Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Zur Vermeidung weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen werden alle Beiträge und Äußerungen über die Firma Gatz-Kanus, den Namen und deren Produkte nicht mehr geduldet.
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 1.235 mal aufgerufen
 Ausrüstung > Boote, Paddel, Zubehör, CanoePacks, Kanubau
GünterL Offline




Beiträge: 1.033

01.10.2010 08:49
Wurfsack antworten

Hi,
ich hab gestern im Buch "Kajak und Kanadier im Wildwasser; sichern und bergen" von Franco Ferrero
über den Wurfsack folgendes gelesen (Seite 95):
"Obwohl der Wurfsack das wichtigste Rettungsmittel ist, kann es doch zu Problemen kommen. Wenn sich das Seil zwischen Blöcken verklemmt,
hängen bleibt oder für den Schwimmer zur Gefahr wird und er es nicht loslassen
kann oder will, bleibt dem Retter nur die Möglichkeit des Loslassens.
Vermeiden Sie jede Art von Knoten oder Schlingen im Seil. Sollte Ihr neues Seil einen Handgriff am Ende haben:schneiden Sie ihn ab!"

Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Wurfsack ohne Seilschlaufe am Ende des losen Seils (wo es der Werfer hält)
gesehen zu haben. Obwohl, die Erklärung des Schreibers ist für mich schlüssig und ich überlege meine Wurfsäcke dementsprechend
umzubauen.
Wobei auf Seite 97 schreibt er über die Karabiner:
"ein Kompromiss kann sein, am Wurfsack einen Schmappkarabiner und am Seilende eiinen Schraubkarabiner zu verwenden (Meine Interpretation
mit Zu Verwenden meint er Bereitzuhalten, nicht mit Karabiner zu werfen)" Sprich, da müßte dann doch wieder die Schlaufe am Handende da sein.

Was ist Eure Meinung dazu?

Liebe Grüße
Günter

Amateur Offline




Beiträge: 500

01.10.2010 09:06
#2 RE: Wurfsack antworten

Ich kann mir keine Situation vorstellen, in der ich je einen Griff oder eine Schlaufe am Ende des Wurfsackseils gebraucht hätte (außer wenn ich sie als Wäscheleine an einen Ast hängen will). Dafür kann ich mich an eine äußerst knifflige Situation erinnern, in der diese Schlaufe einem Paddelkollegen beinahe zum Verhängnis geworden wäre.
Man muss sie ja nicht „abschneiden“ – aufknoten tuts auch und dabei werden locker 30cm Seillänge hinzu gewonnen…

Axel

P A D D E L B L O G

HeikoV Offline




Beiträge: 48

01.10.2010 10:03
#3 RE: Wurfsack antworten

Hallo zusammen,

dieses Thema will ich mal nutzen, um aus dem Schattendasein des Passivlesers hervorzukommen ;-)

Das Thema Wurfsack mit oder ohne Handschlaufe im Seil habe ich auf der letzten WW-Sicherheitsschulung angesprochen, da ich das gleiche Buch gelesen habe.

Nach dieser Schulung gibt es für mich Argumente für beide Vorgehensweisen.

ohne fertige Schlaufe:
- das Seil kann sich nicht verhaken
- bei einigen Rettungsaktionen (jenseits der Wurfsackrettung) kann die Schlaufe stören
- der Werfer hält eh selten an der Schlaufe fest
- wird eine Schlaufe benötigt, kann sie schnell durch einen doppelten Achterknoten geknüpft werden

mit fertiger Schlaufe:
- Karabiner und Seilrolle können eingeklinkt bleiben
- der Wurfsack kann mit Schlaufe auch von Personen ohne Knotenkenntnisse benutzt werden

"Richtige" Wildwasser-Retter /-Fahrer können sicherlich noch mehr dazu sagen.

Ich habe für mich den Handgriff rausgeknotet. Mir ist aber klar, daß das zu Irritation bei anderen führen kann, die meinen Wurfsack benutzen wollen. Ich bin bereit, dieses Risiko einzugehen. Ich bin nicht auf schwierigem Wildwasser unterwegs und so wird kaum die Situation eintreten, daß ich meinen Wurfsack weiter geben muß oder ich die Kombination Karabiner-Seilrolle in hohem Tempo benötige.

Aber wie geschrieben, die Entscheidung habe ich für mich getroffen!

Viele Grüße,
Heiko

Marmotta Offline



Beiträge: 166

01.10.2010 11:23
#4 RE: Wurfsack antworten

statt eines Kommentars, für mich, neben der AKC-Sicherheitsbroschüre, immer noch der Klassiker schlechthin zum Thema Wurfsack:

http://www.paddle-people.com/2/service/t...r-throwline.htm

Gruss marmotta

Gerhard Offline




Beiträge: 638

01.10.2010 12:01
#5 RE: Wurfsack antworten

Das thema wird auch unterschiedlich gelehrt.

@ Heiko, bei welchem "Verein" warst Du denn zur Sicherheitsschulung?

Ohne Schlaufe ist, denke ich, die Amerikanische Lehrmethode, mit, die Deutsche.

Ich habe in meinen Wurfsäcken die Schlaufe drin und mich hat sie auch noch nicht gestört. Mit Schlaufe hat für mich den Vorteil, ich merke wenn ich Seil nachgeben muß wenn das Ende da ist. Ohne Schlaufe / Knoten ist das Seil halt einfach zu ende und flutscht durch.

@ Marmotta, ja, Dr. Throwline ist immer wieder empfehlenswert.

Grüße
Gerhard

HeikoV Offline




Beiträge: 48

01.10.2010 13:01
#6 RE: Wurfsack antworten

Hallo Gerhard,

die Veranstaltung lief über den LKV-Bremen. Gut, bremisches Wildwasser ist eher die Ausnahme. Die beiden Referenten haben aber in Bayern gelernt und wissen wovon sie reden ;-)

Ja, "Dr. Throwline" ist großes Kino. Und die Farben der 90'er werden ja auch langsam wieder modern!

cu
Heiko

Amateur Offline




Beiträge: 500

01.10.2010 13:19
#7 RE: Wurfsack antworten

Zitat von Gerhard
Ohne Schlaufe / Knoten ist das Seil halt einfach zu ende und flutscht durch.

...ja, und zwar auch durch Felsritze und Gestrüpp. Das ist ja der Vorteil. Es kann nirgends hängen bleiben.
Dass das Seil am Ende ist, wenn ich nachgeben muss, sehe ich auch ohne Schlaufe oder Knoten.
Wenn ich dann weiter nachgeben und letztendlich loslassen muss bin ich froh, dass weder Schlaufe noch Knoten dran sind.

Axel (der das bei der 'amerikanischen' Schulung gelernt hat)

P A D D E L B L O G

derEinarmige Offline




Beiträge: 4

28.11.2010 20:10
#8 RE: Wurfsack antworten

Der mit Schlaufe(bevorzugt im Deutschsprachigen Raum) oder
ohne Schlaufe (Clean Line, bevorzugt im Enlisch/Amerikanischen Raum)eingesetzte Wurfsack bietet genug Stoff um bei eingefleischten Schlaufenwerfern einen abendfüllenden Diskusions-Event hervorzurufen!

1. Wenn ich keine Schlaufe habe Rutscht mir das Seil aus der Hand!

Wenn man eine Rettungsübung durchführt und einmal auf Werfen und anschließendes Retten zB. des Schwimmers achtet
(besser ist Filmen), wird man feststellen das in der Regel, nachdem das Seil geworfen wurde und der Schwimmer Kontakt aufgenommen hat,
sofort mit dem einholen des Seiles begonnen wird um es zu straffen und um die Distanz so kurz wie möglich zu halten.
Kein vernünftiger Retter kommt auf die Idee jetzt erstmal die Griffschlaufe fest halten und abzuwarten bis das Seil voll ausgelaufen
ist und der Schwimmer möglichst weit weg abgetrieben wird.
Sollte Du wirklich eine der seltenen Aktionen machen und das Seil bei hoher Belastung bis zum Ende nutzen müssen, -innerhalb von drei
Sekunden hat man eine Schlaufe mit einem Achterknoten gemacht!

Wer sich intensiv mit dem Retten und Bergen auseinander setzt wird schnell merken, das er an dem clean line System nicht vorbeikommt
wenn er effektiv und schnell arbeiten möchte! Wer mal einen Flaschenzug bauen, oder abbauen konnte, ohne die ganzen Rollen auseinander bauen zu müssen, wird wissen wovon ich Rede.

Wer einen Wurfsack nur hat weil "das wohl so seien muss", der kann sich auch zwei Handschlaufen machen(dann kann er ja warten bis das Seil komplett ausgelaufen ist) und dann mit beiden Händen ziehen! Das geht wunderbar man verliert nur 1 - 1/2m Seil, was ja nicht weiter schlimm wäre, da die wenigsten auf 20m genau werfen können!
Hat man dann die doppelte Kraft(da muss ich mal drüber nachdenken)?

Jetzt für die Canoeabteilung
Beim WW- oder Tourencanoe liegt ein Wurfsack, mit dem Boot fest verbunden, oben auf Heck oder Bug(Sicherung durch kurze Gummieleine).
Aus dem Wurfsack schaut etwa 10-20cm Seil(ohne Schlaufe), das ich im Falle einer Kenterung oder anderer Notfälle, jederzeit packen kann und so den Kahn gesichert habe!
Wenn da eine Schlaufe rausschaut kann mann da sehr schön mit einem Ast einfädeln und die gesammten 20m(?)rausziehen. Im günstigsten Fall bricht der Ast ab und man bleibt nicht daran hängen. Auch schön ist, wenn sich das rausgelaufene Seil zwischen irgendwelchen Steinen verklemmt und man nicht dran kommt! Aber da wir alle mit Schwimmhilfe(Weste) und einem Messer in der Tasche unterwegs sind macht uns das nicht bange.
Beim Händler unseres Vertrauen erwerben wir dann ein neues Seil, nach dem wir uns über Seildicken, Zugfestigkeiten, Längen Seilarten und anderes mehr schlau gemacht haben!

LG an alle (auch die Schlaufenbenutzer)

Den nächsten Beitrag machen wir dann unter dem Motto: Welcher Wurfsack und wo packen wir ihn hin, oder so ähnlich!

 Sprung  

Canadier.com ACA Kanuschule