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Dieses Thema hat 22 Antworten
und wurde 2.047 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
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Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.916

10.06.2013 19:36
Gewitter antworten

Frank, ich mache das Thema auch im Forum auf, vielleicht ist es von allgemeinem Interesse, vielleicht finden sich die Quellen schnell - ökonomisch aus meiner Sicht.

Frank fragt mich, nach meinen Ausführungen im W wie Wetter:
....dass man im Gewitter in Ufernähe weiter paddeln kann, habe ich noch nirgends als Empfehlung gefunden. Da ich immer draußen aufhalte, habe ich mich recht gut in das Thema eingelesen und handel auch danach. Hast du eine Quellenangabe oder sagt dir das dein intuitiver Verstand.
Gruß Frank


Das sind die Tücken der verkürzten Wiedergabe. Natürlich sollte es nicht heißen, bei Gewitter kann ich beruhigt weiterpaddeln, das habe ich auch lang und (zu) breit erzählt. Geblieben davon ist nur, "Wenn Du im Gewitter paddelst hast Du schon was falsch gemacht...

Konkret geht es um die Empfehlung: ..bis man einen geeigneten Ausstieg findet, so nahe am Ufer paddeln, daß das Ufer mit Bäumen qusi als Blitzschutz höher liegt, aber nicht so nahe, daß man von umstürzenden Bäumen getroffen werden kann.

Das Abstandhalten wie beschrieben ist nicht auf meinem Mist gewachsen, die Quellen (ich denke 2) muß ich aber erst nachsuchen. Werde in der nächsten Woche Zeit finden.


Uns ist es einmal auf der Gail passiert. Eins, von sieben Gewittern in zwei Tagen hat uns schneller eingeholt als uns lieb war, an einem Abschnitt, wo in der Gruppe an ein Anlegen nicht zu denken war. Als wir endlich Schutz gefunden hatten, war alles schon wieder vorbei. Ein, aus heutiger Sicht grober Fehler, aber schwer zu vermeiden.

Die letzte ccb-Tour auf der Drau habe ich wegen der Wettervorhersage abgebrochen. Bis fünf Minuten vor dem kleinen Inferno hatte niemand mit einem Tourende gerechnet. Praller Sonnenschein...alle sahen mich ungläubig an, wie einen ......
Wenige Sekunden, nachdem sich weiße Wolken am Bergkamm zeigten, kamen dicke Tropfen und fast verzögerungsfrei ein heftiger Wolkenbruch. Ich war der Einzige, der sein Zeltchen trocken im Auto hatte.

LG aus dem Süden.

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Angela Offline



Beiträge: 83

10.06.2013 21:10
#2 RE: Gewitter antworten

Danke. Auch schon gehört: "Im Flusstal kann doch nichts passieren".
Allerdings sah ich schon mal vom Ufer aus die Blitze auf der Wasserfläche der Dordogne tanzen.

Ulme Offline




Beiträge: 793

11.06.2013 07:19
#3 RE: Gewitter antworten

Zitat von Angela im Beitrag #2
Danke. Auch schon gehört: "Im Flusstal kann doch nichts passieren".



Erinnert mich mit Grauen wieder an das hier: Mein persönlicher 35min Horror

Troubadix Offline



Beiträge: 1.213

11.06.2013 11:39
#4 RE: Gewitter antworten

Moin,
Selbst wenn ich auf das Wetter gebührend achte kann es mich ohne Ausweichmöglichkeit treffen und es kommt eigentlich dann nur darauf an einen kühlen Kopf zu bewahren, eventuelle Passagiere zu beruhigen und handwerklich nicht in Panik zu geraten.
Drei Gewitter im Kanu auf dem Wasser sind mir in Erinnerung, letzten Sommer schlugen die Blitze 10 Minuten in kurzem Abstand um uns herum ins Wasser, beeindruckend aber auch zauberhaft, urig schön.
Ein kleines Risiko ist vielleicht da, nur gehe ich jeden Tag auch über eine Straße. Für mich gehört das mit zu den tollen Erlebnissen die mich nach draußen drängen und die Natur aus erster Hand erleben lassen.
LG aus dem Norden

AxeI Offline




Beiträge: 1.001

11.06.2013 13:24
#5 RE: Gewitter antworten

Ich will die Gefahr nicht klein reden, habe selbst gehörig Respekt vor Gewittern und würde offene Wasserflächen unter solchen Bedingungen stets meiden.
Mir ist allerdings kein Unfallbericht bekannt, in dem geschildert würde, dass Paddler durch Blitzschlag zu Schaden gekommen sind (vielleicht weil die Betroffenen nicht mehr berichten können?).

Vielleicht kennt jemand von Euch ja derartige Berichte oder Unfallmeldungen (?)

Axel

P A D D E L B L O G - 2. Sicherheitstreffen am 21./22.09.2013
There's more means to move a canoe than paddles

Donaumike Offline




Beiträge: 993

11.06.2013 13:30
#6 RE: Gewitter antworten

Personen die vom Blitz getroffen werden, ist nicht so selten…..

Gewitter ist eine Gefahr von vielen was in der Natur überraschend auftauchen kann.
Wetterextreme die rasch auftauchen gibt es immer wieder, ich denke immer an einen selbst erlebten „Seenebel“ an der Ostsee .Kaum zu glauben als Landratte, wie ich es nun mal fasst bin, bis ich es selbst erleben durfte. Herrlichstes Wetter, und in wenigen Augenblicken „Null Sicht“. Orientieren auf dem Wasser als Schwimmer oder Bootsfahrer ohne Kompass usw. unmöglich. Gut das der DLRG vor Ort war und alle am und im Wasser rechtzeitig gewarnt bzw. schnell aus dem Wasser herausgeholt hat.

Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, hat ein Gewitter auch etwas Besonderes. Ich denke dann meist „ Eichen meiden, Buchen suchen“. Ob das hilft, weiß ich nicht? Im Extremfall würde ich eine Furche suchen und flach hinlegen.

Ich finde das das Thema „Gewitter“, bei W wie Wetter, angerissen wurde, sehr gut im Bezug zum Canadier fahren. Das auch im Hinterkopf zu haben, ist schon mal eine gute Vorbereitung auf solches.

Gruß, Mike

Wouter Kieboom Offline



Beiträge: 19

11.06.2013 14:25
#7 RE: Gewitter antworten

Hier ein Erfahrungs Bericht (glücklich nicht mein eigenes):

strippenziacha Offline




Beiträge: 664

11.06.2013 14:33
#8 RE: Gewitter antworten

Servus zusammen!

Bäume aufzusuchen ist grundsätzlich im Extremfall eine schlechte Idee...besonders große Einzelstehende.
Hinlegen ist das selbe Problem...kostete erst wieder einigen Menschen das Leben, da sich ein Spannungstrichter bildet vom Einschlag weg wird die Spannung immer kleiner und je mehr ein Mensch überbrückt speziell beim flachen Liegen um so mehr "Spannungsunterschied" überbrückt er, was ihm dann zum Verhängnis wird.
Am Sichersten ist da in die Hocke und die Füsse so eng wie möglich zusammen.

Klar auf dem Wasser wieder ein anderes Problem...kann nicht sagen wie es sich in einem Kanu auswirkt, wenn der Blitz in der Nähe einschlägt...für einen Schwimmer sicherlich heftig bis tödlich...


Konnte bisher nur Einschläge vom Ufer aus beobachten oder eben nur an Land...
und Gottseidank weit genug weg.... :-)



Gruß Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.432

11.06.2013 15:52
#9 RE: Gewitter antworten

Patentrezepte gibt es sicher nicht. Ich versuche grundsätzlich in meiner unmittelbaren Umgebung nicht der höchste Punkt zu sein, aber auch von den hohen Punkten z.B. große Bäume am Ufer einen gewissen Abstand zu halten. Wenn es ganz eng wird: auf der Kniematte in die Hocke gehen. Problem: wer weiß schon vorher, wie dicht der nächste Einschlag kommen kann.
Bisher hat mich einmal ein dichter Blitzeinschlag sehr schnell vom Fluss geholt.

Jörg Wagner Offline



Beiträge: 871

11.06.2013 16:10
#10 RE: Gewitter antworten

Hi,
auf dem Wasser ist man immer der höchste Punkt, und was man deshalb bei Gewitter zu tun hat, liegt auf der Hand : nix wie weg.
Jörg Wagner

Donaumike Offline




Beiträge: 993

11.06.2013 16:14
#11 RE: Gewitter antworten

Buch: Überleben ums Verrecken von Rüdiger Nehberg

Zitiere:

„Zwei Gefahren bergen Gewitter: Flüsse können schnell und stark anschwellen und alles mitreißen….Deshalb vermeidet man grundsätzlich Flussbetten, an deren Ufern diese Gefahr besteht…..Und es sind die Blitze, die tödlich sein können. Täglich sollen acht Millionen dieser elektrischen Entladungen auf die Erde niedergehen…..
Als ich auf dem Atlantik ins Zentrum eines Gewitters geriet und die Blitze in schneller Folge rund um meinem Baumstamm ins Meer schlugen, war ich überzeugt, dass alle Fische zu Bratfisch……..Ich verkroch mich vorsichtshalber in meine Kunststoffbehausung in der Hoffnung, dort so sicher zu sein wie in einem Auto, dem Faradayschen (blitzsicheren) Käfig. Nie hatte ich in dem Moment gewagt, mich auf dem regenüberschütteten Baumstamm, der direkten Kontakt mit dem Salzwasser hatte, aufzuhalten. Ich zitterte. Aber nicht so sehr aus Angst, sondern aus Respekt vor dem Naturereignis. Ich wusste, das nicht nur der direkte Einschlag in den Körper lebensgefährlich ist, sondern auch die Erdströme, die der Blitz aussendet. Da der Mensch aus Wasser besteht und ein guter Stromleiter ist, wirkt er wie ein blitzanziehender Blitzableiter. Uns das umso mehr, wenn er sich auf exponierten Geländepunkten aufhält: alle Landschaftserhöhungen und freie ebene Fläche, auf denen er die einzige Erhebung darstellt. Also meidet man feuchte Böden und alles, was mit Wasser zu tun hat: Bäche. Wasserfälle, Seen. Ferner: Felsüberhänge, Vorsprünge, kleine Höhlen mit Körperkontakt zu den Wänden, einzeln stehende, hohe Baüme, Masten. Schutz findet man in Spalten von mindestens eineinhalb Metern Tiefe und in größeren Höhlen, wenn der Mindestabstand vom hockenden Menschen zu Eingang, Decke und Hinterwand ebenfalls mindestens eineinhalb Meter beträgt. Die Siocherheit wird erhöht, wenn man sich auf nicht leitendes Material setzt. Zum Beispiel auf einen Plastikkanister oder Steinbrocken. Da das Auto den sichersten Schutz im Gewitter darstellt, man es aber nicht immer zur Seite hat, kann man sich blitzschnell (in wahrsten Sinne des Wortes) einen schwachen Faradayschen Käfig improviesieren. Das ist mit wenigen Handgriffen getan, wenn man eine Alu- Rettungsfolie zur Hand hat. Man geht in die Hocke, bedeckt den Körper mit trockener Folie und hat darauf zu achten, das ssie Kontakt zur Erde hat.“

Mike, wer jetzt noch stirbt, ist selber schuld!
Rüdiger 15.10.02 ………so lange wieder her-----

Frank_Moerke Offline




Beiträge: 1.432

11.06.2013 16:24
#12 RE: Gewitter antworten

Der Rüdi in allen Ehren, aber ob er das mit der Folie wirklich getestet hat? Klingt sehr theoretisch. Der Wind weht, der Regen kommt waagerecht, die Folie ist schon beim auseinanderfalten nass - der Körper auch, der "Käfig" flattert im Wind, statt ein ordentlicher Käfig zu sein, die Erdung ist also auch weg ... usw.

markuskrüger Offline




Beiträge: 1.011

11.06.2013 16:26
#13 RE: Gewitter antworten

Zitat von Donaumike im Beitrag #11
"...Da das Auto den sichersten Schutz im Gewitter darstellt, man es aber nicht immer zur Seite hat, kann man sich blitzschnell (in wahrsten Sinne des Wortes) einen schwachen Faradayschen Käfig improviesieren. Das ist mit wenigen Handgriffen getan, wenn man eine Alu- Rettungsfolie zur Hand hat. Man geht in die Hocke, bedeckt den Körper mit trockener Folie und hat darauf zu achten, das ssie Kontakt zur Erde hat."

Nun ja. Man sollte ausserdem darauf achten, dass man die Alu-Decke nicht berührt. Ausserdem dürfte die Alufolie bei einem realen Blitzeinschlag innerhalb von Mikrosekunden verdampfen.
Wenn die Folie vollständig die Sicht auf das Gewitter verdeckt, trägt sie aber wenigstens noch zur Beruhigung bei ("Ich sehe keine Blitze, also sind da auch keine...")

Gruß,
Markus

Uups, zu langsam.

Troubadix Offline



Beiträge: 1.213

11.06.2013 16:49
#14 RE: Gewitter antworten

Hallo,
letzten Sommer hatten wir es immer wieder mal mit Gewitter und ungenügender Fluchtdistanz zu tun. Einmal waren wir zumindest in der Nähe von 30-50cm hohen Vogelsänden, ich habe mich aus folgendem Grund dafür entschieden im Kanu zu bleiben wie auch schon immer zuvor. Bin kein Blitzexperte, weiß aber, dass das Salzwasser erheblich besser leitet als mein Kanu und bisher hat das auch bei Blitzschlägen unter der 100m Distanz immer funktioniert auch wenn mal die Haare von Lej danach wie die Stacheln eines Igels abstanden.
Mein Fazit: hier paddelt es sich gefahrloser.
LG Jürgen

Aslowhand Offline



Beiträge: 19

12.06.2013 11:16
#15 RE: Gewitter antworten

Hallo liebe alle

Mit Gewittern ist sicher nicht zu spassen!

Wir waren 1985 und 1988 in Ontario nördlich von Sioux Lookout jeweils mehrere Wochen unterwegs. Trotz recht flachem Gelände wurden wir immer wieder von Gewitterzellen überrascht. Wir haben jeweils alle unsere Kraftreserven eingesetzt um möglichst schnell ans Ufer zu kommen. Bald fanden wir dabei heraus, dass der direkteste Weg nicht immer der schnellste war. Es galt den Wind, als steter Begleiter der Gewitter, richtig einzuschätzen.
Einmal am Ufer angekommen, war noch nicht alles ausgestanden. So erinnere ich mich, dass wir zu viert auf einer dicht bewaldeten Insel, in der Hocke (wie von strippenziacha schön beschrieben) kauernd, völlig durchnässt, möglichst weit weg von den Alukanus, auf das Ende (von was auch immer!!) warteten. Es stürmte und toste um uns herum, Bäume wurden entwurzelt. Doch dem noch nicht genug. Plötzlich spürte ich ein eigenartiges Kribbeln unter meiner Kopfhaut und fast zeitgleich sah ich die langen Haare meines Kumpels aufstehen. Ein gewaltiger Knall, begleitet von intensivem Schwefelgeruch liess uns erstarren..... Ob sich da jetzt das Tor zur Unterwelt geöffnet hatte? Wir wissen es nicht genau. Das Unwetter zog so schnell weiter, wie es gekommen war. Wir sind mit dem Schrecken davongekommen.
Beim anschliessenden Erkundungsgang über die Insel fanden wir dann auch den Einschlagsort des Blitzes. Ein vorher mächtiger Baum, war zersplittert und bis zum Wurzelwerk angekohlt.

Eben, mit Gewittern ist nicht zu spassen! Sie sind aber Teil der natürlichen Kreisläufe und lehren mich Respekt, Bescheidenheit und nicht zuletzt, dass es keine absolute Sicherheit gibt!

LG aus der Schweiz


P.S. Die Inkubationszeit des Paddelvirus scheint sehr lange anzuhalten!! Nach mehreren Jahren der Paddelabstinenz hat mich der Virus wieder voll gepackt! Linderung scheint sich nur durch häufiges Paddeln einzustellen!

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