Gepäcksystem

22.09.2026 17:48
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#1 Gepäcksystem
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Dieses Jahr bin ich mit dem Solocanadier (und einem Freund im eigenen Boot ) auf der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs gewesen. Ich habe mir die Frage gestellt, wie ich den Kram am sinnvollsten verpacke.

Für diese Tour sah die Liste meiner Anforderungen so aus:

- Zelt für 2 Personen – ich mag es, Platz im Zelt zu haben. Faltstuhl und Tisch – auch Luxus…
- Verpflegung: Frühstück für alle Tage, Snacks, dreimal Abendessen für 2 Personen – der Rest wird unterwegs eingekauft
- Bei Portagen: zwei Gängen, ohne Bootswagen
- Alles muss in einen Bell Merlin II passen
- Konsequent wasserdichte Verpackung, für Regen genauso wie für den Fall einer Kenterung
- Trimmänderung bei wechselnden Windbedingungen sollte möglich bleiben

Am Ende bin ich bei vier Gepäckstücken gelandet:
Canoe Pack 1 (ca. 50 Liter, mit Rucksackgurten, ca 12 kg)
- Packsack für das Zelt
- Packsack für Tisch und Stuhl
- Wasserdichte Tasche mit Rollverschluss (ca. 30 Liter) für das Küchenmaterial – der Vorteil dieser Tasche ist, dass ich schnell an alles herankomme

Canoe Pack 2 (ca. 50 Liter, mit Tump-Line, ca. 10 kg)
- Wasserdichte Tasche mit wasserdichtem Reißverschluss (ca. 40 Liter) für Schlafsack, Isomatte, Kissen und Kleidung fürs Camp
- Ein Sack für die Garderobe fürs Paddeln, das Regenzeug und ein zweites Paar Schuhe

Wasserdichter Rucksack (ca. 25 Liter, wasserdichter Reißverschluss, ca. 7kg)
- Geld, Karten, Ausweise, Schlüssel
- Technik: Powerbank, Kabel, Adapter, Stirnlampe
- Snacks und Wasserflasche
- Buch
- Handtuch und Badehose
- Wechselsachen

30-Liter-Tonne mit Spannring und Tragesystem, ca. 17 kg)
- Lebensmittel

In der Praxis hat sich diese Aufteilung aus mehreren Gründen bewährt:

- Genug Stauraum, mit Reserve. Alles hatte Platz, ohne dass ich etwas quetschen musste – und es blieb sogar noch Luft für Unvorhergesehenes.
- Alles einfach im Zugriff. Durch die kleineren „Unterverpackungen“ musste ich nicht in großen Säcken wühlen
- Alles passt ins Boot. Auch mit Reserve ließ sich das komplette Gepäck im Bell Merlin II unterbringen, ohne dass ich Kompromisse bei der Zuladung eingehen musste.
- Trimm bleibt anpassbar. Weil das Gepäck auf mehrere Packs statt auf ein einziges großes Packstück verteilt ist, konnte ich bei wechselndem Wind gezielt Gewicht nach vorn oder hinten verlagern.
- Portage in zwei Gängen. Im ersten Gang trage ich Boot und Rucksack. Im zweiten Gang stapele ich die beiden Canoe Packs übereinander auf dem Rücken und nehme die Tonne in die Hand. Kein Bootswagen nötig, kein dritter Gang.
- Skalierbar. Für eine längere Tour ließe sich das System einfach um eine weitere Tonne für Lebensmittel erweitern, ohne die Grundstruktur zu verändern.
- Wenig Windangriffsfläche. Weil die Packhöhe im Boot niedrig blieb, ragte das Gepäck kaum über den Süllrand hinaus – bei Wind auf offenem Wasser ein Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte.

Vielleicht sind diese Überlegungen ja auch für andere interessant...

Wer den Text mit Bildern sehen möchte, wird übrigens hier fündig.

Viele Grüße aus Bremen
Heiko


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