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Dieses Thema hat 49 Antworten
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FeuchtSocke Offline



Beiträge: 97

08.05.2010 15:33
#46 RE: Absaufen auf der Warnow antworten

Hierzu noch mal ein kurzer Beitrag aus einer anderen Perspektive. In den letzten 18 Jahren habe ich etliche Jugendfreizeiten und -Reisen im In- und Ausland durchgeführt, z.T. mit Miderjährigen. Hier ist die Haftungsfrage ja ein besonders kniffliges Gebiet. Interessant ist aber, dass selbst minderjährige Jugendliche (natürlich in Abhängigkeit von ihrem persönlichen Entwicklungsstand)eine gewissen Verantwortung für sich selbst tragen. Beispiel: Ich paddle in Norwegen mit einer Gruppe 14- 16jähriger auf einem Seensystem. Neben verschiedenen anderen Sicherheitsmaßnahmen, mache ich unmissverständlich deutlich, dass alle ihre Schwimmwesten tragen und geschlossen halten müssen. Wenn nun einer der Teenies, sich hinter meinem Rücken der Weste entledigt, kentert und wegen eines Kälteschocks oder einer anderen dummen Situation ertrinken sollte, kann man mir als Leiter der Gruppe rechtlich nicht ans Leder (außer ich habe in anderer Hinsicht fahrlässig gehandelt). Die Aufsichtspflicht, die ich als Gruppenleiter habe, bedeutet nicht lückenlose Überwachung. Aber: Wenn ich nicht für alle völlig klar gemacht habe, an welche Sicherheitregeln, sie sich auf dem Wasser zu halten haben und es passiert etwas, kann ich unter Umständen als Aufsichtperson im Knast landen.
Das fiel mir nur zum Stichwort "Verantwortung" ein. Die Verantwortung eines Veranstalters liegt meiner Meinung nach auch darin, auf die Eigenverantwortung hinzuweisen.
Noch ein Wort zu dem Thema, der Erfahrenste in einer Gruppe trägt die Verantwortung: Wenn du zufällig beochtest, wie ein anderer Paddler, den du vielleicht nicht einmal kennst, in schwierigem Gewässer kentert, und du nur belustigt zuschaust obwohl du Kenntnis und Erfahrung im Retten und Bergen hast, kannst du wegen unterlassener Hilfeleistung große Schwierigkeiten bekommen, falls ihm etwas zustößt. Genauso wie ein Arzt oder Sanitäter, sein Können einsetzen MUSS, auch wenn er unbeteiligt zu einem kritischen Geschehen dazu kommt. Jede Art von Wissen und Erfahrung beinhaltet gleichzeitig auch eine eine gewisse Verantwortung, die man nicht einfach abschütteln kann. Für die Dummheit oder Fahrlässigkeit anderer, kannst du natürlich nicht verantwortlich sein. Doch selbst da gilt, dass "Dummheit" meistens eher Unwissenheit ist. Auch wenn es meistens ätzend ist, als "Besserwisser" oder "Wichtigtuer" dazustehen, es gibt sicher Situationen, wo erfahrene Sportler anderen auf Gefahren hinweisen sollten, obwohl sie mit diesen anderen überhaupt gar nichts zu tun haben und auch nicht für sie verantwortlich sind.

In der Hoffnung, dass wir alle immer mit Blauem Auge (oder soll ich sagen mit nassen Füssen) davonkommen.

FeuchtSocke

Leichtgewicht Offline




Beiträge: 1.294

08.05.2010 16:05
#47 RE: Absaufen auf der Warnow antworten

Zitat von FeuchtSocke
Beispiel: Ich paddle in Norwegen mit einer Gruppe 14- 16jähriger auf einem Seensystem...



Als erwachsener Betreuer alleine ?? Mit wie vielen Teens ?? Als ambitionierter Anfänger (Zitat) ???

Zitat von FeuchtSocke
Wenn nun einer der Teenies, sich hinter meinem Rücken der Weste entledigt, kentert und wegen eines Kälteschocks oder einer anderen dummen Situation ertrinken sollte, kann man mir als Leiter der Gruppe rechtlich nicht ans Leder



DAS ist sicherlich Blödsinn, da würde Dir jeder Staatsanwalt unterstellen, Du hättest die Dir anvertrauten Schützlinge im Blick haben MÜSSEN (Garantenstellung)

Dann fragt man Dich, warum Teens "hinter Deinem Rücken" gepaddelt sind - schöner Veranstalter (MEINE Kids kriegst DU schon mal nicht mit...)


Das Problem bei der Sache wird sein, dass alle "Sachverständigen" gaaanz viel Zeit haben, DIR im Nachhinein Fehler nachzuweisen.

Wenn bei Deinem Szenario jemand absäuft, wäre es natürlich suboptimal, was ist aber, wenn derjenige erst absäuft (dann gerettet werden kann) und mit minutenlangem Sauerstoffmangel als sabberndes "Etwas" überlebt & lebenslang Vollpflege bedarf???

Trägst Du dann die Kosten??? Glaubst Du im Ernst, da bist Du aus der Haftung raus??

Herzlichen Glückwunsch!

Ich möchte nicht mit Deiner Illusion von "...da kann mir als Leiter (keiner) rechtlich ans Leder..." tauschen!

Mal 'ne private Frage anbei (wir sind ja "unter uns") Bist Du ausgebildeter Rettungsschwimmer??


Bevor Du Dich jetzt (öffentlich) angepisst fühlst - sei nicht sauer, ich hab's etwas überspitzt dargestellt, aber genau so darfst Du Dich im Fall X befragen lassen...


lG Leichtgewicht



PS: einmal "nachtreten" sei mir nochmal erlaubt - Sicherheit mit Anfängern und Kindern - DA sind Dir ja schon fast welche angenippelt...

(Tröste Dich, ich bin a) ein Arsch () & b) auch nicht fehlerfrei () )

Leichtgewicht Offline




Beiträge: 1.294

08.05.2010 18:44
#48 RE: Absaufen auf der Warnow antworten

@moose:

ZITAT "...verantwortungslose..., guides, veranstalter etc gibt es reichlich etwa 95%..."



Jetzt "kenn'" ich auch welche...





Damit wir uns hier alle richtig verstehen, ICH ziehe eine ganz klare Trennlinie zwischen Guides/Veranstaltern und VERMIETERN!!!

FeuchtSocke Offline



Beiträge: 97

09.05.2010 09:08
#49 RE: Absaufen auf der Warnow antworten

Hallo Leichtgewicht,

danke für die anschauliche Demonstration, wie man auseinander genommen wird, wenn tatsächlich etwas passieren sollte.

FeuchtSocke

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.916

09.05.2010 11:19
#50 RE: Absaufen auf der Warnow antworten

Praxis: ein Beispiel.
AOC-Treffen 2010, Abenddämmerung, ca. 14°C Wassertemp, leicht böiger Wind.
Quattro G (ganz guter Geist Günter) macht mich aufmerksam, daß jemand ohne Schwimmweste zuerst ufernahe, jetzt aber über das offene Wasser unterwegs ist. Ich sehe das Kanu in der Ferne. Was füe eine Gelegenheit, für eine kleine flotte Ausfahrt! Ich schnappe mir eine zweite Schwimmweste, und los gehts! Einmal so richtig Auspaddeln, speed ist gefragt. Ich hole auf, ein, frage ob ich störe, wir fahren gemeinsam - jetzt beide mit Schwimmweste - plaudern. Eine schöne Abendrunde um die Insel!
Ein "worst case" Scenario will ich mir dazu gar nicht ausmalen, wozu?
Es war ein willkommener Grund zum Kanufahren.
Und wenn ich keinen habe? Dann gehts auch ganz ohne!

Will sagen: Ich versuche eine angemessene "Haltung" zum Thema Sicherheit zu entwickeln und zwar von der für mich richtigen Seite her. Sollte ich dabei über das Ziel hinausschießen, habe ich zumindest in diesem Fall dennoch einen Gewinn erziehlt - siehe oben...

Die wiederholte Beschäftigung mit dem Thema auch hier im Forum, halte ich für wertvoll.

Sichere Grüße

Wolfgang Hölbling

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