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 Tourenberichte
Momatobi Offline




Beiträge: 56

23.10.2012 00:30
Herbstliche Spazierfahrt auf der Leine antworten

Herbstliche Spazierfahrt auf der Leine bei Hannover

Schlechter Sommer und schöner Herbst? Ein Finale im großen Theater

Am 21. Okt. 2012 inszenierten Kulissenmaler Herbst und Oberbeleuchter Sonne auf der Naturbühne „Südliche Leinemasch“ ein für diese Saison unvermutetes spätes Spektakel. Eine sanfte Strömung des Flusses, wie gekonnt getupft mit goldgelben Pappelblättern auf und in dem klaren Wasser, verleitete den Besucher zum Genuss gegen den Strom, hinauf bis hinter Grasdorf.

Die lautstarken und lebhaften Darsteller und Sänger der Frühlings- und Sommerfestspiele waren still und stumm. Sie waren wohl schon für andere Spielorte verpflichtet. Einzig der farbenfrohe Harlekin Eisvogel huschte mehrfach unbeirrt und laut rufend durch die Bühnenbauten. Er weiß noch nichts von den Hungerdramen, die er durchleben muss, wenn demnächst Meister Frost und sein gnadenloser Gesell’ Treibeis für die Dramaturgie dieses Theaters verantwortlich sein werden.

Selbst Statist Stockente zeigte eine für den Kritiker unvermutete Scheu mit hoher und sinnloser Fluchtdistanz. Wo ist die Ruhe dieses sonst so ausgeglichenen Kulissennutzers geblieben? Ahnte er, dass die Bühne bald ihm allein gehört und kein Publikum mehr erscheinen wird?

Eine eindrucksvolle, leider nur kurze Einlage war, als hoch über den bunten Kulissen im fast makellosen Blau des Bühnenhimmels weit über 100 Kraniche trompetend westwärts zogen. Ein geschickter dramaturgischer Spaß, wenn vor und nach dem Auftritt die Gesänge dieser Größen schon oder noch zu hören sind. Diese begabten Tanzkünstler haben an diesen Tagen wohl täglich wechselnde Spielorte bis zum Erreichen ihres Winterspielplatzes. Der Kritiker weiß aber, dass sie wieder für kurze Statistenrollen in ca. 5 Monaten verpflichtet werden.

Das Publikum in der Keewaydin-Loge war auffallend schweigsam. Die regelmäßigen Tropf- und Zuggeräusche der mitgebrachten Paddel oder das sehr leise Wasserglucksen am Bug vermochten nicht die Stille zu stören. Es war so still, dass der leichte Bühnenwind das fast trockene Laub schon an den Bäumen zum rascheln brachte. Das konzentrierte Publikum vernahm in dieser Ruhe sogar das kleine Platschgeräusch, wenn einzelne Blätter in den stoisch seine Rolle dahin ziehenden Fluss fielen.

Zur Halbzeit dieses als Lustspiel empfundenen Stücks Natur konnte das Publikum, treibend in seiner Loge, heißen Tee und Schokoladenkuchen genießen. Am 2. Akt auf der Rückfahrt konnte man sich erst recht erfreuen, weil nun wirklich alle Sinne bereit waren, das Schauspiel von Licht und Farben und ihre geschickten Spiegelungen auszukosten. Und doch: der aufmerksame Besucher konnte merken, dass sich Oberbeleuchter Sonne anschickte, seinen Arbeitstag und wohl auch die Spielzeit zu beenden.

Nach diesem denkwürdigen Herbstschauspiel kann das Publikum nur die Erinnerungen an warme Farben, klare Formen und leise Geräusche mit nach Hause nehmen. So kann man kalte dunkle Winterabende warm erhellen, um auf frischgrüne Frühlingsinszenierungen zu warten.

Thomas aus „Momatobi“

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