioniert das deshalb so erstaunlich gut, weil solche Boote exakt für diesen Zweck gebaut werden und für dieses Einsatzgebiet keinen Kompromiss darstellen.
Auf dem Stora Gla hatten wir im Übrigen einen Wellengang, der für einen Canadier schon grenzwertig war und den ich äußerst ungern in einem kleineren und langsameren Boot erlebt hätte. Da trauten sich die ganzen Linders, die da normalerweise rumfahren, schon nicht mehr aufs Wasser. Mit dem abgebildeten Boot (unserem 15 Jahre alten Wenonah Minnesota II) war das kein Problem und wir haben keinen Tropfen Wasser übernommen. Zudem kann man da - wie man sieht - alles chaotisch reinstopfen, so dass man sich wie zuhause fühlt.
Wenn einem der Minnesota tatsächlich zu wenig wendig ist, dann gibt es mittlerweile mit dem GRB Monarch eine geniale Alternative. Gleiche Länge, noch etwas mehr Breite und Kapazität und die gleiche sehr hohe Geschwindigkeit aber wendig wie ein deutlich kürzeres Boot (big boat with little boat feeling).
Ein großes Boot mit maximaler Endstabilität wie die beiden vorgenannten bedeutet auf solchen Gewässern Sicherheit, insbesondere dann, wenn du auch noch mit einem Kind darin herumfährst.
Wenn sich dein finanzieller Rahmen irgendwann erweitern sollte oder du gebraucht an ein solches Boot rankommst und wenn du weiterhin vor allem auf Seen und nicht zu kleinen Flüssen zügig unterwegs sein willst, solltest du darüber nachdenken.

Gruß

Manfred

Ulme Offline




Beiträge: 793

14.09.2013 20:18
#38 RE: Empfehlung für Canadier antworten

Lieber Manfred!

Was für ein Augenöffner, welch tolle Bilder.

Zumal Schweden nächstes Jahr ganz oben auf der Liste steht!

Troubadix Offline



Beiträge: 1.213

15.09.2013 02:05
#39 RE: Empfehlung für Canadier antworten

Moin alter Schwede,
auch ich habe sehr lange gebraucht bis ich endlich mal begriffen habe, dass die eierlegende Wollmilchsau nicht existiert.

In deinem Fall führt das Diktat allein der Nachwuchs, Spielplatz(ein Fach fürs Kleinkind), Ladevolumen(Pampers+Komfortzubehör) und Sicherheit (Umsicht des Entscheiders).

Der auf den Großen Seen Kanadas bei schlechtem Wetter zur Legende gewordene Canadier existiert nicht, er ist eher dem Wunschdenken der Werbung oder dem Bereich der Märchen zu zu ordnen.
Für mich die Quintessenz aus der vergangenen Paddelei über größere Seen sind Hohe Seitenwände (z.Bsp. wie beim Prospector nah am Original oder dem Rouge). Wenn die Welle gleichzeitig von vorne und der Seite kommt läuft da nichts mehr drunter durch sondern oben rein und drüber weg. Übrigens ist ein symmetrisches Kanu überhaupt nicht zwingend schlechter für dein Vorhaben als ein asymetrisches. Viel Volumen in den Enden und etwas Flare oder wenn beides fehlt zumindest eine hohe Nase hilft dann etwas, Flare ist aber eigentlich erst bei den modernen schlanken(diese werden gerne mal als Großgewässercanadier angepriesen) Canadiern wirklich wichtig geworden da es denen öfter an Volumen in den Enden und an Seitenhöhe mangelt , ein Canadier ist kein Kajak, ersterer muss über die Welle und fast hätte ich es vergessen Platz für sicheren Auftrieb und gekonnter Wiedereinstieg sind wichtiger als alles Flare der Welt.
Den letzten Absatz schränke ich um Missverständnissen vor zu beugen jetzt wieder ein, denn eigentlich wird vieles des bisher Geschriebenen erst über 3Bf gewichtig und bei Kleinkindern ist eigentlich paddeln über große Wasserflächen mit dem immer vorhandenen Risiko von plötzlichem Wind und Welle immer etwas zweifelhaft und besser Ufernähe angesagt. Es gibt ausreichend schmalere, kleinere Alternativen.

Von mir zu Flüssen folgendes, nimm Google und sieh dir die Mäander der Treene von oben an. Da bringe ich dir jeden 5-6m Canadier abgeladen bis zum Limit um die Ecken auch wenn ich leider nur ein einigermaßen guter Geradeauspaddler bin und das Kurvenpaddeln nicht besonders mag und kann, ich paddle dieses Geschlängel nur weil die Landschaft da einmalig ist. In Schweden bin ich mit Cheroke, Mustang und Polenlaminat gut beladen auf ein paar Tausend Kilometer Fluß, See und Flüsschen mit Canadiern deutlich jenseits der 5m Solo gut klar gekommen.

Deine Vorstellungen sind gar nicht so illusorisch nur würde ich auf den Garten für die 5m mit deutlich Plus warten oder mir einen großen Ally oder gleich zwei kleine davon zu legen.
Frag mal Albert(Absolut Kanu) ob er dir was zu den Touren der beiden Förster aus Niedersachsen schreiben kann, die sind damit auf Langstreckentouren im Norden Kanadas ziemlich gut zurecht gekommen auch Bene(Ich) oder Alex (Lottchen) oder Michael(Spartaner) können dir fundiert zu Ally was sagen auch bei deutlich mehr Wind und bewegterem Wasser. Hast Du schon mal über 2x 15,5er nachgedacht?


Also eigentlich fehlt dir nur die gewünschte schnelle Geschwindigkeit oder die Philosophie fürs "Langsamere".
In der Praxis kommt Jeder schnell auf die gleiche Geschwindigkeit, ich würde das wie andere auch eine moderate Reisegeschwindigkeit nennen und diese erreichst Du mit fast jedem Canadier. Die Endgeschwindigkeit der vielgelobten modernen und immer flacher und schmaler werdenden Beinahekajakcanadier ist für die Wanderpaddlerpraxis eher drittrangig wichtig.

Meine Kids sind mittlerweile mit Freude auch über 8 Std. hinaus mit an Bord und ich weiß bis jetzt noch nicht genau was ich da vielleicht richtig gemacht habe.
Schnell unterwegs waren wir nicht aber Strecke haben wir trotzdem gemacht, waren oft bis in die Nacht hinein unterwegs, die großen Wasserflächen hielten sich in vertretbaren Grenzen aber Spaß muß es ihnen irgendwie gemacht haben sonst wären sie heute nicht mehr mit dabei.
Die Kinder stehen bei mir absolut im Focus nur daran orientiere ich mich wenn ich mit ihnen unterwegs sein möchte und ich will das unbedingt weil es auch den "Großen" einen riesigen Spaß machen kann und den Kindern ungeahnte Horizonte eröffnet.

Viel Glück und Erfolg bei der Suche

Grüße aus dem Norden
Jürgen

PS. alles Geschriebene ist nur meine persönliche Erfahrung und Meinung und deckt sich nicht zwingend mit dem Einen oder Anderen .

http://www.youtube.com/watch?feature=pla...d&v=yWqta3S9vcc

absolut canoe Offline




Beiträge: 1.361

15.09.2013 13:32
#40 RE: Empfehlung für Canadier antworten

"Frag mal Albert(Absolut Kanu) ob er dir was zu den Touren der beiden Förster aus Niedersachsen schreiben kann,...."

Ich kann dazu nur sagen, das "River of men" /das ist einer der Förster auf Pakboat umgestiegen ist.
doch mit Ihrem Ally in Barren Land, NW Terretories und Mongolei sowohl Kleinflüsse, Wildwasser und
Seen damit gefahren sind...vllt.kommt River of men ja mal aus der Hecke....
LG Albert

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