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Dieses Thema hat 41 Antworten
und wurde 4.707 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
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Peter_Will Offline



Beiträge: 108

15.07.2009 21:47
#31 RE: psychopathisch oder gut vorbereitet ? antworten


Ich habe mir soeben den Film zum zweiten Mal angesehen und dabei sind mir ein paar "Kleinigkeiten" aufgefallen:

- Ab Minute 49 ist das gekenterte Kajak mehrfach zu sehen. Es fehlte die Kuppel. Das gelbe Etwas neben dem Boot ist der Outrigger.

- Andrew verwendete eine Automatik-Schwimmweste. Der Film schweigt sich darüber aus, ob er ausreichend Gaspatronen dabei hatte. Evtl. kann seine Aussage, die nächste Kenterung nicht mehr überleben zu können in diese Richtung gedeutet werden.

- Sein EPIRB wurde an Bord gefunden. Er hatte es also nicht am Mann, als er kenterte.

Drei "Kleinigkeiten", deren Zusammentreffen fatal war!

Rene11 Offline



Beiträge: 105

15.07.2009 22:58
#32 RE: Wenn Unwissende vor(ver)urteilen antworten

Hallo,

hier ein paar Fakten zum Geschehen, dem FAZ-Artikel entnommen:

Die gesamte Strecke über die tasmanische See betrug 1600 km.
Die großen Stürme und Seen auf der Strecke hat Mcauley überstanden,
er hat mehrere Kenterungen überstanden
und er hat seine Fahrt fortgesetzt.

Der Notruf kam bei relativ ruhigem Wetter und Seegang.
Der Funkspruch war nur schwer verständlich.
„Kayak one, help I'm sinking, over.“


Nur noch 80 km vom Ziel entfernt wurde sein Kajak gefunden.
Viel mehr ist nicht bekannt über die Umstände seines Todes.
Es gibt nur Mutmaßungen.
Es sieht ganz so aus, als ob er nicht Opfer einer extremen See wurde.
Den Wahnsinn, die brutale tasmanische See zu überqueren, hatte er offensichtlich hinter sich.

Und mit Kenntnis dieser Fakten lesen wir diesen Thread nochmals von vorne
und zählen die Vorurteile mit.

Gruß
René (11)

Rene11 Offline



Beiträge: 105

16.07.2009 00:36
#33 RE: Mein Nachbar und ich antworten

> Viele Extremerfahrungen sind Fluchtbewegungen.
> Am schwierigsten ist es doch zumeist, "ganz normal zu sein".
> Als Künstler weiß ich genau, was ich da sage.

Hallo Hans-Georg,

die Frage ist: "Was ist ganz normal?"
Mein Nachbar und ich haben da grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen.
Das fängt schon beim Gartenzaun an, --- ganz ohne Extrem-Abenteuer.

Gruß
René (11)

Leichtgewicht Offline




Beiträge: 1.294

16.07.2009 06:04
#34 RE: Wenn Unwissende vor(ver)urteilen antworten

Emotionslos () zitiere ich:

"Es gibt nur Mutmaßungen.
Es sieht ganz so aus, als ob er nicht Opfer einer extremen See wurde.
Den Wahnsinn, die brutale tasmanische See zu überqueren, hatte er offensichtlich hinter sich"

@Rene... (emotionslos): Du hast den Film (offenbar - emotionslos...) immer noch nicht gesehen, sonst hättest Du wahrgenommen, dass sein Freund sagt, der Teil unmittelbar vor Neuseeland hat BESONDERS SCHWERE SEE!!!

Kann man sich hier nicht sinnvoll äußern (immer noch emotionslos), nachdem der Film gesehen wurde (und verstanden wurde - emotionslos...)

Und es sind keine Mutmaßungen (emotionslos), zur Zeit des Notrufes sank ER (!!! ...I'm sinking !!! nicht das Kajak !!!)
Und das Kajak + alles Equip wurde gefunden!!!

lG Leichtgewicht

schindelbeck Offline



Beiträge: 32

16.07.2009 08:50
#35 RE: Wenn Unwissende vor(ver)urteilen antworten


Zitat
@Rene... (emotionslos): Du hast den Film (offenbar - emotionslos...) immer noch nicht gesehen, sonst hättest Du wahrgenommen, dass sein Freund sagt, der Teil unmittelbar vor Neuseeland hat BESONDERS SCHWERE SEE!!!
/Zitat

Wenn ich das richtig verstanden habe, sprach er davon, dass es dort besonders tückische, wenn auch nicht besonders hohe Wellen *geben könne*. War davon die Rede, dass es dort zum Zeitpunkt des Unglücks wirklich so war? Die dramatischen Stürme hatte er wohl überstanden. Zum Zeitpunkt, als das Kajak im Wasser treibend zu sehen war, sah es dort ja eher ruhig aus (was natürlich auch nichts zu sagen hat).

Zitat
Und es sind keine Mutmaßungen (emotionslos), zur Zeit des Notrufes sank ER (!!! ...I'm sinking !!! nicht das Kajak !!!)
Und das Kajak + alles Equip wurde gefunden!!!
/Zitat

Schon klar, dass sein Kajak gefunden wurde aber aus dem "I'm sinking" zu schließen, dass er mit dem Funkgerät in der Hand im Wasser gerade am untergehen war, ist doch auch ziemlich interpretiert. Es weiß kein Mensch, ob er glaubte mit seinem Kajak unterzugehen oder sich nur als Person meinte.

--
whttp://www.schindelbeck.org

Leichtgewicht Offline




Beiträge: 1.294

16.07.2009 09:18
#36 RE: Wenn Unwissende vor(ver)urteilen antworten

Zwischen Notruf (Freitagabend) und Sichtung des Kajak (Samstagabend) lagen rund 24 Stunden...

Er war total entkräftet, fertig, am Ende und diese fortwährenden Beiträge, die Entschuldigungen für seinen "Suizid" suchen.
Ein Mensch, dem (trotz aller Vorsichtsmaßnahmen; drei GPS-Geräte, zwei Satellitentelefone, ein Funk- und ein Ortungsgerät, pp) es nicht mehr möglich ist, seine Lage real einzuschätzen, und durch-was-auch-immer, weiß, NICHT mehr in der Lage zu sein, eine weitere Kenterung zu überleben...

DA MUSS MAN DOCH EIGENTLICH NICHTS MEHR SAGEN, und was immer man interpretiert oder nicht, "I'm sinking" (hör' es Dir an) es war kein Notruf, er wusste, dass ihn Hilfe nicht rechtzeitig erreichen würde, ER STARB, begreift es doch (jetzt sind doch Emotionen dabei!!!)

lG Leichtgewicht

Rene11 Offline



Beiträge: 105

16.07.2009 09:59
#37 RE: Spekulationen antworten

Zitat
>> Du hast den Film (offenbar - emotionslos...) immer noch nicht gesehen,
>> sonst hättest Du wahrgenommen, dass sein Freund sagt, der Teil unmittelbar vor Neuseeland hat BESONDERS SCHWERE SEE!!!
/Zitat

> Wenn ich das richtig verstanden habe, sprach er davon, dass es dort besonders tückische,
> wenn auch nicht besonders hohe Wellen *geben könne*. War davon die Rede, dass es dort
> zum Zeitpunkt des Unglücks wirklich so war? Die dramatischen Stürme hatte er wohl überstanden.
> Zum Zeitpunkt, als das Kajak im Wasser treibend zu sehen war, sah es dort ja eher ruhig aus
> (was natürlich auch nichts zu sagen hat).



Also,

ich sehe das auch so. Die Ecke dort ist bekannt für besonders tückische Seen.
Zum Zeitpunkt des Unglücks war es aber wohl relativ ruhig
und auch am Tag danach, als mit der Suche begonnen wurde, war die See relativ ruhig.

Die Tatsachen, dass er zum Zeitpunkt des Unglücks sein EPIRB (Notsender) nicht bei sich trug
und dass er nicht durch eine Sicherungsleine mit dem Kajak verbunden war,
sprechen in meinen Augen (und nicht nur in meinen) stark dafür,
dass die See ruhig war und er sich nicht in Gefähr wähnte.

Aber wir treiben hier reine Spekulation und Spekulationen sind immer subjektiv.
Man kann die Fakten auch ganz anders interpretieren (wie bereits geschehen).
Aber man sollte wirklich erst mal alle Fakten sichten,
und versuchen, sie (möglichst) objektiv zu bewerten
und alle denkbaren Interpretionen in sein Urteil mit einbeziehen,
bevor man jemand (vor)verurteilt.


Er hat bis zum Zeitpunkt des Unglücks eine fast übermenschliche Leistung vollbracht.
Ob sein Unternehmen einen Sinn macht, lasse ich dahingestellt.

Aber eines wird bei der Sache mal wieder ganz klar:
Die Menschen sind soooooo unterschiedlich veranlagt.
Die Unterschiede sind soooooo krass.
Was leider oft fehlt, ist die Toleranz.

Damit wäre ich dann wieder beim Gartenzaun und bei meinem Nachbarn,
also mitten im realen Leben, nicht in irgendeinem Extrem-Abenteuer.

Tschüss
René (11)

jota Offline



Beiträge: 227

16.07.2009 13:22
#38 RE: Spekulationen antworten

toleranz ist die summe aus ekel,verachtung und mitleid.

erinnert mich ein wenig an russisch roulette mit einer automatik,was der gute mann probiert hat.
ansonsten bin ich extremtouren nicht abgeneigt.

Frank Münker Offline




Beiträge: 132

16.07.2009 23:15
#39 RE: Spekulationen antworten

Als erstes mal Hut ab vor einer Leistung!

Ihr solltet mal das Buch Allein über den Ozean, von Hannes Lindemann lesen.
Lindemann Segelt 1956 in einem Klepperfaltboot über den Atlantik.
Seine Erkenntnisse aus dieser Reise, ohne Navi und so,
sind anschliessend in die Verhaltensregeln für Schiffbrüchige eingeflossen.
Wir wahren nicht dabei, sondern schön Zuhaus im im warmen Wigwam.
Es kann schon sein das Andrew McAuley übermüdet oder anderweitig Mental nicht auf der Höhe war.
Dennoch es war seine Entscheidung die Reise anzutreten. Ohne Menschen wie Andrew,
säßen wir nicht in einem schönem warmen Wigwam, sondern in der Steinzeit in einer Höhle.

Ohne Risiko kein Spaß!
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Das leben endet mit dem Tot!

Also Spaß!!!

Wer nicht will, bleibt Zuhause und stirbt auch.

Frank

Hydrophil Offline



Beiträge: 254

17.07.2009 01:06
#40 RE: Spekulationen antworten

...ts ts ts...sehr befremdlich, herablassend und respektlos einige der Kommentare hier...

z.B. @ Jota: Du solltest diesen Satz als Zitat von Harald Schmidt kennzeichnen, die Aussage wirkt sonst lediglich geistesgestört.

Am Ende einfach eine traurige und filmisch sehr gut gemachte Dokumentation. Mein Mitgefühl gilt der Familie, ob die Querung nun ein blöde Idee war, oder nicht. Doch Ausführungen zu dieser Berwertung wurden hierzu genügend formuliert.

Hydrophil

moose Offline



Beiträge: 1.478

19.07.2009 10:28
#41 RE: Spekulationen antworten

schöner Film, ich liebe so was, saublöd daß er kurz vor dem Ziel abgesoffen ist (meine Diktion entspricht da der von Andrew, hab mir den Film gerade angesehen). Man muß seiner Frau zustimmen, er hat es geschafft. Es ist auch ein saublöder Zufall, daß es tötlich ausging, etwa so, wenn mir der Reifen platzt, oder mir auf der Heimreise von meinen zugegebenermaßen harmlosen Ausbrüchen aus der Zivilisation in die "Wildnis" Lapplands eine Elchkuh vors Auto läuft - es gibt viele Möglichkeiten mal eben schnell zu sterben. So ist das nun mal.

- er war ein hervorragend vorbeitetet Extremsportler
- beim Boot war er etwas unter Zeitdruck, wegen der Konkurrenz, was die Kuppel anging, sonst hätten die das verbessert.
- durch John hatte er eine gut organisierte logistische Wetterunterstüzung
- er mußte damit später Geld verdienen (Film, Vorträge etc), da muß man schon mal ein bisschen dick auftragen.
- seine Frau wusste genau, was da auf die Familie zu kommt
- Briefmarkensammler und Schachspieler können das natürlich schlecht verstehen
- es gibt Menschen die würden nie die Großstadt verlassen und fühlen sich in der überfüllten U-Bahn am wohlsten
- man muss das nicht verherrlichen - verurteilen muss man es aber auch sicher nicht
- ich wäre dazu jetzt zu feige, leider oder gut so, wie mans nimmt

Wir alle müßen unsere Rezeptoren im Hirn besetzt bekommen, jeder hat da ein anderes Niveau, die einen nehmen Methylphenidat, wenige wie Andrew machen einen Trip übers Meer. Das sind die Menschen, die z.B den wilden Westen besiedelt haben als Trapper, Mountainmen etc, Diagnosen findet man bei ICD 10 F90.1, F60.8 und ähnliche. Das sind nun mal die Spielarten menschlicher Verhaltensweisen. Seid also nicht so kritisch mit dem was er da gemacht hat. Das macht auch keiner nach, es sei denn er hat eine ähnliche Persönlichkeit.

moose

kleiner ist feiner

Bo Offline




Beiträge: 329

10.10.2012 13:27
#42 RE: Spekulationen antworten

Wer es vielleicht noch nicht gesehen hat.
http://www.servustv.com/cs/Satellite/Art...011259448223715

Vermisst auf hoher See
Mittwoch | 10.10.12 | 21:15 Uhr
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