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 Tourenberichte
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Donaumike Offline




Beiträge: 993

21.06.2016 14:30
#226 RE: Bergfahrt 53, 54 / 2016 antworten

53. Bergfahrt

Mittwoch 15. Juni, Pegel 330 cm. Die TID steht vor der Tür und die ersten sind schon angekommen. Auf dem Fluss ist es etwas windig und die Sonne steht gut blendend im Westen, ja es ist gegen Abend. Durch die Lichtspiele ist nicht alles auf Anhieb zu erkennen. Ein Biber schwimmt ein paar Bootslängen voraus und taucht ab. Nicht weit weg davon nagt ein Biber am Geäst. Dicht herangepaddelt sucht er das Weite.
Diesmal ging es etwas höher hinaus. Absicht war in flotter Strömung über einige Wellen mit Seilfähre vorwärts zu kreuzen. Jenseits in einem Kehrwasser hinter einem Baumhindernis gut angekommen ging es dann wieder talwärts. Einige Kehrwasser wurden dabei angesteuert. Im Donaustrand ein paar winzige Übungseinheiten. Am Einstieg wieder angekommen wurde etwas mit TID Gästen geratscht...Steuerschlag, Donaudelta, Canadier...waren Thema. Nun auf zu den letzten Vorbereitungen für das kommende Holzcanadiertreffen in Ludwigshafen.



Hallo Wolfgang,
ja diesen kostbaren Satz muss man sich wirklich immer wieder vor Touren jeglicher Art vor Augen halten.
LG Mike

54. Bergfahrt

J- Schlag Testung heute, wenige Tage davor Kentern oder halbes Drama an der Schillerbrücke

Sommersonnenwende, 20. Juni 2016, Pegel 381 cm fallend. Die Mittagsstunde wurde herbeigesehnt um etwas auf dem Grund zu gehen; ein Puzzle vom J- Schlag.

Während der Tour auf dem Altrhein beim Holzcanadiertreffen wurde ich ertappt und danach ertappte ich mich auch selbst dabei , dass meine Schafthand bei der Rückholphase sich verkrümmte. Das heißt meine Schafthand dreht den Schaft etwas mit und so verkrümmte sich die Hand am Handgelenk. Ich war mir gut sicher, dass dieses am ungewohnt breiten Paddelblatt oder an anderen Zufälligkeiten liegen sollte.

Auf der Donau angelangt begann die Testung meines J- Schlags.
Ab und an je nach Strömung und Frequenz knickte meine Schafthand tatsächlich leicht ab, dieses geschah nach dem Ende des Paddelschlages. Mein Paddel liegt in diesem kurzen Zeitfenster auch locker in der Hand. Ich empfinde dieses als Entlastung der Finger und Arme. Ich werde aber trotzdem ein Augenmerk weiter darauf richten.

Diesmal kam mir auch wieder ein Kanu entgegen, es war eines zum aufpumpen. Leider war dieser Doppelpaddler sprachlos, oder er war noch benommen von den vorherigen Durchfahrten der turbulenten Zonen nach den Brücken.

Am vergangenen Wochenende sind zwei Passagierdampfer auf der Donau in Fluss-Not geraten.

Hier in Ingolstadt an der Schillerbrücke kenterte am vergangenen Samstag gegen 11: 30 Uhr ein Ruderboot mit fünf Schülern aus Osnabrück. Zwei Wellen schlugen das Boot voll, sodass es kenterte. Sie wurden einige hundert Meter abgetrieben und konnten sich glücklicherweise unverletzt selbst retten. Das Boot konnte erst in Vohburg von Rettungskräften aufgesammelt werden. Die Armada bestand aus 13 Ruderbooten, die restlichen Boote wurden vor der Schillerbrücke wegen der gefährlichen Wellen, Strudel ..von der Wasserwacht, Polizei, Feuerwehr und Lehrkräften gemeinsam rechtzeitig angehalten, die Tour wurde angebrochen.

Mein Abstecher ging dann Richtung dieser besagten Schillerbrücke. Der Weg dorthin ist wirklich irre zu erfahren, weil es nur schaukelnder Natur schleppend vorwärts ging. Es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig auf einem Fluss Seegang zu erfahren.
Diesmal wagte ich mich bis zum Baumhindernis, das Kehrwasser zog das Kanu sacht zum Baum dahin. Nach einer guten halbwegs schaukligen Position knipste ich noch schnell ein paar Fotos. Nur gut das dieses Baumhindernis und die anderen stromab verteilten den Schülern nicht zum Verhängnis geworden sind.

Nun bin ich mir sicher, dass es weiter bergauf auf dieser Route linker Hand nicht mehr weiter geht. Jenseits ist es um vieles turbulenter...ich glaube ein Wildwasserkanu hat da sicher auch seinen Spaß.

Nun musste aus dem Kehrwasser wieder herausgefahren werden. Die entgegenkommenden Wassermassen waren nicht glatt gebügelt, mehr aufgewühlt und orientierungslos. Das Kanu drehte gut über etwas Wellengang ein. Einige Meter hopste das Kanu über den unruhigen Fluss. Wiedererwarten konnte meine gedachte Fahrlinie etwas gehalten werden, teils haben Heckhebel und fixer Deppenschlag gute Dienste geleistet.
Die unruhige Zone war überwunden und der ruhige überflutete Hafen des Donaustrandes konnte angepaddelt werden. Dort einige ernste Spielerrein am Paddel, dabei wurde ein M- Boot gesichtet was sich dem Fluss hinaufplagte.
Ich wollte erst abwarten, nun paddelte ich doch dem M- Boot entgegen. Als die Besatzung auf mich aufmerksam wurde drehte das M- Boot ab. Durch das abreiten der kleinen oder nicht großen Wellen in der flotten Strömung verpasste ich fasst meinen Ausstieg. So stach nun mein Kanu direkt auf Talfahrt den Ausstieg an, dabei geriet das Kanu in einen ungünstigen Winkel was die entgegenkommenden und orientierungslosen Wellen betraf. Das Kanu befreundete sich mit diesen nicht wirklich tragischen Verhältnissen gut an. Vor zwei Jahren hätte ich es auf solch einen beabsichtigten Versuch nicht ankommen lassen.
Übrigens das M- Boot hatte eine gelbe Flagge; dies bedeutet Rettungsdienst. Diese Boote fahren an den Grenzen der Wasserübungsplätze der Bundeswehr, wenn Übungsbetrieb, sprich Kriegsbrückenschläge und andere Geschichten, auf, über oder unter Wasser durchgeführt werden, um Neugierige oder Durchreisende zu warnen oder ggf. zu retten.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike


Ulme Offline




Beiträge: 793

22.06.2016 06:15
#227 RE: Bergfahrt 53, 54 / 2016 antworten

Hallo Mike!
Mir wurde beim Betrachten der Bilder ziemlich mulmig diesmal.
Geht es nur mir so?
Da bleibe ich lieber am Ufer.
Nur meine persönliche Meinung.

---------
"Be prepared - not scared!"
C. Lundyn

docook Offline




Beiträge: 885

22.06.2016 09:22
#228 RE: Bergfahrt 53, 54 / 2016 antworten

Moin Ulme,
auch ich empfinde ein paar Donaubilder vom "Wasserbild" her als anspruchsvoll. Gerade habe ich auf dem Rhein bei Hochwasser eigene Erfahrungen machen können. Genau was Mike beschreibt: die massive Wassergewalt bewegt sich nicht nur schnell flussabwärts, sondern produziert auch seitliche Strudel ,manchmal ohne erkennbaren Grund/Hinderniss. Da ist schon gute Bootsbeherschung wichtig. Beeindruckend waren auch die Strudel, sowohl im Durchmesser, wie im sichtbaren Strudeltrichter. Meine Großflusserfahrung half mir da ein wenig.
Viele Grüße
docook

Ulme Offline




Beiträge: 793

22.06.2016 09:52
#229 RE: Bergfahrt 53, 54 / 2016 antworten

Ich bezeichne mich nicht als Angsthasen, aber Hochwasser führende Ströme sind eine Erfahrung,
welche ich im Kanu nicht unbedingt machen muss.
Das fängt beim braunen Wasser an und hört bei unvorhersehbaren Schwällen, treibenden Bäumen,
Strudeln, usw. auf.
Da gruselt es mich!

---------
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C. Lundyn

Donaumike Offline




Beiträge: 993

23.06.2016 08:56
#230 RE: Hochwasser / Hochwasserführender Fluss antworten

Hallo Ulme,

Dein sachlicher Einwurf ist angebracht und nicht verkehrt!

Respekt vor jeder Art von Flüssen haben wir sicherlich gemeinsam. Bei hochwasserführenden Flüssen steigert sich der Respekt durch unseren gesunden Verstand.

Mulmige Gefühle schlummern auch in mir, sie verlagern sich oder nehmen an Brisanz zu und ab oder verschieben sich je nach gemachten Erfahrungen über das Kanu, über mich selber, der Lage vor Ort (Jahreszeit, Pegel, Strömung, Wind, Hindernisse, Tagesform...).

Fehltritte sind mit eingeschlossen. Ich weiß noch, wo ich eine viertel Stunde im Kehrwasser herumgetrieben bin und überlegt hatte, ob ich jetzt die Kehrwasserausfahrt wagen sollte oder nicht. Der damalige Pegel würde mich heutzutage nur kurz für dessen Konzentration zögern lassen, um auch wirklich bei der Sache zu bleiben.

Die Wirbel in dem Gewässerabschnitt bereiteten mir auch schon Kopfzerbrechen.
Ich denke das es sich um „Nicht gründige Wirbel“ handelt, d.h. die Wirbel tauchen hier und da auf und würden einen Schwimmer nicht in die Tiefe ziehen. Kanus drehen da gerne ab, Schwimmer sicherlich auch.

Bei dieser folgenden Art Wirbel ist es Lebensgefährlich!

Gründige Wirbel verlaufen in Richtung Gewässergrund und würden einen Schwimmer in die Tiefe ziehen, auch Kanus teilweise je nach Stärke, da gibt es auch ein Video irgendwo im Netz davon.

In diesem Falle darf nicht aufgetaucht sondern muss abgetaucht werden, um seitwärts heraus zu kommen, weil der Sog Richtung Grund stetig abnimmt. So die Theorie, auf die Praxis möchte ich aber auch verzichten. Es fragt sich nur, ob da die Schwimmweste lieber abgelegt werden sollte, wenn man es überhaupt schaffen sollte? Besser noch solche Gefahren vermeiden oder umgehen!

Meine Bergfahrten hier auf der Donau sind auch eine Art Vorbereitung für die wenigen Touren auf anderen Flüssen. Vielleicht ist auch mal lagebedingt irgendwo ein ruhiger Fluss dabei der zum hochwasserführenden Fluss mutiert. Dafür bin ich nicht gut aber auch nicht zu schlecht eingestimmt.

Beste Grüße von der Donau

Mike

Ulme Offline




Beiträge: 793

23.06.2016 09:28
#231 RE: Hochwasser / Hochwasserführender Fluss antworten

Zitat von Donaumike im Beitrag #230

Gründige Wirbel verlaufen in Richtung Gewässergrund und würden einen Schwimmer in die Tiefe ziehen
...
In diesem Falle darf nicht aufgetaucht sondern muss abgetaucht werden, um seitwärts heraus zu kommen, weil der Sog Richtung Grund stetig abnimmt. So die Theorie, auf die Praxis möchte ich aber auch verzichten.
...



Hej Mike!

Leider kenne ich auch die Praxis. Habe zweimal Schwimmer welche in so einen gründigen Wirbel gerieten,
tauchend und schwimmend rausgefischt. Die kämpften gegen den Sog an und waren am Ertrinken.
In einem Fall genügte die Wucht meines Hechtsprungs und der Stoß meiner ausgestreckten Arme,
um ihn aus dem Wirbel rauszuschubsen.
Allerdings hab' ich im Fluss das Schwimmen gelernt und damals den Rettungsschwimmer gemacht.
Freiwillig würde ich mir das nicht antun.
Dunkle Wassermassen noch dazu in Verbindung mit Hochwasser sind mir ein Gräuel.

---------
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C. Lundyn

Donaumike Offline




Beiträge: 993

24.06.2016 13:37
#232 RE: Bergfahrt 55 und 56 antworten

55. Bergfahrt

Donnerstag 23.Juni, Pegel 290 cm, hochsommerliche Temperaturen knapp vor 30 Grad. Das Ziel war wieder die Schillerbrückenzone.
Dort angelangt, entschloss ich mich dort die Donau zu queren, weil keine Brecher auszumachen waren. Pilze, Wirbel und kleinere Wellen bestückten diesen leicht bis mittel rauschenden Abschnitt schon. Die Kehrwasserausfahrt wurde wie üblich anvisiert, korrigierte aber noch kurz davor den Einfahrtwinkel in die Strömung etwas spitzer, weil keine saubere Stromzunge, mehr kabbelig die Verhältnisse dort waren. Dadurch wurde auch das lesen der Strömung schwieriger, weil Abschnitte in Strommitte mit wenig oder gegen null Strömung behaftet waren.
In dieser Strommitte ist das Kehrwasser gut bewegt und nicht auf Anhieb durch Sicht sondern mehr durch das Gefühl zum Kanu zu erfahren. Die anschließende Ausfahrt daraus kann einen auch überraschen und das Boot abdrehen lassen und es somit schwierig oder unmöglich machen es wieder in einen Fährwinkel zu stellen.
Die Überfahrt über das bewegte Kehrwasser zur flotten Strömung wurde nicht zügig wie üblich, sondern gut wellig mit Wirbel und Pilzen, sprich ständig mit abwechselnden Verhältnissen überwunden. Mein Paddel war oft am Stützen und korrigierte auch so meinen spitzeren Kurs. Das anschließende einklinken in die Strömung trotz spitzeren Winkel war gut hart. Die folgende Durchfahrung der bewegten Strömung hatte mit einer Durchfahrung einer klassischen Stromzunge nichts zu tun. Kam auch gut ab dabei.
Am Ufer angelangt paddelte ich noch die paar Meter zur Einsetzstelle der Feuerwehr im Schatten der Schillerbrücke, wo das Echo der Strömung wie gewohnt noch lauter wurde. Die Strömung zog das Kanu sehr zügig in dem Durchzugkehrwasser dahin.Tempo herausnehmen und anhalten wurde nur mit knackigen Rückwärtsschlägen und hebeln Richtung Ufer möglich.
Nun fuhr ich dort aus dem Kehrwasser in die Strömung. Das eindrehen war dort so schwierig, das nur mit Mühe das Kanu flussab gestellt werden konnte. Dabei glitt das Kanu kurz in ein welligen Wirbel und ich ertappte mich schon dabei an den Süllrand zu fassen, hatte aber ja das Paddel in der Hand und stach ins Wasser damit. Ja es war eine kleine Schrecksekunde in der doch noch alles gerichtet werden konnte. Fasst zufrieden paddelte ich zurück über die letzten Ausläufer der kleineren Pilze, Wirbel und Wellen.




Gut oder etwas abgetrieben! Einen Tag später nicht so weit! Blick voraus und nach achtern.


56. Bergfahrt

Freitag 24. Juni, Pegel 277 cm (Anzeige Konrad- Adenauer- Brücke), 274 cm (Anzeige Luitpoldstraße im Internett), Wassertemperatur 17,9 Grad. Luft zehn Grad wärmer.

Ja, nun praktizierte ich diese Übungseinheit fasst wie gestern, aber nicht nur einmal sondern oft. Auch weil ich etwas unzufrieden war. Nicht wegen der Süllrandgeschichte, sondern ich wollte mehr über mein Kanu und mich, sprich mehr gute oder schlechte Erfahrungen dort dazugewinnen.

Trotz des etwas weniger anzeigenden Pegels wurden die folgenden Querungen nicht einfacher, aber nach und nach vertrauter. Zum Abschluss fand ich doch noch den Mut aus der Mitte vom Fluss zwei Fotos zu knipsen.

Als Abschluss praktizierte ich noch zwei gute Axel, wenn ich zumindest den gelungenen Radius dafür betrachte. Diesmal versuchte ich die Initiation mit dem Indianerstroke, was Laune macht.

Der Pegel wird fallen und ich bin froh dort unter diesen Verhältnissen geübt zu haben. Diese Art Verhältnisse sind ähnlich der Isar und Loisach im Hausfrauenmodus / Strecke, sprich Wildwasser 1 gewesen...ich bilde es mir einfach mal ein

Grüße von der Donau Mike

Auf dem Foto Nr. 4 vom Baumhindernis ist schön der gefallene Pegel (etwa 100cm) zu erkennen! Vergleiche Foto Nr. 2 von 54. Bergfahrt.


Donaumike Offline




Beiträge: 993

25.06.2016 08:15
#233 RE: Bergfahrt 57 antworten

Abends landete ich wieder auf der Donau. 10000 Mücken und drei Biber wurden gesichtet. 20 Mückenstiche gab es gratis dazu, dort wo kein Mückenschutz aufgetragen wurde.
Wieder Richtung Schillerbrücke mit anderen Paddel diesmal, funktionierte ganz gut damit.
Eine interessante neue Erfahrung wurde gemacht. Mein Kanu klebte oder saugte sich über einem Strudel fest. Das Kanu drehte sich kaum dabei. Mit etwas Mühe kam ich wieder heraus. Der Strudel war etwa knapp eine Bootsbreite im Durchmesser.

Grüße von der Donau
Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

30.06.2016 14:04
#234 RE: Bergfahrt 58 und 59 antworten

58. Bergfahrt

Sonntag, 26. Juni, gut bewölkt und nicht so heiß wie die vorherigen Tage. Der Pegel mit 316 cm ist somit wieder etwas angestiegen, die Mücken sind immer noch da. Deswegen diesmal mit langärmliger Jacke zum Einstieg und auf´s Wasser. Nach ein paar hundert Metern verflüchtigen sich nun auch die letzten Mücken vom Kanu und es wurde gut warm unter dem Jäckchen.
Fix zum Ufer nahe eines Erdlochs in der Uferböschung.



Ruhiges Wasser; ein guter Platz um Schwimmweste und Jäckchen abzulegen um letztendlich kurzärmlig und mit Schwimmweste weiter in den Fluss zu stechen. Als ich in Begriff war die Weste wieder anzulegen, krabbelte ein Biber träge aus seiner Röhre und verduftete im Fluss. Der Schrecken wurde glücklicherweise ohne Folgen überstanden, ja zurzeit hüpfen die Biber wieder gerne ins Kanu.

So überquerte ich den Fluss Richtung Donaustrand.



Dort ein paar Übungen mit dem Paddel, danach Kurs hinauf.
Durch einen Angler jenseits und einem alten Baumhindernis diesseits konnte ich nicht weiter bis unmittelbar zur Schillerbrückenzone paddeln.



In dem Baumhindernis wie im Bild zu erkennen ist verfing sich ein angetriebener Rest von einem Baum. Dieses bewegte sich als ob es atmen würde ständig auf und ab und wartete ab weiter auf Abenteuerreisen gehen zu dürfen.

Das große Baumhindernis unterhalb der Schillerbrücke ist durch den hohen Pegel abgetrieben, dieses ist mir erst bei der letzten Bergfahrt so richtig aufgefallen. Das neue an Ort und Stelle ist einfach durch den hohen Pegel beschert wurden weil sonst darunter durchgepaddelt werden konnte.

Mein stabiles Edenwood Paddel hat sich nun auch unter diesen Bedingungen mehrfach bewährt. Das anfangs sehr glatt anfühlende Finish am Knauf und Schaft ist griffig genug.

Nach dem Abstecher auf der Donau bereitete ich die Ausrüstung für die geplante Paar-Tour vor.


59. Bergfahrt

Mittwoch, 29. Juni, heiter bis wolkig, warme Temperaturen, Pegel 253 cm fallend. Absicht war ein paar Sachen hervorzukramen um für eine gebuchte Altmühltour gerüstet zu sein. Ja ich werde wieder einmal mit einem Leihatomeisbrecher unterwegs sein. Ich möchte ja auch nicht vergessen wo meine Anfänge im Kanu begannen!

Plötzlich kam etwas Wind auf und ich bin so doch noch auf dem Wasser gelandet um etwas in Sachen „Schiff vor dem Wind“, nein das ist ein Buch; sprich „Kanu vor dem Wind“ auszuprobieren. Leider war zu wenig Wind aufgekommen für mein versagendes Hilfsmittel was dadurch auch noch keiner weiteren Rede an Wert verdient.

Danach befasste ich mich mit der anfangs geschilderten Absicht weiter.



Grüße von der Donau
Mike

Ulme Offline




Beiträge: 793

05.07.2016 06:24
#235 RE: Bergfahrt 58 und 59 antworten

Zitat von Donaumike im Beitrag #234

Der Schrecken wurde glücklicherweise ohne Folgen überstanden, ja zurzeit hüpfen die Biber wieder gerne ins Kanu.



Hallo Mike!

Ist das ernst gemeint?

Biber im Kanu kommt gleich nach Grizzlybär.

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C. Lundyn

Donaumike Offline




Beiträge: 993

06.07.2016 11:09
#236 RE: Bergfahrt 60 antworten

Hallo Ulme und Interessierte!

Ja, es ist nicht ganz ernst gemeint aber nahe gelegen

Durch den hohen Pegel sind erfahrungsgemäß die Biber irritiert und schauen bei Tage auch einmal mehr nach dem Rechten. Sie nutzen nun die höhergelegenen Röhren in ihren bis zu einhundert Meter langen Tunnelsystemen, die teilweise durch ihre längere Nichtbenutzung bei flachem Pegel an ihrem Ausgang sowie Eingang gut mit Vegetation getarnt sind und somit nicht gleich auffallen. Diese sind nicht immer mit Biberrutschen versehen oder sind durch den höheren Wasserstand verdeckt.

Erst gestern war genau diese Röhre pegelbedingt noch weiter höher gelegen. Wenn dort knapp angelegt, könnte ein Biber gut ins Kanu fallen. Biber sehen sehr schlecht, deswegen kommt man ihnen auch sehr nahe. Biber die in die Enge getrieben werden, können unberechenbar werden. In Russland wurde ein Angler gebissen und ist daran verblutet...


Angeblich hatten Biber in gewissen Gebieten von Canada offene Kanus angegriffen oder zumindest angenagt??? Deshalb wurde dort auf Alucanadier zurückgegriffen.

Sicher ist, dass Streitkräfte der Bundeswehr in Canada, Alucanadier mit Hoheitszeichen (Schwarzes Kreuz) in Gebrauch hatten... irgendwo hatte ich mal ein Foto davon gesehen?


Hier ein Textabschnitt zum Thema Biber:

Bergfahrt Nr. 19 vom 19.07. aus dem Jahre 2013!

„Plötzlich erscheint lautlos ein großer Biber aus dem Nichts, wir sind etwa vom Boot aus nur drei Meter voneinander entfernt. Wir starren uns auf gleicher Höhe an, ich bin kurz starr vor Schreck. Er grunzt mich an, so in etwa wie ein Wildschwein. Er springt in meine Richtung ins Wasser, scheinbar mir fasst ins Boot hinein und ist schon dort wo ich blitzschnell mein Paddel ins Wasser tauche um schnell das Weite zu suchen. Das Boot ist in diesem Moment durch meinen Schreck sehr unruhig, dreht aber schnell ab. Der Biber ist mir achtern unter das Boot getaucht.“


60. Bergfahrt

Fließgeschwindigkeit und Urschreie aus dem Nichts

Dienstag 5. Juli, Gut warm mit 24 Grad und windig, Pegel 219 cm fallend.
Diese zahme Donau kam mir auf einmal sehr träge vor, obwohl die müde Fließgeschwindigkeit der Altmühl von der vergangen Tour vom Sonntag einen Kontrast bereiten sollte, so war es aber nicht. So war Touch and Feel mit Kanu und Paddel auf der Donau anfangs überraschend, weil mehr positiver Natur. Der vergangene hohe Pegel hatte einiges vermittelt, wohl auch brauchbares hinterlassen.

Hier und da hohe Äste die noch vor Tagen in der Strömung streiften.
An den Rändern vom Fluss weiße Blütenteppiche vom Flussgras, wäre es Winter so könnte man glauben die Donau friere langsam zu.



An diesem Blütenteppich daneben nach oben gepaddelt plötzlich ein Urschrei eines Lebewesens! Nur welches?

Anfangs dachte ich an ein Tier was in unseren Koordinaten nicht mächtig sein sollte. Nach einigen Sekunden erblickte ich einen urbanen Menschen, der an einen riesigen Baum stehend abgestützt die Baumkrone mit einem Mix aus Schrei und Jodeln laut angerufen hatte.
Als er mich bemerkte sagte er nett; ich solle keine Angst bekommen und teilte den jetzt mir leider entfallenen Fachausdruck dafür mit. Auf dem Weg gab er mir noch in etwa mit: ich sollte ruhig und entspannt weiter paddeln.

Dennoch ungewohnt fix wurde vor der nicht überfluteten Brückenpfeilerinsel der Eisenbahnbrücke im Kehrwasser Halt gemacht, davor eine Seilfähre zügig gefahren.



Danach eine Kehrwasserausfahrt, die mich zufrieden stellte. Eine allzu große Herausforderung wurde dabei nicht erfahren, aber ich sehe dieses als positive Frucht. Auf Talfahrt noch eine Kehrwassereinfahrt unter der Schillerbrücke, zufrieden wurde zurück gepaddelt, der Wind frischte dabei etwas auf.





Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon
Mike

Ulme Offline




Beiträge: 793

06.07.2016 13:41
#237 RE: Bergfahrt 60 antworten

Ja, deswegen schrieb ich das. Youtube Links erspare ich euch, ist erschreckend.

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C. Lundyn

Donaumike Offline




Beiträge: 993

08.07.2016 14:30
#238 RE: Bergfahrt 61 und 62 antworten

61. Bergfahrt

Mittwoch, 06. Juli, Sommerliche Temperaturen mit kühlen Wind als Zugabe, Pegel 208 cm.

Zwischen Schillerbrücke und Eisenbahnbrücke, in einem am Ufer gelegenen kleinen Kehrwasser wurden Daisy Doddle Übungen gestartet. Diese Drehungen wurden durch die gute Strömung die anfangs den Bug und anschließend das Heck zügig herumdrehte und mit ein paar Paddelschlägen dazwischen gut begünstigt. Irgendwann hörte ich auf damit, weil so Drehwurmfest bin ich nicht mehr, wird aber durch diese Übungen wieder auffallend besser

Das Hauptziel war das Kehrwasser vor der Brückenpfeilerinsel der Eisenbahnbrücke. Dort ein paar Fähren hin und her und Kehrwassereinfahrten und Ausfahrten. Richtung Brückenpfeilerkehrwasser wurden bei den Fähren u.a. kräftige Ziehschläge über die Verschneidung nötig, um nicht allzu weit abzukommen.


62. Bergfahrt

Donnerstag 07.07.16, Sommerliche Temperaturen, Pegel 205 cm.

Der Weg Richtung Einstieg wurde mit Hubschrauberlärm begleitet, der sich summend und rauschend durch die Bäume hindurch verflüchtigte. Vom Kanu aus wurden einige Manöver mit Hubschrauber und Booten gesichtet. Der Verkehr über der Autobahnbrücke wurde sicherlich unterhalten, weil der Hubschrauber oft auf gleicher Höhe der vorbeischießenden Fahrzeuge sich befand.

Nicht viel Zeit verging und es wurde wieder ruhig. Keine sechzig Meter vom Einstieg entfernt trieb etwas in Ufernähe. Ich rechnete schon kurz mit dem schlimmsten. Beim näher heranpaddeln wurde ein lebloser Rehbock mit ein paar komischen Bisswunden entdeckt. Wer weiß ob nicht ein Biber den vielleicht schöpfenden Rehbock vor seiner Röhre als Gefahr verspürte und deswegen zugebissen hatte? Vor zwei drei Jahren bekam ich einmal eine Hirschkuh unterhalb der Schillerbrücke vom Kanu aus zu Gesicht, vor einigen Wochen zeigte sich kurz auf dem Weg zum Einstieg ein Rehbock.



Auf dem weiteren Weg vielen diesmal mehr Biberröhren ins Auge. Unmittelbar vor einer Biberröhre bin ich einmal dem steilen Ufer mit Kanu zum Fluss hinab. Erst von Kanu aus wurden die Röhren so richtig war genommen.



An der Eisenbahnbrücke angekommen ging es nach ein paar Manövern durch die Brücke pegelbedingt träge hindurch. Glücklicherweise konnte ich mein Paddel an der Brückenpfeilerinsel einklemmen und so in Ruhe die zwei Fotos knipsen...

An der neu gestalteten Donaubühne, die erst letztens wieder Land unter war wurde eine kurze Rast im Kanu gemacht. Danach paddelte ich wieder zurück.



Der Hubschrauber war auch wieder vor Ort und ich verdrückte mich durch das kleine Auenwäldchen zum Bootshaus zurück.
Der Pegel sinkt, in Zukunft werde ich mich an ein paar Solo Freestyle Manövern wieder versuchen.


Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon
Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

12.07.2016 13:12
#239 RE: Bergfahrt 63 und 64 antworten

63. Bergfahrt

Samstag 9. Juli, Pegel 199cm, Luft gut warm bis heiß.
Letztmalig war mein Kanu am 8. Mai am oberen Donaukiesstrand angelandet und am 10. Mai daran vorbeigepaddelt, weil es ja über die Staustufe hinausging. Danach kamen höhere Pegel und mein Wirkungskreis war auf der Donau nach oben hin etwas eingeschränkt.
Diesmal war es wieder soweit und mein Ziel sollte der Donaukiesstrand werden. Die Brücken ließen sich gut durchpaddeln, obwohl die Durchfahrung der Eisenbahnbrücke diesmal sich etwas schwieriger gestaltete wie am vergangenen Donnerstag. Diesmal parkte sogar ein Bavaria Mustang an der Stadtanlegestelle gegenüber vom Reduit Tilly.



Die Besatzung war nicht in Sicht, sicher waren sie auf dem nahegelegenen Viktualienmarkt und ließen sich etwas schmecken.


Kurz vor dem anlanden oben wurde der bekannte kleinere Schwall sehr dicht angefahren und nach näherer Begutachtung als kleine Felsstufe oder als kleinere Sohlrampe identifiziert. Diese wurde nun wie so oft mit nicht ganz ohne Mühe seitlich um-paddelt. Danach erkundete ich diese Felsstufe vom Ufer aus noch einmal, vom Kanu aus war die Sicht eindeutig aufschlussreicher. Man konnte auch gut erkennen, dass talwärts hinter dem Gestein sich es mittlerweile gut ausgespült hatte.

Foto von Landerkundung aus!



Auf Talfahrt dachte ich mir warum ich nicht darüber gepaddelt bin, ein auflaufen auf Flusssteine wäre so gut wie ausgeschlossen gewesen. Surfen gegen den Strom wäre dort vielleicht möglich, obwohl das Paddel dort stellenweise dürftig aber sicher brauchbar Tiefgang hätte. Bei nächster Gelegenheit werden Surfversuche es beantworten.
Übrigens der Rehbock wurde von einem Jäger geborgen, angeblich hatte der Rehbock einen Blattschuss von einem unbekannten Schützen. Wilddiebe und Schwarzangler gibt es sicher noch, letzteres wurde erst unabsichtlich ohne Angel überrascht. Ich kann ja auch nix dafür wenn ich gerne Geisterpaddler mit Jagdpaddel spiele




64. Bergfahrt

Montag 11. Juli, Pegel 189 cm, Lufttemperatur etwas über 31 Grad. Es wurde durch die Hitze und einer interessanten Unterhaltung nur eine knappe Stunde auf der Donau gepaddelt. Es reichte aber gut aus zwei Free Spin in nicht korrekter Weise (ohne mein Knie zur gegenüberliegenden Seite zu platzieren), mehrere Daisy Doddle, Ziehschläge, Far Back´s, die sehr oft in interessanten Kehrwassern hier vor Ort auch gebraucht werden. Die harmonischen Side Slip´s werden bei allen Ausfahrten praktiziert. Letztendlich bin ich zufrieden an Land zurückgekehrt. Beim nächsten Sprung auf die Donau wird der Wedge ausprobiert, ich mag einfach gern Kurven auf engstem Raum paddeln. Erfahrungsgemäß wird es nicht gleich funktionieren, soll es ja auch nicht.




Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon
Mike

Donaumike Offline




Beiträge: 993

14.07.2016 10:28
#240 RE: Bergfahrt 65 antworten

65. Bergfahrt

Daisy Doddle und Wedge unter ungünstigen Bedingungen

Mittwoch 13. Juli, Pegel 259 cm gegen 12 Uhr, 13 Uhr 269 cm, gegen 14 Uhr 287 cm!

Auf den Pegel hatte ich während dem Mittagessen geschaut, 259 cm wurden übermittelt. Ein Zeitfenster ohne Regen kündigte sich an, dieses sollte genutzt werden und so kam es auch.

Über dem Wasser wieder einmal etwas was HUBT und SCHRAUBT, deswegen schnell nach oben hinaus, wie weit würde sich zeigen. Ursprünglich wollte ich mich anfangs am Wedge versuchen, wurde aber ein Digestif daraus; dazu später.

Nicht so lange und der matte Schatten der Schillerbrücke überdeckte das Kanu. Ein gutes Gefühl versprach Kehrwassermanöver in einem neuen Grenzbereich an der Eisenbahnbrücke zu versuchen. So wurde nun der Kurs Richtung erster Hürde eingeschlagen. Es irritierte mich unter der Schillerbrücke, weil mein Kanu nun in einem unsichtbaren Joch aufgefangen wurde, es ging einfach nicht weiter hinauf.

Es sollte nicht sein, so ließ sich mein Kanu rückwärts in ein Kehrwasser zurücksacken. Dort einige Versuche meiner Drehwurmspielchen in Form von Daisy Doddle. Die Manöver verliefen sehr zügig und so versuchte ich es mit einem Filmversuch. Das Handy wurde irgendwie an die Schwimmweste gesteckt und so ging es los. Das hineinsacken in die Strömung gelang nicht nach meinem Geschmack, die ersten 180 Grad der Drehung wurden sehr müder Natur. Mein Handy wollte sich dabei auch noch aus dem Staub machen. Die zweite 180 Grad Drehung, wo das Heck in die Strömung diesmal etwas brauchbarer gelang wurde etwas munterer. Im Kehrwasser eingeparkt erkannte ich plötzlich, dass der Pegel es sehr eilig und die Verschneidung sich auch gut verlagert hatte. Vor der lausigen Aufzeichnung in Parkstellung deutete sich auch schon in dieser Richtung etwas an. Die plötzlichen Verhältnisse verwehrten mir leider eine fixe harmonische 360 Grad Drehung.

Hier die Aufzeichnung, wollte sie erst löschen.

https://youtu.be/oVM4LJaklLw

So drehte ich nun ab und besuchte den Spielplatz um es mit dem Wedge aufzunehmen. Wie positiv erwartet funktionierte es nicht so auf Kante und mit dem abenteuerlichen Kniestand. Zumal beeinträchtigte das Flussgras das Paddel noch zusätzlich und übertrug noch mehr Unruhe ins Kanu. So probierte ich es mit leichter Kante weiter. Irgendwann erkannte ich, dass ich vom Prinzip her oft auf leichter Kante so anlande und so eine 180 Grad Drehung fix bewerkstelligte. Mein Paddelblatt ist dafür schräg nahe unterm Kiel platziert und so dreht das Kanu annähernd auf der Stelle gut und zügig ein. So versuchte ich es nun nicht mit schräger Paddelhaltung sondern mit senkrechtem Paddel wie beim Wedge gefordert. Das Paddelblatt wurde nun so zum Rumpf platziert, das das anströmende Wasser den Bug Richtung Offside versetzte. Im Buch ist es ausführlicher beschrieben. Siehe da die ersten 180 Grad der Drehung funktionierten auch mit senkrechter Paddelhaltung, Der Weg zu 360 Grad ist somit eine spannende Geschichte die noch nicht am Ende ist.

Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon
Mike

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