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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 776 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
trullox Offline



Beiträge: 616

08.12.2009 18:23
Kenterung vermeidbar?! antworten

Es war an einem dieser letzten wunderschönen sonnigen und warmen Tage dieses Jahres, als wir, Caroline und ich mit den Freunden Knud,Katrin und Wolfgang ein mir bis dato unbekanntes Flüßchen, die Aiblinger Glonn paddelten.
Alles ging easy. Bis auf einige Stellen, an denen dichtes Strauchwerk die Durchfahrt etwas einschränkte, keine Schwierigkeiten, und wir kamen immer irgendwie durch. Auf halbem Weg fanden wir noch einen wunderbaren Platz mit Tisch und Bänken für eine leckere Brotzeit (pardon "Jause" für Wolfgang und die anderen Ausländer).
Der folgende Teil der Tour war besonders schön, weil der Bund Naturschutz diese gerade, kanalartige Strecke wieder durch ein neues, schön mäanderndes Flußbett verändert hat. Wir paddelten vornweg, als mir am späten Nachmittag etwas kalt wurde. Ich bat Caroline, mir den dicken Pullover aus dem wasserdichten Sack mit den Ersatzklamotten zu geben, zog ihn an und die Schwimmweste wieder drüber, und weiter gings die letzten 1-2 Kilometer. Strömung war nicht sehr stark.
Plötzlich, hinter einer scharfen Kurve, lag ein ziemlich dicker Baum im bzw. überm Wasser. Rechts, dicht am Ufer ein sehr enger Durchlaß zwischen den dicken Ästen. Caroline bückte sich tief und war schon durch, als ich mich auch ganz tief bückte. Ich dachte schon, wir hätten es geschafft, als der Baum mich doch noch am Kopf erwischte, oder ich ihn. Ich wollte mich noch bei dem Baum entschuldigen, da waren wir auch schon gekentert. Na ja, war nicht so schlimm. Wir waren ja dicht am Ufer, konnten stehen, das Boot drehen, das Wasser ausleeren und wieder einsteigen. Nach weiteren 500 Metern waren wir schon bei unseren Autos am Ausstieg. Jetzt fielen mir einige Dinge auf, die vermeidbar gewesen wären. Erstens konnten wir keine trockenen,warmen Sachen anziehen, weil Caroline, nachdem sie mir den Pullover gab, vergessen hat, den wasserdichten Sack wieder zu schließen. Das Zeug war auch klatschnass. Wir werden also in Zukunft nicht nur darauf achten, den oder die Säcke geschlossen zu halten, sondern auch für alle Fälle eine dritte Reserve-Garnitur im Auto haben, auch für den Fall, daß ein Mitpaddler Ersatzkleidung braucht. Positiv ist die Aquashellkleidung "Kwark" zu erwähnen, die wir zum ersten Mal trugen, und die in der Tat wie dünnes Neopren wirkt, nur im trockenen Zustand viel angenehmer auf der Haut ist. Wir froren jedenfalls nur an den von "Kwark" ungeschützten Stellen. Konnten aber, weil es uns an trockenen Schuhen und Strümpfen fehlte, nicht mehr mit den Freunden zum Essen gehen, sondern mußten gleich nach Hause fahren.
Jetzt zum eigentlichen Gegenstand meines postings: Warum bin ich mit dem Kopf gegen den Baum gestoßen, obwohl ich mich so tief wie möglich gebückt hatte, und warum kam Caroline durch die Lücke? Weil erstens sie kleiner und etwas dünner ist als ich, und zweitens weil ihre Wander- Schwimmweste nicht so dick aufträgt wie mein Wildwasserteil. Letzteres ist kürzer wegen der besseren Beweglichkeit, aber eben etwas zu dick am Bauch.
Nur zwei Zentimeter, welche die Kollision verursachten. Sollte so ein Fall noch mal passieren, werde ich mich also nicht bücken, sondern vom Sitz herunter rutschen,nicht ins Knieen, (da wäre man vielleicht noch höher mit dem Kopf), sondern mich ganz flach ausstrecken.
So, das wärs. Hoffe euch mit diesem Beitrag nicht nur ein bißchen unterhalten zu haben, sonder auch die wenigen, die noch nicht so große Paddel-Erfahrung haben, mit diesen Tips darauf hinzuweisen, daß auch beim leichtesten Zahmwässerchen mal was schiefgehen kann, was bei richtigem Verhalten eigentlich vermeidbar wäre.
Gruß!
Fred

HeinzA Offline




Beiträge: 1.367

08.12.2009 18:39
#2 RE: Kenterung vermeidbar?! antworten

Hallo Fred,

ich hatte ja von Wolfgang schon von eurem Malheur gehört, aber es ist immer gut, die Sachen aus erster Hand zu erfahren. Manchmal schläft der Teufel halt doch nicht...

Ich bin froh, dass nicht mehr passiert ist, mit so einer Unterkühlung ist nicht zu spassen!

Liebe Grüße
Heinz

Nur zahme Vögel träumen von der Freiheit, wilde Vögel fliegen.
Wer vom Weg abkommt lernt die Gegend kennen.

Amateur Offline




Beiträge: 500

09.12.2009 09:07
#3 RE: Kenterung vermeidbar?! antworten

Hallo Fred,

Baumhindernisse sind (nach fehlenden Schwimmwesten in der AW_Statistik) die häufigste Ursache für (teils fatal endende) Kenterungen. Selbst habe ich auch schon die eine oder andere hinter mir, die glücklicherweise immer glimpflich abgelaufen sind. Häufig ist es ja so, dass Dilletanten wie ich von der Strömung ins Ufergestrüpp geschoben werden, in der Illusion alles richtig zu machen, wenn man sich zum Hindernis neigt vom elastischen Hindernis in Zusammenspiel mit dem schnell fließenden Wasser letztendlich dann aber doch verblüffend rasant gekippt werden. Das Drunterdurchschwimmen birgt unkalkulierbare Risiken weil dort, wo Gestrüpp und Geäst über Wasser wuchert die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass auch unter Wasser solches zu finden ist.
Deshalb bemühe ich mich bei bewachsenen Ufern stets in der Strömungsmitte zu bleiben und vor engen Kehren muss dann eben doch ab und an erst einmal ausgestiegen werden um zu scouten. Gerade bei engen Kleinflüssen mit teils steilen ausgespülten Ufern oder garstiger Vegetation ist das zwar lästig aber dringend nötig.

Ob es so ratsam ist sich nicht vorzubeugen sondern mit dem Gesicht nach oben ins Boot zu rutschen weiß ich nicht recht. Oftmals behindert ja festgezurrtes Gepäck so eine Aktion. Die Vorstellung dann mit dem Brustgurt der Weste oder gar dem Kinn oder der Nase irgendwo hängen zu bleiben finde ich grausig.

Kenterungen lassen sich nicht vermeiden aber man kann aus jeder, auch der von anderen etwas lernen. Danke für den kleinen Bericht!

Axel

P A D D E L B L O G "No one ever drowned on a portage" (Gil Gilpatrick)

Trapper Offline




Beiträge: 1.561

09.12.2009 09:22
#4 RE: Kenterung vermeidbar?! antworten

Zitat
Ob es so ratsam ist sich nicht vorzubeugen sondern mit dem Gesicht nach oben ins Boot zu rutschen weiß ich nicht recht. Oftmals behindert ja festgezurrtes Gepäck so eine Aktion. Die Vorstellung dann mit dem Brustgurt der Weste oder gar dem Kinn oder der Nase irgendwo hängen zu bleiben finde ich grausig.



Trotzdem lehne ich mich in solchen Situationen immer zurück und kann so beobachten was denn da passiert.Finde ich persönlich besser,aber darüber
läßt sich wieder trefflich streiten.
Ich vermisse in Deinem Bericht das "Kehrwassermanöver" vor dem Hinderniss um so Zeit und Überblick zu gewinnen. Im übrigen ziehen diese kleinen Mißgeschicke
meistens die Lernkurve steil nach oben. Ich habe durch ähnliche kleine dumme Vorfälle zB. das schwimmen mit Gummistiefeln und Poncho ausprobiert.

Internette Grüße Thomas

Gerhard Offline




Beiträge: 638

09.12.2009 10:03
#5 RE: Kenterung vermeidbar?! antworten

Hallo Fred,

durch rechtzeitiges Anlanden und Scouten (gute Kehrwassertechnik vorausgesetzt) kann man solche Situationen vermeiden.
Baumhinternisse haben meißt auch den faden Beigeschmack, daß man nicht sieht was sich unter der Wasseroberfläche befindet.
So kann man leicht mal irgendwie hängen bleiben oder noch schlimmer, unter Wasser gezogen werden.

Auch wenn es bei Tourenfahrer oft nicht sehr beliebt ist sollte doch immer mal wieder Kehrwasserfahren geübt werden. Auch auf engen Bächen.

Grüße
Gerhard

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.918

09.12.2009 11:24
#6 RE: Kenterung vermeidbar?! antworten

Hallo Fred!
Ich habe Euer Missgeschick von hinten gesehen und lange überlegt, was zum unfreiwilligen Bad führte.
Die Situation: Nach einer Kurve lag ein Baum über dem Wasser, an einer Stelle hoch genug, darunter durchzuschlüpfen. An sich kein Problem und deshalb auch kein Grund vorher ins Kehrwasser zu fahren um zu scouten.
So ganz einfach war es aber nicht, denn: Die Strömung war nicht senkrecht zum Hindernis, eben keine Strömung, die um ein Hindernis herumfließt und sozusagen im letzten Moment hilft vorbeizurutschen. Wenn Caroline jetzt im Bug den Kopf einzog und problemlos durchschlüpfte, warst Du im Heck ein wenig weiter links, wo die Höhe fast, aber nicht ganz ausreichte.
Paddeltechnisch kommt folgendes dazu: Coroline führte, wie gelernt, um die leicht schräge Strömung auszugleichen den Bug etwas nach rechts. Das Kanu kam dabei natürlich in eine leichte Drehbewegung, die Du im Heck - schließlich warst Du schon dabei den Kopf einzuziehen - nicht mehr ausgleichen konntest.

Beide Effekte, Strömung und Paddeltechnik ergaben in Summe 50 cm seitliche Abweichung, 10cm weniger Durchfahrtshöhe und eine Erfahrung mehr.
Der entscheidende Moment lag also schon in der Anfahrt zum Hindernis.

Daß wir Solopaddler in der Regel nur einen Kopf an der richtigen Stelle haben müssen, liegt in der Natur der Sache.

Liebe Grüße,

Wolfgang Hölbling

trullox Offline



Beiträge: 616

09.12.2009 17:36
#7 RE: Kenterung vermeidbar?! antworten

Danke, lieber Wolfgang, für die nachträgliche Erklärung unseres Kenterns. Jetzt muß ich mir nur noch überlegen wie ich Caroline zur Rechenschaft ziehen kann. Hihihaha!

Gruß!
Fred

Dull Knife Offline




Beiträge: 754

09.12.2009 18:14
#8 RE: Kenterung vermeidbar?! antworten

Zitat von trullox
Danke, lieber Wolfgang, für die nachträgliche Erklärung unseres Kenterns. Jetzt muß ich mir nur noch überlegen wie ich Caroline zur Rechenschaft ziehen kann. Hihihaha!
Gruß!
Fred



Das ist ja das Schöne am Tandempaddeln: Schuld ist immer der andere. Muss nur richtig vermittelt werden. Aber am Besten ist, wenn Avant und Gouvernail hinterher gemeinsam lachen können.

Viele Grüße
Dull Knife

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.918

09.12.2009 18:17
#9 RE: Kenterung vermeidbar?! antworten

Ich hab`s gewußt, ich hab`s gewußt, ich hab`s gewußt, ...........
Ojeojeojeeeeee

Im Ernst: Ein beherzten Ziehschlag im richtigen Moment kann Wunder wirken!

Ojeojeojeee .., schon wieder mißverständlich, arme Caroline! Ich brauche einen Anwalt, oder ich wechsle den Kontinent, oder in den Alkoholiker - thread.

Prost

Wolfgang Hölbling

HeinzA Offline




Beiträge: 1.367

09.12.2009 19:01
#10 RE: Kenterung vermeidbar?! antworten

Zitat von Wolfgang Hölbling
I Ich brauche einen Anwalt, oder ich wechsle den Kontinent, oder in den Alkoholiker - thread.
Prost



Willkommen bei uns, lieber Wolfgang, wir nehmen dich schon mit offenen Armen auf. Allerdings gibt es bei uns Aufnahmeprüfungen, die sind härter als manch andere Prüfungen...

LG Heinz

PS: Morgen Pack???

Nur zahme Vögel träumen von der Freiheit, wilde Vögel fliegen.
Wer vom Weg abkommt lernt die Gegend kennen.

Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.918

09.12.2009 19:47
#11 RE: Kenterung vermeidbar?! antworten

Sonntag?

Wolfgang Hölbling

 Sprung  

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