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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 1.304 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
Sancho Offline



Beiträge: 72

21.12.2011 14:38
Gepäck fest bändseln? fragt das Greenhorn antworten

Hallo in die ehrenwerte Runde!

Also ich paddle ja nun schon einige Jahre meinen Holzcanadier ( 17´Prospektor ) und wenn ich mit Großgepäck unterwegs bin, wird alles immer schön sorgfältig festgezurrt, gegurtet und gebändselt. Beim Segeln auf offener See gehört das für mich zur guten Seemannschaft, wegen des Seegangs.

Sollte ich also einmal unfreiwillig aus meinem Canadier ins Wasser geworfen werden, bleibt alles hübsch an Bord und ich muss den Eimer nur wieder auf die richtige Seite drehen. Soweit so gut!

Jetzt lese ich aber von erfahreneren Paddlern, das sie ihre Ausrüstung nicht am Boot festbinden! Von Sandalen, Paddel und Kleinkram mal abgesehen.
O.K. ich denke, wenn man nicht zu vielen Packsäcken hinterher schwimmen muss, machbar.

Allerdings sehe ich in meinen festgezurrten Packsäcken ( 100 liter Volumen bei ca. 20 Kg Gewicht ) eigentlich ideale Auftriebskörper, die das wassergefüllte Boot ( möglicher Weise ) stabilisieren und mir, die Kinder voran-!, den Wiedereinstieg erleichtern.

Vielleicht werde ich jetzt mit Tomaten beworfen. Aber, hat jemand Erfahrung mit meiner naiv angedachten Methode? Ich würd es ja mal im Sommer selbst darauf ankommen lassen - wenn ich mich damit nicht schon von vornherein zum Kasper mache!

Wie sind da Eure Erfahrungen?

73 s

MrDick Online




Beiträge: 1.234

21.12.2011 14:51
#2 RE: Gepäck fest bändseln? fragt das Greenhorn antworten

Hallo Sancho!
Sicher gibt es da unterschiedliche Ansichten. Bei der ACA ist die Lehrmeinung die, dass auf Seen das Gepäck keinesfalls festgebunden werden sollte, da es andernfalls im tiefen Wasser nahezu unmöglich sein dürfte das Boot leer zu bekommen. Bei einer T-Bergung kann z.B. schon eine an einer Ducht befestigte Schlinge, oder eine Kniematte stören. Also muss alles raus. Das Ausräumen eines gekenterten Canoes ist schon ohne Befestigung schwer genug.

Auf Flüssen, wo man mit dem abgesoffenen Boot an Land gehen kann, wird empfohlen das Gepäck so zu verzurren, dass nichts über die Süllränder herausragt, und dass keinesfalls lose Leinen o.Ä. im Boot liegen, in denen man sich mit den Füßen verfangen im Falle einer Kenterung verfangen könnte.

Für mich ist die Ideale Lösung auf Seen die, alles möglichst auf zwei bis drei sehr große Packsäcke zu verteilen, die sich leicht aus dem Boot entfernen lassen. Wenn man diese dann mit Karabinern zusammenschnallt kann man sie sogar noch als Bergehilfe verwenden wie von Frank in der Boot-über-Pack-Bergung beschrieben.

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"Women are fleeing the dreaded bow seat at an alarming rate, and, as individuals, are settling themselves into solo canoes. Welcome aboard!"
(Mike Galt 1978)
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100% pure canoeing: http://www.canoespirit.de

Kanuotter Offline




Beiträge: 551

21.12.2011 19:56
#3 RE: Gepäck fest bändseln? fragt das Greenhorn antworten

Hallo Sancho,

es gab zu der Frage vor vielleicht 2 Jahren mal eine hitzige Diskussion. Bin mal gespannt wie es dieses mal ausgeht.

Nach der letzten Diskussion hatte ich mir die Mühe gemacht das ganz für mich mal auf dem See als Kenterübung mit unseren üblichen Packstücken zu probieren. Das ganz intensive Verzurren habe ich seit dem weg gelassen. Die Packstücke stecken bei uns meist presse zwischen den Sülränder und press unter den Duchten. Lockere Stücke sind ggf. noch durch ein Ersatzpaddel nach oben gesichert. Die meisten Packstücke haben bei uns die üblichen schnellöffnenden Klipse (z.B. Ortliebsäcke). Dieser Klips steckt dann an einer Ducht oder am Sitz.

Meinen Canadier kann ich auf diese Weise durchkentern lassen und alleine um 180 Grad drehen, damit das Wasser wieder rausläuft. Dann alleine zurück drehen (weil er auf den Gepäckstücken aufschwimmt) und es bleibt nur noch geschätzte 100 Liter Wasser im Boot. Dann Wiedereinstieg seitlich, Hecknah. Wenn´s nicht klappt wären die Packstücke schnell entfernt. Aber ich finde "locker-fest" gepackte Packstücke eher hilfreich als Auftrieb.

Das Schwerste, was wir dabei haben ist eine 40 Liter Alukiste für Lebensmittel. Die hat gut gefüllt 20 kg, hat also immer noch deutlich Auftrieb. Die Kiste ist nachträglich mit Silikon optimiert worden und nimmt nur sehr langsam Wasser auf.

Da mir die profunde Erfahrung von "case studies" oder Betreuung als Trainer fehlt nimm dies als Anregung und probier selber mal ne Kenterübung mit deinem Material.

Gruß Norbert

Troubadix Offline



Beiträge: 1.213

22.12.2011 15:27
#4 RE: Gepäck fest bändseln? fragt das Greenhorn antworten

Moin Sancho,
bei mir ist es ähnlich wie bei Norbert. Meine Gepäck ist an der Küste und auf Seentour auch fest, eine Tonne in Bug und Heck angebunden bzw. festgeklemmt, zwei Tonnen klemmen zwischen den Schaumkörpern, eine gr. Ortliebtasche klemmt direkt hinterm Mastfuss. Das variiert manchmal und auf Flusstour achte ich nicht so sehr darauf. Bisher haben wir noch keine Kenterung mit Gepäck unterwegs erlebt, dürfte auch schwer fallen, wir üben das jedoch regelmäßig unter verschärften Bedingungen.
Taktisch gepackt stellt sich der Canadier nach dem Umwerfen schon mal durch eine Welle von allein wieder hin. Mittlerweile kann nicht nur meine Tochter 9J. sondern auch mein Sohn 6J. den Canadier allein aufrichten und wieder rein klettern, Restwasser spielt keine Rolle mehr. Unseren schon bisher sehr großen Auftrieb haben wir dieses Jahr noch mal optimiert.
LG Jürgen

Ausmpott Offline



Beiträge: 4

28.12.2011 19:07
#5 RE: Gepäck fest bändseln? fragt das Greenhorn antworten

Hallo zusammen!

Also bei mir verhält es sich ähnlich. Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, dass das Gepäck relativ gleichmäßig verteilt sein muss, damit man sich wieder aufgerafft bekommt. Aber Hut ab vor deinen Kindern, ich kämpfe heute noch oft damit.

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